Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck

Bluthochdruck und die damit verbundenen Risiken wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall sind kein unabwendbares Schicksal. Einen Teil können Sie selbst über Ihren Lebensstil beeinflussen. Was ist darüber hinaus möglich im Sinne einer ganzheitlichen und ursächlichen Behandlung für ein Leben ohne Bluthochdruck?

Dr. med. Dipl. Med. Thomas B. Fischer - Arztpraxis für Klinische Zellbiologie
Dr. med. Dipl. Med. Thomas B. Fischer
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"Hypertonie: Eine stille Gefahr, die sich auch alternativ behandeln lässt."

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40212 Düsseldorf

Einführung

Man schätzt, dass ca. 50 % der Europäer von Bluthochdruck betroffen sind. Die Formel: hohes Alter = hoher Blutdruck gilt jedoch hauptsächlich in den Industrienationen. Bei Naturvölkern konnte man das nicht beobachten - solange sie ihrer traditionellen Lebensweise treu blieben. Wurden die Naturvölker von der Zivilisation eingeholt, übernahmen sie mit dem Wohlstand meist auch die Erkrankungen.

Offensichtlich unterliegt der Bluthochdruck zahlreichen Einflüssen der zivilisierten Welt, wie psychosomatische- und Umweltfaktoren oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Bluthochdruck bedeutet, dass der Druck zu hoch ist, den das Blut bei jedem Herzschlag auf die Arterien ausübt.

Definition

Was ist Blutdruck und wie entsteht er?

Wenn man hinlänglich von Blutdruck spricht, meint man den arteriellen Blutdruck, das heißt den Blutdruck in den Schlagadern. Nach jedem Schlag des Herzens wird Blut in die Gefäße gepumpt. Dabei wird Druck auf die Arterie ausgeübt und die Gefäße dehnen sich aus. Fließt das Blut weiter, ziehen sich die Gefäße wieder zusammen und der Druck sinkt. Daher unterscheidet man zwei Blutdruckwerte:

  • Den systolischen Wert, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und dabei das Blut zunächst in die Hauptschlagader (Aorta) drückt und dessen Druckwelle sich über die Gefäßwände der Arterien fortsetzt bis in die Peripherie – sowie
  • den diastolischen Wert, der entsteht, wenn sich der Herzmuskel dehnt und sich das Herz dabei erneut mit Blut füllt. Da kein neues Blut in die Aorta gedrückt wird, fällt der Druck in den Gefäßen erst einmal ab und ist naturgemäß niedriger als der systolische Wert.

Die Werte für den Blutdruck werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben.

Die von der WHO angegebenen Normwerte liegen bei 120/ 80 mmHg, von Bluthochdruck spricht man von einem Wert ab 140/90 mmHg.

Im Leitfaden der WHO werden folgende Werte angegeben:

  Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hochnormal 130-139 85-89
Hypertonie Grad 1 140-159 90-99
Hypertonie Grad 2 160-178 100-109
Hypertonie Grad 3 ≥ 180 ≥ 110

Diese Werte gelten laut WHO für jedes Lebensalter. Doch das ist unrealistisch. Früher gab es eine Faustregel: 100 plus Lebensalter für den systolischen Blutdruckwertwert. Diese wird heute so nicht mehr kommuniziert. Dennoch brauchen ältere Menschen einen höheren Erhaltungsblutdruck. Ein Blutdruck von 160/85 mmHg ist komplett normal für einen Achtzigjährigen. In diesem Sinne wäre es ungut, ihn auf einen Blutdruck von 120/80 normieren zu wollen, weil es nicht seinem natürlichen Blutdruck entspricht. Bei zu starker Absenkung des Blutdrucks spürt der Patient Müdigkeit oder zeigt eine verstärkte Fallneigung, aus der gravierende Gesundheitsschäden resultieren können.

Man unterscheidet Bluthochdruck auch nach den Ursachen:

  • Essentielle oder Primäre Hypertonie: Das betrifft 95 % der Fälle. Die Ursachen sind vielfältig: von genetischen Faktoren über Umwelteinflüsse bis zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten (siehe Abschnitt Ursachen)
  • Sekundäre Hypertonie, die auf fassbare organische Ursachen zurück geht wie z. B. Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen oder dauerhafte Medikamenteneinnahme.

Je höher der Blutdruck im Tagesmittel ist, desto größer ist das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Symptome

Das markanteste Symptom des Bluthochdrucks ist, dass Sie keines haben. Es geht Ihnen gut. Sie könnten Bäume ausreißen. Oft wird deshalb ein Bluthochdruck eher zufällig festgestellt. Das ist das eigentlich Gefährliche an der Erkrankung. Ein über Jahre unbehandelter Bluthochdruck kann Organschäden verursachen und vor allem von Arteriosklerose begleitet sein.

Leichte Hinweise und Warnzeichen für einen Bluthochdruck sind:

  • innere Unruhe,
  • Müdigkeit,
  • vorrübergehende Schwindelanfälle,
  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Ohrensausen,
  • Nervosität oder
  • gelegentliches Nasenbluten.

