Burnout - Nein danke!

Burnout - Nein danke!

45:56 min
Unsere erste Talkshow der Komplementärmedizin im Rahmen der Gesundheitslounge befasst sich mit dem spannenden Thema „Burnout - Nein danke!".

Autor/en dieses Beitrages:
Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Jung, FA. für Innere Medizin aus Gleishorbach

Erschöpft, müde, ausgebrannt? - Burnout

Statistisch gesehen ist Burnout die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts und betrifft alle Gesellschaftsschichten. Frauen und Männer sind in gleichem Maße von Burnout gefährdet. Dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen zufolge sind die Krankheitstage aufgrund des Burnout-Syndroms zwischen 2004 und 2011 um das 18-Fache gestiegen. Doch was ist eigentlich Burnout? Wie erkennt man Anzeichen und Warnhinweise? Und was kann dagegen getan werden?

Die Gesundheitslounge Berlin - "Burnout - Nein danke!"

Die erste 45-minütige Sendung der Talkshow der Komplementärmedizin im Rahmen der Gesundheitslounge Berlin befasst sich mit dem Thema "Burnout - Nein danke!".

Burnout, der Zustand der vollständigen körperlichen und seelischen Erschöpfung, ist die Folge einer anhaltenden Überforderung, die beispielsweise beruflichen oder sozialen Ursprungs sein kann. Es ist die Kombination von verschiedenen Faktoren, die dazu führen, dass Menschen in eine chronische Erschöpfung gelangen. Burnout hat sich insbesondere in den westlichen Industrienationen zu einer Volkskrankheit entwickelt. Als reine Managerkrankheit kann das Leiden jedoch längst nicht betrachtet werden, da es schlichtweg jeden treffen kann.

In die erste Talkrunde der Gesunheitslounge Berlin hat sich die Moderatorin Silke Samel, die 23 Jahre für das Fernsehen der ARD als Redakteurin, Reporterin und Moderatorin national und international tätig war, vier Burnout-Experten eingeladen, die das Thema "Burnout" mit einem ganzheitlichen Blick betrachten. Jedes Gespräch trägt zur Aufklärung, Sensibilisierung und grundlegenden Wissensvermittlung in der Öffentlichkeit bei und unterstützt die Förderung einer gesünderen ganzheitlichen Lebensweise in der Bevölkerung.
Die Ergebnisse der Forschung belegen, dass nur ganzheitliches Vorgehen dem Menschen helfen kann aus dem Burnoutprozess heraus zu finden. Nur allein Gespräche zu führen oder nur Sport zu treiben oder allein nur auf Entspannung zu achten, führt nicht aus dem "Hamsterrad".

Eingeladen sind zu einem Get-together der Experten vor der Kamera zum Thema "Burnout - Nein danke!" in einer interessanten Gesprächsrunde Dr. med. Gabriele Zell, Ärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Koblenz; Professor Dr. med. Klaus Jung, Arzt für Innere Medizin, Sportmedizin und Naturheilverfahren aus Gleishorbach, der zudem seit Jahrzehnten Experte für Sauerstofftherapien und Energiestoffwechsel ist und wissenschaftlicher medizinischer Beirat von AIRNERGY; Dr. med. Wilfried Bieger, Neurostress-Experte und Arzt für Laboratoriumsdiagnostik aus München, der durch die gezielte Aminosäuretherapie stressbedingte Erkrankungen behandelt; Bernd Schmid aus Ulm, der als Unternehmenscoach u.a. Burnoutcoaching für Unternehmen anbietet, damit diese präventive Maßnahmen ergreifen können und somit verhindern, dass ihre Mitarbeiter seelisch krank werden, und Dr. Karin Pirc, Leitende Ärztin der Maharishi Ayurveda Privatklinik in Bad Ems, die Burnout-Patienten behandelt durch verschiedene Verfahren der Vedischen Medizin, die auf uraltem Wissen der indischen Kultur beruht.
Die Gäste sprechen u.a. darüber, wer von Burnout betroffen sein kann, woran man ein Burnout-Syndrom erkennt, wie man es behandelt, was man für sich selbst tun kann, d.h. wie schütze ich mich vor Frustration und Erschöpfung in der Familie und am Arbeitsplatz, wie kann die Spirale in die Stress- und Burnoutfalle gestoppt werden, wie gelingt uns ein Leben in Balance. Am Ende der Sendung gibt Dr. Annette Kerckhoff, Gesundheitswissenschaftlerin aus Berlin, praktische Gesundheitstipps unter dem Motto "Naturheilkunde für zu Hause".

