Ernährungs- und Gesundheitstrends – Was steckt dahinter?

Ernährungs- und Gesundheitstrends – Was steckt dahinter?

Gesund leben ist heute mehr als nur gesund essen. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst liegt heute im Trend.
 
Bild: Fotolia, © Antonioguillem

Gesund leben ist heute ein weit verbreitetes Phänomen geworden. Vor allem viele junge Leute achten bewusster auf ihren Körper. Es werden immer wieder neue Ernährungsformen, nachhaltige Verhaltensweisen und Wellnesstrends geboren und in den Medien propagiert. Doch was steckt hinter den Super-Nahrungsmitteln, Fitnessbewegungen oder alternativen Lebensweisen und wie gesund sind sie wirklich?

Eine gesunde Lebensweise wurde lange Zeit mit Verzicht, Ernährung nach bestimmten Diäten und viel Sport in Verbindung gebracht. Heute ist das Thema so aktuell wie nie. Viele Menschen achten mehr auf sich und ihren Körper. Schlagwörter wie Achtsamkeit und verschiedene Superfoods sind in den Medien und zeichnen ein variantenreiches Bild des Trends zum gesund leben. Inzwischen gehört dabei mehr als nur Essen und Bewegung dazu. 

Kein neues Phänomen

Schon immer haben sich die Menschen von Schönheitsidealen angezogen gefühlt und beeinflussen lassen. Sie dienen seit jeher als Vorbilder für das eigene Aussehen, haben sich aber im Wandel der Zeit stark verändert. Auch das heutige Idealbild befindet sich im Wandel. Ein schmaler Körper gilt für viele als erstrebenswert. Doch es ist eine Änderung zu beobachten. Es zählt nicht mehr die schlanke Linie um jeden Preis. Fitness und Leistungsfähigkeit sind Kriterien, die neben Gesundheit und dem Wohlbefinden mehr in den Mittelpunkt gerückt sind. Alle möglichen Lebensbereiche spielen dabei eine Rolle.

Gesundheit als Lebensphilosophie

Dabei steht die Gesundheit bei einigen anderen bekannten Lebensentwürfen schon immer im Zentrum. Vor allem im asiatischen Raum hatte das Streben nach einem gesunden und leistungsfähigen Körper eine große Bedeutung. Die ayurvedische Lebensweise etwa wird als ganzheitliche Heilmethode verstanden und vereint dazu ganz unterschiedliche Bereiche. Neben einer speziellen Ernährung, die den Stoffwechsel ankurbelt, werden auch Massagen und Yoga angewandt, um das gesamte Wohlbefinden zu steigern und ins Gleichgewicht zu bringen.  

Neben bewusster Ernährung und Bewegung wird Entspannung für einen gesunden Lebensstil immer wichtiger. Bild: Fotolia, © SolisImages
Neben bewusster Ernährung und Bewegung wird Entspannung für einen gesunden Lebensstil immer wichtiger. Bild: Fotolia, © SolisImages

Auch heute werden beim Thema „Healthy Lifestyle“ andere Lebensbereiche miteinbezogen und neben dem Körper auch dem Geist mehr Beachtung geschenkt. Drei grundsätzliche Kriterien – nämlich Bewegung, Ernährung und Entspannung – werden dabei in der Regel berücksichtigt:

  • Bewegung: Ausreichend Bewegung spielt in der heutigen automatisierten Welt eine wichtige Rolle. Um Sport und Aktivität im Alltag zu integrieren werden immer wieder neue Trends entwickelt, die für Spaß und Abwechslung, aber auch für Motivation sorgen.
  • Ernährung: Neben den allgemein gültigen Ratschlägen zu gesunder Ernährung sorgen heute sogenannte Superfoods für die Extra-Dosis an hoch konzentrierten Nährstoffen. Bei einer ausgewogenen Lebensweise muss dabei auf nichts völlig verzichtet werden.
  • Entspannung: Zum geistigen Ausgleich zählt beispielsweise auch ein gesundes Work-Life-Balance – dem gesunden Mittelweg zwischen Arbeit und Freizeit. Ruhepausen nach aktiven Phasen, egal ob körperlich oder geistig, sorgen für die notwendige Entspannung.  

Ähnlich wie in der ayurvedischen Lebensweise wurden diese drei Bereiche als grundlegende Basis für die Erhaltung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinn erkannt. Zu jedem der Kriterien gibt es dabei vielfältige Möglichkeiten für die Umsetzung.

