Kopfschmerzen & Migräne

Rund 54 Mio. Menschen leiden in Deutschland unter chronischen oder anfallsartigen Kopfschmerzen. In 90 % der Fälle sind es Spannungskopfschmerzen oder Migräne, die die Menschen leiden lassen. Dass Kopfschmerzen in allen Regionen, Kulturen usw. auftreten, spricht für biologische Hintergründe. Während Schmerzmittel nur die Symptome bekämpfen - und immer wieder zu unerwünschten Nebenwirkungen führen - versucht die Naturheilkunde die Ursachen der Kopfschmerzen zu ergründen und ganzheitlich zu heilen.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten Schmerzformen. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger leiden gelegentlich bis regelmäßig darunter. Die Kopfschmerzen werden, je nach Art der auslösenden Ursache, in primäre und sekundäre Kopfschmerzen eingeteilt . Sie könnenals pulsierend, drückend, brennend oder dumpf empfunden werden.

Bei den primären Kopfschmerzen stellen die Schmerzen das eigentliche Krankheitsbild dar wie z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne oder Cluster-Kopfschmerz. Sekundäre Kopfschmerzen treten dagegen als Folge einer anderen Erkrankung im Kopfbereich wie Tumore, Stirnhöhlenentzündung, Meningitis etc. auf. Um andere Krankheitsursachen auszuschließen sollte aus Sicht der Psychologin Dr. Nagorsen immer ein Neurologe der erste Ansprechpartner des Kopfschmerzpatientensein. Weiterhin gelte es Auslöser für den Kopfschmerz zu identifizieren und verstärkende Faktoren (hier auch sekundären Krankheitsgewinn) herausarbeiten.

Experten unterscheiden bis zu 250 verschiedene Arten von Kopfschmerz. Häufigster Schmerz ist der Spannungskopfschmerz, gefolgt von Migräne. Diese primären Schmerzen machen ca. 90 % aller Kopfschmerz-Diagnosen aus. Sie sollen im Folgenden näher beschrieben und ihre Behandlungsmöglichkeiten erörtert werden.

Symptome und Diagnose des Spannungskopfschmerzes und der Migräne

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen sind meist mittelstarke Kopfschmerzen dumpf-drückenden Charakters und beidseitig über den gesamten Kopf lokalisiert. Oft werden die Schmerzen im Nacken oder Hinterkopf empfunden, bzw. als von dort ausstrahlend lokalisiert. Im Unterschied zur Migräne sind Spannungskopfschmerzen nicht von Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen begleitet. Die meisten Betroffenen versuchen noch unter diesen Kopfschmerzen zu arbeiten. Als chronisch wird der Kopfschmerz bezeichnet, wenn er an mehr als 15 Tagen im Monat bzw. 180 Tagen im Jahr auftritt, ansonsten heißt er episodisch.

Ursache von Spannungskopfschmerzen

Als mögliche Ursache wird eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Kopfmuskulatur diskutiert. Schlechte Sitzpositionen am Arbeitsplatz, Schlafen in einem unbequemen Bett oder ein Fehlbiss der Zähne können dann einen Spannungskopfschmerz auslösen.

Aus Sicht der Psychologin Dr. Ulrike Nagorsen sind die Grundlagen und Ursachen für die Entstehung von Spannungskopfschmerz weitgehed ungeklärt. "Bei sehr vielen Patienten findet sich jedoch eine erheblich erhöhte Anspannung verschiedenster Muskelgruppen im Nacken und oberen Rückenbereich. Eine erhöhte Muskelspannung im Musculus trapezius kann z.B. Folge vermehrter Brustatmung sein auch unter Stress kommt es zu einer erhöhten Anspannung der Nackenmuskulatur, die nicht mehr wahrgenommen und ausreichend entspannt werden kann.
Abgesehn von allen längerfristig wirksamen Faktoren, die einen Spannungskopfschmerz begünstigen kann auch einfach mal Flüssigkeits-und Frischluftmangel einen Spannungskopfschmerz auslösen."

Als weitere Auslöser von Spannungskopfschmerzen gelten negativer Stress durch chronische Überforderung, Wetterfühligkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Übersäuerung des Körpers.

Migräne

Migräne ist eine chronische Kopfschmerzkrankheit mit akuten Schmerzattacken, die üblicherweise halbseitig auftreten. Frauen leiden im Schnitt dreimal so häufig darunter wie Männer. In 10-15 % der Fälle kündigt sich eine Migräne durch verschiedene neurologische Symptome wie

  • Sehstörungen (Flimmersehen, Lichtblitze, Ausfall von Gesichtsfeldern),
  • Sprachstörungen,
  • Missempfindungen (Kribbeln, Taubheitsgefühl), in seltenen Fällen auch
  • Lähmungen an. Diese Vorform heißt Migräne-Aura. Sie entwickelt sich innerhalb von 5-10 Minuten und bildet sich nach etwa 30-60 Minuten wieder zurück. Erst danach setzen die Kopfschmerzen ein. In sehr seltenen Fällen können diese auch ausbleiben.

Die Kopfschmerzen bei der Migräne beginnen anfallsartig und plötzlich. Es sind pochende, pulsierende oder hämmernde Schmerzen von mittelstarker bis starker Intensität. Sie treten auf, weil das Gehirn in dem Moment Entzündungsbotenstoffe ausschüttet, die die Wände der Blutgefäße anschwellen lassen und nun empfindlich Druckwellen des Blutes reagieren. Auch körperliche Bewegung verstärkt den Schmerz. Die Arbeitsfähigkeit ist daher eingeschränkt.

