Menstruationsbeschwerden: Das monatliche Leiden

Menstruationsbeschwerden

Für viele Frauen gehören sie selbstverständlich zur Regel hinzu: Schmerzen in Rücken und Unterbauch, Unwohlsein und Verdauungsbeschwerden bis hin zum Erbrechen. Doch ganz so unvermeidbar, wie es häufig scheint, sind diese Menstruationsbeschwerden nicht. Auch mit natürlichen Mitteln lässt sich viel für die Betroffenen erreichen.

Das monatliche Leiden: Menstruationsbeschwerden

Der Artikel ist in Kooperation mit dem www.netzwerk-frauengesundheit.com entstanden.

Wie viele Frauen genau unter Menstruationsbeschwerden leiden, ist unbekannt. Sicher aber ist: Fast jede Frau leidet in ihrem Leben einmal an Menstruationsbeschwerden. Bei jugendlichen Frauen sind Menstruationsbeschwerden der Hauptgrund für einen Arztbesuch. 14-26 % der Heranwachsenden geht es während ihrer Regel so schlecht, dass sie nicht einmal die Schule besuchen können. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass sich die Menstruationsbeschwerden mit der ersten Schwangerschaft meist automatisch bessern. 

Was ist eine „Dysmenorrhö“?

Treten Menstruationsbeschwerden regelmäßig auf, spricht man von einer Dysmenorrhö. Unterschieden wird zwischen einer primären und einer sekundären Dysmenorrhö, wobei diese die gleichen Symptome zeigen. Lassen sich keine organischen Ursachen für die Menstruations-beschwerden finden, spricht man von einer primären Dysmenorrhö. Sie tritt typischerweise wenige Monate nach der ersten Regelblutung (Menarche) erstmals auf und bleibt mehr oder weniger lange – bei einigen Frauen sogar bis zur Menopause – erhalten.

Auch wenn in den meisten Fällen eine primäre Dysmenorrhö vorliegt, sollte jede Frau, die häufig unter Menstruationsbeschwerden leidet, von ihrem Gynäkologen abklären lassen, ob organische Gründe vorliegen. In diesem Fall spricht man von einer sekundären Dysmenorrhö. Hinter den Menstruationsbeschwerden können z.B. eine Endometriose, d.h. eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, oder ein Myom, d.h. eine gutartige Vergrößerung der Muskulatur der Gebärmutter, stecken. Entzündungen, Zysten, mechanische Verhütungsmittel (Spirale) können ebenfalls zu starken Regelschmerzen führen.

Menstruationsbeschwerden und ihre Gründe

Typische Menstruationsbeschwerden

Typische Menstruationsbeschwerden sind: 

  •  schmerzhafte, z.T. kolikartige Krämpfe im Unterleib, die bis in den Rücken oder in die Oberschenkel ziehen können
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, bei einigen Frauen auch Verstopfung
  • KopfschmerzenMigräne
  • Bei vielen Frauen leidet das Allgemeinbefinden erheblich – bis hin zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit. Die ersten Symptome können schon vor dem Eintritt der Blutung beginnen. Besonders ausgeprägt sind sie meist am ersten Tag der Regel. Dann klingen die Menstruationsbeschwerden langsam ab und verschwinden spätestens mit dem Ende der Blutung.

Was passiert bei Menstruationsbeschwerden?

Während des Zyklus baut sich die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss des Hormons Progesteron langsam auf, um für die Einnistung einer befruchteten Eizelle gewappnet zu sein. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, wird die Schleimhaut wieder abgestoßen. Es kommt zur monatlichen Regelblutung. Die Gebärmutter unterstützt die Abstoßung durch Kontraktionen, die durch bestimmte Gewebshormone, die Prostaglandine, gesteuert werden.

Zieht sich die Gebärmutter übermäßig stark und länger als üblich zusammen, leidet die Durchblutung der Gebärmutter darunter. Dies führt dann zur schlechten Sauerstoffversorgung des Gewebes und zum Regelschmerz. Die Prostaglandine können aber auch an anderen Organen, wie dem Magen-Darm-Trakt und der Gefäßmuskulatur, angreifen, und so die Menstruationsbeschwerden verstärken.

