Rheuma – für die Betroffenen bedeutet das in der Regel Schmerzen an Muskeln, Gelenken und Sehnen, steife und geschwollene Glieder und eine mitunter massive Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Rund 20 Millionen Deutsche haben Rheuma. Selbst Kinder können schon daran erkranken. Viele Rheuma-Patienten leiden nicht nur unter dem Rheuma selbst, sondern auch unter den Nebenwirkungen ihrer Rheuma-Medikamente. Entsprechend groß ist der Wunsch nach einer alternativen Rheuma-Behandlung. Wir stellen Ihnen den Erfahrungsbericht einer Rheuma-Patientin vor, die nach schulmedizinischer Rheuma-Therapie mit Diclofenac, Cortison und Methotrexat für sich einen naturheilkundlichen Weg gesucht und gefunden hat. Heute ist sie beschwerdefrei ...
Rheuma: Es begann ganz harmlos ...
2003 wurde bei mir (weiblich, Mitte dreißig) rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Das „Gelenkrheuma“ begann ganz harmlos mit Anschwellen des rechten Ringfingers. Ich konnte den Finger nicht mehr krümmen und keine Faust mehr machen. Es war nicht sonderlich schmerzhaft und im Laufe des Tages wurde es auch immer wieder besser, aber trotzdem suchte ich einen Orthopäden auf.
Es wurde geröntgt und der Arzt sagte es sei eine Überlastung (?!) und ich bekam Diclofenac verordnet, das schulmedizinisch bei leichten bis mittleren Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird. Danach hatte ich ca. ein halbes Jahr keinerlei Beschwerden. Dann erwischte mich allerdings eine schwere Grippeinfektion mit Fieber, Gliederschmerzen und so starkem Husten, dass mir mein Hausarzt zusätzlich zu einem Antibiotikum ein Asthmaspray verschrieb.
Ich hatte die Grippe gerade überstanden, als ich eines Nachts vor Schmerzen wach wurde. Sämtliche Gelenke waren geschwollen – die Knie waren dick, die Finger, die Handgelenke, sogar die Zehen waren angeschwollen und ich konnte mich kaum bewegen. Ich nahm eine Diclofenac gegen die Schmerzen und ging zu meinem Hausarzt.
Die Diagnose: Rheuma
Bei meinem Hausarzt wurde eine Blutuntersuchung gemacht. Dabei wurde u.a. festgestellt, dass ich einen Parvovirus in mir trage und Chlamydien in der Lunge habe. Auch auf Borrelien wurde getestet, allerdings negativ.
Also wurde ich zum Rheumatologen überwiesen, wieder Blutabnahme und schließlich die Diagnose Rheuma. Der Entzündungsfaktor im Blut war erhöht und es wurden sogenannte ANA (Antinukleäre Antikörper) nachgewiesen, die auf eine Autoimmunerkrankung hindeuten.
Die schulmedizinische Rheumatherapie blieb nicht ohne Nebenwirkungen
Die ersten drei Monate sollte ich wieder Diclofenac einnehmen und es dann absetzen. Drei, vier Tage nach Absetzen von Diclofenac waren die Schmerzen und Schwellungen wieder da. Daraufhin bekam ich Methotrexat (MTX) und Cortison verschrieben. [Anm. d. Red.: MTX ist bekannt aus der Krebstherapie, bei der es wegen seiner hemmenden Wirkung auf Zellteilung und -wachstum in höherer Dosierung und mit z.T. erheblichen Nebenwirkungen eingesetzt wird.]
Die Anfangsdosis Cortison lag bei 30 mg täglich, MTX bei 15 mg 1x wöchentlich. Die Beschwerden ließen unter Cortison und MTX anfangs auch nach und das Cortison konnte auf 2,5 mg täglich heruntergesetzt werden.
Die ersten drei Monate musste ich alle zwei Wochen, danach alle vier Wochen zur Blutkontrolle (Leber- und Nierenwerte mussten wegen starker Nebenwirkungen von MTX regelmäßig untersucht werden).
