Masern - Diagnose und naturheilkundliche Therapie

Masern

Hier berichtet die Heilpraktikerin und Medizinjournalistin M. Rupprecht, was die Diagnose von Masern so schwierig macht, wie Sie den Heilungsprozess bei Masern mit naturheilkundlichen Mitteln unterstützen können und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten. Zudem geht sie der Frage nach, wie sinnvoll die allgemein propagierte Masernimpfung wirklich ist.

Autor/en dieses Beitrages:
Margret Rupprecht, Heilpraktiker/in aus München
Fachliche Prüfung und Ergänzung durch:
Dr. med. Wolfgang Scheel, Arzt/in aus Steinheim an der Murr

Masern - Diagnose und naturheilkundliche Therapie

Einführung

Einführung

„Krankheit wird sich mit den zurzeit angewandten materialistischen Methoden niemals wirklich heilen oder ausmerzen lassen, weil ihr Ursprung nicht im Materiellen liegt. Denn das, was wir als Krankheit bezeichnen, ist nur das körperliche Endresultat des anhaltenden Wirkens tiefer liegender Kräfte“, schreibt der englische Arzt Edward Bach und bezeichnet damit ein Phänomen, das auch und gerade für die Kinderkrankheiten in besonderer Weise gültig ist.

Kindheit ist ein permanenter Prozess der Ausdehnung. Wenn eine Ei- und eine Samenzelle miteinander verschmolzen sind, beginnen sie sich zu teilen. Nach neun Monaten ist ein kleiner Mensch entstanden, der nun ohne die schützende Hülle des mütterlichen Körpers existieren kann. Doch der Prozess des Wachsens und Ausdehnens geht weiter, bis die Blüte des Erwachsenenalters erreicht ist.

Auf dem Hintergrund dieser Überlegungen kommt einem typischen Phänomen von Kinderkrankheiten, dem Hautausschlag, eine besondere Bedeutung zu. Ein Kind das „ausschlägt“, zeigt, wie der Name schon sagt, auf der körperlichen Ebene einen Impuls zur weiteren Ausdehnung. Die Grenzen, die das Kind innerseelisch sprengen möchte, erfordern eine Kraft, die ihm noch nicht zur Verfügung steht. Der Körper übernimmt als Bühne für seelische Vorgänge jetzt eine Art Indikatorfunktion. Die Haut beginnt im Ausschlag zu „platzen“, Inneres drängt sich nach außen (und sei es nur Bläschensekret) und bringt damit zum Ausdruck, dass das Kind sich „weiten“ möchte. Eltern können an ihren Kindern häufig beobachten, dass diese nach überstandener Kinderkrankheit einen kräftigen Entwicklungsschub durchmachen. Auf einmal verfügen sie über Fähigkeiten, die man ihnen vorher vergeblich beizubringen versuchte.

Wachstum und Entwicklung von Kindern vollziehen sich in Schüben, bisweilen eruptiv und ganz und gar nicht harmonisch. Der griechische Philosoph Heraklit prägte den Satz „Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Man kann ihn auch anders übersetzen: „Der Konflikt (z. B. im Sinne einer  Infektion) ist der Schöpfer all dessen, was sich entwickeln will.“ Kinderkrankheiten sind heftigste Konflikte, Durchbruchssituationen, die man einem Kind nicht rauben darf.

Auf dem Hintergrund dieser Überlegungen sollte die tatsächliche Notwendigkeit einer Masernimpfung sehr differenziert betrachtet werden. Kinderkrankheiten sind eine andere Art von Infektionen als z.B. Tetanus oder Hepatitis. Nicht umsonst heißen sie „Kinder-Krankheiten, denn ein Kind braucht sie, um sein Immunsystem zu trainieren und sich als Persönlichkeit zu entwickeln. So sehr aus gesundheitspolitischen Gründen verständlich ist, dass der Staat die Kinderkrankheit Masern mit flächendeckenden Impfungen ausrotten möchte, so legitim ist es auch zu fragen: Was tun wir dem Individuum Kind an, wenn wir ihm die organischen Möglichkeiten rauben, Entwicklungskonflikte – gerade auch körperliche – zu durchleben?