Dr. Nagorsen beschreibt die 4 Phasen der Migräne:

  • Prodromalphase
  • Aura (haben eher wenige-10-15%)
  • Migräneattacke
  • Postdromalphase

Charakteristische Begleitsymptome der Migräne sind Übelkeit und Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Geruchsüberempfindlichkeit. Die Schmerzen können 18-72 Stunden andauern.

Ursachen von Migräne

Weitestgehend schulmedizinisch ungeklärt sind noch die Ursachen der Migräne. In 60-70 % der Fälle wird ein Zusammenhang zu familiären Vorbelastungen gesehen, sowie ein Ungleichgewicht bei bestimmten Botenstoffen, z.B. Serotonin in der Nervenzelle. Als auslösende Faktoren einer Migräne werden psychischer Stress, Alkoholgenuss (vor allem Rotwein), bestimmte Speisen, wie Schokolade oder Hartkäse und hormonelle Veränderungen (z.B. bei Menstruationsbeginn) vermutet.

Dr. Nagorsen: "Ausgelöst wird die Migräne von einer Vielzahl verschiedener unspezifischer Triggerfaktoren. Ursächlich sind wahrscheinlich neurovaskuläre Prozesse im Hirnstamm für die Migräne verantwortlich.
Bei Migränepatienten beobachten wir eine erhöhte Instabilität der Blutgefäße. Die Gefäße sind im Allgemeinen zu stark verengt (Vasokonstriktion). In einem zweiten Schritt folgt auf diese Gefäßverengung in Intervallen eine excessive Gefäßerweiterung (Vasoldilatation) die von schmerzhaften Entzündungsprozessen im umliegenden Gewebe begleitet ist.
Stresshormone wirken auf den Durchmesser der Gefäße ein. Daher ist eine Reduktion von chronischem Stress bei Gefäßbeeinträchtigungen immer sehr indiziert. Dies gilt auch für die Migräne.
"

Therapie in der Schulmedizin

Aus schulmedizinischer Sicht werden zur Behandlung des Spannungskopfschmerzes und der akuten Migräne Medikamente eingesetzt. Es handelt sich meist um die Arzneistoffe Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac eingesetzt. Diese so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wirken schmerzstillend und entzündungshemmend, indem sie bestimmte Entzündungsmediatoren unterdrücken. Als Nebenwirkungen sind bekannt: Magen-Darm-Beschwerden, Störungen der Blutgerinnung und Analgetikaasthma.
Überdies werden häufig die Wirkstoffe Paracetamol und Phenazon. Diese gehören nicht zur Gruppe der NSAR. Ihr Wirkmechanismus ist noch nicht befriedigend geklärt. Paracetamol gilt als vergleichsweise schwaches Schmerzmittel mit allerdings besserer Verträglichkeit. Bei längerem Gebrauch, zu hoher Dosierung oder in Kombination mit anderen Medikamenten hat es in jüngeren Studien allerdings lebertoxische Nebenwirkungen gezeigt.
Bei mittelschwerer bis schwerer Migräne werden in erster Linie so genannte Triptane verordnet. Sie lindern den Schmerz und die Begleitsymptome, indem sie die Ausschüttung der am Schmerzgeschehen beteiligten Neuropeptide hemmen. Da Triptane tendenziell die Blutgefäße verengen, dürfen sie nicht angewendet werden bei Menschen, die an Durchblutungsstörungen des Herzens oder des Gehirns leiden. Sie bleiben wirkungslos bei Spannungskopfschmerz.
Die Dosierung der genannten Schmerzmittel ist gut abzuwägen. Sowohl eine zu starke als auch eine zu schwache Dosierung kann zu Dauerkopfschmerz führen. Erstere, weil sie die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, Gewöhnungseffekten und medikamentenbedingtem Kopfschmerz erhöht, letztere, weil sich der abgeschwächte, aber fortdauernde Schmerz ins körperliche Schmerzgedächtnis einschreiben kann.
Bei synthetischen Kopfschmerzmitteln gilt daher als Regel: nicht öfter als 10 Tage im Monat einnehmen und nicht länger als drei Tage in Folge.
Grundsätzlich sind synthetische Schmerzmittel gar nicht als ursächliche Therapie, sondern für den Notfall als eine geeignete Übergangslösung auf dem Weg zu ursächlicheren Therapien zu betrachten.

Wann immer Kopfschmerzen gehäuft auftreten, sind naturheilkundliche Maßnahmen im Vorfeld, Ursachenforschung und Umstellungen von Lebens- bzw. Essgewohnheiten dringend anzuraten.

Therapie in der Naturheilkunde

Naturheilkundliche Maßnahmen zielen zwar auch darauf ab, den akuten Kopfschmerz zu lindern, sind aber mehr darauf ausgerichtet, die Ursachen für sein Auftreten aufzuheben und die Grundregulation in eine gesunde, stabile Ordnung zu bringen. Schmerzen weisen immer auf eine – mitunter subtile – Fehlregulation oder Fehlfunktion hin. Diese gilt es, auf physischer wie seelischer Ebene zu erkennen und zu verändern. Die Naturheilkunde hält dafür eine Fülle von Maßnahmen bereit.

