Chronische Knie- und Hüftgelenksschmerzen

Chronische Knie- und Hüftgelenksschmerzen

Wer unter chronischen Hüft- und Kniegelenksschmerzen weiß, wie sehr diese die Lebensfreude und -qualität beeinträchtigen können. Doch leider bietet die Schulmedizin nicht allen Patienten dauerhaft hilfreiche und gut verträgliche Lösungen. Für den, der nach Alternativen sucht, gibt es in der Naturheilkunde viel zu entdecken.

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. Thomas Heintze, FA. für Innere Medizin aus Marburg-Bauerbach

Einleitung

Gleich ob das Knie, die Hüfte oder eine andere Stelle im Körper betroffen ist: Chronische Schmerzen bedeuten eine starke Belastung für den ganzen Menschen. Nicht ohne Grund leiden chronische Schmerzpatienten auch öfter unter Depressionen. Umso wichtiger ist es, den ganzen Menschen anzunehmen und zu behandeln und sich nicht nur auf das eigentliche Symptom „Knieschmerz“ bzw. „Hüftgelenksschmerz“ zu beschränken.

Die meisten Patienten, die auf der Suche nach Alternativen in unsere Praxis für Ganzheitsmedizin kommen, haben das Gängige schon ausprobiert. Sie waren bei einem oder mehreren Orthopäden, bringen mitunter eindrucksvolle Ordner mit Untersuchungsbefunden mit und wurden mit Schmerzmitteln therapiert.

Was die Patienten zu uns führt, ist einerseits der für sie unbefriedigende Erfolg der bisherigen Maßnahmen und andererseits der Wunsch, nicht dauerhaft Schmerzmittel, Cortison oder ähnliches nehmen zu müssen – zumal gerade die langfristige Anwendung dieser Arzneien immer wieder unangenehme Nebenwirkungen wie z.B. Magenprobleme mit sich bringt.

Die gute Nachricht für all diese Menschen: Die Ganzheitsmedizin hat bei chronischen Hüft- und Kniegelenksschmerzen einiges zu bieten, dessen Wirkung zum Teil sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Was sind chronische Schmerzen?

So unangenehm Schmerzen auch sind: In erster Linie sind sie ein Warnzeichen des Körpers, mit dem er uns auf eine Problem aufmerksam macht. Wenn Sie sich z.B. Ihr Knie bei einem Sturz verletzt haben, kann Sie der Schmerz dazu veranlassen, dieses so weit zu schonen, dass es nicht noch stärker geschädigt wird.

Diese Warnfunktion gilt v.a. für den akuten Schmerz. Treten Schmerzen dagegen deutlich länger auf, verlieren sie oft ihren Signalcharakter und ihre Schutzfunktion. Tatsächlich kann der Schmerz – und die daraus folgende Reaktion – sogar schädlich sein. Wenn Sie Ihr Knie z.B. aufgrund einer schmerzhaften Kniearthrose (Gonarthrose) zu stark schonen, kann das Ihrem Knie sogar schaden.
Am besten ist es natürlich, wenn Schmerzen erst gar nicht chronisch werden. Deshalb sollten akute Erkrankungen möglichst sorgfältig auskuriert und nicht verschleppt werden. Eine frühzeitige Therapie und wohldosiertes Training nach einer akuten Erkrankung helfen, einer Chronifizierung entgegenzuwirken.

Ab wann spricht man von chronischen Schmerzen?

Als chronisch gelten Schmerzen, wenn sie schon länger als sechs Monate andauern oder wenn sie an mehr als 15 Tagen pro Monat auftreten.

Symptome

Im Fall chronischer Schmerzen entwickeln sich die Symptome oft über Monate und Jahre. Das gibt Patienten und Therapeuten viel Zeit, möglichst früh einzugreifen. Je früher die Beschwerden ernst genommen und behandelt werden, umso besser. Mitunter lassen sich so irreversible Dauerschäden minimieren oder sogar vermeiden.

Chronische Schmerzen an Knie- und Hüftgelenk treten selten allein auf. In vielen Fällen kommen Funktionseinschränkungen hinzu. So kann z.B. die Beweglichkeit eingeschränkt sein. Dies führt mitunter zu Ausweichhaltungen und -bewegungen, die ihrerseits zu Fehlbelastungen an anderer Stelle, wie z.B. der Wirbelsäule führen können.

