Masern Kinderkrankheit

Masern

Masern sind eine ansteckende Viruserkrankung und gehören zusammen mit Mumps, Röteln, Scharlach und Windpocken zu den klassischen Kinderkrankheiten. Kinderkrankheiten heißen sie deshalb, weil früher wegen der hohen Ansteckungsrate und der weiten Verbreitung der Krankheiten, die meisten Menschen bereits im Kindesalter daran erkrankt sind.

Einführung

Masern (Morbilli) sind eine hochansteckende Kinderkrankheit, die mit einem fieberhaften Katarrh der oberen Luftwege, im Anfangsstadium mit einem Ausschlag an der Mundschleimhaut (Kolik-Flecken) und später mit einem rötlichen, großfleckigen Hautausschlag einhergeht. Das typische Maserngesicht im Anfangsstadium (Prodromalstadium) wird gerne mit „verrotzt, verheult, verschwollen“ umschrieben.

Gewarnt wird im Zusammenhang mit Masern vor allem vor möglichen Komplikationen, die bei gesunden und gut ernährten Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter zum Glück selten auftreten. Höher ist das Risiko dagegen bei Säuglingen, die man jedoch noch nicht gegen Masern impfen kann. Auch bei Erwachsenen und immungeschwächten Patienten können Masern schwerer verlaufen. Die gute Meldung lautet jedoch: Wer die Maserninfektion einmal hinter sich gebracht hat, ist in der Regel lebenslang vor einer Neuinfektion geschützt.

Definition

Auslöser der Maserninfektion ist ein Virus, das durch Hautkontakt und Tröpfcheninfektionen übertragen wird. Anders als etwa Influenzaviren sind Masernviren genetisch sehr stabil – eine vor 40 Jahren erworbene Immunität hält auch einem “modernen” Masernvirus stand.

Masern lassen nicht viel Spielraum: Wer dem Virus ausgesetzt ist, steckt sich höchstwahrscheinlich auch an, wer sich ansteckt, erkrankt fast hundertprozentig. Masernviren dringen über die Schleimhaut der Atemwege, seltener über die Bindehaut der Augen in den Körper ein. Außerhalb des Körpers überleben sie allerdings nur etwa zwei Stunden.

Eine klassische Maserninfektion vollzieht sich nach einer acht- bis zehntägigen Inkubationszeit in zwei symptomatischen Krankheitsstadien:

  • dem grippeartigen Prodromalstadium (circa drei Tage) und
  • dem Exanthemstadium (circa vier Tage) mit dem typischen Masernauschlag.

Nach dem Exanthemstadium klingt die Erkrankung ab, es schließt sich eine etwa zweiwöchige Erholungsphase an.

Abgewandelte Formen der Maserninfektion, sogenannte mitigierte Masern, können bei Personen mit geschwächter Immunabwehr oder unvollständigem Antikörperschutz auftreten. Hier sind die Symptome häufig weniger ausgeprägt, und gerade das Exanthemstadium kann fehlen (“weiße Masern”). In diesen Fällen ist das Risiko von Komplikationen besonders hoch (siehe weiter unten).

Ansteckend ist die Erkrankung bereits bis zu fünf Tage vor Ausbruch des Ausschlages (!) und dann durchgängig bis zum Abklingen der Hautsymptome.

Verlauf und Symptome

Nach der Infektion vermehrt sich das Virus zunächst in den örtlichen (lokalen) Lymphknoten, befällt bestimmte Zellen der zellulären Immunabwehr und verbreitet sich etwa nach zwei Tagen über die Blutbahn überall dorthin, wo sich diese Zellen hinbewegen – unter anderem in weitere Lymphknoten.

Nach etwa einer Woche wandern die Viren in den Atemtrakt, und es kommt zum ersten symptomatischen Stadium der Erkrankung, dem durch unspezifische, grippeähnliche Symptome charakterisierten Prodromalstadium mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen, bis 40 Grad hohem Fieber und starker körperlicher Abgeschlagenheit. Auch Lichtscheu und eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) können in dieser Zeit auftreten. In dieser Phase ist die Maserninfektion schwer von einem grippalen Infekt zu unterscheiden.