Masern – eine Virusinfektion

Masern, lateinisch Morbilli, englisch Measles, wird durch ein ausschließlich beim Menschen vorkommendes RNA-Virus ausgelöst. Die Krankheit überträgt sich durch direkten Kontakt mit Infizierten oder mittels Tröpfcheninfektion. Masernviren sind gegenüber Licht, Luft, Hitze und Desinfektionsmittel sehr empfindlich, so dass sie außerhalb des menschlichen Körpers nach etwa zwei Stunden absterben. Die Krankheit wird praktisch nicht über gemeinsam benutzte Gegenstände übertragen.

Masern sind fünf Tage vor dem Beginn des Hautausschlages bis vier Tage nach seinem Abklingen ansteckend. Das Virus dringt über die Schleimhaut der Atemwege in den Organismus ein, wo es dieselben Symptome hervorruft wie bei Schnupfen, Husten und Bronchitis. Von den Atemwegsschleimhäuten breitet es sich über die Blutbahn im ganzen Körper aus. Das ist auch der Grund, warum der maserntypische Hautausschlag erst nach einigen Tagen auftritt.

Masern ist eine generalisierte Infektion, die nicht auf Haut und Schleimhäute lokal begrenzt bleibt, sondern das ganze Immunsystem herausfordert. Menschen mit herabgesetzter Immunität und geschwächter Abwehr sind für schwere Verlaufsformen besonders anfällig, während die Infektion von abwehrstarken Personen insgesamt leichter und in der Regel komplikationslos überstanden wird.
(Lesen sie hierzu auch unseren Beitrag von Dr. Scheel: Kommentar zur aktuellen Maserndiskussion)

Zweiphasiger Krankheitsverlauf

Nach einer Inkubationszeit von etwa zehn bis vierzehn Tagen beginnt das sog. Prodromalstadium, das ca. drei bis vier Tage anhält. In diesem Stadium lassen sich die Masern leicht mit einer Erkältungskrankheit verwechseln. Typisch sind Schnupfen, trockene Bronchitis und Bindehautentzündungen. Der kleine Patient ist „verrotzt, verheult und verschwollen“.

Das Prodromalstadium geht meist mit Fieber über 40 Grad einher, ferner grippeähnlichen Symptomen wie Übelkeit und Halsschmerzen. Erste sichere Hinweise auf eine Maserninfektion sind die Koplik´schen Flecken an der vorderen seitlichen Wangenschleimhaut, die sich auch mit dem Mundspatel nicht entfernen lassen. Die hellweißen Flecken auf entzündlich gerötetem Untergrund sind etwa 1 – 2 mm groß und treten gegen Ende des Prodromalstadiums auf.

Nach knapp zwei Wochen entwickelt sich der zweite Krankheitsgipfel. Das Prodromalstadium geht in das Exanthemstadium (Stadium des Hautausschlags) über. Das am Ende des Prodromalstadiums gesunkene Fieber steigt wieder an. Es entwickelt sich ein aus knotigen rötlichen Flecken bestehender Hautausschlag, der auch zusammenfließen kann. Er beginnt meist hinter den Ohren und breitet sich innerhalb eines Tages über den ganzen Körper aus. Der Ausschlag „blüht“ etwa fünf Tage lang; dann bildet er sich zurück bis zu einem trockenen und leicht schuppigen Stadium, das narbenlos abheilt. Im Exanthemstadium entwickeln sich häufig Lymphknotenschwellungen.

