Titan – Implantate mit Nebenwirkungen

Titan – Implantate mit Nebenwirkungen

Titan ist ein beliebter Werkstoff, der schon seit Jahren gern in der orthopädischen Chirurgie (z.B. in künstlichen Gelenken) zum Einsatz kommt und gemeinhin als gut verträglich gilt. Inzwischen ist Titan in Form von Implantaten auch in der Zahnmedizin weit verbreitet. Doch nicht für jeden sind Titanimplantate eine gute Wahl. Je nach Veranlagung drohen gravierende Nebenwirkungen vom Implantatverlust bis hin zu entzündlichen Allgemeinerkrankungen wie Rheuma, Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzkrankheiten.

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. dent. Karlheinz Graf, aus Straubing

Einführung

Titan gilt in der Schulmedizin gemeinhin als der verträglichste Werkstoff, weil bisher kaum eine Allergie darauf nachgewiesen wurde. Aus diesem Grund werden in der Gelenks- und Ersatz-Chirurgie heute überwiegend Ersatzteile aus diesem Leichtmetall verwendet.

Auch in der Zahnmedizin werden seit vielen Jahren zum Ersatz von verloren gegangenen Zähnen Implantate aus Titan verwendet. Sie sind in der Regel unkompliziert zu setzen und bleiben im Kieferknochen stabil und sehr dauerhaft verankert, so dass darauf ein stabiler, festsitzender Zahnersatz geplant werden kann.

Einzelne Patienten klagen jedoch nach dem Einbringen von Titan-Implantaten über allgemeines Unwohlsein und berichten über sehr unterschiedliche gesundheitliche Probleme. Da Titan aber gemeinhin als sehr verträglicher Werkstoff gilt, werden die vorgebrachten Symptome nach dem Einbringen von Titan in der Regel nicht mit dem Implantat in Zusammenhang gebracht. Das scheint nach meiner Meinung aber etwas voreilig zu sein. Warum?

Im schulmedizinischen Sinn gilt ein Werkstoff als unverträglich, wenn eine Allergie darauf nachgewiesen wird – und Allergien auf Titan wurden bisher kaum beschrieben. Außer Acht wird dabei gelassen, dass es neben einer Allergie auch andere Formen von Unverträglichkeiten oder Folgen davon gibt (Abb. 1), so dass wir korrekter von verschiedenen, nämlich immunologisch (rot) und toxikologisch (blau) bedingten, Unverträglichkeiten sprechen sollten. Während immunologisch bedingte Unverträglichkeiten in der Regel labormedizinisch gut nachgewiesen werden können, können die chronisch toxischen Wirkungen von Werkstoffen, die in ihrer Symptomatik individuell höchst verschiedenartig ausfallen, meist nur durch ihre gesundheitlichen Folgen postuliert werden.

Abb. 1: Verschiedene Arten einer Unverträglichkeitsreaktion. Unterschieden werden immunologisch (rot) und toxikologisch (blau) bedingte Unverträglichkeitsreaktionen.
Abb. 1: Verschiedene Arten einer Unverträglichkeitsreaktion. Unterschieden werden immunologisch (rot) und toxikologisch (blau) bedingte Unverträglichkeitsreaktionen.

Entzündungsreaktion auf Titan und ihre Folgen

Bewiesen ist bei Titan, dass es sogenannte immunologische „Highresponder“ gibt. Immunologische Highresponder können labormedizinisch sehr gut durch einen sogenannten „Titan-Stimulationstest“ erkannt und eindeutig identifiziert werden (Abb.2). Dieser genetisch prädestinierte Personenkreis reagiert bei der Einbringung von Titan ins Gewebe mit einer überschießenden Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, das sind Botenstoffe, in deren Folge es zu einer Entzündung kommt. Diese Entzündung kann zum einen lokal am Ort der Ausschüttung entstehen – mit der Folge, dass das eingebrachte Implantat wieder entzündlich abgestoßen wird.

Abb. 2: Testergebnis bei Titan-Unverträglichkeit
Abb. 2: Testergebnis bei Titan-Unverträglichkeit

Zum andern können die Entzündungsmediatoren z.B. über Blut, Lymphe oder andere Körperflüssigkeiten an andere Stellen weitertransportiert werden, so dass es zu Entzündungsreaktionen fern der Ursache und damit zu medizinisch-ursächlich unerklärlichen Reaktionen kommen kann, wie z.B.

  • Rheuma
  • Arteriosklerose
  • Bluthochdruck
  • Herzkrankheiten (z.B. Myocarditis)

Als weitere häufige Symptome können Abgeschlagenheit, Kräfteverfall, Hautprobleme sowie lokalisierter Druckschmerz und/oder Schwellungen fern der Ursache auftreten. Möglicherweise gibt es auch Zusammenhänge zu depressiven Verstimmungen. Die Symptome können somit den gesamten Organismus auf allen Ebenen betreffen!

Korrosion von Titan

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass Titan im Kieferknochen nicht korrosionsstabil zu sein scheint und sich zersetzt. So konnten durch Untersuchungen von Kieferbezirken mit Titan-Implantaten hohe Werte von Titan nachgewiesen werden. Auch die zugehörigen Lymphknoten, die die erste regionale Filterstation des Organismus sind, zeigten hohe Einlagerungen von Titan.

