Galle

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Galle steht für Ärger, Bitterkeit und Aggression. Wer zornig ist, möchte am liebsten „Gift und Galle spucken". Wer lernt, einen Zugang zu seinen tieferen Gefühlen zu finden und diese angemessen zum Ausdruck zu bringen, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass seine Gallenflüssigkeit wieder fließt und nicht länger durch Entzündung, Stau und Versteinerung Beschwerden verursacht.

Autor/en dieses Beitrages:

Margret Rupprecht

Galle

Das System Galle

Das System Galle

„Wer sein Herz ausschütten kann, dem wird die Galle nicht überlaufen"

Deutsches Sprichwort

Während das Herz als Symbol für positive Gefühle gilt, ist bei der Galle genau das Gegenteil der Fall. Galle steht für Ärger, Bitterkeit und Aggression. Wer zornig ist, möchte am liebsten „Gift und Galle spucken". Galle ist ein Synonym für geronnene, feststeckende Gefühle, die ein Mensch nicht zu zeigen wagt und die sich in ihm im wahrsten Wortsinn versteinern. Wer für ein gutes Familienleben sorgt und einen Freundeskreis pflegt, in dem er über alles sprechen kann, was ihn bewegt, wird selten an der Galle erkranken. Denn wenige Organerkrankungen stehen in so engem Zusammenhang mit einem blockierten Gefühlsleben wie die Erkrankungen der Galle. Darin liegt aber auch eine Chance für die Therapie: Wer lernt, einen Zugang zu seinen tieferen Gefühlen zu finden und diese angemessen zum Ausdruck zu bringen, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass auch seine Gallenflüssigkeit wieder fließt und nicht länger durch Entzündung, Stau und Versteinerung Beschwerden verursacht.

Definition

Definition

Die Funktionseinheit Leber, Gallenblase und Gallengänge sind ein hochkomplexes System, das vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird und daher stark auf die psychische Befindlichkeit reagiert. Unter den Gallenwegserkrankungen versteht man im Wesentlichen vier verschiedene Krankheitsbilder:

  • Gallenwegsdyskinesien (Krämpfe der Wandmuskulatur von Gallenblase und -wege),
  • Gallenblasenentzündung,
  • Gallensteine und
  • Gallenblasenkrebs.

Eine Krebserkrankung der Gallenblase ist äußerst selten. Sie macht nur 1 % aller Krebserkrankungen aus und findet sich vor allem bei älteren Menschen jenseits des siebzigsten Lebensjahres. Weitaus häufiger treten Dyskinesien, Entzündungen und Steine auf. Etwa 10 – 15 % der Bevölkerung leiden unter Gallensteinen, allerdings machen sie nur bei jedem Fünften Beschwerden. Meist handelt es sich um einen Zufallsbefund im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung des Oberbauches.

Gestörtes Fließen: Gallenwegsdyskinesien

Der medizinische Fachterminus Dyskinesie leitet sich vom griechischen Wort kinesis-Bewegung ab und bezeichnet „Fehlbewegungen" der glatten Muskulatur im Sinne von schmerzhaften Muskelkrämpfen. Gallenblase und Gallengänge sind von einer Muskelschicht umhüllt, die sich zusammenziehen und entspannen kann. Über diesen Mechanismus wird der Weitertransport der in der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit ermöglicht. Ähnlich wie die Peristaltik des Darmes den Nahrungsbrei weitertransportiert, verfügen auch die Gallengänge über eine Peristaltik, mit deren Hilfe die Galle in den Dünndarm geschoben wird. Diese ständig stattfindende Entleerung der Gallenblase läuft normalerweise koordiniert ab. Psychische Belastungen oder unverträgliche Nahrungsmittel können die nervalen und hormonellen Regelmechanismen dieses Geschehens stören. Zusammenziehen und Erschlaffen von Gallenblase und Gallengängen läuft dann nicht mehr harmonisch ab. Stauungen der Gallenflüssigkeit und Krämpfe sind die Folge. Dies macht sich in mehr oder weniger starken rechtsseitigen Oberbauchbeschwerden bemerkbar. Die Patienten klagen über ziehende oder drückende Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Gallenwegsdyskinesien sind eine harmlose Erkrankung, können aber sehr unangenehme Symptome verursachen. Oft ist es hilfreich, sich gezielt damit auseinanderzusetzen, welche Nahrungsmittel oder Alltagssituationen die Symptome auslösen.