Wer einmal eine Maserninfektion durchgemacht hat, bleibt sein Leben lang gegen eine Zweitinfektion immun. Allerdings kann es während und nach einer Maserninfektion zu einer allgemeinen Immunschwäche kommen, die wiederum dazu führt, dass sich eine andere Infektion als bakterielle Superinfektion im geschwächten Organismus ausbreitet. Ein typisches Beispiel ist die Mittelohrentzündung während und nach einer durchgemachten Maserninfektion.

Komplikationen – seltener als oft suggeriert

Aufgrund der heute allgemein guten Ernährungssituation mit frischem Obst und Gemüse während des ganzen Jahres sind schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen selten geworden. Gefährlich sind Masern vor allem für Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche, z. B. genetischen Defekten des zellulären Immunsystems, HIV-Infektion, bösartigen Tumoren oder immunsuppressiver Therapie, z. B. nach Organtransplantationen. Bei diesen Personengruppen besteht im Fall einer Infektion ein erhöhtes Risiko für Komplikationen oder sogar einen tödlichen Ausgang der Krankheit. Das Robert-Koch-Institut gibt die Sterblichkeitsrate bei Masern mit 1 : 10 000 bis 1 : 20 000 an. Meist handelt es sich um Patienten mit starker Immunschwäche oder schweren Vorerkrankungen. In den Entwicklungsländern mit ihrer schlechten Ernährungssituation liegt die Sterblichkeitsrate bei 25 %.

Die gefürchteten Komplikationen im Rahmen von Masern sind Lungenentzündung und Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung. Letztere kommen etwa in jedem tausendsten Krankheitsfall vor, in der Regel drei bis elf Tage nach Beginn des Hautausschlages. Je älter das Kind, desto anfälliger ist es – bei stark geschwächter Immunlage – für eine masernbedingte Hirnhautentzündung. Sie macht sich mit Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Erbrechen und in schweren Fällen durch Bewusstseinstrübungen bemerkbar. Auch epileptische Anfälle und andere neurologische Symptome kommen vor, sind aber extrem selten.

Weitere, aber heute sehr selten gewordene Komplikationen sind eine Kehlkopfentzündung mit pseudokruppähnlichen Symptomen, Hornhautentzündung, Blinddarm-, Leber-, Nieren- und Herzmuskelentzündung, Lymphknotenschwellungen und Störungen der Blutgerinnung.

Schwierige Diagnose von Masern

Schwierige Diagnose von Masern

Im Prodromalstadium können Masern leicht mit Röteln oder Scharlach, bzw. mit einer unspezifischen Erkältungskrankheit verwechselt werden – zumindest bis zum Auftreten der eindeutig auf Masern hinweisenden Koplik´schen Flecken. Der Nachweis von masernspezifischen Immunglobulin M-Antikörpern ist der sicherste Hinweis auf das Vorliegen der Krankheit, doch ist ein ausreichend hoher Antikörperanstieg erst mit dem Ausbruch des Hautausschlags nachzuweisen. Erst rückwirkend, also gegen Ende der Exanthemphase bzw. in den Wochen nach der Maserninfektion, lässt sich die Krankheit labordiagnostisch zweifelsfrei feststellen.

Abgrenzung zu Scharlach und Röteln

Scharlach unterscheidet sich von Masern durch einen feinfleckigeren Ausschlag in der Leisten- und Achselgegend, der erst später zum Kopf aufsteigt und das Dreieck von Mund und Kinn verschont. Scharlach hat keine Koplik´schen Flecken, dafür eine himbeerähnlich aussehende Zunge und eine Halsentzündung. Röteln verlaufen viel leichter als Masern mit nur wenig Fieber und einem weniger roten und nicht zusammenfließen Ausschlag.

Masern gehört zu den Infektionskrankheiten, bei denen Verdacht, Erkrankung und Tod dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen. Schon beim bloßen Verdacht müssen Kinder oder Erwachsene den Gemeinschaftseinrichtungen fern bleiben und in private Quarantäne gehen. Dies gilt besonders für Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Horte, Schulen und Ausbildungseinrichtungen, sowie Heime und Ferienlager, bei Erwachsenen auch für den Arbeitsplatz.

