Fasten in unserer heutigen Zeit

Fasten in unserer heutigen Zeit

Die Themen Ernährung und Diäten haben seit Jahren Konjunktur - ohne dass allgemein sichtbare Erfolge zu verzeichnen wären.
Dabei ist nicht nur Essen entscheidend für unsere Gesundheit, sondern auch, ob wir uns und unserem Organismus Pausen gönnen.
Lesen Sie mehr hierzu von Dr. Rüdiger Dahlke.

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. Ruediger Dahlke, aus Gamlitz

Essen

Essen ist heute zum Krisenthema geworden. Auf "unbewusstes Essen" zurückgehende Schäden belaufen sich – laut Tagesschau - in Deutschland auf fast 100 Milliarden im Jahr. Da erstaunt es nicht, wenn das Thema seit Jahren Konjunktur hat und Diäten einen Dauerboom verzeichnen, ohne allerdings sichtbare Erfolge zu bringen. Dabei ist nicht nur Essen entscheidend für unsere Gesundheit, sondern auch, ob wir uns und unserem Organismus Pausen gönnen.

  • Jeden Morgen sollte das Frühstück (engl. break-fast) eine Fastenperiode von wenigstens 12 Stunden brechen, die notwendig ist, um den Organismus ausreichend zu regenerieren.

Ganz analog würde eine Fastenwoche im Jahr ungeahnte Regenerationskräfte freisetzen. So wie wir mit der Ruhe der Nacht im Rücken den Tag überstehen, könnten wir von der Erholung der Fastenzeit ein Jahr lang zehren, vorausgesetzt es handelt sich wirklich um eine Ruheperiode nicht nur für den Körper, sondern auch für Geist und Seele.

  • Bewusstes Fasten führt im Gegensatz zur Nulldiät, die lediglich auf Essen verzichtet, dazu, dass neben den Kleidern auch das Bewusstsein weiter wird.

Danach wird ganz selbstverständlich die Zeit von bewussterem Essen geprägt, bei dem wenige, qualitativ gute Lebensmittel im Vordergrund stehen. Ähnlich wie das Frühstück - nomen est omen – früher ein (einziges) Stück bezeichnete, das man in der Früh zu sich nahm.

Vorbilder

Vom kleinen Himalayavolk der Hunzas, das bis Mitte dieses Jahrhunderts abgeschnitten von den Segnungen der Zivilisation lebte und auf Grund seiner kargen Lebensverhältnisse jedes Frühjahr zu einer langen Fastenzeit gezwungen war, gibt es eindrucksvolle Zeugnisse unverwüstlicher Gesundheit. Die Menschen wurden steinalt ohne die typischen Zivilisationssymptome. Herzinfarkt und Krebs waren ebenso unbekannt wie Kriminalität. Aus solchen Erfahrungen ergäben sich auch für uns Moderne einfache Lösungen. Gelänge es, die Fastenzeit zu reaktivieren, könnten wir in absehbarer Zeit

  • Krankheitsbilder wie Gicht und Rheuma, Altersdiabetes und Bluthochdruck vergessen. Dem Herzinfarkt würde die Massenbasis ebenso genommen wie dem Krebs.

Dass wir so einfache, billige und wirksame Maßnahmen nicht nutzen, liegt am "Macherwahn" unserer Medizin, die davon träumt, Gesundheit zu "produzieren".

Fasten in unserer heutigen Zeit

Fasten erscheint vielen modernen Medizinern offenbar zu einfach, zu billig und vor allem zu unprofessionell, denn man braucht schon sehr bald keinen Arzt dazu. Im Gegenteil müssen Fastenärzte darauf gefasst sein, Patienten auf diese Weise zu verlieren,

  • da sie auf diesem Weg Kontakt zu ihrem Inneren Arzt finden, wie Paracelsus diese Heilkraft nannte, die in jedem von uns schlummert.

Wir werden so nebenbei sensibler und empfänglicher für Signale aus dem eigenen Innern und bekommen die Chance, Kontakt zu unserer inneren Stimme und den Träumen der Nacht zu finden. Mit verlässlichem Draht zum inneren Arzt, werden äußere Ärzte weniger wichtig. Nicht mehr gebraucht zu werden, ist aber die Horrorvision vieler Menschen und auch die von Ärzten.

