Schilddrüse
Einführung
Einführung
In der Schilddrüse werden die Hormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) und Thyreocalcitonin hergestellt. Letzteres ist am Calciumstoffwechsel beteiligt und benötigt Jod, sowie eine bestimmte Aminosäure. Die Schilddrüse kann Jod, das über die Nahrung aufgenommen wird, speichern, denn sie braucht es, um ihre Hormone produzieren zu können.
Die Schilddrüsenhormone sind wichtig für das Wachstum, die Hirnentwicklung und fördern den Abbau von Cholesterin in der Leber. Sie sind für die Wärmeproduktion des Körpers maßgeblich und bewirken, dass der Stoffwechsel beschleunigt und der Energieumsatz gesteigert wird. Sie sind also an wichtigen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und stehen mit dem Nervensystem über einen so genannten Regelkreis in Verbindung: Das Zwischenhirn meldet über das Hormon TRH (engl.:tyreotropine releasing hormone) an die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), dass zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden sind. Dann veranlasst die Hypophyse, dass TSH (thyreoideastimulierendes Hormon) ausgeschüttet wird und dieses wiederum regt die Schilddrüse an, T3 und T4 zu produzieren. Ist eine „Sättigung“ erreicht, stellt das Zwischenhirn die Produktion von TRH ein, solange bis wieder Bedarf besteht. Wenn dieser Regelkreis gestört wird, kann es zu verschiedenen Erkrankungen kommen.
Bei allen Schilddrüsenerkrankungen muss immer mitgedacht werden, dass die Schilddrüse eine hormonproduzierende Drüse ist und in diesem Fall mit dem vegetativen Nervensystem in Verbindung steht. Das heißt wiederum, dass bei allen Prozessen die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, denn der sympathische Anteil des vegetativen Nervensystems lässt sich willentlich nicht beeinflussen.
Die Fragen, die allen Therapien vorangehen sollten:
- Welche Erwartungen habe ich als Patient in Bezug auf meine Krankheit und an den von mir befragten A/TH/HP?
- Welche Eigenverantwortung bin ich bereit zu übernehmen?
Und im Sinne unserer bevorzugten Herangehensweise, wünscht der Patient
- In erster Linie eine Beseitigung der Symptome?
- Die Wiederherstellung der körperlichen Funktionstüchtigkeit?
- Und/oder geht es ihm darum, die Ursachen aufzuheben?
Anja Müller:
Naturheilkundliche Herangehensweise:
Eine naturheilkundliche Behandlung bietet sich an, da mit ihr nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen der Erkrankung beeinflusst werden. Hierbei kann die Medikation beibehalten, reduziert bzw. ganz abgesetzt werden. Dieser Weg ist oft langwierig. Die Therapie sollte durch die gängigen Diagnoseverfahren überprüft werden. Zwei fundamentale Erkenntnisse lehrte Dr. Max Otto Bruker(siehe Literatur), sowohl Patienten als auch Gesunden: Der Mensch wird krank, weil er sich falsch ernährt, und der Mensch wird krank, weil er falsch lebt. Weil Dr. Max Otto Bruker sich nicht mit einer symptomatischen Linderungsbehandlung zufrieden gab, betrieb er eine ursächliche Heilbehandlung. Dr. Bruker unterteilt die Lebensmittel in "Lebendige Lebensmittel" und "tote Nahrungsmittel". Alle Lebensmittel sollten aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen. Hitzebehandelte oder industriell verarbeitete Lebensmittel sollen gemieden werden. So würden sich alle Zivilisationskrankheiten heilen/vermeiden lassen. Dabei ist gerade auch bei Schilddrüsenerkrankungen zu berücksichtigen, dass Körper und Seele untrennbar eine Einheit bilden. Die Störung der Schilddrüse ist, wie er es ausdrückt, lebensbedingt. Körperlicher Zusammenhang: Falsche Ernährung, Jodverwertungsmangel, körperliche, hormonelle Umstellungen, Allergien, bakterielle Herde, Ekzeme, Immunverschiebungen, erbliche Disposition, Umweltbedingungen können zur Störung der Schilddrüsentätigkeit beitragen.
Kropf (Struma) - Definition
Kropf (Struma) - Definition
Welche Symptome treten auf?
Der Kropf an sich beschreibt zunächst einmal nur das Symptom, nämlich eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Teile davon. Unabhängig davon, ob der Kropf knotig, ob er noch gut- oder schon bösartig ist, ob er nach innen oder außen wächst. Der Kropf selber macht zunächst einmal wenig Beschwerden, denn er entwickelt sich in der Regel langsam. Die Symptome sind meist schleichend und diffus, ähneln der Schilddrüsenunterfunktion (siehe unten) und können deswegen auch andere Ursachen haben. Eine genaue laborärztliche Bestimmung der Schilddrüsenwerte ist deshalb wichtig.
