Asthma bronchiale
Einführung
Einführung
Das Atmen ist die erste und letzte Handlung im Leben. Atmung beginnt unmittelbar nach der Geburt. Erst wenn die Lungen des Kindes zu arbeiten begonnen haben, wird die Nabelschnur, die es mit der Mutter verbindet, durchtrennt. Und mit dem "letzten Atemzug" verlässt der Mensch das irdische Dasein. Zwischen dem ersten Einatmen und dem letzten Ausatmen liegt das Leben als ein langer, ruhiger Atemfluss. Zumindest normalerweise und in den meisten Zeiten verläuft die Atmung ruhig und fließend, unbewusst und rhythmisch. Doch gibt es Krankheitsbilder, die jenes ruhige, harmonische Ablaufen von Ein- und Ausatmung unterbrechen, z. B. Asthma bronchiale. Die Dinge des Lebens stellen sich dem natürlichen Strömen der Luft blockierend in den Weg. Zunächst auf der seelischen Ebene, später dann auch auf der körperlichen. Asthma bronchiale gehört zu den "großen" psychosomatischen Krankheitsbildern, gleichzeitig ist es äußerst komplex und stellt daher für Therapeuten eine große Herausforderung dar. Trotzdem gibt es für Asthmatiker viele Wege mit ihrer Erkrankung auf eine Weise umzugehen, die die Anfallshäufigkeit und -intensität verringert und auch die Möglichkeiten in sich trägt, eines Tages von dieser schweren Form der "Atemlosigkeit" ganz frei zu werden. Eine intensive Auseinandersetzung mit den individuellen Entstehungsursachen der Krankheit ist der erste Schritt zu ihrer Überwindung.
Definition
Definition
Asthma ist in erster Linie als Krankheit, die mit einer extremen Form von Atemnot einhergeht, bekannt. Der Name leitet sich vom griechischen asthma – Atemnot, Engbrüstigkeit, Keuchen ab.
Die Atemblockade geht letztlich auf drei Faktoren zurück:
Beim Asthma liegt eine chronische Entzündung der Atemwege vor.
Die Bronchialschleimhaut ist dauerhaft überempfindlich und reagiert bereits auf belanglose Reize mit klassischen Entzündungssymptomen:
dazu zählt ein ödematöses Aufquellen der Bronchialschleimhaut mit verstärkter Schleimsekretion wie auch eine
anfallsartige Verkrampfung der Bronchialmuskulatur.
Alles zusammen – Schleimhautödem, Sekret und Verkrampfung – führen zu einer massiven Einengung des Bronchiallumens, was wiederum einen heftigen Anfall von Atemnot nach sich zieht. Diese Anfälle dauern manchmal nur wenige Sekunden, können aber auch über Stunden anhalten und sich zum sog. „Status asthmaticus“ ausweiten. Oft treten sie in der Nacht oder am frühen Morgen auf. Bei langjährigem schwerem Asthma mit häufigen und intensiven Anfällen kann sich eine dauerhafte Atemwegsverengung einstellen, die nicht mehr reversibel ist. Asthma ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild, unter dem etwa jeder zwanzigste Erwachsene und knapp zehn Prozent der Kinder zu leiden haben.
Symptome
Symptome
Leitsymptom von Asthma bronchiale ist die anfallsartig auftretende Atemnot. Schleimhautödem, Sekret und Verkrampfung verengen die Atemwege. Der kleiner gewordene Durchmesser der Luftwege erschwert die Einatmung, vor allem aber die Ausatmung.
Verlauf
Der Anfall beginnt mit plötzlich einsetzender Luftnot und einem zunehmenden Engegefühl in der Brust, das von Husten begleitet werden kann. Die Einatmung geht in der Regel leichter als die Ausatmung. Die Bilanz zwischen beiden Vorgängen verschiebt sich dahingehend, dass der Patient zwar noch leidlich Luft bekommt, diese aber nicht mehr loswerden kann. Die ungenügende, blockierte Ausatmung führt im Anfall zu einer kurzfristigen Lungenüberblähung, die bei schweren Krankheitsverläufen chronisch werden kann. Im Anfall erleichtert sich der Asthmatiker die Ausatmung, indem er die Arme auf einem Tisch abstützt. So kann die Atemhilfsmuskulatur, die aus Teilen von Brust-, Rücken- und Schultergürtelmuskulatur besteht, bei der Ausatmung unterstützend hinzugezogen werden, indem man mit ihrer Hilfe den Brustkorb zusätzlich hebt und senkt.