Diagnose

Nicht immer tritt der Schmerz direkt am Ort des Geschehens auf. Beispielsweise können Schäden an der Wirbelsäule oder am Hüftgelenk für Kniegelenkschmerzen verantwortlich sein. Daher ist es wichtig, vor dem Beginn der Therapie erst genau hinzuschauen.

Neben einer ausführlichen Befragung des Patienten (Anamnese) steht am Anfang immer die körperliche Untersuchung. Je nach Arzt wird sich diese mehr oder weniger auf den Bewegungsapparat beschränken oder breiter ausgerichtet sein.

Muskeln und Gelenke

Diese ersten Schritte geben schon einen wichtigen Einblick in die möglichen Hintergründe der Beschwerden. Beispielsweise kann so die gesamte Statik übergeprüft werden. Liegen Fußfehlstellungen oder ein Beckenschiefstand vor? Bestehen Haltungsschäden? Knie und Hüfte sollten dabei nie isoliert, sondern immer gemeinsam und im Zusammenspiel mit anderen Gelenken betrachtet werden.

Bildgebende Verfahren vermitteln einen optischen Eindruck von den beteiligten Strukturen. Während das Röntgenbild die Knochen zeigt, gibt die Kernspintomografie Auskunft über Bänder, Menisken und die Knorpeloberfläche. Doch erfahrungsgemäß ist nicht immer das, was man z.B. im Röntgenbild auf den ersten Blick sieht, auch das eigentliche Problem. So kann der eine Patient mit deutlich sichtbaren Veränderungen vergleichsweise wenige Beschwerden haben, während der andere mit einem relativ normalen Befund unter Umständen starke chronische Schmerzen hat. Oder ein Patient hat an seinem vermeintlich kaputten Hüftgelenk weit weniger Schmerzen als auf der laut Röntgenbefund gesünderen Seite.

Bei Bedarf können spezielle Verfahren hinzugenommen werden. Steckt z.B. eine Entzündung hinter den chronischen Gelenkschmerzen, kann ggf. eine Gelenkpunktion bei der Ursachensuche helfen.
Doch nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll!

Die Hoffnung, dass sich durch den Einsatz von Gelenkspiegelungen (Arthroskopien) die Zahl der Kniegelenkersatz-Operationen verringern ließe, hat inzwischen als trügerisch erwiesen. Tatsächlich werden in Regionen, in denen vergleichsweise viele Arthroskopien durchgeführt werden, auch viele künstliche Kniegelenke eingesetzt. Dabei gibt es unter den Gelenkspiegelungen extreme regionale Unterschiede. In manchen Gegenden wird bis zu 65-mal öfter arthroskopiert als in anderen Regionen! Und auch bei den Kniegelenksoperationen gibt es große regionale Unterschiede, die nur bedingt durch eine unterschiedliche Häufigkeit von Kniegelenksbeschwerden erklärt werden können.

Ganzheitliche Diagnose

So wichtig sie auch ist: Aus ganzheitsmedizinischer Sicht reicht die Untersuchung der betroffenen Gelenke und selbst des ganzen Bewegungsapparates bei Weitem nicht aus, um chronischen Knie- und Hüftgelenksschmerzen auf den Grund zu gehen.

In unserer Praxis für Ganzheitsmedizin steht daher am Anfang stets eine ausführliche Befragung des Patienten. Dabei interessiert uns auch, welche Erkrankungen es in der Familie gab/gibt, ob der Patient Narben hat, welche Impfungen er erhalten hat, welche Erkrankungen er durchgemacht hat, wie er sich ernährt, in welcher Lebenssituation er steckt usw.

An die Anamnese schließt sich dann eine ausführliche Untersuchung von Kopf bis Fuß an. Das ist gerade bei chronischen Schmerzen wichtig, weil diese selten nur eine Ursache haben. Daher sollte intensiv nach den Hintergründen geforscht und anschließend ein individueller Therapieplan erstellt werden.

Elektroneuraldiagnostik nach Dr. Croon

Als wertvolles Instrument in der ganzheitlichen Diagnostik hat sich in unserer Praxis die Elektroneuraldiagnostik nach Dr. Croon erwiesen. Bei dieser werden an rund 200 Akupunkturpunkten des Körpers der Hautwiderstand und die Kapazität gemessen. Diese speziellen Punkte haben einerseits einen deutlich niedrigeren elektrischen Hautwiderstand und andererseits eine höhere Kapazität als die umgebende Haut. Wenn eine chronische Krankheit vorliegt, steigt der Hautwiderstand während die Kapazität abnimmt. Die Messergebnisse werden registriert, verarbeitet und in einem Elektroneuralsomatogramm dargestellt. Dieses gibt dem Fachmann Hinweise auf aktuelle Schwachstellen und das Energieniveau des Patienten bzw. bestimmter Organe.

