Kinderernährung: Die neusten Trends unter der Lupe

Kinderernährung: Die neusten Trends unter der Lupe

Immer wieder tauchen neue Food-Trends auf, die Abwechslung in die Küche bringen. Auch bei der Kindernahrung gibt es öfter mal Neuerungen, die stets das eine Ziel haben: die Entwicklung des Kindes und seine Gesundheit fördern. Wir haben uns die neusten Trends der Kindernahrung einmal genauer angeschaut und verraten, ob sie wirklich so gut sind, wie sie versprechen. (Bildquelle: Fotolia.com © ilkercelik)

Neuste Trends der Kinderernährung

In Studien zum Thema Kinderernährung zeichnet sich immer wieder das gleiche Bild ab: Kinder ernähren sich zu fett- und zuckerlastig. Das ergab auch die EsKiMo-Studie (Ernährungsstudie als KiGGS-Modul), die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt wurde. Untersucht wurde das Essverhalten von 6- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen.

Heraus kam, dass die meisten Kinder zu viel energiedichte Nahrungsmittel essen, also Produkte mit zu vielen Kalorien, außerdem zu viele proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch und Wurst mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren.

Kinder ernähren sich zu stark von Süßigkeiten und süßen Getränken. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sowie Obst und Gemüse werden dagegen eher zu wenig gegessen und die empfohlenen Tagesmengen nur von den wenigsten erreicht.

Dem wollen die neusten Trends der Kinderernährung entgegenwirken. Vor allem verschiedene Convenience-Produkte rund um Obst und Gemüse sollen eine gesunde Ernährung fördern und dazu beitragen, dass Kinder freiwillig mehr gesunde Nahrungsmittel essen.

Baby-Led Weaning

Einer der neusten Trends in der Kinderernährung ist das sogenannte Baby-Led Weaning, das vom Kind bestimmte Abstillen. Entwickelt wurde das Konzept von der Britin Gill Rapley, selbst Hebamme, Stillberaterin und mehrfache Mutter.

Ab dem fünften Monat beginnt für Babys die Übergangsphase von der Muttermilch zur Erwachsenenkost. Für gewöhnlich füttern Eltern ihrem Kind zu Anfang Brei als Beikost, damit es sich allmählich an den Geschmack der neuen Nahrung gewöhnt. Das ist wichtig, weil die Milchnahrung den Ansprüchen eines wachsenden Babys ab etwa einem halben Jahr nicht mehr genügt. Allerdings tun sich viele Babys schwer mit der Umstellung auf Breinahrung.

Vorteile des Baby-Led Weanings

Eine Alternative dazu bietet das Baby-Led Weaning. Diese Methode verzichtet auf Brei und sieht es vor, dem Baby stattdessen Fingerfood anzubieten. Das können klein geschnittene Möhren, Kartoffeln, Nudeln oder frisches Obst sein. Es geht vor allem darum, dem Kind nicht vorzugeben, was es essen soll, sondern ihm im wahrsten Sinne freie Hand zu lassen. Das Baby soll sich nach Lust und Laune die Nahrung selber nehmen und entscheiden, was es essen möchte und wie viel. Damit geht auch einher, dass das Baby selbst bestimmt, wann es bereit für Beikost ist.

Die Vorteile des Baby-Led Weanings: Babys haben beim Essen die Möglichkeit, ihren eigenen Impulsen zu folgen. Beim Greifen nach dem Fingerfood üben sie ihre Feinmotorik und erleben das gemeinsame Essen mit der ganzen Familie. Außerdem geht das Konzept davon aus, dass Babys die Erwachsenenkost in Form von Fingerfood leichter annehmen als den Brei aus dem Gläschen. Die Hoffnung: Babys, die selbst entscheiden dürfen, was sie essen möchten, sind später aufgeschlossener Nahrungsmitteln gegenüber und nörgeln als Kind weniger am Tisch.

Kritik am Baby-Led Weaning

Rapleys Konzept wird in der Öffentlichkeit sehr kritisch betrachtet, unter anderem vom Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte (BKVJ). Er rät Eltern ausdrücklich vom Baby-Led Weaning ab. Der Grund: Eine Beikost nach dem Prinzip des Baby-Led Weaning kann Kindern schaden. Babys sind laut BKVJ noch nicht dazu in der Lage, sich selbst ausgewogen zu ernähren, sodass es durch das selbst gewählte Fingerfood auf Dauer zu einem Nährstoffmangel kommt.