Die Diagnose „Asthma bronchiale“ ergibt sich aus der typischen Symptomatik, zu der sich pfeifende („Giemen“) und brummende Atemgeräusche hinzugesellen. Typisch für Asthma ist auch die Tatsache, dass der Patient im beschwerdefreien Intervall eine normale Atmung hat und keine sonstigen Bronchialsymptome aufweist.
Differentialdiagnose
Da nicht jeder Anfall von Atemnot automatisch ein Asthmaanfall sein muss, ist die differentialdiagnostische Abgrenzung zu Krankheitsbildern mit ähnlicher Symptomatik wichtig. Dazu zählen akute Bronchitis, Keuchhusten, Muskoviszidose, Erweichung der Luftröhrenknorpel oder – gerade bei Kindern – das versehentliche Verschlucken eines Fremdkörpers, der sich im Bereich Rachen, Kehlkopf oder Luftröhre festgesetzt hat. Auch Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche), Lungenembolien (Blutgerinnsel i. d. Lunge), Pneumothorax (Luftansammlung im Raum zwischen Rippen- u. Lungenfell) und das Hyperventilationssyndrom (nervöses Atmungssyndrom) können mit Atemnot einhergehen und sollten differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.
Mit spezifischen Lungenfunktionstests kann der Lungenfacharzt den Grad der eingeschränkten Atemfunktion genau messen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Differenz zwischen eingeatmetem und ausgeatmetem Luftvolumen, mit der die Menge der in der Lunge zurückbleibenden Luft festgestellt werden kann.
Ursachen
Ursachen
Beim Asthma bronchiale gibt es mehrere Ursachenebenen. Vor allem ist zwischen Ursachen und Auslösern deutlich zu unterscheiden.
Die Veranlagung zu Bronchialasthma ist zum einem Teil (auch) erblich bedingt. Wenn beide Eltern an allergischem Asthma leiden, ist es zu 60 bis 80 % möglich, dass auch die Kinder daran erkranken. Möglicherweise werden in einer Familie aber auch bestimmte Verhaltensweisen weitergegeben (s. u.: Die Bedeutung der Krankheit), die einen Ausbruch des Asthmas begünstigen. Beim Asthma unterscheidet man zwischen der allergischen und der nicht-allergischen Form. Dazwischen gibt es noch zahlreiche Mischformen. Bei Kindern überwiegt das allergische Asthma, bei Erwachsenen die nicht-allergischen Arten.
Ein Beitrag von Dr. Scheel: "Das Asthma" gibt es für mich genauso wenig wie "das Rheuma", "die Neurodermitis" oder „den Heuschnupfen". Asthma ist wie jede Krankheit eine Summation zahlreicher, individuell unterschiedlicher belastender Faktoren, wie z. B. ausgeprägte Sensibilität, schlechter energetischer Zustand, Verspannungen, dadurch Verengung der Atemwege und schlechte Belüftung der Lungenbläschen u.a. Ebenso spielen Herdbelastungen, wie unbemerkt dauerhafte Entzündungsherde der Nasennebenhöhlen oder ein eingeschränkter Gallen- und Fettstoffwechsel mit daraus resultierender Verschlackung der Bindegewebe, Nieren, die nicht ausreichend entgiften können und toxische Belastungen eine Rolle.
Es gibt bestimmt individuelle angeborene/genetisch fixierte Intoleranzen, z.B.
Daunen-Asthma oder die Weizenallergie. Die "Allergie" sehe ich jedoch als akute oder auch chronische Überreaktion auf ganz normale Reize, weil die betreffende Person in einem schlechten energetischen Zustand ist. Intakte Atemwege mit Bindegewebe, Schleimhaut und Flimmerhärchen können eingeatmete Partikel wie Hausstaub, Pollen und Milben locker mit den Flimmerbewegungen nach außen transportieren. Wenn die Flimmerhärchen vom Schleim und der Schleimhautschwellung blockiert sind, bleiben die Partikel dort kleben und es ergibt sich die typische "Antigen-Antikörper / Allergiereaktion.
Die Niere erfährt bei mir eine besondere Aufmerksamkeit, weil Niere und "Allergie" als Einheit zu sehen ist. Ausgeprägte Irritationen im Schleimhaut- oder Darmbereich, auch psychische Belastungen hängen ursächlich mit den Nieren zusammen.
