Zahnersatz – Welches ist das beste Material?

Zahnersatz – Welches ist das beste Material?

Nur die wenigsten von uns kommen mit komplett gesunden Zähnen durchs Leben. Bei den meisten müssen dagegen irgendwann Löcher gebohrt und gefüllt, abgebrochenes Zahnmaterial oder ganze Zähne ersetzt werden. Die Frage ist nur: Womit? Welches Material hält lange, ist optimal körperverträglich und im Idealfall auch noch günstig? Zahnärztin Dr. Edith Nadj-Papp vergleicht die wichtigsten Zahnersatzmaterialien.

Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, M.A., MBA
"Ganzheitliche Zahnmedizin heißt für mich, den Menschen als Ganzes zu sehen. Denn hinter jedem Zahn steht ein ganzer Mensch."

Praxis für ganzheitliche Zahnmedzin
Tel: (07156) 81 55
Marktstr. 16
71254 Ditzingen

Unser Zahnschmelz ist das härteste Material in unserm Körper. Kaum ein anderes Material wäre in der Lage, die enormen Anforderungen, die unser Leben an unsere Zähne stellt, zu erfüllen: chemische Angriffe durch Säuren, jede Menge Bakterien, Druck und Reibekräfte, schwankende Temperaturen vom heißen Tee bis zum erfrischenden Eis ...

Doch trotz hartem Zahnschmelz und gründlicher Zahnpflege geraten Zähne immer wieder in Not:

  • Karies zerstört gesundes Zahnmaterial und führt im Extremfall zum Absterben des Zahnes.
  • Ein Stück Zahn bricht ab, Unfälle kosten mitunter ganze Zähne.
  • Parodontose führt zum Zahnverlust.
  • Ein Zahnnerv wird so stark geschädigt, dass der Zahn abstirbt.

In all diesen Fällen hilft nur der Gang zum Zahnarzt. Füllungen, Kronen, Brücken oder Implantate sind gefragt. Bleibt noch die Frage nach dem besten Material!

Zahnersatzmaterialien – ein erster Überblick

Welche Zahnersatzmaterialien kennen wir? Prinzipiell unterscheiden wir drei Hauptgruppen beim Zahnersatzmaterial:

  1. Metalle (z.B. Gold, Titan, Amalgam, Palladium)
  2. Kunststoffe
  3. Keramik

Darüber hinaus gibt es noch einige weniger bedeutsame Stoffe, die hier nicht näher besprochen werden sollen. Dazu gehören z.B. Zahnzement, der mitunter als Übergangslösung (aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Stabilität) oder zur Befestigung von Inlays, Kronen und Brücken eingesetzt werden.
Anforderungen an den optimalen Zahnersatz gibt es viele. Ein guter Zahnersatz soll

  • gut aussehen
  • seine Aufgabe optimal erfüllen
  • lange halten
  • möglichst wenig kosten
  • aus zahnmedizinischer Sicht gut zu verarbeiten sein
  • den Körper möglichst wenig belasten.

Im Folgenden werden die gängigsten Zahnersatzmaterialien entsprechend unter die Lupe genommen. Dabei werden Sie rasch merken: Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.

Metalle

Auch wenn wir von Gold oder Titan sprechen: Verwendet werden nie reine Metalle. Reines Gold z.B. wäre viel zu weich für eine Krone oder Brücke. Daher werden in der Zahnmedizin Metalllegierungen eingesetzt, deren Eigenschaften möglichst gut die mechanischen Anforderungen an einen Zahnersatz erfüllen. Verarbeitet werden neben den namensgebenden Metallen unter anderem noch Nickel, Eisen, Mangan, Kupfer, Chrom und Beryllium.
Allerdings verursachen Zahnmetalle einige Probleme, wie

  • Korrosion
  • Giftigkeit
  • mögliche Auslöser von Allergien
  • elektrische Leitung / Antennenwirkung

Wir alle kennen es aus unserem Alltag: Wenn Metalle in feuchter und womöglich noch salziger Umgebung sind, rosten sie besonders schnell. Im Prinzip geschieht nichts anderes in unserer feuchten Mundhöhle. Hier finden sich optimale Bedingungen für eine Korrosion. Der Speichel, Bakterien und unsere Nahrung sorgen für ein feuchtes, mehr oder weniger saures Milieu, in dem diverse Ladungsträger umherschwirren. Wenn dann noch unterschiedliche Metalllegierungen im Mund verwendet werden, entsteht ein galvanisches Element. Der Strom fließt von einer Metallquelle zur nächsten. Die Mundbatterie ist perfekt. Je mehr Kontakt die Metalle z.B. beim Kauen haben und je unterschiedlicher die Metalllegierungen sind, umso stärker ist der Effekt. Die höchsten Korrosionsraten finden sich bei Amalgamfüllungen, die mit Gold in Kontakt kommen.

