Fibromyalgie

Nicht nur ihre Schmerzen belasten Fibromyalgie-Patienten. Auch die Prognose - denn aus schulmedizinischer Sicht ist Fibromyalgie unheilbar. Wir stellen alternative Behandlungskonzepte vor.

Dr. med. Thomas Heintze - FA. für Innere Medizin, Homöopathie, Akupunktur, Naturheilverfahren
Dr. med. Thomas Heintze
FA. für Innere Medizin
Mehr Infos im Experten-Profil
„Ich habe es mir seit meiner Zeit als Klinikchef zur Aufgabe gemacht, Fibromyalgie-Patienten sowohl von ihren ständigen Schmerzen als auch von ihrem sozialen Druck zu befreien.“

Überregionale Praxis für Ganzheitsmedizin
Tel: 06421-308577
Am Wäldchen 8
35043 Marburg-Bauerbach

Einführung

"Ich habe am ganzen Körper Schmerzen wie rohes Fleisch" – so oder ähnlich schildern gut 1,6 Millionen Fibromyalgie-Kranke ihre Hauptbeschwerden. Überwiegend sind Frauen mittleren Alters von der Fibromyalgie bzw. dem Fibromyalgie-Syndrom betroffen. Dass die Fibromyalgie so verbreitet ist, mag neben dem gestiegenen Bekanntheitsgrad der Fibromyalgie auch an der zunehmenden Belastung mit diversen schädlichen Einflüssen wie z.B. Giftstoffen und erhöhtem Stress liegen.

Viele Patienten haben eine wahre Odyssee zu vielen Ärzten und zahlreiche Operationen hinter sich. Geblieben ist ihnen vor allem eines: der Schmerz. Ein Problem bei der Behandlung: Aus schulmedizinischer Sicht sind die genauen Ursachen der Fibromyalgie nach wie vor unklar. Dr. Heintze und Dr. Bock und halten eine chronische Stressreaktion für einen wesentlichen Faktor für die Entstehung einer Fibromyalgie. Dahinter können ein schweres frühes Trauma, Störfelder, Belastungen durch Umweltnoxen und Krankheitserreger stecken. Basierend auf diesem Entstehungsmodell der Fibromyalgie stellen die beiden Ärzte ein vielversprechendes ganzheitsmedizinisches Therapiekonzept vor.

Dr. Heintze war 13 Jahre Chefarzt eines überregionalen Krankenhauses für Ganzheitsmedizin. Dort und in 10 Jahren in seiner überregionalen, ganzheitsmedizinischen Praxis sammelte er reichlich Erfahrung mit Fibromyalgie-Patientinnen und Patienten. Im Laufe seiner Kliniktätigkeit entwickelte er mit Dr. Bock ein breit aufgestelltes, ganzheitliches Behandlungskonzept zur Fibromyalgie-Therapie, das hier vorgestellt werden soll.

Muskelschmerzen und andere Symptome der Fibromyalgie

Hauptsymptom der Fibromyalgie sind chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, insbesondere der Muskeln und der Sehnen. Daher rührt auch das frühere Synonym "Weichteilrheuma". Weiterhin zählen andauernde Müdigkeit, in Form einer allgemeinen Schwäche und Konzentrationsstörungen bis hin zum Erschöpfungssyndrom und Schlafstörungen zu den Hauptsymptomen der Fibromyalgie.

Daneben klagen Fibromyalgie-Patienten gehäuft über Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Traurigkeit, Missempfindungen, Schwindelgefühle, diffuse Bauchbeschwerden, Stuhlunregelmäßigkeiten, insbesondere Verstopfung, Menstruationsschmerzen und trockenes Auge, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Herzbeschwerden und gehäufte Infektanfälligkeit. Viele der Fibromyalgie-Patienten sind übergewichtig (adipös). Häufig sind die Beschwerden so zahlreich, dass es schwierig ist, diese alle zu erfassen. Patienten, die schon länger unter ihrer Fibromyalgie leiden, haben oft eine regelrechte Operations-Odyssee hinter sich!

