Herbst- und Winterdepression ade

Auch wenn Herbst und Winter durchaus reizvolle Aspekte zeigen, fehlt dennoch in den Monaten dieser Jahreszeiten etwas Entscheidendes: Licht! So beginnt - häufig von grauen Wolken und Nebel geprägt - ein Arbeitstag meistens in der Dämmerung und endet, nach einem langen Tag im Büro, oft erst nach Einbruch der Dunkelheit. Vielen schlägt dieser ständige Lichtmangel aufs Gemüt.

Herbst- und Winterdepression ade

(lifepr) Heidelberg, 20.11.2008 - (...) Die Betroffenen klagen über Beschwerden wie gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis sowie gesteigertes Verlangen nach Süßem und Kohlehydraten - Gewichtszunahme inklusive.
Bezeichnet wird dieser Zustand als Herbst- oder Winterdepression, beziehungsweise als saisonal abhängige Depression (SAD). Es handelt sich hierbei um eine von vielen unterschiedlichen Depressionsstörungen, die sich zunehmend verbreitet. "Das kommt auch daher, dass wir heute in hohem Maß ein Leben in geschlossenen Räumen führen", erläutert Dr. Musselmann, Allgemeinmediziner und Arzt für Naturheilverfahren. Regelmäßig im Herbst beginnend, verschwindet sie spontan im Frühling. Bei den meisten macht sie sich zum ersten Mal in den Zwanzigern bemerkbar und wird mit zunehmendem Alter stärker. In südlichen Ländern tritt sie seltener auf, als im Norden. Frauen scheinen viermal häufiger von diesem Phänomen betroffen zu sein. Aber, abgesehen davon, wie entsteht sie?

Als Ursache für die Herbst- und Winterdepression wird eine Störung bestimmter Neurotransmitter vermutet. Das sind Botenstoffe im Gehirn, die für die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, für Stimmung und Ähnliches zuständig sind - am häufigsten diskutiert werden Melatonin und Serotonin. Ein weiterer Grund scheint in der Entwicklungsgeschichte des Menschen zu liegen - das heißt, in der dunklen Jahreszeit stellt der Körper auf einen winterschlafähnlichen Zustand um. Wie Dr. Musselmann erklärt, bietet hier eine Lichttherapie (auch Phototherapie genannt) Abhilfe. Hilfreich sind ebenfalls ausreichend Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung, Heilpflanzen in Form von Kräutertees, Aromatherapie und pflanzlichen Präparaten und viele weitere Maßnahmen.

Basiswissen - Herbst-/Winterdepression
Die Herbst- oder Winterdepression bzw. saisonal-affektive Störung (auch SAD von Seasonal Affective Disorder; saisonal abhängige Depression) ist eine depressive Störung, die - wie der Name schon sagt - in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Neben den typischen Symptomen einer depressiven Verstimmung mit erhöhter Irritabilität und Angst sowie einer Reduzierung des Energieniveaus, kommt es darüber hinaus sehr häufig zu atypischen Symptomen: Verlängerung der Schlafdauer, verstärkter Appetit mit auffälligem Kohlenhydratheißhunger und einer daraus folgenden Gewichtszunahme. Atypisch sind diese Symptome, da bei der Depression ansonsten eher Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen auftreten.