Ernährung heute

Insgesamt ist das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise stärker in den Vordergrund gerückt. Viele wollen heute Bescheid wissen über die verschiedenen Nahrungsmittel und ihre Auswirkungen auf den Organismus. Die Techniker Krankenkasse veröffentlicht regelmäßig umfangreiche Studien zum Ernährungsverhalten der Deutschen. Dabei hat sich herausgestellt, dass es den Befragten vor allem wichtig ist, dass das Essen schmeckt und dass es gesund ist. Stand der Genuss vor drei Jahren noch im Vordergrund, hat sich das Gleichgewicht inzwischen zugunsten der Gesundheit verschoben. Allerdings bekennen sich zu dieser Einstellung mehr Frauen als Männer.

Mit steigendem Alter wird gesunde Ernährung zunehmend wichtig, so die Studie. Möglicherweise steigen das Bewusstsein und die Sorge um die eigene Verfassung in Anbetracht drohender Zivilisationskrankheiten und einer nachlassenden Leistungsfähigkeit.

Einen Aufwind erlebt seit Jahren der Markt für Bioprodukte. Waren früher Lebensmittel aus ökologischem Anbau nur im Reformhaus erhältlich, sind sie heute in vielen „normalen“ Supermärkten zu finden. Spezielle Bio-Supermärkte erweitern stetig ihr Filialen-Netz und lokale Produzenten bieten ihre Waren auf den regionalen Wochenmärkten an. Über 40 Prozent der Deutschen kaufen heute regelmäßig Bio-Produkte.

Sportmuffel oder Fitnessfreak

Beim Thema Bewegung zeigt sich eine zunehmende Spaltung. Auf der einen Seite stehen Menschen, denen es schwer fällt, sich für sportliche Aktivitäten aufzuraffen, und die sich von ihrem inneren Schweinehund allzu oft überstimmen lassen. Auf der anderen Seite zeigt sich der wachsende Trend zur Selbstoptimierung bei einigen besonders im Bereich der Körperkultur. Gerade jüngere Menschen versuchen durch Fitness und Training ihren Körper zu stählen.

In der modernen automatisierten und motorisierten Welt bekommen jedoch viele weniger Bewegung, als für ihre Gesundheit wichtig wäre. Vor allem Rückenschmerzen sind dann oft die Folge. Eine zu geringe ausgebildete Muskulatur, Übergewicht und eben zu wenig Bewegung sind die häufigsten Ursachen für dieses Volksleiden.

Etwa zwei Drittel der Deutschen bewegt sich weniger als eine halbe Stunde pro Tag.
Etwa zwei Drittel der Deutschen bewegt sich weniger als eine halbe Stunde pro Tag.

Unabhängig von der Bewegung im Alltag unterscheidet sich der Umfang, in dem Sport in der Freizeit getrieben wird, enorm. Etwa ein Fünftel der Deutschen bezeichnet sich als Intensiv- oder Freizeitsportler. Demgegenüber steht ein Drittel, die sich eher als Sportmuffel einstufen. Zeitmangel, schlechtes Wetter und der Kampf gegen den inneren Schweinehund sind die am häufigsten genannten Gründe dafür, sich nicht sportlich zu betätigen.

Aktiv leben

Dabei sind noch nie so viele neue Sporttrends kreiert worden wie heute. Zum Thema Selbstoptimierung werden ständig neue Möglichkeiten geschaffen, auch wenig Zeit optimal zu nutzen, um im Fitnessstudio mit anderen zu schwitzen oder seinen Körper auf andere Weise zu trainieren. „Der fitte Körper ist inzwischen eine Anforderung geworden“, bestätigt Professor Michael Meuser von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie diese Entwicklung. Dazu zeigt sich die Fitnessbranche seit einiger Zeit als Wachstumsmarkt.

Sporttrends heute

Die sozialen Medien sorgen bei neuen Fitness- und Sporttrends für den notwendigen Hype. Sport-Treiben wird zum Event, die richtige Inszenierung macht die einzelnen Disziplinen dabei noch attraktiver. Dabei werden die Angebote vor allem differenzierter und spezialisierter.

