Aderlass

Der Aderlass gehörte bei allen Naturvölkern zu den wichtigsten therapeutischen Eingriffen und gewinnt langsam seine Anerkennung zurück. Der Aderlass bewirkt eine Verringerung und Reinigung des Blutes.

Einführung

Der Aderlass gehörte bei allen Naturvölkern zu den wichtigsten therapeutischen Eingriffen und gewinnt langsam seine Anerkennung zurück. Der Aderlass bewirkt eine Verringerung und Reinigung des Blutes. Das Blutvolumen wird durch Rückresorption von Flüssigkeit aus dem Gewebe sofort ersetzt, woraus ein erheblicher Verdünnungseffekt in der Endstrombahn mit einer Verbesserung der Mikrozirkulation entsteht. Dank der angeregten Blutbildung wird wiederum das Immunsystem aktiviert. Die meist in der Ellenbeuge entnommene Blutmenge (zwischen 50 und 500 ml) richtet sich nach Alter, Geschlecht und Konstitution des Menschen.

Ursprung und Geschichte

Der Aderlass gilt als eine der ältesten Therapieformen überhaupt. Die meisten Naturvölker nutzten die Therapie. Auch die alte indische Medizin beschreibt zahlreiche Indikationen für den Aderlass (s. Beitrag zu Panchakarma). Theoretische Begründung fand er dann in dem humoral-pathologischen Denksystem der "Säftelehre" des griechischen Altertums. Er gilt als eine Sonderform der so genannten ausleitenden Verfahren. Hippokrates (um 460 v.Chr.) empfahl ihn bei Entzündungen und Schmerzzuständen. Hildegard von Bingen (1098-1179) beschreibt ihn als Teil ihrer Lebenskunst und empfiehlt einen Aderlass pro Jahr zur regelmäßigen Reinigung und Entgiftung des Gesamtstoffwechsels und zur Stimulation der körpereigenen Heilkräfte.

Vom Mittelalter bis ins 19 Jahrhundert hinein hielt man dieses Verfahren für ein Allheilmittel gegen jedes Leiden; inzwischen wird der Aderlass nur noch selten und dafür sehr gezielt vorgenommen.

Wirkungsweise

Der Aderlass zählt zu den Ausleitungsverfahren: Stoffe, von denen der Körper zu viel hat, werden nach außen geleitet, um ihn zu entlasten. Der Aderlass ist eine Blutentnahme zu therapeutischen Zwecken.

Die vielfältige Wirkungen des Aderlasses erklären sich aus dem "leeren Raum", der durch den Blutentzug geschaffen wird. Dieser wird durch ein Nachströmen von Gewebsflüssigkeit wieder aufgefüllt. Dadurch verändert sich die qualitative Zusammensetzung des Blutes. Dadurch wird die Fließeigenschaft des Blutes verbessert, ein blutbildender Reiz auf das Knochenmark ausgeübt und eine Vermehrung der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) bis hin zu einer Einflussnahme auf im Gewebe zurückgehaltene Stoffwechselendprodukte und Toxine (Gifte) erreicht.

Arten des Aderlasses

  • Der natürliche, reaktive Aderlass: das sind spontane Blutungen wie Nasenbluten bei Bluthochdruck, Zahnfleischbluten oder übermäßige Regelblutungen;
  • Die Blutspende: entnommen werden ca. 400 ml Blut;
  • Der schulmedizinische Aderlass: wird in Ausnahmen durchgeführt, wenn der Hämatokritwert (Wert für Blutdicke)zu hoch ist; es werden ½ bis 1l Blut entnommen;
  • Der naturheilkundliche Aderlass: wird zur Entgiftung durchgeführt: es werden max. 200 ml Blut entnommen;
  • Der Aderlass nach Hildegard von Bingen: spezielles Verfahren zur Entgiftung, kombiniert mit Vorschlägen zur Ernährung und Lebensweise nach dem Aderlass;

Wie wird Aderlass durchgeführt?