Anmerkung der Redaktion: Wenn Herr Dr. Scheel hier von schlechtem energetischen Zustand des Menschen mit Allergie spricht, dann sollte die Niere, auch laut TCM, gestärkt werden. Z.B. durch gute Ernährung, ausreichend Schlaf und Lösung psychischer Konflikte. In der TCM wird die Niere als zentrales Energielager des Körpers betrachtet und bei der Behandlung miteinbezogen. Meistens wird auch der Dickdarm/Lungenmeridian sowie der Lebermeridian (Abwehr/Blutzusammensetzung) mitbehandelt (siehe auch: Akupunktur).Akupunktur
Allergisches Asthma
Beim allergischen Asthma entsteht Atemnot als Reaktion der Bronchialschleimhaut auf verschiedene allergieauslösende Substanzen in der Luft. Zu den klassischen Auslösern zählen vor allem
Hausstaubmilben, Baum- und Gräserpollen, Pilzsporen, Tierhaare, chemische Substanzen aus Nahrungsmitteln oder Körperpflegeprodukten sowie tierisches Eiweiß aus der Nahrung.
Zum allergischen Asthma gehören auch berufsbedingte Asthmaerkrankungen, z. B. bei Bäckern durch Mehlstaub, durch Kosmetikinhaltsstoffe bei Friseuren, Holzstaub bei Schreinern oder Lösungsmittel bei Malern und Druckereiarbeitern.
Ähnliches gilt für das Arzneimittelasthma, das durch Einnahme mancher Schmerzmittel, Bluthochdruckpräparate oder Entzündungsmittel ausgelöst werden kann
Nicht-allergisches Asthma
Beim nicht-allergischen Asthma sind die irritativen Substanzen vor allem Luftschadstoffe wie Autoabgase oder Zigarettenrauch. Auch Nebel und kalte Luft können beim übersensibilisierten Bronchialsystem einen akuten Anfall auslösen. Eine Sonderform ist das Anstrengungsasthma, eine Form der Atemnot, die beim Sport und bei starker körperlicher Belastung auftritt. Zu den nicht-allergische Formen zählt auch das Infektasthma. Hier handelt es sich um Atemnotanfälle im Rahmen von Erkältungskrankheiten der Atemwege oder grippalen Infekten.
Klassische Schulmedizin
Klassische Schulmedizin
Beim allergisch bedingten Asthma steht das Herausfinden der auslösenden Substanz im Mittelpunkt. Wer genau weiß, auf welche Dinge er mit einem Anfall reagiert, kann den Auslöser gezielt meiden. Bei manchen Patienten ist eine Hyposensibilisierung erfolgreich. Durch regelmäßige, sehr niedrig dosierte Gabe des anfallauslösenden Allergens kann der Körper nach und nach daran „gewöhnt“ werden, so dass er im Laufe der Zeit nicht mehr mit Atemnot reagiert. Die Suche nach diesem Allergen ist jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt. Manchen Substanzen, z. B. Hausstaubmilben oder Pollen, kann sich der Betroffene auch nur bedingt entziehen.
Für die Behandlung des Asthmas bronchiale setzt die Schulmedizin vor allem entzündungshemmende und bronchienerweiternde Medikamente ein. Mit Kortisonpräparaten wird der chronische Entzündungsprozess (Schwellung der Schleimhaut und Schleimbildung) unterdrückt, der Voraussetzung ist für die erhöhte Empfindlichkeit der Bronchialschleimhaut auf Allergene und Reizstoffe.
Neben den Entzündungshemmern kommen langwirksame Sympathikomimetika zum Einsatz. Sie entspannen die Bronchialmuskulatur und erweitern die Luftwege. Kortisonpräparate und Sympathikomimetika sind wertvolle Hilfsmittel für den akuten Fall. Bei schweren Formen sind sie lebensrettend und daher unverzichtbar. Doch sollte man sich bewusst bleiben, dass beide Präparategruppen nur die Symptome unterdrücken, nicht aber eine Heilung im eigentlichen Sinne in Gang setzen.
Naturheilkunde
Naturheilkunde
Was Sie selbst tun können
Asthma bronchiale ist ein Krankheitsbild, das auf naturheilkundliche Behandlungsverfahren ausgesprochen gut anspricht. Das beginnt bereits bei der Ursachenforschung. Es lohnt sich immer, nach sog. „fokalen Belastungen“ zu suchen, d. h. ein mögliches Herdgeschehen im Körper ausfindig zu machen.
