Zahnfleischentzündung – Was tun?

Zahnfleischentzündung – Was tun?

Zahnfleischbluten, Rötung, geschwollenes Zahnfleisch. Dies alles sind ernstzunehmende Anzeichen einer Zahnfleischentzündung. Schließlich kann sich aus der Zahnfleischentzündung unmerklich eine Parodontitis entwickeln – einer häufigen Ursache für Zahnverlust und chronische Krankheiten. Es lohnt sich also, wachsam zu sein und frühzeitig auf Zeichen einer Zahnfleischentzündung zu reagieren.

Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, M.A., MBA
"Ganzheitliche Zahnmedizin heißt für mich, den Menschen als Ganzes zu sehen. Denn hinter jedem Zahn steht ein ganzer Mensch."

Praxis für ganzheitliche Zahnmedzin
Tel: (07156) 81 55
Marktstr. 16
71254 Ditzingen

Einleitung

Hätten Sie gewusst, dass …

  • gesundes Zahnfleisch weder schmerzt noch blutet? – Selbst nicht bei der Reinigung mit Zahnseide?!
  • rund 80 % der Bevölkerung Symptome einer Zahnfleischentzündung zeigen?
  • sich eine Zahnfleischentzündung leicht zu einer Parodontitis ausweiten kann?
  • mindestens die Hälfte der über 35-Jährigen eine mittelschwere bis schwere Parodontitis haben?
  • Parodontitis bei über 40-Jährigen bereits die Hauptursache für Zahnverlust ist?
  • 10–40 % aller Implantate von einer Periimplantitis betroffen sind?
  • eine Parodontitis den ganzen Körper beeinträchtigt? – Zu den möglichen Folgen gehören Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Abwehrschwäche und sogar Frühgeburten!

Wie es dazu kommt, wie Sie vorbeugen können und was Sie bei einer Zahnfleischentzündung tun können, zeigt Ihnen dieser Beitrag.

Die Inhalte im Einzelnen:

Was ist eine Zahnfleischentzündung?

Gesundes Zahnfleisch

  • ist blass-rosa und fest
  • schmerzt nicht
  • füllt die Zahnzwischenräume komplett aus und
  • blutet nicht.

Alles was davon abweicht, sollte vom Zahnarzt untersucht und abgeklärt werden. Im besten Fall handelt es sich um eine einfache Zahnfleischentzündung (Gingivitis), bei der nur das Zahnfleisch selbst, also die Gingiva, betroffen ist. Unbehandelt kann sich die Zahnfleischentzündung an der Zahnoberfläche entlang immer weiter nach unten ausbreiten. Im Laufe der Zeit gehen wichtige Zahnhaltefasern unwiederbringlich verloren, es bilden sich immer tiefere Taschen und es werden sogar Teile des Kieferknochens abgebaut. Aus der anfänglichen Zahnfleischentzündung ist eine Parodontitis geworden.

Eine solche Parodontitis ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Zahnverlust und chronische Erkrankungen drohen. Das Problem: Der Patient selbst kann eine einfache Zahnfleischentzündung nicht von einer Parodontitis unterscheiden. Hier ist der Fachmann gefragt!

Symptome – Woran erkenne ich eine Zahnfleischentzündung?

Bei einer Zahnfleischentzündung ist das Zahnfleisch gerötet, geschwollen und mitunter schmerzhaft. Viele bemerken zunächst mehr oder weniger deutliches Zahnfleischbluten, z.B. beim Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide, beim Biss in einen knackigen Apfel oder als rosafarbene Verfärbung der Zahncreme beim Zähneputzen. Manchmal kommen empfindliche Zahnhälse, ein unangenehmer Geschmack im Mund oder Mundgeruch hinzu.

Diagnose: Gingivitis oder schon Parodontitis?

Aus einer Zahnfleischentzündung kann sich im Laufe der Zeit eine Parodontitis entwickeln. Dann drohen Zahnverlust und chronische Erkrankungen.
Aus einer Zahnfleischentzündung kann sich im Laufe der Zeit eine Parodontitis entwickeln. Dann drohen Zahnverlust und chronische Erkrankungen.

Einen ersten Eindruck davon, wie es um Ihre Mundgesundheit bestellt ist, zeigt Ihnen unser Parodontitis-Test. Er gibt Ihnen einen ersten Eindruck, wie hoch Ihr persönliches Risiko für eine Parodontitis ist.