Sportarten wie Crossfit, Freeletics oder das innovative HIIT-Training (Hochintensives Intervall-Training) sind unter anderem erschaffen worden, um die veränderten Anforderungen zu befriedigen. Auch mit wenig Zeitaufwand soll es dabei möglich sein, optimale Ergebnisse zu erzielen. Erkenntnisse aus der Forschung und zu den biochemischen Vorgängen im Körper wurden bei der Entwicklung der hocheffizienten Trainingsmethoden berücksichtigt. „In sämtlichen Studien schlägt ein Zirkel- oder Intervalltraining das Ausdauertraining hinsichtlich Fatburning, Kraftzuwachs, Nachbrenneffekt und sogar bei der Ausdauer, weil man mehr muskelauf- und fettabbauende Hormone produziert“, so Dr. Till Sukopp, Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in Köln. 

Moderne Fitnesstrends versprechen eine hohe Trainingseffizienz und nutzen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse zur Funktionsweise des menschlichen Organismus. Bild: Fotolia, © Kzenon
Moderne Fitnesstrends versprechen eine hohe Trainingseffizienz und nutzen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse zur Funktionsweise des menschlichen Organismus. Bild: Fotolia, © Kzenon

Zudem spielt das gesamte Erlebnis beim Sport treiben eine wichtige Rolle. Fitnessstudios werden heute zu Wohlfühloasen, die mit den früheren anonymen Muckibuden nur noch wenig gemeinsam haben.

Kleine digitale tragbare Geräte, die sogenannten Wearables, sorgen dabei dafür, die sportlichen Bemühungen detailliert zu überwachen und aufzuzeichnen. Sie geben Rückmeldung über gelaufene Kilometer, verbrannte Kalorien oder die Herzfrequenz beim Training. Die verschiedenen Aktivitäten können so bildlich vor Augen geführt werden und machen eine Selbstoptimierung erst möglich und Leistung vergleichbar.

Neben all dem Streben nach Verbesserung wird das geistige Wohlbefinden nicht vergessen. Auch hier erfahren bestimmte Disziplinen wie Yoga oder gezielte Meditation einen wahren Boom. In der schnelllebigen Welt von heute suchen immer mehr Menschen gezielt nach Entspannung, um Stress zu mindern. Eine Yoga-Einheit zum Abschalten zwischendurch oder ein Meditations-Workshop, um besser mit Ängsten umgehen zu können – das esoterische Image haben die verschiedenen Methoden dabei längst verloren.

Körper- und Meditationsübungen, wie sie etwa im Rahmen von Yoga praktiziert werden, steigern Beweglichkeit und Körperkontrolle, durch das bewusste Atmen und In- sich-Spüren kommt der Geist zur Ruhe. Zu Recht findet diese Disziplin also stets mehr Anhänger.

Min-Max-Prinzip

Der Gedanke, der hinter der Selbstoptimierung steckt, ist nicht neu. Das Min-Max-Prinzip war bislang zwar eher aus dem Bereich der Wirtschaft bekannt, wird nun aber zunehmend im privaten Bereich angewandt. Hinter dem Bedürfnis, das Beste aus sich herauszuholen, steckt dabei oftmals der Wunsch nach Anerkennung. Gesteckte Ziele und bisher Erreichtes dienen als entsprechende Wertmarken im Vergleich mit anderen.

Die sozialen Netzwerke sorgen dafür, dass einzelne Erfolge mit anderen geteilt werden können. Und die moderne Technik macht es erst möglich, dass vergleichbare Daten zur Gegenüberstellung vorliegen. Zunehmend ist dies auch in Lebensbereichen der Fall, bei denen eine objektive Abschätzung der Situation kaum möglich ist.

Überdenken der propagierten Idealbilder

Wichtig ist, dass dabei nicht aus den Augen verloren wird, was wirklich für einen persönlich wichtig ist. Bodystyling etwa macht nur Sinn, solange sich das Training dazu in einem gesunden und für den individuellen Organismus verträglichen Rahmen bewegt. Wenn bestimmte Idealbilder dabei die Motivation stärken, hat das Ganze nichts Verwerfliches. Oftmals steht ein angestrebtes Schönheitsideal jedoch im Vordergrund und das Gesundheitsmotiv wird nebensächlich.

In vielen Fällen dienen allgemeingültige Werte oder Maßstäbe und Traumbilder, die von den Medien propagiert werden als Vorbilder. Nicht immer stimmen sie mit den tatsächlichen Wünschen und Bedürfnissen überein. Jeder sollte sich solche Ideale bewusst auswählen, unabhängig von gängigen Trends. Dazu ist es zunächst notwendig, sich intensiv mit sich selbst und seinen individuellen Vorstellungen und Träumen zu beschäftigen.