Tipp: Falls Sie sich für Metalle im Mund entscheiden: Achten Sie darauf, dass keine unterschiedlichen oder zumindest möglichst ähnliche Legierungen verwendet werden. Dabei ist auch Gold nicht gleich Gold. Ihr Zahnarzt kann Ihnen Auskunft geben, welche der in der Zahnmedizin über 1500 bekannten Legierungen bei Ihnen verwendet wurde.

Durch die Korrosion werden permanent mehr oder weniger gesundheitsschädliche Metallionen freigesetzt, die den gesamten Körper belasten und sich in einzelnen Organen anreichern können.

Zahnmetalle sind jedoch nicht nur mehr oder weniger giftig, sondern auch allergen. Grundsätzlich können alle in der Zahnheilkunde verwendete Metalle Allergien auslösen. An erster Stelle der allergieauslösenden Zahnmetalle steht Nickel, gefolgt von Palladium, Kobalt, Cadmium, Chrom und Quecksilber.

Ein oft vernachlässigtes Problem bei Metallverbindungen im Mund ist ihre Antennenwirkung. Wenn Zahnmetalle in Resonanz mit Frequenzen in der Umgebung des Patienten treten, können sie elektromagnetische Felder verstärken. Aufgrund ihrer räumlichen Nähe zum Gehirn sind in dieser Hinsicht in den Oberkiefer eingesetzte Metallimplantate besonders kritisch zu sehen. [Mehr zu den gesundheitlichen Folgen elektromagnetischer Strahlung lesen Sie hier.]

Wie schädlich sich Metalle im Mund auswirken, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Veranlagung des Patienten (z.B. zu Allergien)
  • Zusammensetzung der Metalllegierung
  • Verarbeitung der Zahnmetalle (Daher sollte der Zahnarzt auf ein gutes Zahnlabor achten!)
  • Menge des verwendeten Metalls
  • Wechselwirkungen (Welche Metalle und sonstigen Belastungen liegen noch vor?)
  • Dauer der Einwirkzeit der Metalle
  • Lokalisation (Wohin gelangen die Metalle? Verbleiben sie z.B. im Kiefer oder kommen sie bis ins Gehirn?)

Amalgam

Die Standardfüllung ist leider immer noch aus Amalgam. Die quecksilberhaltige Metallmischung ist rein aus zahntechnischer Sicht ideal: gut zu verarbeiten, vergleichsweise stabil und günstig – aber leider eben auch sehr giftig. Amalgam kann direkt am Patienten an die gewünschte Form angepasst werden. Damit können Löcher direkt gestopft werden, während ein Gold- oder Keramikinlay erst anhand eines Abdrucks exakt angefertigt werden und der zahn provisorisch versorgt werden muss.

Doch für die zahntechnischen Vorteile zahlt der Patient einen hohen Preis. Das Hauptproblem am Amalgam ist das enthaltene Quecksilber (Hg). Etwa zur Hälfte bestehen Amalgamfüllungen aus diesem hochgiftigen Metall. Hinzu kommen Silber, Zinn, Kupfer und Indium, die aufgrund der unvermeidlichen Korrosion permanent aus dem Amalgam freigesetzt werden.

Dass Amalgam nicht gerade gesundheitsförderlich ist, macht schon die Tatsache deutlich, dass beim Zahnarzt herausgebohrtes Amalgam sorgfältig gesammelt und als Sondermüll entsorgt werden muss. Eine Grenze unterhalb derer Quecksilber als unbedenklich gelten würde, gibt es nicht. Und mit jeder Amalgamfüllung steigt unausweichlich die Quecksilberbelastung im Körper, weil aus ihr während der gesamten Tragezeit Quecksilber abgegeben wird. Besonders hoch ist die Belastung beim Anfertigen und Entfernen der Amalgamfüllungen.