Risikofaktoren

Nicht jede Frau hat das gleiche Risiko, an Menstruationsbeschwerden zu leiden. Besonders häufig leiden junge Frauen und Mädchen unter Menstruationsbeschwerden. 60-90 % der heranwachsenden Frauen sollen von einer Dysmenorrhö betroffen sein. Ein erhöhtes Risiko für Menstruationsbeschwerden haben sehr schlanke Mädchen mit einem Body-Mass-Index (BMI) unter 20, aber auch stark übergewichtige Frauen. Wenn bereits die Mütter unter Menstruationsbeschwerden leiden oder gelitten haben, sind auch die Töchter häufiger betroffen. Rauchen und Alkohol erhöhen ebenfalls das Risiko für Menstruationsbeschwerden.

Stress und psychische Belastungen verstärken die Menstruationsbeschwerden. Eine ablehnende Haltung gegenüber dem weiblichen Körper oder der Menstruation kann ebenso wie ein unerfüllter Kinderwunsch die Schmerzwahrnehmung erhöhen.

7 Tipps zur Vorbeugung von Menstruationsbeschwerden

  • Nicht rauchen
  • Alkohol nur in Maßen trinken
  • Stress vermeiden 
  • regelmäßig bewegen bzw. Ausdauersport betreiben
  • Die eigene Weiblichkeit annehmen lernen
  • Auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, B-Vitaminen und Vitamin E achten
  • Gesund ernähren, Zusatzstoffe vermeiden

Schulmedizin

Sind organische Ursachen ausgeschlossen, kommen meist Schmerzmittel und krampflösende Mittel zum Einsatz. Der Erfolg ist jedoch begrenzt: Gerade schwere Formen von Menstruationsbeschwerden lassen sich schlecht mit Schmerzmitteln behandeln. Außerdem ist diese Behandlung rein symptomatisch. Im nächsten Monat nehmen die Menstruationsbeschwerden wieder ihren Lauf. 

Eine Alternative stellt für viele Frauen die Pille dar. Sie hält den Progesteronspiegel im Körper hoch und kann so Regelschmerzen günstig beeinflussen. Je nach Zusammensetzung der Präparate fällt die Wirkung unterschiedlich aus. Für Frauen, die ohnehin eine hormonelle Verhütung wünschen, kann die Pille ein guter Weg sein. Ob frau die Pille allerdings nur wegen der Menstruationsbeschwerden nehmen sollte, ist fraglich. Immerhin greift die Pille grundlegend in den hormonellen Regelkreis der Frau ein. Ein Schritt, den man sich insbesondere bei jungen Frauen, deren Hormonsystem sich noch entwickelt und in einer Umbruchphase befindet, gut überlegen sollte, solange keine Verhütung gewünscht ist. 

Immerhin gibt es naturheilkundliche Alternativen zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden, mit denen die Selbstheilungskräfte gestärkt werden und die kaum nennenswerte Nebenwirkungen haben. Schon ein achtsamer Umgang mit der eigenen Gesundheit im Sinne der Prävention kann die Behandlung der Menstruationsbeschwerden unterstützen. 

Umweltgifte mit hormoneller Wirkung meiden

Immer wieder machen Weichmacher in Spielzeug, Aufbewahrungs-behältnissen von Lebensmitteln usw. von sich reden. Dabei geht es vor allem um Phthalate und Bisphenol A, die beide hormonähnliche Wirkungen zeigen. 2008 gerieten Mineralwässer in die Schlagzeilen, nachdem in ihnen Xenoöstrogene, d.h. hormonaktive Stoffe aus der Umwelt, nachgewiesen worden waren. Über Gewässer wird z.T. von einer Verweiblichung von Fischen berichtet – vermutlich zurückzuführen auf Reste von Hormonpräparaten, die über den Urin von Frauen in die Kanalisation, in Gewässer und schließlich ins Trinkwasser gelangen können. Aber auch Schwermetalle (Arsen, Blei, Quecksilber) können eine unerwünschte Hormonwirkung haben.

