Ferritin & Eisenmangel

Ferritin & Eisenmangel

Eisenmangel kennt jeder, aber Ferritin?? Am Ferritin-Wert im Blut erkennt der Arzt, wie viel Eisen in Ihrem Körper vorhanden ist und wie gut Ihre Eisenspeicher gefüllt sind. Das macht Ferritin nicht nur wichtig für die Diagnose eines Eisenmangels, sondern auch zu einem wichtigen Instrument, um z.B. den Erfolg einer Eisenmangel-Therapie zu verfolgen. Darüber hinaus kann ein erhöhter oder erniedrigter Ferritin-Wert auf verschiedene Krankheiten hinweisen …

Dr. med. Frank Jaschke
FA. für Innere Medizin, FA. für Psychosomatik und Psychotherapie
„Der Ferritin-Wert im Blut zeigt, wie gut unsere Eisenspeicher gefüllt sind und sollte bei jeder Eisentherapie regelmäßig kontrolliert werden.“
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Was ist Ferritin?

Mancher von Ihnen kennt sicher den Ferritin-Wert als einen Laborwert, den der Arzt aus Ihrem Blut bestimmt hat. Ferritin ist ein wichtiger Eisenspeicher in unserem Körper. Sein Gehalt im Blut zeigt dem Arzt, wie gut Ihre Eisenspeicher gefüllt sind. Rund 20 % des Eisens in unserem Körper sind an Ferritin gebunden. Den Rest finden wir v.a. als Hämoglobin in den roten Blutkörperchen oder als Myoglobin in Muskeln.

Namensgebend für das große Eiweißmolekül ist das Eisen selbst (lat. ferrum = Eisen). Im Körper finden wir Ferritin v.a. in der Leber, der Milz und im Knochenmark – und im Blut, wo sein Gehalt bequem bestimmt werden kann.

Welcher Ferritin-Wert ist normal?

Je nach Labor können die angegebenen Normwerte für Ferritin durchaus schwanken. Typische Normwerte für den Ferritingehalt im Blut liegen bei 15-250 ng/ml für Frauen bzw. 20-500 ng/ml für Männer.

Soweit die deutschen Normwerte. Schaut man sich die amerikanische Literatur an, so gilt dort bereits ein Wert unter 40 ng/ml als zu niedrig (latenter Eisenmangel, Eisenmangel ohne Blutarmut). Bei unter 20 ng/ml geht man dort von einem Eisenmangel mit milder, unter 10 ng/ml mit schwerer Blutarmut aus.

Letztendlich ist aber jeder Fall individuell zu sehen und die jeweilige Lebensphase (Schwangerschaft, Wachstum, durchgemachte Infekte usw.) zu berücksichtigen. So gibt es durchaus Patienten, die sogar bei Ferritin-Werten von deutlich über 40 ng/ml Symptome eines Eisenmangels aufweisen.

Wann ist der Ferritin-Wert erniedrigt?

Eisenmangel kann, muss aber nicht mit einer Anämie (Eisenmangelanämie) einhergehen. Wenn der Eisenwert zu niedrig ist, kann das viele Gründe haben:

  • unzureichende Eisenaufnahme im Darm (z.B. bei entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliakie)
  • erhöhter Eisenverlust durch Blutungen (z.B. schwere Verletzungen, Darmgeschwüre, Darmpolypen)
  • erhöhter Eisenbedarf (z.B. Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit)
  • Mangel- oder Fehlernährung (z.B. Alkoholmissbrauch, vegetarische Ernährung)
  • Eiweißverlust (z.B. bestimmte Nierenkrankheiten)

Welche Symptome zeigen sich bei Eisenmangel?

Wenn Eisen knapp wird, muss der Körper mit dem wenigen, was er hat, gut haushalten. Offensichtlich hat die Blutbildung bei der Eisenversorgung eine hohe Priorität. Sie wird bei Eisenmangel zuletzt eingeschränkt. Das bedeutet, dass andere Symptome eines Eisenmangels schon lange vorhanden sein können, bevor der Eisenmangel im normalen Blutbild sichtbar wird. Zu den typischen Anzeichen eines Eisenmangels gehören u.a.:

  • Erschöpfung, Kraftlosigkeit
  • Stimmungstiefs
  • Schwindel
  • Ohrgeräusche / Ohrensausen (Tinnitus)
  • Potenzstörungen
  • Haarausfall & rissige Nägel
  • Infektanfälligkeit

Kann der Ferritin-Wert auch zu hoch sein?

