EHEC, eine Diskussion

EHEC
EHEC

Im Sommer 2011 verbreitete EHEC Angst und Hilflosigkeit. Gefürchtet war vor allem das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), bei dem Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion geschädigt wird. Den schweren Krankheits- und Todesfällen hatte die Schulmedizin wenig Überzeugendes entgegenzusetzen. Hier finden Sie Beiträge zu EHEC - Verbreitung, Vorbeugung und Therapie - aus Sicht verschiedener naturheilkundlich ausgerichteter Therapeuten.

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EHEC und kein Ende?

Während zunächst vor frischen Gurken, Tomaten sowie Salat und zuletzt vor Sprossen gewarnt wurde, treten nach wie vor immer wieder weitere EHEC-Fälle auf. Immer noch werden Todesfälle werden gemeldet (Stand vom 28.6.11: 47 Todesfälle lt. RKI). Gefürchtet ist vor allem das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), bei dem Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion geschädigt wird.

Zwar gelten von offizieller Seite die Sprossen als Quelle der EHEC-Infektionen, doch wird neben der Übertragung durch Lebensmittel auch die Übertragung von Mensch zu Mensch diskutiert (s. z.B. Ärztezeitung vom 28.6.11 zum EHEC-Ausbruch an einer Schule).

Das meinen naturheilkundliche Therapeuten zu EHEC

Dr. Joachim Mutter über EHEC: "EHEC wird in den Medien extrem überzogen dargestellt. Es gibt andere, wirklich bedrohliche Krankmacher, die deutlich mehr Menschen töten, als EHEC. Diese sind in der wissenschaftlichen Literatur und auch im Buch: "Gesund statt chronisch krank" ausführlich dargestellt.

Es werden jetzt über die Medien auch für die Gesundheit bedrohliche Empfehlungen ausgesprochen (z.B. keine Rokost mehr).

Das EHEC-Problem - genauso wie bei Salmonellen oder Campylobacter - ist verursacht durch konventionelle Massentierhaltung. Zu nennen sind hier nicht artgerechtes, Pflanzenschutzmittelverseuchtes Leistungsfutter, Antibiotikaeinsatz (etwa 70-80 % aller Antibiotika werden in der Tiermast eingesetzt), unmenschliche Haltungsbedingungen (kein natürliches Licht, kein Platz, Trennung der Tiere aus der sozialen Gemeinschaft) usw.

Das bedeutet: In Bio-Ware, also Tierprodukten und Gemüse/Salaten, gibt es praktisch keine EHEC-Gefahr.

Die Empfehlung lautet daher: Weiterhin Frischkost essen, aber nur noch Bioware kaufen, am besten Bio-zertifiziert von anerkannten Bioanbauverbänden (Naturland, Demeter, Bioland etc.). Denn das EU-Bio-Siegel lässt z.B. zu einem gewissen Prozentsatz auch den Einsatz von Gülle und Exkrementen aus konventioneller Tierhaltung zur Düngung von Nutzpflanzen zu."

[Anm. d. Red.: EHEC-Keime kommen natürlicherweise im Darm von Rindern und anderen Wiederkäuern (z.B. Schafen, Ziegen) vor, ohne dass diese an EHEC erkranken. Durch Gülle und Mist könnten die EHEC-Keime auf Gemüse gelangen.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BOELW) schreibt zur Sicherheit von Bioprodukten:

  • "Bioprodukte sind generell nicht mehr oder weniger gefährdet als konventionelle. Eine Gruppe von führenden Mikrobiologen und Ökolandbau-Forschenden beschäftigt sich seit drei Jahren wissenschaftlich mit dem Thema EHEC und untersucht alle möglichen Einfallstore (Projekt Pathorganic im Rahmen der transnationalen Forschungszusammenarbeit in Europa, ERAnet). Sie konnten keine spezifischen Bio-Risiken feststellen.
  • In der Presse wurde eine Kopfdüngung von Gemüse mit Gülle als Grund für ein besonderes Risiko genannt. Diese Form der Düngung ist im Gemüsebau absolut unüblich und wird auch im Öko-Landbau nicht praktiziert.
  • Die EHEC-Fälle in der Vergangenheit waren nicht auf die Besonderheiten der biologischen Bewirtschaftung zurück zu führen."]