Viele Fibromyalgie-Patienten fühlen sich von ihrem Arzt nicht richtig verstanden. Manche trauen sich gar kaum von ihren massiven Muskelschmerzen zu berichten, weil sie selbst dieses Symptom inzwischen für unglaubwürdig halten.

Diagnose der Fibromyalgie

Das Fibromyalgie-Syndrom ist primär eine klinische Ausschlussdiagnose, d.h. die Diagnose Fibromyalgie wird gestellt, wenn zahlreiche andere Erkrankungen als Ursache der Schmerzen ausgeschlossen wurden. Die wichtigsten Kriterien für die Fibromyalgie-Diagnose sind:

  • mindestens drei Monate anhaltende lokalisierte Schmerzsyndrome an mehr als drei Stellen des Bewegungsapparates,
  • Nachweis von Tendomyosen sowie Tendinosen und Insertionstendinosen (mind. 5) einschließlich Schmerzen im Bereich der Übergänge zwischen Brustbein und Rippen.

Liegen die für eine Fibromyalgie typischen Symptome vor, werden 18 festgelegte Punkte (sog. Tender-points) auf ihre Druckschmerzhaftigkeit überprüft. Sind mindestens 11 dieser Schmerzpunkte deutlich druckschmerzhaft, wird die Diagnose Fibromyalgie gestellt. Sind weniger Schmerzpunkte vorhanden, handelt es sich möglicherweise um ein beginnendes Fibromyalgie-Syndrom. Die Laborwerte der Patienten zeigen normalerweise keine besonderen Auffälligkeiten.

Bevor die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird, müssen verschiedene Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zu nennen sind insbesondere rheumatische Erkrankungen, Polymyalgia rheumatica, Arthrosen, Osteoporose, Metastasen und psychiatrische Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es fließende Übergänge zum chronischen Müdigkeits-Syndrom und zur multiplen Chemikalienunverträglichkeit (MCS). Manche neurologischen Ausfälle lassen auch an eine Multiple Sklerose denken. Überschneidungen von Symptomen gibt es auch mit der Depression.

Entstehung der Fibromyalgie

Abb. 1 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 1 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 2 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 2 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 3 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 3 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 4 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]
Abb. 4 Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]

1. Entstehung und Wirkung einer chronischen Stressreaktion

Bis heute ist unklar und heftig umstritten, was die Fibromyalgie verursacht. Wir gehen davon aus, dass bei der Entstehung verschiedene Ursachen zusammenspielen und eine chronische Stressreaktion, die nicht richtig ausgeglichen werden kann (sog. dekompensierte Stressreaktion) eine wesentliche Rolle spielt. (s. Abb. 1). Möglicherweise gibt es auch verschiedene Untergruppen von Fibromyalgie-Kranken, bei denen unterschiedliche Ursachen zum Tragen kommen.

Wir haben beobachtet, dass sich bei über 80 Prozent der Fibromyalgie-Patienten ein schweres Trauma in der Kindheit findet und sich häufig zumindest ein Teil der Beschwerden bis in die Kindheit hinein zurückverfolgen lässt. Sehr häufig ist ein Elternteil früh verstorben oder/und es gab sexuellen Missbrauch, körperliche oder seelische Misshandlungen. Gelegentlich hatten die Patienten auch sehr belastende Kriegserlebnisse. Dies führt zu einer Erhöhung der Wachsamkeit und dies wiederum zu einer chronischen Stressreaktion.

Nahezu alle diese Fibromyalgie-Patienten weisen Störfelder im Sinne der Neuraltherapie nach Huneke auf. Störfelder sind Regionen im Körper, die andernorts Beschwerden hervorrufen oder unterhalten (wie ein Störsender). Neben Narben sind hier besonders der Zahn-Mund-Kiefer-Bereich (Zahnstörfelder), die Nasennebenhöhlen und der Urogenitalbereich hervorzuheben. Solche Störfelder stellen für den Körper ebenfalls chronischen Stress dar.