Ursachen
Die Bezeichnung „blande struma“ umfasst eine sehr große Gruppe an Struma, die auf unterschiedlichste Ursachen zurückzuführen sind. Es kann einen Kropf bei ausgeglichener Schilddrüsenfunktion oder einen Kropf wegen unterschiedlichen Funktionsstörungen beschreiben. Zuerst einmal aber sagt ein Kropf allein, nichts über Gut-oder Bösartigkeit aus. Es gibt einige Gründe, warum er entstehen kann: aus Jodmangel, aufgrund von Zysten, bei Schilddrüsentumoren, bei Gewebeneubildung aufgrund eines Hormonungleichgewichts, wegen Überfunktion, wegen Unterfunktion, aufgrund von Enzymdefekten, wegen der so genannte Autonomie (selbständiges Gewebe, das auf die Steuerfunktion des TSH nicht mehr reagiert) oder bei Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditiden) usw. Die häufigste Kropfart ist aber immer noch die aus Jodmangel. Wenn wenig Jod über Nahrung und Wasser in den Körper gelangt, wächst die Schilddrüse. Sie versucht, durch Größe den Hormonbedarf sicherzustellen, was aber nicht hilft und deshalb der Kropf immer größer wird (siehe unten: Kontoverse Jodversorgung).
Therapie
Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess
Was der Therapeut tun kann
In der Vielfältigkeit der Ursache liegt die Gefahr eines Kropfes. Da der Tastbefund allein nicht ausreicht, kann der Therapeut zwar fühlen, wie groß der Kropf ist oder ob er Schluck- und Atembeschwerden macht, letztendlich aber muss der ganze Mensch einer gründlichen Anamnese und einer körperliche Untersuchung unterzogen werden. Das schließt die Blutuntersuchung und einen Schilddrüsenhormontest mit ein, um zu einer eindeutigen Diagnose zu gelangen.
Schulmedizinisch: wird beim Jodmangelkropf zuallererst Jod in Tablettenform zugeführt und beobachtet, ob sich der Kropf zurückbildet, danach kann es ausreichen, über jodreiche Ernährung das Defizit zu beheben. Eine Klimakur an der Nordsee kann ebenfalls hilfreich sein.
Naturheilkunde: Durch Blasentangpulver versucht die Phytotherapie der Einnahme von Tabletten vorzubeugen. Dieses Pulver gibt es standardisiert und demnach präzise dosiert. Die Homöopathie arbeitet beispielsweise symptombezogen über die Mittel: Ammonium bromatum, Calcium jodatum, Fucus vesiculosus und Spongia (Quelle: Natur & Heilen, 1997), Calcium carbonicum, Barium jodatum, Thyreoidinum (Kriemhilt Waldenmaier) oder aber auch über spezifischen Konstitutionsmittel, wobei es dem erfahrenen Therapeuten überlassen bleiben muss, welches Mittel und in welcher Potenz er dieses verabreicht. Von einer Eigenmedikation raten wir dringend ab. Schüssler-Salze: in dem Buch von V.H.Haiduk: Gesund durch Schüssler-Salze nimmt die Autorin Bezug auf das Salz Nr. 1: Calcium fluoratum: „Macht Weiches hart und Hartes weich.“. Dieses Salz ist dem Dreifach-Erwärmer (Schilddrüse) zugeordnet und nimmt u.a. Einfluss auf verhärtete Drüsen. Da dies aber nur ein vereinzeltes Symptom beschreibt, muss der A/TH/HP abklären, ob tatsächlich ein Mangel von diesem Salz beim Betroffenen vorherrscht und in welcher Dosierung die Behandlung eingesetzt wird. Ebenso kann das Schüssler-Salz Nr.8, Natrium chloratum: „Zur Regulation des Wasser und Salzhaushaltes“, zur Anwendung kommen, denn es wird dem Dickdarm Meridian zugeordnet, der in direkter Verbindung mit dem Dreifach-Erwärmer steht. Eingesetzt wird es beispielsweise u.a. bei allen Stoffwechselstörungen.
Vorbeugung und Selbsthilfe: Was der Betroffene selbst tun kann
Ernährung:
Um dem Jodmangelkropf vorzubeugen, empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) 200 µg Jod, pro Tag, für Erwachsene aufzunehmen. Aufgrund der kontrovers geführten Debatte empfiehlt der „Arbeitskreis Jodmangel“ (www.jodmangel.de) aber, höchstens 100 µg Jod aufzunehmen, was keiner künstlichen Jodzusätze bedarf. Gute Lieferanten sind Champignons, Bohnen, Zwiebeln, Broccoli, Spinat, Radieschen, Rettich, Spargel, Gartenkresse, Petersilie und Schnittlauch. Allerdings sind diese (siehe Beitrag unten: Kontroverse Jod Versorgung) durch Bio- oder Kunstdünger mit künstlichem Jod versetzt.
Anja Müller: „Bei Jodbedarf: Lebertran, Kabeljau, Schellfisch, Lachs oder Algen zu sich nehmen.“
Sollten diese Anwendungen zum Erfolg führen, wäre demnach die Funktion wiederhergestellt und auch die Ursache beseitigt, wenn und das wird letztendlich immer der individuelle Fall zeigen, auch das seelische Stimmungsbild im Lot ist.