Phytotherapie – Heilkunst mit Pflanzen gegen Kopfschmerzen

Heilpflanzen bieten die bislang noch viel zu wenig erkannte und genutzte Möglichkeit, sowohl auf der physischen, wie auch auf der strukturellen und seelischen Ebenen des Menschseins die Beschwerdeursachen genau auf die Lebenssituation abgestimmt individuell anzugehen. Hochdosierte standardisierte Phytotherapeutika reizen dabei vornehmlich die stoffliche Seite aus, womit sie allerdings häufig einen Großteil des pflanzlichen Heilpotenzials verschenken im Vergleich zu einer wesensgemäßen Anwendung.
Der wesensgemäße Einsatz von Heilpflanzen ist zu komplex, um ihn hier in Kürze darstellen zu können. Er berücksichtigt, dass die belebte Natur eine Art Universalsprache ausgebildet hat, die es beispielsweise Tieren erlaubt, im Krankheitsfall das für sie passende Heilkraut zu erspüren. Dieses über die Sinne vermittelte „Erkennen“ der Wesensart einer Pflanze erlaubt, den Organismus als Ganzes umzustimmen und damit auch Umstellungsprozesse in der Lebensführung oder förderliche Bewusstseinsprozesse mit zu unterstützen.

Entsteht der Kopfschmerz bei einem Patienten aus einer Lebenssituation der Zerfahrenheit, Verlärmung, Disharmonie oder Herzensunruhe, dann ist die pflanzlich-homöopathische Urtinktur aus der Passionsblume - Passiflora incarnata – als Mittel der Wahl anzusehen. Ihre Wesensqualitäten lassen sich am besten mit Harmonisierung, Sammlung, Herzensruhe, Stille beschreiben und sind an der Blütengestalt erkenntlich. So wirken beispielsweise die unzähligen feinen Fäden der Blüten-Nebenkrone nach außen hin wie ein bewegtes Wellenmeer, was sich in konzentrischen Kreisen zur Mitte hin zunehmend beruhigt. Eine Unruhe im Untergrund der Seele, ein nach innen genommenes Aufgewühltsein, das ist das Einsatzgebiet von Passiflora. Sie wirkt außerdem angst- und krampflösend und hat sich auch bei wetterbedingten Kopfschmerzen gut bewährt.

Bei Spannungskopfschmerzen, die aus Belastungen, Arbeiten unter Zeitdruck oder Überforderung entstehen, ist die aufrichtende, stärkende Qualität des Hafers angezeigt. Hafer ist eine Pflanze, die sich von keinem Sturm knicken lässt. Mit ihren locker aufgehängten Ähren stemmt sie sich den einstürmenden Kräften nicht starr entgegen, sondern pendelt sie gelassen aus. Eine pflanzlich-homöopathische Urtinktur von Avena sativa  hilft daher vor allem bei nervösen Erschöpfungszuständen und kann insbesondere dazu beitragen, regelmäßig (gewohnheitsmäßig) genutzte Schmerzmittel zu verringern oder abzusetzen.

Bedarf es eines Impulses, von Altem loslassen zu können, zu mehr Gelassenheit oder mehr lebenserweckender Wärme, leistet die pflanzlich-homöopathische Urtinktur der Gundelrebe – Glechoma hederacea – ausgezeichnete Dienste. Sie ist eine kommunikative Pflanze und immer in Gesellschaft anderer Pflanzenbestände zu finden. Ihre weichen, halbrunden, rhythmisierten Blattformen strahlen etwas Beschwingtes, sehr Lebendiges aus. Jede Tendenz, sich in den Vordergrund zu drängen, ist ihr fremd. So vermag sie denn auch vom Einzelkämpfertum zu befreien und der Vorstellung, alles selbst leisten zu müssen.

Bei Migräne hat sich, wie mehrere Studien zeigen, insbesondere die Pestwurz – Petasitis – bewährt. Sie konnte die Zahl der Migräneanfälle bis zu 60 % senken. Ihre Inhaltsstoffe sind noch nicht vollständig bekannt.

Aromatherapie bei Kopfschmerz

Aromatherapien stellen eine ganz eigene Richtung in der Naturheilkunde dar, die deswegen auch professionell begleitet werden sollte. Ihre Wirkung ist sowohl auf stofflicher wie auch sinnlicher Ebene zu suchen. Es hat daher wenig Wert, Aromen einsetzen zu wollen, die der Patient nicht mag. Die Abwehrreaktionen machen den vermeintlichen Nutzen zunichte.
Eine entspannende und schmerzstillende Wirkung ist z.B. für die (meist in fetten Ölen gelösten) ätherischen Öle von Lavendel, Majoran oder Pfefferminze nachgewiesen. Bei Pfefferminze ist die schmerzstillende und dazu noch kühlende Wirkung einer Kopfschmerz-Tablette vergleichbar, ohne dass jedoch Nebenwirkungen bekannt wären.
Empfindsame Menschen können unmittelbar erriechen, welche Duftqualität ihnen gut tut oder Linderung verschafft. Bei Kopfschmerz haben sich neben den genannten Ölen außerdem Angelikawurzelöl, Grapefruitöl, Litseaöl und Bergamottenöl bewährt.

Bei Kindern und Jugendlichen werden bei den in letzter Zeit häufiger zu verzeichnenden Spannungskopfschmerzen gute Erfolge mit Ölen von Mandarine, Bergamotteminze und Vanille berichtet.

Zur Anwendung gibt man gewöhnlich 1-2 Tropfen (nicht mehr!) auf ein Taschentuch und reibt damit Schläfen und Nacken ein. Alternativ, vor allem nach einem anstrengenden Tag, können die ätherischen Öle auch in ein heißes Entspannungsbad gegeben werden, wozu sie zuvor mit Honig, Sahne oder Meersalz als Emulgatoren vermischt werden sollten. Für das Bad können auch Öle von Muskatellersalbei, Rosengeranie oder Sandelholz zum Einsatz kommen.