Ursachen

Eine wichtige Ursache für chronische Knie- und Hüftgelenksschmerzen ist Verschleiß, der sich meist zunächst am Gelenkknorpel zeigt. Mit der Zeit werden die Gelenkflächen (z.B. am Kopf des Oberschenkelknochens und der Hüftgelenkspfanne) rau und gleiten nicht mehr glatt aufeinander. Die Reibung bei Bewegungen kann den Knorpel weiter belasten und ggf. zu einem Gelenkerguss, Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen führen.

Bei Rheuma, Infektionen des Gelenks, Überlastung usw. kann sich das Gelenk entzünden. Eine solche Entzündung äußert sich in Erwärmung, Rötung, Schwellung, Schmerzen und einer Funktionseinschränkung (z.B. eingeschränkte Beweglichkeit).

Schon das Beispiel Rheuma zeigt, dass die Ursache der Beschwerden nicht immer am Ort des Geschehens liegt. Im Gegenteil: Nach meiner Erfahrung als Ganzheitsmediziner muss man, um chronische Schmerzen zu lindern oder gar zu heilen, immer viele Ursachen mit einbeziehen.
Bei Hüft- und Kniegelenksschmerzen spielen z.B. häufig Zahn-Kiefer-Störfelder, Amalgambelastungen (insb. wenn versch. Metalle direkt aneinander grenzen), maskierte verzögerte Nahrungsmittelunverträglichkeiten und/oder ein Vitamin-D-Mangel eine Rolle.

Therapie

Schulmedizin

Schulmedizinisch zum Einsatz kommen bei chronischen Hüft- und Kniegelenksschmerzen u.a.

  • Schmerzmittel
  • Cortison (z.B. bei Rheuma)
  • Physiotherapie
  • Operationen zur Glättung des Knorpels, Entfernung von Menisken, Einsatz künstlicher Hüft- und Kniegelenke
  • Einspritzen gezüchteter Knorpelzellen

Doch nicht alle Patienten sind glücklich mit dieser Therapie. Die einen leiden z.B. unter Nebenwirkungen schulmedizinischer Arzneimittel, andere haben trotz Ausschöpfung aller schulmedizinischen Möglichkeiten weiter starke Schmerzen. Selbst eine Operation ist keine Garantie dafür, dass man nachher beschwerdefrei ist.

Wer vor der Entscheidung steht, ob er sein Knie operieren lässt oder nicht, sollte wissen: Wie oft Patienten ein künstliches Kniegelenk erhalten, hängt wesentlich von ihrem Wohnort ab. In Bayern erhalten Patienten z.B. öfter künstliche Kniegelenke als im Nordosten Deutschlands. Bezogen auf die Einwohnerzahl können je nach Region bis zu dreimal so viele künstliche Kniegelenke eingesetzt werden als in anderen Regionen.

Auch wenn heute meist schon recht schonend operiert wird, lohnt es sich, erst einmal andere Wege auszuprobieren, die ohne Operation auskommen. Nach unserer Erfahrung wird manche Operation überflüssig, wenn man für einige Zeit eine breit angelegte ganzheitliche Therapie anwendet. Natürlich lassen sich damit irreversible Veränderungen an den Knochen nicht einfach wegzaubern, aber ein Knorpel kann sich, wenn er gut ernährt und angemessen beansprucht wird, durchaus regenerieren.
Und auch für den, der sich für eine Operation an Knie oder Hüfte entscheidet, kann die Ganzheitsmedizin einiges tun. Bei unseren Patienten, die ein neues Kniegelenk erhalten haben, prüfen wir z.B. nach 7 Wochen, wie sich die Schmerzen und die Beweglichkeit verbessert haben. Bei Bedarf können wir dann z.B. Operationsnarben mit Hilfe der Neuraltherapie entstören (s.u.) oder den Energiefluss und damit die körpereigene Regeneration im Operationsgebiet verbessern.