Vor allem Eisen wird auf diesem Weg nur in sehr geringen Mengen aufgenommen, wenn das Baby nur an einem Stück Fleisch saugt. Zusätzlich sind aber die Eisenspeicher schon kurz nach dem Abstillen praktisch leer.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Beifüttern, bei dem das Stillen für die Versorgung mit Nährstoffen allmählich an Bedeutung verliert, hängt es beim Baby-Led Weaning vom feinmotorischen Geschick und vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes ab, wie viel Nährstoffe es aufnimmt.

Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Babys an zu großen Fingerfood-Stücken verschlucken, was sich in den bisherigen Beobachtungen allerdings nicht bewahrheitet hat. Doch die Hoffnung des Konzepts, dass Kinder später weniger beim Essen nörgeln und zu wählerisch sind, konnte ebenfalls bislang wissenschaftlich noch nicht bestätigt werden.

Kritik am Baby-Led Weaning

Die Mischung macht´s

Der Trend des Baby-Led Weanings ist also insgesamt mehr schlecht als recht für die Entwicklung eines Kindes. Die altbewährte Breinahrung sollte demnach auch weiterhin als Beikost beibehalten werden. Grundsätzlich ist es aber nicht verkehrt, Babys bei der Umstellung von Milch- auf feste Nahrung zusätzlich zum Brei immer wieder kleine Häppchen der Erwachsenenkost anzubieten.

Auf diese Weise können die Eltern die Vorteile beider Konzepte, der Breinahrung sowie des Baby-Led Weanings, miteinander kombinieren. Das Kind wird mit ausreichend Nährstoffen versorgt, lernt den Geschmack von Erwachsenkost kennen und kann seine Feinmotorik ausbauen, um eigenständig Essen zum Mund führen zu können. Dieser Mittelweg entspricht auch den Empfehlungen des BKVJ.

Quetschies

Für etwas größere Kinder heißt der neuste Trend „Quetschie“. Es handelt sich dabei um püriertes Obst in einem Quetschbeutel, das bei Kindern und Eltern gleichermaßen sehr beliebt ist. Bei Kindern, weil die Quetschies lecker schmecken und immer so schön bunt sind. Bei Eltern, weil die Quetschies ein praktischer Obstersatz sind und Eltern damit ein gutes Gewissen haben, wenn ihr Sprössling „richtiges“ Obst mal wieder verweigert.

Vorteile der kleinen Quetschbeutel

Quetschies werden in der Werbung als gesunder Obst-Snack für zwischendurch angepriesen und ist eine Art weiterentwickeltes Obstgläschen. Das freut natürlich Eltern und ihre Kinder gleichermaßen. Selbst die Kleinsten können so einen Quetschbeutel schon allein in der Hand halten und eigenständig aussaugen.

So sind Kinder frei bei der Entscheidung, wie viel sie davon auf einmal zu sich nehmen, und die Eltern müssen sie nicht unter Protest mit Obstgläschen füttern oder zum zehnten Mal erfolglos frisches Obst anbieten.

Quetschies sind bei den Kleinsten wie auch bei größeren Kindern sehr beliebt und werden gerne als kleine Zwischenmahlzeit angenommen. Das nimmt vielen Eltern die tägliche Sorge, dass ihr Kind nicht genügend gesundes Obst mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen isst.

Zudem sind die kleinen Quetschbeutel sehr praktisch für die Fahrt in den Urlaub und für Ausflüge auf den Spielplatz oder in den Wald. Sie nehmen nur wenig Platz ein und verursachen beim Verzehr keine Sauerei.

Versteckter Zucker und andere Nachteile

Doch für viele Produkte aus der Werbung gilt auch für Quetschies: So gesund, wie es behauptet wird, sind sie nicht. Zugegeben, gesünder als Kekse und Schokolade sind die Quetschbeutel schon.