Bei plötzlichem Ansteigen des Blutdrucks über 180/120 mmHg spricht man von einer Hypertensiven Krise.

Sie macht sich bemerkbar durch Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten, Zittern am ganzen Körper, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitsgefühlen an Händen oder Beinen, gelegentlich auch Brustenge und Atemnot.

Eine solche Krise wird ausgelöst durch plötzlichen Schock, Ängste oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Zeigt ein Bluthochdruckpatient einige dieser Symptome, sollten Sie den Notarzt verständigen.

Liegt der systolische Wert des Blutdrucks über einen längeren Zeitraum über 200 mmHg oder/und der diastolische Wert über 100 mmHg, sollte das zwingend behandelt werden, um Folgeschäden auszuschließen.

Abgesehen von den geschilderten Krisenereignissen, haben Sie bei einem erhöhten Blutdruck Zeit, um in Ruhe nach den Ursachen zu suchen. Die kritischste Begleiterscheinung des Bluthochdrucks, die Arteriosklerose, entwickelt sich über Jahre und Jahrzehnte. Letztendlich stellt sich auch immer die Frage des Therapieziels einer Intervention: geht es doch in erster Linie um eine Lebensverlängerung und die Erhaltung einer hohen Lebensqualität für den Patienten und nicht um die erzwungene Erreichung von Normwerten.

Diagnose

Blutdruck messen

Nüchtern betrachtet ist der Blutdruck nicht mehr als eine physikalische Messgröße. Diese Größe unterliegt zahlreichen Tagesschwankungen und Einflüssen, weil jeder gesunde Organismus auf wechselnde Lebenssituationen reagiert – regieren muss. Dazu einige Beispiele: Wenn Sie am Morgen aufstehen, dann muss der Blutdruck, der ausreichend war, um die Körperperipherie in der Horizontalen ausreichend mit Blut zu versorgen, jetzt so ansteigen, dass auch in der Vertikalen Beine und Gehirn gut mit Blut versorgt sind.

Viele Patienten messen den Blutdruck nach dem Duschen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck bei nahezu jedem Menschen erhöht. Oder viele Patienten messen nach dem Frühstück, wenn der Tag in Gang gekommen ist. Gerade für ältere Menschen kann es bis hier schon recht anstrengend gewesen sein. Dann erreicht der Blutdruck zu diesem Zeitpunkt gerade typischerweise hohe Werte.

Wie wird der Blutdruck richtig gemessen

Der Arzt oder Therapeut benutzt ein Blutdruckmessgerät mit Gummimanschette und Manometer. Der Therapeut bläst die Manschette am Oberarm auf. Damit wird die Arterie abgedrückt. Zu diesem Zeitpunkt wird der diastolische Wert gemessen. Beim langsamen Ablassen sind mit dem Stethoskop in der Ellenbeuge Strömungsgeräusche der Arterie hörbar, die durch die Kompression entstehen. Der diastolische Wert wird abgelesen, wenn das Blut wieder geräuschlos durch die Arterie fließt.

Für die Messung zu Hause gibt es einfache elektronische Blutdruckmessgeräte im Fachhandel. Wählen Sie ein Messgerät, mit dem Sie am Oberarm messen können. Die Messung am Oberarm ist präziser, da der Blutdruck am Handgelenk typischerweise niedriger sein kann. Geräte mit Oberarm-Manschette liefern zuverlässigere Ergebnisse, weil der Puls am Oberarm genauer den Blutdruck im Körperinnern abbildet.

Die verfügbaren Blutdruckmessgeräte sind einfach zu handhaben, doch nicht jedes Blutdruckmessgerät ist für jeden Patienten geeignet.

Tipp: Nehmen Sie Ihr Hausdruckmessgerät mit zum Arzt und vergleichen Sie dort zeitgleich eine Messung mit Ihrem Gerät und eine Messung mit dem geeichten Gerät Ihres Arztes. So sehen Sie, ob Ihr Gerät richtig misst.

Da sich der Blutdruck über den Tagesverlauf ständig ändert, erlaubt eine einzelne zu hoch ausfallende Messung noch keine Aussage. Der Arzt verschreibt typischerweise eine 24h-Messung.

Messen Sie zu Hause, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Bleiben Sie vor der Messung 3-5 Minuten in Ruhe, vermeiden Sie jede – noch so kleine – Anstrengung oder Aufregung, da diese den Blutdruck beeinflusst.
  • Messen Sie zu Beginn an beiden Arme und später immer an dem Arm, an dem der Blutdruck höher ausfällt.
  • Messen Sie auf Herzhöhe, legen Sie Ihren Arm entspannt auf den Tisch.

Tipp: Messen Sie nur einmal am Tag, ist der Blutdruckwert unmittelbar nach dem Aufwachen der Wichtigste. Legen Sie am Vorabend Ihr Blutdruckmessgerät neben das Bett, sodass Sie am Morgen nicht aufstehen müssen, um zu messen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht vom Wecker geweckt werden. Messen Sie unmittelbar nach dem Aufwachen, noch im Bett – ganz entspannt und unaufgeregt. Hier erhalten Sie am ehesten einen Wert, wie er idealerweise auch sein sollte.