Naturheilkundliche Behandlungsmethoden

Grundgedanke der Ganzheitsmedizin ist es, den Menschen als Ganzes und nicht nur seine Gelenke und Beschwerden wahrzunehmen. Entsprechend wichtig ist es uns in unserer Praxis, chronischen Schmerzpatienten freundlich und offen begegnen, sie ernst zu nehmen und mit ihnen gemeinsam nach Ursachen und Lösungen zu suchen.

Homöopathie

Bei chronischen Schmerzen müssen die homöopathischen Mittel stets individuell entsprechend den Beschwerden und Besonderheiten des Patienten ausgewählt werden. Bei Knie- und Hüftgelenkschmerzen kommen aus der Homöopathie relativ häufig Rhus toxicodendron, Apis und Formica zum Einsatz. Neben homöopathischen Einzelmitteln können homöopathische Komplexmittel zur Einnahme (z.B. Steirocall N Tropfen) oder zur Einreibung (z.B. Zeelsalbe) eingesetzt werden.
In unserer Praxis nutzen wir darüber hinaus gern homöopathisch aufbereitete Zellpräparate zur Regeneration der Wirbelsäule und der Gelenke (z.B. Ney-Chon, Ney-Athos von der Fa. vitOrgan).
Darüber hinaus setzen wir homöopathische Mittel in Kombination mit anderen Methoden wie der Akupunktur ein (siehe unten).

Phytotherapie

Als Heilpflanzen mit besonderem Bezug zu den Gelenken, kommen vor allem Arnika, Teufelskralle und Weidenrindenextrakt bei chronischen Gelenkschmerzen zum Einsatz. Bei entzündeten Gelenken können Wickel mit Retterspitz äußerlich helfen.

Akupunktur

Bei der Akupunktur werden spezielle Punkte auf Energieleitbahnen des Körpers (Meridiane) behandelt, um regulierend und unterstützend in Körperfunktionen einzugreifen und gestörte, im Körper wirkende Kräfte wieder zu harmonisieren.

Behandelt werden können die Akupunkturpunkte z.B. mit Nadeln (kurzzeitig oder als Dauernadel), per Laser (bes. bei Kindern) oder über Elektroakupunktur. Darüber hinaus können – in der Regel homöopathische – Medikamente in die Akupunkturpunkt eingespritzt (unter die Haut injiziert) werden.

Akupunktur ist nachweislich wirksam bei verschiedenen Erkrankungen, die mit chronischen Schmerzen einhergehen. Erfolgversprechend ist Akupunktur z.B. bei einer Arthrose des Kniegelenks und daraus resultierenden Schmerzen. Das zeigt sich auch darin, dass die Akupunktur bei chronischen Schmerzen eines oder beider Kniegelenke durch Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) unter bestimmten Bedingungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Neuraltherapie nach Huneke

Mit der Neuraltherapie nach Hunecke sollen gestörte Regelmechanismen im Körper wieder ins Lot gebracht werden. Dafür gibt es zwei grundsätzliche Ansätze:

  • die Segmenttherapie und
  • die Störfeldtherapie.

Bei der Segmenttherapie werden örtliche Betäubungsmittel (v.a. Procain) an Reflexzonen gespritzt. Dahinter stecken nervale Verschaltungen über das Rückenmark zwischen inneren Organen und bestimmen Hautarealen (Segmenten), über die sich z.B. Erkrankungen eines Organs als Schmerz in einer bestimmten Region äußern können. Die Bezüge zwischen Segment und Organ sind dabei wechselseitig, d.h. über eine Behandlung des Organs kann man mitunter entsprechende Beschwerden im zugehörigen Segment behandeln. Oder – wie bei der Segmenttherapie – über eine Behandlung des Segmentes auf das beeinträchtigte Organ einwirken. Im Fall von chronischen Hüft- und Kniegelenkschmerzen sind es vor allem bestimmte Punkte an Hüfte, Knie und im Bereich des Kreuzbeins, die je nach Beschwerden angespritzt werden.

Bei der Störfeldtherapie werden u.a. Narben oder Zahnstörfelder angespritzt, um deren störende. Wirkung auf andere Bereiche – wie Knie und Hüfte – zu unterbinden.