Verhärtung und Stau: Gallensteine

Die Gallensteinbildung (Cholelithiasis) beruht – physikalisch gesehen – auf einen Stau der Gallenflüssigkeit in der Gallenblase mit nachfolgender Eindickung. Begünstigende Faktoren sind:

  • Übergewicht,
  • fettreiche Ernährung,
  • starker Gewichtsverlust,
  • künstliche Ernährung und
  • eine chronisch zu geringe Trinkmenge. (Siehe auch im Portal: Wasser – die gesunde Lösung).

Unter den Gallensteinen unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen:

Cholesterinsteine

entstehen durch einen hohen Cholesteringehalt der Gallenflüssigkeit verbunden mit einem Mangel an Gallensalzen. Sie bilden sich gehäuft bei Übergewicht, erhöhtem Cholesteringehalt im Blut, Einnahme der „Pille" oder im Rahmen der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn.

Pigmentsteine

Sie bestehen vorwiegend aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin und entstehen vor allem bei vermehrtem Blutzerfall, künstlichen Herzklappen, Malaria, chronischen Infekten der Gallenwege und Lebererkrankungen.

Mischform aus Cholesterin- und Pigmentsteinen

ist die dritte Steinart. Die meisten Gallensteine (80 %) haben einen überwiegenden Cholesterinanteil. Gallensteine einer Person sind immer vom gleichen Typ und beruhen auf der individuellen Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.

Cholelithiasis ist eine Krankheit des mittleren Lebensalters, wobei Frauen wesentlich häufiger betroffen sind als Männer. Vermutlich haben sie in einer immer noch weitgehend patriarchalischen Gesellschaft mehr Grund zum unterdrückten Ärger als die sog. Herren der Schöpfung!
Mediziner sprechen von der so genannten 5-F-Regel bei der hauptsächlich betroffenen Personengruppe: female, fair, fat, forty, fertile (weiblich, hell, übergewichtig, (über) vierzig und fruchtbar). Mehrere Schwangerschaften fördern die Gallensteinbildung, weil sich die Gallenflüssigkeit in der Zeit der „anderen Umstände" etwas eindickt. Eine Neigung zur Gallensteinbildung kommt auch familiär gehäuft vor. Das kann genetisch bedingt sein, aber seine Ursache auch in weitervererbten Verhaltensmustern bei der Konfliktlösung haben (s. u.: Die Bedeutung der Krankheit).

Gallensteine sind meistens symptomlos. Sie verursachen erst dann Beschwerden, wenn sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm behindern oder eine Gallenblasenentzündung (s. u.) auslösen.
Ein feststeckender Gallenstein löst eine Gallenkolik aus, die sich durch einen heftigen Schmerz im rechten und mittleren Oberbauch bemerkbar macht, der von Minute zu Minute intensiver wird und über Stunden anhalten kann.
Der Schmerz entsteht durch eine krampfartige Zusammenziehung der Muskeln in der Wand der Gallenwege, um den Stein weiter zu befördern. Kolikschmerzen strahlen oft in den Rücken und in die rechte Schulter aus. Häufig werden sie von einem Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch eine Gelbfärbung der Haut kann auftreten. Das Gallensteinleiden kann von unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Unverträglichkeit von Fett, Kaffee, Gebratenem und kalten Getränken begleitet sein. Eine üppige, fette Mahlzeit ist häufig Auslöser einer Kolik. Gesellen sich Fieber und Schüttelfrost hinzu, muss an Komplikationen wie Gallenblasen- oder Bauchspeichelentzündung gedacht werden.

Diagnose

Diagnose

Die schnellste und leichteste Nachweismethode für Gallensteine ist eine Ultraschalluntersuchung. Sie kann Steine bis zu einem Durchmesser von 2 mm erfassen. Durch seinen Kalkgehalt zeigt der Stein einen Schallschatten. Ultraschalluntersuchungen können auch Größe, Kontraktionsfähigkeit, sowie Wand- und Formveränderungen der Gallenblase nachweisen.