Abgesehen davon, dass Quecksilber an sich schon hochgiftig ist, geht es gern Verbindungen ein, die mindestens ebenso giftig sind. So entsteht z.B. Methylquecksilber durch Darmbakterien und Dimethylquecksilber durch Reaktion mit Eiweißzerfallsstoffen, wie wir sie in wurzelbehandelten Zähnen finden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Giftigkeit von Quecksilber bei Kontakt mit anderen Giften wie z.B. Blei sogar noch potenzieren kann. Ein gefährlicher Mix also.

Über das Blut verteilt sich Quecksilber im ganzen Körper, um sich dann bevorzugt an bestimmten Stellen einzunisten. Besonders hohe Quecksilberkonzentrationen finden wir daher nicht nur in unmittelbarer Nähe zu Amalgamfüllungen (Kieferknochen, Zahnfleisch, Zahn usw.), sondern auch in Nieren, Leber, Gehirn und Darm.

Im Laufe der Zeit kann das Quecksilber verschiedenste Beschwerden hervorrufen wie z.B.

  • Kopfschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Lernstörungen, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Erschöpfungszustände, Müdigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Darmerkrankungen, Magenprobleme
  • Allergien
  • Neurodermitis, Schuppenflechte
  • u.v.m.

Tipp: Die gesundheitlichen Folgen von Zahnersatzmaterialien wie z.B. Amalgam sind oft sehr unspezifisch. Besonders wenn Beschwerden nach dem Einsatz neuer Materialien auftreten, sollten Sie hellhörig werden. Doch auch wenn Sie schon seit Langem – scheinbar beschwerdefrei – kritische Zahnersatzmaterialen tragen oder getragen haben, sollten Sie bei entsprechenden Beschwerden auch an Ihre Zähne denken.

Doch nicht nur in toxikologischer und allergischer Sicht ist Amalgam ein Spitzenreiter. Bei Amalgam- und Silberlegierungen lassen sich in der Regel höhere elektrische Spannungen im Mund nachweisen als bei edleren Metallen wie Gold oder Platin.

Tipp: Verzichten Sie wenn irgend möglich auf Amalgamfüllungen. Alte Amalgamfüllungen sollten fachmännisch unter entsprechenden Schutzvorrichtungen (Absauger, Kofferdam usw.) entfernt werden. Das Quecksilber aus den Speicherorganen sollte mittels Ausleitungsverfahren mobilisiert und aus dem Körper entfernt werden.

Zahnstahl

Zahnstahl ist ein kostengünstiger und relativ robuster Zahnersatz, der daher häufig als Kassenleistungen vorgesehen ist. Allerdings gehört Stahl zu den Nicht-Edelmetall-Legierungen und ist weniger verträglich als Gold oder Keramik.

Palladium

Palladiumkronen werden gern als Alternative zu Goldkronen gehandelt. Doch leider ist Palladium keine gute Alternative zu Gold. Im Gegenteil: Es ist sogar noch giftiger als Amalgam. Zu den möglichen gesundheitlichen Folgen von Palladium gehören:

  • Schädigung des Erbguts
  • Hemmung wichtiger Enzyme
  • erhöhte Krebsrate
  • Schädigung von Nieren, Darm und Leber
  • Schlafstörungen
  • Lähmungen

Eine ausführliche Diskussion zum Thema Palladiumkronen finden Sie hier bei uns im Portal.

Gold

Reines Gold wurde früher als Goldstopffüllung direkt im Mund verarbeitet. Heute wird dieses Verfahren kaum noch eingesetzt. Um Gold für Inlays, Kronen und Brücken zu verarbeiten, wird es in verschiedenen Legierungen angeboten, da reines Gold hierfür zu weich wäre. Diese Goldlegierungen können je nach Zusammensetzung mehr oder weniger häufig zu Unverträglichkeiten führen. Bessere Goldlegierungen haben einen höheren Goldanteil und gelten als besser verträglich. Bio-Goldlegierungen erheben den Anspruch, verträglicher zu sein, weil sie z.B. kein Palladium oder Kupfer enthalten. Doch wenngleich Gold zu den Edelmetallen gehört, korrodiert es – wenn auch in geringem Maße – ebenfalls im Mund.