Diesbezügliche subtoxische Wirkungen von Titan werden noch diskutiert. Es ist aber wahrscheinlich, dass es zu ähnlichen Wirkungsmechanismen wie bei anderen Metallen kommt und diese werden vermutlich je nach Wirkungsort zu beschreiben sein, u.a. mit:

  • Hemmung von Enzymaktivitäten
  • vermehrter Bildung freier Radikale
  • Öffnung der Blut-Hirn-Schranke mit entsprechenden Wirkungen auf Psyche, Nerven und Immunsystem
  • Autoimmunkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose, Alzheimer oder Morbus Parkinson
  • Potenzierungseffekte auf andere Schadstoffe (nach Prof. Witte, siehe Abb. 3)
Abb. 3: Potenzierende Wirkung verschiedener Schadstoffe untereinander
Abb. 3: Potenzierende Wirkung verschiedener Schadstoffe untereinander

Alternativen zu Titan

Unwägbarkeiten und Risiken dieser Art müssen heute nicht mehr eingegangen werden, denn es gibt eine gute biologische Alternative zu Titan-Implantaten: Implantate aus Vollkeramik.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Keramik ist ein inertes Material, das nicht korrodieren kann, sich also nicht zersetzen kann.
  • Bei optimalen Voraussetzungen kann, im Gegensatz zu einem Titan-Implantat, ein Keramik-Implantat sofort nach der Zahnextraktion gesetzt werden, was den zu erwartenden Knochenverlust nach einer Zahnextraktion deutlich zu minimieren hilft.
  • Die klinischen Erfahrungen sind beeindruckend. Bei entsprechender Begleitbehandlung wächst das Implantat unmittelbar nach der Extraktion innerhalb von 3 Monaten fest im Kieferknochen ein. Somit können Keramik-Implantate im Vergleich zur herkömmlichen Operationstechnik schon deutlich eher definitiv versorgt werden.

Kommentare

Dr. Johanna Graf, 08.08.2020:
Liebe Katrin,
es ist die Frage, ob Ihre beschriebenen Schmerzen mit dem Titan im Ohr zusammenhängen. Am besten, Sie lassen mal einen „Titan-Stimulationstest“ durchführen um festzustellen, ob Sie eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit auf Titan haben.

Mit freundlich en Grüßen
Johanna Graf
Katrin aus Leipzig, 06.08.2020:
Guten Tag, ich habe seit ca. 3 Monaten ein Titan-Paukentörchen. Ich habe mir eine Ohrkamera zugelegt und schaue immer mal in mein Ohr und bemerkte beim letzten Mal vor ca. 3 Wochen, dass rings um das Paukenrörchen das Gewebe entzündet war. Außerdem verspüre ich verstärkt ein Vibrieren im Ohr. Ich schlafe schlecht durch dieses Vibrieren im Ohr. Mit Ohrenstöpseln geht es ein wenig. Heute Nacht hatte ich ganz schlimme Schmerzen im Kniegelenk. Die Schmerzen zogen sich durch meine Wade bis in den Fuß runter. Was kann ich machen und wer kann mir weiterhelfen, damit ich keine Schmerzen mehr habe und ich endlich wieder schlafen kann.Vielen Dank! Liebe Grüße Katrin
Dr. Johanna Graf, 30.06.2020:
Lieber Tomaz,
rein physikalisch kann jedes Metall, also auch ein Implantat aus Titan, bei Frequenz-Belastungen ein Empfänger sein.
Unabhängig davon kann jedes Metall, unabhängig von der „Sauberkeit“ der Herstellung, im Kiefer immunologische und vor allem auch chronisch-toxische Reaktionen hervorrufen.
Beides kann schulmedizinisch unerklärliche Symptome hervorrufen.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Johanna Graf
Tomaz, 27.06.2020:
Hallo,
im Zusammenhang mit Hochfrequenzarbeiten sind diese Frage aufgetaucht:
1. "Wie verhält sich ein Implantat aus Titan bei diesen Arbeiten?"
2. Sind die Implantate, z.B. Arthrex, so sauber hergestellt, dass von reinem Titan ohne jede magnetische Eigenschaft ausgegangen werden kann?

Vielen Dank
Dr. Johanna Graf, 10.05.2020:
Lieber Finder,
leider kann ich Ihnen nicht sagen, wer sich mit Ihrer Problematik auskennt. Leider.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Johanna Graf
Finder, 10.05.2020:
Danke für den Artikel. Bei mir geht es nicht um die Zähne. Ich habe eine Titanschraube in meinem Rücken zur Versteifung der Lendenwirbel. Seit Jahren leide ich nun unter Verdauungsproblemen. Kennen Sie jemanden, der sich mit ähnlichen Problemen auskennt bzw. Alternative Möglichkeiten weiß?
Vielen Dank und beste Grüße!
Dr. Johanna Graf, 20.04.2020:
Liebe Gabi,
Keramik- und Titan-Implantate haben die gleiche Indikation – nur das Material ist ein anderes. Wenn also Titan-Implantate möglich sind, dann sind auch Keramik-Implantate möglich. Ich verstehe die Aussage Ihres Zahnarztes nicht so ganz.
Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
Johanna Graf
Gabi, 20.04.2020:
Liebes Ärzteteam,meine Kieferknochen sind durch zu spät erkannte Paradontose schon sehr dünn geworden sodass mein Zahnarzt kein Porzellanimplantate machen kann. Er schlägt Titanimplantate vor. Ein Unverträglichkeitstest steht noch aus. Gibt es für mich noch andere Optionen? Vielen Dank für eine baldige AntwortLGGabi
Dr. Johanna Graf und Dr. Karlheinz Graf, 09.03.2020:
Lieber Herr Grätz,
die Phönix-Entgiftung ist eine gute, unspezifische Ausleitungsmassnahme, die die Entgiftungsorgane stimuliert.
Wenn Sie eine spezifische Ausleitung möchten, wäre eine „Belastungs-Analyse“ hilfreich, um zu wissen, wie der individuelle Zustand ist. Wir empfehlen dazu in der Regel eine Haar-Mineral-Analyse oder einen Provokationstest mit Chelatoren, die dann spezifischere Aussagen zulassen und zusätzliche therapeutische Konsequenzen ermöglichen.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Karlheinz Graf
Grätz Oliver, 07.03.2020:
Ich nehme die Tropfen von Phönix (3 verschiedene) dazu noch Curcumin+Quercetin und Selen

Ist das was gutes?