Wenige Tage später stellen sich die unverkennbaren Hautsymptome ein. Beginnend hinter den Ohren, breiten sich zunächst hellrote Flecken über Gesicht und Hals aus, und erreichen innerhalb eines Tages auch Rumpf und Extremitäten. Das Exanthemstadium wird von einem zweiten Fieberanstieg und schwerem Krankheitsgefühl, Apathie und Appetitlosigkeit begleitet. Weitere mögliche Symptome in diesem Stadium sind ein bellender Husten, eine Milzschwellung sowie eine Magen-Darm-Störung. Die Hautflecken (Exanthem) werden leicht erhaben, dunkler und größer, und neigen im Zuge dessen zu “Zusammenfließen”. Das Exanthem ist Zeichen lokaler Entzündungsreaktionen und geht mit der Bildung von Antikörpern gegen das Virus einher. Simultan mit dem Zurückgehen des Exanthems nach vier bis fünf Tagen vermindert sich auch das Krankheitsgefühl. Dabei blasst das Exanthem in der gleichen Reihenfolge ab, in der es entstanden ist.

Eine Erholungsphase von etwa zwei Wochen schließt sich an, während der Schonung dringend geraten ist – unter anderem auch deshalb, weil die körperliche Immunabwehr durch Masernbefall der T-Zellen geschwächt ist, was die Gefahr von Folgeinfektionen erhöht.

Diagnose

Masern sind meldepflichtig – Verdacht, Erkrankung oder Tod müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Schon beim Verdacht auf Masern müssen Kinder wie Erwachsene aus begreiflichen Gründen allen öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen fernbleiben und in private Quarantäne gehen.

Die sichere Diagnose einer Masernerkrankung ist im Prodromalstadium kaum möglich. Hinweise sind neben einer bekannten Kontakt mit Masernkranken allenfalls die unscheinbaren und nicht in jedem Fall auftretenden sogenannten Koplikschen Flecken auf der seitlichen vorderen Wangenschleimhaut – kalkig-weiße, ein bis zwei Millimeter große, erhabene Flecken auf gerötetem Untergrund, die sich (anders als etwa Soor) mit einem Spatel nicht entfernen lassen.

Als Masern noch eine häufige Erkrankung waren, konnte jeder Kinderarzt die Diagnose im Exanthemstadium anhand des Hautausschlags fast im Schlaf stellen. Heute ist die Unsicherheit größer, und es wird häufig ein labordiagnostischer Test zum Nachweis der Masern-Antikörper veranlasst. Da der Antikörperanstieg erst im Exanthemstadium beginnt, kann der Labortest möglicherweise erst gegen Ende der Krankheit wirklich Gewissheit bringen.

Unterscheidung von Scharlach und Röteln

Der Scharlach-Ausschlag beginnt in der Leisten- und Achselgegend (und nicht hinter den Ohren, wie bei den Masern). Er ist feinfleckiger als das Masernexanthem. Typisch für Scharlach ist weiterhin die “Himbeerzunge”. Röteln verlaufen generell viel leichter als Masern. Das Fieber ist niedriger, der Röteln-Ausschlag blasser, und die Pusteln bleiben stets vereinzelt.

Komplikationen

Allgemein sind Masern-Komplikationen heute aufgrund des guten Gesundheits- und Ernährungszustandes in den westlichen Ländern selten geworden.

Vergleichsweise harmlose Komplikationen in Form von bakteriellen Begleitinfektionen treten immer noch relativ häufig auf. Dabei handelt es sich überwiegend um Zahnfleischentzündungen, Bindehautentzündungen am Auge, Mittelohrentzündungen, seltener bakterielle Lungenentzündungen.