RÜCKBLICK: Live-Chat vom 7.8.2013 zum Thema "Burnout - Nein danke!

Herzlich willkommen zum ersten Expertenchat von naturheilmagazin.de!
Unsere Experten standen den Nutzern im moderierten Live-Chat Rede und Antwort zu Fragen rund um das Thema Burnout.

Solvejg Buschek, Moderation:
Guten Abend und herzlich Willkommen im Live Chat zur Sendung „Burnout – Nein Danke“. Mein Name ist Solvejg Buschek, ich arbeite bei brainworkers & more, den Produzenten der Gesundheitslounge Berlin. Ich werde Sie durch diesen Chat begleiten.

Nicole Renneberg:
Guten Abend Frau Buschek, ich freue mich auf ein anregendes Gespräch und bin gespannt.

Solvejg Buschek, Moderation:
Heute Abend sind folgende Experten aus der Sendung im Chat anwesend und werden Ihre Fragen beantworten: Professor Dr. Klaus Jung, Arzt für Innere Medizin, Sportmedizin und Naturheilverfahren aus Gleishorbach, und  Bernd Schmid, Unternehmenscoach aus Ulm.

Solvejg Buschek, Moderation:
Es sind alle Experten anwesend und es können die ersten Fragen gestellt werden!

Solvejg Buschek, Moderation:
Woran erkenne ich, dass ich nicht mehr einen „normalen“ Stresszustand habe, sondern schon an einem Burnout leide? Ab wann sollte ich mir Hilfe holen?
Diese Frage erreichte uns vorab per E-Mail und wird uns Herr Prof. Jung beantworten.

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Prinzipiell wäre eine Prävention die beste Strategie. Also sollten Sie möglichst früh einen Experten zu Rate ziehen. Die typischen Symptome sind: Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Depression, besonders wenn sie länger als mehrere Monate anhalten.

Heike:
Meine Schwester arbeitet seit 2 Jahren in einem neuen Job, schläft viel zu wenig, arbeitet permanent zu viel, hat Bluthochdruck. Was kann ich ihr raten?

Bernd Schmid, Coach:
Gerade in einem neuen Job will man natürlich alles besonders gut machen. Ich empfehle Ihnen, ein Gespräch mit Ihrem Chef zu führen und die Ziele gemeinsam zu definieren. Sie dürfen offen die Gründe nennen, warum Sie ständig Überstunden machen müssen und am besten einen Lösungsvorschlag vom Chef machen lassen.

Heike:
Vielen Danke für die Antwort, ich werde es ansprechen.

Susanne:
Mich würde interessieren welche Ursachen ein Burnout hat? Was kann zu einem Burnout führen?

Bernd Schmid, Coach:
Ursachen von Burnout. Eine Voraussetzung, dass ein Burnout entsteht, ist ein extremes Engagement. Denn nur, wer brennt, kann ausbrennen. Die Probleme entstehen dann, wenn derjenige merkt, dass Anspruch und Realität auseinanderklaffen. Anstatt die Aufgabenstellung in Frage zu stellen, stellt der Betreffende sich selbst in Frage und erhöht nochmals seinen Einsatz. Dies ist der Beginn einer Teufelsspirale für eine Eskalation.