Es ist sinnvoller, sich auf seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu besinnen, als sich blind die Idealbilder der Medien zum Vorbild zu machen. Bild: Fotolia, © YakobchukOlena
Es ist sinnvoller, sich auf seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu besinnen, als sich blind die Idealbilder der Medien zum Vorbild zu machen. Bild: Fotolia, © YakobchukOlena

Langfristig wird das blinde Verfolgen eines Idealbildes nicht zu einem glücklicheren oder gesunderen Leben führen. Denn was diesen Zustand ausmacht, ist von Mensch zu Mensch unglaublich verschieden. Individuell gesteckte Ziele können an die persönlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse angepasst werden. Denn grundsätzlich ist das Streben nach Selbstoptimierung ein ganz natürliches Bedürfnis und Motor für den menschlichen Fortschritt. Jeder sollte dafür den für sich passendsten Weg finden und einschlagen.

Gesunde Ernährung unter der Lupe

Grundlagen einer gesunden Ernährung

Auch wenn ständig neue Ernährungstrends aufkommen, sind es immer wieder grundlegende Regeln, als allgemeingültige Grundlagen einer gesunden Ernährung gelten:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Als Empfehlung dazu dient für Erwachsene eine Menge von 1,5 bis 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Wer es genauer wissen möchte, kann die gesunde, empfehlenswerte Trinkmenge nach dieser Formel berechnen: Körpergewicht in kg x 0,03 = Trinkmenge in Liter. Zur Flüssigkeit zählen (Mineral-)Wasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Softdrinks wie Cola oder verschiedene Fruchtsaftschorlen enthalten sehr viel Zucker und zählen nur bedingt, weil sie vom Körper schwieriger aufgenommen werden. Kaffee oder Schwarztee gelten nicht als Durstlöscher, weil die Inhaltsstoffe eher zu einem weiteren Flüssigkeitsverlust beitragen.
  • Abwechslung auf dem Teller: Je abwechslungsreicher unsere Ernährung ist, umso besser. So kann gewährleistet werden, dass wir alle wichtigen Nährstoffe zu uns nehmen. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst gelten hier ebenfalls als Orientierung. Die Vielfalt der Inhaltsstoffe spiegelt sich auch in den Farben wider. Ein farbenfroher Speiseplan sorgt für eine umfangreiche Versorgung.
  • Vollkornprodukte: Sie enthalten im Gegensatz zu Lebensmitteln aus hellem Weißmehl weitaus mehr Vitamine und Ballaststoffe. Letztere sind für eine gesunde Verdauung sehr wichtig. Ein weiterer Vorteil ist die geringere Insulinausschüttung beim Konsum von Vollkornprodukten. Zudem hält das Sättigungsgefühl länger an.
  • Gesunde Fette: Für verschiedene Stoffwechselvorgänge ist Fett unverzichtbar. Ungesättigte Fettsäuren, etwa in Pflanzenölen enthalten, gelten allgemein als gesünder. Unverzichtbar sind jedoch auch bestimmte gesättigte Fettsäuren tierischen Ursprungs, beispielsweise aus fettreichen Fischen wie Hering, Lachs oder Makrele. Sie enthalten spezielle wichtige Fettsäure (EPA, DHA).
  • Unverarbeitete Lebensmittel: Je unverfälschter und frischer die Produkte sind umso besser. Einerseits weisen sie so noch ein Höchstmaß an frischen Vitaminen und Mineralstoffen auf. Andererseits gelten einige Zusatzstoffe in Lebensmitteln als schädlich. Frische Zutaten beim Kochen und Zubereiten von Essen sind also die bessere Wahl.
Die Ernährungspyramide zeigt klar wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung aussehen sollte. Bild: Fotolia, © epics
Die Ernährungspyramide zeigt klar wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung aussehen sollte. Bild: Fotolia, © epics

Was bewirken Superfoods?

Im Bereich gesunde Ernährung sorgen die sogenannten Superfoods – besonders nährstoffreiche Zutaten – seit einiger Zeit für Wirbel. Dabei ist nicht ganz klar geregelt, welche Lebensmittel dazu zählen. Ständig tauchen neue Pflanzen auf, die zum neuen Trend in der Küche erkoren werden. Der Vorteil liegt einzig und allein in der hohen Konzentration an Vitalstoffen. Hierbei schlagen die verschiedenen Superfoods „normale“ Lebensmittel um Längen. Wer sie in seinen Speiseplan mit einbaut, kann gezielt den Nährstoffbedarf des Körpers decken.