Damit die Goldkronen nicht nur halten, sondern auch noch gut aussehen, werden sie insbesondere im sichtbaren Bereich häufig verblendet.

Tipp: Es gibt in der heutigen Zeit keinen besonderen Grund sich für eine Goldlegierung zu entschieden. Die Technologie der Vollkeramik ist so ausgereift, dass mit diesem Verfahren alle denkbare Zahnrestaurationen und Zahnersatz angefertigt werden können. Einschließlich Implantate.

Titan

Titan wird seit vielen Jahren in allem möglichen Körperimplantaten verwendet, so z.B. in Hüften und Knien. Weil selten Allergien gegen Titan auftreten, gilt Titan gemeinhin als gut körperverträglich. Ganz unkritisch sind Titanimplantate allerdings nicht, da sie – je nach Veranlagung – die Entzündungsbereitschaft im Körper erhöhen können. Eine solche Entzündung kann lokal kurz nach dem Einsetzen des Implantates entstehen und damit die Einheilung des Titanimplantates massiv erschweren oder nach langer Zeit in anderen Körperregionen wirksam werden. Auf dieses Weise können Titanimplantate entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, Arteriosklerose, Bluthochdruck und entzündliche Herzerkrankungen befördern. Auch hier können zahlreiche unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit oder Hautprobleme auftreten, die nicht ohne weiteres in Zusammenhang mit dem Titanimplantat gebracht werden.

Metalle beim Zahnersatz – Darauf sollten Sie achten!

Optimal verträgliche Metalle gibt es nicht. Nach meiner Ansicht gänzlich abzulehnen ist die Verwendung von Amalgam. Amalgam sollte – sofern noch alte Füllungen vorhanden sind – fachmännisch entfernt und ersetzt werden. Im Anschluss sollte stets eine Ausleitung durchgeführt werden.
Achten Sie darauf, dass möglichst nur eine Metalllegierung in Ihrem Mund verwendet wird. Das gilt insbesondere dann, wenn unmittelbarer Kontakt zwischen verschiedenen Metallteilen besteht (benachbarte oder beim Kauen in Kontakt tretende Zähne).

Tipp: Wenn Sie Wert auf einen möglichst körperverträglichen Zahnersatz legen, sollte Sie komplett auf Metalle verzichten und einen ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt aufsuchen. Dieser wird in der Regel bevorzugt mit besonders verträglichen Materialien arbeiten, auf Schutzmaßnahmen wie z.B. Kofferdam achten und bei Bedarf im Vorfeld testen, welche Materialien von Ihnen besonders gut vertragen werden.

Kunststoffe

Kunststoffe, der Zahnarzt spricht hier von Kompositen, gelten als preisgünstige Alternative zu Amalgam. Auch Kunststoffe lassen sich direkt am Patienten an die gewünschte Form anpassen. Die Aushärtung erfolgt meist mittels UV-Licht.

Solange die Kunststoffe noch verarbeitet werden, bestehen sie aus vielen Einzelmolekülen (Monomere), die sich unter der UV-Bestrahlung vernetzen (Polymerisation). Damit der Kunststoff möglichst stabil wird, muss der Zahnarzt darauf achten, dass die Polymerisation möglichst vollständig erfolgt, auch wenn selbst bei noch so gründlichem Vorgehen stets Restmonomere verbleiben. Solche unvernetzten Restmonomere sind toxikologisch sehr bedenklich. Umso wichtiger ist es, dass sich der Zahnarzt für die Bestrahlung ausreichend Zeit nimmt.

