2. Krankheiten und offizielle Impfempfehlungen

Krankheiten und offizielle Impfempfehlungen

Hier finden Sie Informationen
zu der von der STIKO
empfohlenen Impfungen. Diese gelten gewissermaßen als medizinischer Standard und Ärzte müssen über alle diese Impfungen aufklären. Informieren Sie sich hier zu den einzelnen Krankheiten, den Impfungen und Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung.

Von der Schulmedizin empfohlene Impfungen

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Die STIKO gibt einen ständig aktualisierten Impfkalender heraus, in dem die aktuellen Impfempfehlungen für Deutschland aufgeführt sind. Die Kosten für diese Impfungen werden von allen Krankenkassen übernommen. Diese Impfungen gelten gewissermaßen als medizinischer Standard und Ärzte müssen immer über alle von der STIKO empfohlenen Impfungen aufklären. Sie können allerdings nicht gezwungen werden gegen ihr Gewissen zu handeln und dürfen daher ihre Vorbehalte gegen (bestimmte) Impfungen äußern. Wünschen Eltern aber trotz der Vorbehalte eines Arztes eine von der STIKO empfohlene Impfung, so muss der Arzt diese durchführen. Im umgekehrten Fall, wenn Eltern also bestimmte öffentlich empfohlene Impfungen ablehnen, wird Ärzten geraten, dies schriftlich zu dokumentieren und von den Eltern gegenzeichnen zu lassen. Da nur eine begrenzte Auswahl an Impfstoffen und Impfstoffkombinationen auf dem deutschen und europäischen Markt verfügbar sind, gibt es für die tägliche Praxis nur wenig Alternativen zu den offiziellen Impfempfehlungen der STIKO.

Inzwischen haben die empfohlenen Impfungen eine stattliche Zahl erreicht. Dr. Mutter hat mit Bezug auf die STIKO-Impfempfehlungen vom 2011 nachgerechnet: Demnach würden bis zum 11. Lebensmonat inzwischen 28 Impfdosen empfohlen, ab dem 15. Lebensmonat 41, bis zum 5. Lebensjahr 44 und im Alter von 9-17 Jahren sollten es dann insgesamt 48 Impfdosen sein. Bei Mädchen kämen wegen der HPV-Impfung noch zwei dazu, macht 51. 

Mit Stand vom August 2013 empfiehlt die STIKO in ihrem Impfkalender für Säuglinge und Kinder Impfungen gegen folgende Krankheiten (dabei gehen wir nicht auf Rotaviren ein, weil diese Impfung bei Fertigstellung dieses Artikels im Jahr 2011 noch nicht empfohlen wurden):

Diphtherie

Bis zu 200.000 Diphtherie-Erkrankungen gab es in manchen Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. 1974 war das erste Jahr, in dem es in Deutschland keinen einzigen Diphtherietoten zu beklagen gab. 1892 war es Emil von Behring gelungen, das so genannte Diphtherieserum aus dem Blut von Tieren zu gewinnen. 1926 wurde zur Wirkungsverstärkung Aluminiumhydroxid eingesetzt und bis heute wird dieser Impfstoff verabreicht. Er schützt nicht vor dem Befall mit Diphtheriebakterien, sondern führt zur Bildung von Antikörpern gegen deren Toxine und macht diese so unschädlich. Das bedeutet, dass Geimpfte theoretisch Träger der Bakterien sein und diese weiterverbreiten können.

Heute kommt die Diphtherie fast nur noch in Ländern mit niedrigem Lebensstandard und schlechter medizinischer Versorgung vor, in Deutschland meist nach Auslandsreisen. 1995 gab es die letzten beiden Todesfälle.

Der Erreger: Corynebacterium diphteriae

Krankheitssymptome: Diphtheriebakterien produzieren Giftstoffe, die vor allem Schleimhäute und Haut angreifen, aber auch Organe schädigen. 2-6 Tage nach Ansteckung: Fieber, entzündliche, grauweiße bis grünliche Beläge im Rachenraum, Mundgeruch, Heiserkeit, Husten, Schluckbeschwerden, Haut- und Schleimhautblutung, Erbrechen.

Ansteckung:
Über Tröpfchen aus dem Mundraum, Atemluft, direkten Kontakt bei Befall der Haut.

Komplikationen: Ist der Kehlkopf mit betroffen, kommt es häufig zu Atemnot und schweren Erstickungsanfällen, die nicht selten zum Luftröhrenschnitt zwingen. Deswegen hieß die Krankheit früher oft „Würgeengel der Kinder“; Übergreifen auf Organe, etwa die Nieren oder das Herz; Herzrhythmusstörungen und Herzversagen oft erst nach Jahren; Die Sterblichkeit bei guter medizinischer Versorgung liegt heute zwischen 5 und 10 %, bei Säuglingen und alten Menschen bei 20 %.

Impfung: Die STIKO empfiehlt eine viermalige Grundimmunisierung ab dem 3. Monat, drei davon im Abstand von vier Wochen, die vierte ab dem 12. Lebensmonat. Auffrischimpfungen mit 5 bis 6 Jahren und mit dem 9. bis 17. Lebensjahr. Danach etwa alle zehn Jahre. Der Diphtherie-Impfstoff ist ein Totimpfstoff und wird normalerweise kombiniert mit anderen Impfstoffen: als Dreifachimpfstoff (DTP) auch gegen Tetanus und Keuchhusten, als Fünffach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio und Haemophilus influenzae Typ B, als Sechsfachimpfstoff zusätzlich gegen Hepatitis B. Ein Einzelimpfstoff für Kinder ist nicht mehr auf dem Markt.

Nebenwirkungen:
Normalerweise gut verträglich; meist lediglich Lokalreaktionen wie Rötungen und Verhärtungen und Schmerzen an der Einstichstelle; manchmal Fieber und Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden; sehr selten sind allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock sowie eine mit Lähmungen, Sehstörungen, Sensibilitätsausfällen u.a. einhergehende demyelinisiernde Enzephalomyelitis (ADEM). Langzeitfolgen sind nicht systematisch untersucht. Dazu kommt, dass Nebenwirkungen nicht dem Diphtherieimpfstoff alleine zugeschrieben werden können, da er in der Regel kombiniert gegeben wird. Dr. Martin Hirte zitiert serbische Forscher, die einen Zusammenhang zwischen der Einführung der Diphtherieimpfung in den 1940er Jahren und frühkindlicher Leukämie vermuten.

Fazit Dr. Hirte: Würde das Impfprogramm eingestellt, könnte es auch hierzulande vermehrt Diphtheriefälle geben – damit hat die Impfung sozialen Charakter. Aufgrund der derzeitigen epidemiologischen Lage muss eine Immunisierung aber nicht unbedingt im frühen Säuglingsalter erfolgen. Weil alle Diphtherie-Einzelimpfstoffe als Konservierungsstoff Thiomersal (das Natriumsalz einer Quecksilberverbindung) enthalten, gibt es zu den Kombinationsimpfstoffen keine Alternative.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Diphtherie finden Sie hier.