Der Blutdruck verändert sich über den Tag beständig, je nachdem wie Sie sich und Ihren Körper beanspruchen. Wichtig ist vor allem, dass es eine Nachtabsenkung gibt. Anhand dieser Größe beurteilt der Arzt, ob es sich bei Ihnen um ein Bluthochdruckgeschehen handelt oder nicht. Beim Messen direkt nach dem Aufwachen, halten Sie am ehesten den Wert der Nachabsenkung fest.

Blutdruckwerte richtig interpretieren

Bitte verfallen Sie nicht in Panik, wenn ein Messwert mal höher ausfällt. Wiederholen Sie die Messung nach einer gewissen Zeit noch einmal.

Die Möglichkeit, Blutdruckwerte zu Hause relativ einfach zu bestimmen, birgt auch eine Gefahr. Hüten Sie sich, in eine Blutdruckhysterie zu verfallen. Auf der einen Seite gibt es Normwerte, auf der anderen Seite sind Sie ein Individuum, das eben nicht immer nach Norm reagiert.

Ist der Blutdruck zu hoch, ist es sicher richtig, das zu beobachten und darauf zu reagieren. Sie finden in diesem Artikel viele Hinweise darüber, was Sie selbst tun können.

Ursachen

Körperliche Faktoren

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße. Das heißt, mit dem Alter altern auch die Gefäße. Sie versteifen und sind weniger dehnbar. Sind die Adern versteift, können sie dem Druck, der vom Herzen ausgeübt wird, nicht mehr so elastisch ausweichen. Damit steigt der Druck in den Blutgefäßen. Das ist normal, solange es im Rahmen bleibt.

So wie die Menschen unterschiedlich alt werden, so unterliegt auch die Alterung der Blutgefäße genetischen Faktoren. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Einflussfaktoren auf den Bluthochdruck im Allgemeinen auf 30-40 % geschätzt werden.

Zwischen 30 und 55 Jahren sind eher Männer von Bluthochdruck betroffen. Frauen ziehen nach, wenn der Östrogenspiegel nach dem Ende der fruchtbaren Jahre sinkt und sind dann häufiger von Bluthochdruck betroffen als Männer.  

Es ist bekannt, dass Übergewicht Bluthochdruck begünstigt. Besonders kritisch sind vor allem Fettansammlungen um die Bauchgegend (kritisch wird der Bauchumfang bei Männern mehr als 102 cm, bei Frauen mehr als 88 cm).

Tritt Übergewicht gemeinsam mit einem Diabetes Typ II und erhöhten Blutfettwerten auf – weiteren Risikofaktoren für den Bluthochdruck, spricht man vom Metabolischen Syndrom.

Beim Fahnden nach Ursachen für einen Bluthochdruck wird ein Bereich der körperlichen Faktoren typischerweise gar nicht gesehen: chronische Entzündungsherde und Störfelder im Körper. Das können z.B. chronisch entzündetet Mandeln, entzündetes Zahnfleisch / entzündete Zahnwurzeln oder schlecht abgeheilte Narben sein. Störfelder können für organische Erkrankungen in völlig anderen Körperbereichen verantwortlich sein.

Lebensstilbedingte Faktoren

Hier spielen  Ernährung und Bewegung eine Rolle (siehe Abschnitt Naturheilkundliche/ganzheitliche Therapie). Oft wird bei Bluthochdruck ein Kalium-Mangel festgestellt. Reichlich Kalium finden Sie in frischem Obst und Gemüse, Trockenobst oder Nüssen.

In vielen Quellen wird Kochsalz als ein wichtiger Risikofaktor genannt. Die Datenlage zu Kochsalz ist widersprüchlich. Es wurde lange Zeit in direktem Zusammenhang zu Bluthochdruck gebracht und es gibt Empfehlungen für komplett salzfreie Ernährungsformen. Die Nieren brauchen aber eine gewisse Menge an Salz. Heute geht man davon aus, dass ein normaler Kochsalzverbrauch (5-6 g / pro Tag) kein Problem darstellt. Im Allgemeinen wird dieser Faktor überbewertet.

Auch ein starker Alkoholkonsum und Rauchen wird mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht.

Völlig unterschätzt - Einfluss von Umweltfaktoren

Im Zusammenhang mit Bluthochdruck werden Lärmbelastungen völlig unterschätzt. Vor allem in Ballungsräumen spielt dieser Faktor eine große Rolle. Wer bezüglich Bluthochdruck schon vorbelastet ist, sollte vermeiden, an einer verkehrsreichen Straße, an einer Flugschneise oder Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse zu wohnen. Lärm ist ein eigenständiger Risikofaktor für Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Zusammenhang wurde vielfach in Studien belegt.

Ein weitere Faktor, der bislang kaum im Fokus liegt, ist die Schwermetallbelastung. Die Praxis zeigt, dass es sehr viele Menschen mit Schwermetallbelastungen gibt - maßgeblich mit Blei und Quecksilber. Die Schwermetalle werden über kontaminierte Lebensmittel oder über die Atmung aufgenommen und lagern sich in den Zellen ab. Menschen ab 50 tragen heute noch das Blei im Körper, das bis Mitte der achtziger Jahre dem Autobenzin zugesetzt und mit den Abgasen eingeatmet wurde.