Nach ca. einem halben Jahr bekam ich einen neuen Rheumaschub – Cortison wieder rauf auf 30 mg und auch die MTX-Dosis wurde auf 20 mg erhöht. Außerdem nahm ich an einer Patientenschulung bei meinem Rheumatologen teil und reichte einen Kurantrag ein, der auch bewilligt wurde.
Eine Rheumakur konnte mir vorübergehend helfen
Das erste Mal war ich vier Wochen in einer Rheumaklinik (2004), was mir sehr gut tat – ich war täglich in einer Kältekammer (minus 110 Grad C), bekam Massagen Krankengymnastik usw.
Immer wieder Rheumaschübe – und zunehmende Probleme mit Nebenwirkungen
Cortisondosis also wieder runter, nächster Schub, Cortison wieder rauf (ähnlich ging es mit meinem Gewicht: Cortison rauf =Gewicht rauf, bei einer Größe von 170 cm über 90 kg zu wiegen ist kein Spaß ...
Ein Jahr nach meiner ersten Kur ging ich auf eigene Kosten wieder in diese Fachklinik, wiederum ein Jahr später bekam ich erneut eine Kur bewilligt. Nach einer Kur ging es mir eine ganze Weile auch ganz gut, aber die Rheumaschübe kamen dann doch in immer kürzeren Abständen, sodass mein Rheumatologe mir vorschlug, entweder zusätzlich zum MTX und Cortison ein weiteres Basismedikament zu nehmen oder an die am schlimmsten betroffenen Gelenke ein radioaktives Mittel zu spritzen, welches die Gelenkhaut zerstört (wo die Entzündung sitzt).
Beides keine angenehmen Vorstellungen, zumal ich die MTX-Tabletten immer weniger vertragen habe (Übelkeit und Erbrechen) und ich das MTX mittlerweile einmal in der Woche in den Bauch gespritzt habe. Jetzt noch ein zusätzliches Medikament?
Die Suche nach einer alternativen Rheumatherapie
Eine Kollegin machte mich auf Dr. S. aufmerksam – er selbst sei an Multipler Sklerose erkrankt und behandle sich selbst – unter anderem mit Vitaminen, hätte zwischenzeitlich im Rollstuhl gesessen, könnte aber jetzt wieder gehen. Ich muss gestehen, bei solchen Geschichten bin ich eher skeptisch und mit orthomolekularer Medizin und Homöopathie habe ich mich bis dato auch noch nicht beschäftigt – zumal Rheuma aus schulmedizinischer Sicht nicht heilbar ist.
Also vereinbarte ich eher widerwillig und alles andere als überzeugt (aber meine Kollegin ließ nicht locker „Probier es doch aus, es kann doch nicht schaden, Medikamente kannst Du doch immer noch nehmen!“, usw.) einen Termin bei Dr. S. zu einer Analyse.
Da saß ich also (2007), angeschlossen an ein Gerät aus der russischen Raumfahrt (ja, klar ...) welches angeblich erkennt, welche und wie viele Viren und Bakterien sich in meinem Körper eingenistet haben. Dr. S. erklärte mir vorher seine Theorie zu meiner Autoimmunerkrankung. Die im Körper aktiven Erreger, mit denen das Immunsystem nicht fertig geworden ist, verursachen eine Entzündungsreaktion. Bei einer überschießenden Entzündungsreaktion wird das umliegende Gewebe geschädigt.
Mit Vitaminen und Nosoden gegen Rheuma?
Durch das Aufspüren von Viren und Bakterien hat man die Möglichkeit mit Hilfe von homöopathischen Mitteln (Nosoden) eben diese Viren und Bakterien zu eliminieren. Da alle Rheumapatienten an einem Vitamin C-Mangel leiden, ist mir dies in einer säurefreien Form verordnet worden.