Mfg Oliver
Dr. Karlheinz Graf, 03.03.2020:
Lieber Herr Grätz,
was machen Sie alles um auszuleiten?
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Karlheinz Graf
Grätz Oliver, 22.02.2020:
Guten Tag,ich habe aufgrund eines positiven genetischen Entzündungstest mir meine zwei Titanimplantate entfernen lassen. Ca. 1 Woche nach der Entfernung ging es mir körperlich mehrere Wochen besser, nun seit drei Tagen wieder schlechter. Wie lange dauert eine Ausleitung bzw. Entgiftung? Mfg Oliver
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp, MA, MBA, MSc, MSc, 15.02.2020:
Sehr geehrter Herr Heinz,
bei den Dental-Implantaten ist das Hauptproblem, dass sie Kontakt zu der Mundhöhle haben und dadurch zur Feuchtigkeit, zu den Nährstoffen, Medikamenten, Metallen etc. Das ist eine vollkommen andere Situation als z.B. bei einem Hüft- oder Kniegelenk.
Mit herzlichen Grüßen aus Ditzingen bei Stuttgart
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Johann Heinz, 07.02.2020:
Nach einem üblen Bruch des Schienbeinkopf’s wurde mir eine kleine Platte aus Titan mit 4 Schrauben eingesetzt. Die Operation war heikel, das Bein hoch geschwollen. Alles ging aber gut und seit der Operation im Dezember 2016 habe ich ganze Schlosserei noch immer « drin ». Ich hatte von Beginn weg überhaupt keine Beschwerden. Natürlich hatte ich anfänglich vorgehabt die Titanplatte zu entfernen. Doch der Arzt war der Meinung, das man es in meinem Alter (50) auch gut drin lassen kann. Eine Operation mit Vollnarkose ist auch nicht ohne. Ich laufe viel und mache im Winter sogar Langlauf und habe bis heute überhaupt keine Beschwerden, gar nichts. Zudem: ich habe auch noch ein Zahnimplantat. Fazit: Es geht auch mit Titan und dies beschwerdefrei.
Dr. Johanna Graf, 10.01.2020:
Antwort zum Leserbrief von Uschi aus Südtirol, 09.01.2020

Liebe Uschi aus Südtirol,
wurde bei Ihnen ein Titan-Stimulationstest durchgeführt, um eine genetische Titan-Unverträglichkeit auszuschließen ??
Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
Johanna Graf
Uschi aus Südtirol, 09.01.2020:
Guten Tag, vor 3 Monaten wurden mir 2 Titanimplantate im Oberkiefer und 2 Titan-
Implantate im Unterkiefer eingesetzt. Seit dem bekomme ich allergische Reaktionen
im Mund (Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge) und in dem Zeitraum habe ich
5 x im Gesicht, genau an den Stellen, wo die Implantate sitzen, rote heiße Flecken bekommen, die nach ca. 2 Stunden wieder abklingen, danach schwellen die
Schleimhäute im Mund aber sehr stark an. Ich war mit den Beschwerden beim Zahnarzt, die Überprüfung hat ergeben, dass keinerlei Entzündungen am Kiefer oder
an den Implantaten zu finden waren. Jetzt frage ich mich, könnte es sein, dass
beim Ziehen der alten Kronen Amalgan frei geworden ist, was mir jetzt die Probleme bereitet oder ob es wirklich an den Implantaten liegt und sie heraus müssen. Ein Bluttest auf Amalgan steht noch aus. Vielleicht können Sie mir einen Rat geben. Mit freundlichen Grüßen
Annett Götz, 26.12.2019:
Guten Tag, ich hatte bereits November 2018 geschrieben und wegen meiner verschiedenen Symptome mir die Implantate raus nehmen lassen. Aus heutiger Sicht war die Herausnahme der Implantate genau richtig. Mir geht es wieder sehr gut. Das einzige ist, das eine Auge ist ab und zu noch sehr rot und an dieser Seite auch ab und zu Kopfschmerzen. Ansonsten aber wieder voller Tatendrang, keine elende Müdigkeit, keine Depressionen - im Gegenteil, ich kann wieder Glück empfinden. Volle 100 % noch nicht, aber mit 50 Jahren ist das wahrscheinlich auch nicht mehr möglich. Viele Grüße Annett Götz
Dr. Johanna Graf, 16.12.2019:
Antwort zum Leserbrief von Sina, 14.12.2019

Liebe Sina,
ich bin Zahnärztin, und keine Hellseherin – deshalb kann ich Ihre Frage, ob Ihre Schmerzen bei einer Entfernung Ihres Implantats wieder besser werden, nicht beantworten.
Welche Risiken mit dem Werkstoff Titan einher gehen, welche Tests es gibt und welche Unwägbarkeiten mit Titan verbunden sein können, sind im Artikel meines Vaters beschrieben.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Johanna Graf
Sina, 14.12.2019:
Ich habe im Jahr 2018 ein Implantat im Fuß Seid dem extreme Schmerzen in den Händen Mein Arzt sagt es ist Rheuma bekomme Medikamente Mal ist es besser mal schlimmer Ich bin 33 und möchte wieder leben Nun meine Frage kann es vom Implantat kommen und wird es wieder besser wenn ich es rausnehmen lasse ?
Dr. Johanna Graf, 27.11.2019:
Antwort zum Leserbrief von Bärbel Ziltz-Steinert, 26.11.2019