Die Schwermetalle erhöhen die Freisetzung von Botenstoffen (Neurotransmitter), die dafür sorgen, dass die Gefäße sich verkrampfen und der Blutdruck steigt.

In unserer hochzivilisierten und lärmbelastenden Zeit nehmen diese beiden Einflussfaktoren stetig zu.

Immer gravierender: Stress als Ursache für Bluthochdruck

In unserer hektischen Zeit geht es um immer mehr in immer kürzerer Zeit. Der Druck von außen erhöht sich, der sich dann auch in innerem Druck nieder schlägt.

Wenn Sie genetisch vorbelastet sind, wirkt Stress noch gravierender. Hinzu kommt: Sie haben von Ihren Eltern nicht nur die Gene mitbekommen, sondern auch Verhaltensmuster und Gewohnheiten übernommen. Wie gehen Sie mit Konflikten um? Wie gelassen reagieren Sie auf Anforderungen von außen? Dem sind Sie nicht für alle Zeiten ausgeliefert, doch es braucht einen bewussten Umgang damit.

Therapie - Grundsätzliches

In seiner frühgeschichtlichen Entwicklung lebte der Mensch in einem rauen Umfeld. Es war essentiell, in Gefahrensituationen sehr schnell reagieren zu können. Wir konnten optimal überleben, wenn wir in Stresssituationen (z. B. der Begegnung mit einem Säbelzahntiger) schnell reagieren konnten mit Flucht, Kampf oder Verstecken. Wir stehen heute keinem Säbelzahntiger mehr gegenüber, doch reagieren Sie mal gegenüber einem wütenden Chef, einer gekränkten Ehefrau oder dem pubertierenden Sohn mit Flucht, Kampf oder Verstecken ….

Physiologisch haben wir uns wenig verändert. Das autonome Nervensystem steuert als Teil des Nervensystems alle Körperfunktionen, die unbewusst ablaufen. Dazu gehört z. B. der Rhythmus des Herzens, die Durchblutung der Organe, die Schweißsekretion, Verdauung und vieles andere mehr.

Stress wirkt direkt auf das autonome Nervensystem, auf den Sympathikus, der die Weite der Blutgefäße reguliert und den Transport von Substanzen durch jede Körperzelle. Sein Gegenspieler, der Parasympathikus, verlangsamt den Herzschlag.

Dauernder Stress, das bedeutet eine kontinuierliche Aktivierung des Sympathikus, bedeutet ständig kampfbereit zu sein, ohne jedoch den Stress körperlich in Bewegung zu entladen, wie es zu Zeiten des Säbelzahntigers war. Eine Aktivierung des Sympathikus (Stress) erhöht den Blutdruck, eine Aktivierung des Parasympathikus reduziert ihn (das erklärt auch die Wirksamkeit von Entspannungsverfahren, siehe Abschnitt „Was können Sie selbst tun?“)

Können wir in kritischen Situationen nicht adäquat reagieren, entstehen Traumata, die dann wiederum über die Aktivierung von Neurotransmittern Organschäden verursachen können.

Bluthochdruck ist auf der psychosomatischen Seite ein ernster Anlass, auf die eigenen Stressoren zu schauen. In welcher Situation haben Sie den Eindruck, dass Sie "unter Druck" sind? Wann sind Sie ggf. selbst der Auslöser? Getreu Mahatma Gandhis Aussage

"Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst."

lösen sich manche scheinbar unlösbaren Situationen, wenn Sie sich selbst auf den Weg begeben. Ihren Nachbarn, Kollegen oder Lebenspartner ändern Sie nicht, doch bei sich selbst können Sie zu jeder Zeit anfangen. Es bedarf nicht mehr als einer Entscheidung und ggf. etwas Unterstützung von außen. Sie werden sehen, dass sich das Verhalten manches Zeitgenossen ändert, wenn Sie Ihre innere Haltung ändern können und mit anderen Augen auf das Problem schauen.

Wenn alles nicht hilft, haben Sie den Mut zur Veränderung. Das gilt auch für den Umgang mit Arbeitsbelastungen und der Zeit. Lauschen Sie in sich selbst hinein: Was ist wirklich, wirklich wichtig in Ihrem Leben? Was soll Sie selbst überdauern oder was wollen Sie erleben? Setzen Sie Prioritäten. Lernen Sie NEIN-Sagen.

Dazu noch ein Tipp in dieser Zeit, die so sehr von den Medien bestimmt wird:

Tipp: Vor allem, wenn Sie bereits von Bluthochdruck betroffen sind, vermeiden Sie Zusatzbelastungen, zusätzliche Aufregung. Reduzieren Sie Ihren Medienkonsum. Das gilt auch für die Nachrichten. Schaffen Sie Ihre Tageszeitung ab und stellen Sie auf eine Wochenzeitung um. Dann sind Sie auch noch gut informiert, bekommen aber nicht mehr jede kleine Katastrophe mit. Lassen Sie zu Nachrichtenzeiten Radio und Fernsehen aus oder suchen Sie sich Kanäle, die den Fokus auf das Schöne dieser Welt legen. Achten Sie auf Psychohygiene. Sie müssen nicht jede Talkshow gesehen haben, in der selbstverliebte Politiker viel erzählen und nichts sagen. Das regt Sie nur auf.