Durch chronischen Stress verändert sich die Konzentration verschiedener Botenstoffe des Nervensystems (sog. Neurotransmitter). Dies gilt für Serotonin, Tryptophan, Melatonin, ACTH und die Substanz P. Die erhöhte Serotoninkonzentration bewirkt eine erhöhte Schmerzwahrnehmung durch die Substanz P, welche den Muskelschmerz übermittelt. Infolge der erhöhten Wachsamkeit und der chronischen Stressreaktion wird die allgemeine Muskelspannung angehoben. Dadurch nimmt die Sauerstoffzufuhr ab und der anaerobe, d.h. ohne Sauerstoff ablaufende, Stoffwechsel zu. Bei dieser Form des Stoffwechsels fällt vermehrt Milchsäure an, was wiederum eine Zunahme der Schmerzwahrnehmung durch Substanz P zur Folge hat. Die vermehrten Muskelschmerzen führen in einem Teufelskreis wiederum zu einer erhöhten Muskelspannung. Das bedeutet für den Patienten erneut chronischen Stress. Folgen sind u.a. eine leichtere Ermüdung und eine vermehrte depressive Reaktion. (Abb. 2)

Diese Patienten reagieren aufgrund der chronischen Stressreaktion auf verschiedenste Reize mit einer überschießenden mäßigen Ausschüttung des Stresshormons ACTH (Adrenokortikotropes Hormon). ACTH regt u.a. die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Glukokortikoiden (wie Cortisol) an. Bei diesen Menschen wird bereits durch kleine Reize eine Stressreaktion in Situationen ausgelöst, in denen es "eigentlich" nicht nötig ist. Möglicherweise rührt dies daher, dass zur Zeit des kindlichen Traumas eine Stressreaktion äußerst sinnvoll, vielfach sogar überlebenswichtig war. Später wurde dieses auf langfristige Sicht ungünstige Reaktionsmuster vom Körper jedoch beibehalten.

Die erhöhte ACTH-Ausschüttung führt zu einem erhöhten Cortisolspiegel. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt, die Infektanfälligkeit steigt. Außerdem begünstigt der hohe Cortisolspiegel eine Fehlbesiedlung des Darms. Durch die folgende Zerstörung der E. coli-Bakterien wird das in ihnen enthaltende Endotoxin-Lipid-A freigesetzt. Endotoxin-Lipid-A ist hochgiftig für die Darmwand. Möglicherweise ist es für die Entstehung von Müdigkeit, Depressionen, Parästhesien (wie z.B. Taubheitsgefühl und Kribbeln), Temperaturerhöhung, Konzentrationsstörungen und Herzrhythmusstörungen zumindest mitverantwortlich. Außerdem führt Endotoxin-Lipid-A möglicherweise zu einer veränderten Durchlässigkeit der Darmwand. Dadurch wird das Immunsystem des Darmes gestresst und die Entstehung von Nahrungsmittelallergien begünstigt.

Eine schlechtere Abwehr begünstigt möglicherweise die Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori. Helicobacter pylori gilt als Risikofaktor für Magengeschwüre und Magenkrebs. Behandelt werden Helicobacter pylori-Infektionen üblicherweise mit zwei Antibiotika und einem Magensäureblocker.

Auch eine Dauerbelastung durch Umweltbelastungen (Noxen) und Mikroorganismen begünstigen eine chronische Stressreaktion und schwächen das Immunsystem. Zu nennen sind hier insbesondere Amalgam, Lindan, PCB, chronische Virus-, Bakterien- und Pilzinfektionen (s. Abb. 3).

