Ingwer hilft bei Diabetes

16.08.2012, Sabine Ranke-Heinemann, Pressestelle, Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

Laut einer Studie der University of Sydney könnte das Gewürz und alte asiatische Heilmittel Ingwer erhöhte Blutzuckerwerte regulieren und so Komplikationen bei Diabetes-Langzeitpatienten entgegenwirken.

Die Studie wurde Anfang August in der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Planta Medica" veröffentlicht und beschäftigt sich mit der möglichen Regulierung des Blutzuckerspiegels durch die Einnahme von Ingwer und seiner Nutzung von Muskelzellen.

Basil Roufogalis, Professor für pharmazeutische Chemie, leitete die Untersuchung und fand heraus, dass die aus Ingwer gewonnenen Extrakte die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen unabhängig von einer Insulingabe unterstützen. "Dadurch könnten erhöhte Blutzuckerwerte kontrolliert werden, die gerade bei Diabetes-Langzeitpatienten Komplikationen hervorrufen. Außerdem könnten Zellen so auch unabhängig von einer Insulingabe arbeiten", betonte Professor Roufogalis.

"Die für diese erhöhte Glukose-Aufnahmefähigkeit verantwortlichen Komponenten heißen Gingerole, bei denen es sich um die größte Gruppe phenolischer Substanzen der Ingwerwurzel handelt", erklärte Professor Roufogalis.

Die Forscher extrahierten ganze Ingwerwurzeln aus dem australischen Ort Buderim und stellten fest, dass nur ganz bestimmte Teile der Wurzel die Glukoseaufnahme in die Muskelzellen effektiv erhöhten. Dr. Colin Duke und Dr. Van Tran von der Pharmazeutischen Fakultät der Universität analysierten diese Teile und fanden heraus, dass sie einen sehr hohen Anteil an Gingerolen -- vor allem 6- und 8-Gingerole -- enthielten.

Außerdem untersuchten die Forscher, wie Gingerole die Aufnahme von Glukose beeinflussten und stellten eine Erhöhung der Oberflächenverteilung des Proteins GLUT4 fest. Wenn sich das Protein auf die Muskelzellenoberfläche setzt, ermöglicht es so den Glukose-Transport in die Zellen.

Bei Typ-2-Diabetespatienten ist die Gkukose-Aufnahmefähigkeit der Skelettmuskulatur aufgrund einer gestörten Insulin-Signalübertragung und einer Unwirksamkeit des Proteins GLUT4 deutlich reduziert. Wir hoffen daher, dass diese viel versprechenden Forschungsergebnisse hinsichtlich der Regulierung des Blutzuckerspiegels in klinischen Studien weiter untersucht werden, so Professor Roufogalis.

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Victora Hollick
University of Sydney
victoria.hollick@sydney.edu.au

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  • Christine E, am 08.03.2018
    Ich denke, dass es da schon einen großen Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 gibt. Typ 2 lässt sich durch natürliche Mittel viel eher regulieren als Typ 1 - mein Sohn hat Typ 1 und da ist auch leider mit pflanzlichen Mitteln nicht viel zu regulieren. Vielleicht minimal, aber ohne Insulin geht leider nichts. Und gesunde Ernährung ist so oder so wichtig.

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