Dass Kunststoffe im Laufe der Zeit altern, kennen wir aus unserem Alltag. Je nachdem, welchen Belastungen (z.B. Sonne, Hitze) Kunststoffe ausgesetzt sind, werden sie schneller brüchig oder verändern ihre Farbe. Das gilt grundsätzlich auch für Komposite, kunststoffhaltige Prothesen, Bissschienen usw. Dabei müssen die Kunststoffe einiges aushalten:

  • mechanischer Verschleiß durch Kauen, Pressen, Knirschen usw.
  • Speichel (Bakterien, schwankender pH-Wert usw.)
  • Essen und Trinken (insb. auch Alkohol, der – v.a. wenn er hochprozentig ist – Bestandteile aus dem Kunststoff herauslösen kann)
  • Hitze und Kälte

Hinzu kommt, dass Kunststoffe im Laufe der Zeit etwas schrumpfen können, so dass Füllungen nicht mehr genau passen und Bakterien unbemerkt in die Tiefen des Zahnes eindringen können. Alles in allem zeigen Kunststoffversorgungen eine deutliche kürzere Haltbarkeit als z.B. Gold, Titan oder Keramik und kommen daher eher als Überganglösung oder bei kleinen Defekten (z.B. im Frontzahnbereich) in Frage.

Ähnlich wie das Amalgam richten Kunststoffe nicht nur vor Ort Schäden an (z.B. Schädigung der Zahnnerven), sondern verteilen sich über Darm, Blut usw. in den ganzen Organismus. Welche gesundheitlichen Risiken von Kunststoffen ausgehen, hängt wesentliche von ihrer Zusammensetzung ab.

  • Allergen: Manche Kunststoffe wie HEMA und TEGDMA haben ein hohes Potenzial, Allergien auszulösen. Diese können sich z.B. in einer entzündeten Mundschleimhaut – in seltenen Fällen auch in einer Nesselsucht (Urtikaria) – äußern.
  • Mutagen: Manche Bestandteile (BisGMA, TEGDMA, HEMA) können in hoher Konzentration zu Veränderungen an Genen führen.
  • Östrogen: Bis-GMA enthält Bisphenol A, das eine hormonähnliche Wirkung hat.
  • Toxisch: Wenn Kunststoffe von Bakterien umgebaut werden, können Formaldehyd und andere sehr giftige Substanzen entstehen.

Ein thermoplastisches Material, dass seit ca. 15 Jahren sehr erfolgreich in der Orthopädie (ca. 4000 Hüft-, Knie-, Bandscheibenimplantate) und seit neustem auch in der Zahnmedizin eingesetzt wird, ist PEEK (Poly-Ether-Ether-Keton). PEEK gilt als besonders leicht, stabil und unempfindlich gegen Säuren und Basen.

Keramik

In den letzten Jahren hat sich Keramik immer mehr als Zahnersatzmaterial etabliert. Wir finden Keramik u.a. in Kronen und Implantaten. Keramiken wie Zirkoniumdioxid werden außerdem zur Verblendung von Metallkronen verwendet.

Vollkeramikimplantate zeigen

  • eine gute Verträglichkeit
  • keine Antennenwirkung
  • gute optische Ergebnisse
  • keine Korrosion und damit Belastung mit Metallverbindungen.

Keramikkronen sind wesentlich unauffälliger als Kronen aus Gold oder Titan. Auf Wunsch kann die Keramik auch an die eigene Zahnfarbe angepasst werden und genügt damit höchsten ästhetischen Anforderungen. Aus diesem Grund wird Keramik auch für Veneers (hauchdünne Verblendschalen aus Keramik) zur kosmetischen Zahnverblendung genutzt.
Die gute Verträglichkeit von Keramik zeigt sich z.B. auch am Zahnfleisch. Während Zahnfleisch, das in unmittelbarem Kontakt zu Metallkronen oder Metallimplantaten steht, eher gerötet und gereizt ist und sich mitunter sogar zurückbildet, ist dies bei Keramikimplantaten nicht zu erwarten.

Wie lassen sich unverträgliche Zahnmaterialien nachweisen?

Aus schulmedizinischer Sicht sind vor allem zu erwähnen:

  • Nachweis von Quecksilber in Urin und Haaren
  • Allergietests (v.a. Lymphozytentransformationstest)
  • Titan-Stimulationstest
  • Untersuchung, ob die allgemeine Entzündungsbereitschaft genetisch bedingt erhöht ist

Aus Sicht der ganzheitlichen Zahnmedizin können noch – schulmedizinisch nicht anerkannte – bioenergetische Verfahren hinzugenommen werden, die dem Experten Auskunft über Hintergründe von Beschwerden oder die Verträglichkeit von Zahnersatzmaterialien (vor ihrer Verwendung!) geben. In Frage kommen z.B. Kinesiologie, Biotensor, Bioresonanz, EAV usw. Einige Zahnärzte arbeiten für die Testung mit Ärzten für Naturheilverfahren oder Heilpraktikern zusammen.