Spagyrik bei Kopfschmerz

Spagyrik ist ein anderer, von Paracelsus eingeführter Name für Alchemie, übertragen auf die Herstellung von Arzneimitteln. Spagyrischen Zubereitungsformen liegt die Vorstellung zugrunde, dass Stoffe nicht in erster Linie durch Eigenschaften, sondern durch Prinzipien charakterisiert sind. Die Prinzipien lassen sich von einem Stoff auf den anderen übertragen. Es geht hier um die Kraft der Wandlung, siehe Medizinische Woche Baden Baden 08: Fricke, die in der besonderen Aufbereitung dem Menschen zugänglich gemacht werden soll. Trotz fehlender wissenschaftlicher Grundlagen über mögliche Wirkmechanismen, hat sich die Spagyrik in der praktischen Anwendung bewährt und als Teil naturheilkundlicher Heilungsweisen durchgesetzt.
Zur Linderung von Spannungskopfschmerzen hat die Spagyrik eine aufwändige, sehr komplex aufbereitete Mischung entwickelt, die zusammengefasst die Prinzipien kolloidalen Silbers, Silbercitrats sowie einer Tabakblätterdilution nutzt und diese mit einer spagyrischen Komplextinktur aus Beifußkraut, Mistelkraut, Pfingstrosenblüten, Christrosenwurzel, sowie Ammoniumbromid, Kaliumbromid und Natriumbromid kombiniert.

Schüsslersche Biochemie bei Kopfschmerz

Das vom homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler entwickelte Heilungsverständnis basiert auf der Annahme, dass alle Krankheiten Ausdruck einer gestörten Biochemie sind, und diese wiederum ein gestörter Mineralhaushalt zugrunde liegt. Indem eine fehlende mineralische Information den Zellen wieder in verdünnter und verschüttelter Form – analog zur homöopathisch potenzierten Form - zugeführt wird, lässt sich nach seinen Beobachtungen der Organismus wieder in seine biochemische Grundregulation zurückführen.
Aus seinem System von zwölf mineralischen Salzen ist es das siebente, Magnesium phosphoricum , dem schmerzstillende und krampflösende Eigenschaften zugesprochen werden (Nr. 7 in heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken). Gute Resultate bei Spannungskopfschmerz und Migräne sind - je nach Antlitzanalyse - auch mit den Salzen Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 5 (Kalium phosphoricum) und Nr. 8 (Natrium chloratum) berichtet worden.

Biofeedback bei Migräne

In der Praxis von Dr. Nagorsen spielt Biofeedback bei der Migräne-Behandlung eine zentrale Rolle: "Die wichtigste nicht-medikamentöse Beahndlung der Migräne ist das Vsaokonstriktionstraining. Bei dieser speziellen Form des Biofeedback lernen die Patienten den Durchmesser und die Variabilität ihrer Gefäße zu beeinflussen. Mit Hilfe einer Sonde, die auf der Schläfenarterie platziert wird kann der Durchmesser des Gefäßes gemessen werden. Dies ermöglicht ersten im akuten Anfall der explosionsartigen Erweiterung des Gefäßes entgegen zu wirken (das ist genau der Effekt, den wir ansonsten mit Hilfe der Triptane erzielen). Darüber hinaus ermöglicht ein Vasodilatationstraining die Gefäße zu trainieren und einer chronischen Gefäßverengung entgegen zu wirken. Dies ist eine Anfallsprophylaxe, die der medikamentösen Therapie in der Langfristigkeit ihrer Wirkung überlegen ist. Das Biofeedback ist das einzige wirksame klinisch geteste nicht-medikamentöse Verfahren in der Behandlung der Migräne. Im Schnitt werden 15-20 Sitzungen benötigt. Es wird im Schnitt eine Reduktion der Anfallsfrequenz von 50-70 % erreicht und eine Reduktion der Anfallsdauer und Schmerzintensität von Über 50 %. Bei allen Patienten findet sich ein deutlicher rückgang der Medikation (Ergebniss aus Metaanalyse von 55 Biofeedbackstudien mit 1721 Patienten-Nestoriuc et al. 2005)."

Homöopathie bei Kopfschmerz

Eine homöopathische Behandlung von Kopfschmerzen schlägt am besten an, wenn die Mittel sofort bei den ersten Anzeichen genommen werden. Entsprechend der Arzneimittelbilder kommen in Betracht:
Belladonna (Tollkirsche) - bei stark klopfenden, hämmernden Kopfschmerzen mit Verschlechterung durch Lärm und Licht.
Gelsemium (Gelber Jasmin) - bei Nackenkopfschmerzen, die sich bis zur Stirn hin ausbreiten; zittrige Schwäche.
Iris versicolor (Schwertlilie) – bei Gefühlen, wie wenn der „Kopf platzt“; Migräne in Entspannungs- und Ruhephasen die sog. Sonntagsmigräne.
Sanguinaria (Blutwurz) - bei Kopfschmerzen, die morgens beginnen und sich über den Tag hin steigern; Migräne, wenn sie mit Erbrechen verbunden ist.
Spigelia (Wurmkraut) – bei starken halbseitigen Kopfschmerzen.
Die Potenz wird dabei vom Therapeuten entsprechend der Übereinstimmung mit dem jeweiligen vollständigen Arzneimittelbild höher oder tiefer gewählt.