Gerade im Alter, wenn die Gefäße nicht mehr so flexibel sind, sind solche medialen Belastungen doppelt schädlich, schaffen neuen Stress und treiben den Blutdruck nach oben.

Auch erhöhte Blutdruckwerte können Stress verursachen und den Blutdruck weiter steigern – ein selbstverstärkender Effekt, wenn Normwerte zu Sollwerten werden. Hier hilft eine gute Beratung durch den Arzt, das grundsätzliche Abklären potentieller Risiken und ein gutes Maß Gelassenheit. 

Übliche Standard-Therapie

Je nach Schwere des Bluthochdrucks kennt die klassische Medizin eine Reihe von Medikamente, um den Blutdruck lediglich als Symptom zu senken.

Diese sind wertvoll als Akutintervention, um bei extrem hohem Blutdruck Organschäden, Schlaganfall und Herzinfarkt zu vermeiden, oder auch bei Risikopatienten. Es muss sorgfältig unterschieden werden zwischen dem Hochrisiko-Patienten, der ggf. bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, und einem Patienten, bei dem der Blutdruck als physikalische Messgröße erhöht ist.

Vor allem bei letzteren sollten die Medikamente möglichst nicht lebenslänglich verordnet werden.

Es gibt 5 Medikamentengruppen – Antihypertensiva -, die bei Bluthochdruck typischerweise verordnet werden:

  • Diuretika – Entwässerungsmittel stimulieren die Ausscheidung von Salzen und Wasser über Niere und Blase. Damit reduzieren sie die Blutmenge und damit auch den Blutdruck.
  • ACE-Hemmer: blockieren ein Hormon, das die Kontraktion der Blutgefäße steuert, erweitern deshalb die Gefäße und reduzieren den Blutdruck.
  • Alphablocker hemmen einen Botenstoff, der normalerweise eine Erhöhung des Blutdruckes bewirkt.
  • Beta-Blocker hemmen die Wirkung des "Stresshormons" Adrenalin und des Neurotransmitters Noradrenalin. Sie senken die Herzfrequenz in Ruhe und den Blutdruck.
  • Kalzium-Blocker erweitern die Blutgefäße, weil sie die Muskulatur der Arterien entspannen.

Die Therapie wird mit einer Medikamentengruppe begonnen. Da die Ursache des Bluthochdrucks nicht betrachtet wird, reicht eine Gruppe meist nicht aus, den Organismus zu einer Blutdrucksenkung zu zwingen. Dann werden mehrere Medikamentengruppen miteinander kombiniert.

Der Patient zahlt mit den unerwünschten Nebenwirkungen der Medikamente einen hohen Preis. Bekannte Nebenwirkungen sind: Herzrhythmusstörungen, Schwächezustände, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, depressive Verstimmungen bis zur Impotenz.  

Der Blutdruck sollte nicht vorzeitig mit chemischen Medikamenten gedrückt werden, um idealisierte Normwerte einzuhalten. In jeden Fall sollte, wenn nach einer Akut-Intervention der Blutdruck stabil ist, nach den wirklichen Ursachen gesucht werden.

Naturheilkundliche/ganzheitliche Therapie bei Hypertonie

Ein ganzheitlicher Therapieansatz setzt an den Ursachen einer Erkrankung an. Es wurden eine Reihe von Risikofaktoren genannt.

Den Stoffwechsel der Arterieninnenwände wiederherstellen

Neben den Faktoren, die durch den Lebensstil bedingt sind (siehe Abschnitt "Ursachen"), gibt es auf zellulärer Ebene Zusammenhänge, die den Bluthochdruck beeinflussen.

Hinlänglich gilt Bluthochdruck als Ursache für Arteriosklerose und umgekehrt. Tatsächlich haben beide die gleichen Ursachen. Der Stoffwechsel der Arterieninnenwände ist gestört (Details siehe Artikel "Arteriosklerose“ – Abschnitt „Ursachen für Durchblutungsstörungen").

Es sind die unter "Ursachen" genannten Umweltfaktoren, die den Stoffwechsel der Arterieninnenwände stören. Das führt zu Arteriosklerose, verhärtet die Arterien und bedingt damit Bluthochdruck. Damit zielt eine ganzheitliche Therapie neben dem Ausschalten der Schadfaktoren auf einen Ausgleich an der Zellinnenwand der Arterie.

Eine gesunde Arterie setzt Stickstoffmonoxid (NO) frei, das die Adern entspannt und damit den Blutdruck natürlicherweise reguliert. Wird der Stoffwechsel an der Arterieninnenwand gestört, wird vor allem auch die Freisetzung von Stickstoffmonoxid verhindert.