Die häufigste und gefürchteste Komplikation des Gallensteinleidens ist die Gallenblasenentzündung. Feststeckende Gallensteine können außerdem Gelbsucht und Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen

Heißer Kampf auf engstem Raum: Gallenblasenentzündung

Eine Entzündung der Gallenblase wird in erster Linie durch Gallensteine ausgelöst. Die Steine erschweren oder verhindern den Abfluss der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase. Gallenflüssigkeit ist eine Säure. Wenn sie stagniert, greift sie die Schleimhaut der Gallenblase an, die sich daraufhin entzündet. Bakterien sind dabei meist nicht beteiligt. Nur selten kommt es zu einem Aufsteigen von Darmkeimen in die Gallenblase mit nachfolgender bakterieller Entzündung.

Gallenblasenentzündungen treten häufiger auf

  • während Fastenkuren,
  • bei Fettleibigkeit,
  • im Rahmen einer künstlichen Ernährung oder
  • während einer Schwangerschaft.
  • Auch Schleimhautpolypen, Tumore oder Fehlbildungen der Gallenblase können eine Entzündung auslösen.

Die akute Gallenblasenentzündung äußert sich als fieberhafte Erkrankung mit starken Schmerzen im rechten Oberbauch. Die Schmerzen können in die Brust und in die rechte Schulter ausstrahlen. Oft gesellen sich kolikartige Beschwerden hinzu, vor allem, wenn vorher eine fettreiche Mahlzeit eingenommen wurde. Die Schmerzen kommen anfallsartig und können von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Wenn die Einmündung in den Dünndarm verschlossen ist, kommt es durch das Fehlen von Gallenflüssigkeit im Darm zu einer Entfärbung des Stuhls und durch den Rückstau in die Leber und damit in den Blutkreislauf zur Gelbfärbung der Haut und der Augen. Es kann vorkommen, dass die Entzündung auf das Bauchfell überspringt oder dass die Gallenblase platzt. Dann kommt es zu einer schweren Entzündung des gesamten Bauchraumes mit heftigsten Bauchschmerzen. Es entwickelt sich die sog. Abwehrspannung: Die Muskulatur der Bauchdecke zieht sich zusammen und der Bauch wird bretthart.

Komplikationen im Rahmen einer Gallenblasenentzündung sind lebensbedrohliche Zustände. Die Krankheit gehört deshalb beim leisesten Verdacht in ärztliche Behandlung.

Neben der akuten Form der Krankheit gibt es auch eine chronische: Sie ist charakterisiert durch dumpfe Oberbauchschmerzen. Die chronische Form kann im Laufe der Jahre zu einer Verkalkung der Gallenblasenwand führen (Porzellangallenblase) und die Entwicklung von bösartigen Gallenblasentumoren fördern.

Ähnliche Symptome wie eine Gallenblasenentzündung machen bisweilen auch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmdivertikel, eine rechtsseitige Lungenentzündung oder Entzündungen von Blinddarm und rechtem Nierenbecken.

Die Laboruntersuchungen bei Gallenblasenentzündung zeigen eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen, eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie ein erhöhtes C-reaktives Protein (wird in der Leber gebildet; wichtigster unspezifischer Entzündungsparameter Anmerk. d. Red.). Bei Rückstau der Galle in die Leber sind Bilirubin und alkalische Phosphatase erhöht. Auch die Leberenzyme liegen meist über dem Normwert. Bei der Ultraschalluntersuchung zeigt sich die Blasenwand deutlich verdickt. Auch Steine und ihre Lage sind im Ultraschall in der Regel gut zu sehen.

Schulmedizin

Schulmedizin

Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess

Was der Arzt tun kann

Achtung: Wenn Sie wiederholt unter drückenden und ziehenden Schmerzen im rechten Oberbauch leiden oder nach fettreichem Essen in diesem Bereich Krämpfe auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Differentialdiagnose