Hierzu Kriemhilt Waldenmaier: „Als Therapeutin achte ich auf besondere Lebensphasen, wie Pubertät, Schwangerschaft, so genannte Wechseljahre und auch auf belastende Konfliktsituationen.“ Siehe auch: Krankheit und ihre Bedeutung (Über- oder Unterfunktion)
Phytotherapie: Heilkräuter für einen Schilddrüsentee:
Jodhaltig: Blasentang, Isländisches Moos
Schilddrüse beruhigend: Wolfstrapp, Lavendel, Baldrian, Hopfen, Weinraute
Herz/Kreislauf beruhigend: Herzgespann, Salbei, Galgant, Weißdorn, Mistel, Bärlauch, Melisse
Hilft bei Schlafstörungen: Hafer, Hopfen, Maisbart, Passionsblume, Ackersalatblüten, Melisse, Baldrian,
Insgesamt den Menschen stärkend: Meisterwurz, Angelikawurzel, Eisenkraut, Rhapontikum
Stärkung der Leber: Wermut, Beifuß, Berberis-Rinde, Schafgarbe, Löwenzahnwurzel und -kraut, Heiligenbasilikum, Mariendistel, Schöllkraut
Mineralstoffreich, zur Entgiftung: Brennnessel, Hohlzahn, Schachtelhalm, Walnuß, Birkenblätter
Bei Zysten: Klette
Kräutermischung nach Dorisa Schadow, Heilpraktikerin (siehe Literatur): „Zwei Schilddrüsenspezifische Pflanzen (je nach Symptom), ein bis zwei beruhigende bzw. anregende Pflanzen, zwei Leberpflanzen, eine Ausleitungspflanze.“
Dieter Berweiler: „Da die Ursachen sehr heterogen sind, kann von einem allgemeinen Schilddrüsentee für jeden nie gesprochen werden. Die optimale Kombination der individuell zusammengestellten Kräuter ist mit entscheidend für den phytotherapeutischen Erfolg.“
Die psychische Bedeutung des Organs
Hierzu Anja Müller: „Demütigungen, besonders in der Pubertät; sich immer zurückstellen, nicht aussprechen spontaner Gefühle; Schweigen, besonders in der Kindheit, bis der Druck im Hals stecken bleibt ( clio - Die Zeitschrift für Frauengesundheit - Nr. 53 "Hormone"). Große Anspannung; starke Ängste, Stress in der Arbeit, meist durch Unterforderung, durch Unterdrücktsein in der eigenen Kraft und geringe Wertschätzung. Überforderung, z.B. hohe Ansprüche an sich selbst und, wenn diese nicht einzulösen sind, Frustration und Resignation bei eigener innerer Enttäuschung. Verringerter Selbstwert und Selbstmut mit der Hoffnung, die Rettung kommt von außen. Die Schilddrüse als Temperamentsdrüse braucht den Ausdruck, das Sich-Zeigen, das Sprechen. Hilfreiche Sätze könnten je nach Befindlichkeit sein: „Ich lasse die alten Begrenzungen hinter mir und gestatte mir nun, mich frei und schöpferisch auszudrücken (Louise L. Hay: Heile Deinen Körper“ oder auch „Gesundheit für Körper und Seele). Oder: Wie kann ich mich selbst mehr engagieren für das eigene Glück, die eigene Kraft in meinem Leben?“
Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Symptome
Die Schilddrüse produziert bei einer Überfunktion zuviel T3 und T4. Diese erhöhen den Energieumsatz im Körper was dazu führt, dass dem Betroffenen ständig warm ist und die Haut feucht. Gesteigerter Appetit schlägt sich nicht im Gewicht nieder, der Mensch neigt zu Durchfällen. Das Herz schlägt schneller. Der Betroffene ist nervös, nicht belastbar, weil er ständig auf Hochtouren läuft, was auf Dauer das Herz schädigt. 90% der Betroffenen haben einen Kropf, viele leiden unter Haarausfall. Die häufigste Ursache einer Überfunktion ist die Basedow´schen Krankheit, die die Symptome einer Überfunktion zeigt, plus die typischen „Froschaugen“ (Exophthalmus) und einem ausgeprägt schnellem Herzschlag (Tachykardie), der zu einer Herzschädigung führen kann. Hier wiederum wird als Ursache von einer Autoimmunreaktion des Körpers ausgegangen. Andere Formen der Überfunktion sind: aufgrund von Entzündungen der Schilddrüse, die so genannte Autonomie (hier macht sich das Gewebe der Schilddrüse selbständig und koppelt sich vom Regelkreis ab), Neuwucherungen, auch bösartige, Hypophysenfehlfunktion u.a.
Wie wird eine Überfunktion diagnostiziert?
- über die Laborparameter
- über Ultraschall und das Szintigramm, bei dem radioaktive Substanzen gegeben werden, die sich dann in der Schilddrüse anreichern, um verschiedene Arten von Knoten (heiß/kalt) darstellen zu können
- oder über Zytodiagnostik, d.h. ein Gewebestück der Drüse wird untersucht
Ursachen
Schulmedizinisch betrachtet, ist die häufigste Ursache einer Überfunktion die Basedow´sche Krankheit, als Form der manifesten Überfunktion. Diese gilt als eine Autoimmunthyreoiditis, also als eine Entzündung der Schilddrüse aufgrund einer Autoimmunkrankheit. Hier finden wir eine familiäre Häufung, eine so genannte genetische Disposition und diese betrifft Frauen sechs Mal häufiger als Männer. Ebenso werden Virusinfektionen als Ursache diskutiert. Laut Medicine Worldwide bildet sich das Krankheitsbild Morbus Basedow bei bis zu 50% der Patienten spontan zurück, kann aber erneut nach mehreren Jahren wieder auftreten. Als weitere Ursache werden die disseminierte Autonomie der Schilddrüse, d.h. die Abkopplung der Schilddrüse aus dem Regelkreis der Hypophyse, sowie das autonome Adenom (Epithelgewebe der Drüse, das entarten kann), angeführt. Die häufigste Ursache der Autonomie scheint der Mangel an Jod zu sein, der zu einer Vergrößerung (Struma) und knotigen Veränderung der Schilddrüse führt. Was die wirklichen Ursachen dieser Erkrankungen betreffen, bleiben Antworten offen. Wenn sich eine Überfunktion schon manifestiert hat und der Betroffene begibt sich in naturheilkundliche Hände, wird der Therapeut am ehesten versuchen, begleitend tätig zu werden und ursächlich an die Erkrankung heranzukommen.