Nach heutigem Kenntnisstand ist eine Maserninfektion bei der schwangeren Frau kein Risikofaktor für das ungeborene Leben. Ein fruchtschädigender Einfluss des Masernvirus konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Eine Maserninfektion der werdenden Mutter kann jedoch in Einzelfällen eine Frühgeburt oder einen Spontanabort auslösen. Erkrankt eine schwangere Frau an Masern, ist eventuell eine Immunglobulingabe sinnvoll. Wird eine Frau mit Kinderwunsch gegen Masern geimpft oder ist sie an Masern erkrankt, sollte sie nach überstandener Impfung bzw. Infektion noch ein Vierteljahr verhüten.

Therapie in der Schulmedizin

Therapie in der Schulmedizin

Für Masern gilt dasselbe, wie für viele andere Virusinfektionen auch: Eine spezifische Therapie gibt es nicht. Eine Antibiotikagabe ist sinnlos, da Antibiotika nur gegen Bakterien helfen und nicht gegen Viren. Sie wären höchstens bei schweren bakteriellen Superinfektionen vertretbar.

Gegen das hohe Fieber kann der Arzt fiebersenkende Medikamente verordnen oder Hustenmittel gegen die Bronchitis. In schweren Fällen gibt es Virostatika, die aufgrund ihrer Nebenwirkungen und der Gefahr von Resistenzen nur selten verabreicht werden sollten.

Therapie in der Naturheilkunde

Therapie in der Naturheilkunde

Einer Ansteckung mit Masern lässt sich nicht vorbeugen. Auch die Impfung gewährt keinen 100%igen Schutz vor einer Infektion. Sogar die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts geht erst nach einer zweimaligen Impfung von einem vollständigen Impfschutz aus (Impfung, s. u.).

Ein erkranktes Kind sollte sich ein wenig zurückziehen, nicht in Kindergarten und Schule gehen und auch den Kontakt mit Geschwistern reduzieren. Der kleine Masernpatient braucht Bettruhe und sollte wegen des Fiebers viel trinken. Fieber um die 40 Grad sind bei Masern normal und kein Grund zur Besorgnis, sollte aber nach zwei bis drei Tagen abklingen. Hat das Kind heiße Waden und Füße, sind Wadenwickel ein guter Weg, um das Fieber so weit zu senken, so dass es Kreislauf und Psyche des kleinen Patienten nicht zu stark belastet. Aber Achtung: Niemals Wadenwickel bei kalten Füßen!

Tinkturen

Zu Beginn des Prodromalstadiums hat sich die Gabe einer Echinacea-Urtinktur bewährt, allerdings nur für zwei, drei Tage. Sobald das Fieber über 39 Grad steigt, sind Echinacea-Präparate kontraindiziert, da dann die körpereigene Abwehr auf Hochtouren läuft und keine weitere Anregung durch Echinacea mehr braucht. Ein gutes Anschlußmittel ist jetzt die Tropaeolum Urtinktur. Sie unterstützt die Arbeit des Immunsystems, ohne es zu überfordern.

Viele Kinder sind während einer Masernerkrankung lichtempfindlich. Dann ist es hilfreich, das Kinderzimmer abzudunkeln und direkten Lichteinfall, vor allem auf das Bett, zu vermeiden. Manchen Kindern hilft das Tragen einer Sonnenbrille. Auch mehrmals täglich einige Tropfen Euphrasia-Urtinktur (Augentrost) werden jetzt als wohltuend empfunden.

Gegen den Husten hilft ein Anfeuchten der Raumluft. Hängen Sie nasse Tücher in den Raum oder stellen Sie im Winter Wasserschalen auf die Heizung. Krampfartiger Husten lässt sich mit einer Urtinktur von Efeu (Hedera-Urtinktur) gut behandeln, trockener Husten mit der Thymus-Urtinktur oder dem homöopathischen Mittel Euspongia officinalis . Die Dosierung von Urtinkturen und Globuli besprechen Sie am besten mit dem behandelnden Kinderarzt, sofern er mit Naturheilverfahren vertraut ist, oder einem Heilpraktiker Ihres Vertrauens.