Pertussis – Keuchhusten

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die sich meist durch heftigen, lang anhaltenden Husten auszeichnet.

Der Erreger:
Das Stäbchenbakterium Bordetella pertussis produziert eine Reihe von Eiweißstoffen, die die Krankheitssymptome verursachen, Atemwege und Lungen schädigen, die Schleimhäute anschwellen lassen und zur Produktion von zähem Schleim führen.

Ansteckung: durch Tröpfcheninfektion; mit beginnendem Husten hohe Ansteckungsgefahr; sie besteht über sechs Wochen, es sei denn, der Patient wurde mit Antibiotika oder chemotherapeutisch behandelt. Eine einmal durchgemachte Erkrankung schützt wahrscheinlich nur 10 bis 20 Jahre vor erneuter Ansteckung.

Krankheitssymptome: Ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung leichte grippale Erscheinungen, Husten, später krampfartige Hustenanfälle mit Tränenfluss, Würgen oder Erbrechen. Die Hustenanfälle können wochenlang andauern, treten später nur noch bei körperlicher Belastung auf. Bei Jugendlichen und Erwachsenen äußert sich Keuchhusten dagegen oft nur als lang andauernder Husten ohne die typischen Keuchhustenattacken. Manchmal verläuft der Keuchhusten nahezu symptomlos und wird daher nicht als solcher erkannt. Gerade Säuglinge haben oft keine Hustenattacken, sondern erleiden gleich lebensbedrohliche Atemstillstände. Kinder und Jugendliche, die an Asthma leiden, erkranken meist heftiger, zum Teil mit schweren Lungenentzündungen. Leichter verläuft meist ein Keuchhusten, der durch Bordetella parapertussis verursacht wird und nicht durch die Impfung verhindert werden kann.

Komplikationen: Lungenentzündung; Hirnhautentzündung mit Krampfanfällen, Koma und möglichen bleibenden Hirnschäden; bei Säuglingen lebensbedrohlicher Atemstillstand. Mehr als 85 % der Komplikationen und Todesfälle durch Keuchhusten betreffen Säuglinge im Alter bis drei Monate. Sehr unterschiedlich angegeben werden Zahlen zur Sterblichkeit: Laut dem ehemaligen Vorsitzenden der STIKO Prof. Hofmann sterben jährlich vermutlich bis zu 100 Säuglinge in Deutschland an Keuchhusten, Wikipedia spricht von einem Todesfall bei 1.000 Keuchhustenfällen und Dr. Hirte schreibt von drei Todesfällen insgesamt zwischen 1998 und 2001.

Impfung:
Diese schützt nicht vor jeder Keuchhusten-Infektion, aber vor einer schweren Erkrankung. Zur Prophylaxe steht in Deutschland derzeit kein Einzelimpfstoff mehr zur Verfügung, es gibt nur Kombi-Impfstoffe, die azelluläre Pertussis-Komponenten enthalten, also keine ganzen Bakterienzellen mehr, sondern nur noch Zellbestandteile. Die von der STIKO empfohlene Grundimmunisierung besteht aus je einer Impfung im Alter von drei, vier und fünf Monaten und einer weiteren Impfung im Alter zwischen 12 und 15 Monaten. Sechsfachimpfstoffe schützen den Säugling zugleich gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ B.
Aufgrund des Anstiegs der Keuchhusten-Fälle bei Schulkindern empfiehlt die STIKO seit Januar 2006, die im Alter von fünf bis sechs Jahren gegen Diphtherie und Tetanus nötige Auffrischung mit dem Schutz vor Pertussis zu kombinieren. Dafür gibt es einen Dreifachimpfstoff. Bei 10- bis 17-Jährigen soll der Impfschutz erneut aktualisiert werden, dazu bietet sich die Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio-Vakzine an. Seit 2004 empfiehlt die STIKO die Keuchhusten-Impfung auch für Personen im häuslichen Umfeld von Säuglingen, die keinen adäquaten Immunschutz haben, das heißt, die innerhalb der letzten zehn Jahre weder eine entsprechende Impfung noch einen mikrobiologisch bestätigten Keuchhusten hatten.  

Nebenwirkungen: Fieber, Rötungen und Schwellungen; selten Müdigkeit, Krankheitsgefühl, Magen-Darm-Beschwerden, Krampfanfälle, schrilles Schreien, Nesselfieber, akute demyelinisierende Enzephalomyelitis (ADEM). Nicht ausreichend untersucht ist ein erhöhtes Diabetesrisiko nach Keuchhustenimpfung, aber auch eine neurologische Impfreaktion, die sich durch kollapsartige Zustände innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung zeigt. Dr. Martin Hirte schreibt außerdem, die Keuchhustenimpfung sei die Impfung, die am häufigsten in Zusammenhang mit der Zunahme allergischer Erkrankungen gebracht werde.

Fazit Dr. Hirte: Die Wirksamkeit der Keuchhustenimpfung ist schlecht und verschiebt die Krankheit. Bereits im vierten Jahr nach der Impfung steigt die Empfänglichkeit für Keuchhusten wieder an. Trotz hoher Durchimpfungszahlen wird etwa in den USA und Kanada eine Zunahme des Keuchhustens gerade bei Kindern im ersten Lebensjahr registriert. Das Krankheitsrisiko ist also gerade für die besonders bedrohten jungen Säuglinge ähnlich hoch wie vor der Impfära. Grund ist häufig eine Ansteckung durch die Mütter, die in der Kindheit geimpft wurden, aber wieder empfänglich für Keuchhusten sind. Daher wäre die einmalige Impfung der Eltern vor Geburt ihres ersten Kindes ein vertretbarer Weg.
Eine Impfung in Erwägung ziehen kann man auch bei chronisch kranken Kindern und bei Säuglingen in Kinderkrippen. In den Tagen nach einer Ansteckung können Antibiotika einen Ausbruch des Keuchhustens verhindern – bei nicht geimpften Säuglingen ist das als Prophylaxe zu empfehlen.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Keuchhusten finden Sie hier.

Tetanus

Tetanus ist eine weltweit verbreitete, häufig tödlich verlaufende Krankheit, bei der die muskelsteuernden Nervenzellen befallen werden. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jährlich etwa eine Million Menschen an Tetanus. In den Industriestaaten Europas und Nordamerikas kommt Tetanus dank umfassender Impfungen und verbesserter Wundversorgung nur noch sehr selten vor. In Deutschland erkranken etwa 10 bis 15 Menschen pro Jahr. Ist jemand nicht geimpft, lässt sich der Tetanusausbruch im Fall einer Verletzung meist durch eine rechtzeitige Kombinationsimpfung verhindern. Eine überstandene Erkrankung hinterlässt keinen ausreichenden Anitkörpertiter, so dass man erneut an Tetanus erkranken kann.

Erreger: Das Bakterium Clostridium tetani und seine Sporen sind – ohne Sauerstoff - jahrzehntelang überlebensfähig.