Ob nur das Zahnfleisch oder bereits der umliegende Zahnhalteapparat betroffen ist, kann dagegen nur der Zahnarzt beurteilen. Mit einem Instrument tastet er vorsichtig, wie weich und empfindlich (Schmerzhaftigkeit, Blutungsneigung) das Zahnfleisch ist.

Von einer Parodontitis ist auszugehen, wenn

  • sich das Zahnfleisch bereits etwas zurückgezogen hat
  • die Zahnhälse verlängert wirken
  • tiefere Zahnfleischtaschen zu sehen sind
  • ein Knochenrückgang sichtbar ist (z.B. im Röntgenbild)
  • Zähne womöglich schon gelockert sind.

Spezielle Speicheltests können zeigen, wie hoch das individuelle Risiko ist, an einer Parodontitis zu erkranken. Anhand des Entzündungsparameters aMMP-8 lässt sich heutzutage sogar die Entzündungsaktivität bei einer Parodontitis recht genau erfassen. So kann der Zahnarzt auch den Behandlungserfolg gut nachverfolgen.

In schweren Fällen kann Röntgen sinnvoll sein, um zu prüfen, wie weit sich der Kieferknochen bereits zurückgebildet hat.

Ursachen – Wie kommt es zur Zahnfleischentzündung?

Hauptursachen für eine Zahnfleischentzündung sind unzureichende Mundhygiene und bakterielle Beläge. Aber die Ursachen gehen deutlich weiter …

Bakterien

In unserem Mund herrscht ein munteres Treiben: Mehr als 600 verschiedene Bakterienarten siedeln hier. Die meisten von ihnen sind harmlos bzw. sogar nützlich. Denn sie sorgen schon allein durch ihre Anwesenheit dafür, dass sich schädliche Bakterien nicht übermäßig ausbreiten können (Platzhalterfunktion). Die schädlichen Bakterien sind normalerweise absolut in der Minderheit. Gefährlich werden die kleinen Störenfriede, wenn sie sich in größerer Zahl als fester Belag (Plaque) an die Zahnoberfläche heften. Je nachdem, welche unerwünschten Bewohner sich wo niederlassen, führen sie dann wahlweise zu Karies oder zur Zahnfleischentzündung. Werden die Beläge dann immer noch nicht entfernt und die Gingivitis nicht behandelt, können sie an der Zahnoberfläche entlang immer weiter nach unten vordringen. So wird aus der anfänglichen Zahnfleischentzündung eine Parodontitis.

Normalerweise werden die schädlichen Bakterien durch ihre friedlichen Mitbewohner (physiologische Mundflora) und unser Immunsystem in Schach gehalten. Erst wenn dies nicht gelingt, kommt es zur Zahnfleischentzündung. Somit ist eine Gingivitis immer Ausdruck eines gestörten Gleichgewichts im Mund.

Mundhygiene

Mit Zahnbelägen und Zahnstein (mineralisierte Beläge) haben schädliche Bakterien leichtes Spiel. Damit steigt das Risiko für Zahnfleischentzündung, Parodontitis und Karies.

Rauchen – Risiko fürs Zahnfleisch

Rauchen führt zu einer schlechteren Durchblutung des Zahnfleischs. Damit fallen die klassischen Zeichen einer Zahnfleischentzündung – nämlich Schwellung, Rötung und Zahnfleischbluten – bei Rauchern schwächer aus als bei Nichtrauchern. Infolgedessen bemerken Raucher ihre beginnende Zahnfleischentzündung zunächst oft gar und beginnen zu spät mit der Therapie.

Zugleich erhöht Nikotin über die verringerte Durchblutung das Risiko einer Zahnfleischentzündung, weil das Zahnfleisch schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Auch die Abwehr vor Ort leidet. Jetzt haben krankmachende Bakterien leichtes Spiel. Sie siedeln sich vermehrt an und lösen Entzündungen aus. Die Zahnfleischentzündung ist perfekt!

Die Folge: Raucher leiden 4- bis 6-mal so häufig unter Parodontitis wie Nichtraucher. – Und das, obwohl sie über lange Zeit weit weniger Beschwerden haben!

Tipp: Rauchen Sie so wenig wie möglich – am besten natürlich gar nicht. Denn Rauchen ist ein extremes Risiko für Ihr Zahnfleisch.