Die Aminosäure L-Arginin ist eine Vorstufe von Stickstoffmonoxid. Durch hochdosierte orale Gabe von L-Arginin (Tagesdosis: 2-3x 1200 mg aus der Apotheke) kann kurzzeitig Einfluss auf den Stoffwechsel der Zellen der Arterien-Innenwand genommen werden. Damit normalisieren sich auf natürlichem Wege die Freisetzung des Stickstoffmonoxids und damit auch der Blutdruck. Der Körper ist wieder in der Selbstregulation.

Schwermetallentgiftung

Forschungen konnten zeigen, dass schon kleinste Mengen an Blei oder Quecksilber den Zellstoffwechsel der Arterieninnenwände empfindlich stören. Andere kritische Metalle sind: Kadmium, Nickel, Palladium, Platin und Lithium. Schwermetalle sind im Allgemeinen nicht direkt im Blut nachweisbar. Sie werden in Schwermetallprovokationstest mit Chelatoren aus den Zellen gebunden und über die Niere ausgeschieden. Erst dann sind sie im Blut nachweisbar.

Bei mehr als 50 % der europäischen Bevölkerung zeigen sich Schwächen im Entgiftungssystem. Sie können also die über die Umwelt aufgenommenen Schwermetalle nicht eigenständig entgiften und lagern diese im Körper an.

Über Infusionen mit Chelatoren (Natrium-EDTA, DMPS, DMSA) werden die Schwermetalle gebunden und wie beim Provokationstest über die Nieren ausgeleitet (Details siehe "Arteriosklerose - Ursächliche Therapie –  Intima-Regenerationstherapie").

Begleitend werden essentielle Spurenelemente, die ggf. während des Ausleitungsvorganges mit ausgeleitet werden, wieder substituiert.

Auch die Schwermetallentgiftung ist eine wirklich ursächliche Therapie, da Störfaktoren für den Zellstoffwechsel der Arterieninnenwände dauerhaft aus dem Körper entfernt werden.

Neuraltherapie

Bei den Risikofaktoren für den Bluthochdruck wurden chronische Entzündungen und Störfelder genannt. Hier setzt die Neuraltherapie an. In der Neuraltherapie wird an Triggerpunkten oder im Bereich der Störfelder ein Lokalanästhetikum injiziert. Damit gewinnt der Organismus seine Regulationsfähigkeit wieder zurück. Oft reichen wenige Behandlungen aus, um ein z. T. über Jahre existierendes Störfeld dauerhaft aufzulösen. Damit kann nachhaltig der Blutdruck gesenkt werden.

Auch die Einflüsse der Umweltstressoren lassen sich mit gezielten Injektionen behandeln. Hier wirkt die Neuraltherapie ausgleichend, unvermeidbare belastende Umweltfaktoren werden vom Organismus eher toleriert. (siehe auch Internationale medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke Regulationstherapie e.V., www.ignh.de).

Akupunktur

Auch die Akupunktur wirkt hier wie eine Reiztherapie und hat das Ziel, den Energiefluss in den Meridianen des Körpers wieder in Gang zu bringen und den Körper zurück in die Selbstregulation zu führen.

Mit Heilkräutern unterstützen

Heilkräuter können die zuvor beschriebenen Therapieverfahren gut unterstützen. Sie reichen allerdings als alleinige Therapie oft nicht aus.

Blutdrucksenkende Wirkung hat die Rauwolfiawurz (Schlangenwurz). Bis zur Entwicklung der chemischen Präparate wurde sie maßgeblich zur Blutdrucksenkung eingesetzt.

Auch die Knoblauchzwiebel zeigt blutdrucksenkende Wirkung. Sie wird als gefriergetrocknetes Pulver eingenommen (900 mg pro Tag). Das Problem der Dosis ist, dass dies meist nicht ohne Knoblauchgeruch bleibt. Eine reduzierte Tagesdosis hat jedoch nicht die nötige therapeutische Kraft.

Auch die pflanzlich homöopathische Urtinktur der Mistel (Viscum album) wird bei Bluthochdruck eingesetzt.

Was können Sie selbst tun?

Sie haben alles in der Hand, was Ihren Lebensstil betrifft. Es mag schwer erscheinen, vertraute Gewohnheiten aufzugeben, gewohnte Gerichte seltener zu essen und dann ganz bewusst zu genießen oder die ersten Schritte hin zu mehr Bewegung zu gehen. Sie werden belohnt durch ein Mehr an Lebensqualität.

Der erste Schritt beginnt mit Ihrem Blick auf die Dinge: Haben Sie das Gefühl, dass Sie das Alte loslassen müssen? Oder bietet das Ausprobieren eines neuen Lebensstiles ganz neue Chancen? Können Sie sich vorstellen, neugierig neue Gerichte zu probieren, Gemüse zu kosten, die Sie noch nie gegessen haben, sich auf eine neue Sportart einzulassen oder statt der Abendnachrichten eine Runde durchs Viertel zu gehen?

Die wichtigsten Punkte, die Sie selbst tun können, sind schnell zusammen gefasst:

  • Reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie übergewichtig sind.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol.
  • Ernähren Sie sich gesund.
  • Sorgen Sie für Entspannung.