Ansteckung: Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden. Gerät der Erreger über Erde, Staub oder Exkremente in Wunden, bildet er zwei schwere Gifte, die Tetanustoxine. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Erkrankung kann sich nur unter Luftabschluss entwickeln. Eine wichtige Maßnahme bei Nicht-Geimpften ist deshalb die sorgfältige Reinigung vor allem von tiefen Wunden.

Symptome: Nach einer Inkubationszeit von drei bis 28 Tagen beginnt die Krankheit zunächst mit grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerz, Schwindel, Mattigkeit. Es folgen überaus schmerzhafte Krämpfe zunächst der Gesichtsmuskeln, später aller Körpermuskeln. Das Tetanusgift führt zur Enthemmung der motorischen Nervenaktivität. Häufig ist die Mundsperre, weil Zungen und Kiefermuskeln verkrampfen, was zum so genannten Teufelsgrinsen führt. Durch das Verkrampfen von Blasen- und Darmmuskeln kommt es oft zu Verstopfung und der Unfähigkeit zu urinieren. Später können die Betroffenen oft nicht mehr sprechen und schreien.

Komplikationen:
Lebensbedrohlich sind vor allem Spasmen von Kehlkopf- und Atemmuskulatur. Diese können zum Ersticken führen. Durch intensive medizinische Behandlung mit Sedativa, Antibiotika, Immunglobulinen, Muskelrelaxanzien und Antitoxin ist die Sterblichkeit je nach Alter auf Werte zwischen zehn und 20 Prozent zurückgegangen. Zum Tod führen heute vor allem Komplikationen der Langzeitbeatmung und Lungenentzündungen. Die Erkrankung wird mit zunehmendem Lebensalter gefährlicher.

Impfung: Wie bei der Diphtherie, verleiht eine Tetanusimpfung keinen Schutz gegen die Infektion, sondern sie schützt nur vor der Wirkung der Toxine. Der Impfstoff enthält keine Erreger oder Erregerbestandteile, sondern das entschärfte Tetanusgift, das Tetanustoxoid. Die STIKO empfiehlt eine viermalige Grundimmunisierung im 3., 4., 5. und 12. bis 15. Lebensmonat, Auffrischimpfungen mit 5 bis 6, 9 bis 17 Jahren, danach alle 10 Jahre. In der Regel wird in Kombination mit Diphtherie, Haemophilus influenzae Typ b, Polio und Keuchhusten geimpft. Diese Impfstoffe sind alle frei von Thiomersal.
In Deutschland ist Tetanol pur der einzige für alle Altersgruppen zugelassene Einzelimpfstoff ohne den Quecksilberzusatz Thiomersal.
Wer sich oder seine Kinder gegen Tetanus impfen lassen möchte, muss nicht nur entscheiden, in welchem Alter er mit der Impfung beginnt, sondern auch, in welchen Abständen Auffrischungen durchgeführt werden sollen. Es gibt Untersuchungen, nach denen bei einem große Teil der Geimpften zum Zeitpunkt der empfohlenen Nachimpfung (nach 10 Jahren) und weit darüber hinaus noch ausreichend schützende Antikörper nachzuweisen sind. Wird hier ohne Bestimmung des Antikörpertiters – wie es allgemein üblich ist – unnötig früh nachgeimpft, ist mit vermehrten schmerzhaften Lokalreaktionen zu rechnen.

Nebenwirkungen: Lokalreaktionen mit Schwellungen und Rötungen. Gelegentlich Krankheitsgefühl mit Übelkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen. Säuglinge sind nach der Impfung manchmal weinerlich und reizbar. Laut Dr. Hirte führt die Tetanusimpfung bei einem von 100.000 Impflingen zu einer akuten allergischen Reaktion, meist in Form von Nesselsucht (Urtikaria) oder asthmatischen Beschwerden. Ein allergischer Schock, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann, tritt nur bei einem von 2,5 Millionen Geimpften ein. Sehr selten sind: verzögerte allergische Reaktionen, Juckreiz, eine nicht infektiöse Entzündung des Nierengewebes, Blutplättchenmangel, neurologische Störungen wie das Guillain-Barré-Syndrom oder eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Manche Forscher vermuten, dass Tetanus-Kombinationsimpfstoffe zur Zunahme von allergischen Erkrankungen geführt haben.

Fazit Dr. Hirte: Tetanus ist, wie Polio und Hepatitis A, eine Zivilisationskrankheit. In Mali konnte man bei 89 % ungeimpfter Erwachsener Tetanusantikörper finden – wahrscheinlich, weil es durch die dortigen Lebensbedingungen und die Aufnahme verschmutzter Nahrung zu einem unterschwelligen Kontakt mit Tetanuserregern kommt und dadurch zu einer ständigen Wiederauffrischung des Tetanusschutzes. Dennoch gehört in der Dritten Welt Tetanus zu den häufigeren Todesursachen. Weltweit sterben jährlich 180.000 Neugeborene an Tetanus, was häufig mit ungenügender Nabelschnurhygiene und dem traditionellen Aufbringen von Erdpasten zusammenhängt.
Hierzulande haben Säuglinge aber ein geringes Risiko an Tetanus zu erkranken. Ist die Mutter mehrfach gegen Tetanus geimpft, besteht ein mehrmonatiger Nestschutz, so dass die Impfung ins Krabbelalter verschoben werden kann. Kommt es vorher zu Verbrennungen, Tierbissen oder anderen Unfällen mit verschmutzen Wunden, sollte eine Tetanusprophylaxe mit Immunglobulin vorgenommen werden, eventuell gleichzeitig mit der ersten Impfung. Generell sollte mit Beginn des Laufalters wegen der Verletzungsgefahr gegen Tetanus geimpft werden, da auch kleine Verletzungen zu der Krankheit führen können. Impfkritische Eltern können aber bei ihrem Kind nach zwei Impfungen, die im Abstand von sechs Monaten vorgenommen werden, den Antikörpertiter bestimmen lassen und gegebenenfalls mit weiteren Impfungen warten.

Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Durch eine Hib-Infektion werden eine ganze Reihe von Erkrankungen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich hervorgerufen. Betroffen sind vor allem Kleinkinder. In seltenen Fällen verursacht Hib auch eitrige Gelenks-, Knochenmarks- oder Bindegewebsentzündungen. Am meisten gefürchtet sind die Hirnhautentzündung und die Kehldeckelentzündung. Von der Mehrzahl anderer Haemophilusstämme unterscheidet sich Hib durch eine Kapsel, die ihn für das unreife Immunsystem kleiner Kinder schwer angreifbar macht. Trotz Behandlung können Hörschäden und Entwicklungsstörungen zurückbleiben. Vor Einführung der Impfung waren in Deutschland mehr als 1.500 Kinder von einer schweren Hib-Erkrankung betroffen. Ein erhöhtes Risiko haben Frühgeborene und nicht gestillte Kinder. Zwischen 2001 und 2004 wurden pro Jahr nur noch vier bis 19 Fälle erfasst. Einige Impfkritiker behaupten, dass durch die Hib-Impfung zwar die Zahl der Hib-Fälle deutlich reduziert werden konnte, dies aber nicht für Hirnhautentzündungen durch andere Hib-Subtypen und andere Erreger gelte. Vielmehr wäre eine Verschiebung von Hib zu anderen Erregern zu beobachten.