Was kann man noch tun?

Um die gesundheitlichen Folgen von Zahnersatzmaterialien zu reduzieren, sollte das gesamte Körpersystem gestärkt werden. Mögliche Ansatzpunkte hierfür sind:

  • gesunde Ernährung (möglichst viel frisches und reifes Obst und Gemüse; wenig verarbeitete Lebensmittel mit Zusatzstoffen)
  • ggf. Nahrungsergänzung bzw. Orthomolekulare Medizin (Zink, Selen, Vitamin C, Coenzym Q10 usw.)
  • Immunsystem stärken (z.B. durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, Sauna)
  • auf intakte Ausscheidungsorgane achten (ggf. Stärkung von Niere, Leber, Darm usw.)
  • Belastungen allgemein möglichst gering halten bzw. reduzieren (z.B. Rauchen, Kaffee, Umweltgifte, Stress)

Je weniger Belastungen Ihr Körper insgesamt hat, umso mehr Potenzial hat er noch, um mit unvermeidbaren Belastungen durch Zahnersatzmaterialien umzugehen.

Jeder Mensch ist anders

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass es verträglichere (Keramik) und weniger verträgliche Materialien (Metalle, Kunststoffe) gibt. Vor aufwändigen Zahnsanierungen sollte also aus ganzheitsmedizinischer Sicht stets überprüft werden, wie gut die vorgesehenen Zahnersatzmaterialien vertragen werden. Schließlich hat jeder Mensch andere Empfindlichkeiten, Allergien und Prioritäten. Entsprechend kann es nicht die optimale Versorgung für jeden Menschen geben. So ernüchternd es ist: Kein Material ist so belastbar und gut verträglich wie der eigene Zahn. Daher lohnt es sich auch, frühzeitig auf seine Zahngesundheit zu achten und Zähne und Zahnfleisch gründlich zu pflegen!

Tipp: Nutzen Sie zahnärztliche Vorsorgeangebote wie die halbjährliche Zahnvorsorge, professionelle Zahnreinigung und ggf. Ernährungsberatung.

Zahnersatzmaterialien im Vergleich

MaterialEinsatzgebieteZahntechnische Vor- und Nachteilegesundheitliche Vorteile und RisikenKosten
ZahnzementFüllungen an Milchzähnen, Befestigung von Inlays, Kronen und Brücken.geringe Stabilität, regelmäßige Kontrolle nötig, als Füllung nur als Übergangslösung zu sehenZahnmark kann irritiert werden, verschiedene bedenkliche Inhaltsstoffe wie Kupfer- und Quecksilberverbindungenniedrig
AmalgamFüllungendirekt am Zahn zu verarbeiten, sehr anfällig für Korrosion, silbrige Farbe und damit auffällig, weniger stabil als z.B. Gold, Titan, Keramik hochgiftigniedrig (Kassenleistung)
KunststoffFüllungen, Prothesen, Provisorien, Bissschienen, z.T. auch Implantate zahnfarben, für Füllungen direkt am Zahn zu verarbeiten, schlechtere Haltbarkeitallergen, giftig, genverändernd, östrogen, besonders schädlich sind die Monomererelativ niedrig
Zahnstahl / Nicht-Edelmetall-LegierungenKronen, Brücken, Prothesen härter als Edelmetall-Legierungen, aber korrosionsanfälliger, unästhetischallergen, Entzündungsreaktionenniedrig (Basis der Regelversorgung)
GoldInlays, Kronenhohe Belastbarkeit, stabil, keine Farbanpassung möglich, Gold selbst zeigt geringe Korrosionverwendet werden immer Legierungen mit anderen Metallen (z.B. Palladium, Platin, Silber, Kupfer), die u.a. allergen sein könnenhoch
PalladiumKronen, Prothesenhohe Belastbarkeit, stabil, keine Farbanpassung möglich, unästhetischsehr giftig, allergen, Entzündungsreaktionenniedrig
TitanImplantatestabil, wenig Korrosion, unästhetisch; schwer zu verarbeitensehr giftig, allergen, fördern Entzündungsreaktionenhoch (aufgrund der schwierigen Verarbeitung)
KeramikInlays, Kronen, Implantate, Verblendungen, Unterbauten für Kronen und Brücken aus Vollkeramik, Veneerszahnfarben, äußerst formbeständig, ggf. höhere Brüchigkeit als z.B. Goldoptimale Biokompatibilität, zahnfleischfreundlich, zahnschonend

hoch, langfristig eine sinnvolle Investition

Literatur: Graf, Karlheinz: Störfeld Zahn. Der Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Gesundheit. Urban & Fischer, 2010