Juckreiz infolge des Hautausschlags lässt sich mit kalten Waschungen lindern, möglichst auch mehrmals am Tag.

Nach überstandener Infektion sollte das Kind noch ein bis zwei Wochen zuhause bleiben, damit es sich vollständig erholen kann und nicht mit noch geschwächter Abwehrkraft in Kontakt mit anderen Kindern kommt. Dort könnte es sich wieder Erreger einfangen, mit denen sein Immunsystem noch überfordert wäre.

Folgende Symptome machen einen sofortigen Arztbesuch erforderlich:

  • Anhaltendes hohes Fieber
  • Ohrenschmerzen
  • Kurzatmigkeit und Atemnot
  • steifer Hals
  • Nackenschmerzen, vor allem beim Beugen des Kopfes
  • brennende und besonders lichtempfindliche Augen

Thema Impfung gegen Masern

Thema Impfung gegen Masern

Die Befürworter von flächendeckenden Masern-Impfungen haben meiner Meinung nach nicht immer nur das Wohl der Patienten im Sinn. Krankenkassen wollen sich Behandlungskosten sparen, Gesundheitsämter wollen sich damit schmücken, die Krankheit „ausgerottet“ zu haben und Pharmafirmen möchten am Verkauf der Impfstoffe verdienen.

Impfprogramme bergen langfristig betrachtet jedoch mehr Risiken als Nutzen. Einige Beispiele:

  • Obwohl in USA 95 % der Kinder gegen Masern geimpft sind, sind dort zehnmal mehr Menschen an Masern gestorben als vor Beginn der Impfkampagne im Jahr 1982. Der Grund: Wenn nicht durchgängig alle Menschen immun gemacht werden, erkranken zunehmend mehr Erwachsene an Masern. Und für sie ist die Krankheit erheblich gefährlicher als für Kinder, da Erwachsene anfälliger für Komplikationen sind.
  • Eine flächendeckende Impfung ist nicht möglich, weil es viele Menschen gibt, die aus medizinischen, weltanschaulichen oder religiösen Gründen nicht geimpft werden können oder wollen.
  • Auch bei den Geimpften gibt es viele, die trotzdem an Masern erkranken, weil die Impfung entweder nicht „angegangen“ ist oder sie nicht ausreichend Antikörper gebildet haben, um wirklich immun zu sein.
  • Der Impfschutz wird mit den Jahren schwächer und nimmt etwa zehn Jahre nach der letzten Impfung deutlich ab. Theoretisch müsste sich jeder Mensch bis ins hohe Alter nachimpfen lassen, um lebenslang hundertprozentig immun zu bleiben. Die beste Immunisierung ist immer noch eine ordentlich durchgemachte Maserninfektion. Dieser Schutz hält ein Leben lang und ist durch keine Impfung zu ersetzen.
  • Säuglinge können nicht vor dem 11. Lebensmonat geimpft werden. In der Zeit nach dem Stillen bis zum vollendeten 1. Lebensjahr sind sie ohne Impfschutz und daher potentiell ansteckungsanfällig.

Daraus resultiert: Es ist unmöglich, die Maserninfektion zu hundert Prozent auszurotten. Irgendwo wird sich das Virus immer halten und Menschen ohne ausreichende Immunität infizieren. Durch Massenimpfungen wird nur eines erreicht: Immer mehr Menschen erkranken erst im Erwachsenenalter, in dem die Krankheit viel schwerer und komplikationsreicher verläuft als beim Kleinkind. Dies sollte zu denken geben.