In Laboruntersuchungen wird die Zusammensetzung des Blutes bestimmt. Nach den Ergebnissen richtet sich die Blutmenge, die abgenommen wird. Sie liegt beim "kleinen Aderlass" um 150 Milliliter, beim "großen Aderlass" um 500 Milliliter Blut. Je nach erwünschter Wirkung kann jede Menge aber auch zwischen diesen beiden Marken liegen. Oft genügt eine Behandlung, manchmal folgt nach vier Wochen eine zweite. Kürzere Abstände schwächen den Körper zu sehr, auch wenn es sich um "kleine" Aderlässe handelt.

Für die Blutabnahme gibt es verschiedene Möglichkeiten

  • Das Blut wird mit einer Spritze abgenommen, wie man es von der normalen Blutentnahme kennt (kleiner Aderlass),
  • es wird eine Verweilnadel gelegt und daran ein Schlauch fixiert, dieser Schlauch wird in ein größeres Gefäß mit Volumenanzeige geleitet,
  • Meist kommt zuerst sehr dunkles Blut, wenn das Blut heller wird, hört es oft spontan auf zu bluten bzw. ist das ein Zeichen, die Blutung zu stillen
  • man schneidet die Vene mit einer Lanzette an und lässt sie bluten.

Wer führt den Aderlass durch?

Der Aderlass gehört zu den von der Schulmedizin anerkannten Verfahren und wird von vielen Ärzten durchgeführt, man kann ihn aber auch von einem Heilpraktiker vornehmen lassen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass es sich um Fachkräfte handelt. Deshalb sollte man diese Therapie nicht an sich selbst vornehmen.

Anwendungsgebiete

Aderlass wird therapeutisch eingesetzt, wenn die Blutgefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden zu eng geworden sind, um das Blut ungehindert transportieren zu können. Das ist zum Beispiel bei Arteriosklerose der Fall. Durch den Blutstau in den engen Gefäßen kann es zu gefährlichem Bluthochdruck, einem Schlaganfall, zu Thrombosen oder Embolien kommen. Nach der Entnahme wird das Blut dünner, es gelangt leichter in die verengten Gefäße. So werden selbst die äußersten Körperteile vom kleinen Zeh bis zum Großhirn wieder besser durchblutet und mit mehr Sauerstoff versorgt. Und da sich der Blutdruck nach einem Aderlass senkt, vermindert sich die Gefahr, dass Gefäße unter dem Druck platzen. Als weiterer Indikation für die Aderlasstherapie gelten erhöhte Hämoglobinwerte (Hb=roter Blutfarbstoff), und ein erhöhter Hämatokritwert (Hk= das Verhältnis von Blutzellen zu Blutflüssigkeit in Prozent).

Folgende Indikationen werden beschrieben:

  • Hoher Blutdruck
  • Verengte Blutgefäße
  • Thrombose oder Thrombosegefahr
  • Blutvergiftung
  • Anzeichen für Lungenödeme
  • Schwangerschaftskrämpfe
  • Polyzythämie (zu viele rote Blutkörperchen).
  • Eisenspeicherkrankheit.
  • Herzinfarktgefahr bei Übergewicht und Bluthochdruck

Ein Aderlass wird angewendet, wenn sich der Patient lustlos und schlapp fühlt, er sich ungesund ernährt, wenig Bewegung und viel Stress hat, über Kopfweh und "Blei in den Beinen" klagt: All das sind Anzeichen dafür, dass der Körper nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt wird, dass das Blut "zu dick" ist und Thrombosegefahr besteht.

Immunabwehr stärken

Positiver Nebeneffekt des Aderlasses: Die blutbildenden Organe (beim Erwachsenen das Rückenmark und das Mark der kleinen, flachen Knochen wie Rippen, Brust- und Hüftbein) werden nach einem Aderlass besonders aktiviert, Blut nachzubilden. Das stärkt das körpereigene Immunsystem, die Abwehrkräfte bekommen neuen Schwung.

Grenzen

Als Kontraindikation zählen unter anderem Anämie (Blutarmut); trotzdem gilt eine leichte Änämie auch als Indikation für einen "kleinen Aderlass", als Reiz für das blutbildende System, damit sind weniger als 150 ml gemeint. 

Wichtig:

Im Normalfall bildet sich das Blut nach, das dem Körper entnommen wird. Von einem Aderlass abzuraten ist jedoch Patienten mit niedrigem Blutdruck, mit Untergewicht und Patienten, die ohnehin geschwächt sind. Vorsichtig sollten auch Frauen sein - sie verlieren durch die Monatsblutung sowieso regelmäßig Blut. Wer es mit dem Aderlass übertreibt, riskiert einen Mangel an roten Blutkörperchen.