Liebe Frau Zeitz-Steinert,
nachdem Sie offensichtlich bis zur Unterfütterung Ihren Zahnersatz problemlos tragen konnten, legen Ihre Beschwerden den Verdacht nahe, dass kleine Veränderungen an der Prothese bei der Unterfütterung entstanden sind, die jetzt einen minimalen Druck auf die Implantate erzeugen. Das sollte Ihr Zahnarzt zusammen mit seinem Zahnlabor nochmals genau überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Johanna Graf
Bärbel Ziltz-Steinert, 26.11.2019:
Grüße Gott und hallo liebe Doktoren und Ärzte,ich habe mit 5 Titan Implantaten feste Zähne im Unterkiefer bekommen. Beim letzten Mal wurde eine Unterfütterung gemacht und es wurde abgeschraubt. Nach dem Wiedereinsetzen fühlte ich eine Spannung und nach über drei Wochen schmerzt der Unterkiefer (kurz davor wo die Zähne aufsitzen). Es wurde eingeschmiert aber nichts weiter. Ich hätte es gern rausschrauben lassen aber sie glauben mir nicht und so esse ich Suppe oder Weiches weil es sonst weht tut wenn ich eine Semmel zum Beispiel esse. Was soll ich tun? Liebe Grüße und vielen Dank
Dr. Johanna Graf, 17.11.2019:
Antwort zum Leserbrief von Manfred Schild, 16.11.2019

Lieber Herr Schild,
ich bin betroffen über Ihre Odyssee, die Sie nach dem Erhalt Ihrer Implantate durchgemacht haben. Es ist für mich aber unmöglich, ohne Zahn-, Regulations- und Gesundheits-Befund irgendeine Aussage zu treffen, geschweige denn, Ihnen einen Rat zu geben.
Bevor Ihre Beschwerden sich gebessert haben würde ich mir aber keine neuen Implantate setzen lassen und aus gutem Grund (siehe Ausführungen im Naturheilkundemagazin) schon gar nicht Implantate aus Titan.

Mit freundlichen Grüßen
Johanna Graf
Manfred Schild, 16.11.2019:
Sehr geehrtes Damen und Herren
Ich suche einen Rat oder Hilfe

2008 wurden mir vier Implantate im Oberkiefer eingesetzt. Und eins davon hat von Anfang an immer wieder Probleme gemacht. Es wurde immer eine Salbe zwischen Implantat und Zahnfleisch eingespritzt, weil sich dauernd eine Entzündung gebildet hat.
2014 wurde ich von der Zahnärztin zu einem Kieferchirurgen überwiesen. Nach ihm seiner Meinung wäre es das Beste, das Implantat zu Entfernen. Doch Frau Dr.S…. wollte stets, es mit der Salbe weiter zu Behandeln.
Januar 2018 meinte Frau Dr.S…, dass Sie die Stelle mal auskratzen möchte. Es wurde ein Schnitt gemacht, an der Stelle wo die Entzündung ist, Ausgekratzt und am Implantat-Gewinde-Gefräst.
Im Mai 2018 musste schließlich das Implantat entfernt werden, weil es sich gelockert hatte.
April 2019 bin ich zu Frau Dr.S…., weil ich Schmerzen an der Stelle, wo einst das Implantat war. Ohne der Sache auf den Grund zu gehen, meine Sie, es musste dann eine neu Unterfütterung an der Prothese gemacht werden. Die Unterfütterung musste 3x neu gemacht werden, weil die Prothese Vorne und Hinten nicht mehr richtig passte. Aber der Schmerz im Oberkiefer besteht immer noch.
Nach mehreren Besuchen bei Frau Dr. meinte Sie „ Ich bin mit meinem Latein am Ende, sollte doch mal eine Zahnklink aufsuchen.
Juni 2019 bin ich zu einem anderen Zahnarzt und Implantologen, der unter anderem Wissenschaftler und Dozent an der Uni ist gegangen. Ich habe ihm den ganzen Verlauf erklärt. Er erklärte mir, das Er nie am Implantat fräsen würde, da es an der Stelle richtig heiß werde, und so das Zahnfleisch verletzen könnte. Es wurde eine 3-D Aufnahme gemacht, aber darauf kann er nichts mehr Erkennen, weil es schon Verknöchert hat. Auch sagte er mir, dass der Schmerz am Kiefer eventuell Irreparabel sei. Man könnte den Kiefer aufschneiden, aber es sei dahingestellt ob sich bessert.
Ich habe Ihn auch gefragt, ob Er mir eine passende Unterfütterung machen könnte. Antwort: schon, aber das möchte ich nicht. Stattdessen hat er mir ein neues Gebiss, plus neue Implantate angeboten. Kostenpunkt: 6250 €

Meine Frage. Hätten Sie eventuell eine Behandlungsmöglichkeit oder ein Vorschlag was ich noch unternehmen kann, wegen der Schmerzen am Kiefer?