Wenn man bedenkt, wie komplex unser hormonelles System ist und wie sensibel es schon auf kleinste Hormonmengen reagiert, wird schnell klar, wie brisant solche Verunreinigungen sind. Dies gilt natürlich umso mehr für Frauen, deren Hormonsystem ohnehin schon angeschlagen ist und die unter hormonbedingten Beschwerden leiden. Umso wichtiger ist es, in unserem Alltag derartige Belastungen zu minimieren. Sie können sich und Ihre Familie schützen, indem Sie

  • Getränke aus Glasflaschen bevorzugen
  • auf Kunststoffutensilien für die Verarbeitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln verzichten und diese durch Glas, Porzellan, Holz, Edelstahl etc. ersetzen
  • insbesondere bei fetthaltigen Lebensmitteln den Kontakt mit Kunststoffen minimieren, da die hormonwirksamen Substanzen fettlöslich sind
  • einen guten Trinkwasserfilter einbauen.

Gesunde Ernährung als Basis der Gesundheit

Schon Paracelsus wusste: „Du bist, was Du isst!“ Jedem Kind leuchtet ein, dass unser Körper nur aus dem entstehen kann, was wir essen. Wir haben die Wahl, ob unser Körper lieber aus aromatisiertem Jogurt und Fertigpizza oder aus frischem Obst und Gemüse aufgebaut werden soll. Wir sollten uns jedoch bewusst sein: Unsere Entscheidung hat Folgen. Jeder Zusatzstoff in unserer Nahrung muss von unserem Organismus verarbeitet und im Idealfall ausgeschieden werden. Oft genug gelingt das jedoch nicht und Aromen, Konservierungsmittel usw. hinterlassen ihre Spuren. Unverträglichkeiten, Allergien und Störungen der Magen-Darm-Flora sind Beispiele dafür. Wirklich empfehlenswert kann vor diesem Hintergrund nur eine naturnahe Öko-Frischkost unter strikter Meidung von Zusatzstoffen d.h. chemischen E-Stoffen jeglicher Art, sein. Denn jeder Zusatzstoff könnte einen negativen Einfluss auf die Regulationsfähigkeit des Körpers haben, den es zu vermeiden gilt.

Frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte haben zudem den Vorteil, dass sie in der Regel größere Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthalten, als dies in stark verarbeiteten Lebensmitteln der Fall ist. Doch selbst bei einer sehr guten, ausgewogenen Ernährung, ist es heute infolge ausgelaugter Böden, langer Transportwege, zu früher Ernte usw. schwierig, den gesamten Nährstoffbedarf allein aus der Nahrung zu decken. Hier können Nahrungsergänzungsmittel zur Aufwertung der Nahrung beitragen.

Meiden sollten Frauen mit Menstruationsbeschwerden Nahrungsmittel, die reich an Omega-6-Fettsäuren und Arachidonsäure sind, da diese Vorstufen zu den schmerzfördernden Prostaglandinen sind. Meiden Sie also Schweinefleisch und -schmalz und Eigelb, aber auch Sojaöl und Margarine.

Bedeutung der Darmpflege

Um gesund zu bleiben (oder zu werden) reicht auch die beste Nahrung nicht aus, wenn sie von den Verdauungsorganen nicht richtig aufgeschlossen und aufgenommen werden kann. Das beginnt schon mit dem gründlichen Kauen und Einspeicheln. Von besonderer Bedeutung für die Verdauung ist der Darm. Hier werden u.a. Nahrungsbestandteile aufgeschlossen und aufgenommen, Abfallstoffe abgeben, Vitamine gebildet und krankmachende Keime abgewehrt. Vorrausetzung für eine optimale Darmfunktion ist eine intakte Darmflora. Die Tatsache, dass der Darm ein Vielfaches an Mikroorganismen enthält, als der ganze Mensch Zellen hat, unterstreicht die Bedeutung der Darmflora. Unterstützt werden kann die Darmflora mit Pro- und Präbiotika. Während probiotische Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel lebensfähige Keime enthalten, die sich im Darm ansiedeln und so die Darmflora aufbauen, enthalten Präbiotika Bestandteile, wie z.B. Inulin, welche die Darmbakterien versorgen und ihre Vermehrung fördern sollen. Darüber hinaus sollte man darauf achten, die Darmflora nicht unnötig durch Konservierungsstoffe, die in Lebensmitteln, aber auch im Darm gegen Bakterien wirken, Antibiotika und sonstige Stoffe zu belasten. 