Stand der naturheilkundlichen Forschung

Dr. Ewald Töth hat die Wirkung des Aderlasses nach Hildegard von Bingen untersucht und das Blut vor und nach dem Aderlass mit verschiedenen Methoden verglichen. Er untersuchte mit einem herkömmlichen Mikroskop, mit dem Dunkelfeldmikroskop, bioelektronisch an verschiedenen Körpermesspunkten und die Blutdicke im Labor. In allen Verfahren konnte er einen deutlichen Unterschied vor und nach dem Aderlass feststellen.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Methoden, bei denen die Haut verletzt und mit Blut hantiert wird, muss man auch bei einem Aderlass die hygienischen Vorschriften sehr genau beachten, da sonst die Gefahr einer Übertragung von Krankheitskeimen besteht. Weitere Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Ausführung nicht bekannt.

Autor/en dieses Beitrages:
Helmut Schumacher, Heilpraktiker/in aus München
ergänzt und kommentiert von:
Dr. med. Reimund Wagner, aus Mühlacker

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  • Jürgen, am 07.10.2020
    Hallo, ich habe einen Ferritinwert von 1100. Alle 4 Wochen soll ich jetzt zum Aderlass. Wäre nicht wöchentlich oder alle 14 Tage besser?
    Vielen Dank für ihre Antwort.
  • Dr. med. Wolfgang Scheel, am 02.05.2020
    Liebe Rosa,
    Aderlass ist schon eine gute entgiftende wie reguliernede Therapiemöglichkeit. Die Häufigkeit ist selbstverständlich individuell unterschiedlich und vom Therapeuten zu empfehlen oder kinesiologisch selbst auszutesten.
    Aber Ihr Bemühen um einen besseren Gesundheitszustand sollte sich nicht nur auf einen Aderlass reduzieren.
    Denken Sie bitte auch an die grundlegend wichtigen Faktoren wie Ernährung, Haltung, Durchblutung, Atmung, Emotionen, energetischer Zustand (auch Bettstelle), mental-geistige Einstellung usw.
    Alles erdenklich Gute!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • rosa, am 02.05.2020
    guten tag...ich habe meine hormonelle verhütung nach 30 hahren abgesetzt und habe laut tmc einen blutstau...gabe jezt zwar eine regelämässige mens die aber sehr schwach ist und nur 3 tage dauert...mein w leber kann nucht richtig entgiften und darum macht das die haut übers gesicht.. habe dann ganz feine pickel die extrem jucken... würde ein aderlass helfen um den blutstau zu lösen? und wieviel mal würden sie ws empfehlen?liebe grüsse
  • Dr. med. Wolfgang Scheel, am 11.04.2020
    Hallo SMG,Ihr Beitrag und Ihre Fragen sind so spzifisch wie kompliziert und somit indivuduell nur bei detaillierter Kenntnis der aktuellen wie Gesamtsituation in allen Lebensbereichen des Patienten und von einem Expertenteam (iclusive Hämatologen] und nicht aus der Ferne zu beantworten.Alles erdenklich Gute!Dr. med. Wolfgang Scheel
  • SMG, am 10.04.2020
    Hallo, folgendes liegt vor bei einem 85 jährigen Mann: erblich bedingte Deformation der roten Blutkörperchen und dadurch lebenslange Anämie, welche erst vor wenigen Jahren diagnostiziert wurde. Inzwischen behandelt mit Bluttransfusionen, die wiederum zu viel Eisen3 produzieren, welches mit Eisenchelator "Deferasirox" ausgeleitet wurde bis jetzt-das Medikament gibt es nicht mehr. Kennt jemand einen guten Ersatz OHNE Nebenwirkungen, wie leider nicht bei "Deferoxamin (Desferal®)" und "Deferipron (Ferriprox®)" ? Transfusionen UND Aderlass erscheinen mir widersinnig...kann mir hier jemand weiter helfen??? Bin sehr dankbar !
  • Dr. med. Wolfgang Scheel, am 28.08.2018
    Liebe Frau Tirza,
    vielen herzlichen Dank für Ihre Anfrage!
    Sie ist insbesondere sehr wichtig, weil viele Menschen glauben, mit irgendeiner Therapie ihre gesundheitlichen Probleme lösen zu können, ohne an die eigentlichen Wurzeln des Übels zu gehen.
