Homöopathie - Hintergründe

Homöopathie - Hintergründe

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(DZVhÄ - Berlin, 05.03.2010) ...

In den letzten Jahren gibt es in Großbritannien vermehrt Kampagnen gegen die Homöopathie - in ihrem Ausdruck prägnanter als inihrer wissenschaftlichen Argumentation. Einen Höhepunkt markiert nun der Bericht des britischen Unterhauses, in dem gefordert wird, die homöopathische Behandlung nicht mehr über den staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) anzubieten und homöopathische Mittel nicht mehr als Arzneimittel zuzulassen. Von weiterer Forschung rät der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie ab.

Vorangegangen war eine Anhörung, die Aussagen von Prof. Harald Walach und Prof. George Lewith wurden im Bericht systematisch ignoriert, während Prof. Edzard Ernst ausführlich zitiert wird.

Die homöopathische Therapie ist unplausibel

Der Ausschuss hält die Homöopathie aus zwei Gründen für unplausibel:

  1. Die Parlamentarier betrachten das Ähnlichkeitsgesetz als wissenschaftlich nicht fundiert. Dies ist jedoch nicht Stand der Forschung. Es gibt seit über 40 Jahren detaillierte kybernetische Modelle, die die Wirksamkeit von Interventionen nach dem Ähnlichkeitsprinzip nahelegen. Dies wird in der Medizin unter dem Stichwort ‚paradoxe Pharmakologie’ untersucht. Der generelle Überbegriff heißt Hormesis. Dieser Begriff wird zwar im Abschlußbericht erwähnt, es wird ihm jedoch erstaunlicherweise keine generelle Bedeutung zugesprochen.
  2. Die Parlamentarier halten das Prinzip der Dynamisierung für unplausibel. In der Tat gibt es derzeit kein überzeugendes Modell für dieses Phänomen. Allerdings sehen die meisten Wissenschaftler in diesem Faktum allein noch keinen Beleg der Unwirksamkeit der Therapie.

Die unbestrittene Wirkung der Homöopathie beruht auf Placeboeffekten.

Die Argumentation beruht im Wesentlichen auf der Metaanalyse von Shang et al. „Are the clinical effects of homeopathy placebo effects?“ (Lancet 2005). Andere Metanalysen werden pauschal als überholt bezeichnet. Hinsichtlich der Arbeit von Shang hat der Ausschuss allerdings zwei wesentliche Punkte übersehen:

  1. Es gibt eine substantielle Kritik an den statistischen Methoden, die von den Autoren nicht beantwortet - geschweige denn widerlegt - wurde. Den Autoren wurde eine Manipulation ihrer Ergebnisse vorgeworfen.
  2. Die Analyse beruht auf homöopathischen Doppelblindstudien zu verschiedenen Indikationen. Wenn aber eine Methode z.B. gegen Durchfälle signifikant wirksam und gegen Muskelkater nicht wirksam ist – ist sie im Ergebnis ja immer noch wirksam. Metaanalysen, die Studien zu verschiedenen Indikationen mischen, sind grundsätzlich nicht sinnvoll.

Bemerkenswert ist, dass die methodischen Mängel dieser Studie in dem Abschlussbericht nicht einmal erwähnt werden. Das Verfahren entspricht dem, was im Angelsächsischen ‚evidence biased medicine’ (parteiische Medizin) genannt wird.

Die Verschreibung von Placebos ist unethisch.

hinsichtlich der Verschreibung von Placebos folgt der Auschuß weitgehend den Argumenten, die Edzard Ernst in einer ganzen Reihe von Publikationen vertritt. So wird behauptet, dass die konventionelle medikamentöse Therapie diesen Effekt zusätzlich zu ihrer spezifischen Wirkung besitzt. Dies ist nicht nur biologisch Unsinn, da es in der Physiologie keine trivialen Summationseffekte gibt. Es widerspricht auch allen Studien, die zeigen, dass die homöopathische Therapie der medikamentösen Standardtherapie überlegen ist.

Der Ausschuss zitiert Edzard Ernst dahingehend, dass Placebos unsicher in der Wirkung sind, dass ihr Effekt nicht zuverlässig und nicht anhaltend ist. Hier widerlegt sich die Argumentation allerdings selbst. Die Versorgungsforschung zeigt eindeutig, dass die Effekte einer homöopathischen Behandlung hinreichend, zuverlässig und anhaltend sind.2 Mithin kann es sich also nicht um eine Placebo-Wirkung handeln. -"Das sehen wir auch so", erklärt Curt Kösters, 1. Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ).

Festzuhalten ist:

  1. Trotz aller methodischen Schwierigkeiten mit homöopathischen Doppelblindstudien (sie eignen sich besser für eine serielle Medizin und sind tendenziell ungeeignet für individualisierende Methoden) gibt es eine Reihe von homöopathischen Doppelblindstudien mit positivem Ergebnis.
  2. Klinische Praxis und Versorgungsforschung belegen die Effektivität der Methode.

Veranstaltung dazu:
am 16. Juni 2010, um 18.30 Uhr
Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstr. 18, 10117 Berlin
Individualisierung und Versorgungsforschung Ergänzung oder Gegensatz?
Prof. Dr. Claudia Witt und Dr. Michael Teut
(Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin)

Studien

Kontakt:
Christoph Trapp
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte
Reinhardtstraße 37, 10117 Berlin
Tel 030-3259734-11, Fax 030-3259734-19
presse@no_Spam.dzvhae.de
www.welt-der-homoeopathie.de

Deutscher Homöopathie Kongress des DZVhÄ, 13. - 15. Mai 2010, Köthen, www.homoeopathie-kongress.de

200 Jahre Organon der Heilkunst, Veranstaltungsreihe, www.organon2010.de

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