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Schild
Dr. Johanna Graf, 15.11.2019:
Antwort zum Leserbrief von Madeleine Weydert, 11.11.2019

Liebe Frau Weydert,
Ihre Symptome könnten auf eine chronische Kieferhöhlen-Entzündung die durch eine Erkältung akut wurde, hinweisen. Ob diese vom Implantat hervorgerufen wird, ist nur schwierig zu diagnostizieren, denn eine Röntgenaufnahme ist dazu wenig bis nicht aussagekräftig.
Ist Ihr Implantat aus Titan, dann würde ich einen Titan-Stimulationstest empfehlen, mit dem Sie eine individuelle immunologische Überreaktion auf Titan überprüfen können. Ist dieser negativ und andere Ursachen sind ausgeschlossen, dann könnten vielleicht korrosive Zersetzungsprodukte aus dem Nichtedelmetell Titan eine Rolle spielen. Dazu gibt es aber leider keinen Nachweis.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Johanna Graf
Madeleine Weydert, 11.11.2019:
Guten Tag,Seit 9 Monaten besitze ich auf der linken Seite oben ein Backenzahn-Implantat. Nach dem Setzen des Implantats hatte ich heftige Kopfschmerzen. Röntgenbilder zeigten jedoch dass alles in Ordnung wäre. Jetzt stellen diese Kopfschmerzen aber immer wieder ein. Ich hatte eine schlimme Erkältung ,die jedoch für mich mit unerträglichen Kopfschmerzen verbunden war. Die linke Seite über dem Auge schmerzte heftig und zog bis in den Kopf hoch. Auch die Medikamente halfen nicht. Ich werde mir immer mehr bewusst, dass die Kopfschmerzen mit meinem Implantat und dem Sinus zusammenhängen und leichter fast unbemerkbarer Schnupfen/Entzündungen der Nasenhöhle mir Kopfschmerzen verursachen. Nach den Röntgenbildern kann das aber nicht der Fall sein und der Sinus wäre nicht betroffen. Nachts werde ich oft wach und die Kopfschmerzen setzen für 1-3 Stunden ein. Was soll ich tun? denn die Kopfschmerzen bei der Erkältung waren für mich unerträglich und dauerten über Tage an ohne dass die Medikament mir halfen.Mit freundlichen GrüssenMadeleine
Dr. Karlheinz Graf aus Straubing, 20.05.2019:
Antwort zum Leserbrief von AJA, 19.05.2019

Liebe/r AJA,
ich würde in Ihrem Fall auf jeden Fall mal einen Titan-Stimulationstest machen lassen. Das ist der einzige schulmed. Test, der eine Titan-Unverträglichkeit erkennen lässt.
Ihre Beschwerden könnten natürlich auch noch Folgen Ihres Gesichtstraumas sein.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Karlheinz Graf
AJA, 19.05.2019:
Guten Tag,
mein Name ist AJA, vor ca. 8 Wochen habe ich mir bei einem Sturz auf den Kopf Brüche am Oberkiefer, Jochbein und Orbitalisknochen zugezogen. Bei einer OP wurden mir 4 Titanplatten zur Stabilisierung fixiert.
Erstmal verlief alles planmäßig, jetzt habe ich immer noch Schwindel und Kopfschmerz v.a. nach mehr als 2 stündiger mehr oder weniger Anstrengung.
Der Kieferorthopäde sprach schon von einer wahrscheinlichen Titanunverträglichkeit.
Naturheilkundlich versuche ich Unterstützung zu geben, merke aber keine stabile Besserung.
Ist das ein normaler Heilungsvorgang mit dem Schwindel und Kopfschmerz oder tatsächlich eine Unverträglichkeit.
Wann kann man frühestens das Titan entfernen?
Vielen Dank im Voraus
und freundliche Grüße AJA
Dr. Graf Karlheinz aus Straubing, 06.03.2019:
Antwort zum Leserbrief von Bernhard K., 05.03.2019

Lieber Bernhard,
ohne Kenntnis Ihres Befundes ist eine Beurteilung Ihrer individuellen Situation nicht möglich. Prinzipiell kann ich auf Ihre Fragen aber folgende Antworten geben:
Eine Explantation eines Titan-Implantats kann bei günstigen Voraussetzungen, richtiger Technik und passendem Instrumentarium ohne größeren Knochenverlust durchgeführt werden. Eine Entfernung von Titan-Nägeln aus Ihrem damaligen Knochenaufbau ist da deutlich schwieriger, teilweise sogar nur mit Mühen durchführbar
Ein sofortiger Austausch eines Titan-Implantats zugunsten eines vollkeramischen Implantats ist bei passenden Voraussetzungen gut möglich. Eine zeitgleiche Entfernung Ihrer Titan-Nägel wahrscheinlich nicht.
Die Erfolgsrate für ein Einheilen eines Sofort-Implantats aus Keramik ist bei korrekter Vortherapie sehr hoch.

Die Behandlungsreihenfolge ist:
1.Implantat-Analyse und Besprechung der Vortherapie
2.Extraktion eines Zahnes / Entfernung eines Titan-Implantats mit sofortiger Einbringung des Keramik-Implantats
3.Kontrolle nach 6 Wochen
4.Ca. vier Monate nach dem Setzen des Keramik-Implantats erfolgt die endgültige Versorgung mit einer Krone

Der Kostenfaktor hängt vom Schwierigkeitsgrad und vom Zeitaufwand ab und dürfte von Praxis zu Praxis unterschiedlich sein.

Mit freundlichen Grüßen aus Straubing/Niederbayern
Karlheinz Graf
Bernhard K., 05.03.2019:
Hallo Herr Dr. Graf.
Mit großem Interesse habe ich jetzt Ihren Beitrag zum Thema "Titan – Implantate mit Nebenwirkungen" gelesen.