    (Wenn im Auto eine Warnleuchte angeht, wechselt keiner die Birne einfach aus, sondern jeder überlegt, was zu regulieren ist...)
    So ist es natürlich auch mit "der Migräne".
    "Die Migräne" gibt es eigentlich gar nicht - genauso wie es nicht "die Neurodermitis" oder "das Asthma" oder "die Colitis ulcerosa" usw. usf. gibt.
    Es gibt die Symptome Kopfschmerzen, mit Augenflimmer, Erbrechen..., es gibt Hautreaktionen, Atemnotzustände, Magen-Darm-Beschwerden usw. usf...
    Wenn 100 Patienten die exakt gleichen Krankheitssymptome (denen eben ein Name gegeben wird) haben, haben die aber ihre jeweils zahlreichen individuell-einmaligen und komplexen Ursachen, die zu den Beschwerden führen.
    So gibt es eben auch nicht "die Diagnose" mit "der Therapie" bei "dieser Krankheit".
    Aderlass ist schon eine komplex entlastende Vorgehensweise, wenn diese individuell richtig realisiert wird. Das allein genügt natürlich nicht! Aus meiner Sicht haben ein gestörter Gallen-, Fettstoffwechsel sowie eine gestörte Leberfunktion (eventuell mit den dazu gehörenden emotionalen Themen Frust/Wut) einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung einer Migräne.
    Natürlich sind aber auch Stress, Verspannung, Ernährung (!), der gesamtenergetische und emotionale Zustand, Durchblutung, Lymphfluss, Lebenseinstellung und -gestaltung usw. von wichtiger Bedeutung.
    Es ist kaum zu glauben, aber eine Heilung ist meist unabhängig von den konkreten Beschwerden zu erzielen, indem die betreffende Person sich überlegt, in welchen der auch zuvor genannten Bereichen er seiner eigenen Wahrheit nicht gerecht wird.
    Unser Wunderwerk Körper ist ständig um Heilung, Regenerierung und Weiterentwicklung bemüht. So toleriert er auch sehr viel, aber wenn das Maß voll ist (der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt) ...
    Das bedeutet im Umkehrschluss: Sie brauchen gar nicht wie ein Engel perfekt zu leben und müssen auch nicht auf alles Mögliche verzichten.
    Sie sollten nur in aller Ruhe mit liebevoller Konsequenz mit und für sich überlegen, wie Sie ein Leben Ihrer Wahrheit ver-wirklich-en können.
    Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!
    (Gerne sende ich Ihnen auch einige sicher hilfreiche Unterlagen.)
    Dr- med. W. Scheel
  • Tirza, am 27.08.2018
    Sehr geehrter Dr. Scheel,Ich habe gelesen, dass Aderlass gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen kann. Inwiefern kann diese Behandlung hier helfen? Wie ist die Wirkungsweise und kommt es hier auf die Ursachen der Migräne an oder hilft ein Aderlass hier immer? Es grüßt, Tirza
  • Wolfgang Dr. med. Scheel, am 14.08.2017
    Sehr geehrte Frau Puls,
    herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
    Sicher ist von einem Aderlass zunächst ein positiver Effekt zu erwarten. Die Frage der Wiederholung und Abstände muss individuell und von den jeweiligen Reaktionen/Ergebnissen abhängig beurteilt und entschieden werden (am besten selbst mit Hilfe von Kinesiologie).
    Für mich viel wichtiger ist die Frage, warum ihr Organismus (Wunderwerk mit logischen wie sinnvollen Aktivitäten)so re-agiert und welche individuellen Tatsachen Ihres Seins dazu führten.
    Überprüfen Sie bitte Ihr Leben in allen Bereichen und optimieren Sie - wenn nötig - Ihre Ernährung, Atmung, Haltung und Entspannung Durchblutung, Lymphe,
    energetischen Zustände und Regenerierung (auch Bettstelle!), psychische Situation, Lebensziele usw. usf.
    Wenn wir unserem Gesamtorganismus die Möglichkeit zur optimalen Funktion wie Regenerierung und Heilung geben, realisiert er unsere Erwartungen auch!
    Mit lieben Grüßen und allen guten Wünschen!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • Beatrix Puls, am 13.08.2017
    Sehr geehrter Herr Dr. Scheel,