Durchaus! Einen erhöhten Ferritin-Wert können wir z.B. finden bei

  • Eisenüberladung durch häufige Bluttransfusionen oder bei Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
  • gestörter Blutbildung
  • verschiedenen Grunderkrankungen (z.B. möglich bei schweren Leberschäden, chronischen Entzündungen, Tumoren)
  • zu hoher Dosierung von Eisenpräparaten

Warum ist die Ferritin-Kontrolle so wichtig?

Ohne Frage: unser Körper braucht Eisen – aber in der richtigen Menge!

Eisen ist ein ganz zentrales Spurenelement, wenn es um die Sauerstoffaufnahme und den Sauerstofftransport geht. Es wird für die Energiegewinnung der Zellen ebenso benötigt wie für Enzyme. Wenn wir zu wenig Eisen haben, fühlen wir uns schlapp und müde. Insbesondere Frauen, die über die Regelblutung immer wieder Eisen verlieren, sind von einem Eisenmangel betroffen. In Deutschland sollen 20 % der Frauen im gebärfähigen Alter unter Eisenmangel leiden, bei den Männern sind es deutlich weniger. Nach unserer Erfahrung dürfte der Anteil der Frauen, die im gebärfähigen Alter unter Eisenmangel leiden, jedoch um ein Vielfaches höher liegen.

Doch auch zu viel Eisen ist schädlich. Wenn übermäßig Eisen zugeführt wird, kann dies z.B. zu Schäden an Bauchspeicheldrüse, am Herzmuskel, an Hormondrüsen wie der Schilddrüse und an Gelenken führen.

Deshalb sollte während einer Eisentherapie mit Eisentabletten oder -infusionen immer wieder kontrolliert werden, wie es um die Eisenversorgung und den Eisenspeicher bestellt ist. – Womit wir wieder beim Ferritin-Wert wären. Denn nur dieser liefert – anders als z.B. das Blutbild oder der Hämoglobingehalt des Blutes – eine zuverlässige Aussage über den Füllungszustand unserer Eisenspeicher. Wie unzuverlässig das Blutbild bei der Beurteilung der Eisenversorgung ist, zeigt Folgendes: Bei einem Ferritin-Wert von 9 ng/ml – und damit einem klaren Eisenmangel – ist das Blutbild bei den meisten Patienten noch gänzlich unauffällig. Veränderungen treten bei vielen erst bei Werten unter 5 oder 6 ng/ml auf – wenn also bereits ein schwerer Eisenmangel besteht.

Was tun bei zu niedrigem Ferritin-Wert?

Wenn die Eisenvorräte zu niedrig sind, gilt es zunächst nach den Ursachen zu forschen und diese zu bekämpfen (Grunderkrankungen, Ernährung). Günstig sind v.a. tierische Lebensmittel mit hohem Eisenanteil (rotes Fleisch), da das Eisen aus diesen besser verwertet werden kann. Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe die Eisenaufnahme hemmen (z.B. Tee, Kaffee, Getreide, Kleie, Hülsenfrüchte, Nüsse, Sojaeiweiß, Milcheiweiß) sollten nicht gemeinsam mit eisenreicher Nahrung kombiniert werden. Günstig wirkt sich dagegen Vitamin C (Obst, Paprika) auf die Eisenaufnahme aus.

Erfahrungsgemäß ist darüber hinaus in vielen Fällen die zusätzliche Zufuhr von Eisen erforderlich. Diese kann in Form von Tablette bzw. Kapseln oder als Infusion erfolgen. Die Aufnahme über Tabletten oder Kapseln beschränkt sich dabei im Wesentlichen auf leichtere Formen des Eisenmangels. Zudem klagen viele Patienten über Verdauungsprobleme auf Grund solcher Eisenpräparate. Ungeeignet sich über den Mund aufgenommene Eisenpräparate in allen Fällen, in denen die Eisenaufnahme im Darm gestört ist (z.B. chronische Darmerkrankungen, Zöliakie). In unserer ganzheitsmedizinischen Praxis hat sich daher in den meisten Fällen die Eiseninfusion als Mittel der Wahl herauskristallisiert.