Weitere Risikofaktoren

  • unbehandelte, offene Karies
  • genetische Veranlagung
  • Lebensgemeinschaft mit an Parodontitis erkranktem Partner
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übersäuerung (aus ganzheitlicher Sicht)
  • Umweltbelastungen (auch Zahnmetalle)
  • hormonelle Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Abwehrschwäche

Zahnfleischentzündung und ihre Folgen

Wenn das Zahnfleisch entzündet ist, können krankmachende Bakterien leicht ins Blutsystem gelangen. Über das Blut gelangen sie in alle möglichen Organe, wo sie dann weiter ihr Unwesen treiben.

Zu den Krankheiten, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine Parodontitis befördert oder sogar erst ausgelöst werden können, gehören:

  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt
  • Atemwegserkrankungen (Lungenentzündung, COPD = chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Alzheimer
  • Osteoporose, rheumatoide Arthritis
  • chronische Niereninsuffizienz
  • Krebs
  • ungünstiger Verlauf bei altersbedingter Makuladegeneration, Entzündungen von Auge und Sehnerv
  • Komplikationen in der Schwangerschaft, insb. Frühgeburten

Tipp: Frauen mit Kinderwunsch, die unter Parodontitis leiden, sollten diese möglichst vor der Schwangerschaft behandeln lassen.

Hierzu ein paar eindrucksvolle Zahlen:

  • Entzündetes Zahnfleisch verdoppelt das Sterblichkeitsrisiko von Herz-Kreislauf-Patienten.
  • Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bei Parodontitis-Patienten 1- bis 1,7-fach erhöht.
  • 60 % der Bevölkerung wissen nicht, welche Folgen eine Parodontitis haben kann.
  • 70 % wissen nicht, dass Rauchen und unzureichende Mundhygiene zu Zahnfleischentzündungen führen können.
  • Schwangere mit Parodontitis haben ein 7-fach erhöhtes Frühgeburtsrisiko
  • Eine Parodontitis verzehnfacht das Risiko für eine Lungenentzündung.

Tipp: Behandeln Sie entzündetes Zahnfleisch, bevor eine Parodontitis entsteht. Eine Zahnfleischentzündung ist heilbar, eine Parodontitis dagegen nicht. Bereits gebildete Zahnfleischtaschen können sich nie mehr zurückbilden! Ist es erst soweit gekommen, kann man höchstens noch den Status quo halten.

Therapie – Was tun bei entzündetem Zahnfleisch?

Die wichtigste Maßnahme bei Zahnfleischentzündung und Parodontitis ist eine gründliche Zahnpflege. Dazu gehört natürlich gründliches Zähneputzen, aber auch der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt, Zahnsteinentfernung und am besten eine professionelle Zahnreinigung. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, wo es bei Ihnen noch an der richtigen Zahnpflege hapert. Er sieht genau, an welchen Stellen Sie vielleicht noch gründlicher putzen sollten und kann Ihnen weitere Tipps zur Zahnpflege geben. Kinder sollten schon frühzeitig von Eltern und Zahnarzt in die richtige Mundhygiene eingeführt werden.
Darüber hinaus bieten Zahnärzte – je nach Ausrichtung – verschiedene Maßnahmen an.

Klassische schulmedizinische Zahnmedizin

Bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis setzt die schulmedizinische Zahnmedizin v.a. auf die Bekämpfung schädlicher Bakterien. Dazu werden z.B. Chlorhexidin-haltige Mundspülungen oder Gele zur Desinfektion eingesetzt. Bestehende Zahnfleischtaschen werden gezielt desinfiziert. In schwereren Fällen werden die krankmachenden Bakterien mit Antibiotika bekämpft. Antibiotika belasten jedoch Darm und Abwehr und können die Ausbreitung krankmachender Bakterien langfristig sogar noch verstärken.

Bei schwerer Parodontitis kommen chirurgische Maßnahmen hinzu. Möglicherweise wird erkranktes Zahnfleisch weggeschnitten oder Knochen wieder aufgebaut. Damit solche aufwändigen und schmerzhaften Prozeduren vermieden werden, sollten Sie einer Zahnfleischentzündung rechtzeitig vorbeugen bzw. diese behandeln.