Anke:
Eine Frage an Prof. Jung: ab wann muss ich auf jeden Fall professionelle Hilfe hinzuziehen.

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Naja, das ist von Fall zu Fall etwas unterschiedlich. Wenn die Probleme zu- anstatt abnehmen, wenn den Angehörigen und Kollegen die stärker werdende Symptomatik auffallen, wenn der subjektiv empfundene Stress, das Ausgebranntsein ständig zunimmt, wenn sich zunehmend auch körperliche Symptome einstellen.

Solvejg Buschek, Moderation:
Folgende Frage, die uns per E-Mail erreicht hat, richtet sich an Herrn Prof. Jung: Sie sprachen von einer besseren energetischen Situation. Was genau ist das? Kann ich das auch alleine schaffen oder muss ich mir dafür Hilfe holen?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Jede Zelle unseres Körpers braucht Energie, um ihre Aufgaben vollziehen zu können. Dazu ist Sauerstoff nötig, der oft fehlt (Krankheit, Stress, Alter...). Ja, sie können selbst dazu beitragen durch Entspannung (jeden Tag eine halbe Stunde Urlaub), angepasste Ernährung, körperliche Ertüchtigung und eventuell durch technische Hilfe (Spirovitalisierung).

Anke:
Wie schaffe ich als Chef in einer Firma oder in meiner Abteilung ein Klima, das Burnout vermeidet.

Bernd Schmid, Coach:
Als Chef sollten Sie ein Klima schaffen, das konstruktive Kritik möglich macht. Das heißt, dass Mitarbeiter sich nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn eine sachliche Kritik geäußert wird. Natürlich gehört dazu, dass Sie als Chef auch bereit sind, eine konstruktive Kritik entgegen zu nehmen. Das schafft ein Umfeld gegenseitiger Wertschätzung und vermeidet die nicht zielführende Suche nach den Schuldigen, wenn etwas schief geht.

Solvejg Buschek, Moderation:
Eine weitere Frage, die uns gestellt worden ist, lautet: Wenn ich merke, dass mir meine Arbeit zu viel wird, soll ich dann meinen Arbeitergeber darüber informieren? Ich habe Angst, dass ich dann meinen Job verliere. Wir haben keinen Betriebsrat, was kann ich tun?

Bernd Schmid, Coach:
Wenn ich merke, dass mir meine Arbeit zu viel wird, sollte ich trotzdem das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen. Das Absichern über den Betriebsrat schafft von vornherein eine Situation der Konfrontation anstatt der gemeinsamen Lösungssuche. Ich bin überzeugt, dass viele Chefs froh sind, wenn sie ehrliche und offene Informationen erhalten! Die Angst vor einer Kündigung ist oft unberechtigt und es hilft niemandem - am wenigsten der Firma - wenn dem Chef vorgespielt wird, dass man alles im Griff hat, obwohl die Mitarbeiter bereits am Rande Ihrer Kräfte angelangt sind!

Nicole Renneberg:
Ab wann spricht man von ernst zunehmenden Schlafproblemen?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Das Schlafbedürfnis ist unterschiedlich. Schlafprobleme zeigen sich, wenn sie morgens aufwachen und (noch) müde sind und das auf Dauer, dann ist es so weit. Hilfe kann abends Entspannung, Kneipptherapie, Spaziergang, Musik o.ä. bringen.

Anke:
Wann muss ich wirklich klinische Hilfe in Anspruch nehmen? Wann reicht eine ambulante Betreuung?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Das hängt von der Schwere ab und sollte von dem behandelnden Hausarzt zusammen mit Ihnen (und den Angehörigen) entschieden werden.

Solvejg Buschek, Moderation:
Eine weitere Frage, die uns erreicht hat, lautet: Was kann ich tun, wenn ich keine Zeit für Entspannung habe? Frau Dr. Zell sprach vom „in die Gegen starren“. Dafür habe ich wirklich keine Zeit. Ich bin alleinerziehend und muss meinen Job machen.