Kommentare

Edith Nadj-Papp aus Ditzingen, 13.10.2018:
Sehr geehrter Herr Lube,
mittlerweile es gibt Möglichkeiten jeden Zahnersatz ohne Metall anzufertigen. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt darauf an. Es ist sicherlich die bessere Lösung.
Mit freundlichen Grüßen aus Ditzingen
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Bodo Lube aus Herbstein, 24.08.2018:
Sehr geehrte Frau Dr. Nadj-Papp,
Aufgrund einer Kariesbehandlung, als erster Schritt vor der Parodontosebehandlung, hat mein Zahnarzt zwei Goldkronen (Backenzähne unten)entfernt und jetzt als Provisorium auf die beiden Backenzähne Aluminiumschutz aufgebracht, bis in ein paar Wochen dann nach der Parodontosebehandlung die "richtigen" Kronen angebracht werden. Gegenüber diesem Provisorium befinden sich im Oberkiefer zwei Goldkronen. Mein Zahnarzt hat auf meine Nachfrage dies als unproblematisch beschrieben, bzw Aluminium sei in diesem Fall mit am beständigsten zum Schutz dieser Restzähne bis zum Anbringen der neuen Kronen.Verschiedene Metalle direkt jeweils gegenüber empfinde ich aber nicht als so gesund. Vielleicht kann mich jemand noch etwas besser darüber informieren, Danke Bodo Lube
Edith Nadj-Papp aus Ditzingen bei Stuttgart, 22.03.2018:
Sehr geehrte Frau Wöhrle,
es geht um eine metallfreie Versorgung. Das sind beides Keramiken, die Sie angesprochen haben. Sie können beruhigt die Kronen anfertigen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Bahiyya Wöhrle aus Overath, 20.03.2018:
Guten Tag
Mein Zahnarzt möchte mir 2 Zahnkronen aus Zirkonium im Gemisch mit Keramik machen. Er behauptet, Vollkeramik wäre nicht so haltbar und würde leichter kaputt gehen. Ist dieses Zirkonium-ich glaube-dioxid nicht ein Schwermetall? In Ihrem Artikel über die verschiedenen Zahnmaterialien ist dies nicht genau beschrieben. Ich bin mir jetzt sehr unsicher, ob es sinnvoll ist,diese Mischung einsetzen zu lassen.
vielen Dank für Ihre Antwort
Bahiyya Wöhrle
Edith Nadj-Papp aus Ditzingen bei Stuttgart, 27.01.2018:
Sehr geehrter Herr Stefan,
Metalle gehen grundsätzlich in Lösung. Das haben wir alle bereits in der Schule gelernt und da sind sich die Wissenschaftler einig. Wo Unklarheit herrscht ist die Frage, was das in unserem Körper auslöst.
Aus Ihrer Beschreibung gehe ich davon aus, dass der Zahn wurzelkanalbehandelt ist und mit einem Stift stabilisiert wurde.
Das Thema Wurzelkanalbehandlung wird auch in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Naturheilkundige Kreise lehnen sie ab (siehe auch Artikel Wurzelkanalbehandlung und Zahn-Organ-Schema), die Hochschulmeinung macht es von der allgemeinen Situation abhängig - z.B. vor Organtransplantationen, anderen schweren Operationen oder vor Einnahme bestimmter Medikamenten, die auf die Wund- und Knochenheilung Einfluss nehmen, wird auch die Entfernung solch eines Zahnes empfohlen.
An Ihrer Stelle würde ich einen erfahrenen ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt aussuchen und gemeinsam mit ihm die bestmögliche individuelle Lösung für Sie ausarbeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Stefan, 26.01.2018:
Guten Tag,
da ich schon lange an sehr viel Symptomen leide, und nicht wirklich jemand was findet, bin ich durch Zufall auf diese Seite gestoßen.
Ich habe vor ca. zwanzig Jahren eine Krone über einen oberen Schneidezahn bekommen. Auf Anrage meines Zahnarztes sollte der Stift der Krone angeblich aus Titan sein. Das Zahnfleisch ist schon ein wenig zurück gegangen und oberhalb ist es so lila, blau.
Welches Material ist denn am Besten geeignet für Kronen, bzw. für diesen Stift/Anker..was meinen Sie?
Laut diesen Zahnarztes kann in meinem Fall kein Metall austreten, da dieser Stift umhüllt ist von Zahnzement und Kieferknochen.
Was halten Sie davon?