Die Heilpraktikerin Sabine Czermak empfiehlt, den Patienten ergänzend zur Darmsanierung konstitutionell zu unterstützen und auf die Ernährung zu achten: "So wichtig und hilfreich eine gute "Darmpflege" auch ist, ihr Effekt erlischt bei vielen Patienten leider recht rasch nach Absetzen der entsprechenden Therapie. Hier hilft aus meiner Sicht nur Dauerhaft (gesund ernähren, gut kauen) oder eine Darmsanierung (Probiotika, etc.) in Verbindung mit einer ganzheitlichen Therapie zur konstitutionellen Stärkung, d. h. nicht nur aussäen, sondern auch einen fruchtbaren Boden bereiten."

Naturheilkundliche Behandlung

Menstruationsbeschwerden mit orthomolekularer Medizin behandeln

Unser Körper besitzt ein immenses Potential zur Selbstheilung. Es liegt an uns, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Hierzu gehört u.a. eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Diese benötigt der Organismus zum Substanzaufbau, aber auch zur Regulation all der komplexen Prozesse in unserem Körper. Ziel der orthomolekularen Medizin ist es nun, den Körper mit allen notwendigen Substanzen in einer verwertbaren Form und ausreichenden Menge zu versorgen, indem fehlende Nährstoffe substituiert werden.

Folgende Stoffe sind für die orthomolekulare Therapie der Menstruationsbeschwerden besonders wichtig:

  • Omega-3-Fettsäuren wirken regulierend auf verschiedene Hormonsysteme. Die im Öl von Kaltwasserfischen in großer Menge enthaltenen Omega-3-Fettsäuren werden im Körper zu Substanzen verstoffwechselt, die unter anderem an der hormonellen Regulation und am Schmerzgeschehen beteiligt sind. So können Omega-3-Fettsäuren z.B. die Synthese der an den Regelschmerzen beteiligten Prostaglandine günstig beeinflussen. Um die Menstruationsbeschwerden zu bessern, sollten die Omega-3-Fettsäuren über mindestens zwei Monate genommen werden.
  • Vitamin E (Tocopherol) soll ebenfalls helfen, den Regelschmerz zu lindern. Natürliches Vitamin E scheint im Allgemeinen einen stärkeren Effekt als künstliches Vitamin E zu haben. Die Gabe von Vitamin E ist insbesondere in der 2. Zyklushälfte zu empfehlen.
  • B-Vitamine. Frauen, die die Pille nehmen, haben einen erhöhten Vitamin B-Bedarf, denn die Pille ist ein echter Vitamin-Räuber. Das betrifft insbesondere Folsäure und verschiedene B-Vitamine. Im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden sind insbesondere die B-Vitamine B1, B3 und B6 von Bedeutung. Vitamin B1 kann, wenn es ausreichend lange genommen wird, die Regelschmerzen lindern. Vitamin B3 wirkt besonders gut in Kombination mit Vitamin C. Ein Mangel an Vitamin B6 kann mit zu Depressionen führen. Doch Vorsicht: Wird Vitamin B6 zu lange extrem hoch dosiert, kann es auch schaden! 
  • Magnesium unterstützt die Muskelentspannung und hilft so, Krämpfen der Gebärmuttermuskulatur entgegenzuwirken. Zudem beeinflusst Magnesium den Stoffwechsel der Prostaglandine, die an der Schmerzentstehung bei Menstruationsbeschwerden beteiligt sind. Magnesium kann in der zweiten Zyklushälfte gut mit Vitamin B6 kombiniert werden.

Um die gestörte Regulationsfähigkeit des Hormonsystems bei Menstruationsbeschwerden anzuregen, können die oben angesprochenen orthomolekularen Substanzen z.B. im Rahmen der folgenden Dysmenorrhö-Kur (hypo-A) eingesetzt werden: 

1. Verbesserung der Regulation, Ausleitung, Entsäuerung

Wohlfühlpaket plus bestehend aus einem Vitamin B-Komplex, Lachsölkapseln, einer Spurenelementekombination und Magnesium-Calcium. Die Lachsölkapseln enthalten sowohl wertvolle Omega-3-Fettsäuren als auch natürliches Vitamin E. Magnesium und Calcium werden als Carbonate eingesetzt und tragen so zur Entsäuerung des Organismus bei. Während der Einnahme sollte auf eine ausreichende Trinkmenge – idealerweise 2 bis 2 ½ Liter klares Wasser pro Tag – geachtet werden, da in diesem Schritt auch Schadstoffe mobilisiert werden, für deren Ausscheidung Wasser gebraucht wird. Die enthaltenen Spurenelemente werden in zahlreichen Enzymsystemen im Körper benötigt und können so zur Verbesserung der körpereigenen Regulation beitragen.