Ein paar Worte zur Bewegung: Ein gutes Maß ist 3- bis 5-mal pro Woche. Idealerweise sollten Sie 30 min ins Schwitzen kommen. Beginnen Sie Ihrem Leistungsniveau entsprechend und sprechen Sie größere Vorhaben mit Ihrem Arzt ab. Sie haben keine Zeit dafür? Dann fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit, statt mit dem Auto, benutzen Sie die Treppen statt den Fahrstuhl. Werden Sie kreativ, an welchen Stellen in Ihrem Alltag sich ganz natürliche Chancen für mehr Bewegung bieten. Wenn Sie dann beim Treppensteigen/Schwimmen/Tanzen etc. sind, richten Sie Ihren Fokus auf den Moment der Bewegung. Spüren Sie in Ihren Körper hinein. Lassen Sie Dankbarkeit für Ihren Körper entstehen für das, was schon gelingt. Oder richten Sie Ihren Fokus auf Ihre Umgebung: Spüren Sie den Wind, hören Sie Vögel, glitzern Luftbläschen unterm Wasser beim Schwimmen? Sie werden sehen, Sie werden andere Motivatoren entdecken als den, dass Ihr Körper Sie zur Lebensstiländerung zwingt.

Welche Ernährung unterstützt einen normalen Blutdruck?

Wie auch im Bereich Bewegung funktioniert eine Ernährungsumstellung leichter, wenn Sie dem Lustgedanken folgen. Probieren Sie auch beim Essen Neues aus.

Prinzipiell können Sie sich an einer leichten mediterranen Kost mit viel Obst und Gemüse orientieren. Sie sollten nicht mehr als 3-mal pro Woche Fleisch essen. Wenn Sie Fisch essen, achten Sie auf die Herkunft. Vor allem Thunfische sind z. T. so von Schwermetallen verseucht, dass Sie den Therapieerfolg, den Sie während der Entgiftung erreicht haben, schnell beim Fischessen wieder gefährden. Die vegane Bewegung poppt allerorts auf. Hier finden sich leckere Rezepte bei denen Sie geschmacklich auf nichts verzichten müssen.

Kalt gepresste pflanzliche Öle – wie z. B. Olivenöl, Distelöl, Maiskeimöl oder Kürbiskernöl. Zu empfehlen sind auch Leinöl und Hanföl, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind.

Tipp: Kalt gepresste Öle dürfen nur für Salate verwendet werden. Sie dürfen nicht erhitzt werden. Dafür verwenden Sie unraffinierte, ungehärtete und hoch erhitzbare Öle wie die High-Oleic-Öle (aus Sonnenblumen oder Olivenöl, sie sind züchterisch so bearbeitet, dass sie auch als kaltgepresstes Öl hoch erhitzbar ist) oder Kokosöl (hier auf nachhaltig arbeitende Lieferanten achten). Eine Auswahl für beide Ölgruppen erhalten Sie im Biomarkt.

Wählen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel, die Sie möglichst schonend verarbeiten. Steigen Sie möglichst oft auf Vollkornprodukte um. Probieren Sie.

Ob ein vollwertige Gericht gut oder "gesund" schmeckt, ist eine Frage der Zubereitung, nicht der Ausgangsstoffe.

Hilfreich sind kaliumreiche Lebensmittel wie z. B. Vollkornprodukte, Sojabohnen, weiße Bohnen, Erbsen, Linsen, viele Gemüsesorten (Fenchel, Spinat, Mangold, Champignons), Trockenobst (vor allem Aprikosen, Pfirsiche und Datteln) und Nüsse (Pistazien, Erdnüsse, Mandeln, Paranüsse, Haselnüsse).

Kalium geht schnell beim Kochen in das Kochwasser über. Kochen Sie daher mit wenig Wasser und verwerten Sie das Kochwasser für Soßen weiter.

Ausgleich von Vitalstoffen – orthomolekulare Medizin

Ganz vorn steht das schon oben erwähnte L-Arginin, da es den natürlichen Zellstoffwechsel der Arterieninnenwand wieder herstellt. Der Körper nimmt es auf, wenn er es braucht. Ansonsten wird es ohne Nebenwirkungen wieder ausgeschieden. Damit können Sie direkt den Blutdruck beeinflussen.

Weitere wichtige Nahrungsergänzungen sind Magnesium und Kalium in Ergänzung zur kaliumreichen Kost. Lassen Sie beide Werte vorher im Vollblut bestimmen (nicht im Serum). So bekommen Sie einen Eindruck über die Kalium-Depots in den Zellen. Hilfreich sind auch Magnesiumfußbäder.

Der Ausgleich von Vitalstoffen kann extrem wirksam sein. Essentiell ist eine sorgfältige Diagnostik, um den tatsächlichen Bedarf festzustellen. Vor allem fettlösliche Vitamine dürfen nicht überdosiert werden.

Achten Sie beim Kauf auf seriöse Lieferanten. Nahrungsergänzungsmittel aus dem Supermarkt enthalten oft unerwünschte Zusatz- und Füllstoffe, die den Therapieerfolg gefährden.