Ich ließ also diese Untersuchung über mich ergehen und nahm schon einmal Abschied von meinem schönen Geld – 270 € zum Fenster rausgeschmissen, super! Nach einer Stunde erfolgte die Computerauswertung. Bei mir handelte es sich um einen regelrechten Kleintierzoo – was ich nicht so alles in mir hätte: unter anderem Toxoplasmoseerreger, Herpesviren (wer hat die eigentlich nicht?), Erreger von FSME, Mumps und Diphterie, Borrelien (nun auf einmal doch?) und Parvoviren (Hoppla, das stimmt – das wurde in einer Blutuntersuchung festgestellt).
Dr. S. erstellte einen Behandlungsplan: verschiedene Nosoden in Globuliform gegen die Viren und Bakterien (jeweils über einen Zeitraum von 10 Wochen) und Vitamin C, um mein desolates Immunsystem wieder auf Vordermann zu bringen. Das war schließlich durch das MTX „runtergefahren“ worden, eben damit es das körpereigene Gewebe nicht mehr angreift.
Außerdem sollte ich das möglichst schnell weglassen, weil das evtl. mit den Nosoden nicht funktioniert ... Ich muss ehrlich sagen, dass das ein Punkt war, der mir nicht geheuer war – schließlich hatte ich ja zum Teil trotz der Medikamente einen Schub, wie sollte das gehen??
Ich hab zwei Wochen mit mir gehadert – mach ich´s, mach ich´s nicht? Ich hab mir das empfohlene Vitamin C besorgt und auch die ersten Nosoden (FSME, Parvoviren, Mumps und Diphterie). Und dann stand ich vor der Entscheidung MTX ja oder nein? Ich hab es dann weggelassen und mit der von Dr. S. empfohlenen Behandlung begonnen und hab eigentlich fest mit dem nächsten Schub gerechnet, ich hätte auch sofort wieder MTX und Cortison genommen, aber der Schub blieb aus – bis heute!
Endlich frei von Rheumaschüben – und das ohne Medikamente!
Ich bin mittlerweile seit über drei Jahren ohne Medikamente. Die Behandlung bei Dr. S. dauerte gut ein Jahr (inkl. Nachuntersuchung), wobei es mich an Arzthonorar 477 € gekostet hat, was ein Haufen Geld ist, aber im Nachhinein bin ich so froh, dass ich mich auf diese Behandlungsmethode eingelassen habe!
Ich muss dazu sagen, dass ich auch weiterhin zu den Blutuntersuchungen zu meinem Rheumatologen gegangen bin, um auf Nummer sicher zu gehen – schon nach der ersten Runde mit den o.g. Nosoden war der Entzündungsfaktor zurückgegangen, nach Abschluss der Behandlung war der Entzündungsfaktor wieder im Normbereich.
Zuletzt war ich im Sommer 2010 bei meinem Rheumatologen, der mich auf unbestimmte Zeit (man weiß ja nicht, ob´s wiederkommt) nicht mehr sehen möchte (:-)).
Meinem Hausarzt hab ich übrigens von der Behandlung bei Dr. S. berichtet. Sein Kommentar dazu lautete: „wenn das ein Heilpraktiker wegbekommen hat, wer weiß, ob die Rheumadiagnose gesichert war, vielleicht war es auch etwas anderes“.
Tja, der erhöhte Entzündungsfaktor, die geschwollenen Gelenke, die Schmerzen, die ANA-Titer – keine gesicherte Diagnose? Aber gesichert genug, damit ich über vier Jahre MTX und Cortison bekommen habe ...
Abschließend kann ich nur sagen: Für mich war es die richtige Entscheidung und man sollte nichts unversucht lassen, auch wenn es einem im ersten Moment vielleicht nicht ganz „koscher“ erscheint. Ich kann es aber auch nachvollziehen, wenn jemand Angst hat, seine Medikamente abzusetzen. Zum Abschluss möchte ich nur sagen: Mein Rheuma – oder was es auch immer war – ist weg und ich hoffe, dabei bleibt es.