Das Fruchtpüree aus dem Plastikbeutel zeigt jedoch in vielerlei Hinsicht nicht nur positive Aspekte. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet, enthalten Quetschies zu viel Zucker, um als gesundes Nahrungsmittel durchzugehen. Gemeint ist nicht der Fruchtzucker, der in gemäßigten Mengen nicht schädlich ist, sondern der versteckte Zucker, der nicht als Zusatz gilt, aber genauso ungesund ist wie Kristallzucker. Dabei gibt es gesündere Alternativen, die beim Selbermachen als Ersatz eingesetzt werden können.

Vor allem für die Kinderzähne ist zu viel Zucker nicht gut. Das gleiche gilt für die viele Säure, die in Quetschies enthalten ist. Die kommt daher, dass dem Fruchtbrei oft säurehaltiges Vitamin C zugefügt wird. Dadurch oxidiert das Obst nicht und bleibt frisch, außerdem darf das Produkt dann als gesund beworben werden.

Auch mit den Vitaminen in Quetschies ist das so eine Sache, denn zur Konservierung wird der Brei pasteurisiert und dabei gehen hitzeempfindliche Vitamine verloren. Es fehlen außerdem die wertvollen Vitamine und Nährstoffe, die sich direkt unter der Fruchtschale befinden. Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Verpackungsbestandteile im Laufe der Zeit in die Quetschies übergehen können. Ein weiterer Nachteil der Quetschies betrifft die Entwicklung des Kindes. Denn wenn ein Kind eher saugt und nuckelt anstatt zu kauen, kann es seine Kaumuskulatur nicht richtig ausbauen, was wiederum negative Folgen für die Sprachentwicklung hat.

Nicht zu verachten ist auch der Umweltaspekt. Schließlich produzieren die üblichen Quetschies jede Menge Müll.

Selber machen ist gesünder

Aufgrund des hohen Zucker- und Säuregehalts sollten Quetschies nicht als fruchtige Zwischenmahlzeit aufgefasst werden, eher als Süßigkeit. Dementsprechend selten sollten sie genascht werden. Quetschies sind also kein Ersatz zu Gläschen und frischem Obst. Wegen der kleinen Menge sind sie aber in Ausnahmefällen wie auf Reisen in Ordnung.

Es gibt eine gute Alternative zu Quetschies, die wesentlich gesünder ist, weniger Müll verursacht und kostengünstiger ist: einfach selber machen. Mit einem Mixgerät können Eltern zuhause den Obstbrei für ihre Kinder im Handumdrehen selber herstellen.

Der größte Vorteil dieser selbstgemachten Variante besteht darin, dass sie deutlich weniger Zucker enthält und dafür aus reiner Frucht besteht.

Am besten für die Gesundheit und Entwicklung eines Kindes ist immer noch frisches Obst. Oft lassen sich Obst-Muffel zu dem ein oder anderen Stück überreden, wenn Äpfel, Bananen und Co. als kreative Kreationen angeboten werden.

Selber machen ist gesünder

Food-Trends ja, aber nicht bei Kindern

Die verschiedensten Food-Trends bestimmen unseren Speiseplan: Da gibt es Vegetarier, die auf Fleisch verzichten und Veganer, die generell alle tierischen Produkte ablehnen. Dazu gesellen sich Anhänger der sogenannten Paleo-Diät, Frutarier und diejenigen, die sich glutenfrei ernähren wollen.

Paleo-konformes Essen verzichtet auf alles, was die Menschen in der Steinzeit noch nicht hatten: Getreide, Milch, Kartoffeln, Reis und Nudeln. Frutarier ernähren sich streng vegan und ausschließlich von Früchten, die auf natürliche Weise abfallen, bei der Ernte somit nicht beschädigt und nicht extra zum Verzehr gezüchtet wurden. Auf dem Speiseplan stehen also Beeren, Äpfel, Nüsse, Tomaten, Kürbisse, Hülsenfrüchte und Getreide.

Food-Trends ja, aber nicht bei Kindern

Manche sind darum bemüht, im Rahmen einer Low-Carb-Ernährung ihren Konsum an Kohlenhydraten zu reduzieren. Man kann also den kulinarischen Alltag auf vielfältige Weise gestalten. Doch in Bezug auf eine kindgerechte Ernährung ist da Vorsicht geboten.