Vorsicht ist jedoch geboten, da einige Produkte auch eine erhöhte Schadstoffbelastung aufweisen, so die Kritik der Verbraucherzentrale. Wichtig ist hier also besonders, auf Bioqualität zu achten.  

Inzwischen ist zu den exotischen Vertretern der Nährstoffbomben aus fernen Ländern auch lokales Superfood mehr in den Fokus gerückt. Viele heimische Kräuter, Beeren oder selbst gezogene Sprossen, rohes Sauerkraut oder Gerstengras stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe und können genauso gut zu dieser Kategorie gezählt werden. Exemplarisch genannt seien hier Leinöl mit seinen Omega-3-Fettsäuren (statt Chiasamen), Heidelbeeren mit seinen sekundären Pflanzenstoffen oder Hagebutte mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C (statt Aronia). Als Vorteil erweisen sich hier die weitaus kürzeren Transportwege und oftmals mehr Transparenz über die Produktionsbedingungen.

Vegetarismus und Veganismus

Neben den moralischen Gründen, sich gegen den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten zu entscheiden, ist der gesundheitliche Aspekt vielen ebenso wichtig. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass beim Verzicht auf Fleisch der Anteil an Gemüse und Obst mit einem weitaus größeren Spektrum an Nährstoffen bei der Ernährung signifikant zunimmt.

Dabei sind Fleisch oder Milchprodukte nicht per se schädlich. Negativ auf die Gesundheit wirkt sich vor allem die große Menge aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Menge von 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Tatsächlich konsumieren die Menschen hierzulande rund das Doppelte.

Da sich Vegetarier und Veganer meist viel bewusster mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und Wert auf frische, nährstoffreiche Produkte legen, sind sie häufig gesünder und vitaler als durchschnittliche Fleischesser. Um vor allem bei einer veganen Lebensweise keinen Nährstoffmangel durch das Weglassen bestimmter Zutaten zu erleiden, ist die Verwendung einer Vielfalt unterschiedlicher anderer Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.

Bei vegetarischer und veganer Ernährung muss der Eiweißbedarf durch pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte gedeckt werden. Bild: Fotolia, © fahrwasser
Bei vegetarischer und veganer Ernährung muss der Eiweißbedarf durch pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte gedeckt werden. Bild: Fotolia, © fahrwasser

Moderne Diäten

Auch die modernen Diäten spiegeln den Trend zu einer bewussteren Lebensweise wider. Statt dem bloßen Verzicht auf spezielle Zutaten wird heute eher eine umfassende Ernährungsumstellung propagiert. Die Qualität der Lebensmittel tritt insgesamt mehr in den Vordergrund. Biologischer Anbau von Obst und Gemüse oder eine artgerechte Tierhaltung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Zudem sind viele Menschen bereit, für hochwertige Produkte auch mehr Geld zu bezahlen.

Diäten sind heute meist mehr als nur Anweisungen zum Konsum bestimmter Zutaten oder speziellen Zubereitungsarten. Sie betreffen oftmals auch andere Lebensbereiche als nur die Ernährung. Verschiedene Trends haben wir dazu unter die Lupe genommen:

  • Clean Eating: Diese Ernährungsform propagiert die Verwendung möglichst unverarbeiteter und naturbelassener Zutaten. Als Gegenentwurf zum Fast- oder Junkfood sind industriell hergestellte Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen hier tabu. Wer sich hier abwechslungsreich ernähren will und auch den Genuss schätzt, sollte einigermaßen gut kochen können. Der Nutzen liegt darin, dass in den ursprünglichen Zutaten noch so viele Nährstoffe und so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten sind. Bei Bioprodukte wird beim Anbau zudem auf die Verwendung schädlicher Spritzmittel verzichtet. 
  • Low-Carb: In der Welt der Diäten hat Low-Carb bereits seit einiger Zeit einen festen Platz. Dabei wird der Anteil der Kohlenhydrate bei der täglichen Ernährung deutlich reduziert. Als Folge kann relativ schnell Gewicht reduziert werden. Dennoch sind bestimmte kohlenhydratreiche Lebensmittel gleichzeitig wichtige Lieferanten essentieller Nährstoffe. Zudem wird für einige Prozesse des Organismus Energie aus Kohlenhydraten benötigt. Mindestens 25 Prozent des Energiebedarfs sollte durch Kohlenhydrate gedeckt werden können, so die Empfehlung von Experten.
  • Paleo-Diät: Als Vorbild dient hier die Ernährungsweise der Steinzeit, die den Menschen über Jahrtausende begleitet hat. Befürworter vermuten, dass sich unser Organismus über die lange Zeit vor allem an die Verwertung der damals verfügbaren Lebensmittel angepasst hat. Somit wird bei der Diät vor allem auf Produkte aus Getreide und Milch verzichtet. Ähnlich wie beim Clean Eating kann sich die Verwendung vorwiegend naturbelassener Nahrungsmittel positiv auf die Gesundheit auswirken. Beschränkt sich die Ernährung nicht auf einzelne wenige Zutaten, ist auch nicht mit Mangelerscheinungen zu rechnen.  
Etwa ein Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen haben schon Erfahrungen mit Diäten gemacht.
Etwa ein Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen haben schon Erfahrungen mit Diäten gemacht.

