Babymassage

Babymassage

Frau Zwartjes ist Babymassagekursleiterin seit 1997 und hauptsächlich in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern tätig. Ausbildung bei der DGMB (Deutsche Gesellschaft für Babymassage),Trainerin IAIM / International Assoziation of Infantmassage seit 2000. Entwickelte das Konzept Kindermassage der DGBM mit Annette Berggötz zusammen und bildet derzeit ...

Autor/en dieses Beitrages:
Thordis Zwartjes, Trainer/in Baby- und Kindermassage aus Bad Aibling

Einführung

Frau Zwartjes ist Babymassagekursleiterin seit 1997 und hauptsächlich in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern tätig. Ausbildung bei der DGMB (Deutsche Gesellschaft für Babymassage),Trainerin IAIM / International Assoziation of Infantmassage seit 2000. Entwickelte das Konzept Kindermassage der DGBM mit Annette Berggötz zusammen und bildet derzeit Kursleiter/Innen für Baby- und Kindermassage aus. Sie macht darüber hinaus Teamfortbildungen in Kindergärten und Schulen, sowie sozialen Einrichtungen. (siehe Linktipps)

Lesen Sie auch den Artikel von Frau Zwartjes: Massage beim heranwachsenden Kind

Voraussetzungen

Das Konzept von wird Vimala Schneider seit 1976 praktiziert und von zertifizierten Kursleiter/Innen geleitet. Der Fixpunkt einer Babymassagestunde ist das Baby selbst. D.h. die Eltern achten auf die Bedürfnisse und Signale ihres Babys und suchen gemeinsam mit der Kursleiterin nach den entsprechenden Antworten. 
Der Bewusstseinszustand des Kindes wird darüber entscheiden, wann und wie lange massiert wird. 
Babys, die schlafen oder genug Massage bekommen haben, werden weder zur Massage geweckt noch daran gehindert, einschlafen zu können. Meist stehen Puppen zur Verfügung, damit die Massagetechnik trotzdem erlernt und praktiziert werden kann.
Die Babys werden nur von ihren Eltern massiert, denn nur sie besitzen die Kompetenz und die entsprechende Vertrautheit dazu.

Streicheleinheiten, die stark machen 

Sanfte Massagen machen Babys glücklich und zufrieden. Sie genießen die liebevollen Berührungen und fühlen sich wohl in ihrer Haut.

Zum Beispiel, Lea, vier Monate,liegt nackt auf einem weichen Badetuch. Ihre Mama massiert sanft das Bäuchlein. Die Kleine ist dabei ganz entspannt. Sie genießt Mamas warme, eingeölten Hände auf der nackten Haut, ihre liebevolle Stimme, die sanften Berührungen. Solche Augenblicke sind wie Balsam für Körper und Seele eines Kindes. Denn berührt zu werden ist neben Essen und Schlafen eines seiner Grundbedürfnisse. Beim Streicheln spürt ihr Kind: Mama ist da, sie tut mir gut und ich kann mich sicher und geborgen fühlen. Babymassage ist eine uralte Kunst, die in vielen Ländern, vor allem in Indien, traditionell von der Mutter an die Tochter weitergegeben wird. Der französische Arzt und Vater der sanften Geburt Frederick Leboyer hat bei seinen langen Aufenthalten dort, die Babymassage kennen gelernt und deren positiven Wirkungen auf Kinder in seinem Buch „Sanfte Hände" beschrieben. Tiffany Field, führende Expertin auf dem Gebiet der Berührungstherapie leitet das „Touch Research Institute" an der medizinischen Fakultät der Universität Miami in Florida. Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Studien haben ergeben: 
Liebevolle Berührungen sind Grundvoraussetzungen für eine positiv geistige und körperliche Entwicklung beim Kleinkind. Die Haut, unser größtes Sinnesorgan, entwickelt sich bereits vor dem Hören, Sehen und Riechen im Mutterleib. Sogar Ungeborene reagieren auf Streicheleinheiten durch Mamas Bauchdecke. Ist das Baby erst mal auf der Welt, kann es nicht genug davon bekommen. Wenn sie es sanft streicheln, sammelt es positive Sinneserfahrungen. Und damit fördern sie seine geistige und körperliche Entwicklung.

Vorgehensweise

In der Regel umfasst ein Kurs fünf Einheiten zu je 90 Minuten.
Massiert wir auf eigenen Handtüchern. Zum einen umgibt das Baby der vertraute Geruch und zum anderen kann dem Baby ein kuscheliges „Nest" als Massageplatz eingerichtet werden. Die Raumtemperatur von ca.23 Grad ist den Bedürfnissen nackter Babys angepasst. 