Dieter Berweiler: “Die Ursachen liegen eben nicht ausschließlich in der genetischen Struktur, sondern auch auf der systemischer Ebene. Das heißt, dass die familiäre Anamnese, das soziale Umfeld und die Persönlichkeitsstruktur in die Behandlung miteinbezogen werden müssen.“ Festzustellen bleibt, dass die Hyperthyreose häufig in hormonellen Umstellungszeiten, wie Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium auftritt. Dazu noch Kriemhilt Waldenmaier: „Wer massiver Jodzufuhr ausgesetzt ist, die Pille nimmt oder tief greifende seelische Erschütterungen erlebt, kann ebenfalls dem Risiko ausgesetzt sein, an einer Überfunktion zu erkranken.“
Therapie
Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess
Was der Therapeut tun kann
Schulmedizinisch: Medikamente, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen (Thyreostatika). Nachteil: dadurch kann eine künstliche Unterfunktion mit Kropfbildung entstehen.
Hierzu Dr. Scheel: „Meiner Meinung nach liegt das ursächliche Problem nicht in der Schilddrüsenüberfunktion, sondern in dem Ungleichgewicht zwischen Be- und Entlastung des Menschen. Ein Mensch, der häufig Stressfaktoren ausgesetzt ist, oder dazu neigt, Stress aufzubauen, dessen Schilddrüse kann beispielsweise eher in die Schilddrüsenüberfunktion rutschen, als jemand, der in der Lage ist, Stressfaktoren konstruktiv umzusetzen. Er kann mit entsprechender Reaktion eine Entlastung, auch organisch gesehen, herbeiführen. Die Persönlichkeit spielt meiner Meinung nach, eine weit größere Rolle als gedacht.“
Naturheilkundlich: in leichten Fällen, ansonsten als begleitende Maßnahmen:
Phytotherapie: Zubereitungen aus Lycopus (Bärlapp), Herzgespann und Baldrian. Um übermäßige Schweißbildung zu hemmen kann Salbei gegeben werden. Ebenso kommt Wolfsrapp, Maiglöckchen und Melisse, Lavendel, Hopfen und Baldrian zum Einsatz. Kräutertee aus Eichenrinde, Isländisches Moos und Ehrenpreis
Dieter Berweiler: „Wobei Wolfstrapp hier das entscheidende Phytotherapeutikum darstellt. Alle anderen ordnen sich dem unter. Wolfstrapp ist generell als ein „Harmonisierer“ der Drüsenfunktionen anzusehen. Wenn ursächlich der Darm im Vordergrund steht: Wermut, Kampfereberraute, Angelika, Matiko, Erdmandel. Wenn ursächlich die Leber an erster Stelle steht: Matriendistel, Schöllkraut, Heiligenbasilikum, Angelika, Thymian. Wenn ursächlich die Nieren einer Unterstützung bedürfen: Brennessel, Löwenzahn, Brahmi, Glaskraut, Bruchkraut, Himbeerblätter, Chin Tragant, chin. Senna, Girsch“
Akupunktur und Ohrakupunktur als begleitende Maßnahmen
Vorbeugung und Selbsthilfe: Was der Betroffene selbst tun kann
- Halswickel mit Quark, Heilerde oder Kohlblätter
- Kalte Armgüsse
- Auf der Arbeitsebene, delegieren lernen
- Stressfaktoren abbauen, Entspannungstechniken erlernen
- Jod meiden
- Beruhigende Atemübungen durchführen
- Hochgebirge, Sonnenbäder meiden
- Ausreichend schlafen
- nicht zu warme Bäder mit Melisse und Baldrian
- Salbei bei starkem Schwitzen
Ernährung:
Hierzu Kriemhilt Waldenmaier: „Die Ernährung sollte basisch sein und reich an langsam resorbierbaren Kohlehydraten. Keine jodhaltigen Nahrungsmittel (siehe Abschnitt oben: Ursachen des Kropfs) zu sich nehmen, wenig würzen und Kaffee, schwarzen Tee, Cola und Alkohol, so gut es geht, meiden“.