Mittels Ultraschall- und Laboruntersuchungen kann abgeklärt werden, ob es sich nur um eine funktionelle Störung (Gallenwegsdyskinesien) oder um Gallensteine bzw. eine Gallenblasenentzündung handelt. Vor allem, wenn sich in Verbindung mit Oberbauchschmerzen auch Fieber und Schüttelfrost einstellen, ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich. Bei manifesten Gallensteinen wird in den meisten Fällen die Gallenblase samt Steinen operativ entfernt (Cholezystektomie). Dies geschieht in der Regel mit Hilfe einer Laparoskopie (Bauchspiegelung mit Endoskop). Dabei ist kein großer Bauchschnitt erforderlich. Die Genesungszeit ist relativ kurz. Eine Operation sollte jedoch die letzte Maßnahme sein. Zuvor kann auch eine mehrmonatige Einnahme von Gallensäuren zum Erfolg führen. Die ärztliche Therapie einer Gallenblasenentzündung richtet sich nach der auslösenden Ursache:

  • Ist sie aufgrund von aufsteigenden Darmkeimen entstanden, kann ein Antibiotikum helfen.
  • Bei Verschluss der Gallenwege durch Steine müssen diese entfernt, bzw. manchmal auch die ganze Gallenblase herausgenommen werden.
  • Medikamentös verabreichte Gallensäuren können – über einen längeren Zeitraum eingenommen – die Steine auflösen.
  • Ein anderes Verfahren ist die Steinzertrümmerung mit Hilfe von Schallwellen (Lithotrypsie). Größere Steine werden in kleinere Teilchen gespalten, die dann mit der Gallenflüssigkeit über den Darm aus dem Körper herausbefördert werden. Wird allerdings das hinter dem Krankheitsbild stehende seelische Thema zuwenig beachtet, kommt es nach einigen Jahren häufig zu Rezidiven. Wer sicher ist, dass alle Risikofaktoren beseitigt, alle Werte im Lot sind und keine Verbesserung eintritt, dem wird die innere Auseinandersetzung mit den seelischen Ursachen der Krankheit i.d. R. nicht erspart bleiben.

Naturheilkunde

Naturheilkunde

Doch bevor der Arzt zum Messer greifen muss, können Sie selbst eine ganze Menge tun, um Ihre Galle im Fluss zu halten, bzw. Steinbildung und Entzündungen zu vermeiden.

Vorbeugung und Selbsthilfe: Was der Betroffene selbst tun kann

Die Naturheilkunde kennt zahlreiche homöopathische und pflanzliche Mittel, die den Gallenfluss auf sanfte Weise fördern und darüber Steinbildung und Rückstau in die Gallenblase mit nachfolgender Entzündung verhindern.
Hinweis!: Sie sollten jedoch nur von einem ausgebildeten Homöopathen nach sorgfältiger homöopathischer Anamnese verordnet werden und sind für die Selbstmedikation nicht geeignet. Wenden Sie sich für eine konstitutionelle Behandlung Ihrer Gallenbeschwerden an einen Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilverfahren.

Bei Gallenwegsdyskinesien mit psychovegetativen Schwächezuständen und leichten Störungen der Fettverdauung hat sich die Einnahme der Absinthium- Urtinktur (Wermut) bewährt.

Gallenblasenbeschwerden reagieren gut auf Schöllkraut (Chelidonium), am besten in der homöopathischen Potenz D6 oder D8.

Bei Krämpfen der Gallenwege, verbunden mit Übelkeit ist die Urtinktur der Pfefferminze (Mentha piperita) ein gutes Mittel.

Wenn die Galle zu Stockungen neigt und sich infolgedessen Fettunverträglichkeit und Darmträgheit einstellen, empfehlen sich die Urtinkturen von Löwenzahn (Taraxacum) und Wegwarte (Cichorium).

Neben den pflanzlich-homöopathischen Urtinkturen und einer Tiefpotenz mit Schöllkraut gibt es noch zahlreiche homöopathische Hochpotenzen, die bei Stockungen des Galleflusses, Gallensteinen und Gallenblasenentzündung gute Heilungserfolge bringen.

Was der naturheilkundlich orientierte Therapeut tun kann

In der Heilpraktikerpraxis können Sie für Ihre Gallenbeschwerden durch eine Schröpfkopfbehandlung zusätzliche Linderung erfahren: Bei Gallenkoliken wirkt das trockene Schröpfen durch die Ableitung des Blutes auf die Haut entstauend und krampfstillend. Das blutige Schröpfen hat bei der Gallenblasenentzündung eine ausgesprochen entzündungshemmende Wirkung. Schröpfkopfbehandlungen in Verbindung mit Pflanzenheilkunde und Ernährungsumstellung können die Beschwerden in nicht wenigen Fällen dauerhaft zum Abklingen bringen.