Von den Komplikationen durch Begleitinfektionen sind die durch das Virus selbst verursachten Komplikationen zu unterscheiden. Dazu gehören Bronchitis und Lungenentzündung (Pneumonie) ebenso wie die gefürchtete akute postinfektiöse Meningoenzephalitis (Hirn- und Hirnhautentzündung), bei der einige Tage nach dem Erscheinen des Hautausschlags plötzlich starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe oder sogar epileptische Anfälle auftreten. Neurologische Schäden können zurückbleiben. Solche komplizierten Verläufe gibt es bei etwa einem von 1.000 Erkrankten. Laut Robert-Koch-Institut endet in Deutschland jede 10.000ste bis 20.000ste Masernerkrankung aufgrund von Komplikationen tödlich (in Entwicklungsländern stirbt wegen der schlechten Ausgangslage hinsichtlich Ernährung und bestehender Vorerkrankungen wie Tuberkulose, Malaria oder HIV etwa jeder vierte Erkrankte).

Eine seltene, aber extrem gefährliche Spätfolge ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine langsam fortschreitende Degeneration des Nervensystems, die im Schnitt erst sieben Jahre nach einer überstandenen Maserninfektion einsetzt. Hier haben die Viren das Nervensystem befallen und bleiben dort über längere Zeit gewissermaßen schlafend (dormant). Aufgrund der impfbedingten Seltenheit von Masernerkrankungen und der daraus resultierenden großen Seltenheit der SSPE sind zuverlässige Schätzungen des SSPE-Risikos heute schwierig. Rechnet man die aufgetretenen SSPE-Fälle gegen die Anzahl der Maserninfektionen, ergeben sich circa ein bis zwei Fälle pro 10.000 Infektionen. Die wenigen Kinder, die heute an SSPE erkranken, haben die Maserninfektion in der Regel vor dem zweiten Geburtstag durchgemacht. Ist keine Masernerkrankung bekannt, geht man davon aus, dass es sich wahrscheinlich um eine Infektion mit mitigiertem Verlauf handelte. Vor dem Beginn der Durchimmunisierung wurde die SSPE-Häufigkeit als wesentlich geringer angegeben (ein Fall oder weniger pro einhunderttausend Masernfälle). Das mag daran liegen, dass heute Babys (die noch nicht geimpft werden können) einen größeren Anteil der Masernpatienten ausmachen, und gleichzeitig offenbar ein größeres Risiko haben, später SSPE zu entwickeln. Ein möglicher Mitgrund für das häufigere Erkranken von Säuglingen könnte dabei auch sein, dass Mütter, die selbst nur gegen Masern geimpft wurden und die Krankheit nicht selbst durchgemacht haben, in der Regel selbst eine schwächerer Immunität erworben haben. Die Folge ist, dass der Antikörper-“Nestschutz”, den geimpfte Mütter ihren Neugeborenen mitgeben können, schwächer und kurzlebiger als bei Müttern, die die Masernerkrankung selbst durchgemacht haben. Doch selbst bei Müttern, die selbst Masern hatten, kann die Immunität – und damit der Nestschutz, den sie ihren Säuglingen spenden – schwächer ausgeprägt sein, als dies in früheren Generationen der Fall war. Der einfach Grund: Durch die Impfungen sind Masern seltener geworden. Damit kommen die Mütter seltener oder nicht mehr mit dem Masern-Virus in Kontakt und ihre Immunität wird nicht mehr aufgefrischt.

Bei Jugendlichen, Erwachsenen und Babys verlaufen Masern tendenziell schwerer als bei Kindern, und es kommt häufiger zu Komplikationen. Ein besonderes Risiko bedeutet die Maserninfektion für Menschen mit Immunschwäche. Zu einer solchen Abwehrschwäche führen etwa angeborene Defekte der zellulären Immunabwehr, HIV-Infektionen, Krebserkrankungen von Blut, Knochenmark und lymphatischem System, Therapien mit immunsuppressive Medikamenten (beispielsweise nach Organtransplantationen oder bei Autoimmunerkrankungen), Chemotherapie oder Strahlentherapie von Tumorerkrankungen.

Masernimpfung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befindet sich auf einem weltweiten Kreuzzug zur Ausrottung der Masern durch flächendeckende Impfungen. Masernausbrüche in Deutschland, die typischerweise im Winterhalbjahr auftreten, lassen die Impfdiskussion regelmäßig wieder aufflammen lassen.