Es gibt gute Gründe, warum Eltern ihre Kinder nicht nach Food-Trends ernähren sollten. Diese extremen Ernährungsweisen, bei denen auf bestimmte Nahrungsmittel vollständig verzichtet wird, haben in den meisten Fällen den großen Nachteil, dass damit keine ausgewogene Ernährung möglich ist.

Werden dem Kind bestimmte Lebensmittel von Anfang an vorenthalten, kann es sein, dass es langfristig an einer mangelnden Nährstoffversorgung leidet. Jedenfalls dann, wenn die fehlenden Nährstoffe nicht mit über andere Lebensmittel oder Notfalls über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden.

Die Ernährungsweise von Frutariern enthält zu viel Fruchtzucker, dafür fehlen ihnen häufig wichtige Mineralien, Proteine und Vitamine. Darunter sind:

  • Vitamin B12, das nur in tierischen Produkten vorkommt – ein Mangel führt zu neurologischen Veränderungen bis hin zu Schädigungen des zentralen Nervensystems
  • Vitamin D, ein Mangel macht die Knochen weich
  • Eisen, ein Mangel macht müde und blass
  • Kalzium, eine unzureichende Versorgung bei Kindern und Jugendlichen führt zu einer schlechten Knochenmineraldichte
  • Zink, ein Mangel führt zu vermindertem Wachstum, schlechterer Wundheilung, Immunschwäche und weiteren negativen Auswirkungen
  • Jod, das für Gewebewachstum und Zellteilung zuständig ist – ein Mangel führt bei Kindern zu Wachstumsstörungen und irreparablen Entwicklungsstörungen (Gehirn, Skelett, Organe)
  • Omega-3-Fettsäuren, ein Mangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen und neurologische Störungen (Depressionen, Alzheimer, ADHS)

Diese Nährstoffmängel können auch bei einer veganen Ernährungsweise auftreten.

Die Paleo-Ernährung ist sehr protein- und fettreich, dafür fehlen Kohlenhydrate. Kinder im Wachstum haben aber einen hohen Energiebedarf und brauchen Kohlenhydrate. Auch hier treten durch die stark eingeschränkte Ernährung auf Dauer Mangelerscheinungen auf.

Grundsätzlich sollte ein Kind die Möglichkeit haben, alle wichtigen Nahrungsmittel wie Gemüse, Fleisch, Getreide und Obst zu probieren und kennen zu lernen und sich später aus eigenem Willen heraus für eine Ernährungsweise zu entscheiden.

Kindernahrungsmittel: Was ist wirklich drin?

Auf dem Markt gibt es allein bei den Nahrungsmitteln ein großes Sortiment an Produkten, die ihrer Produktbezeichnung extra für Kinder hergestellt werden und auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen.
Das sind Kosmetikartikel wie Dusch- oder Badeprodukte, aber hauptsächlich Spielwaren und Lebensmittel. Vor allem in der Werbung wird gerne suggeriert, wie gesund und nahrhaft solche Nahrungsmittel für die Kinder sind.

Die Krux mit der Werbung

Werbung führt Verbraucher gerne in die Irre und verspricht Dinge, die nicht wahr sind. Das ist nicht neu, ist aber gerade im Hinblick auf Kinder als Konsumenten ein nicht zu unterschätzender Faktor. Kinder müssen erst lernen, wie sie die Inhalte der Werbung zu verstehen haben. Sie haben noch zu wenig Welterfahrung, um die wahre Intention hinter einem Werbespot oder einem Werbeblättchen erfassen zu können.

Das weiß natürlich auch die Werbeindustrie. Sie entwickeln immer wieder neue Werbespots, die speziell auf Kinder als Zielgruppe gemünzt sind. Sie drehen sich vor allem um das Thema Spielwaren und Nahrungsmittel. Bunte Bilder, Zeichentrickfiguren, süße Tiere, lustige Melodien mit hohem Wiedererkennungswert. All das sind Bausteine, aus denen Werbespots für Kinder zusammengesetzt werden.

Die Krux mit der Werbung

Diese Art der Darstellung weckt in den Kindern den Wunsch, das Produkt haben zu wollen, am liebsten sofort. Das sorgt beim nächsten Einkauf für den sogenannten Quengelfaktor, der viele Eltern nachgiebig werden lässt und ihr Kaufverhalten beeinflusst.