Erreger:
Bakterium Haemophilus influenzae b

Ansteckung: Von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion

Symptome: Fieberhafte Entzündung des Nasen-Rachenraumes; erste Anzeichen einer Gehirnhautentzündung sind hohes Fieber, Erbrechen, Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen. Eine Kehldeckelentzündung zeigt sich durch Halsschmerzen, hohes Fieber, Brechreiz, Speichelfluss, Nahrungsverweigerung und ausgeprägte Schluckbeschwerden sowie Atemnot.

Komplikationen: Geistige Entwicklungsstörungen, neurologische Folgeschäden (Ertaubung), Lungenentzündung. 2-5 % der Hirnhautentzündungsfälle verlaufen tödlich, weitere 4 % (andere Quellen nennen sogar 15 bis 30 %) behalten neurologische Folgeschäden zurück. Auch die Kehldeckelentzündung, die zum Tod durch Ersticken führen kann, bedarf intensivmedizinischer Behandlung.

Impfung:
Die Hib-Impfung wurde 1990 in Deutschland eingeführt. Der Totimpfstoff enthält Bestandteile der Bakterienkapsel. 2004 wurden alle Hib-Einzelimpfstoffe aus dem Handel genommen, so dass die Hib-Impfung nur noch als Fünf- oder Sechsfachimpfstoff verabreicht wird.

Die STIKO empfiehlt die Impfung ab dem dritten Lebensmonat, danach im 4., 5. und 12. bis 15. Lebensmonat. Weitere Impfungen gelten als nicht erforderlich, weil Hib nach dem fünften Lebensjahr nur noch extrem selten auftritt. Ausnahme: Haben Erwachsene ihre Milz verloren, bzw. ist diese nicht funktionsfähig, sollte laut STIKO geimpft werden.

Nebenwirkungen: Lokale Rötungen und Schwellungen; bei einem von hundert Impflingen treten Fieber, Erbrechen, Durchfall oder anhaltendes Schreien auf. Nach diversen Studien steigt durch die Hib-Impfung das Risiko an Asthma bronchiale zu erkranken um 7 %. Auch das Diabetesrisiko stieg laut Dr. Martin Hirte in den USA und vielen westeuropäischen Ländern parallel zur Einführung der Hib-Impfung an. Naturgemäß werden auch diese Risiken (wie alle anderen in diesem Beitrag beschriebenen) je nach Standpunkt pro oder contra Impfen unterschiedlich bewertet und unterschiedlichen Gründen zugeschrieben. Bevor die Einzelimpfstoffe vom Markt genommen wurden, gab es Meldungen an das Paul-Ehrlich-Institut wegen allergischer Reaktionen, Gefühlsstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen, Meningitis, Enzephalitis, dem Guillain-Barré-Syndrom. Seit praktisch nur noch Kombinationsimpfungen zur Anwendung kommen, kann der Anteil der Hib-Komponente an den Nebenwirkungen nicht mehr systematisch untersucht werden.

Fazit Dr. Hirte: Impfkritische Eltern können auf einen Einzelimpfstoff aus der Schweiz, Hiberix, ausweichen, der aber in Deutschland keine Zulassung hat – bei eventuellen Impfschäden haftet der Staat also nicht. Hiberix wird im 3. und 5. Monat verabreicht und zu Beginn des zweiten Lebensjahres aufgefrischt. Bei Impfbeginn nach dem ersten Geburtstag wäre laut Dr. Hirte auch eine einmalige Hib-Impfung mit dem aluminiumfreien Einzelimpfstoff ACT-Hib eine Alternative. In den vergangenen Jahren wurden verstärkt Erkrankungen durch Haeomophilus-influenzae-Stämme beobachtet, die im Impfstoff nicht berücksichtigt sind – bislang wird dieses „serotype-replacement“ von Impfexperten für nicht relevant gehalten.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei einer Infektion mit Haemophilus influencae finden Sie hier.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit der Leber mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) und gehört zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie wird durch Blut, verunreinigte Spritzen und Operationsbesteck, bei der Geburt und beim Geschlechtsverkehr übertragen. Nach Schätzungen der WHO gibt es weltweit mindestens 350 Millionen Menschen, die an einer chronischen Hepatitis B leiden. Bei etwa einem Drittel der Weltbevölkerung sind als Zeichen einer überstandenen HBV-Infektion Antikörper gegen HBV nachweisbar. In Deutschland sind zwischen 250.000 und 650.000 Menschen chronische Virusträger. Offiziell werden hierzulande etwa 5.000 Neuinfektionen pro Jahr gemeldet. Das Epidemiologische Bulletin Nr. 46 des RKI gibt auf S. 423 für 2004 die Altersverteilung bei Neuerkrankungen mit Hepatitis B an. Demnach gibt es im Kindesalter kaum Neuinfektionen mit Hepatitis B. Erst mit der Pubertät nimmt die Infektionsrate zu. Eine Ausnahme stellen lediglich Babys dar, die z.B. unter der Geburt von ihrer erkrankten Mutter infiziert wurden. Die Infektion kann vier verschiedene Verlaufsformen nehmen: zwei mit und zwei ohne Erkrankung:

  • Bei der stillen Feiung reagiert der Körper auf eine akute Infektion nicht mit Krankheitszeichen. Der Körper hat schützende Antikörper gegen das Oberflächeneiweiß von HBV gebildet und bei erneutem Kontakt mit Wildviren können diese reagieren.
  • Bei der chronischen Infektion ist zwar das Antigen nachweisbar, es gibt aber weder Krankheitssymptome noch werden Antikörper gebildet.
  • Bei der akuten Erkrankung an Hepatitis B leiden die Betroffenen häufig sechs bis acht Wochen lang unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, einem Gallenstau, starkem Fieber und einer druckschmerzhaften Leber. Haut und Augen werden oft gelb, der Urin braun. Die Erkrankung kann zu Leberversagen führen. Bei etwa 10 % wird aus der akuten Erkrankung eine chronische Hepatitis B.
  • Von einer chronischen Hepatitis B spricht man, wenn die Symptome einer durch HBV verursachten Leberentzündung sowie entsprechende virale Marker länger als sechs Monate bestehen. Chronisch verläuft die Erkrankung in 5-10 % der Fälle. Sie kann sich entweder im Anschluss an eine akute Hepatitis B entwickeln oder auch primär chronisch verlaufen. Die Chronifizierungsrate nimmt mit sinkendem Alter zu und ist bei Neugeborenen am höchsten. Bei der chronischen Hepatitis kommt es zu einer Schädigung der Leber, manchmal auch zu Leberzirrhose und Leberkrebs. Vor allem bei Kleinkindern verläuft die Krankheit oft chronisch.

Erreger: Hepatitis-B-Virus

Ansteckung: Über Blut und Blutprodukte, verunreinigte Spritzen und Operationsbestecke, Sexualkontakt, bei der Geburt.