Herdsanierung
Leichte chronische Entzündungsprozesse, die vom Patienten oftmals gar nicht wahrgenommen werden, finden sich häufig in den Bereichen Nebenhöhlen, Mandeln, Zähne oder Darm. Chronische Nebenhöhlen- und Mandelentzündungen, Granulome (entzündungsbedingte Gewebeneubildung) an der Zahnwurzel oder die chronische Fehlbesiedelung der Darmflora, z. B. mit Pilzen, fördern die Anfälligkeit für allergische Reaktionen und damit auch für Asthma.
Ein Beitrag von Dr. Nadj-Papp:
„Der Begriff des Zahnherdes geht viel weiter: Zahnherde können nicht nur entzündete und tote Zähne sein, sondern auch Zahnfleischentzündungen, Narben (also frühere Operationen in diesem Gebiet oder auch nur die Narbe nach der Entfernung des Zahnes), verlagerte Zähne, abgebrochene Wurzeln der bereits extrahierten/entfernten Zähne, undichte oder unverträgliche Füllungen, aber auch Karies bedeuten.
In Bezug auf Asthma bronchiale haben insbesondere im Unterkiefer die großen Backenzähne (36, 37,46, 47) und im Oberkiefer die kleinen Backenzähne (14,15, 24,25) eine Bedeutung.
In Zusammenhang mit Asthma bronchiale (und allen anderen Lungenerkrankungen) ist auch die Darmdysbiose ein Thema, da diese zwei Organe (Lunge und Dickdarm) laut TCM in besonders enger Beziehung stehen.
Und Lungenerkrankungen hängen demnach mit Trauerzuständen zusammen. Z.B. Verlust der Bezugsperson oder einer anderen wichtigen Person (Partner, Kind, Geschwister usw.). Somit kann durchaus ein enger Zusammenhang zwischen dem Erlebnis und der Erkrankung bestehen.“
Bewährt hat sich auch das Rödern (Absaugen) der Mandeln, was man beim Heilpraktiker durchführen lassen kann, oder eine gute Nasensalbe zum Befeuchten der trockenen Nasenschleimhaut.
In Einzelfällen sind operative Maßnahmen erforderlich: Nasenscheidewandbegradigung zur besseren Durchlüftung der Nebenhöhlen, Entfernen der Mandeln oder eine Zahnextraktion.
Zähne
Oft kann eine Amalgamentfernung weiterhelfen. Lassen Sie von einem Zahnarzt aus der Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin durch ein spezielles Testverfahren das für Sie am besten geeignete Material zur Zahnfüllung feststellen und statt des Amalgams einsetzen. Anschließend ist eine systematische Schwermetallausleitung erforderlich, z. B. mit Algenpräparaten und den Heilpflanzen Allium ursinum (Bärlauch) und Coriandrum (Koriander), allerdings nur unter Aufsicht eines darin erfahrenen ganzheitlichen Zahnmediziners bzw. betreut durch einen Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilverfahren.
Klimatherapie
Wer ein sehr reaktives Bronchialsystem besitzt, empfindet eine Klimatherapie meist als sehr wohltuend. Am Meer oder im Hochgebirge sind weniger Pollen und Reizstoffe in der Luft. Die Bronchialschleimhäute können sich dann endlich erholen und der chronische Entzündungsprozess heilt in der guten Luft ein Stück weit aus. Bei vielen Patienten reduzieren sich nach einer Klimatherapie Häufigkeit und Stärke der Anfälle deutlich, und zwar für viele Wochen und Monate.
Umfeld
Bei Asthma lohnt es sich, das private Wohnumfeld genau unter die Lupe zu nehmen. Liegt eine Hausstaubmilbenallergie vor, empfiehlt sich der Wechsel zu einer Latexmatratze mit abnehmbarem und waschbarem Bezug. Statt Teppichboden ist ein Holzfußboden empfehlenswert. Biologisch behandelte Möbel aus Naturholz geben im Vergleich zu furnierten Möbeln aus „konventioneller“ Herstellung weniger bis gar keine Giftstoffe in die Atemluft ab. Trockene Atemluft reizt die Bronchialschleimhäute. Gerade im Winter ist es wichtig, dass die Räume, in denen sich der Asthmapatient bevorzugt aufhält, genügend Luftfeuchte enthalten. Dies lässt sich mit speziellen Geräten erreichen oder durch nasse Handtücher auf der Heizung.
Dass ein Asthmatiker oder seine Familienangehörigen mit dem Rauchen aufhören, ist eigentlich selbstverständlich.