    bei mir wurde Polyzythämia vera diagnostiziert.
    Meine Werte Hb 11,4, Hk 56%, Trombozytose 435.
    Die Kombination aus gesteigerter Hämatpoiese, niedrigem Epo-Spiegel und Nachweis der JAK2-Mutation führt zu dieser Diagnose.
    Mein Blutdruck ist aber optimal, ich bin nicht müde oder schlapp und treibe regelmäßig Sport.
    Bringt da ein Aderlass Erfolg? und wenn ja, in welchem Abstand sollte er erfolgen.

    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Beatrix Puls
  • Wolfgang Dr. med. Scheel, am 09.11.2016
    Liebe Frau Stocker,
    zunächst viele Grüße nach Gera (ich komme aus Jena, also bringen Sie mir mit Ihrer Anfrage heimatliche Gefühle - vielen Dank!).
    Jedes Symptom wie auch alle veränderten Laborwerte sind immer Resultat komplexer individueller Ursachen.
    Ich gehe davon aus, dass Sie sich sehr bewusst ernähren - doch nicht jedes Bio-Produkt ist individuell automatisch verträglich.
    Sie können die/Ihre Nahrungsverträglichkeit intuitiv noch besser beobachten oder selbst kinesiologisch austesten.
    Wie die Auswahl der Ernährung natürlich sehr wichtig ist, so wichtig ist auch die Verwertung (kauen, durchspeicheln, langsam bewusst und auch in Ruhe essen und nach jedem Essen das innerlich Loslassen mit der Intension, dass die Verdauungssäfte auch wirklich fließen können).
    Falsche Nahrung, und oder zu schnelles Essen und oder Stress nach dem Essen können erheblich Probleme bedingen.
    Ohne ein ausreichende Atmung, also Zufuhr des erforderlichen Sauerstoffes bis in die einzelnen Zellen, kann natürlich der dortige Stoffwechsel nicht regelrecht ablaufen.
    Haltung, Entspannung, Durchblutung, Lymphfluss (!), energetische Situation (auch Bettstelle) sind weitere Themen, die es einfach konsequent zu beachten gilt.
    (Wenn Sie möchten, schicke ich Ihnen umfangreiche Unterlagen, anhand derer Sie die Gesamtsituation optimieren können - dazu bräuchte ich Ihre Mail-Adresse.)
    Die ergänzenden Fragen bezüglich Aderlass oder nicht und in welchen zeitlichen Abläufen sollten Sie nicht unbedingt einen Experten, sondern prinzipiell sich selbst stellen und mit Kinesiologie beantworten, da nur Sie bzw. Ihr Unterbewusstsein komplett jegliche Ihrer aktuellen Wahrheiten kennt.
    Bei weiteren Unklarheiten nach Erhalt der Unterlagen können Sie mich auch gerne anrufen.
    Wir alle wollen, dass es Ihnen (und damit uns) schnell optimal gut geht.
    Zuletzt noch den Hinweis: aus meiner Erfahrung heraus beachte ich Laborwerte nur bedingt bzw. sehr kritisch, weil es Menschen mit extremen Beschwerden bei optimalen Laborwerten und umgekehrt gibt...
    Mit lieben Grüßen und allen guten Wünschen!
    Dr. med. W. Scheel
  • Heidi Stocker, am 08.11.2016
    Sehr geehrter Dr. Scheel,
    bei mir sind kürzlich sehr hohe oxydative LDL-Werte festgestellt worden. Meine Hausärztin und ich finden dafür keine plausible Erklärung. Ich bin 52, ernähre mich bewußt mit Bioprodukten, trinke ausreichend (ist natürlich Wasser gemeint), treibe Sport, rauche nicht und habe auch kein Übergewicht. Familiär ist auch alles i.O. und der Stresspegel auf der Arbeit ist in der letzten Zeit auch nicht angestiegen.Macht es Sinn hier mit einem Aderlaß zu versuchen diesen Wert zu senken? (Zzg. der Gabe von Antioxydantien) Wenn ja in welchen Abstand würden sie das empfehlen? Wenn ich mich gut fühle könnte man da einen Abstand von 4-5 Wochen vertreten? Ich will das so schnell wie möglich wieder in den Griff bekommen, deshalb versuche ich alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Hätten sie sonst noch eine Idee, was man da tun könnte?
    vielen Dank für ihre Bemühungen MFG H. Stocker
  • Wolfgang Dr. med. Scheel, am 23.09.2016
    Sehr geehrter Herr Müller!
    Es gibt selbstverständlich sehr viele mögliche Ursachen für auch starke Müdigkeit. Solange die entsprechenden Blutwerte regelrecht sind, dürfte Ihre beschriebene energetische Situation nicht dem Aderlass anzuschulden sein.
    Überprüfen Sie bitte den Zustand Ihrer Nieren (Nieren und energetischer Zustand bzw. Leistungsfähigkeit stehen in einem meist nicht beachteten Zusammenhang), wobei allein die Urinuntersuchung nicht relevant ist.
    Die Funktion der Nieren fördernd sind natürlich eine individuell richtige Trinkmenge (nicht automatisch 2-3 Liter! - allein die Farbe des Urins ist ein Kriterium, ob Sie zu wenig oder zu viel trinken), bewusste Atmung, ausreichende Erholung (Mittagsschlaf!), individuelle Durchwärmung, partnerschaftliche Harmonie (die Nieren sind Partnerschaftsorgane), Angstvermeidung...
    Wenn Sie bereits morgens in keinem zufriedenstellenden Zustand sind, wäre eine Überprüfung Ihrer Bettstelle bezüglich einer geopathischen (Erdstrahlen-) Belastung sinnvoll.
    Natürlich haben auch gute Haltung, Entspannung, Durchblutung, Atmung, Ernährung ... einen nicht zu unterschätzenden Anteil an einem wünschenswerten Wohlbefinden. Auch Ihnen möchte ich den Hinweis geben, dass Sie mit leicht zu realisierender Kinesiologie selbst eigentlich alle Ursachen Ihrer Müdigkeit feststellen können.
    Mit allen guten Wünschen!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • Peter Müller, am 22.09.2016
    Sehr geerhrter Dr. med. Scheel,

