Beruflich flexibel sein - gesund bleiben

WIdO und AOK stellen Fehlzeiten-Report 2012 vor

Beruflich flexibel sein - gesund bleiben

Quelle: August 2012, AOK-Bundesverband GbR

Laut Fehlzeiten-Report 2012 hat inzwischen fast jeder zweite Beschäftigte mit seinem Arbeitgeber eine Absprache, außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein. Die Arbeitswelt wird flexibler und verändert auch die gesundheitlichen Risiken der Arbeitnehmer. „Allein seit 2004 ist die Anzahl unserer Versicherten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in Behandlung sind, um 40 Prozent gestiegen. Die Behandlungskosten beliefen sich bei der AOK allein im Jahr 2011 auf 9,5 Milliarden Euro“, sagte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes, bei der Vorstellung des Reports in Berlin. "Wir sollten den Wandel der Arbeitswelt aktiv zum Vorteil von Beschäftigen und Unternehmen gestalten. Dazu gehört auch, dass der Flexibilität durch verbindliche Vereinbarungen zu Arbeitszeit und -ort klare Schranken gesetzt werden."

Telearbeit, Videokonferenzen, Smartphones – die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Der technische Fortschritt hat vielfältige gesellschaftliche Veränderungen angestoßen – eine davon ist die Flexibilisierung. „Den richtigen Umgang damit müssen wir noch lernen und dabei neue Maßnahmen zum Gesundheitsschutz vereinbaren. Vereinfacht gesagt, hat der Schutzhelm in einer Dienstleistungsgesellschaft seine Funktion verloren. Beschäftigte müssen sich vielmehr gegen Unsicherheit und sozialen Druck wappnen“, sagte AOK-Vorstand Uwe Deh. „Die AOK spürt wie ein Seismograf die Erschütterungen dieses gesellschaftlichen Wandels.“

So nehme vor allem die Anzahl der psychischen Erkrankungen kontinuierlich u. Seit 1994 hat sich die Anzahl der Tage, in denen Beschäftigte aufgrund psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig waren, nahezu verdoppelt. Allein seit 2004 ist die Anzahl der AOK-Versicherten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in Behandlung sind, um 40 Prozent gestiegen. Das wirke sich auch auf die Behandlungskosten aus, so Deh.

In den vergangenen acht Jahren sind die Ausgaben der AOK zur Behandlung psychisch Erkrankter um über eine Milliarde Euro gestiegen. Im Jahr 2011 lagen die Kosten bei 9,5 Milliarden Euro.

Chancen und Risiken flexibler Arbeitswelten

Chancen und Risiken flexibler Arbeitswelten Flexibel zu arbeiten eröffnet für den Einzelnen und für die Unternehmen große Chancen. Wer selbst bestimmt, wo und wann er arbeitet, kann die Anforderungen von Beruf und Privatleben besser aufeinander abstimmen. Auch räumliche Mobilität vergrößert den eigenen Handlungsspielraum, indem sich zum Beispiel neue Aufstiegs- oder Entwicklungschancen bieten. Doch zu viel berufliche Flexibilität kann die Psyche belasten.
Das bestätigt der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) veröffentlichte Fehlzeiten-Report 2012 mit eindrucksvollen Zahlen.

Danach berichten diejenigen öfter über psychische Beschwerden, die häufig außerhalb der normalen Arbeitszeit arbeiten oder Probleme haben, Beruf und Freizeit zu trennen. „Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sind, die immer am oberen Limit arbeiten oder lange Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen, sind großen psychischen Belastungen ausgesetzt“, skizzierte Helmut Schröder, Herausgeber des Fehlzeiten-Reports und stellvertretender WIdO-Geschäftsführer, die Ergebnisse einer aktuellen Beschäftigtenumfrage wie auch der Krankmeldungen von 10,8 Millionen Beschäftigten des Jahres 2011.

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