Nach aktuellem Stand (Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 des Robert Koch-Instituts vom 24.8.2015) sieht für Masern 2 Grundimmunisierungen im Alter von 11-14 und 15-23 Monaten vor.
Außerdem wird empfohlen, nach 1970 geborene Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, einmalig mit einem MMR-Impfstoff zu impfen, wenn sie ungeimpft sind, ihr Impfstatus unklar ist oder sie in der Kindheit nur eine Masernimpfung erhalten haben.

Die Masernimpfung ist eine Aktivimpfung mit einem Lebendimpfstoff, d.h. der Betreffende wird mit abgeschwächten, aber noch funktionsfähigen Masernviren geimpft. Diese können vom Geimpften noch über bis zu 2 Wochen ausgeschieden werden und im ungünstigen Fall - insbesondere immungeschwächte - Menschen in der Umgebung infizieren.

Impfbefürworter verweisen auf den starken Rückgang der Masernerkrankungen durch die Impfungen und die Risiken, die bei einer Erkrankung auftreten können (s.o.).

Impfkritiker fragen dagegen, ob Kinderkrankheiten nicht auch ihre Berechtigung haben. So trainieren sie das Immunsystem und kräftigen langfristig womöglich sogar den Körper. Beispielswiese ist die Immunität nach einer durchgemachten Kinderkrankheit in der Regel wesentlich dauerhafter ist als die durch eine Impfung erreichte. Zudem wird selbst bei Einhaltung der empfohlenen 2-fachen Impfung nicht bei allen Menschen ein ausreichender Impfschutz erreicht (sog. „Impfversager“). Befürworter durchgemachter Kinderkrankheiten berichten zudem gerne von Entwicklungsschüben, die man bei Kindern nach der Genesung von einer Krankheit oft beobachten können soll.

Gesunde, gut ernährte und seelisch aufgehobene Kinder überstehen eine Masernerkrankung in aller Regel gut. Aber gilt das auch für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft? Für Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche ist nicht nur die Maserninfektion gefährlich, sondern dummerweise auch die Masernimpfung, da sie mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff vorgenommen wird. Das heißt, gerade die Menschen, die den Impfschutz wirklich dringend bräuchten, können ihn sich nicht verschaffen. Sind nun alle anderen Mitglieder der Gesellschaft in der Pflicht für die Gesundheit der “schwächsten Glieder der Kette”? Dazu kann sich einstweilen noch jeder selbst einen Standpunkt erarbeiten. Ebenso zu der Frage, ob er oder sie im Angesicht eines Masernausbruchs mit dem geringfügigen, aber nicht verschwindenden Komplikationsrisiko, das auch die eigenen Kinder tragen, umgehen kann.

Es gilt für viele Dinge: Intellektuell wissen wir, dass eine von allen Seiten gepolsterte, von jedem Risikofaktor bereinigte Kindheit sicher nicht das volle Potential unserer Kinder zum Erblühen bringt. Wir wissen, dass es nicht gut für kleine Menschen ist, wenn wir sie der Möglichkeit berauben, Konflikte auf verschiedenen Ebenen, auch auf körperlicher, zu durchleben. Aber genau das ist nun einmal nicht ohne wirkliche Risiken zu haben – und in unserer risiko-aversen Gesellschaft sind Risiken für fast jeden ein Problem. Die Frage muss und sollte jeder für sich selbst klären, bevor er oder sie sich gegen eine Masernimpfung entscheidet: Sind Sie bereit für das Komplikationsrisiko – oder entscheiden Sie sich – spätestens wenn der nächste Masernausbruch da ist – lieber für die Impfung?

Mehr zum Thema Masernimpfung lesen Sie hier.

Schulmedizinische Therapie

Die schulmedizinische Maserntherapie bleibt in der Regel symptomorientiert. Antivirale Medikamente werden aufgrund ihrer Nebenwirkungen und der Gefahr von Resistenzen nur in Fällen mit schweren Komplikationen angewendet.

