Orthomolekulare Mineralstoffe

Orthomolekulare Mineralstoffe

Zu den wichtigen orthomolekularen Mineralstoffe gehören vor allem Calcium, Kalium und Magnesium, während wir Natrium durch gesalzene Nahrungsmittel meist im Überfluss aufnehmen. Hier zeigt Ihnen der Arzt P.-H. Volkmann, was Sie sonst noch über Calcium, Kalium, Magnesium und Natrium wissen sollten.

Übersicht: Orthomolekulare Medizin

Autor/en dieses Beitrages:
Peter-Hansen Volkmann, FA. für Allgemeinmedizin aus Lübeck

Calcium

Die hypoallergenen, orthomolekularen Mineralstoffe, die mit gutem Erfolg zur Anwendung kommen, sind Calcium, Kalium und Magnesium. Natrium erhalten wir durch gesalzene Nahrungsmittel wie Wurst, Käse oder Fertigspeisen heute meistens im Überfluss. Wenn man bei der Behandlung von Mineralstoffstörungen das Säure - Basen - Gleichgewicht mit berücksichtigt, wird man in der Regel auf die Carbonatformen der oben angesprochenen Mineralsalze zurückgreifen. 

Calcium
Ist nach Magnesium das wohl wichtigste Mineral im menschlichen Körper. In unserer Knochenmasse ist ca. 1 kg reines Calcium zumeist an Phosphat gebunden. Ein nur sehr geringer Anteil von ca. 1 % liegt im Serum und Gewebe gelöst vor und sorgt für eine normale Funktion der Zellen und Gewebe.
Beim Säure - Basen - Ausgleich kommt es u.U. einerseits zu einer Knochenentkalkung, andererseits können Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen oder starke allergische Reaktionen bei Calciummangel auftreten.
Der Ausscheidungsweg des Calciums läuft neben der Niere auch sehr stark über den Darm sowie über die Schweißausscheidung.
Der Tagesbedarf liegt z.B. nach DGE zwischen 0,4 g bis 1,5 g pro Tag. Diese Menge wird mit Normalkost oft nicht erreicht. In Deutschland wird der durchschnittliche Mindesttagesbedarf von 0,7 g an reinem Calcium oft unterschritten, so dass Osteoporose, Wadenkrämpfe oder Allergiebereitschaft von einem Mangel herrühren können. 

  • Gerade zur Therapie von Allergien bietet sich Calcium in Verbindung mit Magnesium sowie in Kombination mit Echinacea (Sonnenhut; z.B. als Urtinktur) an. Diese Mischung kann das überschießende Immunsystem z.B. bei Heuschnupfen wieder auf ein niedrigeres Niveau bringen.

Kalium

Dieses Mineral liegt überwiegend intrazellulär vor, d.h. es ist in den Zellen bis zu 30-fach höher konzentriert und nur zu einem geringeren Anteil im Serum nachweisbar.
Die Gesamtmenge des Kaliums im Körper liegt bei etwa 150 g Reinstoff. Da es für die Zellfunktion von allergrößter Bedeutung ist, hängen neben der Muskelkraft vor allem auch die Nervenfunktion bis hin zur Herztätigkeit eng mit einem optimalen Kaliumspiegel zusammen. 

  • Hochdruckpatienten können u.U. den Blutdruck senken oder normalisieren, wenn sie zusätzlich Kalium zuführen.

Die Steuerung der Kaliumkonzentration läuft über die Nierenausscheidung, wobei ein Kaliummangel von der Niere nicht ausgeglichen werden kann, da eine Rückresorption aus dem Urin bei Kaliummangel nur unzureichend möglich ist.
Der Tagesbedarf liegt je nach Quelle zwischen 0,5 g bis 1,5 g pro Tag. Diese Werte werden bei Normalkost meistens nicht dauerhaft erreicht.
Gesunde Nieren regulieren im Zusammenspiel mit Mineralstoffhormonen den Kaliumspiegel bei einem eher seltenen Überschuss sehr gut herunter.
Deshalb kann unter starker körperlicher Belastung oder von Leistungssportlern Kalium bis zu 1,5 g pro Tag bedenkenlos zugeführt werden, bei höherem Bedarf auch noch mehr! 