2. Dünndarmsanierung

Das Paket ODS1K (ODS steht für orthomolekulare Darmsanierung) enthält neben Schwarzkümmelöl SpurenelementeVitamine und Probiotika für die Dünndarmsanierung. In diesem Schritt werden verschiedene probiotische Keime (Symbionten) und Inulin zur Förderung einer gesunden Dünndarmflora zugeführt. Zudem wird der Körper mit wichtigen Vitaminen (Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D3) und Spurenelementen versorgt. Auch wenn ihre Wirkung nicht durch Studien belegt ist, gelten Schwarzkümmelsamen als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Dass das an Omega-6-Fettsäuren reiche Schwarzkümmelöl von den meisten Frauen im Rahmen dieser Dysmenorrhö-Kur gut vertragen wird, könnte mit den natürlichen Aromastoffen des Schwarzkümmelöls zusammenhängen, die den Leberstoffwechsel aktivieren. Zudem spielt vermutlich die gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren im ersten Schritt der Entgiftung und Ausleitung eine wichtige Rolle. Wer sich dennoch lieber mehr Omega-3- statt Omega-6-Fettsäuren zuführen möchte, kann Lachsöl oder Vitamin A, E + Lycopin im täglichen Wechsel mit oder auch statt Schwarzkümmelöl einnehmen.

3. Dickdarmsanierung

Entsprechend der Anatomie wird nach dem Dünndarm der Dickdarm saniert. Dazu enthält das Paket ODS2 mit 3-SymBiose plus verschiedene Symbionten für Dünn- und Dickdarm. Ziel ist der Aufbau einer natürlichen Darmflora, die in der Lage ist, krankmachende Keime zu verdrängen und eine gute Nährstoffaufnahme im Darm zu gewährleisten.

Jeder dieser drei Schritte dauert rund vier Wochen. Der Hauptvorteil dieser Kur liegt in der allgemeinen Verbesserung der körpereigenen Grundregulation der Patientinnen. Dadurch kann die Betroffene selbst in vielen Fällen wieder zu Gesundheit und Wohlbefinden gelangen und – im Hinblick auf die Menstruationsbeschwerden – ihre Regelschmerzen, aber auch psychische Beeinträchtigungen im Rahmen eines Prämenstruellen Syndroms – hinter sich lassen.

Erste Hilfe gegen Schmerzen aus der orthomolekularen Medizin

Auch akut können Vitamine und Spurenelemente helfen – wenn sie passen und frei von Zusatzstoffen sind. Dann können sie Schmerzen regelrecht löschen. Um die Schmerzen möglichst schnell zu lindern, werden die Kapseln nicht wie sonst üblich geschluckt. Vielmehr werden die Steckkapseln vorsichtig geöffnet und ca. 1/3 des Kapselinhaltes auf die Zunge gegeben. Das Pulver wird dann gründlich über ½-1 Minute gekaut und dabei gut eingespeichelt. Bei den Ölen wird die ganze Kapsel zerkaut. Bei Schmerzen im Unterbauch bzw. der Gebärmutter zeigen folgende Präparate (hypo-A) häufig besonders gute Erfolge:

  • Magnesium-Calcium
  • Vitamin A, E + Lycopin
  • Spurenelemente
  • Vitamin B Komplex plus
  • 3-SymBiose plus
  • Acerola-Zink

Auch Kalium spe und ADEK sind einen Versuch wert. Nach jedem Präparat spürt man in sich hinein, ob sich die Beschwerden verändert haben. Haben sich die Symptome gebessert oder sind sie gar verschwunden, ist dies ein Hinweis auf einen Mangel an der verabreichten Substanz. Ist der gewünschte Effekt nach 2-3 Minuten noch nicht in vollem Maße eingetreten, geht man zum nächsten Mittel über. Im Akutfall wiederholt man dieses Vorgehen mehrmals am Tag über den Tag verteilt. Beim zweiten Mal beginnt am besten mit den Mitteln, bei denen der schmerzstillende Effekt am größten war.

