Hufelandgesellschaft e.V. - Hufeland Verzeichnis

Hufelandgesellschaft e.V. - Hufeland Verzeichnis

(K)eine Chance für Naturheilkunde? Zur Rolle der Komplementärmedizin im deutschen Gesundheitssystems. Aktuelles Hufeland-Verzeichnis gibt Orientierung bei der Abrechnung komplementärmedizinischer Leistungen.

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(K)eine Chance für Naturheilkunde? Zur Rolle der Komplementärmedizin im deutschen Gesundheitssystem. Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt am Zentrum für Naturheilkunde des Berliner Immanuel-Krankenhauses und Inhaber der Berliner Stiftungsprofessur für Naturheilkunde, Vorstand der Hufelandgesellschaft

Komplementärmedizin hilft – wird sie von den Versicherungen auch bezahlt?
Peter Wenzl, Bereichsleiter der Mannheimer Krankenversicherung und der mamax Lebensversicherung AG

Berlin, November 2009 – Außer der Homöopathie sind nur wenige diagnostische und therapeutische Leistungen der Komplementärmedizin in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgebildet: Mit dem Hufeland-Leistungsverzeichnis können sich Ärzte, Patienten und Versicherer verlässlich über Höhe und Angemessenheit von Abrechnungen informieren. Im jetzt bei Haug erschienenen Hufeland-Verzeichnis wurden Methoden wie Osteopathie und Feldenkrais ergänzt, die Laborleistungen erweitert.

Die Hufelandgesellschaft hat als Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin das „Hufeland-Leistungsverzeichnis der Besonderen Therapierichtungen“ (Haug, Stuttgart. 2009) in der fünften Auflage dem derzeitigen Stand der Komplementärmedizin angepasst. Das Verzeichnis umfasst die Verfahren, die in den ärztlichen und zahnärztlichen Praxen, klinischen Ambulanzen und naturheilkundlichen Abteilungen in Krankenhäusern angewendet werden. Der Schwerpunkt liegt auf den Methoden, die in der Naturheilkunde, der Homöopathie und Akupunktur und der anthroposophischen Medizin häufig zur Anwendung kommen. Für Prof, Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde und der Hochschulambulanz für Naturheilkunde der Charité am Immanuel Krankenhaus Berlin, ein unverzichtbares Buch: „Das Hufeland Verzeichnis ist ein wichtiger Schritt zur Implementierung der seriösen Naturheilkunde und Komplementärmedizin in die medizinische Versorgung in Deutschland. Die Patienten in Deutschland möchten eine Integrative Medizin, das heißt ‚Das Beste von Beidem’ – hochwertige Komplementärmedizin und Naturheilkunde in Kombination mit Schulmedizin.“

Da die Bedeutung der Diagnostik in der komplementärmedizinischen Betreuung der Patienten erheblich zunimmt, wurden die Laborleistungen im aktuellen Verzeichnis erweitert. Das Verzeichnis führt Abrechnungsziffern für Untersuchungen im Zusammenhang mit Allergien und Unverträglichkeiten, im Bereich der Mikrobiologischen und Orthomolekularen Medizin, sowie Untersuchungen zu umweltmedizinischen Fragestellungen auf.

Inhalt und Umfang des Verzeichnisses sind durch die Arzneimittelkommission der Hufelandgesellschaft geprägt. Bevor eine Methode in das Leistungsverzeichnis aufgenommen wird, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein: Das Verfahren muss theoretisch erklärbar und in der Praxis bewährt sein, sowie mit theoretischen Denkansätzen ein plausibles Konzept ergeben. Ein weiteres Aufnahmekriterium ist die Lehr- und Lernbarkeit des jeweiligen Verfahrens. Denn bevor ein Arzt eine dieser Methoden anwenden darf, ist er verpflichtet, eine qualifizierte Ausbildung bei einer ärztlichen Fachgesellschaft oder einer entsprechenden ärztlichen Institution abzuschließen.

Angemessene und transparente Gebührenforderungen sind für ein solides Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, Patient und Versicherer unabdingbar. Das Hufeland-Leistungsverzeichnis stellt keine Gebührenordnung dar. Es dient als Empfehlung für den Arzt, Orientierung für den Versicherer und dem Schutz des Patienten.

Das Verzeichnis enthält zu jedem Verfahren neben einer Methodenbeschreibung die jeweils gebräuchlichsten Leistungen mit Abrechnungsvorschlägen. Sie bestehen aus der Angabe des einfachen Gebührensatzes sowie des Punktwertes. Da viele Leistungen nicht in der GOÄ aufgeführt sind, haben ihnen die Herausgeber gleichwertige oder ähnliche Gebührenordnungs-Ziffern zugeordnet. Diese Ziffern sind zu den aufgelisteten Leistungen mit aufgeführt, so dass der behandelnde Arzt die GOÄ-Ziffer kennt, die direkt oder analog dem Abrechnungsvorschlag zugrunde liegt.