Anfang 2015 habe ich ein Titanimplantat am linken oberen Schneidezahn erhalten. Es ist damals gut eingewachsen und wackelt nicht. Es drückt jedoch seitdem und fühlt sich immer noch als Fremdkörper an. Seit etwa 2 bis 3 Jahren leide ich merkbar unter Depressionen, Koordinationsproblemen linke Körperhälfte (Muskellähmungen), Gleichgewichts- und Gedächtnisproblemen mit Energieverlust (Müdigkeit) allgemein usw. Im Mai 2018 habe ich die Diagnose "Parkinson" erhalten. Ich finde mich aber nicht mit der Diagnose ab, sondern weigere mich seitdem, die verschriebenen Medikamente zu nehmen und forsche seither selbst nach der Ursache dieses "Nervenleidens". Durch Zufall bin ich jetzt auf den Gedanken gekommen, dass das Titan der Auslöser sein könnte. Ein Privatarzt stellte im Januar durch Bioresonanztestung Störungen durch Titan fest. Auch ein Kinesiologietest zeigt Körperreaktionen durch das Implantat an.
Nach Emfehlung meiner Zahnärztin wurden daraufhin ein Titan-Stimulationstest, ein Molekulardiagbostik/-Genetiktest, sowie ein Lymphozytentransformationstest durchgeführt. Alle Tests waren aber negativ.
Ich möchte das Implantat aber trotzdem entfernen lassen. Dazu hatte ich heute einen Termin bei meiner Zahnärztin und wurde dort aufgeklärt, dass nach der Entfernung des Implantats sowie der Knochennägel (beim Kieferaufbau mit Fremdknochen nach Zahnextraktion gesetzt) nur eine Brücke in Frage komme, da das Implantat herausgefräst werden muss und dadurch der Kieferknochen so stark in Mitleidenschaft gezogen wird, dass nur noch eine "Brücke" möglich ist.
Ich habe folgende Fragen an Sie:
1. Ist es auch möglich, gleich nach der Entfernung des Titanimplantats ein Keramikimplantat einzusetzen, um die Schädigung und Rückgang des Kiefers zu vermeiden?
2. Gibt es Erfahrungen dazu und wie hoch ist ggf. die Erfolgsrate, dass das neue Implantat einwächst?
3. Können Sie Praxen (Rosenheim, München) empfehlen, welche dieses Verfahren durchführen?
4. Wie viele Behandlungen sind dazu voraussichtlich nötig?
5. Kann man den vorhadenen künstlichen Zahn wiederverwenden?
6. Mit welchen Kosten muss ich mit der Explantation samt Wiedereinsetzen (Gesamtbehandlung) grob (Gößenordnung) rechnen?
7. Kann ich das auch in Ihrer Praxis machen lassen und bekommt man bei Ihnen einen Termin?

Herzlichen Dank!
Dr. Graf, Karlheinz aus Straubing, 04.03.2019:
Antwort zum Leserbrief von Sabine, 02.03.2019

Liebe Sabine,
wie Sie aus dem Artikel erfahren haben, kann es bei Titan-Implantaten eine immunologische (genetisch bedingt) und eine toxikologische (durch Korrosion von Titan im Kiefer bedingt) Reaktion geben:
Eine immunologische Reaktion kann durch einen sog. „Titan-Stimulationstest“ (Bluttest in einem Labor) ermittelt werden. Für eine chronisch-toxische Reaktion gibt es leider keinen anerkannten schulmedizinischen Test.
Ein Titan-Stimulationstest sollte zum vorbeugenden Gesundheitsschutz eigentlich vor jeder Implantation erfolgen, kann aber auch jederzeit nach einer Implantation gemacht werden. Sollte dieser positiv sein, dann sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie dieses Implantat im Kiefer belassen wollen. Sollte er negativ sein, dann könnte eine chronisch-toxische Reaktion durch korrodierendes Metall im Kiefer durchaus auch als Auslöser Ihrer Beschwerden in Frage kommen. Das kann aber mit herkömmlich schulmedizinischen Methoden nicht eindeutig geklärt werden.
Meiden Sie Botox, denn dieses Mittel hat eine chronisch-toxische Wirkung auf Ihr Nervensystem und macht somit Ihr vorliegendes Problem nicht besser.
Bei einem eventuellen Austausch Ihres Titan-Implantats oder bei einer weiteren Implantation rate ich Ihnen zu einem vollkeramischen Implantat, bei dem die von mir beschriebenen Belastungen ausgeschlossen sind. Bei der Vornahme einer Sofort-Implantation (Zahn raus und sofort Implantat rein) hätten Sie sogar den Vorteil, dass ein zu erwartender Knochenverlust durch die Heilung deutlich geringer ausfällt als bei der herkömmlichen Methode (Zahn raus – 3 Monate Heilung – dann Implantat rein).
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing/Niederbayern
Karlheinz Graf
Sabine, 02.03.2019:
S.g. Herr Dr. Graf, ich habe vor 4 Monaten 2 Titanimplante im re Oberkiefer und 1 Implantat im li Unterkiefer gesetzt bekommen. Seit diesem Zeitpunkt habe ich ein durchgänging andauerndes, starkes Druckgefühl in Stirn und Schläfenbereich, sowie einen Druck im re Ohr. Bedingt durch die ständigen Schmerzen mittlerweile auch eine ausgepärgte Erschöpfung. Mein Zahnarzt meint, die OP hätte vermutlich nur mein "Fass zum Überlaufen" gebracht. Generell wird meine Thematik von den meisten Therapien unter der Rubrik Psychosomitik eingestuft. Ich reagiere auf kein Schmerzmittel inkl. opeoidhaltigen Substanzen, Osteophatie, Neuraltherapie und Botox zeigen keine Linderung... Mittlerweile weiß ich mir keinen Rat mehr. Haben sie mir einen? Ihre Seite macht mir Hoffnung. Mit freundlichen Grüßen
Dr. Karlheinz Graf aus Straubing, 11.02.2019:
Antwort zum Leserbrief von Fred aus Germering, 11.02.2019

Lieber Fred,
wenn es Ihnen gesundheitlich gut geht und Ihr Zahnarzt das so machen möchte, dann ist das keine echte Kontra-Indikation. Allerdings sollte das Implantat am besten einzeln mit einer Krone - ohne festem Verbund zu einem Nachbarzahn - versorgt werden.