Anja Müller: „Bei Flatterigkeit und Erregtsein stärken Kürbis, Kartoffeln, Möhren, Süßkartoffeln, Sellerie, Hirse, Dinkel, Mandeln und Miso, die Mitte des Menschen. Damit ist gemeint, dass der Mensch seine Mitte findet und zur Ruhe kommt. (Anmerk. der Redaktion) Vitamin A: in Möhren, Süßkartoffeln, Paprika, Avocado, Butter und Milch. Fastfood, Dosenkost und zu viel tierisches Eiweiß meiden. Viel Rohkost und bittere Salate essen, wie zum Beispiel Endivien, Frisee, Radicchio, Zuckerhut, Chicoree oder Wildkräutersalate wie Löwenzahn, Schafgarbe, Beifuß, Pimpinelle, Gundermann und Girsch. Gute Pflanzenöle wie: Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl, Nachtkerzenöl, Traubenkernöl, Distelöl und Olivenöl etc verwenden.“(www.ffgz.de, clio - Die Zeitschrift für Frauengesundheit - Nr. 53 „Hormone“)
Wiederherstellung der Funktion
Was der Therapeut tun kann:
Radiojodtherapie: das radioaktive Jod 131 wird durch eine Kapsel verabreicht und zerstört das Schilddrüsengewebe. Diese Behandlung geht mit einem stationären Aufenthalt einher und bedeutet auch, dass von der behandelten Person definitiv eine radioaktive Strahlung ausgeht. Da aber diese Art von Jod eine geringe Halbwertszeit besitzt und zusätzlich über den Urin ausgeschieden werden kann, soll die Belastung für den Rest des Körpers relativ gering sein. In etwa so hoch wie bei einer gründlichen Röntgenaufnahme. Allerdings müssen beim Aufenthalt strenge Strahlenschutzbedingungen eingehalten werde, was auch bedeutet, dass Besucher die Station nicht besuchen dürfen. Die Aussichten, nach der Operation mit einer normal funktionierenden Schilddrüse zu leben sind wohl ganz gut (83% laut Quelle) allerdings ist das Risiko, wenn man unter der Basedow´schen Krankheit gelitten hat, nicht gering, danach unter einer Unterfunktion zu leiden und auf Medikamente angewiesen zu sein. Laut Quelle kommt es zu keinen Erbgutveränderungen. (Quelle: Forum Schilddrüse e.V.)
Operation: operiert wird erst, wenn die Schilddrüsenstoffwechsel sich durch die entsprechenden Medikamente so normalisiert hat, dass der Kropf ganz oder teilweise entfernt werden kann. Danach ist ebenfalls eine Unterfunktion nicht ausgeschlossen.
Homöopathie: hier wird beispielsweise mit Lycopus virginicus, Jodum, Thyreoidium, Aconitum, Magnesium carbonicum, Phosphorus gearbeitet, je nach individueller Lage entscheidet der Therapeut über Dosierung und Potenz. Auch hier sei noch mal erwähnt, nicht eigenmächtig zu homöopathischen Mitteln zu greifen, da das richtige Mittel sonst nicht wirken kann.
Ursachen finden und beseitigen
Was der Therapeut und der Betroffene selbst, tun können:
Wenn sich bei den genannten Maßnahmen, eine Besserung oder gar eine Beseitigung der Störung einstellt, dann kann der versierte A/TH/HP auf der psychosomatischen Ebene versuchen, mit dem Betroffenen eine dauerhaften Genesung zu erreichen. Dazu Dr. Rüdiger Dahlke in seinem Buch „Krankheit als Symbol“, in dem er bei dem Stichwort Schilddrüsenüberfunktion den Aspekt des körperlichen Angetriebenseins mit einbezieht und vermitteln möchte, diesen konstruktiv zu nutzen.
Bearbeitung: „Sich der zum Teil unbewußten Wachstums- und Expansionswünsche bewusst werden, um sie umzusetzen: das Leben in Schwung bringen, das Tempo erhöhen, sich vom eigenen Herzen Beine machen lassen; wach sein, um alle Gelegenheiten beim Schopf zu packen; den Kampf um die Spitze wagen, den Autoritäten den (Konkurrenz-)Kampf ansagen; zu sich und seinen ehrgeizigen Ansprüchen stehen lernen; die Widersprüche zwischen Todesangst und enormer Leistungsbereitschaft anerkennen; Psychotherapie; hochfliegende Träume an der Realität messen; seelischen Knoten auflösen, der oben und unten voneinander abtrennt; Lebenspanik eingestehen, Pan begegnen und den Kampf bestehen.“ (Pan = griech. Hirtengott und symbolisiert den Urheber plötzlichen Schreckens und der unerklärlichen Panik: Anmerk. der Redaktion)
Die Bedeutung der Krankheit
Die Bedeutung der Krankheit liegt schon in ihrer Bezeichnung begründet. Die Überfunktion betrifft in vielen Fällen den „überfunktionierenden“ Menschen. Ein vegetativer Alarmzustand, vielleicht mit der Botschaft, sich von allem zu trennen, was beengt und den inneren Fortschritt hemmt. (clio - Die Zeitschrift für Frauengesundheit - Nr. 53 "Hormone") Die Symptome der Überreaktion lassen über die körperliche Ebene die seelische erschließen. Beispiel Wärme: versucht der Mensch auszugleichen, was im Umfeld zuwenig vorhanden ist? Der Appetit ist hoch, schlägt sich aber nicht im Gewicht nieder: der Mensch wird nicht satt, von dem, was er zu sich nimmt. Bekommt der Betroffene zuwenig seelische Zuwendung, die ihn letztendlich nicht befriedigt?
Obwohl man mit solchen Fragestellungen sehr vorsichtig umgehen muss, kann es natürlich auch hilfreich sein, sich mit diesen zu konfrontieren.