Wichtig sind auch sog. Allgemeinmaßnahmen wie mäßiger, aber regelmäßiger Sport, Normalisierung des Körpergewichts und Atemtherapie. Spezielle Atemtechniken erleichtern die Ausatmung während des Anfalls, z. B. die sog. Lippenbremse: Durch die fast geschlossenen Lippen kann nur wenig Luft ausgeatmet werden. In der Mundhöhle baut sich ein Druck auf, der sich bis in die Lunge hinein fortsetzt. Er wirkt wie eine Art „Ballonkatheter“ und weitet die kleinen Luftwege und Lungenbläschen, so dass sie nicht kollabieren können. Ein guter Atemtherapeut ist für die meisten Asthmatiker schon die halbe Therapie.
Als wohltuend werden Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Yoga empfunden. Der Patient lernt mit ihrer Hilfe, in die Ruhe zu kommen und sich auch im akuten Anfall vor Angst und Panik zu schützen. Angst führt zur Verkrampfung und verschlimmert die Atemnot. Wer es gelernt hat, sie abzufangen und auch bei Atemnot entspannt zu bleiben, kommt wesentlich leichter durch den Anfall hindurch.
Phytotherapie
Neben diesen Allgemeinmaßnahmen gibt es spezielle naturheilkundliche Behandlungsformen oder Medikamente, die sich bei Asthma bewährt haben. Dazu zählt die Eigenbluttherapie und eine pflanzenheilkundliche Behandlung mit Petasites (Pestwurz) oder Ephedra sinica, dem chinesischen Meerträubchen. Beide wirken entkrampfend auf die Bronchialmuskulatur. Ähnliches gilt für das Bischofskraut oder das Andornkraut (Marrubium vulgare) und Zubereitungen aus Stechapfelkrautblättern. Homöopathisch haben sich die nordamerikanische Lobelie, ferner Aralia racemosa und Yerba santa (Santakraut) bewährt, vor allem in der Potenz D4. Zur Herzstützung während des Anfalls ist eine pflanzlich-homöopathische Urtinktur von Crataegus (Weißdorn) gut geeignet. Besonders gute Erfahrungen macht man auch mit der pflanzlich-homöopathischen Urtinktur von Hedera-helix (Efeu). Eine Efeu-Kur über mehrere Wochen kann die Anfalls- und Verkrampfungsbereitschaft deutlich reduzieren, da die Pflanze auf der körperlichen und seelischen Ebene angst- und krampflösend wirkt.
Homöopathie
Bei Asthmakindern, die dem Calcium carbonicum Typ entsprechen, kann dies als Konstitutionsmittel zusätzlich gegeben werden. Man gibt es in Potenzen zwischen D3 bis D12. Da die Dosierung von pflanzlichen und homöopathischen Arzneimitteln eine höchst individuelle Angelegenheit ist, bei dem seelische, geistige und körperliche Äußerungen mitberücksichtigt werden um zum richtigen Mittel zu gelangen, ist von einer Selbstmedikation mit diesen Präparaten abzuraten. Ein erfahrener Heilpraktiker mit viel Fachwissen oder ein Arzt für Naturheilverfahren, der Homöopathie als Therapieverfahren anwendet, legt mit Ihnen das für Sie, Ihren Konstitutionstyp und den Schweregrad Ihrer Erkrankung genau passende Mittel fest.
Ernährung
Ernährung
Manchmal bessert sich das Krankheitsbild schlagartig, wenn die Ernährung auf basenbildende Vollwertkost umgestellt wird, man den Süßigkeiten- und Eiweißkonsum reduziert und ein gutes Lymphmittel verordnet bekommt.
Bei Patienten mit allergischem Asthma lohnt sich eine Stuhluntersuchung. Oft leiden die Betroffenen an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, von der sie gar nichts wissen, z. B. gegen Hefe oder Histamin. Wer dann von Hefebroten auf Backferment-Brote umsteigt, leidet plötzlich deutlich seltener an Asthmaanfällen.
Geben Sie die Suche nach Stoffen, die bei Ihnen Atemnot auslösen, nicht zu früh auf. Je bewusster Sie mit Ihrer Krankheit umgehen, je besser Sie wissen, was Sie vertragen und was nicht, desto seltener kommen die Anfälle. Es ist sinnvoll, dass Sie stets ein Dokument bei sich tragen, aus dem hervorgeht, dass Sie Asthmatiker sind, welche Medikamente Sie einnehmen und auf welche Substanzen Sie mit einem Anfall reagieren.
Es gibt eine Reihe Vitamine und Mineralstoffe, die nachweislich entzündungshemmend und krampflösend wirken. Dazu zählen die Vitamine C, E, der Vitamin-B-Komplex, ferner Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Gamma-Linolensäure.