7 Tipps zur Babymassage

  • Satt und ausgeruht tut die Massage ihrem Baby besonders gut. Ideal ist ein Zimmertemperatur von etwa 25 Grad 
  • Wichtig: eine ruhige Atmosphäre und viel Zeit. Leises Singen oder Summen sorgt für zusätzliche Entspannung 
  • Naturbelassene Öle, wie Jojoba-, Weizenkeim- oder Mandelöl eignen sich am besten; reiben sie das Öl vorher in den Handflächen warm 
  • Beginnen sie die Massage mit einem kleinen Ritual; z.B. über das Bäuchlein streicheln und dabei leise singen 
  • Berühren sie ihr Baby mit der ganzen Hand, denn es fühlt sich am wohlsten, wenn es einen sanften Druck spürt 
  • Wie lange massiert werden soll, hängt von der Tagesform des Babys ab; manchmal ist es mit fünf Minuten schon zufrieden, manchmal genießt es die Streicheleinheiten über 20 Minuten 
  • Bitte nicht massieren, wenn ihr Baby krank ist, Fieber hat, hungrig ist, gerade gegessen hat oder sie selber nervös sind

Ansatzpunkt Weinen

Weinen ist die Sprache, mit der die Babys sich mitteilen können. Über diese Reaktion wird durch Zuhören versucht, die Gefühle und Bedürfnisse des Kindes besser kennen zu lernen. Es gibt neue Wege, wie auf das Weinen eines Babys geantwortet werden kann. 
Das Baby wird gehalten und liebevoll umschlossen. Die innere Haltung sollte dem Baby signalisieren, Weinen ist in Ordnung. Es soll erfahren: Du bist nicht allein, ich verstehe deinen Schmerz, wenn ich auch nicht alles verstehe. Es geht dabei eben nicht darum, dass das Baby möglichst schnell beruhigt wird.

Weinen entspannt, denn bestimmte Stoffe werden mit den Tränen aus dem Körper geschwemmt. Ein Kind, das aus dem Gleichgewicht gekommen ist, kann sich durch Weinen wieder spüren und zu seiner Mitte (innerem Gleichgewicht) finden. Eltern, die die Bewusstseinszustände kennen und entsprechend reagieren, verstehen ihr Baby schneller. Die Kommunikation zwischen Eltern und Baby kann dann auf differenzierteren Wegen, als Weinen, stattfinden.

Im Mittelpunkt steht die Kompetenz des Säuglings

Babys haben Fähigkeiten, gewisse Dinge selber zu regeln. Sie haben z. B. von Anfang an die Fähigkeit, zu agieren. Durch Nachahmen können sie mit ihren Eltern kommunizieren und den „Tanz der Bindung" mit ihren Eltern aufnehmen. Wenn Babys zu viel Stimulation erfahren, können sie schon sehr früh lernen, sich abzugrenzen, indem sie sich beispielsweise vom Reiz weg drehen oder wenn sie es schon können, sich selbst zu drehen. 
Sie finden zurück zur Mittellinie und haben dabei Hand – Hand und Fuß – Fuß Kontakt oder finden ihren Daumen. Babys können und sollen altersgerechten Stress selber lösen können. Wenn Eltern Dinge tun, die Baby / Kinder selber tun können, nennt man das verwöhnen. Nicht aber, wenn Eltern auf die Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen und prompt reagieren.Die Bindung zwischen Eltern und Kind wächst durch die liebevolle Berührung. Es entsteht Selbstbewusstsein und Zutrauen für einander.

Liebevolle Brührungen machen schlau

Das Gehirn eines Neugeborenen hat etwa 100 Milliarden Neuronen. Diese Nervenzellen sind im Gegensatz zu denen von Erwachsenen wenig vernetzt. In den ersten drei Lebensjahren ändert sich das. In rasantem Tempo bilden sich immer mehr Umschaltstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen, so genannte Synapsen. Ein dreijähriges Kind hat übrigens doppelt so viele wie ein Erwachsener. Die Natur ist hier mit Recht sehr verschwenderisch. Denn die vielen Synapsen helfen dem Kind seine Umwelt immer besser zu verstehen. Sein Gehirn speichert damit Gefühlserfahrungen ab. Das heißt: bei jeder liebevollen Berührung werden Synapsen aktiviert oder sogar neue gebildet. Wenn sie ihr Kind öfter liebevoll berühren erlebt es weniger Stress, das für die Gehirnentwicklung nicht förderliche Cortisol wird gar nicht erst ausgeschüttet. Babys, die regelmäßig massiert werden, sind i.d.R. ausgeglichener und schlafen friedlicher.

Streicheleinheiten fördern Ihr Baby

Autorin: Susanne Dittrich
ist Kursleiterin für Baby- und Kleinkindmassage und Geschäftsleiterin der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V.

Wie wohl es tut, sanft massiert zu werden, sieht man dem Baby am Gesicht an. Dass es dabei stark, klug und fröhlich wird, haben Forscher entdeckt. Studien bestätigen: Wenn Kinder in den ersten Monaten viel berührt und gestreichelt werden, weinen sie weniger. Sie schlafen besser, sind aufmerksam, neugierig und zufriedener. Durch die regelmäßige Massage erlebt ein Kind viel Geborgenheit und Sicherheit und kann sich dadurch gut entspannen. Regelmäßige Massage fördert die motorische Entwicklung des Babys. Denn durch die Sinnesreize bildet sich schneller Myelin, eine fetthaltige Schutzhülle, die unsere Nerven spiralförmig umwickelt. Sie ist für die störungsfreie Weiterleitung elektrischer Impulse am Nerv entlang verantwortlich. Die Reizübertragung zwischen Gehirn und Muskel läuft dann im wahrsten Sinne des Wortes „wie geschmiert". Fest steht auch, dass die regelmäßigen Streicheleinheiten die Bindung zwischen Eltern und Baby stärkt. Die Kinder sind später beziehungsfähiger.

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