Symptome:
80 % der infizierten Erwachsenen haben kaum Beschwerden, erwerben aber eine lebenslange Immunität. Bei 20 % reagiert der Körper nach 40 bis 160 Tagen Inkubationszeit mit Übelkeit und Erbrechen, vergrößerter, druckschmerzhafter Leber, Gelbfärbung der Haut, braunem Urin und allgemeinem Krankheitsgefühl.

Komplikationen: Leberkrebs, Leberzirrhose, Leberversagen. In der Regel heilt eine unkomplizierte akute Hepatitis B nach 2 bis 6 Wochen aus und der Patient gilt nach dem Verschwinden der Hepatitis-B-Antigene und dem Auftauchen entsprechender Antikörper als nicht mehr ansteckend. Nur selten, in etwa 1 % der Fälle mit merklichen Symptomen, nimmt die akute Erkrankungsvariante einen schweren Verlauf und wird zur lebensbedrohlichen so genannten „fulminanten“ Hepatitis..

Impfung: Bis Mitte der 1990er Jahre wurden nur Personen mit einem besonderen Hepatitis-B-Risiko geimpft. Seit 1995 empfiehlt die STIKO auch die Grundimmunisierung von Heranwachsenden und von Säuglingen vom dritten Lebensmonat an. Sie werden in der Regel viermal geimpft, mit 3, 4, 5 sowie mit 12 bis 15 Monaten. Zwischenzeitlich werden die Impfstoffe gentechnisch hergestellt, so dass die Gefahr ausgeschlossen ist, sich etwa mit HIV anzustecken, was in den 1980er Jahren nicht selten passierte. Es gibt in Deutschland die Kombinationsimpfstoffe Procomvax (zusätzlich gegen Hib), Twinrix (zusätzlich Hepatitis A) sowie den Sechsfachimpfstoff Infanrix Hexa. Auch Einzelimpfstoffe wie Engerix B und Hbvaxpro sind erhältlich.

Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Lokalreaktionen an der Impfstelle. Laut Dr. Hirte trägt die Hepatitis-B-Impfung wahrscheinlich zur Zunahme allergischer Erkrankungen bei. Bei einem von 100.000 Impflingen kommt es zum lebensbedrohlichen allergischen Schock. Die Hepatitis-B-Impfung wird seit vielen Jahren in Zusammenhang gebracht mit einigen neurologischen Erkrankungen, wie etwa der Multiplen Sklerose, dem Guillain-Barré-Syndrom, akute demyelinisierende Enzephalomyelitis (ADEM), Sehstörungen bis zur Erblindung. Zwischen 2001 und 2006 war der Hepatitis-B-Impfstoff in Deutschland im Verdacht für 28 von 57 gemeldeten Fällen von Multipler Sklerose verantwortlich zu sein. Auch ein Zusammenhang zwischen der Impfung und Autoimmunerkrankungen wie akute Neuropathie, Myelitis, Arthritis, wird von einigen Forschern gesehen. In Deutschland wurden laut Dr. Hirte von 2001 bis 2006 22 Fälle von rheumatischen Erkrankungen nach Impfstoffen mit Hepatitis-B-Komponente gemeldet. Weiterhin umstritten ist außerdem ein Zusammenhang zwischen der Impfung und der Zunahme von Diabetes-Erkrankungen.

Fazit Dr. Hirte: Dr. Hirte kritisiert generell die Rolle der Impfstoffhersteller bei der Einführung der Hepatitis-B-Impfung in vielen Ländern. So soll etwa in Italien die Pflichtimpfung für Säuglinge eingeführt worden sein, nachdem einer der Impfstoffhersteller 600 Millionen Lire an den damaligen Gesundheitsminister überwiesen hatte, der daraufhin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Auch in Deutschland kritisiert Hirte bedenkliche Maßnahmen der Impfförderung: In einem Bundesland durften Schulen mit der höchsten Durchimpfung an einer Verlosung für Popkonzerte teilnehmen.
Mehr als 5 % der Erwachsenen und bis zu 4 % der Kinder sprechen auf die Impfung zunächst nicht an, so dass, wer sicher gehen möchte, sich nach der Grundimmunisierung auf Impfantikörper untersuchen lassen sollte. Noch wenig klar ist die Dauer des Impfschutzes: Einige Untersuchungen ergaben, dass ein hoher Prozentsatz der nach der Geburt geimpften Kinder schon nach fünf bis sieben Jahren keine schützenden Antikörper mehr hatten. Für Dr. Hirte ist daher die Strategie, Säuglinge in Ländern mit niedrigem Erkrankungsrisiko zu impfen, nicht nachvollziehbar. Dagegen sollten sich Schwangere auf Hepatitis B untersuchen lassen und das Neugeborene im Fall der Infektion der Mutter sofort impfen lassen. Dr. Hirte empfiehlt auch Risikogruppen wie etwa Drogenabhängigen, Dialysepatienten oder medizinischem Personal eine Impfung, am besten nach vorheriger Antikörperbestimmung.

Während etwa Prof. Friedrich Hofmann in seinem Buch „Impfen – der aktuelle Wegweiser“ schreibt, dass Nebenwirkungen nach der Hepatitis-B-Impfung noch seltener beobachtet würden als bei anderen Impfungen, spricht Dr. Hirte von einem „hohen Nebenwirkungsrisiko“. So habe die Impfkampagne für Hepatitis-B in Frankreich die größte Serie an unerwünschten Nebenwirkungen seit der Einführung der Arzneimittelüberwachung überhaupt gebracht – unter anderem mehr als 600 Fälle von Multiple-Sklerose-artigen Krankheitsbildern zwischen 1991 und 1999. Das führte in Frankreich zum Aussetzen der Impfkampagne an den Schulen. Der Forscher Marc Girard ist der Ansicht, dass die Hepatitis-B-Impfung ein für ein präventives Arzneimittel „ungewöhnlich hohes Potenzial für zentralnervöse Störungen“ hat.

Auch in Deutschland wurden dem Paul-Ehrlich-Institut zwischen 1995 und 2000 mehr als 1.000 Nebenwirkungen angezeigt, darunter schwere wie Störungen der Blutbildung, Muskelentzündungen, allergische Reaktionen. Mindestens ein Fall von Erblindung wurde als Impfschaden anerkannt. Alles in allem hält Dr. Hirte bei dieser Impfung das Risiko von schweren Nebenwirkungen für höher als jenes an Hepatitis zu erkranken. Deutschland gehört zu den Ländern mit niedrigem Risiko sich mit Hepatitis B anzustecken. Mit der namentlichen Meldepflicht ist die Zahl der Meldungen von Neuerkrankungen stark zurückgegangen, wohl weil Mehrfachnennungen nun ausgeschlossen sind. Waren es 1997 noch 6135 Fälle, so wurden etwa 2006 noch 1165 Neuerkrankungen gemeldet, bei Kindern bis zehn Jahre sind es pro Jahr weniger als 100 Fälle. Damit dürfte es auch wesentlich weniger chronische Virusträger geben als bisher angenommen.