Der Arzt für Naturheilverfahren Peter-Hansen Volkmann teilt im Wesentlichen die Meinung von Dr. Mutter: "EHEC ist nach meiner Auffassung eine Produkt moderner Umwelt- und Ernährungseinflüsse von Mensch und Tier bzw. Pflanze.

Durch meistens völlig überflüssige Antibiotikagaben, wie sie heute leider sowohl in der Pädiatrie, in "normalen" Arztpraxen, aber auch in Kliniken und in der Nutztiermast üblich sind, werden multiresistente Keime gezüchtet. Aber wohl auch in Biogasanlagen. Dass sich diese Keime unkontrolliert rekombinieren können, ist lange wissenschaftlich abgesichert und deshalb gar nicht überraschend. Was höchstens überrascht, ist die Hybris, mit der Kliniker und Mikrobiologen meinen, durch ein weiteres Verschärfen von Hygienestandards und Desinfektion Krankheiten "besiegen" oder "eradizieren" zu können.

Ob bei der sogenannten Eradikation von Helicobakter-Infektionen, die Magen-Darmstörungen verursachen können, oder bei der State of the Art-Therapie einer chronischen Parodontitis mit so potenten Antibiotika-Kombinationen wie Amoxicillin mit Metronidazol: In allen Fällen bleiben lebensfähige, durch die Therapie selektierte, resistente Keime im Körper des Patienten zurück. Der Arme muss dann "den Rest selber erledigen!"
Dass Antibiotika, mehr als zwei Mal als Therapie eingenommen, lebenslang die Besiedelung im Darm verändern, können Sie hier vertieft nachlesen.

Nur wenn die Abwehr eines Menschen schlecht ist, kommt es zu so unschönen Erkrankungen wie EHEC oder Infektionen mit MRSA, die im stationären Bereich zum vorzeitigen Tode auch bei jungen Menschen führen können. Kann man so nicht sagen? Dann erklären Sie sich und uns doch bitte, warum viele Menschen gar nicht, andere an "milden Formen" von EHEC erkranken oder schnell wieder gesunden?

Nachdem ich einzelne alte, geriatrische Patienten aus der Universität Lübeck "zum Sterben" an MSRA-Infektionen nach Entlassung mit Überlebenszeiten von mehreren Monaten bis Jahren ambulant zu Hause behandelt habe, ist meine ganzheitliche Sicht der Therapie von Infektionskrankheiten dadurch deutlich gestärkt worden.
Ein Keim ist nichts ohne sein Milieu! Das wussten schon die längst vergessenen Kollegen im 19. Jahrhundert.
Also ist die Milieutherapie der Schlüssel zu Krankehit und Gesundheit!

Leider schießt die State of the Art-Medizin der Kliniken und niedergelassenen Mediziner heute lieber Löcher in die patienteneigene Abwehr, die auch durch mit uns in Symbiose lebende Bakterien aufrecht erhalten wird, anstatt diese gezielt durch gute, ökologische, Faser reiche Frischkost, durch zusätzliche Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen, von lebenswichtigen Omega-Fettsäuren und Probiotika mit Symbionten zu unterstützen.

Die Selbstheilung des Menschen oder der Natur ist immer wieder das eigentliche Wunder, das zu beobachten eine kolossale Bereicherung für den Heilenden."

ergänzt und kommentiert von:
Peter-Hansen Volkmann, aus Lübeck
Dr. med. Joachim Mutter, aus Konstanz

Redaktion: Dr. rer. nat. Inge Ziegler
Stand 28.06.2011

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