Unser Rücken als Ausdruck der Seele

Unser Rücken als Ausdruck der Seele

Rückenprobleme sind nicht
nur weit verbreitet. Sie sind
meist auch ausgesprochen hartnäckig. Wer eine langfristige Lösung seiner Rückenprobleme sucht, sollte nach Ansicht von Dr. Rüdiger Dahlke genau zuhören, was uns unsere Seele damit sagen möchte.
Übersicht Rückenschmerzen

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. Ruediger Dahlke, aus Gamlitz

Die Wirbelsäule als unsere "Weltachse"

So wie alle Form auch Inhalt enthüllt, der Grundlage der Krankheitsbilder-Deutung von "Krankheit als Symbol", gilt das natürlich auch für den Rücken. Er selbst und in seiner Mitte die Wirbelsäule ist eine, wenn nicht die zentrale Struktur unseres Körpers, um die sich alles dreht – unsere eigene Weltachse unseres kleinen Universums. Auf der Wirbelsäule sitzt unser Haupt, das es in jeder Hinsicht zur Hauptsache gebracht hat. Der oberste Wirbel Atlas trägt unsere kleine Weltkugel wie in der Mythologie der Titan Atlas die große. Genauere Betrachtung zeigt den Kopf tatsächlich als auf der Weltachse thronende Weltkugel, die als Zentrale des Nervensystems unser Leben regelt und fast autokratisch herrscht.

Die gesunde Wirbelsäule als Kernstück unseres Rückens ist ein Wunder der Evolution. Das Gesamtkunstwerk besteht aus vielen Einzel-Knochen, -muskeln, -gelenken, -sehnen und -bändern und entspricht in mancher Hinsicht der Masttakelage eines Segelschiffes. Nach unten durch Muskeln, Bänder und Sehnen vielfach verspannt und gesichert, hat sie im Gegensatz zum Mast auch noch eine Tendenz, sich nach oben zu strecken.

Rückenprobleme als Spiegel der Seele

Wo die Dinge in der Weltachse nicht mehr richtig stehen, müssen sie wieder eingerenkt werden, damit das Leben wieder ins Lot kommt. Ein Chiropraktiker kann das nur auf der körperlichen Ebene tun, die Betroffenen müssen es letztlich selbst im übertragenen Sinn wieder zurechtrücken und hinbekommen. So macht die Wirbelsäule – wie andere Organsysteme auch – im Sinne von "Krankheit als Symbol" ehrlicher als vielen lieb ist.

Wie Krankheitsbilder generell enthüllen auch die des Rückens Schattenaspekte des eigenen Lebens. Da es sich bei der Weltachse/Wirbelsäule aber um einen besonders symbolträchtigen Ort handelt, haben es auch die entsprechenden Symptome von Rückenschmerzen bis Haltungsproblemen in sich. Von der Thematik bewegen sie sich zwischen (Un)Aufrichtigkeit und der Last der Existenz.

Wer die Spielregeln des Lebens im Sinne der "Schicksals-Gesetze" missachtet, wird den sich bildenden Schatten im Sinne des "Das Schattenprinzips" zu spüren bekommen. Wenn es zentrale Themen betrifft, um die sich das Leben dreht, wird die Weltachse/Wirbelsäule zur Bühne, auf der das entsprechende Lehrstück gegeben wird, das die Betroffenen zu integrieren haben.

Die Wirbel-Säule ist insgesamt ein von der Polarität der Gegensätze geprägtes Organ, insofern als sie aus einem ständigen Wechsel von harten Wirbelkörpern und weichen anpassungsfähigen Bandscheiben besteht und außerdem Schlangenform besitzt, die von einem Extrem ins andere führt und die Lendenlordose mit der Brustkyphose verbindet. Die Wirbelsäule muss und kann viel Widersprüchliches verbinden und versöhnen wie Stabilität und Beweglichkeit. Schon der Doppelname Wirbel-Säule trägt diese Ambivalenz in sich. Einerseits geht es dabei um das Wirbeln etwa tanzender Derwische, andererseits um die tragende Säule, die nicht nur das Gewicht von Kopf und Oberkörper, sondern im übertragenen Sinne auch die Last unserer Existenz zu tragen hat.

Das Zusammenspiel archetypisch weiblicher Kräfte, die weich und anschmiegsam Anpassung und Beweglichkeit garantieren und archetypisch männlichen, die auf statisch beharrende Weise Härte und Standfestigkeit ins Spiel des Lebens bringen, lässt sich an der Wirbelsäule ablesen. In dieser Spannung ereignen sich Bandscheibenvorfälle, wenn archetypisch weiches Weibliches zwischen zwei harte männlichen „Bandagen“ gerät und "platt gemacht" wird.

Bedeutung einzelner Wirbelsäulenabschnitte

Bandscheiben

Die Bandscheiben, die über keine eigene Durchblutung verfügen, ernähren sich über Diffusion, das heißt nur im entspannten liegenden Zustand kann nährende Flüssigkeit aus der Umgebung in sie einsickern. Deshalb sind wir am Morgen auch 1-2 cm größer als am Abend, wo wir unter der Last unseres Körpergewichtes, aber auch unserer Existenz schon deutlich zusammengesunken waren. Der Tag wird hier einmal mehr zum Abbild des Lebens, denn auch im Laufe des Lebens sinken wir unter der Last desselben zusammen und sind am Lebensabend ein deutliches Stück kleiner und hoffentlich auch demütiger geworden als zu Beginn. Einiges spricht dafür, dass auch hier der Körper – im Sinne von „Krankheit als Symbol“ – zur stellvertretenden Bühne wird für Aufgaben, die die Seele verweigert. Wenn also die Demut sich im Bewusstsein entwickeln kann, muss der Körper nicht so sehr zusammen sinken. Anderenfalls muss er in seinem Kleiner-Werden dieses Thema allein verkörpern.