Dazu kommt, dass schon Versprechungen wie „gesund“ und „voller Vitamine“ bei Eltern die Kauf-Hemmschwelle sinken lassen. Dabei sind bekanntermaßen die meisten Produkte bei weitem nicht so reich an wertvollen Nährstoffen, wie es uns die Werbung gern glauben macht. Letztendlich geht es der Werbeindustrie hauptsächlich darum, die Produkte möglichst zahlreich zu verkaufen.

Das steckt hinter Müsli, Fruchtsaft und Co.

Das Angebot an Nahrungsmitteln, die speziell für Kinder vermarktet werden, ist riesig, Tendenz steigend. Die Werbeindustrie lockt vor allem die Eltern mit Versprechungen, dass Produkt enthalte besonders viele Vitamine, Milch oder andere gesunde Inhaltsstoffe. Suggeriert wird, dass die Kindernahrungsmittel wichtig sind für eine gute und gesunde Entwicklung.

Doch die Realität sieht anders aus, wie die Verbraucherzentrale Bundesverband bestätigt. Bei den vielen Kindernahrungsmitteln ist ein klarer Trend zu erkennen: immer mehr Produkte werden angereichert mit Mineralien, Vitaminen, vor allem aber mit Zucker. Auch sonst enthalten diese Produkte oft viele Zusatzstoffe und Salz.

Das steckt hinter Müsli, Fruchtsaft und Co.

Die Werbeindustrie verspricht, dass solche Nahrungsmittel den Tagesbedarf an Vitamin C, Kalzium oder anderen Nährstoffen deckt, die wichtig für die Entwicklung des Kindes sind. Das mag zwar stimmen, allerdings wird beim Verzehr gleichzeitig auch eine große Menge an Zucker oder Fett aufgenommen. Rund 90 Prozent der Kindernahrungsmittel sind zu süß oder zu fettig.

Die Folge: Jedes sechste Kind in Deutschland ist zu dick, auch Kleinkinder sind schon davon betroffen. Dadurch können später gefährliche Folgeerkrankungen entstehen. Dem können Eltern entgegenwirken, indem sie mit gutem Beispiel voran gehen. Außerdem brauchen Kinder die ganzen Kindernahrungsmittel nicht. Sie können ab dem ersten Lebensjahr mit herkömmlichen Lebensmitteln gesund ernährt werden. Spezielle Kindernahrungsmittel sollten nur die Ausnahmen sein.

So sieht eine gesunde Ernährung aus

Genau wie für Erwachsene ist auch für Kinder eine ausgewogene, gesunde Ernährung wichtig. Vor allem Kinder im Wachstum benötigen aber ausreichende Mengen an Nährstoffen, um sich gesund entwickeln zu können.

Eine gesunde Ernährung sorgt dafür, dass Kinder genügend Energie haben, um ihrem Bewegungsdrang nachzugehen und aktiv zu spielen. Ein Kind, dass sich viel bewegt und aktiv ist, verbraucht mehr Kalorien, weil es mehr Energie umsetzt.

Gesunde Energielieferanten sind Gemüse, Obst, Getreide, Getreideprodukte (zum Beispiel Vollkornbrot, Reis und Nudeln) sowie Kartoffeln. Davon sollte ein Kind möglichst reichlich essen. Obst und Gemüse enthalten zudem viele wichtige Nährstoffe wie Vitamine und Ballaststoffe. Kinder müssen auch viel trinken. Am besten ist Wasser, ansonsten gehen auch andere ungesüßte und zuckerfreie Getränke.

So sieht eine gesunde Ernährung aus

Für einen guten Knochenaufbau ist Kalzium sehr wichtig, das in Milch und Milchprodukten (Käse, Quark, Joghurt) enthalten ist. Dennoch sollten Kinder solche tierischen Nahrungsmittel, zu denen auch Fleisch, Wurst, Fisch und Eier zählen, nur in Maßen essen.

Was nur selten und in geringen Mengen auf dem Speiseplan stehen sollte, sind Salz, Zucker, Süßigkeiten, Snackprodukte und fettreiche Nahrungsmittel, vor allem Produkte mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren.

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Autor: Anne Kohrt, Ernährungspsychologin

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