    vor 14 Jahren wurde bei mir Hämochromatose diagnostiziert und gehe deshalb regelmäßig zum Aderlass. Meistens gehe ich im Abstand von etwa 6 - manchmal 8 Wochen. Bisher habe ich das auch recht gut verkraftet. Mitlerweile macht mir wieder starke Müdigkeit zu schaffen. Gibt es langzeiterfahrungen zu Aderlässen? Kann die Ursache der Müdigkeit mit den Aderlässen begründet werden? Ich bin 61 Jahre alt.
    Herzliche Grüße
    Peter Müller
  • Wolfgang Dr. med. Scheel, am 17.03.2016
    Anfrage von "Hubert"...
    Hallo! Natürlich ist diese Frage wie deren Beantwortung schwierig.
    Jeder Mensch ist einmalig sowohl in seiner ganzheitlich-aktuellen Situation wie eben auch bezüglich der Re-Aktionen auf Beeinflussungen des Organismus - in welcher Weise auch immer.
    So sind natürlich auch unsere seelisch-geistigen Gegebenheiten wie z.B. Angst vor Problemen bis Überzeugung vom Erfolg der Bemühungen sehr wesentlich, in welcher Weise wir wie und worauf reagieren (wir sind eben keine Maschinen oder Roboter!).
    Ich möchte Ihnen und Ihrem Sohn empfehlen, die individuell richtigen Entscheidungen kinesiologisch auszutesten - wenn Sie sich das selbst nicht zutrauen (wäre aber leicht möglich) gibt es bestimmt in Ihrer Nähe Personen, die Ihnen behilflich sein können.
    Ich wünsche Ihnen, Ihrem Sohn, Ihrer Familie alles erdenklich Gute!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • Hubert, am 16.03.2016
    Sehr geehrter Herr Dr.Scheel,
    unser Sohn, 28 Jahre alt, bekam nach AML eine Stammzellentransplantation.
    Durch viele Bluttransfusionen ist sein Ferritinwert sehr hoch, ca.2800.
    Die anderen Blutwerte sind in Ordnung,allerdings hat er mit einer Darm-GvhD zu kämpfen, sein Gewicht liegt bei 48kg, der Blutdruck ist im niederen Bereich ( 100/65). Nun rät ihm sein zuständiger Arzt zu einem Aderlass betreffs Übervollem Eisenspeicher. Trotz hohem Ferritin ist sein HB-Wert nur bei 11, MCV, MCHC, MCH sind im Minus. Ist ein Aderlass unter diesen Bedigungen sinnvoll? Besten Dank für eine Antwort.
  • Wolfgang Dr. med.+Scheel, am 12.03.2016
    Sehr geehrte Frau Vogel!
    In Ihrer Frage und Beschreibung der gegebenen Situation steckt praktisch schon die Antwort.
    Die erhöhten Blutfettwerte mit den dahintersteckenden Ursachen bedingen natürlich sowohl eine Veränderung der Blutzusammensetzung und der jeweiligen Blutkörperchen und -zahlen als auch eine Veränderung des Blutes insgesamt mit dessen Fließeigenschaften.