Darüber hinaus ist es möglich 1%iges Procain zusammen mit homöopathischen Mitteln (z.B. Traumeel) direkt in Akupunkturpunkte zu spritzen. Bei chronischen Knie- und Hüftgelenkschmerzen kann erfahrungsgemäß das Spritzen am Bandapparat des Kreuzbein-Darmbein-Gelenkes hilfreich sein. Auch die Lendenwirbelsäure (LWS) sollte bei chronischen Hüft- und Kniegelenksschmerzen immer mitbehandelt werden (z.B. mit Neuraltherapie), da der Ischiasnerv an den Lendenwirbeln 3, 4 und 5 (LW3, LW4, LW5) entspringt und von dort aus in die Beine zieht. Außerdem können über die neuraltherapeutische Behandlung der Lendenwirbelsäule die Durchblutung und die Energieversorgung der Knie- und Hüftgelenke verbessert werden.

Elektroneuraltherapie nach Croon

Neben der Elektroneuraldiagnostik steht uns in unserer Praxis die Elektroneuraltherapie nach Croon zur Verfügung. Ziel dieser schmerzlosen Reizstromtherapie ist es, über die Behandlung krankhafter veränderter Reaktionsstellen (Akupunkturpunkte) energetische Störungen im Körper auszugleichen, die „Batterie wird wieder aufgeladen“.

Entsäuern und Entgiften

Um die Ausleitung von Schadstoffen zu fördern, werden die wichtigsten Ausscheidungsorgane und das ableitende Lymphsystem unterstützt. In unserer Praxis arbeiten wir z.B. gern mit

  • Ceres Taraxacum Comp, zur Anregung von Leber und Galle
  • Solidago D3 zur Anregung der Niere.

Zur Entsäuerung können z.B. Basosyx oder Neukönigförder Mineraltabletten eingesetzt werden.

Darmtherapie

Die Bezüge zwischen Darm und Bewegungsapparat sind vielfältig. Als zentrales Organ des Immunsystems spielt der Darm bei Entzündungen und Allergien eine wichtige Rolle – so auch bei verdeckten Nahrungsmittelallergien, die im Zusammenhang mit chronischen Gelenkschmerzen meist zu wenig beachtet werden.

Nur ein gesunder Darm mit einer intakten Darmflora ist in der Lage, unsere Nahrung optimal aufzuschließen und uns ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Je nachdem, welche Nährstoffe fehlen, kann es zu Fehlfunktionen der Muskulatur (z.B. Krämpfe bei Magnesiummangel) oder einem gestörten Knochenaufbau kommen (z.B. Vitamin-D- oder Kalziummangel). Und auch der Knorpel kann nur erfolgreich regeneriert werden, wenn die dafür benötigten Nährstoffe zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus kann der Darm über Meridiane oder reflektorisch mit dem Bewegungsapparat in Verbindung stehen. Auf diesem Weg können Darmprobleme auch zu Schmerzen an Knie und Hüftgelenk führen.

Erfahrungsgemäß ist die Besiedlung des Darms aufgrund ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel usw. bei sehr vielen Patienten gestört. Infolgedessen können nicht nur Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Blähungen usw.), sondern auch Gelenkbeschwerden auftreten. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir in unserer Praxis neben einer Ernährungsumstellung gern eine mikrobiologische Basistherapie ein. Zur mikrobiologischen Basistherapie können verschiedene prosymbiotische Präparate eingesetzt werden (z.B. Pro-Symbioflor/Symbioflor 1/Symbioflor 2; ProBio-cult). Sie enthalten z.B. sog. probiotische Keime wie z.B. Milchsäurebakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen und die Darmflora unterstützen können.

Darüber hinaus lässt sich der Darm über Akupunktur beeinflussen. So liegt der Akupunkturzustimmungspunkt für den Dickdarm seitlich der Lendenwirbel 4-5. Auf diesem Weg kann eine Darmstörung die Lendenwirbel belasten, was dann wieder zu chronischen Hüft- und Kniegelenkschmerzen führen kann.

Orthomolekulare Medizin

Bei der orthomolekularen Medizin geht es darum, fehlende Nährstoffe in möglichst gut verwertbarer Form zuzuführen. Nur wenn alle nötigen Mikronährstoffe (Mineralien, Vitamine usw.) zur Verfügung stehen, kann der Organismus seine Funktionen optimal erfüllen und z.B. ein angegriffener Knorpel wieder regeneriert werden.