Was tun bei zu hohem Ferritin-Wert?

Auch hier gilt wieder: zunächst einmal die Grunderkrankung behandeln. Darüber hinaus können Aderlässe sinnvoll sein.

Literatur

  • Prof. Stanley L. Schrier von der Stanford University School of Medicine in medizinischen Internet-Datenbank uptodate.com (Juni 2010) zu den Ferritin-Werten

Kommentare

Katha, 16.08.2019:
Hallo Dr. Jaschke,
ich verstehe meine Eisenwerte nicht. Eisen im Blut 135 und Ferritin 30. Sind die Werte in Ordnung oder ist Eisen etwas zu hoch? Was hat es zu bedeuten? Danke und Grüsse
Dr. Frank Jaschke, 16.07.2019:
Liebe Frau Nelke,
danke für Ihre Anfrage im Naturheilmagazin.
Es ist natürlich schwer zu beurteilen, was die Ursachen für Ihre gefühlte Kraftlosigkeit und Schlappheit sind. Durch Nachdenken allein kann man das Problem nicht lösen: ich erlebe es in Einzelfällen immer wieder, dass Frauen einen Ferritinwert über 150 ng/mg benötigen, um sich gut zu fühlen. Die meisten benötigen aber einen Wert über 100 ng/ml.
Also: lassen Sie sich den Ferritinwert auf mindestens 150 ng/ml anheben und schauen Sie dann, wie es Ihnen nach einigen Wochen geht. Achtung, falls Ihr CRP-Wert (Entzündungswert) erhöht ist, kann der Eisenvorrat des Körpers (falsch) zu hoch eingeschätzt werden, je höher der CRP-Wert ist, desto ausgeprägter ist der Fehler.
Achten Sie auch darauf, dass Sie täglich zumindest natives Olivenöl, Leinöl und DHA und EPA (das sind unverzichtbare Omega-3-Fettsäuren) aus Fisch- oder Algenöl zu sich nehmen.
Ich wünsche Ihnen eine baldige Besserung!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Jaschke
Denise Nelke, 12.07.2019:
Hallo Herr Dr. Jaschke,bei der Geburt meiner Tochter im Juli letzten Jahres habe ich sehr viel Blut verloren und mein Hb lag bei 6,8. Ich konnte erst nicht aufstehen und war lange Zeit sehr kraftlos und schlapp. Das laufen viel mir sehr schwer. Ich habe im Krankenhaus eine Eiseninfusion bekommen und musste Eisentabletten nehmen und es hat bis November gedauert bis ich mich wieder fitter fühlte. Die Tabletten habe ich bis Januar weiter genommen. Im Februar ging es mir wieder gut. Seit März fing es an, dass es mir täglich schlechter ging. Ich wurde wieder schlapper und kraftloser. Erst war es nur eine Stunde am Tag, dann wurde es immer mehr, bis ich Mitte März gar nicht mehr laufen und mich auf den Beinen halten konnte. Ich muss dazu sagen, ich habe bis Ende Februar gestillt und immer umso weniger ich gestillt habe, umso schlechter ging es mir. Mitte März hatte ich einen Ferritinwert von 30. Laut meinem Hausarzt sei der ok und keine Handlung nötig. Dennoch bat ich um Eisentabeltten. Die nahm ich dann auch und schaffte es erstmal Mitte Mai wieder alleine raus. Mein Gefühl sagte mir, dass mir Eisen fehlt und ich deswegen so kraftlos und schlapp bin. Mein Arzt hingegen war der Meinung es sei psychisch. Ich merkte ab Mitte Mai Besserung. Mein Ferritinwert ging auf 79. Komplett fit war ich nicht, ich fühlte mich immernoch schlapp, aber konnte wieder mehr, es war wieder möglich zu laufen. Nur die Gefühle blieben. Dann bekam ich eine Magenschleimhauzentzündung und musste die Tabletten absetzen. Vor 3 Wochen merkte ich, dass es mir von Tag zu Tag wieder schlechter ging und vor 2 Wochen war ich plötzlich wieder nicht mehr in der Lage zu laufen, ich habe meine Beine nicht hochgekommen und war wieder kraftlos. Der Ferritinwert lag nun bei 69 und der absolute eisenwert eise01 lag bei 33. (Vorher 47) Für den Arzt kein handlungsbedarf. Ich bat um eine Eiseninfusion. Erstaunlicherweise konnte