Lesen Sie hierzu diesen Beitrag: Orthomolekulare Medizin.
Vitamin C ist ein natürliches Antihistaminikum. Es blockiert die Freisetzung des für den allergischen Prozess verantwortlichen Entzündungsmediators Histamin. Bei vielen Asthmatikern ist der Vitamin C-Spiegel zu niedrig. Die B-Vitamine stärken das Immunsystem, Magnesium wirkt der Verkrampfungstendenz entgegen, Vitamin E kann die Intensität des Anfalls reduzieren und Omega-E-Fettsäuren lindern Häufigkeit und Schweregrad des Anfalls. Gammalinolensäure reduziert die Entzündungsbereitschaft und normalisiert die Immunreaktionen.
Ein Asthmatiker, der sich an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, täglich 5 Portionen Frischkost zu essen (möglichst aus biologischen Anbau), braucht nur selten Vitamin- und Mineralstofftabletten. Täglich ein paar Teile Obst und ein großer Teller frischer Salat sind eine hocheffiziente Therapie und machen die meisten Nahrungsergänzungspräparate, die vom Darm oftmals gar nicht resorbiert werden können, schlichtweg überflüssig.
Kommentar der Redaktion: „Wenn über längere Zeit eine Erkrankung besteht, egal welcher Art, sind die meisten natürlichen Vitamin- und Mineralstoffdepots leer, spätestens dann lohnt sich eine Substitution , um den „Normalzustand“ wiederherzustellen. Kinesiologisch kann sich der Patient die Mangelstoffe austesten lassen.“
Hierzu ein Beitrag von Hr. Berweiler: „80 % unserer Immunreaktionen spielen sich im Dickdarm ab. Eine Darmsanierung halte ich deshalb für sinnvoll. Wie oben schon erwähnt, am besten mit Omega3 und Omega 6 Fettsäuren, mit Dünndarm- und Dickdarmbakterien, sowie entsäuernden Basenmittel. Parallel haben sich leberstimulierende Phytotherapeutika wie Mariendistel, Wermut und Schöllkraut als Begleittherapie bewährt. Vor allem sollten Allergene wie Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Süßungsmittel (wie Aspartam, Cyclamat …) aus dem Speiseplan verbannt werden.“ Eine Ernährungsweise mit hohem Salzgehalt und Lebensmittel mit zugesetzten Sulfiten fördern das Auftreten von Asthmaanfällen. Eine salzarme und möglichst naturbelassene Kost ist nicht nur für den Asthmatiker die beste Ernährungsform.
Psychosomatische Ansätze
Psychosomatische Ansätze
Beitrag der Redaktion: „Wir haben es in der Psychosomatik mit einem Zweig der Medizin zu tun, der sich mit der Bedeutung von Krankheit auf seelisch/geistiger Ebene beschäftigt und dessen theoretische Grundlagen bis in die Antike zurückreichen. Medizin, Philosophie und Psychologie beeinflussen und prägten die Vorstellungen bekannter neuzeitlicher Psychosomatiker, wie Krehl, Groddeck, Alexander, Mitscherlich, um nur einige wenige zu nennen.
Heute suchen Menschen Hilfe entweder beim Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder beim psychologischen Psychotherapeuten, meist in den Fällen, in denen die auf einseitige Ursachenforschung ausgerichtete Schulmedizin nicht weiterhelfen kann.