Vitamin D

Zu den wichtigen Nährstoffen bei chronischen Knie- und Gelenkschmerzen zählt das Sonnenvitamin D. Normalerweise wird der größte Teil dieses Vitamins, das eigentlich ein Hormon ist, unter Sonneneinstrahlung in unserer Haut gebildet. Voraussetzung ist allerdings, dass wir uns bei ausreichender Strahlungsintensität lange genug in der Sonne aufhalten. Dies ist bei vielen Menschen aufgrund ihres Lebens- und Arbeitsstils (Arbeit in Räumen …) nicht der Fall. Im Winter macht sich der weit verbreitete Vitamin-D-Mangel besonders bemerkbar, da die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden zwischen November und März nicht ausreicht, um eine körpereigene Vitamin-D-Bildung zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Mensch gleich gut Vitamin D bilden kann. Beispielsweise lässt die Vitamin-D-Bildung mit dem Alter natürlicherweise nach. Und auch der Bedarf variiert. So haben Übergewichtige einen höheren Vitamin-D-Bedarf als Schlanke.

Den inzwischen auch von der Schulmedizin anerkannten weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel sehe ich tagtäglich in unserer Praxis. Von über 6000 Blutproben, in denen wir über 6 Jahre den Vitamin-D-Spiegel bestimmt haben, wiesen 90 bis 95 % einen Vitamin-D-Mangel auf. Diese lagen also unterhalb des Normwertes von 30 bis 100 µg/l. Liegen die Werte unter 10 µg/l spricht man von einem schweren Vitamin-D-Mangel.

Benötigt wird Vitamin D unter anderem für den Knochenstoffwechsel, wo es zusammen mit Kalzium einer Osteoporose entgegenwirkt. Es kräftigt die Knochen und Muskulatur, senkt das Risiko für Oberschenkelhalsbrüche und verbessert die Heilung von Knochenbrüchen. Darüber hinaus stärkt Vitamin D die Immunabwehr und hilft, Entzündungsherde im Körper in Schach zu halten.
Aufgrund der weiten Verbreitung und der weitreichenden Folgen eines Vitamin-D-Mangels, empfehle ich bei allen Patienten mit chronischen Knie- und Hüftgelenkschmerzen den Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen und ggf. zu substituieren, d.h. über Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. Wegen der besseren Aufnahme und Verwertung dieses fettlöslichen Vitamins empfehle ich meinen Patienten bevorzugt in Öl gelöstes Vitamin D (z.B. in dem verschreibungspflichtigen Dekristol oder Vigantol Öl). Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Bedarf und danach, wie stark der Vitamin-D-Mangel ausgeprägt ist.

Weitere Nährstoffe

Bei chronischen Hüft- und Kniegelenkschmerzen kommen neben Vitamin D zum Einsatz:

  • Magnesium (u.a. zur Entspannung der Muskulatur, am besten als organisches Magnesium, z.B. als Magnesiocard oder Magnesium Köhler)
  • Selen (zur Entgiftung, Bindung von Quecksilber)
  • Zink (u.a. zur Abwehrsteigerung)
  • Vitamin C (hier reicht eine einfache Ascorbinsäure aus der Apotheke, bis zu 4x2 Messerspitzen in etwas Flüssigkeit lösen und über den Tag verteilt einnehmen; wirkt u.a. antioxidativ, wird für die Kollagenbildung in unserem Bindegewebe benötigt, unterstützt das Immunsystem)
  • Vitamin E (entzündungshemmend, z.B. bei Rheuma)
  • Omega-3-Fettsäuren (entzündungshemmend, am besten als Leinöl, 2- bis 4-mal x1 Esslöffel pro Tag)

Wickel und Auflagen

Antientzündlich wirken Kraut- und Quarkwickel, die Sie regelmäßig selbst anlegen können.

Quarkwickel

Für den Quarkwickel wird Magerquark relativ dick direkt auf die Haut gestrichen. Anschließend mit einer Plastikfolie bzw. -tüte abdecken. Am Knie lässt sich der Quarkwickel am besten mit einem elastischen Verband locker fixieren (direkt vor dem Zu-Bett-Gehen). Falls es Ihnen zu warm wird, können Sie den Quarkwickel nachts entfernen.

Krautwickel

Nehmen Sie von einem Weißkohl die äußeren Blätter ab. Verwenden Sie nur die inneren Blätter für den Wickel. Legen Sie diese überlappend auf ein Handtuch und walzen Sie sie anschließend kräftig mit einem Nudelholz. Anschließend auf das Kniegelenk legen und locker mit einem elastischen Verband befestigen. Den Krautwickel am besten vor dem Schlafengehen anlegen und ebenfalls über Nacht am Knie belassen, falls es Ihnen nicht zu warm wird.