Kerstin Disse, Heilpraktikerin:

Shiatsu (jap. Fingerdruckmassage)

Der Shiatsu Therapeut entscheidet sich für die Behandlung des GA (Gallenblasen)-Meridians,
(Lehre der Meridiane: im Portal unter Akupunktur)

  • wenn Schmerzen im Verlauf des Meridians auftreten, über Fettverdauungsstörungen, bitter-saures Aufstoßen geklagt wird oder wenn eine gelblich, trockene Haut vorliegt.

Es gibt aber auch andere, gute Gründe den Meridian zu behandeln:

  • wenn der Mensch entschlußunfreudig wirkt,
  • ihm Bestimmtheit und Entschiedenheit fremd sind
  • ebenso, wenn Wut und Ärger das Geschehen bestimmen.

D.h. behandelt wird immer dann, wenn der Eindruck entsteht, dass die psychische und physische Energie ins Gleichgewicht gebracht werden sollte.
Der GA-Meridian wird am besten in der Seitenlage behandelt. Bei den ersten beiden Ausstreichungen verschafft sich der Shiatsutherapeut einen Überblick:

  • Wo sind schmerzhafte Punkte? Ist der Schmerz „spitz" oder „dumpf"? Das wiederum entscheidet über die Behandlungsform:
  • Wenn er den Punkt beruhigen, also sedieren will, kann er ihn häufig drücken, schneller als der Atemrhythmus des Patienten, mit spitzen Daumen oder gar mit dem Ellenbogen.
    Grundsätzlich gilt: Dem Behandelten wird nur das zugemutet, was er auch „veratmen" kann. Deshalb wird sich ein guter Therapeut immer rückversichern: wie gut verträgt der Liegende die Behandlung? Entsprechend wird er sich bei einem „Zuviel" an Schmerz zurücknehmen und sich letztendlich an der Tagesform des zu Behandelnden orientieren.
  • Wenn Energieleere vorliegt, der Schmerz sich also „dumpf" anfühlt, kann vorsichtig tonisiert werden. D.h. der Therapeut versucht, die „versackte" Energie an die Körperoberfläche zu holen. Oder er „füllt" durch einfaches Hand auflegen den Energiepunkt wieder auf. Er wird versuchen, ein Gefühl für das Chi, für die Lebensenergie, zu entwickeln und zu lenken. Für eine zukünftig gute Verteilung sorgt dann der gesamte Organismus des Empfangenden selbst.

Es macht oft Sinn, v. a. bei Gallenerkrankungen, dass der Lebermeridian als Partner der Galle mitbehandelt wird. Als Yin- Meridian verläuft er auf der Innenseite der Beine bis knapp unterhalb der Brust.

Der Leber wird psychisch die Fähigkeit zu urteilen und zu planen zugeschrieben. Sie steht für die Eigenschaften: Weitsicht, Einsicht, Klarsicht. Wer an der „Galle" erkrankt ist, dem gehen diese Fähigkeiten oft verloren. Und wenn im Meridian Energieleere herrscht, versacken Ideen so schnell, wie sie kommen.

Eine chronische Erkrankung wird der Shiatsutherapeut, in regelmäßigen Sitzungen, in nicht zu kurzen Abständen, behandeln.

Ernährung

Ernährung

Wer zu Gallensteinen neigt, sollte sich fettarm und ballaststoffreich ernähren. Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an tierischem Fett und ein starker Verzehr von raffinierten Kohlenhydraten und weißem Zucker fördern die Steinbildung. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse und Obst, sowie ein maßvoller Alkoholgenuss (ab und zu ein Glas Rotwein) senken das Risiko, an Gallensteinen zu erkranken.

Wer übergewichtig ist, hat ein größeres Risiko für Gallensteine als Normalgewichtige. Eine Gewichtsreduktion mit reichlicher Flüssigkeitszufuhr (Saftfasten mit Gemüsesäften plus etwas Olivenöl) kann die Auflösung vorhandener Gallensteine fördern.

Wer Gallensteine hat, sollte sich bei Kaffee, Eiern, Schweinefleisch und Zwiebeln zurückhalten. Sie können Krämpfe und Koliken auslösen.