Biochemie nach Dr. Schüssler

Der Heilpraktiker Andreas Beutel aus Augsburg behandelt Menstruationsbeschwerden in seiner Praxis vor allem mit der Biochemie nach Dr. Schüssler.

„Akute krampfartige Schmerzen während der Menstruation

Die Nr. 7 Magnesium phosphoricum ist das Mittel der Biochemie nach Dr. Schüssler zum Lösen von Krämpfen jeglicher Art. Bei krampfartigen Regelschmerzen schon zwei Tage vor der Menstruation beginnend abends 10 Tabletten Magnesium phosphoricum D3 oder D6 in heißem Wasser lösen und schluckweise trinken. Bei akuten Beschwerden zusätzlich nach Bedarf anwenden; insgesamt maximal 3x pro Tag.
Zusätzlich Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6 3x1 Tablette bei Krampfbeschwerden.

Prämenstruelles Syndrom

Es hat sich gezeigt, dass eine Verschlackung des Gewebes bei vielen Frauen für die Beschwerden verantwortlich ist. Nachfolgende Kombination hat sich zum Ausleiten von Säuren und Schlacken bewährt:

Wenn depressive Verstimmung mit dabei: zusätzlich 3x täglich 2 Tabletten Lithium chloratum D6.
Bei jungen Frauen lohnt häufig ein Versuch allein mit Nr. 2 Calcium phosphoricum D6 3x täglich 4 Tabletten über 6 bis 8 Wochen.
Steht ein Anschwellen der Brust und eventuell mit Kopfschmerzen im Vordergrund verordne ich meinen Patientinnen Nr. 8 Natrium chloratum D6 3x tägl. 4 Tabletten und zusätzlich Nr. 22 Calcium carbonicum D6 morgens und mittags je 2 Tabletten.

Bei schwacher Blutung oder Amenorrhö

Bei schwacher oder gar ausbleibender Regelblutung empfehle ich die Einnahme von Nr. 17 Manganum sulfuricum D6 3x täglich 3 Tabletten.“

Mit F.X. Mayr gegen Menstruationsbeschwerden

Auch für Dr. Robert Bachmann spielt der Darm eine entscheidenden Rolle bei Menstruationsbeschwerden. Er setzt dabei auf die Darmsanierung nach F.X. Mayr. Bachmann: "Präventiv hat sich eine Darmsanierung nach dem F.X. Mayr-Konzept gut bewährt. Bei Zahlreichen Patientinnen können dadurch  Dauer und  Intensität der Beschwerden positiv beeinflusst werden." Dahinter steht die Vorstellung, dass der Darm nach der Stabilisierung durch die Darmsanierung nicht mehr durch die „Irritationszone“ Uterus (= Gebärmutter) im Sinne einer abakteriellen Entzündung  negativ beeinflusst wird. Dadurch werden Rückvergiftungen über den Darm gemildert. Auch Kreuzschmerzen  im Segment gehen meist stark zurück.

Wärme entkrampft bei Regelschmerzen

Jede Frau kennt das: Bei Kälte machen wir uns steif, ziehen wir die Schulter hoch und verkrampfen uns. Die angespannten Muskeln dienen dabei der Wärmeproduktion. Umgekehrt hat Wärme eine wohltuende entspannende und entkrampfende Wirkung. Ob Sie dabei zur guten alten Wärmflasche, einem Kirschkernkissen oder einer Fangopackung auf dem Bauch greifen, bleibt Ihnen überlassen. Nur zu heiß sollte die Wärmequelle nicht sein. Auch warme Bäder oder ein Saunaaufenthalt haben sich bei Regelschmerzen bewährt. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass der ohnehin schon angeschlagene Kreislauf nicht überstrapaziert wird. Wer besonders während der Regel häufig zu Vaginalinfekten neigt, kann mit probiotischen Zäpfchen einer Infektion durch den Saunabesuch vorbeugen.

Regelmäßige Bewegung bei Menstruationsbeschwerden

Sportlerinnen leiden seltener unter Menstruationsbeschwerden. Mit dafür verantwortlich sind Endorphine, die bei intensiver Bewegung ausgeschüttet werden und schmerzlindernd wirken. Zudem wird die Durchblutung insgesamt – und damit auch im Becken – verbessert. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten, wie Joggen, Nordic Walking, Wandern, Radfahren und Schwimmen. Hauptsache Sie bewegen sich regelmäßig!

