CAM-Verwendung stabilisiert sich auf hohem Niveau

Gesundheitsmonitor 2012 der Bertelsmann-Stiftung

CAM-Verwendung stabilisiert sich auf hohem Niveau

Januar 2013, Quelle: Homöopathische Nachrichten

Der Gesundheitsmonitor 2012, eine repräsentative Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, hat erhoben, wie oft Verfahren der Komplementär- und Alternativmedizin (CAM-Verfahren) in Deutschland verwendet werden, und wie gut sie wirken. Gefragt wurde nach „Naturheilmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln“, „Naturheilverfahren“, „homöopathischer Medizin“, „Entspannungstechniken“, „Akupunktur und chinesischer Medizin“ sowie „Chiropraktik und Osteopathie“.

Wer wendet CAM-Verfahren an und wie häufig?
63 Prozent der Befragten haben mindestens eines der oben genannten Verfahren schon einmal in Anspruch genommen, davon 40 Prozent in den vergangenen 12 Monaten, 23 Prozent vor mehr als 12 Monaten. 31 Prozent der Verwender zählen zu den Viel-Nutzern: sie haben bereits drei oder mehr Verfahren in Anspruch genommen. Die Viel-Nutzer sind häufig zwischen 40 und 59 Jahren alt, weiblich, verfügen über höhere Bildung und höheres Einkommen, und sind oder waren im Gesundheitsbereich tätig. Der Gesundheitszustand dieser Gruppe ist meist schlechter, das Gesundheitsbewusstsein größer als der Durchschnitt. Interessant: Unter den Viel-Nutzern gibt es nicht nur überproportional viele Befürworter von CAM-Verfahren, sondern noch mehr Personen mit einer ambivalenten Haltung. CAM-Verwender sind also durchaus kritisch gegenüber den Therapien, die sie anwenden.

Wie oft wird die Homöopathie angewendet? Und warum?
In der Verbreitungs-Rangliste liegt die homöopathische Medizin auf Platz drei. 31 Prozent der Befragten haben die Homöopathie für sich in Anspruch genommen. 37 Prozent dieser Behandlungen erfolgten auf Empfehlung eines Arztes, 48 Prozent aus eigenem Antrieb und 16 Prozent auf Empfehlung eines Heilpraktikers. Rund die Hälfte der Nutzer verwenden Homöopathie wegen eines chronischen Leidens, fast 80 Prozent tragen die Kosten selbst. Etwa 7.000 Ärzte verfügen über die Zusatzbezeichnung Homöopathie.

Wie wird der Therapieeffekt eingeschätzt?
Insgesamt zeigen die Ergebnisse eindeutig, dass die CAM-Verfahren von vielen Anwendern als subjektiv wirksam eingeschätzt werden. Verschlechterungen traten in weniger als 1 Prozent der Fälle auf. Für alle Verfahren lag der Anteil der Anwender, die angaben, die Behandlung habe „gut geholfen“, bei 40 Prozent. Besonders gut schnitt die Chirotherapie/Ostheopathie ab (über 60 Prozent „gut geholfen“), gefolgt von der Homöopathie mit 50 Prozent. Weiterhin auffällig: Bei der Akupunktur gaben 20 Prozent der Verwender an, dass keine Besserung der Beschwerden erzielt werden konnte.

Fazit
CAM-Verfahren haben einen festen Platz in der Gesundheitsversorgung. Die Ergebnisse zeigen, dass fast zwei Drittel der erwachsenen Deutschen mindestens einmal eine Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin gesucht und genutzt haben. Diese wird in der Regel als wirksam empfunden. Die Zuwächse in der Inanspruchnahme seit den 80er Jahren sind allerdings vorbei – das Niveau stabilisiert sich.

Was ist der Gesundheitsmonitor?
Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann-Stiftung erhebt seit 2001 Daten zur Gesundheitsversorgung in Deutschland. Seit 2011 gehört die BARMER GEK zu den Projektträgern. Im Jahr 2012 wurden 1778 Personen in die Befragung eingeschlossen. Gefragt wird nach der Einstellung zu Gesundheit und Krankheit, Therapieverfahren und Ärzten. Insgesamt werden mehr als 120 Fragen gestellt. In den Jahren 2002, 2005, 2006 und 2012 wurde dabei die Naturheilkunde mit insgesamt 8 Fragen zu 6 Therapieverfahren berücksichtigt.

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