Halswirbelsäule und Schulter-Arm-Syndrom

So können sich verschiedene Themen auf unterschiedlichen Ebenen der Wirbelsäule abbilden. Während oben im Bereich der Halswirbelsäule sich meist überlastender alltäglicher Kleinkram niederschlägt im Sinne etwa des Schulter-Arm-Syndroms, unter dem Hausfrauen oft leiden, die für ihre unzähligen Nebenjobs wie Taxiunternehmerin für die Kinder und Privatsekretärin für ihn kaum Anerkennung und schon gar keinen Lohn bekommen.

Die Halswirbelsäule ist Ausdruck der Beweglichkeit unserer Zentrale und garantiert Überblick. Kaum stehen die Dinge beziehungsweise Wirbel in diesem Bereich der Weltachse nicht mehr richtig zueinander, gibt es Probleme, die sich in Scheuklappenphänomenen spiegeln können, wenn sich der Hals kaum mehr und nur unter Schmerzen in eine Richtung drehen lässt und wir vom steifen Hals sprechen. Dabei ist leicht herauszufinden, ob wir gerade die linke archetypisch weibliche Seite der Wirklichkeit oder ihr rechtes männliches Pendant ausblenden oder nur unter Schmerzen ins Auge fassen können.

Hier wird deutlich, wo einem der Kopf steht und wie es um ihn und uns steht. Zwischen Hartnäckigkeit bei Leuten, die den Kopf gern hängen lassen, und Hochnäsigkeit, wo er in den Nacken geworfen wird, einerseits und nach links geneigter Milde oder nach rechts gewandter Strenge bewegt sich unsere Hauptsache und verrät auf den ersten Blick schon mehr, als manchem lieb sein kann. In der Mitte zwischen den Extremen zu balancieren, ist uns ständige Aufgabe. Wenn sie misslingt, entstehen Symptome, wie am krassesten beim Schiefhals.

Lendenwirbelsäule

Weiter unten im Bereich der Lendenwirbelsäule, wo das ganze Gewicht des oberen Körpers zusammenkommt, schlagen sich existentielle Probleme nieder, die mit der Last des Lebens zusammenhängen.

Spezielle Rückenprobleme: Bechterew, Buckel und Burn-out

Morbus Bechterew

Beim Krankheitsbild Morbus Bechterew verknöchert die ganze Wirbelsäule und wird so ausschließlich Säule. Der weiche anpassungsfähige Bewegungs- und Wirbelaspekt geht in knöcherner Starre unter und die Wirbelsäule wird zum Bambusstab. Die verknöcherte Struktur verrät, dass in diesem Leben nicht mehr gewirbelt werden kann, sondern nur noch getragen und ertragen werden muss. Der Bechterew-Betroffene lässt offensichtlich weiche Anteile untergehen und ersetzt sie durch harten Knochen. Allopathisch würde man hier auf Bewegungsübungen setzen. Homöopathisch fordert das Krankheitsbild dagegen von den Betroffenen mehr Struktur und Klarheit, aber auch Konsequenz in den zentralen Themen, um die sich das Leben dreht.

Zu buckeliger oder zu gerader Rücken

Sind die durch die Doppel-S-Form vorgegebenen Biegungen überbetont, werden die Deutungen überdeutlich. Beim Buckligen vermutet der oft zu harter Wertung neigende Volksmund den „krummen Hund“ im seelischen Hintergrund. Unser Aufrechtsein und sein Bezug zur Aufrichtigkeit kommen in vielen Ausdrücken zum Tragen. Wer sich „krumm legt“, „verbiegt sich“ und verliert seine Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. Früher wurden Leibeigene nachts zur Strafe krumm geschlossen, um sie zu demütigen, ihnen aufzuzeigen, wie wenig sie sich nach Belieben gerade machen und eigene Wege gehen konnten. Andererseits ist der übertrieben gerade und aufrecht wirkende Mensch ebenfalls aus der harmonischen Mitte gefallen und übertreibt die Geradheit in Sinne eines Hagestolzes. Ihm fehlt das Fließende, die Zwischentöne kommen in seinem Leben zu kurz. Auch Prinzipienreiter, denen die notwendige Demut fehlt, können also an der Wirbelsäule sichtbar werdende Probleme entwickeln.

Rückenschmerzen bei Burnout

Immer häufiger sind heute Rückenschmerzen im Rahmen von Burn-out - und Bore-out zu finden, wie ich es in meinem neuesten Buch „Seeleninfarkt – zwischen Burn- und Bore-out“ beschrieben habe. 9 Millionen leiden allein in Deutschland darunter und über die Hälfte der niedergelassenen Ärzte. Der Rücken zeigt hier oft den Druck an, unter dem diese Menschen leiden, aber auch das Gewicht und die Bürden, die sie schleppen. Wer sich zu lange „krumm legt“ für eine Thematik, die seine Seele nicht nährt und die ihm gar keinen Lebenssinn vermittelt, wird das nicht nur am Rücken spüren, sondern schlussendlich auch in einem Seeleninfarkt.

Fazit

Letztlich können wir am Rücken und seiner Mitte, unserer Weltachse, fast alles ablesen, etwa wie wir mit den „Schicksalsgesetzen“, den Spielregeln des Lebens umgehen, wie „Das Schattenprinzip“ integriert haben und an welchen „Lebensprinzipien“ wir leiden, statt sie zu nutzen, um uns zu entwickeln.

siehe auch www.dahlke.at, www.taman-ga.at
Redaktion: Dr. rer. nat. Inge Ziegler

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