Für die Betroffenen körperlich spürbar steht die Überforderung, die ihr eigener Körper produziert. Zurückzuschauen in die eigene Kindheit, um zu überprüfen, ob der Betroffene früh Verantwortung übernehmen musste oder wollte, macht Sinn. Sicherlich liegt es aber in den Händen eines erfahrenen Therapeuten, dem individuellen Schicksal behutsam nachzugehen. www.alcea.info
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren oder erworben sein, mit oder ohne Kropf vorkommen. Dabei kann man eine angeborene Unterfunktion nicht immer gleich diagnostizieren, denn wenn die Kinder gestillt werden, erhalten sie über mehrere Wochen noch die Hormone über die Mutter. Neugeborenengelbsucht, Trinkfaulheit, Verstopfung und Bewegungsarmut können dann aber Symptombilder sein. Dazu kommen die Fälle, bei denen die Schilddrüse fehlt oder nur in Teilen vorhanden ist. Hier sind die Chancen eingeschränkt, da die Störung schon im Mutterleib eingesetzt hat und nach der Geburt höchstens eine Besserung der Symptome erreicht werden kann. Eine dauerhaft bestehende Unterfunktion kann schwere geistige und körperliche Folgen haben, die zum Teil nicht mehr rückgängig zu machen sind. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose wichtig und relativ einfach. Die Formen der erworbenen Unterfunktion sind ähnlich vielfältig, wie die der Überfunktion: die entzündliche (Autoimmunkrankheit), durch einen Kropf bedingte, nach Strahlentherapien, postoperativ, bei Schilddrüsentumoren u.a. Generell kommen Unterfunktionen weniger häufig vor als Überfunktionen, wobei hier die regionalen Gegebenheiten eine Rolle spielen. Im Alter allerdings wird eine Unterfunktion oftmals verkannt oder die Beschwerden älterer Leute nicht ernst genommen, da die Symptome mit dem Alter in Verbindung gebracht werden.
Wie wird die Unterfunktion diagnostiziert?
Ebenso wie die Überfunktion über die Laborparameter, Ultraschall, evt. Szintigramm und bei Neugeborenen in der Früherkennungsuntersuchung; Mütter erinnern sich oft mit Schrecken an den so genannten „Fersentest“ am fünften Tag, bei dem über das Blut die kindlichen Hormone bestimmt werden.
Symptome
Bezeichnend ist die Antriebsarmut, ein Kälteintoleranzgefühl, Gewichtszunahme, trotz geringen Appetits und Nahrungszufuhr, Neigung zu Verstopfung, Haarausfall, Zahnverlust, heisere Stimme, niedriger Blutdruck, teigiges, aufgeschwemmtes Gesicht, hervorgerufen durch Ablagerungen im Unterhaut- und Muskelgewebe, Ödeme, die keine Delle nach einem Drucktest hinterlassen, Verlangsamung der Reflexe, Verlangsamung des Herzschlags, mit der Möglichkeit der Herzerweiterung u.a. und ähneln den Symptomen beim Jodmangelkropf. Zusätzlich ist “die Unterfunktion eine bekannte Ursache von Kinderlosigkeit,“ so Kriemhilt Waldenmaier.
Ursachen
Bei der Frage nach den Ursachen der Unterfunktion bleibt vieles ungelöst. Die verschiedenen Formen erklären nicht deren Ursache. Die entzündliche zählt zu den Autoimmunkrankheiten, die Ursache muss individuell abgeklärt werden. Bei der postoperativen Unterfunktion und der nach einer Strahlenbehandlung liegt die Ursache am Eingriff selbst. Das ist in diesem Fall schlecht für den Patienten, zählt aber zum normalen Operationsrisiko. Die Unterfunktion, die durch einen Kropf ausgelöst wurde, klärt nicht deren Ursache. Warum Kinder mit einer Unterfunktion auf die Welt kommen, wird mit der Tatsache erklärt, dass entweder die Mutter zuviel oder zuwenig Jod zu sich genommen hat. Zu anderen Erklärungen zu finden, damit hat nicht nur die Medizin Schwierigkeiten.
Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess
Was der Therapeut tun kann:
Schulmedizinisch: Schilddrüsenhormone geben. Dabei werden meist die Symptome verschwinden. Wenn allerdings bei Kindern die Therapie zu spät erfolgt, sind geistige Entwicklungsschäden nicht reversibel.
Ernährung: Meeresalgen, Selengaben
Homöopathie: z.B. Calcium carbonicum, Thyreoidium, Jodum, Aurum jodatum, Calcium fluoratum, Spongia in entsprechender Dosierung und Potenz und nicht eigenmächtig
Vorbeugung und Selbsthilfe: Was der Betroffene selbst tun kann
Wenn durch einen Kropf bedingt: Jodmangelsituation durch Phytotherapie beheben: Tabletten oder die genannten Heilmittel der Kropftherapie:
- Meerbäder
- Sonnenbäder
- Aufenthalt an der See
- Fastenkuren
Anregende Maßnahmen, wie:
- Wechselduschen
- wechselwarmes Fußbad
- Bürstenmassage
- Rosmarinbäder
Dazu Anja Müller: „Grundsätzlich gilt: Jod ist ein Medikament und gehört in die Hand und Überwachung des Arztes. Deshalb betrachte ich eine eigenmächtige Jod-Supplementierung in Form von Tabletten sehr kritisch. Auch die unkontrollierte Zufuhr von Jod über angereicherte LM (Jodsalz, Düngung, Tierfütterung etc.) ist meiner Ansicht nach, kritisch zu sehen. Um die Schilddrüse zu unterstützen, kann der Betroffene selbst durch Singen (auch Jodeln) und Atemtherapie seinen Teil zur Aktivierung beitragen.”