Dr. Klaus Hartmann empfahl in seinem Vortrag beim Heilpraktikerkongress des Südens 2009 eine differenzierte Impfentscheidung. Für eine Impfung spricht, dass Hepatitis B durchaus eine schwere Krankheit ist. Andererseits tritt sie jedoch absolut überwiegend bei bestimmten Risikogruppen auf. Zu den Risikogruppen bei denen Dr. Hartmann eine Impfung für sinnvoll hält gehören z.B. Säuglinge von an Hepatitis B erkrankten Müttern. Er unterstützt daher die übliche Impfpraxis, Kindern von Hepatitis B Patientinnen direkt nach der Geburt einerseits Immunglobuline (zur direkten Bekämpfung eventuell auf das Kind übertragener Viren) und andererseits eine Hepatitis B Impfung zu verabreichen. Ist die Mutter jedoch nicht an Hepatitis B erkrankt hält er eine Hepatitis B Impfung aufgrund des geringen Erkrankungsrisikos im Säuglings- und Kindesalter für „totalen Quatsch“. Vom RKI wird noch diskutiert, ob bei Impfung im Säuglingsalter eine Auffrischung nach 10 Jahren erfolgen muss, oder ob eine Nachimpfung nach 15 Jahren ausreicht. Zurzeit ist also noch nicht sicher, ob die als Säugling Geimpften noch einen sicheren Schutz gegen Hepatitis B haben, wenn sie die Pubertät erreichen und damit das Infektionsrisiko steigt. Auch für Menschen, die Blut abnehmen oder Kontakt mit Patientenblut haben, empfahl Dr. Hartmann die Hepatitis B Impfung aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos. Laut RKI haben neben medizinischem Personal folgende Gruppen ein hohes Infektionsrisiko:

  • Dialysepatienten,
  • Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen,
  • Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sowie
  • Drogensüchtige, die einen Spritzen oder Nadeltausch praktizieren.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Hepatitis finden Sie hier.

Polio (Kinderlähmung)

Polio ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems, die sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als paradoxe Folge der sich verbessernden hygienischen Lebensweise und damit nachlassender (Schmutz-)Autoimmunisierung in bedrohlichem Umfang ausgebreitet hat. In Ländern mit schlechteren hygienischen Bedingungen infizieren sich Säuglinge meistens bereits in den ersten Lebensmonaten, in denen sie noch durch die von der Mutter übertragenen Antikörper geschützt sind. Daher gibt es in diesen Ländern zwar viele Infizierte, aber wenig Erkrankungen, die zu Lähmungen führen. Im höheren Alter verläuft die Infektion aber häufiger mit schweren Folgeschäden. Die letzte einheimische Erkrankung durch Polio-Wildviren trat in Deutschland 1990 auf, die letzten importierten Fälle wurden 1993 erfasst. Europa gilt seit 2002 als poliofrei, aber weltweit ist das Virus nicht ausgerottet, so dass die STIKO nach wie vor eine Impfung mit abgetöteten Viren empfiehlt. Die Schluckimpfung mit abgeschwächten Lebendviren wird nicht mehr empfohlen, weil sie, wenn auch sehr selten, zu Kontaktinfektionen nicht geimpfter Personen führen kann. Nach durchgemachter Erkrankung besteht lebenslange Immunität.

Erreger: Poliovirus; bekannt sind drei unterschiedliche Serotypen: Typ I (Brunhilde), ist der am stärksten lähmungsauslösende; Typ II (Lansing) und Typ III (Leon). Eine Infektion mit einem der drei Typen schützt nicht vor einer weiteren Infektion mit einem der beiden anderen Typen. Die Polioviren bewirken eine Entzündung der Nervenzellen der grauen Substanz.

Ansteckung:
über Schmierinfektion durch Fäkalien, fäkalienverschmutzte Lebensmittel und Wasser.

Symptome: Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 14 Tagen verläuft die Infektion in mindestens 95 % der Fälle ohne jegliche Symptome. Etwa 5 % spüren grippeähnliche Symptome mit Durchfällen, Übelkeit, Fieber (abortive Poliomyelitis).

Komplikationen: Nur bei etwa 5 bis 10 % der Infizierten mit Krankheitssymptomen kommt es nach einer beschwerdefreien Woche erneut zu hohem Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeiner Muskelschwäche und einer nicht eitrigen Hirnhautentzündung ohne Lähmungserscheinungen (meningitisches Stadium). Weniger als 1 % der Infizierten macht die dritte Phase der „klassischen“ Kinderlähmung (paralytisches Stadium) durch mit plötzlich auftretenden Lähmungen an den unteren Extremitäten, die auf die Zwerchfell- und Atemmuskulatur übergreifen können, was zum Tod durch Atemlähmung führen kann. Bei den meisten Betroffenen bilden sich die Lähmungen innerhalb eines Jahres zurück, jedoch können Lähmungen, Muskelschwäche, Gelenksteife und Wachstumsstörungen der betroffenen Extremitäten als Spätschäden zurückbleiben. Zu Todesfällen kommt es, wenn das Atemzentrum von Lähmungen betroffen ist. Jahre oder Jahrzehnte nach der Erkrankung kann es zum Postpoliosyndrom kommen (PPS) mit Muskelschwäche, schneller Ermüdbarkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, bis hin zu Lähmungen.

Impfung: Mitte der 1950er Jahre gab es einen Impfstoff mit abgetöteten Polioviren, der gespritzt wurde. Doch beim so genannten Cutter-Unglück erkrankten nach dieser Impfung durch den nicht genügend inaktivierten Impfstoff 250 Menschen an Polio, elf davon starben. Seit 1962 gab es dann die Schluckimpfung mit abgeschwächtem Lebendimpfstoff, bei der drei abgeschwächte Poliovirusstämme oral verabreicht wurden. Sie ist seit 1998 Vergangenheit, weil es in Einzelfällen zu Lähmungen nach der Schluckimpfung kam, der so genannten impfassoziierten Poliomyelitis. Ende der 1990er Jahre gab es in Europa und den USA sogar mehr Impfpoliofälle als „echte“ Polio, weswegen die STIKO nun zum Totimpfstoff mit dem inaktivierten Poliovirus, der wieder gespritzt wird, rät. Dieser kann keine Impfpolio erzeugen, die dadurch entsteht, dass im Darm einer geimpften Person die Impfviren „verwildern“ – was bei einer von rund 800.000 Schluckimpfungen passierte. Seit 1998 nun gibt es einen neuen Totimpfstoff, der keine Impfpolio erzeugen kann und auch nicht infektiös ist. Er schützt zu 95 % vor der Erkrankung. Allerdings ist dennoch eine Infektion der Darmschleimhaut möglich, da am Ort der Infektion keine Immunität aufgebaut wird. Infizierte könnten also ohne selbst Beschwerden zu haben, das Virus ausscheiden und Ungeimpfte anstecken.