Krankheiten werden sich niemals ausrotten lassen. Sie gehören zum Leben, sind eine „condition humaine“. Richtiger wäre, ihren Sinn und das „Wirken tiefer liegender Kräfte“ hinter den körperlichen Symptomen wahrzunehmen und diesem Wirken einen tiefen Respekt entgegen zu bringen.

Die beste Vorbeugung gegen Masern, die sich allerdings nicht staatlich verordnen lässt, ist die Liebe und der Respekt der Eltern vor ihrem Kind, und eine vollwertige Ernährung mit reichlich frischem Obst und Gemüse, viel Spielen im Freien, Licht, Luft und Sonne sowie andere Maßnahmen aus dem Bereich einer abhärtenden, unspezifischen Reiztherapie. Dann bekommt ein Kind vielleicht Masern, wird sie aber mit Leichtigkeit überwinden und als ein gestärkterer Mensch daraus hervorgehen.

Ernährung

Ernährung

Wenn in der Umgebung eines Kindes Masernfälle auftauchen, kann eine Hochdosistherapie mit Vitamin A und Vitamin C beim eigenen Kind die Infektion verhindern oder zumindest leichter verlaufen lassen. Reich an Vitamin A sind Rindsleber, Lebertran, Eier, Butter und Vollmilch, ferner Karotten, Honigmelonen, Spinat, Aprikosen und Pfirsiche. Besonders viel Vitamin C enthalten Papaya, Brokkoli, Rosenkohl, Orangen, Erdbeeren und grüne Paprikaschoten. Auch auf qualitativ hochwertige Vitaminpräparate kann man zurückgreifen und diese einige Tage lang einnehmen lassen. Empfehlenswert ist auch die Gabe von Zink und einem Vitamin-B-Komplex. (Siehe Orthomolekulare Medizin) Sie stärken die Immunbarrieren von Haut und Schleimhaut. Kinder, die fiebern, müssen unbedingt viel trinken. Mit frisch gepresstem Orangensaft füllt man nicht nur den Flüssigkeits-, sondern auch den Vitaminhaushalt. Je mehr Vitamine zur Verfügung stehen, desto schneller und leichter wird die Krankheit überwunden.

Psychosomatik

Psychosomatik

Der psychosomatische Arzt Ruediger Dahlke weist darauf hin, dass Masern wie viele andere Kinderkrankheiten, die mit Ausschlag einhergehen, ein offensiver Kampf ist, der an den und um die eigenen Grenzen geführt wird, die symbolisiert werden von der Haut. Begleiterscheinungen wie Schnupfen können darauf hinweisen, dass das Kind „die Nase voll“ hat. Lichtscheu und Rückzugsbedürfnis zeigen an, dass der kleine Patient „die Vorbereitungszeit bis zum Durchbruch des Neuen im Dunkeln verbringen möchte“.

Sobald das Kind die Kraft gefunden hat, eine neue Fähigkeit zu entwickeln und den anstehenden inneren Entwicklungsschritt zu vollziehen, gehen die Krankheitssymptome zurück. Die zuvor körperlich gesprengten Grenzen können jetzt innerseelisch überschritten werden. Ein neuer Entwicklungssprung ist getan, die Spannung und Ungewissheit vor dem nächsten Schritt wurde erfolgreich überwunden. Im Verständnis von Rudolf Steiner stehen Kinderkrankheiten für den Konflikt zwischen Erbanlagen und Ichkräften (Geist) des Kindes. Das Ich muss sich in den ersten sieben Lebensjahren seinen individuellen Körper mit seinen ganz eigenen Fähigkeiten erst schaffen und die Erbanlagen der eigenen Individualität entsprechend formen. Das ist der wichtigste Grund, warum Kinderkrankheiten und ihre Bewältigung nicht verhindert und unterdrückt, sondern gefördert und unterstützt werden sollten. Neuanfänge im Leben gehen fast immer mit Krisen einher. Das braucht Konfliktbereitschaft, auch auf der körperlichen Ebene. Sie lohnt sich für die psychische Entwicklung des Kindes unbedingt.

Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
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