Ernährungsempfehlungen von unseren Therapeuten:
Dr. Scheel: „Egal, unter welcher Krankheit der Betroffene leidet, er sollte immer zuerst den Darm entlasten, beispielsweise einen Einlauf machen. Könnten Sie die genaue Vorgehensweise beschreiben? Schauen und nachforschen, welche individuelle Ernährungslage für ihn die beste ist und in bestimmten Fällen, für einige Tage unter therapeutischer Aufsicht, fasten.“
Salzarme, kalorienarme, aber vitaminreiche Kost essen. Alle Zwiebel- und Lauchgemüse, alle Kressesorten und gute Lieferanten, wie Champignons, Bohnen, Broccoli, Spinat, Radieschen, Rettich, Spargel, Petersilie und Schnittlauch zu sich nehmen.
Anja Müller:
Anfeuern der Vitalität durch: Senfölhaltige Pflanzen wie: Knoblauch, Bärlauch, Zwiebeln, Meerrettich, Senf
Eisenhaltige Nahrung wie: Brennnessel, Löwenzahn, Schnittlauch.
Stärkung der Leber und Lebenskraft durch: Mariendistel, Schöllkraut, Heiligenbasilikum, Wolfstrapp, Schafgarbe, Löwenzahn, Radicchio, Chicoree, Pampelmuse
Heißblütige Gewürze und Kräuter wie: Rosmarin, Thymian, Ysop, Paprika, Curcuma
Nahrungsmittel die roh und in großen Mengen gegessen, die Bildung von Schilddrüsenhormon blockieren
- Kohl
- Sojabohnen
- Erdnüsse
- Pinienkerne
- Hirse
Menschen mit einer trägen Schilddrüse sollten diese Nahrungsmittel (wenn überhaupt) nur in gekochtem Zustand essen.
Nahrungsmittel die sehr jodhaltig sind
- Meeresfrüchte (Muscheln, Austern, Hummer)
- Sardinen
- Süßwasserfische
- Seetang
- Meersalz
Eine träge SD führt oft zu einer leichten Anämie (Blutarmut), weil die Eisen- und Folsäureversorgung gestört ist.
Deshalb eisen- und folsäurehaltige Nahrungsmittel essen:
Eisenreich sind:
- Austern
- Sojamehl
- Leber (Kalb, Rind)
- Linsen
- Hirse
- Weiße Bohnen
- Hafer- und Roggenflocken
- Unpolierter Reis
- Trockenobst
- Fleisch
- Ei
- Eierteigwaren
- Weizenvollkornbrot
- Karotten
- Zucchini
Folsäurereich sind:
- Weizenkeime
- Rote Bohnen
- Weizenkleie
- Spinat
- Kalbsleber
- Brokkoli
- Hühnerei
- Sojabohnen
- Bierhefe
- Rote Beete
Eine SD-Unterfunktion erhöht außerdem die Cholesterin- und Blutfettwerte. Deshalb sind gesättigte Fette in Form von tierischen Fettquellen meiden. Überdies wird durch die Unterfunktion der Stoffwechsel verlangsamt. Daher ist eine sehr bewusste Kalorienzufuhr nötig. (Burgersteins Handbuch Nährstoffe, siehe Literatur)
Ursachen finden und beseitigen
Die Bedeutung der Krankheit
Bei diesem Krankheitsbild drängt sich der Gedanke der Antriebsarmut auf. Innerer Rückzug, Anlegen einer „dickeren Haut“, eine zu große Ruhe macht sich breit. Vor was will der Mensch sich schützen, wieso möchte er den absoluten Ruhezustand erreichen? Jedoch sollte man hier, wie bei allen Deutungen, vorsichtig sein. Wobei es die psychogene Hypothyreose bei Kindern gibt. Bei Scheidung oder Trennung der Eltern können Kinder mit dieser Störung reagieren. Die Fragen lohnen sich, müssen jedoch von dem individuellen Hintergrund gesehen werden. (www.alcea.info) Hierzu noch Rüdiger Dahlke in Krankheit als Symbol: "Sich auf sich selbst zurückziehen, hinter dicken Mauern Zuflucht suchen: Rückzug in eine klösterliche , meditative Lebenssituation erwägen; bewusst geschehen lassen, was geschehen muss; alles Alte sterben lassen; Auseinandersetzung mit dem Tod“. Dahlke versucht auch hier, ähnlich wie die Homöopathie zu arbeiten, also Ähnliches mit Ähnlichem heilen. Der Mensch, der antriebsarm ist, seelisch in die klösterliche Ruhe zu zwingen, d.h. die körperlichen Symptome wieder auf die seelische Ebene zu heben und dort zu bearbeiten, wo die ursprüngliche Störung begonnen hat. Der Körper soll nicht weiter die krankhafte Aufgabe bewältigen, sondern die Seele muss die Lösung der Aufgabe finden.
Kommentar:
Die hormonellen Zusammenhänge sind auf der medizinischen Ebene noch lange nicht geklärt. Wir wissen bloß, wie das System funktioniert, aber in welchem Ausmaß die Psyche die entscheidenden Vorgaben macht, wissen wir nicht.