Man kann sich leicht vorstellen, wie komplex die Inhalte sein müssen, wenn man sich allein den Einfluss der Psychoanalyse auf die Psychosomatik klar macht. Entsprechend vielfältig sind die einzelnen theoretischen Ansätze, Schulen und Richtungen samt ihrer Interpretationsvielfalt. Diese Komplexität ist letztendlich auch Ausdruck dafür, dass die Frage nach dem Mechanismus, wie körperliches und seelisches Geschehen zusammenhängt, bis heute nicht widerspruchsfrei geklärt werden kann. Das wichtigste Fazit, dass aufgrund dieser Umstände meiner Meinung nach gezogen werden kann ist, dass in den heutigen systemtheoretischen Modellen auf die Suche nach einer einfache Ursache-Wirkungskette bewusst verzichtet wird. Wenn wir hier als Naturheilmagazin meist nur eine Vorstellung von psychosomatischer Denkweise darstellen, dann berufen wir uns auf einen populärwissenschaftlichen Zweig der Psychosomatik, der zwar auch aus dem unerschöpflichen Material der Psychoanalyse und Philosophie schöpft, der aber nur eine Möglichkeit der Interpretation darstellt. Er kann auch durch andere Vorstellungen ergänzt werden und soll nicht die Komplexität des Fachgebiets ausblenden.“
Asthma gehört zu den Krankheitsbildern, die auch von der Schulmedizin als vorwiegend psychosomatisch angesehen werden. Das überreizte, entzündete und stark verkrampfungsbereite Bronchialsystem ist nicht Ursache, sondern Folge einer seelischen Belastung, die oft weit in die frühe Kindheit hineinreichen kann. Sie geht im Wesentlichen auf eine Problematik des frühen „Sichanvertrauens“ zurück. Für das Kind im ersten Lebensjahr ist Weinen die einzige Möglichkeit, seine Bedürftigkeit auszudrücken und die hauptsächliche Beziehungsperson herbei zu rufen. Asthmakranke hatten oft (aber nicht immer) eine Bezugsperson, die das Kind entweder durch Überbehütung oder durch Zurückweisung belastet hat und von ihm schon früh als dominierend oder ablehnend empfunden wurde. So kann eine Ambivalenz von Sehnsucht nach Geborgenheit einerseits und Angst vor Ablehnung oder Erdrücktwerden andererseits entstehen. Das Kind fühlt sich nicht richtig angenommen, sondern verlassen und lernt schon früh Impulse wie Wut oder Aggression zu unterdrücken. Im späteren Alter zeigt sich die Tendenz, emotionale Regungen, seien sie zärtlicher oder aggressiver Natur, abzuwehren. Es entwickelt sich eine Hingabestörung, die tiefere emotionale Kontakte zu anderen Menschen erschwert.
Die Körpersymbolik spricht eine deutliche Sprache: Der Asthmatiker neigt dazu, sich zu „übernehmen“. Er atmet zu viel ein und zu wenig aus. Die Polarität von Nehmen und Geben ist aus der Balance geraten. Das zuviel Eingeatmete droht ihn zu ersticken. Er sehnt sich nach Zuwendung, ist andererseits aber blockiert, echte Zuneigung zu geben. Ebenso schwer tut sich der Asthmapatient damit, gesunde Aggression zu leben, d. h. Gefühle von Wut oder Zorn zuzulassen und auszusprechen, sich im wahrsten Wortsinn einmal kräftig „Luft zu machen“.
Weil die tieferen psychischen Ursachen für das Entstehen von Asthma bronchiale in der frühesten Kindheit liegen, hilft vielen Patienten nur eine tiefenpsychologische Behandlung weiter, zum Beispiel die klassische Psychoanalyse, mit deren Hilfe sie einen besseren Zugang zu ihren tieferen Gefühlen bekommen, diese auch ausdrücken lernen und sich mehr Raum zur Selbstverwirklichung nehmen bzw. sie auch anderen geben. Das ist ein mehrjähriger Prozess, der eine fundierte therapeutische Begleitung voraussetzt, doch immer auch ein Weg, der sich lohnt.
Kommentar der Redaktion: „Die Bedeutung von Verantwortung im Hinblick auf emotionale Bindungs- und Beziehungsfähigkeit wird am Beispiel von Kindererziehung besonders deutlich. Sollte sich gar aufgrund mangelnder Kompetenz oder Reifung des Erwachsenen ein Bezug zur Krankheit des Kindes herstellen lassen, werden viele mit Abwehr reagieren. Das behindert die Heilung. Nicht jeder Erwachsene, der sich für Kinder entscheidet, ist sich der Bedeutung bewusst, dass die eigene emotionale Reife sein Kind bis in jede Ebene hinein, ob nun körperlich, seelisch oder geistig von der ersten Sekunde an prägt. Kinderwunsch und Kinder haben sind zwei Paar Stiefel, bei denen Anspruch und Realität oft weit auseinanderklaffen. Trotzdem sind der Wunsch und die Sehnsucht nach Kindern tief verankert. Was tun? Auf Kinder verzichten, weil man Angst hat, Fehler zu machen und diese auch verantworten muss? Stehen zu hohe Ansprüche an sich selbst im Weg? Es gibt in unserer heutigen Gesellschaft wohl viele Gründe auf Kinder zu verzichten, wenn man sich die Geburtenrate anschaut.