Mit freundlichen Grüßen aus Straubing
Karlheinz Graf
Fred aus Germering, 11.02.2019:
Ich habe ein erst zwei Jahre altes Titan-Implantat im Oberkiefer. Direkt daneben sollen neue Zahnlücken mit einem SDS-Keramikimplantat versorgt werden. Nun höre ich, Titan- und Keramikimplantate direkt nebeneinander würden sich aus medizinischer Sicht "verbieten". Wie sehen Sie das?
Dr. Karlheinz Graf aus Straubing, 29.11.2018:
Antwort zum Leserbrief von Frau Götz, 28.11.2018

Sehr geehrte Frau Götz,
prinzipiell gibt es verschiedene Ursachen, die zu Beschwerden, wie den Ihrigen führen können – auch, aber nicht nur aus umwelt-zahnmedizinischer Sicht.

Vorausgesetzt, Ihre Beschwerden hängen mit dem Titan-Implantat zusammen, dann gäbe ein sogenannter „Titan-Stimulationstest“ Auskunft darüber, ob bei Ihnen eine (genetisch bedingte) Überreaktion auf Titan vorliegt.

Es könnte aber auch sein, dass Ihre individuellen Reaktionen mit einer Korrosion des Implantats im Kiefer vergesellschaftet ist. Bei manchen Patienten ist möglicherweise diese Minizersetzung des Metalls eine Mitursache für gesundheitliche Probleme.
Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es leiden nicht, so dass eine fundierte Aussage zu Ihren Fragen leider nicht möglich ist. Durch die Entfernung Ihrer Implantate haben Sie zumindest eine weitere Korrosion gestoppt.

Mit freundlichen Grüßen aus Straubing/Niederbayern
Karlheinz Graf
Annett Götz aus Vipperow, 28.11.2018:
Guten Tag, ich bin 49 Jahre alt und habe 2008 mein erstes Zahnimplantat erhalten. Danach ging es mit der Gesundheit Berg ab. Totale Erschöpfung, Depression, Angststörung... Habe es damals aber auf den plötzlichen Tod meines Vaters geschoben. Vier Jahre lang gelitten mit Gewichtsverlust und 5 Wochen Reha. Danach wurde es Stück um Stück besser, jedoch bin ich nie wieder zur alten Kraft zurück gekehrt. Vielleicht 40 % von damals. Dieses Jahr im April 2018 habe ich mir ein zweites Implantat setzen lassen. Vier Monate später bekam ich eine - erst links, dann beidseitige Mittelohrentzündung OHNE Schmerzen jedoch mit viel Wasser im Innenohr und eine Woche später ein stark rotes Auge rechts, direkt über dem neuem Impantat mit geschwollener Wange und starken Schmerzen im Schläfenbereich. Neurologie (Klinikaufenthalt mit CT MRT Rückenmarksflüssigkeit,Blut...), Zahnarzt, Augenarzt, Allgemeinarzt, Ohrenarzt (hat links ein Paukenröhrchen gesetzt) alles ohne Befund. Dreiviertel sagt es kann nicht am Implantat liegen und der Rest, ein Versuch ist es wert die Implantate raus nehmen zu lassen. Auch mit Besprechen und Osteopath kam ich nicht weiter. Die zwei Implantate habe ich jetzt scheren Herzens vor einer Woche raus nehmen lassen. Bisher ist keine Besserung. Wie lange dauert es, dass die Beschwerden nach lassen, falls es an den Titan-Implantaten lag? Vielen Dank Annett Götz
Dr. Karlheinz Graf aus Straubing, 31.10.2018:
Antwort zum Leserbrief von Klaus Mordt aus Essen, 30.10.2018

Sehr geehrter Herr Mordt,
es ist schwer zu sagen, ob Ihre Gesundheitsproblematik mit Ihren Titanplatten und -schrauben zusammenhängt.
Ich würde Ihnen einen „Titan-Stimulationstest“ (siehe Text) empfehlen. Ist dieser positiv, dann hätten Sie einen schulmedizinischen Beweis einer Titan-Unverträglichkeit.
Für eine eventuelle chronisch toxische Belastung durch korrodierendes Titan gibt es leider keinen Test und viele Mediziner streiten diese Problematik leider auch ab.
Inwieweit und wie Korrosionsprodukte von Titan aus dem Körper eliminiert werden können, ist noch ungesichert. Es gäbe dazu aber verschiedene Ansätze.
Am Besten, Sie setzen sich mit einem guten Umwelt-Mediziner in Verbindung.
Mit freundlichen Grüßen aus Straubing/Niederbayern
Karlheinz Graf
Klaus Mordt aus Essen, 30.10.2018:
Sehr geehrter Herr Dr. Graf und Kollegen,
habe nach Dysgnatie-OP Titanplatten und Schrauben am Unterkiefer plus Schrauben, die aus dem Kieferknochen ragen, welche für Gummis zur Fixierung dienen. Das ganze jetzt bereits 8 Monate. Da nachoperiet werden musste, befanden sich bereits vorher über 1 Jahr lang Platten und Schrauben am Kiefer. Habe nun innerhalb weniger Monate stark(!) an Gewicht zugenommen, bin ständig müde und habe ständig einseitige Nackenverspannungen, bereits 2 Erkältungen innerhalb 3 Monate, sowie Schwellungen am Kiefer. Können das Unverträglichkeitsreaktionen auf die Titanplatten und -schrauben sein und (!) gibt es Alternativen zu Titanplatten und -schrauben, sollte es auf Titan zurückzuführen sein und (!) bekommt man die Titaneinlagerungen wieder irgendwie aus dem Körper heraus?
Verzweifelte Grüße aus Köln
Dr. Karlheinz Graf aus Straubing, 03.10.2018:
Antwort zum Leserbrief von Rafaela aus Wien, 02.10.2018