Loslassen

Dabei wäre alles so einfach, man hört auf zu essen, trinkt stattdessen viel gutes Wasser oder Kräutertee und schenkt sich und seinem Organismus Ruhe und sanfte Bewegung, Reinigungs- und Entschlackungsmaßnahmen wie den regelmäßigen Einlauf und erlaubt seinem Bewusstsein sich zu weiten und zu wachsen. Fasten regt tatsächlich – wie wissenschaftliche Untersuchungen ergaben - die Ausschüttung von Wachstumshormon an. Was beim so genannten Dinner-cancelling (dem Verzicht aufs Abendessen) zwar nachgewiesene, aber nur sehr überschaubare Auswirkungen hat, wird bei einer richtigen Fastenzeit zu einer starken Energie.

Widerstand

Wo soviel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Ein Organismus, der Fasten nicht gewöhnt ist, kann anfangs Widerstand leisten mit Hungergefühlen, Übelkeit, Kopfschmerzen (vor allem bei Kaffeegenießern) und Kreislaufproblemen. Wie beim ersten Schultag ist es aber eine Bewusstseinsfrage, wann diese Schwierigkeiten wieder nachlassen. Spätestens nach dem dritten Tag hat der Körper die neue Botschaft angenommen. Er lebt jetzt sehr gut vom eigenen Fett, und es gibt keinen Grund, warum ihm dieses schlechter bekommen sollte als etwa das von Schweinen.

Leichtigkeit

Von jetzt ab geht es den meisten Fastenden sehr gut und vielen bereits besser als vorher, weshalb Ärzte von Fasteneuphorie sprechen, jenem Gefühl beschwingter Leichtigkeit und beeindruckender Klarheit in Gefühls- und Gedankenwelten. Am Ende, wenn die verbrauchten Pfunde in Kalorien umgerechnet werden (1 g Fett ergibt fast 10 kcal), stellt sich heraus, dass der Körper jeden Tag ausreichend Kalorien zur Verfügung hatte, zumal er die gesamte Verdauungsenergie einspart. Diese Einsparung dürfte für die euphorischen Gefühle von Energieüberfluss verantwortlich sein. Treten diese einmal nicht gleich auf, liegt es daran, dass der Organismus die vorhandene Energie für Reparatur- und Aufräumungsarbeiten verbraucht. In jedem Fall ist jetzt Regeneration angesagt. Fastende leben vom eigen Eingemachten und vieles hängt davon ab, in welchem Zustand es ist.

  • Ernährung und Lebensstil spielen herein, aber auch Schlafdefizite der Vergangenheit können sich mit Müdigkeit bemerkbar machen.

In jedem Fall geschehen sinnvolle Maßnahmen der Reinigung und Entschlackung unter Regie des inneren Arztes und sie betreffen neben dem Körper auch Seele und Geist.

Eine andere Ebene

Neben der Vorbeugung ist Fasten als Akutmaßnahme bewährt, um den bewussten Durchgang durch schwierige Krisenzeiten zu erleichtern. Krisen fordern in ihrer ersten Spannungsphase Bilanz von uns und anschließend das Abwerfen von Ballast. Genau das aber geschieht beim Fasten auf eindrucksvolle Weise. Es wird so gleichsam zu einem Krisenbewältigungsritual, fördert es doch in Körper, Seele und Geist genau das, was die Krise von uns will: Eine Wendung nach Innen, das bewusste Opfer im Loslassen alles Überflüssigen und die Neubestimmung des eigenen Standortes.

  • Nicht umsonst war Fasten in alten Zeiten ein religiöses Ritual für solche Zeiten des Umbruchs und ersetzte den Menschen Psychotherapie und Medizin.

siehe auch www.dahlke.at

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen



Mailadresse dient möglichen Rückfragen durch die Redaktion.
Sie wird nicht veröffentlicht.


Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
Der Inhalt von naturheilmagazin.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Im Übrigen verweisen wir auf die Geltung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB

Krankheiten A-Z