Kneipp- und Hydrothermotherapie bei Migräne

Dr. med. Bachmann empfiehlt bei Migräne folgende Maßnahmen aus der Kneipp-Therapie:

  • ansteigendes Armbad, Wechselarmbad, Wechselarmguss
  • Nackenguss temperaturansteigend
  • Dreiviertelbad mit ätherischen Ölen wie Melisse, Rosmarin, Baldrian als Badezusatz
  • ansteigendes Fußbad (Schiele-Bad)auch im Anfall
  • Wassertreten, Trockenbürsten, Wechselduschen präventiv
  • Quarkauflagen oder kalter Gesichtsguß im Stirnbereich (im Anfall)
  • Bürstenbäder
  • Sauna
  • im Anfall auch Einlauf (Flüssigkeitszufuhr bei Erbrechen, Vagusaktivierung)

Schwermetallausleitung, Herdsanierung und Minimierung elektromagnetischer Belastung bei Kopfschmerzen

Aus Sicht von des Umweltmediziners Dr. Mutter spielen vor allem Schwermetalle als Ursache von Kopfschmerzen eine Rolle: "In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass eine Hauptursache für Kopfschmerzen die Belastung mit Schwermetallen aus Zahnfüllungen darstellt. Dazu gehören Amalgamfüllungen, die zu über 50 % aus Quecksilber bestehen, sowie verschiedene Goldfüllungen oder Kronen und weiterhin Titan-Implantate. Darüber hinaus können chronische Metallablagerungen im Kieferknochen, Kieferknochenentzündungen, Störfelder (wie z.B. wurzeltote Zähne) die Ursache von Kopfchmerzen sein.
In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass sich bei über 70 % der Patienten, welche sich unter besonderen Schutzmaßnahmen die Zahnmetalle entfernen ließen und danach evtl. eine echte Schwermetallausleitung durchführten, die chronischen Kopfschmerzen oder Migräne gebessert oder geheilt wurden. Dies deckt sich auch mit den therapeutischen Erfahrungen. Eine sicherere Zahnmetallentfernung, sowie Beseitigung von Störfeldern und Amalgamsplittern aus dem Kieferknochen führt schon meist zu einer Besserung. Bei zusätzlicher Entgiftungstherapie verschwinden die Schmerzen dauerhaft in fast 90 % der Fälle. Eine zusätzliche Therapie mit Vitamin Q10, Magnesiumlaktat (www.alakamura.eu), Vitamin B2 und B12 und natürlich Ernährungsumstellung führt dann praktisch bei 99 % zu einer Schmerzlinderung. In 1 % der Fälle ist die neuraltherapeutische Injektion von DMPS im Gemisch mit Procain an die Nervenganglien des Kopfes und des Nackens notwendig, welches meist sofort die Schmerzen dauerhaft beseitigt. Grundsätzlich müssen aber auch hochfrequente elektromagnetische Felder minimiert werden.
Quellen für dafür sind z.B. Mobilfunkmasten, Handys, WLAN, Schnurlostelefone, Babyphones, Funk-Stromzähler, Funkwärmezähler und Funkwasserzähler, die praktisch 24 Stunden pro Tag senden. Gerade bei Patienten mit Metallen im Körper oder Zähnen führen diese Metalle aufgrund ihrer Antennenfunktion zu einer bis zu 700-fachen Verstärkung der Strahlung, die auch unterhalb der deutschen Grenzwerte als schädlich diskutiert wird."

Auch der Heilpraktiker für Psychotherapie W. Laub sieht die Entgiftung als wichtigen Aspekt in der Therapie von Kopfschmerzen: "Es gibt zig Fälle, in denen Patienten erst geholfen werden kann, wenn z.B. auch Amalgam oder andere Giftstoffe entfernt werden oder Umweltgifte wie z.B. Schadstoffe im Haus entfernt werden. Dazu zählen auch Kopfschmerztabletten, die u.U. selbst Kopfschmerzen auslösen können, wie Untersuchungen der letzten Jahre ergaben."

Schmerzakupressur bei Kopfschmerzen

Dazu Heilpraktikerin Christiane Wittmann: "Bei Verspannungen und in akuten Schmerzsituationen hat sich die Schmerzpunktpressur nach Liebscher und Bracht mit den dazu gehörenden Dehnungsübungen bewährt."

Shiatsu und Akupunktur bei Kopfschmerz

Dazu Kerstin Disse, HP in Stuttgart:

„Kopfschmerz und auch Migräne sind heutzutage relativ häufig in der Praxis zu sehen. Am Anfang steht immer die genaue Abklärung, um welche Art von Kopfschmerz es sich handelt und wie groß der Leidens- oder Schmerzdruck für denjenigen ist; was er bereits getan hat und ob es Befunde gibt, die ich berücksichtigen muss. Und: zu welcher Art von Hilfe (Medikamente, Auszeit) greift der Patient im Akutfall.

Egal ob nun Spannungskopfschmerz oder Migräne, das Problem ist nicht der Kopf, zumindest nicht im Intervall. Am Kopf zeigt sich „nur“ der Schmerz und dort wird auch behandelt, aber eben nicht nur. Es ist sozusagen der Einstieg, das Symptom, das der Patient mitbringt. Meine Aufgabe ist es, eine für ihn individuelle Therapie zu entwickeln und die richtet sich nach den eigentlichen Ursachen.