Ernährungsempfehlungen

Einige Ernährungsexperten raten, täglich 400 – 800 mg Vitamin E zu sich zu nehmen. Vitamin E soll vor Gallensteinbildung schützen bzw. bei bereits vorhandenen Steinen die Beschwerden reduzieren. Außerdem wird die Auflösung von Steinen angeregt. Weiterhin wird geraten, dass Patienten mit Gallenbeschwerden täglich 1 g Vitamin C und 1 g Taurin zu sich nehmen. Vitamin C wirkt der Gallensteinbildung entgegen und beugt Rezidiven vor.

Taurin

Taurin ist eine Aminosäure (Eiweiß), die vor allem in Muscheln, Thunfisch, Rindfleisch, Huhn und Vollmilch enthalten ist und findet sich vorwiegend in tierischem Eiweiß. Sie spielt eine wichtige Rolle für die Entgiftungsvorgänge und Gallenbildung in der Leber. Taurin wird in der Leber der Gallensäure zugefügt, bevor diese in den Darm abfließt. Ein ausreichendes Vorhandensein dieser Aminosäure wirkt der Gallensteinbildung entgegen und verbessert die Fettverdauung.

Weitere Meinungen zu Taurin:

www.medizinfo.de/ernaehrung:
Taurin ist eine Aminoethansulfonsäure (schwefelhaltige Säure). Der Körper stellt Taurin selbst her. "Rohstoff" ist die Aminosäure Cystein. Taurin reagiert mit der Gallensäure und hat so einen fördernden Effekt auf die Fettverbrennung."
www.das-eule.de:
Viele Energy Drinks kommen ohne den angeblich Geist und Körper "belebenden" und "entgiftenden" Inhaltsstoff nicht aus. Die Fachliteratur dazu ist spärlich. In einer Studie mit Ausdauersportlern konnte jedenfalls kein leistungssteigernder Effekt nachgewiesen werden."
http://de.wikipedia.org/wiki/Taurin
Taurin: „… ihre (Aminosäure) Wirkung besteht darin, dass Taurin vielen Stoffen den Übertritt in die Blutbahn erleichtert." Oder:
www.pzlc.uni-wuerzburg.de
Die Studie berichtet, dass Taurin in Japan, im Zuge einer ganzheitlichen Anwendung, v.a. als Herz- Kreislaufmittel angewandt wird. Ansonsten kommt ihm eine Bedeutung bei Organ- und Zellfunktionen zu, bei Stoffwechselvorgängen, die aber z.T. noch unverstanden sind. Es liegt im Körper in freier Form, bes. intrazellulär vor. Der Autor weist klar darauf hin, dass ein gesunder Körper keine externe Zufuhr von Taurin braucht.

Kommentar der Redaktion:

Der Markt an Mittelchen, Stoffen, Pulvern und Kapseln ist fast unüberschaubar geworden. Zu den seriöseren Quellen, aus denen sich das Geschäft speist, zählt sicher noch am ehesten die Orthomolekulare Medizin.
Auf der anderen Seite bietet jeder Supermarkt Vitamine, Tinkturen, jedes Mittelchen und Pülverchen an, weil die Geschäftsführung weiß, dass der Bedarf hoch ist und sie die Verunsicherung der Verbraucher nutzen. Lebensmittelskandale, mit Pestiziden belastete Gemüsesorten, nährstoffarme Nahrungsmittel usw., das macht Angst. Bevor Sie aber zu irgendeinem Mittel greifen, „weil´s halt der Nachbar auch nimmt" und für gut befunden hat, machen Sie sich erst selbst kundig und bleiben Sie kritisch! Vergleichen Sie die unterschiedlichen Grundlagen: handelt es sich um ausschließlich körpereigene Stoffe, um Pflanzenstoffe oder um synthetisch hergestellte Produkte? Wie hoch ist die Dosierung? Was brauche ich eigentlich wirklich für meine Gesundheit? Welche Farb-, Konservierungsstoffe und Aromen enthält die Packung? Und entscheiden Sie dann, ob das entsprechende Mittel für Sie in Frage kommt. Vergessen Sie einfach nicht, dass umsatzstarke Unternehmen hinter diesen Mitteln stecken können, die u.U. billig produzieren und teuer verkaufen wollen.