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Und wenn Sie ganz ausfallen würden, was dann? Vielleicht findet sich ja doch Zeit, vielleicht mit den Kindern zusammen.

Solvejg Buschek, Moderation:
Eine weitere Frage lautet: Frau Dr. Zell hat über die Bedeutung der frühkindlichen Prägung in Bezug auf eine spätere mögliche Burnout-Erkrankung gesprochen. Was kann ich tun, um mein Kind dahingehend zu stärken bzw. woran erkenne ich, dass ich die Bedürfnisse meines Kindes nicht genügend wahrnehme oder unsere Bindung nicht stark genug ist?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Die Bindungen ändern sich im Verlaufe des Lebens. Wichtig ist immer wieder Kontakt zu suchen, sich Zeit zu nehmen, miteinander zu reden...

Heike:
Hilft denn gesunde, ausgewogene Ernährung gegen Burnout?

Bernd Schmid, Coach:
Ausgewogene Ernährung und genügend Zeit zur Nahrungsaufnahme helfen sicherlich, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und weniger anfällig für Burnout zu sein. In einem fortgeschrittenen Prozess-Stadium sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich!

Anke:
Burnout ist nicht nur ein Problem von Berufstätigen. Die überlastete Mutter zu Hause denkt wahrscheinlich zuletzt an Burnout. Was können Sie ihr raten?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Vorteil der Mütter ist ihr sehr abwechslungsreicher 'Beruf', nicht nur Stress, auch Erfolgserlebnisse, kein Vorgesetzter, der dauernd verlangt und überfordert. Eine spontane Selbstregulation ist hier eher möglich.

Anke:
Das Problem der Hausfrau und Mutter ist, dass die Bestätigung fehlt.

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Ja, da könnten die Männer (wie die Vorgesetzten) noch etwas mehr tun.

Heike:
Ich habe gelesen, dass Burnout-Patienten vorab oftmals an Depression leiden. Wie hängt das zusammen?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Nein, das ist so nicht richtig. Burnout kann mit Depression einhergehen, aber die Depression ist kein Vorstadium von Burnout.

Solvejg Buschek, Moderation:
Noch eine Frage: Wo finde ich Adressen? An wen kann ich mich wenden, wenn ich Hilfe brauche?

Prof. Dr. Jung, Arzt:
Der Hausarzt ist allemal der primäre Ansprechpartner. Er sollte weitervermitteln.

Bernd Schmid, Coach:
Bei unternehmensbedingten Burnout-Symptomen (Stress mit Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten) bietet es sich durchaus an, sich an einen erfahrenen Unternehmens-Coach zu wenden.

Solvejg Buschek, Moderation:
In Ergänzung können Sie auch gerne im Naturheilmagazin nach Kliniken, Ärzten, Therapeuten und Beratern in ihrer Nähe suchen.

Solvejg Buschek, Moderation:
Ich bedanke mich sehr herzlich bei unseren Experten Herrn Prof. Jung und Herrn Schmid für die Beantwortung unserer Fragen und allen Interessierten, die uns ihre Fragen gestellt haben. Wir wünschen allen Beteiligten einen schönen Abend.

Solvejg Buschek, Moderation:
Der nächste Live Chat wird Ihnen demnächst hier im Portal bekannt gegeben.

Silke Samel, Moderatorin
Dr. Gabriele Zell, Ärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Koblenz,
Dr. Wilfried Bieger, Neurostress-Experte und Arzt für Laboratoriumsdiagnostik aus München,
Bernd Schmid, Unternehmenscoach aus Ulm,
Dr. Karin Pirc, Leitende Ärztin der Maharishi Ayurveda Privatklinik in Bad Ems,
Dr. Annette Kerckhoff, Fachjournalistin für Gesundheit und Komplementärmedizin aus Berlin

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