2. Dekompensation der chronischen Stressreaktion

Erfahrungsgemäß "funktionieren" die meisten dieser Patienten lange Zeit im gesellschaftlichen Leben und leisten häufig überdurchschnittlich viel. [Mehr dazu im Artikel „Vom Leistungsträger zum Burnout-Patienten“] Irgendwann kommt es jedoch zur Dekompensation, d.h. der Körper kann die dauerhafte Überlastung nicht mehr ausgleichen. Wegen ihrer massiven Beschwerden können die Betroffenen nicht mehr arbeiten. Die Suche nach Hilfe bei verschiedenen (Fach-) Ärzten und Heilpraktikern beginnt. Wir denken, dass zu dieser Dekompensation mehrere Faktoren beitragen:

  • Häufig geht ein erneutes belastendes biografisches Ereignis der Dekompensation voraus. Manchmal gab es auch eine starke Erinnerung an frühere Traumata.
  • Häufig bringt ein ,,Zweitschlag" das System aus dem Gleichgewicht. Zu nennen sind hier das Auftreten (und die Therapie) von Krebserkrankungen sowie Operationen.
  • Eine akute Belastung mit Amalgam, insbesondere nach einer Amalgamsanierung ohne entsprechenden Schutz und gleichzeitige Ausleitung kann, wie eine akute Belastung durch Umweltgifte oder Krankheiterreger, zu einer Dekompensation führen. Alle drei Faktoren können, wenn es sich um eine langjährige Einwirkung handelt, zu einer chronischen Stressreaktion mit den oben beschriebenen Folgen führen (s. Abb. 4).

Abb. 1-4
Fibromyalgieentstehungs- und Therapiemodell [nach G. Bock]

Ganzheitliche Fibromyalgie-Therapie

ganzheitsmedizinische Konzept
Abb. 5

Viele Fibromyalgie-Patienten sind mit Amitryptilin vorbehandelt, das bei Depressionen und langfristigen Schmerzbehandlungen eingesetzt wird. Einige von ihnen berichten über eine Besserung. Allgemein wird eine Besserung der Beschwerden um 30 Prozent beschrieben. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR sind in der Regel wirkungslos.

Bewährt hat sich nach unserer Erfahrung das folgende ganzheitsmedizinische Konzept, das insgesamt 19 Punkte enthält (s. Abb. 5):