Mfg
Online-Redaktion, 20.10.2017:
Sehr geehrter Herr Schmidt,
ganzheitliche Zahnärzte finden Sie bei uns unter http://www.naturheilmagazin.de/zahnaerzte.html
Ihre Online-Redaktion
Dr. med.univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp aus Ditzingen bei Stuttgart, 19.10.2017:
Sehr geehrter Herr Schmidt,
jede zahnärztliche Restauration erfordert ein anderes Befestigungsverfahren. Wie bereits unten beschrieben, gibt es kein Material, das für jeden in jeder Situation passt. Suchen Sie bitte einen erfahrenen ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt auf. Er wird Sie sicherlich optimal beraten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Tom C. Schmidt aus Hamburg, 18.10.2017:
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin auf der Suche nach einem natürlichen, nichttoxischen Zahnzement (für meine eig. Zähne).
Könnten Sie mir etw. empfehlen od. mich
an eine Stelle weiterverweisen, die das
könnte?

Ich danke Ihnen zunächst sehr verbindlich
für Ihre freundliche Rückmeldung und ver-
bleibe zwischenzeitlich

mit freundlichen Grüßen

Tom C. Schmidt
Karlheinz Graf Dr. aus 94315 Straubing, praxis-dr-graf.de, 26.09.2017:
Antwort zum Leserbrief von Klara W., 21.09.2017:

Sehr geehrte Frau Lindner,
die Zahnmedizin ist in der Regel eine Reparatur-Medizin, und dazu sind Werkstoffe notwendig, die uns die Industrie liefert. Die Anforderungen der Zahnmedizin an die Industrie sind wiederum, dass sie uns Werkstoffe liefert, die möglichst lange haltbar sind, gute Randdichtigkeiten aufweisen, bruchfest sind etc.

Diesen Forderungen kommt die Industrie dadurch nach, dass sie in ihre Basiswerkstoffe bestimmte Ingredienzien beimischen (oft auch ohne diese speziell aufzulisten), um die geforderten physikalischen Eigenschaften möglichst gut zu erreichen.

Das bedeutet aber leider auch, dass prinzipiell jeder zahnärztliche Werkstoff potenziell allergische und toxische Komponenten beinhaltet – die einen mehr, die anderen weniger.

Es gilt deshalb für jeden Zahnarzt (und natürlich auch Patienten), einen Werkstoff von möglichst hoher Qualität auszuwählen, der, überspitzt formuliert, das geringste Übel ist. Bei Gesunden hat man dazu eine größere Palette. Bei chronisch Kranken wird, je nach Schweregrad der Erkrankung, diese Palette jedoch immer kleiner.

Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
Karlheinz Graf (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Human Toxikologie)
Klara W., 21.09.2017:
Hallo, ich bin erstaunt: Laut der obrigen Tabelle sind in Zementen Quecksilber und Kupfer? Ich hatte wegen der Fluoridbelastung von den Glasisomerzementen Abstand genommen. Mir erschienen die Zink-Phosphat-Zemente (Harvard normal härtend) als gute Übergangslösung für einige Zeit und als Basis für die Keramikkronen. Ich bin zwar beim entsprechenden Wikipediaeintrag darüber gestolpert, dass solche Zemente auch Aluminium enthalten, aber das läßt sich entgiften. Und ob die Menge an Phosphaten auf Dauer verträglich ist? Darüber mache ich mir Gedanken.
Nun lese ich hier von der Quecksilberbelastung bei Zementen. Können Sie näher darauf eingehen? Welche Zemente sind das? Wo könnte ich mich darüber informieren?
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