Ganzheitliche Zahnheilkunde bei Zahnfleischentzündung

Die ganzheitliche Therapie bei Zahnfleischentzündungen und Parodontitis basiert auf drei Hauptsäulen:

  1. schädliche Bakterien verringern
  2. negative Einflüsse reduzieren
  3. körpereigene Abwehr stärken

Schädliche Bakterien verringern

Das wichtigste Mittel, um krankmachende Bakterien im Mund zu vertreiben, ist die richtige Mundhygiene. Zahnbürste, Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten, Zahnsteinentfernung und regelmäßige professionelle Zahnreinigung sorgen gemeinsam dafür, dass den schädlichen Bakterien der Nährboden entzogen wird. Bei der professionellen Zahnreinigung werden Zahnbeläge und Verfärbungen sorgfältig von speziell ausgebildeten Mitarbeitern der Zahnarztpraxis entfernt. Mit einer professionellen Zahnreinigung verbessern Sie also nicht nur Ihre Zahngesundheit, sondern lassen auch Ihr Lächeln wieder strahlender aussehen.

Bei einer akuten Zahnfleischentzündung kann eine Mundspülung mit Salbeitee hilfreich sein, da Salbei antibakteriell wirkt. Durch einen Aromatogramm können die krankmachenden Bakterien bestimmt und die Therapie ganz individuell mit einem passenden ätherischen Öl ergänzt werden. Antibakteriell wirksame Mundwässer sollten dagegen sehr zurückhaltend verwendet werden, weil sie auch die physiologische Mundflora schädigen und damit das bakterielle Gleichgewicht im Mundraum stören können.

Negative Einflüsse reduzieren

Grunderkrankungen behandeln: Menschen mit einer allgemeinen Abwehrschwäche – z.B. in Folge einer Chemotherapie, nach einer Organtransplantation oder Erkrankung des Immunsystems – haben ein erhöhtes Parodontitis-Risiko. Je besser die Grunderkrankung behandelt wird, umso besser ist das für Ihr Zahnfleisch! Das gilt insbesondere für Diabetes: Einerseits bekommen Diabetiker leichter bakterielle Infektionen, andererseits kann eine Parodontitis einen Diabetes verschlechtern. Daher sollten Diabetiker häufiger zur zahnärztlichen Kontrolle gehen und auf einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel achten.
Weniger Rauchen: Zum Wohle ihrer Zahn- und allgemeinen Gesundheit sollten Raucher ihren Zigarettenkonsum so weit wie möglich reduzieren oder am besten ganz aufhören.
Piercings im Mundraum: Piercings an Lippe, Zunge und Lippenbändchen können ebenfalls das Parodontitis-Risiko erhöhen. Verzichten Sie im Zweifelsfall lieber darauf!
Mundatmung: Wer durch die Nase atmet, schont nicht nur seine Lunge (Erwärmung/Filterung der Luft), sondern auch Zähne und Zahnfleisch.
Gewicht normalisieren: Reduzieren Sie mögliches Übergewicht bzw. gleichen Sie eine bestehende Mangelernährung – auch im Hinblick auf einen ausreichenden Nährstoffgehalt der Nahrung – nach und nach aus.

Abwehr stärken

Als Patient können Sie selbst schon eine ganze Menge für eine gute Abwehr tun. Dazu gehören:

  • gesunde Ernährung (vitamin- und mineralstoffreich, wenig tierisches Eiweiß, viel frisches Obst und Gemüse)
  • regelmäßige Bewegung im Freien (am besten gemäßigter Ausdauersport)
  • ausreichend Schlaf
  • übermäßigen Stress vermeiden
  • Saunabesuche
  • Wechselduschen.

Tipp: Über eine gesunde Lebensführung freut sich nicht nur Ihr Zahnfleisch, sondern Ihr gesamter Körper. Probieren Sie es aus. Sie werden es spüren!

Bei wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen und Parodontitis sollten aus Sicht der ganzheitlichen Zahnmedizin noch gezielte Maßnahmen zur Immunstärkung hinzukommen, um den Erfolg langfristig zu sichern. In Frage kommen z.B.

  • Amalgamsanierung
  • Entgiftung und Ausleitung
  • Austausch von Kunststofffüllungen gegen Vollkeramik
  • ggf. Beseitigung von Entzündungsherden im Körper (z.B. Entzündungen an Zähnen, Mandeln, Nasennebenhöhlen)
  • biologische Arzneimittel zur Abwehrsteigerung
  • ggf. Zufuhr von Nährstoffen (Mineralien wie Zink, Selen, Coenzym Q10, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin K, Calcium …)
  • Darmsanierung (Probiotika, Präbiotika).

