„HypnoBirthing“ nimmt werdenden Müttern die Angst vor der Geburt

Spezielles Entspannungstraining hilft Schwangeren bei der Schmerzreduzierung:In den USA seit zwanzig Jahren erfolgreich: „HypnoBirthing“ nimmt werdenden Müttern die Angst vor der Geburt

„HypnoBirthing“ nimmt werdenden Müttern die Angst vor der Geburt

RWmedia - René Wagner, Presse

Eine natürliche, friedliche und entspannte Geburt – ein solches Erlebnis wünscht sich jede schwangere Frau. Doch oft haben viele Mütter so große Angst davor, dass drei Reaktionen im Körper ausgelöst werden: Die Muskeln verkrampfen sich, die Durchblutung wird reduziert, Stress-Hormone werden ausgeschüttet – als Konsequenz steigert sich der Geburtsschmerz. Eine in den USA seit zwanzig Jahren erprobte Entspannungsmethode hilft auch werdenden Müttern in Deutschland, Angst vor der Geburt abzubauen und Schmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen. „HypnoBirthing“ arbeitet mit speziellen Atemtechniken, Tiefenentspannung, Selbsthypnose und positiven Visualisierungen. Die Effektivität zeigt: Bei der Mehrzahl der Geburten entfällt der Einsatz von Schmerzmitteln.

Entwickelt von der US-Amerikanerin Marie Mongan – selbst  Hypnotherapeutin und mehrfache Mutter – als Geburtsvorbereitung für das erste Kind ihrer Tochter, hat sich aus der HypnoBirthing-Methode ein Programm entwickelt, das mittlerweile von über 1000 Kursleitern in vielen Ländern der Welt angeboten wird.

So auch von der Bielefelder Expertin Dr. Christiane Engelhardt: „Die Erfahrungen mit HypnoBirthing in den USA sind ganz erstaunlich. Im Jahr 2007 benötigten über 70 Prozent der Frauen, die sich mit dieser Methode auf ihre Geburt vorbereitet hatten und ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt brachten, keine Medikamente oder Schmerzmittel.“

Dabei ist die Erkenntnis eher naheliegend, aber ihre Auswirkung groß: Schon 1933 zeigte der britische Gynäkologe Dr. Grantly Dick-Read in seinem Buch „Childbirth without fear“ (deutscher Titel: „Mutterwerden ohne Schmerz“), dass Angst und Anspannung einen wesentlichen Einfluss auf das Schmerzempfinden während der Geburt hat. Für Marie Mongan war Dick-Reads Buch die „Initialzündung“ zur Entwicklung der Methode, die längst über 10.000 Geburten angstfrei zum Erfolg geführt hat.

Mehr noch: Eine Studie des HypnoBirthing-Instituts ergab, dass die Kaiserschnitt-Rate bei Geburten von Frauen, die sich auf diese Weise vorbereitet hatten, deutlich geringer war als bei herkömmlichen Geburten. Zudem waren während der Wehen wesentlich seltener Eingriffe jedweder Art notwendig, z.B. durch Schmerz- oder Wehenmittel. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht ebenfalls im Vergleich deutlich geringer.

Christiane Engelhardt weist noch auf einen weiteren Vorteil hin: „Durch HypnoBirthing können Babys in Steißlage dazu bewegt werden, sich zu drehen – und das ganz ohne Manipulation von außen.“ Eine Studie der University of Vermont Medical School und der Arizona University School of Medicine mit 200 Teilnehmerinnen (alle mit einem Baby in Steißlage, mindestens in der 36. Schwangerschaftswoche) kam zu einem interessanten Ergebnis: In der Gruppe mit 100 Frauen, die ein Entspannungstraining mit Hypnotherapie erhielten, hatten sich 81 % der Babys in die richtige Geburtsposition gedreht – gegenüber nur 26 % in der Vergleichsgruppe ohne Therapie.

Mütter aus den Regionen Bielefeld, Wuppertal, Düsseldorf und Köln, die sich für HypnoBirthing interessieren, können sich an Christiane Engelhardt wenden – die Expertin gibt regelmäßig Kurse zum Thema und berichtet beispielsweise am 26. März ab 19.30 Uhr in der Volkshochschule Gütersloh in einem Vortrag über ihre Erfahrungen. Weitere Termine und Informationen liefert die Webseite www.entspanntegeburt.de.

Wie anders das Geburtserlebnis mit Hyponbirthing sein kann, zeigt sehr eindrucksvoll ein Erfahrungsbericht beim www.netzwerk-frauengesundheit.com.