Magnesium

Bezogen auf eine orthomolekulare Therapie ist Magnesium das wichtigste und vielseitigste Mineral. Bei unserer heutigen mitteleuropäischen Normalkost kann es wegen Magnesiumverarmung der Böden durch den sauren Regen sehr leicht zu Mangelerscheinungen kommen.
Das Magnesium liegt mit ca. 25 g in Reinform im Körper vor, wobei ca. 60 % in der Knochensubstanz gebunden sind. Es hat Einfluss auf etwa 300 Enzym - und Hormonsysteme im menschlichen Körper!
In der Inneren Medizin ist es neuerdings ein sehr wichtiges Mineral, weil es sowohl die Eiweißherstellung im Körper als auch die Zellteilung positiv beeinflussen kann.
Inzwischen hat die gynäkologische Forschung das Magnesium nicht nur zur Hemmung vorzeitiger Wehen entdeckt, sondern außerdem einen Zusammenhang zwischen optimalem kindlichen Wachstum und der Höhe des Magnesium Spiegels im Blut gefunden. Das heißt, dass viel Magnesium im Blut zu gesunden kräftig entwickelten Kindern führen kann. 

  • Magnesium ist lange bekannt als muskelentspannendes Mineral, das gerne zur Lösung von nächtlichen Wadenkrämpfen, aber auch bei Nervosität oder depressiven Verstimmungen gegeben wird.

Ein Überschuss von Magnesium im Darm führt als Nebenwirkung zu weichen bis durchfälligen Stühlen. Diese Nebenwirkung wird vermindert, wenn z.B. mit Magnesiumcarbonat gepuffertes Vitamin C zur Anwendung kommt. 
Der Tagesbedarf liegt je nach Quelle zwischen 0,3 g bis 0,7 g pro Tag. Er kann jedoch durch Magen - Darmstörungen, in der Schwangerschaft, bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Arzneimittelnebenwirkungen, Nikotin, Alkohol oder Stress noch deutlich höher liegen.
Ich empfehle eine zusätzliche langfristige Magnesiumzufuhr pro Tag zur Optimierung der Zell - und Körperfunktionen mit ca. 300 - 500 mg.
Kurzfristig kann 1,5 -2 g Magnesiumcarbonat eingenommen werden bis zum Auftreten von Durchfall. Magnesium ist optimal auch zur Verbesserung von Herzrhythmusstörungen oder erhöhtem Blutdruck, weil es allgemein muskelentspannend wirkt! Dabei kommt es üblicherweise zu keinerlei Wechselwirkungen mit eingenommenen Medikamenten, so dass ein Behandlungsversuch gerechtfertigt erscheint.

Natrium

Natrium ist das verbreitetste Mineral in unserer Ernährung. Es ist Bestandteil des Kochsalzes in Verbindung mit Chlor als so genanntes Natriumchlorid, chemisch  NaCl. Im Körper sind ca. 100 g in der intra - und extrazellulären Flüssigkeit sowie im Blut gespeichert.
Durch Natriumchlorid wird der osmotische Druck in Zellen und Geweben maßgeblich aufrechterhalten. Vor allem durch Schwitzen, sowie durch den Urin wird Natrium verloren, bzw. ausgeschieden.
Der mittlere Tagesbedarf wird je nach Quelle mit 2 g - 3 g reines Natrium angegeben. In der mitteleuropäischen Normalkost werden täglich zwischen 1,5 g bis 5,5 g zugeführt!
In jedem industriell bearbeiteten Nahrungsmittel vom Brot über den Käse bis hin zur Biobutter wird von den Erzeugern Kochsalz zugesetzt.

  • Gerade für Hochdruckkranke, Herzkranke oder Nierenkranke ist es wichtig, kochsalzarm zu leben.

Lediglich Sportler, Bergsteiger oder Schwerarbeiter, die viel schwitzen, haben einen zusätzlichen Bedarf an Kochsalz.
Vor so genannten isotonen Sport- oder Fitnessgetränken ist zu warnen, da sie meist neben den notwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen verschiedene schädliche Zusatzstoffe wie z.B. Aromen und Farben enthalten.

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