Hier wird jeder ganzheitliche Zahnarzt sein eigenes Spektrum haben, mit dem er bevorzugt arbeitet.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

Nach aktuellem Stand (März 2017) gehören zu den zahnärztlichen Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden:

  • Kinder zwischen 6 und 17Jahren: 2x-jährliche Individualprophylaxe beim Zahnarzt, Mindestabstand 4 Monate
  • Erwachsene: 2x jährlich Zahnvorsorgeuntersuchung (Bonusheft!)
  • alle 2 Jahre Parodontitis-Vorsorge (PSI)
  • medizinisch notwendige Parodontosebehandlung ab einer Taschentiefe von 3,5 mm (Behandlung muss vorab bewilligt werden).

Die in den meisten Fällen sinnvolle professionelle Zahnreinigung muss der Kassenpatient in der Regel selbst tragen.

Was Sie selbst tun können – 15 Tipps gegen Zahnfleischentzündung

  1. Gründlich Zähne putzen: am besten 3x tgl. 5 min nach dem Essen
  2. Die richtige Zahnbürste: im Idealfall mit einer elektrischen oder Ultraschall-Zahnbürste. Mit runden Zahnbürstenköpfen kommen Sie besser in versteckte Ecken und erreichen einen zusätzlichen Massage-Effekt.
  3. Zahnzwischenräume jeden Tag mit Zahnseide (am besten eine flauschige) und Interdentalbürste reinigen
  4. Pflege der Hilfsmittel: Zahnbürste und Zahnzwischenraumbürste nach jeder Benutzung gründlich unter fließendem Wasser ausspülen und trocknen lassen, Zahnbürsten alle 2 Monate, Zahnzwischenbürsten alle 2 Wochen wechseln
  5. Wenige Mahlzeiten: am besten nur 3-4 Mahlzeiten am Tag, Zwischenmahlzeiten vermeiden, anschließend etwas Wasser trinken. Jede Mahlzeit verändert das Milieu im Mund.
  6. Sparsam mit Süßem: Süßigkeiten, Softdrinks, Säfte, Trockenobst usw. nur in Maßen verzehren
  7. Nährstoffe: Vollkornprodukte, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Kaltwasserfische) sind gut fürs Zahnfleisch.
  8. Abwehr stärken: Zink, Vitamin C, Bewegung an der frischen Luft, Saunabesuche, Kneippgüsse, ausreichend Schlaf
  9. Alkohol nur in Maßen
  10. Nicht Rauchen!
  11. Stress reduzieren
  12. Auf eine gesunde Darmflora achten: Antibiotika wo möglich vermeiden, ebenso Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen usw. Pflege der Darmflora mit Sauerkraut, Jogurt, Kanne Brottrunk, Probiotika, Präbiotika
  13. Zahnärztliche Kontrolle: Gehen Sie mind. 2x jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle.
  14. Professionelle Zahnreinigung: Lassen Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Ihr Zahnarzt berät Sie sicher gern, in welchen Abständen dies bei Ihnen sinnvoll erscheint.
  15. Grunderkrankungen behandeln: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und andere Stoffwechselerkrankungen begünstigen eine Zahnfleischerkrankung. Sie sollten adäquat behandelt werden.

Psychosomatik

Wenn immer wieder bestimmte Zahnareale von einer Zahnfleischentzündung betroffen sind, während andere verschont bleiben, kann es sein, dass organische oder psychische Faktoren eine Rolle spielen. Mehr dazu zeigt Ihnen das Zahnschema.

Fazit

So unscheinbar ihre Symptome auch erscheinen mögen: Zahnfleischentzündungen sind alles andere als harmlos. Sie bedrohen Ihre Gesundheit weit über den Mund hinaus. Nehmen Sie Zahnfleischentzündungen also nicht auf die leichte Schulter.

Die gute Nachricht: Es gibt eine ganze Menge, was Sie gegen Ihre Zahnfleischentzündung tun können. Handeln Sie frühzeitig und lassen Sie sich von Ihrem – am besten ganzheitlichen – Zahnarzt beraten, was in Ihrem Fall am besten gegen Ihre Zahnfleischentzündung zu tun ist.

Literatur- und Linktipps

Literaturquellen

Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung: Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMSV). 2016
Gebissenswisse bei Parodontitis. DocCheck News vom 31.3.216

Hier im Naturheilmagazin

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