Ein Erstgespräch, indem dem Patienten Zeit gegeben wird, zu berichten, ist absolut notwendig. Ich brauche so viele Informationen vom Patienten, wie möglich. Er ist der Fachmann/frau für seine Beschwerden und kann oft detailliert über die Art/Dauer, Ort, Umfang des Schmerzes und seine Lebenssituation berichten und das gehört v.a. bei Schmerzpatienten unbedingt dazu.

Ich beginne zuerst mit der strukturellen Ebene: der Kopf ist mit der gesamten Wirbelsäule verbunden. Wo genau sitzt der Schmerz und welche Art von Fehlbildungen, Blockierungen o.ä. weist die Wirbelsäule auf?

Shiatsu und Akupunktur: beide Therapierichtungen fragen nach der Ursache und die sitzt oft im Magen-, im Leber- oder im Blasenmeridian. Denn es handelt sich bei diesem Beschwerdebild in den meisten Fällen um eine Stagnation des Qis, wie die Chinesen sagen, also der Lebensenergie, die, wenn sie nicht fließen kann, auf Dauer Schmerz hervorruft.

Der Magenkopfschmerz

Frontale Kopfschmerzen oft über den Augen; Verdauungsbeschwerden bes. unter Stress, sehr viel Energie.
Shiatsu entlang des Meridianpaars Magen/Milz hilft dem Menschen, die nötige Ausgeglichenheit wiederzufinden; schmerzhafte Punkte werden besonders intensiv behandelt; Ernährungs- und Entspannungsberatung; Fokus auf Regelmäßigkeit, deshalb mind. fünf Sitzungen.
Magenmigräne: Akupunktur im Schmerzintervall genau an den Magenpunkten am Kopf, ansonsten nach Art der Begleiterscheinungen Fernpunkte am Bein; Element Erde ausgleichen, Mitte/Bauch behandeln; Stagnationen körperliche, wie seelische lösen.

Der Leberkopfschmerz

Oft seitliche Spannungskopfschmerzen oder Gefühle eines Reifens um den Kopf: rastlos, unruhig, wechselnde Beschwerden; Auslöser oft Wind- und Wetterumschwung; neigt zu Zorn/Groll.
Shiatsu: Behandlung des Leber-Gallenmeridians; Beratung hinsichtlich regelmäßigen Ausdauersportarten und Schutzmaßnahmen gegenüber Wind; Mitte/Ausgeglichenheit stärken.
Akupunktur bei Migräne: Fernpunkte im Schmerz, ansonsten alle Nahpunkte am Kopf,Nacken; kurze Sitzungen, ca. 20 min., oft sedierend arbeiten, d.h. die Energie, die sich angestaut hat über entsprechende Nadelmanipulation ableiten; das Ganze wird dem Element Holz zugeordnet: energiegeladen, umtriebig, immer neue Ideen, athletischer Typ; Holzmenschen neigen zu Kopfschmerzen und Migräne, deshalb konstitutionell beraten; z.B. Ventile finden; Genuss einplanen; Hitze und Alkohol meiden.

Der Blasenkopfschmerz

Hinterhauptkopfschmerz, zieht hinab zur Wirbelsäule oder hinauf zum Scheitel; oft schon über längere Zeiträume, oft auch Probleme mit der Wirbelsäule; Thema Abgrenzung; diese Menschen halten oft viel aus, zu lange. Hier kann über Shiatsu gut „nährend“ gearbeitet werden, da der Blasen/Nierenmeridian, also hauptsächlich Kopf- und Rücken betroffen sind; nährend heißt, die Energielöcher, die der Meridian aufweist werden gefüllt und gewärmt. Ganzkörpershiatsu; Nieren wärmen, als ´Lager´ der Lebensenergie; oft längere Sitzungen über längere Zeiträume, weil diese Menschen zu Ressourcenabbau neigen; bei Migräne: Akupunktur im Intervall, Shiatsusitzungen begleitend; Wärmebehandlungen; unter Migräne: Stau im Blasenmeridian sedieren, also ableiten. Nierenpunkte am Fuß moxen; Konzeptionsgefäß auf der Vorderseite des Körpers miteinbeziehen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowohl Kopfschmerz-, als auch Migränepatienten sehr gut über Beratung, Entspannung, Zuwendung und angewandter Therapie zu erreichen sind. Das liegt sicherlich auch daran, dass Schmerzpatienten oft bereit sind, an sich zu arbeiten, weil sie ihre Schmerzen loswerden wollen und oft dankbar für Hilfestellung im Alltag sind und dadurch baut sich oft ein sehr konstruktives Verhältnis für beide auf.“

Zähne und Kopfschmerzen

Die ganzheitlich arbeitende Zahnärztin Dr. Nadj-Papp weist auf die Bezüge von Kopfschmerzen zum Kauapparat hin:
"Sehr häufige Ursachen für den sekundären Kopfschmerz sind Zahnfehlstellungen oder Fehlstellungen der Kiefer sowie damit verbundene Verspannungen, die nicht nur zu Kopfschmerzen, sondern auch zu Haltungsstörungen und Rückenschmerzen führen können.
Neben dem Hausarzt sollte man somit unbedingt seinen Zahnarzt konsultieren, um eine craniomandibuläre Dysfunktion, Kiefergelenkserkrankungen, Knirschen und Pressen sowie stressbedingte Funktionsstörungen auszuschließen.
"