  1. Besonders wichtig ist es, die Fibromyalgie-Patienten empathisch anzunehmen, ihnen ihre Beschwerden zu glauben und diese ernst zu nehmen.
  2. In einfühlsamen Gesprächen sollten Fibromyalgie-Patienten, über das in der Vergangenheit Erlebte und aktuelle Konfliktsituationen reden können. Viele von ihnen spüren die heilende Wirkung des Weinens. Häufig sind auch familiensystemische Hinweise im Sinne von Bert Hellinger sehr hilfreich.
  3. Eine wichtige Rolle in unserem Therapiekonzept spielt Bewegung. Durch Krankengymnastik können Fibromyalgie-Patienten einen positiven Zugang zur – für sie zunächst schmerzhaften – Bewegung bekommen. Darüber hinaus ermuntern wir unsere Patienten zu regelmäßigen Spaziergängen in der Natur nach bei Tageslicht (Vitamin D3-Bildung).
  4. Durch Akupunktur 2-bis 5-mal pro Woche lassen sich Schmerzen und andere Beschwerden bei einer Fibromyalgie oft lindern. Die Stimmung und das Immunsystems können hierdurch gut gebessert und Muskelverspannungen gelindert werden. Besonders bewährt haben sich u.a. die Punkte LG 20, PaM 1, Di 4, Lu 7, MP 6, Gb 36, M 42, Le 2 und Le 3.
  5. Nach einer Neuraltherapie nach Huneke etwa 2- bis 5-mal pro Woche an druckschmerzhafte Punkte, Muskel- und Sehnenansätze, in knötchenförmige Muskelverhärtungen (sog. Myogelosen), in YNSA-Zonen und spezielle, indikationsabhängige Punkte beobachten wir bei Fibromyalgie-Patienten immer wieder eine deutliche Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden. Gleichzeitig lassen sich hiermit vorhandene Störfelder entstören. Wichtig ist hier insbesondere eine Entstörung der Zahnstörfelder.
  6. Durch gezielte Elektroneuraltherapie nach Croon 2- bis 5-mal pro Woche kann in der Regel das Energieniveau von Fibromyalgie-Patienten deutlich gebessert werden. Auch lassen sich Störfelder gut therapieren und das Immunsystem profitiert. Zur Verlaufskontrolle führen wir nach je 10 Behandlungen einen Elektroneuraltest nach Croon durch. Dieser Test zeigt das Energieniveau, noch vorhandene Störfelder und weist auf "Schwachstellen" der Patienten hin.
  7. Tägliche feuchtheiße Leberwickel zur Verbesserung der Entgiftungsfunktion der Leber sind einer weiterer Bestandteil unseres Konzeptes. Möglicherweise ist ein Grund für die wohltuende Wirkung der Leberwickel die verbesserte Entgiftung. Darüber hinaus wirkt der Leberwickel antidepressiv und schlaffördernd.
  8. Zur Anregung der Entgiftung über Leber und Nieren kommen verschiedene homöopathische Präparate in Frage. Bei einer Amalgambelastung setzen wir z.B. Berberis D12 oder Komplexpräparate wie Phönix solidago und Ceres Taraxacum comp. ein. Ausleitend wirken auch Vitamin C und Selen. Manche Fibromyalgie-Patienten berichten über eine Erstverschlimmerung. Eine Ausleitung mit dem Chelator DMPS wird von uns selten durchgeführt, da die massive Schwermetallmobilisation eine deutliche Beschwerdezunahme bei Fibromyalgie-Patienten verursachen kann.
  9. Schröpfmassagen, Baunscheidt-Therapie und Massagen verbessern über die reflektorische Wirkung hinaus die Durchblutung der Muskeln, was zu einem vermehrten Abtransport von Schmerzstoffen mit nachfolgender Schmerzlinderung und Entspannung bei Fibromyalgie-Patienten führt.
  10. Ein weiterer Bestandteil unserer Fibromyalgie-Therapie ist das Heilfasten. Hierdurch wird sehr intensiv entschlackt. Der Darm wird entlastet und kann sich wieder regenerieren. Möglicherweise ist ein weiterer Mechanismus der beschwerdelindernden Wirkung des Heilfastens eine bessere Immunlage. Je nach Befund kann mit einer Symbioselenkung eine normale Darmflora aufgebaut werden.
  11. Danach erhalten die Fibromyalgie-Patienten bei uns in der Regel Haysche Trennkost. Durch diese ausgewogene, ballaststoffreiche und naturbelassene Ernährung fühlen sich viele Fibromyalgie-Patienten deutlich wohler. Die Trennkost ist reich an Basenbildnern und sekundären Pflanzenwirkstoffen.
  12. Eine einmal wöchentliche Eigenbluttherapie dient der Stärkung des Immunsystems.
  13. Homöopathisch aufbereitete, aus Tieren gewonnene (xenogene) Präparate dienen je nach Indikation der Immunsystemstärkung oder Verbesserung der Hirnfunktion.
  14. Mehrmals wöchentlich angewandte Kneipp‘sche Güsse oder aufsteigende warme Schiele-Fußbäder können bei Fibromyalgie die Abwehrkräfte stärken und die Entspannung und Ausleitung fördern.
  15. Mit Fußreflexzonenmassage versuchen wir, besonders belastete Körperregionen zur Regeneration anzuregen.
  16. Wir bieten Fibromyalgie-Patienten zweimal wöchentlich Autogenes Training sowie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson zur Entspannung an. Diese können die Fibromyalgie-Patienten auch zu Hause gut durchführen.
  17. Johanniskraut hat neben seiner antidepressiven Wirkung auch eine antimikrobielle Wirkung, die bei einer chronischen Belastung mit Krankheitserregern hilfreich sein kann.
  18. Wir ermutigen die Patienten, die positiven Seiten ihrer Erkrankung anzuschauen. Viele von ihnen sind, nicht zuletzt wegen ihrer Biografie, sehr feinfühlig, nehmen Veränderungen früh wahr und besitzen enorme künstlerische Fähigkeiten.
  19. Bei der Gabe von Natriumbicarbonat zur Entsäuerung streben wir einen Urin-Ziel-pH von 7,0 bis 7,4 an (einmal am Tag).