[Anm. d. Red.: Für die Wirksamkeit von Krautwickeln bei Arthrose bedingten Schmerzen gibt es inzwischen durchaus wissenschaftliche Belege: Lauche R, Romeikat N, Cramer H, Al-Abtah J, Dobos G, Saha FJ. Efficacy of cabbage leaf wraps in treating symptomatic osteoarthritis of the knee – a randomized controlled trial. Clin J Pain 2016; epub ahead of print. Doi:10.1097/AJP.0000000000000352 / Bewertung der Studie durch die Carstens-Stiftung unter www.carstens-stiftung.de/artikel/kohlwickel-fuer-das-schmerzende-knie.html. Demnach können Krautwickel mit der Wirkung Diclofenac-haltiger Schmerzgele mithalten. Der Vorteil: Krautwickel sind kostengünstig, belasten den Körper nicht und können vom Patienten einfach durchgeführt werden.]

Bewegung

Physiotherapie oder ein Tai Chi-Programm helfen nachgewiesenermaßen bei Kniegelenksarthrose. Ob als Physiotherapie, Bewegung im Alltag oder Sport: Für die Stabilität unserer Knochen und die Knorpelpflege ist Bewegung unverzichtbar. Ähnlich wie ein Schwamm, der beim Zusammendrücken das Wasser abgibt und sich beim Loslassen wieder mit Wasser füllt, sorgt die rhythmische Knorpelbelastung und -entlastung bei der Bewegung dafür, dass der Knorpel mit Nährstoffen versorgt wird. Anders als man früher glaubte, kann sich unser Knorpel durchaus regenerieren, wenn er ausreichend versorgt wird – man braucht nur Geduld. 3-4 Monate kann die Regeneration des Knorpels durchaus brauchen. Ist der Knorpel erfolgreich regeneriert, können selbst chronische Knie- und Hüftgelenkschmerzen zurückgehen oder sogar verschwinden. Unterstützt werden kann die Regeneration des Knorpels durch sogenannte „Knorpelprotektiva“ wie Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat, deren Wirkung schulmedizinisch nur zum Teil anerkannt ist.

Sonstiges

  • Zu Beginn der Behandlung empfehle ich meinen chronischen Schmerzpatienten modifiziertes Fasten oder Frischkost. Das Fasten sollte jedoch nicht auf eigene Faust erfolgen, sondern immer von einem Arzt oder Heilpraktiker begleitet werden.
  • Wenn Entzündungen hinter den chronischen Knie- und Hüftgelenkschmerzen stecken, können Enzyme (z.B. Karazym, Wobenzym) hilfreich sein.
  • Kneippgüsse (nach Anleitung)
  • Colortherapie (dabei nimmt sich der Körper aus dem Spektrum der Regenbogenfarben die Frequenzen, die ihm guttun)
  • Bei der Magnetfeld-Bioinformationstherapie werden heilende Schwingungen über das pulsierende Magnetfeld auf den Körper übertragen.
  • Physikalische Therapie
  • Bei Bedarf Fehlhaltungen korrigieren
  • Bäder wie z.B. Salhumin
  • Eigenblutinjektionen

Was Sie selbst tun können

Ernährung

Übergewichtige Patienten sollten unbedingt abnehmen, um ihre schmerzhaften Knie- und Hüftgelenke zu entlasten. Falls Sie abnehmen wollen, empfehle ich:

  • Morgens vor dem Frühstück 20 Minuten stramm gehen (Das steigert den Grundumsatz, so dass auch tagsüber mehr Kalorien verbraucht werden.)
  • Ballaststoffreich ernähren: viel Obst, Salat, Gemüse und Vollkornprodukte essen (für besseren Stuhlgang)
  • Vor jeder Mahlzeit ein Glas warmes Wasser trinken (für ein schnelleres Sättigungsgefühl)
  • Die meisten Kalorien morgens und mittags zu sich nehmen. Abends keine Hauptmahlzeit! (Der aktivere Stoffwechsel in der ersten Tageshälfte lässt die Kalorien nicht so leicht „ansetzen“.)
  • Abends möglichst wenige Kohlenhydrate (Dann steigt der Insulinspiegel abends nicht so an, man nimmt weniger zu.)

Allen Patienten mit chronischen Schmerzen empfehle ich als Basistherapie gesunde Ernährung, wie z.B. eine modifizierte fettarme Trennkost nach Hay, die individuell angepasst wird. Insbesondere sollten Lebensmittel gemieden werden, gegen die – vielleicht noch gar nicht erkannte – Allergien bestehen.)

