Ayurvedische Heißwasserkur

Ayurvedische Heißwasserkur

Eine der bekanntesten
Behandlungsmethoden der
Ayurveda Medizin ist das Trinken von heißem Wasser, die so genannte „Heißwasserkur“.

Warum und wie man das macht, lesen Sie hier.

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. Wolfgang Schachinger, FA. für Allgemeinmedizin aus Ried im Innkreis

So wirkt die ayurvedische Heißwasserkur

Um den Gesundheitszustand zu verbessern, gleicht man durch die kurmäßige Anwendung von heißem Wasser die Bioregulatoren Vata, Pitta und Kapha aus, stärkt die Funktion von Agni und transportiert Vitalstoffe in und Schlacken und Toxine aus den Körpergeweben.

Vatahat die Eigenschaften kalt und trocken. Wir erfahren das bei Stress oder im Winter: Haut und Schleimhäute trocknen aus. Warmes Wasser hat die entgegengesetzten Qualitäten und gleicht dadurch angehäuftes Vata aus.

Das Verdauungsfeuer Agni wird durch die Zufuhr von Wärme im heißen Wasser angeheizt. Wassermoleküle sind „intelligent“. Sie übertragen Informationen, die in sie imprägniert sind. Durch längeres Kochen (5–10 Min.) speichert das Wasser die Information „Wärme-Energie“ und überträgt sie auf den Körper, der mit einer Erhöhung von Agni reagiert. Dadurch wird die Verdauungskraft verbessert.

Durch das Kochen werden die Wassermoleküle, die im unbehandelten Wasser in großen „Clustern“ (Klumpen, Bündeln) zusammenhängen, voneinander getrennt und die im Wasser gelösten Stoffe wie Kalk kristallisieren aus oder verdampfen. Wir erhalten durch längeres Kochen also gereinigtes, sehr dünnflüssiges Wasser, das leichter in sehr dünne Zwischenräume im Körper eindringen und  Stoffwechselschlacken abtransportieren kann. In diesem Wasser sind auch Vitalstoffe leichter löslich und werden so besser an ihren Wirkort in den Zellen transportiert.

Ayurvedische Heißwasserkur:So wird‘s gemacht

Wie geht man praktisch vor? Die Empfehlung ist, Heißwasser kurmäßig in kurzen Abständen zu trinken. Gut ist eine 7–10tägige „Heißwasserkur“, bei der man von früh bis spät in ca. halbstündigen Abständen einige Schlucke heißes Wasser trinkt. Eine solche Kur kann man mehrmals pro Jahr durchführen.

Dazu kocht man das Wasser einige Minuten in einem offenen Kochtopf auf kleiner Flamme oder lässt es im Wasserkocher mehrmals aufkochen. Wenn das Wasser sehr kalkhaltig oder mineralstoffreich ist, sieht man dann ein Sediment, das man absinken lässt, bevor man das Wasser in eine Thermoskanne gießt, aus der man tagsüber trinkt.

Sehr oft wird gefragt, wie viel man vom heißen Wasser täglich trinken soll. Die Antwort: so viel (und so warm) wie angenehm! Wenn man wirklich halbstündlich trinkt, dann bewältigt man leicht ca. 2 Liter/Tag. Sehr trockene Vata-Menschen brauchen oft etwas mehr, feuchte Kapha-Typen etwas weniger, und Pitta geprägte Menschen können (und sollen) nicht so heiß trinken. Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihres Körpers!

Und wenn man Durst hat und mit dem heißen Wasser nicht genügend Flüssigkeit aufnimmt, kann man zwischendurch auch etwas Kühleres trinken.

Heißwasser zur Gewichtsreduktion

Um das Abnehmen zu erleichtern, ist die Heißwasserkur besonders empfehlenswert. Durch diese Anwendung reduziert sich das Verlangen nach Zwischenmahlzeiten, die Fettverbrennung wird verbessert und die Entgiftung unterstützt!

Gutes Gelingen!

Kommentare

Ev Wieser aus Innsbruck, 21.12.2016:
guten Tag, ich möchte einmal in der Woche einen Wassertag einlegen. Soll ich nun von Mittag bis Mittag, dh. nach dem Frühstück anfangen und erst wieder am nächsten Tag ein Mittagessen haben oder Frühstück, Mittag und Abendessen weglassen. erst wieder am nächsten Tag frühstücken? oder nur 2 Mahlzeiten weglassen? Bitte um Info. MfG EW
Catharina, 11.12.2015:
Ich finde das sehr spannend. ich habe euren Artikel in meinem Adventskalender passend beim Mythos: "Kaltes Wasser verbrennt mehr Fett" erwähnt und verlinkt. Liebe Grüße aus Berlin. http://fit-weltweit.de/blog/adventskalender-2015-fitness-mythen-weihnachtsgeschenk/
Claudia, 10.07.2015:
Selbstverständlich kann man die Heißwasserkur auch länger machen. Ausschlaggebend dafür ist immer auch die individuelle Verträglichkeit. Deswegen ist es wichtig auch auf den Körper zu hören, ob durch das warme Wasser Wohlbefinden hervorgerufen wird. Solange man sich wirklich wohl fühlt dabei, kann man das beliebig fortsetzten, auch über Monate. Alarmzeichen zum Aufhören sind: Symptome von vermehrten Pitta, wie Sodbrennen, Neigung zu Durchfällen, Hautausschläge, Augenbrennen oder dauerhafte psychische Irritationen (z.B. Jähzorn). In so einer Situation sollte man heißes Wasser durch kühlende Getränke wie z.B. lauwarmen ayurvedischen Pittatee ersetzten.

Es ist nur allzu natürlich, dass bei längeren Anwendung des heißen Wassers, die halbstündlichen Abstände verloren gehen und man nicht mehr so häufig trinkt. Deswegen ist es sinnvoll mehrmals pro Jahr, gezielt ein paar Tage Heißwasserkur, mit halbstündlichen Abständen, von einigen Schlucken Heißwasser zu machen. Der Timer am Mobiltelefon kann dabei sehr hilfreich sein.

Claudia (Ayurvedatherapie) im Auftrag von Herrn Dr. Wolfgang Schachinger
Doris, 04.07.2015:
kann man die Heißwasserkur denn auch länger machen als 7-10 Tage?

Mfg
Doris Gentil
Online-Redaktion, 13.03.2015:
Lieber Herr Weiß,

danke für den Hinweis. In der Bilddatenbank ist der Topf als Stahltopf ausgewiesen. Aber vermutlich kannte sich der Fotograf damit nicht so gut aus wie Sie.
Gleich aus welchem Material der abgebildete Topf sein sollte: Aluminiumgeschirr sollte lieber gemieden werden, um die Belastung mit Aluminium zu reduzieren.
Ihre Online-Redaktion
Stephan Weiß aus Wörrstadt, 12.03.2015:
Herr Peters sieht richtig: Der abgebildete Topf kann nur aus Aluminium sein! Reflexionen und die Gussformen von Topf und Handgriffen können so nicht aus Stahl hergestellt werden.. Der Fotograf fand den halt so schön Retro.
Online-Redaktion, 03.07.2014:
Sehr geehrter Herr Peters,

Sie haben sicher Recht mit Ihrer kritschen Bewertung von Aluminiumgeschirr. Der abgebildete Topf ist aus Stahl.

Ihre Online-Redaktion
Jörn Peters aus Bad Pyrmont, 02.07.2014:
Ich hoffe, der Topf ist nicht aus Aluminium (Sieht so aus). Sonst läuft man noch Gefahr an Alzheimer zu erkranken.
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