Die neue Achtsamkeit

Grundsätzlich kann ein umfangreicheres Bewusstsein für die Dinge, die unsere Gesundheit beeinflussen für ein besseres Wohlbefinden sorgen. Wer spürt, was ihm persönlich guttut, wo körperliche Grenzen liegen und wann eine Ruhepause benötigt wird, kann gezielt Maßnahmen ergreifen, die langfristig für den Erhalt der Fitness und Leistungsfähigkeit sorgen.

Universelles Lebenskonzept

Der Begriff der Achtsamkeit beschreibt heute eine Methode, durch besondere und bewusste Wahrnehmung zu mehr Ausgeglichenheit zu gelangen oder seine Konzentration zu steigern. Nicht nur im Alltag, auch beim Urlaub boomt der Wellnesssektor. „Immer mehr Menschen erkennen, dass sie selbst Verantwortung für das eigene Leben übernehmen müssen, um so die Weichen für Gesundheit, Genuss und Glück zu stellen“, sagt Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Ressorts.  

Wer sich in Achtsamkeit übt, kann dadurch die verschiedensten Lebensbereiche positiv beeinflussen:

  • Bewusste Regulierung und Steuerung der Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung der eigenen inneren Ziele
  • Beherrschen und Nutzen eigener Emotionen zum Handeln
  • Empathie gegenüber anderen Menschen  

Die oben genannten Kriterien können dazu beitragen, ein gesunderes und erfüllteres Leben zu führen. Wenn die individuellen Bedürfnisse erkannt werden ist es möglich, gezielt für deren Erfüllung zu sorgen.

Achtsamkeit kann zu einem gesünderen Leben beitragen. Wer ein gutes Körpergefühl besitzt, weiß, was er sich selbst zumuten kann und was nicht. Bild: Fotolia, © Maridav
Achtsamkeit kann zu einem gesünderen Leben beitragen. Wer ein gutes Körpergefühl besitzt, weiß, was er sich selbst zumuten kann und was nicht. Bild: Fotolia, © Maridav

Körpergefühl zurückerlangen

Durch Ernährung mit Fastfood, täglichen Stress, die Einnahme von Medikamenten und verschiedenen ungesunden Lebensgewohnheiten haben viele den Bezug zu ihrem Körper verloren. Achtsamkeit kann dabei helfen, ein gesundes Körpergefühl wiederzuerlangen. Die entsprechenden Übungen dienen einerseits dazu, im Alltag zu mehr Ruhe und Gelassenheit zu finden. Des Weiteren können so kleine Veränderungen des Körpers oder Warnsignale des Körpers erkannt werden. Diese gilt es nicht zu ignorieren, sondern nach Gründen und Ursachen dafür zu forschen.

Wer sich und seinen Körper gut kennt, kann die richtigen Entscheidungen für die Erhaltung seiner Gesundheit treffen. Dass es beispielsweise manchmal guttut, sich etwas Süßes zu gönnen, weil es in diesem Moment das Wohlbefinden fördert. Oftmals sind Heißhungerattacken auf bestimmte Lebensmittel auch ein Hinweis auf den Mangel spezieller Nährstoffe. Zusätzliche Informationen über die Hintergründe gesunder Ernährung können dann zusätzlich weiterhelfen. Achtsamkeit kann so insgesamt zu einer gesunden Selbstoptimierung beitragen.

Autor: Steffen Göres

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