Ernährungsumstellung

Eine dauerhafte Fehlernährung, wie sie heutzutage eher den Normal- als den Ausnahmezustand darstellt, trägt neben vielen anderen Symptomen häufig auch zur Symptomatik von Spannungskopfschmerzen und Migräne bei. Über auslösende Einzelfaktoren existieren verschiedene Hypothesen. Mitunter kann Unterzuckerung (Hypoglykämie) ein auslösendes Moment darstellen, sofern bestimmte Cofaktoren hinzutreten. Auch stehen bestimmte, in manchen Nahrungsmitteln enthaltene (bzw. durch Reifung oder Zersetzung gebildete) biogene Amine im Verdacht, Kopfschmerzen tendenziell zu fördern. Genannt werden Sauerkraut, Wein, Käse und Rohwurstsorten wie etwa Salami. Umgekehrt lässt sich durch eine basenreiche, biologisch vollwertige Kost und eine konsequente Entgiftung die Wahrscheinlichkeit für Kopfschmerzen erheblich senken. Ideal wäre eine Kost, die zu 80 % aus Basenbildnern und zu 20 % aus Säurebildnern (Fleisch, Käse, Fisch, Kartoffeln, Vollkornbrot) besteht.

Basenbildende Lebensmittel sind Kartoffeln, Gemüse, Knoblauch, Zwiebeln, Keime und Sprossen, Salate, Rohkost, sonnengereifte Früchte, Bananen, Hirse, Quinoa, Amaranth (wird auch als glutenfreies „Pseudogetreide“ bezeichnet), Leinsamen, Pinienkerne, Pistazien, Sesam und Sonnenblumenkerne (alle ungeröstet), Carob (Johannisbrot), kaltgepreßte Fette und Öle, Butter und süße Sahne, Kräutertee, Grüner Tee und Gemüsebrühe.

Die Lebensmittel sollten ungespritzt sein und das Fleisch sollte aus artgerechter Tierhaltung (sofern Sie kein Vegetarier sind) stammen.

Eine Entgiftungskur lässt sich auch mit pflanzlichen Mitteln, z.B. Urtinkturen unterstützen. Für eine Frühjahrskur bietet sich vor allem die Birke – Betula pendula – an. Eine Ausleitung über die Nieren wird insbesondere durch Solidago virgaurea (echte Goldrute) und Urtica dioica (Brennnessel) gefördert, während Taraxacum officinalis der Löwenzahn, vor allem die Ausleitung über die Leber und Geranium robertianum (stinkender Storchenschnabel) über das Lymphsystem anregt. Die spezifische Anregung von einzelnen Organen gelingt deshalb am besten mit Heilpflanzen (bzw. Heilpflanzenzubereitungen), da sie den Körper nicht mit lebensfremden Stoffen weiter belasten.

Selbsthilfe

Bewegung bei Kopfschmerz

Bewegung regt die Fließsysteme des Körpers an, und Schwitzen entgiftet. Gerade bei Migräne wirkt sich regelmäßige Bewegung durch moderaten Sport (kein Leistungssport!) günstig aus – z.B. Radfahren, Gymnastik, Schwimmen etc. Die wohltuende Wirkung aller stressreduzierenden Entspannungsmethoden wie Yoga, Tai Chi, Qi-Gong und autogenes Training ist in weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt. Versuchen Sie diesen Methoden einen festen Platz einzuräumen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Auch „passive“ Entspannungsmaßnahmen, wie Shiatsu, Massagen und Meditation helfen Ihnen, sich vom Druck zu befreien und zu sich selbst zu finden.

Dr. Nagorsen weist noch auf die unterschiedliche Wirkung von Bewegung bei Spannungskopfschmerzen und Migräne hin: "Während Bewegung die Symptomatik im akuten Stadium bei Migräne verschlimmert, kann im akuten Stadium beim Spannungskopfschmerz durch Bewegung eine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden. Dies ist auch ein gutes differntialdiagnostisches Kriterium. Insgesamt kann man vereinfacht sagen, dass die Migräne eine Gefäßerkrankung ist und der Spannungskopfschmerz durch muskuläre Verspannungen verursacht ist. Prophylaktisch kann Bewegung beim Spannungskopfschmerz sinnvoll sein, da sie zur Entspannung der Muskulatur beitragen kann. Für die Migräne (nicht im akuten Anfall) kann Bewegung im Sinne eines Stressabbaus sinnvoll sein."

Rhythmus und Halt bei Kopfschmerz

Da sich vor allem Spannungskopfschmerzen häufig aus Situationen der Überforderung entwickeln, kann ein gut strukturierter, rhythmisierter und dadurch Halt und Sicherheit vermittelnder Tagesablauf entscheidende seelische Entlastung bringen. D.h. Regelmäßige Arbeits- und Entlastungsphasen, Essens- und Schlafzeiten, Aufenthalt unter freiem Himmel. Manchmal hilft dazu auch, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, um sich der Anspannungssituationen bewusst zu werden und bestimmte Rhythmisierungen des Tagesablaufs passend einzurichten. Wichtig sind vor allem regelmäßige Schlafenszeiten. Wegen der am Tageslicht ausgerichteten Hormonaktivitäten sollte die Nachtruhe deutlich vor Mitternacht beginnen. Außerdem entlastet man damit sein Leber- und Gallensystem.

Kopfschmerz auswaschen

Der Arzt P.-H. Volkmann empfiehlt, Kopfschmerzen mit viel klarem Wasser "auszuwaschen": "Dazu trinken Sie innerhalb einer knappen Stunde möglichst viel reines klares Wasser. Es sollte mehr als ein Liter sein, zwei Liter wären besser. Innerhalb von 1-2 Stunden spülen Sie nun die belastenden Gifte und Chemikalien über die Nieren aus dem Körper hinaus. So schnell wie sie gekommen sind verschwinden nun die Kopfschmerzen – nur durch „Auswaschen“!"