Liebe Rafaela,
Sie wären nicht die erste Patientin, die nach dem Setzen eines Titan-Implantates über verschiedene Symptome klagt. Dabei könnte es sich z.B. um eine genetisch bedingte entzündliche Überreaktion auf den Werkstoff Titan handeln. Diese wäre einfach über einen sog. Titan-Stimulationstest aus Ihrem Blut zu diagnostizieren.
Wir wissen aber auch, dass sich Titan-Implantate in Minidosen zersetzen können. Wissenschaftler haben festgestellt, dass in Kieferbezirken,in denen Titan-Implantate sind, überdurchschnittlich hohe Titanwerte messbar seien und auch in den zugehörigen regionalen Lymphknoten waren überhöhte Titanwerte feststellbar. Es wird diskutiert, dass diese so entstehenden Titan-Belastungen z.B. Enzyme blockieren oder Eiweißstrukturen verändern können, wodurch verschiedenste Symptome erklärbar wären.
Falls Sie Ihre Titan-Implantate durch vollkeramische ersetzen lassen möchten, wäre das in der Regel ohne größere Schwierigkeiten mit einer knochenschonenden Explantationstechnik und mit einem sofortigen Ersatz durch keramische Implantate möglich.
Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
Karlheinz Graf
Rafaela aus Wien, 02.10.2018:
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zu einem Titanimplantat.
Ich habe eines im April gesetzt bekommen und seitdem verspüre ich einen Kopfdruck, Kopfkribbeln, einen erhöhten Puls, innere Unruhe und depressive Verstimmungen. Mein Zahnarzt meinte, dass kann gar nicht vom Implantat kommen und wollte mir das Implantat nicht entfernen. Ich habe dann auch einen Bluttest machen lassen und es wurden dreifache Entzündungswerte festgestellt. Meine Frage: Kann ich das Zahnimplantat auch von einem anderen Zahnarzt entfernen lassen und durch ein Keramikimplantat ersetzen lassen. Mein Implantat ist bereits fest im Kiefer verankert und nicht locker. Soll ich vorher noch einen Titanstimulationstest durchführen lassen.?
Vielen Dank für die Auskunft.
MfG Rafaela
Edith Nadj-Papp aus Ditzingen, 18.06.2018:
Sehr geehrter Herr Schlegel,
die biologische Zahnmedizin bevorzugt eine metallfreie Lösung, auch bei Implantaten. Wie Ihr Körper auf das Titan-Implantat reagiert, lässt sich mit einer Labor-Untersuchung feststellen. Sollte eine Belastung vorliegen, kann das Titanimplantat i.d.R. in einer Sitzung gegen ein Zirkonium-Implantat ausgetauscht werden (diese gelten als körperfreundlich).
Mit freundlichen Grüßen aus Ditzingen bei Stuttgart
Dr. med. univ. (Budapest) Edith Nadj-Papp
Johannes Schlegel aus Neustadt, 18.06.2018:
Guten Tag.
Mein Name ist Schlegel Johannes. Ich habe ein Titanimplantat. Belastet er mein Körper? Kann es sein ,dass wegen Titan mein Zahnfleisch zurück geht? Ist es ratsam mein Titanimplantat durch Keramikimplantat zu ersetzen? Sind Keramikimplantate nicht belastbar? Kann dann am gleichen Tag nach der Entfernung des Titanimplantats ein Keramikimplantat eingesetzt werden? Oder muss die Wunde nach dem Entfernen des Titanimplantats zuerst Abheilen?
Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG Johann
Karlheinz Graf Dr. aus 94315 Straubing, 11.03.2018:
Antwort zum Leserbrief von Ina aus Plaidt, 08.03.2018

Liebe Ina,
von den verschiedenen am Markt befindlichen Keramik-Implantaten hat sich in unserer Praxis am besten ein vollkeramisches, präparierbares Implantat-System mit Schraubgewinde bewährt. Damit es ohne Antibiotika und Cortison eingebracht werden kann, bedarf es einer Ozonbehandlung der Wunde und einer vorherigen Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungen (probiotisches Konzept). So wird der Organismus voll auf Heilung getrimmt und auf diese Art kommt es nur sehr selten zu einer Nicht-Einheilung eines vollkeramischen Implantats.

Das von Ihnen angesprochene System ist ein Implantat, das durch einen Scan des ursprünglichen Zahnes vorab individuell konstruiert und dann gefräst werden muss. Erst dann wird dieses Konstrukt durch Einhämmern im Knochen stabilisiert. Wir erachten dieses System als aufwändiger und uns stellt sich zudem die Frage, wie stark ein Kieferknochen durch das Festhämmern des Implantats traumatisiert bzw. umgebende Strukturen wie Kieferhöhle, Nasenboden etc. betroffen werden. Inwieweit zudem mit Antibiotika und Cortison gearbeitet werden muss, entzieht sich ebenfalls unserer Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
Karlheinz Graf
Ina aus Plaidt, 08.03.2018:
Guten Tag,

welche Sofortimplantate nutzen Sie? Aus Keramik mit Schraubgewinde? Kennen Sie dem zu extrahierenden Zahn abgeformten Implantate wie z.B. Bioimplant aus Wien? Bin sehr daran interessiert und wäre Ihnen dankbar für Ihre Antwort.

Viele Grüße
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