ich 1 Tag danach wieder besser laufen. Ich bekomme die beine wieder hoch und habe wieder viel mehr geschafft. Fühle mich dennoch kraftlos und meine beine fühlen sich wie Gummi an, aber ich schaffe wieder viel mehr. Ich habe es meinem Arzt gesagt, er sieht da keinen Zusammenhang. Bilde ich es mir ein? Oder kann es am Eisen liegen? Für ihn ist der Wert von 69 gut. Und es sei eher was psychisches. Ich weiss nicht mehr weiter. Können sie mir einen Tipp geben? Außerdem ist er der Meinung, dass ich eher müde sei bei eisenmangel und nicht kraftlos und schlapp. Ich danke ihnen im voraus, liebe Grüße Denise Nelke
Dr. Frank Jaschke, 07.07.2019:
Hallo, Anna,
wieviel Eisen war denn in den Infusionen drin? Die Milliliterangabe sagt nur dann etwas, wenn wir die Konzentration der Lösung wissen. Müdigkeit nach Eiseninfusionen kann für einige Tage vorkommen, das geht vorbei. Eine Besserung wird meistens dann verspürt, wenn die Hälfte der Eisendosis, die für einen Anstieg des Ferritin auf über 100 ng/ml benötigt wird, gegeben wurde.
Sommerliche Grüße aus Wiesbaden
Dr. Frank Jaschke
Dr. Frank Jaschke, 07.07.2019:
Hallo, Anja,
die eine Eiseninfusion war vermutlich zu wenig bei einem so niedrigen Ferritinwert. Man müsste das aktuelle Ferritin bestimmen, der Anstieg, der mit Tabletten manchmal zu erzielen ist, dauert gewöhnlich ziemlich lange. Zur Förderung des Wohlbefindens sollte der Ferritinwert 100 ng/ml überschreiten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Jaschke
Anna, 04.07.2019:
Hallo ,Ich habe einen Ferritin von 4 und Hb 9‘8... habe bis jetzt 2x 200 ml Eiseninfusion und gestern 500 ml bekommen ... ich bin heute , 1 Tag nach der Infusion so etwas von Erschöpft, zittere bei leichter Betätigung und habe Herzklopfen und Schwäche ...kann es es sein , das das Nachwirkungen von der Infusion ist, eine Erstverschlimmerung sozusagen ? Ich bin schon verzweifelt , weil ich seit 1 Monat nur mehr hochgradig Erschöpfung bin und Eisenmangelsymtome habe ...Wann spürt man Besserung ?Danke
Anja, 18.06.2019:
Hallo! Erst einmal danke,dass man hier schreiben darf.Bin vor zwei Wochen wegen eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus gekommen. Es stellte sich heraus,dass mein Hb bei 10 und mein Ferritin bei 4 liegt. Habe dann eine Eiseninfusion bekommen.Bekomme jetzt Eisentbl.50 mg 2 mal täglich,aber mir geht es noch nicht viel besser.Bin null belastbar und fühle mich so schwach,dass ich nichts tun kann.Ist das normal bei diesen Werten ? Wie lange wird es dauern bis mein Eisenspeicher voll ist?
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 02.05.2019:
Hallo, Tina,
Schwindel und Kopfschmerzen können typische Symptome eines latenten Eisenmangels sein. Ein Versuch, den Ferritinwert auf über 100 ng/ml anzuheben, lohnt sich meistens.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Jaschke
Tina, 12.04.2019:
Hallo ,
Ich habe im September entbunden und im November fingen meine Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen an. Ich dachte mir nichts dabei . Nun bin ich soweit ,dass ständig Schwindelanfälle habe ,Kopfschmerzen, Herzrasen total müde und schlapp bin . Mein HB liegt bei 13,1 also gut nur mein Ferritinwert bei 25 ng/ml . Können solche Symptome auf einen Eisenmamgel hindeuten ? Ich bin echt verzweifelt. Meine Lebensqualität ist sehr eingeschränkt.
Liebe Grüße Tina
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 30.09.2018:
Sehr geehrte Frau Jahnke,