Entspannen – den Druck raus nehmen

Wie im Abschnitt "Therapie – Grundsätzliches" dargestellt, wirkt Stress direkt auf den Sympathikus und erhöht damit den Blutdruck. Hier kann der Betroffene viel selbst tun. Jedes Entspannungsverfahren sorgt für einen Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus und reguliert damit den Blutdruck.

Welches Entspannungsverfahren Sie wählen, hängt allein von Ihren Rahmenbedingungen und Neigungen ab. Probieren Sie aus.

Manchen Menschen fällt es schwer, sich auf ein Meditationskissen oder in einen Sessel zu setzen und hier zu entspannen. Für diese Menschen sind ggf. Sportarten mit wiederkehrenden, gleichförmigen Bewegungen gut, um abzuschalten. Das können z. B. sein: Laufen, Walking, Inline-Skating, Schwimmen. Sorgen Sie dafür, dass Sie aus Ihrem "Kopfkino" raus kommen. Wenn Sie mit jeder Joggingrunde Ihr Problem wieder neu bewegen, kann der entspannende Effekt nicht eintreten. Richten Sie Ihren Fokus in der Bewegung auf Ihren Körper oder Ihr Umfeld oder hören Sie Ihre Lieblingsmusik und konzentrieren Sie sich ganz auf diese Musik.

Ein guter Einstieg für Menschen ohne Erfahrungen im Bereich der Entspannungsverfahren kann die Progressive Muskelentspannung sein. Wertvoll ist, dass Sie in einem sehr strukturierten Ablauf den Unterschied erfahren zwischen einem angespannten Muskel und einem entspannten Muskel. Vielen Menschen ist in dieser hektischen Welt unter Dauerstress diese Erfahrung verloren gegangen und sie fangen dann wenig damit an, wenn ein Meditationsleiter sagt, dass sie "ganz entspannen sollen und alles loslassen". Insofern kann die Progressive Muskelentspannung, die ausschließlich mit Ihrem Körper arbeitet, ein Anfang sein, mit dem Sie später mit anderen Entspannungsverfahren deutlich tiefere Entspannungszustände erreichen.

Autogenes Training ist ein Einstieg in die Tiefenentspannung. Es hat sich aus einem Teilgebiet des Yoga entwickelt.

Für gläubige Menschen kann das Gebet ein Instrument sein, von der hektischen Welt Abstand zu gewinnen.

Die Meditation gilt als ein sehr kraftvolles Instrument, nicht nur zur Entspannung. Das können geführte Meditationen sein oder für Fortgeschrittene auch solche völlig ohne Führung. Zum Thema Bluthochdruck gibt es geführte Meditationen z. B. von Kurt Tepperwein, Tobias Arps oder Rüdiger Dahlke. Der Geist beruhigt sich, das Gedankenkarrusell kommt zum Stillstand und Sie schaffen einen Zugang zu Ihrem Unterbewusstsein. Dann sind plötzlich Lösungen verfügbar, die Sie vorher nicht zu träumen wagten.

Es gibt ungezählte weitere Entspannungsverfahren: von Yoga mit seinen vielen Richtungen über die Sieben Tibeter bis zu Achtsamkeits-Übungen. Schaffen Sie sich Auszeiten, Freiräume, in denen Sie mit sich allein sind und in denen Sie nichts tun.

Tipp für eine 5 Minuten-Entspannung: Sorgen Sie dafür, dass Sie 5-10 min nicht gestört werden, schalten Sie für diese Zeit das Telefon und Ihr Handy aus. Öffnen Sie das Fenster Ihres Büros. Setzen Sie sich bequem hin. Schließen Sie die Augen. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit zunächst auf Ihren Atem.

Beobachten Sie, wie er kommt und geht. Verändern Sie nichts, nehmen Sie einfach nur wahr.

Jetzt gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit (und noch immer geschlossenen Augen) durch Ihr Büro: Welche Geräusche nehmen Sie wahr? Redet jemand draußen auf dem Flur? Hören Sie Schritte oder Türenschlagen. Wie riecht es?
Gehen Sie jetzt mit Ihrer Aufmerksamkeit nach draußen. Hören Sie eine Straße, vielleicht eine Straßenbahn oder einen LKW? Hören Sie Vögel vor dem Fenster zwitschern oder das Klopfen eines Spechts? Summen da Insekten?

Atmen Sie noch einmal tief aus und öffnen Sie Ihre Augen.
Wenn Ihnen das gut getan hat, stellen Sie Ihr Handy oder Ihren Bildschirmschoner so ein, dass er Sie erinnert und legen Sie aktive Pausen ein.

Die 5 min, die Sie hier investieren, erhalten Sie mit höherer Effizienz in der nächsten Stunde zurück.

Literatur

  • H. Schilcher u.A.: Leitfaden Phytotherapie, Urban&Fischer, München, 2010
  • Roger Kalbermatten: Wesen und Signatur der Heilpflanzen: Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen, Aarau, 2005

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zerb, 04.03.2010, 12:03

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