Kind stirbt an Lungenentzündung – homöopathische Ärzte warnen vor Selbstbehandlung

Kind stirbt an Lungenentzündung – homöopathische Ärzte warnen vor Selbstbehandlung

Quelle: Homöopathische Nachrichten, Oktober 2011.

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) warnt vor der Selbstbehandlung schwerwiegender Erkrankungen. In Italien starb am vergangenen Donnerstag ein Kleinkind an einer Lungenentzündung, das laut der Zeitung „La Republica“ ausschließlich von seinen Eltern homöopathisch behandelt worden war. Neben der Lungenentzündung litt der Junge an einer Gastroenteritis. Aktuell ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen das Ehepaar. Sie hätten es unterlassen, das Kind von einem Spezialisten untersuchen zu lassen, obwohl seine Symptome andauerten und alarmierend gewesen seien, so der Untersuchungsrichter Alberto Santacatterina. Der Vater des Kindes gibt sich in seinem Lebenslauf als Spezialist in der Homöopathie aus, ist jedoch in Italien nicht als Homöopath registriert. „Die Selbstbehandlung einer Pneumonie ist generell unverantwortlich“, sagt Cornelia Bajic,

1. Vorsitzende des DZVhÄ, „ob mit Homöopathika oder anderen Medikamenten.“ Die Behandlung dieser Erkrankung gehört in die Hand eines Kinderarztes, der dann über eine sinnvolle Therapie zu entscheiden habe. „Ein homöopathischer Kinderarzt kennt die Grenzen der ärztlichen Homöopathie ebenso wie die Grenzen einer konventionellen Pharmakotherapie“, erklärt Bajic. Selbst ernannte Spezialisten in der Homöopathie seien eine große Gefahr sowohl für Erkrankte als auch für die Reputation homöopathischer Ärzte. Der DZVhÄ ist für die Weiter- und Fortbildung homöopathischer Ärzte zuständig, die von den Ärztekammern vorgeschrieben wird. Bajic: „Nur eine profunde ärztliche Ausbildung befähigt dazu, Krankheiten zu behandeln, die in Deutschland zu den häufigsten Ursachen von Kindersterblichkeit zählen.“ In Europa sterben laut dem Deutschen Ärzteblatt pro Jahr etwa 300.000 Kinder unter fünf Jahren. Abgesehen von perinatalen Komplikationen (44 Prozent) sind Durchfall (13 Prozent) und Lungenentzündungen (12 Prozent) die häufigsten Todesursachen.

Kontakt:
Christoph Trapp
Pressesprecher des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte
Reinhardtstraße 37, 10117 Berlin
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