    Und wenn auch noch die Bauchspeicheldrüse belastet ist bzw. eine Heilungsreaktion signalisiert (Entzündung ist - wie wir es von jeder banalen Wunde kennen - eigentlich Heilungsbemühen des betreffenden Organes bzw. Bereiches), ist für Sie jetzt ein intensives Überdenken Ihrer Ernährung und Nahrungsverwertung und Funktion der Verdauungsorgane wichtig.
    Probleme sind eben immer wieder schlichtweg die Aufforderung von uns an uns zu überlegen, wie wir unseren individuellen Anforderungen an Gesundheit, Erfolg und Glück gerecht werden - auch im Sinne von Haltung, Entspannung, Durchblutung, Lymphfluss, Atmung, psychische und energetische Ausgeglichenheit (auch Schlafsituation insgesamt!) Lebensfreude und -ziele usw.
    Wenn Sie mir eine Mail schicken, sende ich Ihnen umfangreiche Unterlagen zur Unterstützung Ihrer not-wendigen wie auch (ganz sicher möglichen) erfolgreichen Bemühungen.
    Alles erdenklich Gute!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • hiltrud vogel, am 10.03.2016
    ich muss morgen zu einem aderlass, wegen zu dickem und zu vielem blut, habe erhöhte lipase werte und meine thrombozyten sind erhöht, allerdings schon viele jahre über 600000 , habe eine leichte bauchspeicheldrüsen entzündung, kann das damit zusammen hängen, danke
  • Wolfgang Dr. med. Scheel, am 19.10.2015
    Liebe Sandra!
    Gesundheit kann auch so beschrieben werden: im Fluss, in Harmonie und in guter Energie sein.
    Sorgen Sie bitte dafür, dass Sie selbst (Bewegung, Lebensfreude und -aktivität) und Ihr Organismus (Durchblutung, Lymphfluss, Verdauung, Energie/auch Bettstelle) im Fluss sind.
    Je größer ein Stau ist, umso mehr ist die Gefahr der Blutverdickung und Thrombozytenaktivität (bitte Ursache und Wirkung nicht verwechseln).
    Achten Sie bitte auf die Trinkmenge (Urin dunkel und geruchsintensiv bedeutet zu wenig, Urin immer glasklar bedeutet zu viel) und die Nierenfunktion (Ruhe, Atmen, Durchwärmung, Partnerschaften...).
    Weil der komplette Mensch sich embryonal aus dem Darm entwickelt ist natürlich die Ernährung mit bewusster Leber-Gallen-Entlastung sehr wichtig.
    Aderlass kann hilfreich. aber nur eine Maßnahme von vielen auf dem Weg zur Heilung sein.
    Hören Sie bei Unklarheiten auf sich selbst und Ihre aktuell-einmalige Wahrheit (kinesiologisch selbst mit Hilfe einer 2. Person leicht realisierbar: Armtest).
    Mit allen guten Wünschen für schnellen Erfolg!
    Dr. med. Wolfgang Scheel
  • Sandra, am 14.10.2015
    Koennte man bitte bei dickem Blut durch zu hohe Blutplaettchen was tun ausser dieses Hydrea zu nehmen was einen kaputt macht bitte helft mir danke

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