Die Polio-Einzelimpfstoffe IPV-Virelon und IPV-Mérieux enthalten kein Aluminium, aber das Konservierungmittel 2-Phenoxyethanol und Spuren von Formaldehyd sowie Antibiotika.
Kombinationsimpfstoffe mit Tetanus und Diphterie sind Revaxis und Td-Vaccinol. Sie sind aber erst ab dem 5. Geburtstag zugelassen und nur für die Auffrischung einer schon durchgeführten Grundimmunisierung. Weitere Kombinationsimpfstoffe sind der Fünffachimpfstoff Pentavac und der Sechsfachimpfstoff Infanrix Hexa. Ab dem 10. Lebensjahr ist der Kombinationsimpfstoff Repevax gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio zur Auffrischung zugelassen.

Die STIKO empfiehlt eine viermalige Impfung als Grundimmunisierung mit einem Kombinationsimpfstoff im 3., 4., 5. und 12. bis 15. Lebensmonat. Danach im Alter zwischen 9 und 17 Jahren eine Auffrischimpfung.

Nebenwirkungen: Langzeitstudien zu Nebenwirkungen des Impfstoffes gibt es nicht, zumal er fast ausschließlich in Kombinationspräparaten gegeben wird. Beobachtet wurden eher harmlose Beschwerden wie Fieber, Rötungen, allergische Reaktionen aufgrund der möglichen Antibiotikaspuren im Impfstoff. In den USA ist eine allergischer Schock nach der Polioimpfung ein anerkannter Impfschaden. Außerdem wurden dem Arznei-telegramm und dem Paul-Ehrlich-Institut Nebenwirkungen wie Hautblutungen, Gesichtsnervlähmung, Blutgerinnungsstörungen, Kopfschmerzen, Lähmungserkrankungen, Krampfanfälle und anderes gemeldet.

Fazit Dr. Hirte: Die Impfung hat sozialen Charakter, da die Krankheit hierzulande praktisch ausgestorben ist; ein Stopp des Polio-Impfprogramms könnte aber zu neuen Epidemien führen. Wegen möglicher neurologischer Nebenwirkungen sollte die Ausreifung des Nervensystems abgewartet werden und das Kind erst nach dem ersten Lebensjahr gegen Polio geimpft werden. Schwere Nebenwirkungen durch den neuen, inaktivierten Polioimpfstoff sind sehr selten – allerdings gibt es keine Langzeitstudien.

Pneumokokken

Pneumokokken – bislang sind 90 unterschiedliche Typen beschrieben - sind bei jedem zweiten Menschen ein Bestandteil der Mundflora. Ist der Körper durch andere Infekte oder Grunderkrankungen (Diabetes, Krebs, fehlende Milz, Sichelzellanämie, Immunschwäche, Herz-Kreislauf- sowie Nieren- und Lungenerkrankungen) geschwächt, können diese Bakterien jedoch eine Reihe von Infektionskrankheiten hervorrufen: Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Lungen- und Hirnhautentzündungen. Gefährdet sind besonders Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, alte Menschen und Raucher. Mehr als jeder dritte schwer verlaufende Atemwegsinfekt bei Erwachsenen wird durch Pneumokokken hervorgerufen und eine von 20 Pneumokokken-Lungenentzündungen verläuft tödlich. Noch gefürchteter ist die Pneumokokken-Meningitis. 2002 wurden 114 Fälle dieser bakteriellen Hirnhautentzündung bei Kindern gemeldet. Insgesamt sollen Pneumokokken in Deutschland für rund 10.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich sein. Eine Behandlung mit Antibiotika ist möglich, doch gibt es immer mehr resistente Keime.

Erreger: Das Bakterium Streptococcus pneumoniae

Ansteckung:
Selten durch Tröpfcheninfektion. Meist endogene Infektion bei geschwächtem Immunsystem. Das heißt körpereigene Erreger, die etwa auf Haut oder Schleimhäuten zu finden und normalerweise völlig harmlos sind, rufen die Erkrankung hervor.

Symptome: Hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten, eitriger Auswurf treten bei der Lungenentzündung häufig auf; bei der Hirnhautentzündung (Meningitis) sind häufig die typische Nackensteifigkeit, Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen zu beobachten; Fieber, starke Ohren- sowie Kopfschmerzen begleiten häufig die Mittelohrentzündung, bei einer Nasennebenhöhlenentzündung treten Fieber, Kopfschmerzen und vereiterte Nebenhöhlen auf.

Komplikationen: Die Sterblichkeit bei Meningitis im Kindesalter liegt bei fast 10 %, bei älteren Patienten höher. Auch wenn Kinder die Infektion überleben, bleiben oft Hirnschäden, Taubheit oder verschlechtertes Sehvermögen zurück.

Impfung: Die STIKO empfiehlt eine Impfung für alle Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, im 3., 4., 5. und 12. bis 15. Lebensmonat, für alle Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und solchen ohne Milz sowie für über 60-Jährige. Die Impfung schützt nur gegen die wichtigsten Pneumokokken-Erreger. Derzeit sind in Deutschland zwei Pneumokokken-Totimpfstoffe auf dem Markt. Der Impfstoff Pneumovax 23 enthält Antigene der 23 häufigsten Pneumokokkentypen und ist ab zwei Jahren zugelassen. Für Kinder in den ersten beiden Lebensjahren gibt es seit 2001 den Konjugat-Impfstoff Prevenar, der seit 2006 zur Standardimpfung für Kinder dieser Altersgruppe erklärt wurde. Kinder mit Risikofaktoren sollten alle drei Jahre geimpft werden, Erwachsene alle sechs Jahre.

Nebenwirkungen: Diese sind unzureichend untersucht. Wird Prevenar zeitgleich mit anderen Kombinationsimpfstoffen gegeben, kommt es häufiger zu Fieber, Erbrechen, Durchfall, Schläfrigkeit und stundenlangem Schreien. Zwischen 2001 und 2005 wurden dem PEI 22 Todesfälle gemeldet – wobei zum Teil zeitgleich mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft worden war.

Fazit Dr. Hirte: Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Impfung sind schlecht, die häufigen Nebenwirkungen sind nicht ausreichend untersucht und Säuglinge werden unnötig mit dem Hilfsstoff Aluminiumphosphat belastet. Weil es immens viele Pneumokokkenstämme gibt, können auch Geimpfte weiter erkranken. Die Impfung verringert in Deutschland das Krankheitsrisiko nur um etwa 30 %. Der Impfstoff Prevenar ist in den USA gegen die dort vorherrschenden Pneumokokkentypen entwickelt worden. Da in Europa andere Typen vorherrschen, ist die Wirksamkeit der Impfung hier viel geringer. Außerdem werden beim so genannten „serotype-replacement“ Pneumokokkentypen, gegen die geimpft wurde, abgelöst von anderen Stämmen, die die Lücke füllen. Etliche Studien weisen nach, dass etwa Mittelohrentzündungen nicht abgenommen haben, impfresistente Pneumokokken aber zunehmen. Zudem sind die Kosten der Impfung extrem hoch (die ersten vier Impfdosen kosten 340 Euro), was dazu führt, dass Gelder für andere Bereiche fehlen. Für Risikogruppen empfiehlt sich die Impfung, im Säuglingsalter sind aber zwei Impfungen ausreichend.