Psychosomatik bei Kopfschmerzen

Kopfschmerz ist nach Ansicht der Psychotherapeuten R. Dahlke und Th. Dethlefsen ein sehr junges Phänomen der Neuzeit. Die Dominanz der Kopf- und Verstandesarbeit relativ zum emotionalen Erleben und der Herzensarbeit, die Überlastung durch Informationsüberflutung und die durch ständiges soziales Vergleichen gestiegenen Ansprüche an die eigene Perfektion können dabei als Hauptursachen gelten. Spannungskopfschmerz, wie der Name schon sagt, zeugt von Spannung, die vor allem dann entsteht, wenn der Kopf die eigentlichen seelischen Bedürfnisse nicht richtig erkennt oder ihnen gedanklich entgegen wirkt. Häufig sind Spannungskopfschmerzen auch ein Hinweis darauf, etwas nicht loslassen zu können oder zu wenig Gelassenheit aufzubringen.

Entlastung, Entspannung sind die Schlüsselwörter, die Kopfschmerzpatienten immer im Auge behalten sollten. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, vermeiden Sie eine enge, dauerhafte Terminplanung ohne Pausen; versuchen Sie auch einmal „Nein“ zu sagen und in Stresssituationen zu einer bewussten Atmung zu finden.

Nach Ansicht von Heilpraktiker für Psychotherapie W. Laub kann auch die Therapie selbst den Patienten überfordern. Wer alle guten Tipps beachten will, gewinnt leicht den Eindruck, dass er von Ernährung über Sport bis zur Entgiftung usw. sein ganzes Leben umkrempeln muss. Dadurch kann selbst eine naturheilkundlich orientierte Therapie zum Stressfaktor werden. Hier gilt dann: In der Ruhe liegt die Kraft! W. Laub: "Meiner Erfahrung nach hilft vielen Betroffenen, nach sehr, sehr gründlicher Anamnese oft schon "nur" ein kleines pflanzliches Mittel und begleitende aufbauende Worte." Darüber hinaus gelte es sich von äußeren Erwartungen frei zu machen, Schwächen zuzulassen ... - ggf. mit psychotherapeutischer Unterstützung. Exemplarisch schlägt er Eltern vor, sich auch mal einen Babysitter zu gönnen - und zum Ausgleich ein teures Spielzeug weniger zu kaufen.

Auch die Psychologin Dr. Nagorsen sieht die Qualität der Behandlung nicht in einer Vielzahl von Ansätzen. Insbesondere sollten nicht zu viele "passiv-konsumierende Therapien" zum Einsatz kommen. Vielmehr gelte es das Selbstmanagment des Patienten zu stärken!

ergänzt und kommentiert von:
Dr. Ulrike Nagorsen, aus München
Peter-Hansen Volkmann, aus Lübeck
Dr. med. Joachim Mutter, aus Konstanz
W. Laub, aus Kiel
Christiane Wittmann, aus Uffing a.St.
Kerstin Disse, aus Stuttgart
Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, MA, MBA, aus Ditzingen

Ursula Ecken, Heilpraktikerin, Pharmazeutisch Technische Assistentin, Medizinische Journalistin, aus München

Kommentare

Gülin Gökalp aus Izmir, 16.08.2016:
Liebe Birgit Kamps, wie heißt das wirkungsvolle Komplexmittel (Phytopharmaka)? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen: [...] liebe Grüße Gülin Gökalp
Meri Haas aus Wiesbaden, 08.07.2016:
Hallo Birgit,
auch ich leide seit dem 12. Lebensjahr unter Migräne, mittleirweile seit mehr als 20 Jahren und zunehmender Stärke. Es gibt kaum noch Schmerzmittel die ich nicht ausprobiert habe. Ich würde sehr gerne erfahren welche Zusammensetzung der Phytopharmaka Sie nehmen und es gerne ausprobieren.
Vielen lieben Dank.
LG Meri
Birgit Kamps aus Frankfurt, 04.07.2016:
ich hatte mich auch Jahre lang meinem Schicksal ergeben und über 10 jahre sehr ungesunde Triptane gegen meine massiven Migräne-Attacken und meine Spannungskopfschmerzen eingenommen.

Die Nebenwirkungen waren abscheulich, doch ein Übel das ich in Kauf nehmen musste, damit die Attacken so einigermaßen erträglich zu machen.

Mittlerweile bin ich von diesn ungesunden triptanen befreit. Ich nehme seit geraumer zeit ein sehr wirkungsvolles Komplexmittel, ein sogenanntes Phytopharmaka, rein pflanzlich und völlig bedenkenlos zu nehmen.

[das Präparat] hat meine Migräneattacken sehr minimiert und es besänftigt meine Spannungskopfschmerzen.

Die Intensität fällt deutlich geringer aus und ich habe meine Lebensqualität zurück bekommen.

Alle Migräniker können meine begeisternde Freude nachempfinden. Für mich ist dieses Präparat ein voller Erfolg und eine sehr geunde und zu empfehlende Alternative zur Schulmedizin und dessen chemischen Substanzen.

Die Naturheilkunde auf dem Vormarsch ! GUT SO !

[...]

Allen noch einen sonnigen Nachmittag mit den besten Wünschen der Besserung.

LG. Birgit
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