es ist eher unwahrscheinlich – aber auch nicht auszuschließen – , dass bei einem Ferritinwert von 10,0 ng/ml eine Eisenmangelanämie vorliegt. Da müsste man sich das Blut einmal genauer anschauen. Ruhelose Beine, Müdigkeit und Schlappheit sind typische Eisenmangelsymptome. Wegen der pelzigen Zunge und den Wortfindungsstörungen würde ich den Vitamin-B12-Spiegel checken. Achtung: er muss im oberen Normbereich liegen!
Freundliche Grüße
Dr. Frank Jaschke
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 30.09.2018:
Hallo, Frau K.,
der Eisenwert im Serum ist nicht aussagekräftig. Wenn der Ferritinwert nicht steigt, haben Sie vermutlich zu wenig Eisen erhalten und/oder der Eisenverlust (Morbus Crohn ??, Menstruation) ist zu hoch. Kurz: die Bilanz stimmt nicht. Man müsste Ihren Bedarf einmal ausrechnen und dann im Verlauf feststellen, wieviel Eisen Sie regelmäßig benötigen, damit es nicht mehr zu solch niedrigen Werten kommt.
Freundliche Grüße
Dr. Frank Jaschke
Grit Jahnke aus Greifswald, 29.09.2018:
Hallo, mal eine Frage zu den Nebenwirkungen einer Eisenanämie. Die Werte sind 4,4 Eisen im Serum und 10,0 Ferritin im Serum, HB Wert ist bei 8,1. Können Schluckstörungen - wenig Gefühl im Mund, brennende manchmal pelzig wirkende Zunge, am Tag zunehmende Schwäche des Kaumuskels bzw. auch nach einigen Bissen bereits - auf mangelndes Eisen zurückzuführen sein? Sonstige Probleme sind: ruhelose Beine, besonders nachts, schnell eintretende Müdigkeit/Schlappheit nach kleinen Anstrengungen und oftmals keine Lust auf Kommunikation, da Sprechen anstrengt und teilweise Wortfindungsschwierigkeiten auftreten.
Katja K. aus Heidelberg, 21.09.2018:
Guten Tag,
ich habe 12 Wochen nach Infusion einen verbesserten Eisenwert im Serum,
aber der Ferritinwert ist unverändert bei 13. Bei Durchsicht der älteren Laborwerte musste ich entsetzt feststellen, dass der Ferritinwert eigentlich nie ansteigt-meist 13-16. An wen kann ich mich zur Ursachenforschung wenden? Dieser Zustand muss doch irgendwie verbessert werden oder wie ist Ihre Meinung dazu?
(Habe seit 2011 die Diagnose Morbus Crohn-derzeit Behandlung mit Mesalazin.)
Die anderen Werte liegen im Normbereich.
Gruß
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 20.09.2018:
Sehr geehrte Frau Eisenmann,
Ihre Aufregung ist sehr verständlich. Der bestimmte Ferritin-Wert ist jedoch vermutlich nicht sehr aussagekräftig in Bezug auf den Eisenhaushalt. Nach einer Eiseninfusion sollte das Ferritin frühestens nach zwei Wochen bestimmt werden. Außerdem ist Ferritin ein sogenanntes »Akute-Phase-Protein«, was unter anderem auch bei Entzündungen ansteigt – nach einem Kaiserschnitt gibt es Entzündungsreaktionen im Körper. Deshalb sollte in derartigen Fällen auch der CRP-Wert (Entzündungsmarker) zur Beurteilung mit herangezogen werden.
Freundliche Grüße aus Wiesbaden
Dr. Frank Jaschke
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 20.09.2018:
Hallo, Kani,
danke für Ihre Anfrage. Ihr Befinden und der Haarausfall können durchaus mit einem versteckten Eisenmangel zu tun haben. Schon bei Ferritin-Werten von 75 ng/ml wird Haarausfall beobachtet. Dabei ist zu beachten, dass verschiedene Methoden der Ferritinbestimmung unterschiedliche Ergebnisse liefern können. Deshalb sollte der Wert »zur Sicherheit« über 100 ng/ml angehoben werden. Erfahrungsgemäß dauert es bei den meisten Menschen sehr lange, bis eine solches Ergebnis bei dem von Ihnen genannten Ausgangswert von 23 ng/ml allein über Tabletten-Einnahme erreicht werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Jaschke
Margit Eisenmann aus Rothenburg ob der Tauber, 13.09.2018:
Meine Tochter hatte vor 10 Tagen einen Kaiserschnitt. Da sie anschließend sehr viel Blut verloren hat war der HB Wert auf 5 gesunken. Die bekam 5 bluttransfusionen und 2 Eiseninfusionen. Gestern ist der HB Wert bei 10 gelegen. Aber der Speicherwert bei 1000. Das hat mich sehr erschreckt Ist das normal?
Kani aus Berlin, 27.08.2018:
Hallo,mir geht es in letzter Zeit nicht so prickelnd. Ich wache schon müde auf, habe Schmerzen im Kreuz, kann mich kaum konzentrieren und auch teilweise (vor allem bei heißem Wetter) Schwindelanfälle. Dann ist mir noch aufgefallen, dass meine Haare dünner geworden sind. Der Hautarzt, den ich aufgesucht habe meinte zum Haarausfall dann (und er hat kaum über meinen Kopf geschaut), ich hätte androgenetischen Haarausfall. Er meinte auch ich hätte einen Pilz. Ich verliere aber keine Haare am Oberkopf und auch meine Hausärztin, der ich am nächsten Tag meinen Kopf untersuchen hab lassen, meinte da wäre kein Pilz und sie sähe auch keinerlei Anzeichen auf androgenetischen Haarausfall. Ich solle auf keinen Fall diese Cortison-Lösung nehmen, die der Arzt mir verschrieben hat (er verschrieb mir auch ein spezielles Shampoo und Minoxidil, das ich keinesfalls nehmen werde. ich hatte eh den Eindruck er wolle mir das Zeug unbedingt andrehen). Ich fand es eh seltsam, dass der Hautarzt mit keinem Wort nach meiner Krankheitsgeschichte gefragt hat. Bei mir wurde vor 1,5 Jahren Colitis Ulcerosa diagnostiziert (um genau zu sein eine Proktitis). Das kann teils auch zu Haarausfall führen. Immerhin hat er dann am Tag darauf Blut abnehmen lassen um den Ferritin-Wert zu überprüfen. Heute habe ich den Befund geholt, der angeblich normal sei und der liegt bei 23. Ich habe aber echt alle Symptome von Eisenmangel. Meine Hausärztin meinte auch ich hätte keinen Eisenmangel, meinte aber doch ich solle es ruhig mal eine Weile mit Eisentabletten probieren (was ich selbst vorschlug), was ich ab morgen auch tun werde. Kann es sein, dass man Eisemangelsymptome hat, obwohl der Wert laut Labor im Normbereich liegt?
Online-Redaktion, 18.07.2018:
Liebe Katrin,
die Kontaktdaten unserer Experten finden Sie beim Klick auf "> Mehr Infos im Experten-Profil" in dem grünen Kasten unter dem Foto des Experten. In diesem Fall unter https://www.naturheilmagazin.de/profil/frank-jaschke.html
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Ihre Online-Redaktion
Katrin, 17.07.2018:
Guten Tag,seit Jahren leide ich unter Eisenmangel und deren negativen Folgen wie Müdigkeits, Stimmungstiefs, vermindertes Leistungsvermögen, Schwindel und Erschöpfungszustände. Mein Hausarzt verschreibt mir stets Eisentabletten, die kurzzeitig helfen. Von seiner Seite aus sind weder Kontrollen noch weitere Grunduntersuchungen durchgeführt worden. So dass die gravierenden Mangelergebnisse immer erst durch meine Arztbesuche und Checkwünsche aufgefallen sind. Bei einem Arztwechsel ist es mir nicht anders ergangen.Ich bin aufgrund der jahrelangen negativen Folgen auf meine Lebensqualität inzwischen ziemlich verzweifelt.Sie schreiben davon, dass in Ihrer ganzheitsmedizinischen Praxis auch Eiseninfusionen verabreicht werden.Wo finde ich Sie und wie kann ich zu Ihnen Kontakt aufnehmen?Ich bedanke mich im Voraus.Mit freundlichen GrüßenKatrin
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 28.06.2018:
Hallo, Frau Wächter,
Ihren Ferritinwert sollten Sie natürlich bald auf »männliche« ;-) Werte anheben. Das wissen Sie ja als Heilpraktikerin.