Die Heilpraktikerin Sabine Czermak ergänzt: "Es muss nicht unbedingt Ausdauersport sein. Viel wichtiger scheint mir, generell auf ausreichend und vor allem regelmäßige Bewegung zu achten. Besonders Frauen, die einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen, profitieren von regelmäßiger körperlicher Betätigung. Wer nicht Joggen mag, dem helfen auch Spaziergänge, Gärtnern oder öfter mal das Fahrrad statt das Auto zu benutzen. Wichtig ist, dass man möglichst täglich wenigstens eine halbe Stunde am Stück in Bewegung ist. In Summe sollte man es auf etwa 5 Stunden pro Woche bringen."

Mit Entspannung gegen Menstruationsbeschwerden

Ob Sie sich für Yoga, Autogenes Training oder andere Entspannungstechniken entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Fest steht aber: Stress verstärkt Menstruationsbeschwerden und mit Entspannungstechniken kann man ihnen entgegenwirken.

Regelschmerzen wegmassieren: Fußreflexzonentherapie bei Menstruationsbeschwerden

Eine Fußreflexzonenmassage kann ebenfalls zur Entspannung beitragen. Doch die Wirkung einer gezielten Fußreflexzonentherapie geht weiter: Durch gezielte Behandlung der Bezugszonen am Fuß können Organe angeregt oder beruhigt werden. Im Fall der Menstruationsbeschwerden sind die Bezugszonen für den Verdauungs- und Urogenitaltrakt, sowie für die Lymphzone des Bauchraums gefragt. Sie liegen entlang der Achillessehnen. Bei akuten Menstruationsbeschwerden sollten Sie etwa eine Handbreit oberhalb von Innen- und Außenknöchel beginnend bis zum Fersenbein den Bereich um die Achillessehne ausstreichend massieren. Diese Massage löst schnell Verkrampfungen des Bauchraums und kann von den meisten Frauen sehr gut selber durchgeführt werden. Der Vorteil der Fußreflexzonenmassage: Selbst wenn Sie unterwegs von Menstruationsbeschwerden überrascht werden, haben Sie das notwendige Handwerkszeug immer dabei!

Gegen Menstruationsbeschwerden ist ein Kraut gewachsen

Wichtige Heilpflanzen im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden sind

  • Mönchspfeffer (Agnus castus)
  • Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
  • Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa).

Diese Pflanzen sollen helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren, und Verkrampfungen der Gebärmutter und damit Regelschmerzen entgegenwirken. Achten Sie bei der Wahl der Präparate auch auf mögliche Zusatzstoffe. Gut geeignet sind z.B. Tees aus ökologischem Anbau oder pflanzliche Urtinkturen (z.B. von ALCEA).

Menstruationsbeschwerden mit Spagyrik behandeln

Auf pflanzlicher Basis hergestellte spagyrische Mitteln können ebenfalls helfen, der schmerzhaften Regelblutung zu begegnen. So z.B. mit UPELVA spag. (in der 2. Zyklushälfte 3- bis 4-mal täglich 20-25 Tropfen) (Pekana)

Fühlt sich die Frau zusätzlich erschöpft und überarbeitet, sind folgende Mittel angezeigt:

  • Gw 1 Caulophyllum cp JSO (3-mal täglich 10 Globuli) zur Stärkung der weiblichen Organe und Drüsen
  • Viscum album cp-Fluid S (3- bis 5-mal täglich 10 Tropfen) (ISO-Arzneimittel).

Die Mittel werden ca. 15 Minuten vor dem Essen eingenommen und für eine Weile im Mund behalten.

Homöopathie bei Menstruationsbeschwerden

Frau Prof. Gerhard weist auf die Möglichkeiten der Homöopathie hin: „Das homöopathische Komplexmittel Dysmenorrhoe-Gastreu S R75® Tropfen (Dr. Reckeweg) eignet sich zur Selbstbehandlung. Bei typischer Symptomatik lassen sich auch leicht homöopathische Einzelmittel finden. Wie in der Homöopathie üblich, werden diese individuell nach den Beschwerden ausgewählt. Häufig bei Menstruationsbeschwerden angezeigte Mittel sind:

  • Chamomilla - klumpiges, dunkles Blut mit wehenartigen, unerträglichen Schmerzen, die nach oben drücken, Brustwarzen sehr empfindlich und entzündet, geistige Unruhe, äußerst ungnädig, was Sie gerade noch wollen, weisen Sie im nächsten Augenblick zurück. Generelle große Schmerzempfindlichkeit
  • Magnesium phosphoricum – Menstruationskoliken, Regel früh, dunkel, fadenziehend, Schwellung der äußeren Geschlechtsteile; jammert immerzu über die Schmerzen
  • Pulsatilla – (zu) späte Regel, mit Gerinnseln, wechselhaft, schmerzhaft, aussetzend, Nach-Unten-Drücken, sehr weinerliche Stimmung; Durchfall bei und vor der Menses
  • Viburnum opulus – Menses zu spät, spärlich, dauern einige Stunden, mit Krämpfen, die sich in die Oberschenkel ausbreiten; überdeutliche Wahrnehmung der Sexualorgane
  • Cimicifuga – Menses reichlich, dunkel, koaguliert, immer unregelmäßig, stinkend; Schmerz geht von Hüfte zu Hüfte; generelle Schmerzintoleranz; Agitiertheit, träumt von drohendem Unheil
  • Sepia – Menses sowohl zu früh und reichlich als auch zu spät und spärlich; in der Vagina heftiges nach oben Stechen, Pressen in der Gebärmutter, als würde sie herausfallen; Sie müssen die Beine übereinander schlagen (gegen dieses Gefühl); seelisch: Abneigung gegen geliebte Menschen, besonders Familie, weil Sie sich durch deren Ansprüche äußerst ausgelaugt fühlt
  • Natrium muriaticum – wenn die Regel durch großen Kummer (auch über lange Zeiträume) aussetzt, trockene Vagina“

Menstruationsbeschwerden mit Akupunktur behandeln

Auch die Akupunktur eignet sich nach der Erfahrung von Frau Prof. Gerhard gut zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden: „Dysmenorrhö ist immer Blutstase im Unterleib verursacht durch verschiedene Muster, die der behandelnde Therapeut herausfinden muss.

Akupunktur ist schnell wirksam bei allen Erkrankungen, bei denen etwas bewegt oder ausgeleitet werden soll. Bei chronischen, lange bestehenden Erkrankungen, die die Zufuhr von Wärme und Energie benötigen, ist Akupunktur nur bedingt wirksam, bzw. die Linderung hält nicht so lange an. Bei der Dysmenorrhö bedeutet das, dass sie bei jungen Frauen bei extrem stechenden Schmerzen mit Kälte im Uterus und gestressten Frauen mit Leber-Qi Stagnation (zusätzlicher Mittelschmerz meist vorhanden, starkes Prämenstruelles Syndrom, PMS) sehr gut wirkt. Bei den übrigen Formen der Dysmenorrhö müssen langfristig chinesische Kräuter gegeben werden, die Akupunktur kann nur vorübergehend lindern.

Es ist wichtig, dass der Akupunkteur/in eine ausführliche Anamnese macht und Zungen- und Pulsdiagnose mit einbezieht, um vor allem die Mangel-Muster (Qi-/ Blut-/ Nierenyang-Mangel) nicht zu übersehen. Denn bei den Mangelmustern wirkt die Akupunktur eben nicht so gut, da vor allem Energie/Substanz fehlt. Wie Sie sich selber mit der Ernährung und Kräutern helfen können, wird Ihnen bald in einem weiteren Artikel eine Spezialistin der Chinesischen Medizin aufzeigen.“

ergänzt und kommentiert von:
Dr. med Robert M. Bachmann, aus Bad Wörishofen
Andreas Beutel, aus Augsburg
Sabine Czermak, aus Ortenberg-Wippenbach

Dr. rer. nat. Inge Ziegler, Online-Redaktion

Kommentare

Bettina, 04.08.2014:
Bei vielen Frauen mit starken Beschwerden vor und während der Periode kann eine Endometriose vorhanden sein. Starke Schmerzen sollten immer gründlich abgeklärt werden, da Endometriose zu Unfruchtbarkeit führen kann! Oft herrscht leider noch die Meinung vor, dass Frau sich an diese Schmerzen gewöhnen müsse... Endometriose lässt sich bei vielen Patientinnen mit einer Ernährungsumstellung und naturheilkundlichen Mitteln lindern oder sogar heilen.
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