„Ursache unbekannt, Autoimmunkrankheit, erblich bedingt“ sind häufige Antworten im Bereich von Schilddrüsenerkrankung und zeigen, dass sich die Medizin schwer tut, zu einer Antwort zu finden. Die Hormonvorgänge sind komplex und deswegen spielen die psychischen Faktoren eine Rolle, so dass sich die Therapie im schulmedizinischen Sektor in vielen Fällen auf eine Medikation und Symptomlinderung beschränkt. Wobei es sicher sträflicher ist, jede Hauterkrankung mit Cortison zu behandeln, als bei einer Unterfunktion Schilddrüsenhormone zu geben. Hier spielen aber auch rechtliche Fragen eine Rolle, weshalb es immer wichtig ist, einen Schilddrüsenhormontest durchführen zu lassen, denn die Folgen einer unerkannten Über- oder Unterfunktion können für die Betroffenen lebensbedrohlich werden. Ist dieser Sachverhalt geklärt, kann sich der naturheilkundliche Therapeut auf eine alternative Methode zur Behandlung einlassen. Es kann hilfreich sein, den Betroffenen beispielsweise zu signalisieren, dass auch die Naturheilkunde nicht alle Antworten parat hat und der Patient allein immer noch den Schlüssel zum Tor der Genesung besitzt.
Kontroverse: Jod-Versorgung
Kontroverse: Jod-Versorgung
Beitrag aus Natur und Heilen von 2001, indem vor einer „Jodhysterie“ gewarnt wird: Dadurch, dass seit 1995 alle Mineralstoffgemische, auch in der biologischen Landwirtschaft, künstlich jodiert werden, kann sich der Verbraucher nicht mehr für oder gegen Jodierung entscheiden, sondern wird „zwangsjodiert“. Das bedeutet, dass die Futtermittelindustrie, Mineralstoffgemische beifügen darf, die Jod enthalten. Dieses wird über den Kot der Tiere, als organischer Dünger, dem Boden wieder zugefügt und die Tiere nehmen die Jodierung aus dem „natürlichen“ Futter zusätzlich auf. Oder über den Kunstdünger in der konventionellen Landwirtschaft, der ebenfalls Jod enthält. So dass nur noch Baumobst frei von Jodierungszusätzen ist. Ebenfalls ausgenommen ist „das Obst und Gemüse aus Italien, Spanien, Israel, Ungarn, Neuseeland und Südafrika. Das Rindfleisch aus Argentinien, Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte aus Italien, Frankreich, Polen, Ungarn und Türkei, da deren Produkte frei von künstlichen Jodierungen sind.“ Hierzu muss auch noch erwähnt werden, dass das Bundesumweltamt schon 1994, die Aussage „Deutschland ist ein Jodmangelgebiet“, in Frage gestellt hat, indem es auf den Zusammenhang zwischen Jod und Nitrat, bzw. Huminsäuren hinwies. Dadurch, dass die Nitratwerte in den Böden gestiegen sind und dass das Grundwasser Huminsäuren enthält, entwickelt sich ein ganz anderer Prozess. Der Körper entscheidet sich nämlich im Zweifelsfalle für die Aufnahme von Nitrat, statt Jod und daraus kann dann ein Jodmangel entstehen. Und Huminsäuren binden Jodid im Magen-Darm Kanal, so dass das Jod nicht mehr aufgenommen werden kann. Deswegen kann sich auch hier ein Kropf infolge von Jodmangel bilden. In beiden Fällen ist die Ursache aber eine ganz andere, als die von der Medizin beschriebenen. Ebenfalls nicht außer Acht zu lassen ist der Hinweis, dass „Jod die Nitrosaminbildung um das Sechsfache erhöht.“ Nitrosamine sind sehr aggressive Krebsauslöser. Wenn Jod auf Thiozyanat, das im Speichel enthalten ist oder auf Chlorogensäure, die im Kaffe vorkommt, trifft, dann können sich diese Krebsauslöser sechsmal so schnell bilden, was die Entscheidung auf künstliche Jodierung zu verzichten, entschieden einfacher macht.
Dazu Anja Müller: „Viele Nahrungsmittel sind künstlich mit Jod versetzt, was zu einer unkontrollierbaren Zufuhr sorgt. Dies ist vor allem für die ca. 20% Jod-Allergiker in Deutschland ein großes Problem. Ernährungswissenschaftler Richard Fuchs schreibt in seinem Buch „Funktional Food“ (Berlin 1999): „Die Aufnahme von zu viel Jod kann sogar die Kropfbildung begünstigen, darum ist eine Verwendung von jodiertem Speisesalz (ungekennzeichnet) in Backstuben unverantwortlich.“Die „Zwangsmedikation“ mit Jod verletzt das Grundgesetz und gewährleistet nicht das Recht auf körperliche Unversehrtheit.“
Udo Pollmer, prominenter Ernährungswissenschaftler geht sogar noch weiter. In einer Ausgabe des wissenschaftlichen Informationsdienst des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E.) e.V. (www.das-eule.de) warnt er die Hersteller von Nahrungsmitteln vor ungekennzeichneter Jodzugabe. Dies sei ein Fall für die „Produkthaftung“. Zu der Frage „Was kann der Hersteller tun?“ meint er: „Sollte man die Jodierung von Ihnen verlangen, wenden Sie sich an die zuständige Krankenkasse. Bitten Sie die verantwortliche Oekotrophologin und den zuständigen Mediziner um eine Unterschrift für die rechtsverbindliche Übernahme aller Kosten, die im Falle einer Produkthaftungsklage auf Sie zukommen. Und vergessen Sie nicht die merkantilen Folgen Ihres Imageverlustes, den ein geschädigter Kunde mit Hilfe der Medien erreichen könnte. Wenn die gesundheitlichen Vorteile der Jodierung tatsächlich so eindeutig überwiegen, werden Sie das gewünschte Dokument sicher ohne Zögern erhalten.“
Wichtiger Hinweis:
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