Ergebnisse der ganzheitlichen Fibromyalgie-Therapie

Nach unserer Erfahrung können mit diesem ganzheitlichen Konzept bei etwa 70 Prozent der Fibromyalgie-Patienten innerhalb von drei bis vier Wochen die Schmerzen um ca. 60 bis 80 Prozent verringert werden. Auch die oft zahlreichen Begleitsymptome der Fibromyalgie können durch einen solchen ganzheitlichen Ansatz deutlich gebessert, teilweise auch ganz beseitigt werden. Die Fibromyalgie-Patienten fühlen sich wesentlich kräftiger, ausgeglichener, die depressive Erschöpfung ist in der Regel nicht mehr vorhanden. In Anbetracht des oft langjährigen und sich in der Regel ambulant und stationär als therapieresistent erwiesenen Beschwerdebildes ist dies für die Patienten oft ein großer Gewinn.

Literatur zur Fibromyalgie

  • G. W. Bock, T. Heintze: Fibromyalgie-Syndrom –ein ganzheitsmedizinisches Entstehungs- und Therapiemodell, Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren, 42, 5, 2000
  • Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung - Arztmappe 1998/99, 7. Auflage, S. 124
  • ACR-Tender-Points. Med. Welt 41 (1990) 1026-1033

Dr. Guido W. Bock
Redaktion: Dr. rer. nat. Inge Ziegler

Kommentare

Franziska Schwer aus Freiburg, 05.05.2014:
Bei allem was ich über Fibromyalgie gelesen habe, kommt so scheint mir, sehr viel auch aus der Psyche, macht es Sinn sich mit Hypnose behandeln zu lassen? Habe Heilfasten gemacht 15 Tage und war danach komplett schmerzfrei so wohl ging es mir seit 10 Jahren nicht mehr, ich bin so glücklich darüber gewesen das mich jeder ansprach wie gut ich aussehen würde meine Augen würden so strahlen(es war nur die Schmerzfreiheit). Leider schleichen sich nachdem ich wieder esse die Beschwerden langsam wieder ein (obwohl ich mich absolut gesund ernähre kein Fleisch keine Wurst Bioladen). Jetzt bin ich natürlich am Boden zerstört, was mich total demotiviert ich bin nicht mehr in der Lage meine Aufgaben zu erledigen nur noch die die zum Erwerb notwendigen funktionieren mit viel Überwindung noch einigermaßen gut. Wäre dankbar für eine Antwort.
Mit freundlichen Grüßen Franziska Schwer
Anne, 30.01.2014:
Ich behandele viele Fibromyalgie-Patientinnen mit Craniosacral-Therapie und Osteopathie. Anfänglich 1-2 mal pro Woche später weniger oder nur noch nach Bedarf. Meine Patientinnen berichten von zunehmender Beschwerdefreiheit. Eine schöne Ergänzung zu dem, was die Betroffenen selber tun können. :-)
Kommentar hinzufügen



Mailadresse dient möglichen Rückfragen durch die Redaktion.
Sie wird nicht veröffentlicht.


Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
Der Inhalt von naturheilmagazin.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Im Übrigen verweisen wir auf die Geltung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB

Krankheiten A-Z