Nun zu den Ferritinwerten Ihrer Tochter: Ferritin ist auch ein sogenanntes »Akute-Phase-Protein«. Akute-Phase-Proteine sind Eiweißstoffe, die im Rahmen einer Immunreaktion vermehrt im Blut auftauchen. Sie sollen unter anderem helfen, die Ausbreitung der Entzündung zu verhindern und die Immunabwehr zu unterstützen.
Möglicherweise sind die Ferritinwerte bei Ihrer Tochter erhöht, weil sich im Körper Entzündungsvorgänge abspielen. Denkbar wären beispielsweise Entzündungen an der Darmschleimhaut. Die Erhöhung des Ferritinwertes wäre dann nicht im Sinne einer Eisenüberladung zu werten. Sind Entzündungen wesentliche Ursache eines erhöhten Ferritinspiegels, sollte auch die Transferrinsättigung niedrig sein.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen.
Freundliche Grüße
Dr. Frank Jaschke
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 28.06.2018:
Hallo, Ursula,
ich habe leider keine belastbaren Informationen zur Rolle genetischer Faktoren bei niedrigem Ferritin-Spiegel finden können. In erster Linie ist die Ursache für erniedrigte Ferritin-Spiegel aber ein manifester oder versteckter Eisenmangel.
Dr. Frank Jaschke
Simone Wächter aus Nordwalde, 20.06.2018:
Hallo Herr Dr. Jaschke,
aufgrund meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin bin ich auf die Ausführungen von Dr. Schaub aus der Schweiz zum Thema Ferritin gestoßen. Mein Hb-Wert war immer in der Norm und trotzdem habe ich mittlerweile einen Ferritin-Wert von 10. Darauf bin ich gestoßen, weil ich diese Untersuchung selber in einem Labor in Auftrag gegeben habe. Mein Hausarzt hielt diese Untersuchung nicht für nötig, da der Hb ja in der Norm wäre. Viel schwieriger finde ich die Beurteilung eines zu hohen Ferritin-Wertes. Mein Tochter (12 Jahre) ist mittlerweile aufgrund einer Reizdarmsymptomatik seit fast 3 Jahren krank. Sie hat letztes Jahr aufgrund einer unerkannten Histamininteroleranz sehr viel abgenommen, da sie eine Dauerübelkeit entwickelt hat. Ihr Ferritin-Wert liegt immer weiter über der Norm. Werte von 140 bis 200 sind bei ihr die Regel (sie wiegt dabei lediglich 40 kg). Ihr Internist hat einen Gentest auf Hämochromatose in Auftrag gegeben, negativ. Ihr Kinderarzt sagt, wenn der Hb unaufällig ist und lediglich der Ferritin-Wert erhöht, wäre das nicht aussagekräftig. Vielleicht könnten Sie mir dazu eine kurze Einschätzung zukommen lassen, wie Sie das beurteilen. Mit freundlichen Grüßen
Simone Wächter
Dr. Frank Jaschke aus Wiesbaden, 12.06.2018:
Hallo, Frau Ackermann,
selten geht es einem Menschen mit einem Ferritin-Wert von 25 ng/ml wirklich gut: schon bei Werten unter 50 ng/ml nehmen die Eisenmangelsymptome rapide zu. Die von Ihnen geschilderten Beschwerden könnten durchaus mit einem latenten Eisenmangel zusammen hängen. Es würde sich also lohnen, Ihren Ferritinwert auf »männliche« Werte, also über 100 ng/ml anzuheben. Unter diesem Link finden Sie Eisenzentren, die von Dr. Schaub aus Basel geschult sind: http://www.eisenzentrum.org/ez/daten/index-Dateien/Page1170.htm
Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen bald deutlich besser geht.
Freundliche Grüße aus Wiesbaden
Dr. Frank Jaschke
Johanna Ackermann aus Dachau, 30.05.2018:
Hallo,

meine Hausärztin sagt immer noch das ein Ferritin Wert von 25 super ist. Ich bin aber oft müde, habe einen Tinnitus und nehme oft Krankheiten mit. Kann dies vielleicht am Ferritinewert liegen? Wo gibt es einen guten Arzt in München den man sich als Kassenpatienten leisten kann?
Ursula, 16.05.2018:
Kann ein niedriger Ferritinspiegel genetisch bedingt sein?
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