Nicht alle, die Eltern werden, sind selbst am Ende ihrer persönlichen Entwicklung angelangt, wenn sie sich für ein Leben mit Kindern entscheiden. Das ist meiner Meinung nach weder so „vorgesehen“, noch unbedingt nötig. Die Eltern entwickeln sich, wenn sie offen und verantwortungsbewusst sind, mit ihren Kindern mit. Dann lernen Eltern durch das Kind und am Kind. Selbst wenn Krankheiten „im Weg stehen“ beinhalten diese eine Chance zur Entwicklung für beide, Eltern und Kinder. Die Frage danach, wer könnte für diese Krankheit verantwortlich sein, gar im Sinne einer Schuldhaftigkeit, ist hinderlich für diesen Prozess. Erwachsene müssen lernen für ihre Krankheiten verantwortlich zu handeln. Sie müssen aber nicht die Verantwortung für die Erkrankung ihrer Kinder übernehmen (immer grobe Fahrlässigkeit ausgenommen), sondern annehmen, was ist. Vielleicht systemisch, vielleicht spirituell, vielleicht schulmedizinisch oder naturheilkundlich oder alles zusammen. Sie werden nach Lösungen suchen, denn erst dann wird diese Auseinandersetzung auch bereichernd für zukünftige Generationen und von einem positiven Grundgefühl begleitet sein.“
Weitere psychosomatische Ansätze:
www.medizin-im-text.de/
„Die Psychosomatose Asthma: Immer wieder hört man, dass Asthma auch psychisch bedingt ist. Schon der Arzt Franz Alexander zählte sie 1950 zu den sieben psychosomatischen Erkrankungen, den Holy Seven. Dazu gehören: das Zwölffingerdarm-Geschwür (Ulcus duodeni), die Colitis ulcerosa, das Asthma, der Bluthochdruck, die Neurodermitis, die Schilddrüsenüberfunktion und die Rheumatoide Arthritis. Dabei heißt aber “psychosomatisch” nicht “psychogen”. Seelische Probleme verursachen also nicht das Asthma an sich. Das System Asthma mit seiner Atemwegsverkrampfung (Bronchospasmus), Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) und gesteigerter Schleimproduktion (Hypersekretion) ist viel zu kompliziert, um es sich so einfach zu machen. Aber: Wer zu Asthma neigt, der kann durch kritische Lebensereignisse zum Asthmatiker werden.“
www.psychosomatik.uni-goettingen.de/:
„Das Spezifitätsmodell von Franz Alexander (1891-1964) das aus dem Jahr 1951 stammt, der die liebevolle Tyrannei der Mutter als Ursache von Asthma ins Spiel gebracht hat, wird in der Zwischenzeit als überholt betrachtet, wohingegen unbestritten ist, dass biologische, soziale und psychische Aspekte miteinander interagieren.“
Das Problem der Spezifität:
„….Gleichzeitig wurde die Spezifität in Frage gestellt. Der Begriff der Spezifität in der Psychosomatik bedeutet, dass bestimmte psychosomatische Symptome in regelhafter Weise mit bestimmten psychischen Konstellationen und Konflikten korreliert. Je mehr man wusste, desto weniger konnten diese Regeln nachgewiesen werden; einzelne somatische Symptome konnten nicht mehr zeitlichen und inhaltlich bestimmten Konflikten zugeordnet werden. In einer pointierten Bemerkung von H.G.Wolff (1947) heißt es, eine Schwellung und Verengung der Nase sei nützlich gegen Staub und reizende Gase, aber nicht effektiv gegen die Demütigungen einer unerwiderten Liebe. Das körperliche Symptom ist zwar vorhanden, aber inhaltlich "leer" (Kindlers Psychosomatik Bd.1, 128f). Wolff meinte, der psychosomatische Patient, der keine Möglichkeit zu einer Konfliktlösung findet, reagiert mit biologisch vorgegebenen Anpassungs- und Schutzfunktionen auf eine symbolische oder reale Bedrohung seiner Leiblichkeit und seiner Lebensbezüge, doch von der somatischen Pathologie lasse sich nicht rückschließen auf den psychischen Konflikt. Wolf belegte in empirischen Untersuchungen aber durchaus, dass psychologische und soziale Faktoren eine somato-pathogene Wirkung haben. (ebenda, 129)… Diese Persönlichkeitsprofile wurden später als zu generalisierend und als anfechtbar kritisiert. Heute geht man davon aus, dass an der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen immer spezifische und unspezifische Faktoren beteiligt sind. Die Suche nach einem einzigen Erklärungsprinzip (Konversion, Regression, Persönlichkeitstyp) war ein Irrweg.“
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