Die normale Zivilisationskost wirkt entzündungsfördernd und sollte daher bei chronischen Hüft- und Kniegelenkschmerzen reduziert werden. Meiden Sie rotes Fleisch (Schwein, Rind), essen Sie Wild, Geflügel und Fisch (Schwermetalle!) nur in Maßen.

Zu empfehlen ist darüber hinaus die regelmäßige Zufuhr von Leinöl. Dieses versorgt uns mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren, ohne den Körper mit Schwermetallen zu belasten, wie dies beim Verzehr von Kaltwasserfischen, die ebenfalls reich an Omega-3-Fettsäuren sind, der Fall wäre. Im Zusammenhang mit chronischen Hüft- und Kniegelenkschmerzen ist v.a. die entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren zu erwähnen, von der besonders Rheumatiker und Patienten mit Multipler Sklerose profitieren (empfohlene Dosierung: 2x tgl. 2 Esslöffel). Nebenbei verbessern Omega-3-Fettsäuren die Cholesterinwerte, bieten einen gewissen Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall und verbessern die Konzentration und Hirnleistung. Beigemengt werden kann Leinöl sehr gut in Quark oder Joghurt (z.B. Kartoffeln mit Kräuterquark oder ein Schuss Leinöl ins morgendliche Müsli). Am besten verwenden Sie kaltgepresstes Bio-Leinöl.

Bewegung

Bewegen Sie sich mindestens 2o Minuten pro Tag. Je nach körperlicher Fitness können das z.B. 2x 15 Minuten strammes Gehen, Schwimmen oder Radfahren sein. Wichtig ist, dass Ihnen die Bewegung Spaß macht, damit Sie auch dabei bleiben. Ein weiterer Pluspunkt ist Abwechslung, um einseitige Belastungen zu vermeiden.

Lebensstil

  • Vermeiden Sie Reizüberflutung
  • Vermeiden Sie Elektrosmog, da dieser uns Menschen insgesamt belastet. (Wecker ohne Stromkabel verwenden, ggf. Netzfrei-Schalter fürs Schlafzimmer installieren, lieber keine Schnurlostelefone, eingeschaltetes Handy nicht permanent am Körper tragen, Verzicht auf W-LAN ...)

Psychosomatik

Bei vielen Patienten stecken muskuläre Verspannungen hinter chronischen Knie- und Hüftgelenkschmerzen. Eine solche muskuläre Anspannung ist in vielen Fällen Ausdruck seelischer Anspannung. Wer sich um körperlich-seelische Ausgeglichenheit und Gelassenheit bemüht, kann damit auch seinen Gelenken Gutes tun.

Welches Verfahren besonders gut zur Entspannung beiträgt und auch langfristig durchgehalten wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Daher frage ich meine Patienten immer, wie sie sich persönlich gut entspannen. Was für den einen Bewegung ist, mag für den anderen Meditation, der Aufenthalt in der Natur, eine künstlerische Tätigkeit (Malen, Musizieren) usw. sein.

Weitere Tipps

  • Bauen Sie falschen Ehrgeiz, Leistungsdruck und Ärger ab.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen und guten Schlaf-Wach-Rhythmus und auf ausreichend Schlaf (7-8 Stunden reichen oft aus)
  • Atmen Sie bei Ihren Spaziergängen, Radtouren usw. tief ein und aus. Das wirkt entspannend und trägt zur Entsäuerung des Organismus bei.

Interessant ist für mich auch die Frage, auf welcher Körperseite sich die Gelenkbeschwerden zeigen. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) repräsentiert die rechte Körperhälfte Yang und damit das männliche Prinzip. Frage ich meine Patienten mit chronischen Schmerzen auf der rechten Körperhälfte (z.B. im rechten Knie) nach ihrer beruflichen Situation werden sie oft hellhörig und berichten von Problemen oder von Stress bei der Arbeit.

Bei Gelenkschmerzen auf der linken Körperseite, die aus Sicht der TCM das Yin und damit das weibliche Prinzip widerspiegelt, frage ich meine Patienten gern nach ihrer familiären Situation und werde auch hier erstaunlich oft fündig. Wenn entsprechende Hinweise der Patienten kommen, sollten diese in die Therapie mit einbezogen werden.

Falls psychische Ursachen bei den Gelenkschmerzen eine große Rolle spielen oder der Patient besonders stark unter seinen chronischen Schmerzen leidet, kann eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

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