In der Regel wird der Arzt fiebersenkende Medikamente verordnen (deren Nutzen wenig evident ist), sowie eventuell ein Hustenmittel zur Linderung der Atemwegssymptome. Bakterielle Begleitinfektionen werden antibiotisch behandelt.

Naturheilkundliche Therapie

Bettruhe und Quarantäne (möglichst kein Kontakt mit anderen Kindern) sind selbstverständlich. Fieber um die 40 Grad gehört zum normalen Krankheitsverlauf und ist ein Zeichen, dass das Immunsystem sich mit den Masernviren auseinandersetzt. Da Fieber die körpereigene Abwehr aktiviert wird es aus ganzheitlicher Sicht als Teil des natürlichen Heilungsprozesses gesehen. Aus diesem Grund steht die Komplementärmedizin fiebersenkenden bzw. –unterdrückenden Arzneimitteln überaus kritisch gegenüber. Durchaus zum Einsatz kommen können dagegen Wadenwickel. Sie können dem kleinen Patienten etwas Erleichterung verschaffen, wenn das Fieber Kreislauf und Psyche belastet – aber nicht bei ohnehin schon kalten Waden und Füßen! Viel Trinken ist wegen der erhöhten Körpertemperatur besonders wichtig.

Lindernd auf den Husten wirkt das Anfeuchten der Raumluft durch aufgehängte feuchte Tücher oder Wasserschalen auf der Heizung. Ist der kleine Patient lichtempfindlich – das kommt bei Masern öfter vor – spricht nichts gegen ein Abdunkeln des Kinderzimmers. Sonnenbäder können wieder genommen werden, wenn die Krankheit überstanden ist.

Falls der Hautausschlag juckt (in der Regel ist das aber nicht der Fall), können Waschungen mit einem feuchtkalten Tuch helfen.

Pflanzliche Tinkturen

Zu Beginn der Prodromalphase kann eine Echinacea-Urtinktur die körpereigene Abwehr stimulieren. Steigt das Fieber, sollte sie abgesetzt werden, da das Immunsystem jetzt ohnehin auf Hochtouren läuft. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bewährt hat sich die Tropaeolum-Urtinktur. Tropaeolum (Kapuzinerkresse) enthält Senföle, die antiviral wirken und die Arbeit des Immunsystems unterstützen. Gegen die Atemwegssymptome helfen Efeu (Hedera-Urtinktur) bei krampfartigem und Thymian (Thymus-Urtinktur) bei trockenem, bellendem Husten, alternativ das homöopathische Mittel Euspongia officinalis. Bei Lichtempfindlichkeit wird Augentrost (Euphrasia-Urtinktur, z. B. als Kompresse) als angenehm empfunden.

Bitte besprechen Sie die Auswahl und Dosierung der Tinkturen und Globuli mit Ihrem naturheilkundigen Kinderarzt oder einem Heilpraktiker.

Ist auch die Exanthemphase überstanden, sollte sich der Patient noch eine, besser zwei Wochen zu Hause in Ruhe erholen. Eine Maserninfektion schwächt die Immunabwehr für einige Wochen, und der Kontakt mit den diversen Krankheitserregern in Kindergarten oder Schule kann besonders schnell zu einer weiteren Erkrankung führen – und die kann Ihr Kind jetzt überhaupt nicht brauchen!

Folgende Symptome deuten auf eine Masernkomplikation hin und machen einen sofortigen Arztbesuch erforderlich:

  • über die Exanthemphase hinaus anhaltendes hohes Fieber
  • Kurzatmigkeit, Atemnot (Verdacht auf eine Lungenentzündung)
  • Ohrenschmerzen (Verdacht auf Mittelohrentzündung)
  • brennende, besonders lichtempfindliche Augen (Bindehautentzündung)
  • steifer Hals, Nackenschmerzen beim Beugen des Kopfes, Kopfschmerzen gegen Ende der Exanthemphase (Verdacht auf Meningoenzephalitis)

Ernährung

Ein guter Ernährungs- und Allgemeinzustand und ein durch Bewegung an der frischen Luft und Sonnenschein fittes Immunsystem ist eine recht gute Versicherung gegen Masernkomplikationen.