Psychosomatik

Psychosomatik

Gallenflüssigkeit ist eine bittere Säure und besitzt, wie es für Säuren typisch ist, angreifende Fähigkeiten. Nicht zuletzt deshalb kommt es beim Rückstau der Gallenflüssigkeit in der Gallenblase zu einer Schleimhautentzündung: Die Gallensäuren greifen die Schleimhaut an und zersetzen sie. Das ist – genau betrachtet – ein autoaggressiver Prozess. Normalerweise sind Gallensäuren hauseigene Aggressoren, die FREMDES angreifen sollten, nämlich die zugeführte Nahrung, die im Dünndarm von der Galle angedaut wird. Speisen müssen aggressiv zersetzt werden. Nur wenn sie in ihre kleinsten Bestandteile aufgespaltet werden, können sie vom Körper resorbiert und an anderen Orten zu neuem, körpereigenem Gewebe zusammengesetzt werden. Gallensäure, die nicht mehr das Fremde (Nahrung), sondern das Eigene (Gallenblasenschleimhaut) zersetzt, steht symbolisch für einen aggressiven Akt, der sich nicht nach außen – wo er hingehört -, sondern gegen das Selbst richtet.

Geht man davon aus, dass Krankheiten eine Indikatorfunktion übernehmen und auf der körperlichen Ebene ungesunde seelische Muster widerspiegeln, heißt das für Gallenwegserkrankungen: Der Betroffene kann seine in unserer Kultur als „negativ" bewerteten Gefühle wie Wut oder Zorn nicht adäquat nach außen zeigen. Er hält sie zurück – auch wenn sie berechtigt sind - und richtet sie gegen sich selbst.

In der Tat lässt sich häufig beobachten, dass Gallepatienten, vor allem Frauen, nicht sehr konfliktfreudig sind. Sie neigen dazu, Grenzverletzungen, die ihnen von Anderen zugefügt werden, zu entschuldigen und zu bagatellisieren, statt ihren Bereich lebhaft zu verteidigen. Ihre Aggressionen verdichten sich und bleiben stecken wie ein Stein im Gallengang.

„Die Säfte müssen fließen" pflegten die alten Ärzte zu sagen: Stockt der Gallenfluss, bilden sich Gallensteine. Stockt die Verdauung, entwickeln sich Kotsteine, stockt der Harnfluss, kommt es zu Nierensteinen. Leben ist ein Prozess permanenten Fließens. Das gilt für die körperliche ebenso wie für die seelische Ebene. Auch die Lebensenergie, zu der Gefühle der Abgrenzung ebenso gehören wie Gefühle der Integration, braucht den permanenten Fluss und sollte nicht durch falsche Rücksichtnahme gebremst werden.

Für Gallepatienten lohnt sich die Frage, in welchen Beziehungen sie sich „zurückhalten" und ihr Gegenüber auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit schonen. Konfliktfähigkeit und das konstruktive Lösen von Interessengegensätzen ist erlernbar, eventuell auch mit Hilfe einer Psychotherapie. Wer sich in diesen Lernprozess begibt, praktiziert die beste „Rezidivprophylaxe" von Stau, Steinen und Entzündungen im Bereich der Gallenwege.

Kommentare

Gabriele Krause, Heilpraktikerin, 22.05.2011, 15:25

Als Auslöser immer wieder vergessen (auch in Fachkreisen!) wird bei Frauen ab Mitte 40 die Östrogen-Dominanz. Bei Frau kommt es in der prä-/perimenopausalen Phase immer häufiger zu anovulatorischen Mensen, wodurch sich eine Östrogen-Dominanz entwickelt. Unter relativ zu hohem Östrogen entsteht bei vielen Frauen eine chronische Gallenblasenreizung bis -entzündung. Natürlich helfen dann Pfefferminze, Schöllkraut &Co im Akutzustand, um aber diese hormonelle (Dauer-)Belastung zu beheben ist schon der Einsatz von natürlichem Progesteron (kein pflanzliches!!) zu empfehlen. Gleichzeitig können hiermit auch Myome umgangen oder deren Wachstum verringert werden. (vgl.: Akse Verlag, John R. Lee, Natürliches Progesteron oder Knaurs-Verlag, A, Rushton, Natürliches Progesteron).

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