Vorbeugen in dem Sinne können Sie der Erkrankung nicht. Gibt es Masernfälle im Bekanntenkreis, kann eine Hochdosistherapie mit Vitamin A und C, kombiniert mit Zink und einem Vitamin-B-Komplex die Abwehr zusätzlich stärken. Dabei kann auf hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden. Wie immer gilt aber: Sinnvoller ist die Aufnahme mit der Nahrung. Besonders reich an Vitamin A sind Leber (Leberwurst!), Löwenzahngrün, Süßkartoffeln, Möhren und Brokkoli. Gute Vitamin-C-Quellen sind Kiwi, rote Paprikaschoten, Brokkoli, Rosenkohl, Papaya und Zitrusfrüchte. Reich an Zink und mehreren B-Vitaminen sind Fleisch, Nüsse und Kürbiskerne, Weizenkeime und Kakao.

Während der Erkrankung selbst sind die Kinder meist appetitlos, und man sollte sie nicht zum Essen zwingen. Die in Ihrer Familie traditionelle Krankendiät aus Suppe und Zwieback, Grießbrei mit Kompott oder ähnlichem ist vollkommen in Ordnung, so lange sie Ihrem Kind schmeckt. Frisches Obst, Himbeersaft, schwarzer Johannisbeersaft und frisch gepresster Orangensaft sind sehr zu empfehlen: Sie schmecken gut, erfrischen, decken den Flüssigkeitsbedarf und sind wichtige Vitaminquellen.

Psychosomatik

Die Bereitschaft, Konflikte zu durchleben, auch auf der körperlichen Ebene, lohnt sich vom psychosomatischen Standpunkt aus für die Gesamtentwicklung des Kindes unbedingt. Nach Rudolf Steiner spiegelt sich in den Kinderkrankheiten der Konflikt zwischen Erbanlagen und Ich-Kräften des Kindes. In den ersten sieben Lebensjahren bildet das Kind in der Wechselwirkung zwischen Ich-Kräften und vererbter Substanz den eigenen, seinem Wesenskern entsprechenden physischen Leib. Kinderkrankheiten sind dabei wichtige Krisenereignisse, deren Bewältigung auf körperlicher wie seelischer Ebene Neues bringt.

Dass sich Kinderkrankheiten so häufig unter Beteiligung der Haut abspielen, weist nach Rüdiger Dahlke darauf hin, dass es sich hier um einen Kampf an den und um die sich ausdehnenden eigenen Grenzen, symbolisiert durch die Grenzen des Körpers, handelt. Lichtscheu und Rückzugsbedürfnis zeigen demnach an, dass das Kind „die Vorbereitungszeit bis zum Durchbruch des Neuen” ungestört verbringen möchte. Die durch die Bewältigung der Krankheit körperlich gesprengten Grenzen können dann auch innerseelisch überwunden werden. Spannung und Ungewissheit machen Platz für einen neuen Entwicklungssprung.

Autor: Online-Redaktion

Kommentare

Tina, 09.02.2018:
"Die Frage muss und sollte jeder für sich selbst klären, bevor er oder sie sich gegen eine Masernimpfung entscheidet: Sind Sie bereit für das Komplikationsrisiko – oder entscheiden Sie sich – spätestens wenn der nächste Masernausbruch da ist – lieber für die Impfung?"

Dieser Satz vermittelt den Anschein, dass nur die Erkrankung Risiken birgt und die Impfung keine Nebenwirkungen und Risiken hat. Dem ist aber nicht so, auch wenn manche Ärzte das behaupten. Jedes Medikament hat Nebenwirkungen und Risiken, so auch Impfstoffe. Diese kann man dem Beipackzettel entnehmen. Bei dem Einzel Impfstoff Merieux (Masern), sind einige Nebenwirkungen aufgelistet, unter anderem Hirn- und Hirnhautentzündung. Geimpft oder ungeimpft- beides hat Risiken!
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