Dr. Joachim Mutter weist noch auf eine Meldung aus England aus dem Jahr 2011 hin: "Die Impfung gegen Pneumokokken, ein häufigster Erreger für Lungenentzündung, wurde für Erwachsene über 65 Jahren gestoppt. Wegen angeblicher Unwirksamkeit. Das „Joint Committee on Vaccination and Immunisation“ (JCVI) kam zu dieser Erkenntnis."

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei einer Pneumokokken-Infektion finden Sie hier.

Meningokokken

Im Gegensatz zum „Meningitis-Gürtel“ in Afrika und vielen Entwicklungsländern ist in Deutschland die Meningokokken-Meningitis selten geworden. Alljährlich erkranken in Deutschland rund 700 Menschen an dieser Hirnhautentzündung. Etwa 50 Erkrankte sterben, bei einigen bleiben geistige und körperliche Schäden zurück. 40 % aller Erkrankten sind unter vier Jahre alt, am häufigsten erkranken Säuglinge. Wer mit dem Speichel eines Erkrankten möglicherweise in engerem Kontakt war, sollte sofort zum Arzt gehen – zur Verhinderung einer Infektion kann eine Antibiotikaprohylaxe angezeigt sein, schreibt Hirte. Bislang wurden 13 Unterarten des Bakteriums identifiziert. In tropischen Ländern herrscht die Bakterienunterart A vor, in Europa vor allem die Untergruppe B, aber auch C. Eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht vor späterer Neuansteckung.

Erreger: Die Bakterien Neisseria meningitidis (13 verschiedene Typen sind bekannt) sind bei etwa 10-20 % aller gesunden Menschen im Nasen-Rachen-Raum zu finden, ohne dass diese Krankheitszeichen entwickeln.

Ansteckung: Durch Reaktivierung der körpereigenen Meningokokken oder durch Tröpfcheninfektion - Übertragung der Bakterien etwa beim Anhusten, Küssen oder Niesen. Ist das Immunsystem durch andere Infektionen geschwächt, vermehren sich die Bakterien und können eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung auslösen.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 2-10 Tagen starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, rötlicher Hautausschlag, Erbrechen, Schwindel. Charakteristisch ist die Nackensteifigkeit. Bei Säuglingen ist die Symptomatik oft weniger eindeutig.

Komplikationen: Gelenkentzündungen, Herzmuskelentzündungen, Lungenentzündung, Blutvergiftung. Bei schweren Verläufen mit Bewusstseinstrübung, punktförmigen Hautblutungen und Kreislaufkollaps kann die Erkrankung innerhalb von Stunden tödlich verlaufen. Auch bei einer schnellen Behandlung mit Antibiotika können Schäden wie Hörverlust, Blindheit, Lähmungen, psychische Störungen, Schwachsinn und Krampfleiden zurückbleiben. Meningokokken-Erkrankungen verlaufen trotz Therapie in 7-10 % der Fälle tödlich.

Impfung:
Seit 2006 empfiehlt die STIKO die einmalige Impfung aller Kinder ab dem 12. Lebensmonat. Nachholen sollten die Impfung alle ungeimpften Jugendlichen bis 18 Jahre sowie alle ungeimpften Personen, die engen Kontakt mit einem Erkrankten haben. Außerdem wird sie gewissen Risikogruppen wie Menschen mit Immundefekten, Laborpersonal und bei Reisen in Länder mit hohem Risiko empfohlen. Die Impfung schützt nur gegen die Bakterien-Unterart C. Weitere Impfstoffe gibt es gegen die Meningokokken A, W 135 und Y. Gegen den Typen B, der in Deutschland am häufigsten vorkommt, gibt es keinen hier zugelassenen Impfstoff, ebenso wie gegen viele andere Unterarten. Es gibt zwei Polysaccharid-Impfstoffe gegen die Meningokokkengruppen A, C, W und Y, die aber erst ab 18 Monaten bzw. 2 Jahren zugelassen sind. Seit 2000 gibt es Konjugat-Impfstoffe gegen Meningokokken C: Meningitec, Menjugate und Neis-Vac-C. Keiner enthält Thiomersal, aber alle enthalten Aluminiumverbindungen.

Nebenwirkungen: Laut Prof. Hofmann gibt es sehr selten schwere allergische Reaktionen und Fieberkrämpfe. Laut Dr. Hirte sind die Meningokokken-Impfstoffe eher schlecht verträglich, in ihren Folgen für die frühkindliche Entwicklung aber noch nicht untersucht. Häufig werden nach der Impfung Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen beobachtet. Selten sind so schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Enzephalitis, allergische Reaktionen und Syndrome oder schwere Nierenerkrankungen.

Fazit Dr. Hirte: Mittel- und langfristig ist der Nutzen des Impfprogramms eher zweifelhaft, zumal gegen die hier vorherrschende Meningokokken-Unterart B kein Impfstoff existiert. Meningokokken sind sehr variable Keime, die schnell die Serogruppe wechseln können. Das könnte erklären, warum es in England 2004, also fünf Jahre nach der Einführung der Impfung, fast wieder so viele Todesfälle gab wie viele Jahre zuvor. Außerdem lässt der Impfschutz nach einigen Jahren nach und man müsste bei Jugendlichen eine Auffrischungsimpfung vornehmen, was bislang nicht der Fall ist.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei einer Meningokokken-Infektion finden Sie hier.

Masern, Windpocken, Röteln

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Masern

Masern sind eine hochansteckende Viruskrankheit. Das Masernvirus kommt weltweit vor und die ersten Anzeichen der Erkrankung werden oft als banale Erkältung gedeutet. Vor allem in Entwicklungsländern, wo die Masern zu den häufigsten Infektionskrankheiten gehören, kommt es immer wieder zu lokalen Epidemien mit hohen Sterblichkeitszahlen. Die WHO schätzt, dass die Masern im Jahr 2000 fast die Hälfte der 1,7 Millionen durch Impfung vermeidbaren Todesfälle bei Kindern verursacht haben. Weil das Virus nur von Mensch zu Mensch übertragen wird, hält die WHO die Masern prinzipiell für ausrottbar. In Europa variiert die Häufigkeit der Erkrankungszahlen stark, auch bedingt durch variierende Impfraten. Impfbefürworter sehen in Impflücken die Ursache für lokale Krankheitsausbrüche. Seit der Einführung der Meldepflicht in Deutschland im Jahr 2001 wurden im selben Jahr 6037, 2003 nur noch 777 Fälle, aber 2006 bereits wieder 2308 Fälle gemeldet.

Ein interessantes Phänomen zeigt die Geschichte der Masern: Das Virus zeigt dann eine hohe Letalität, wenn es auf eine zuvor unberührte, nicht-immune Bevölkerung trifft. 1848 sind von 148.000 Einwohnern von Hawaii 40 000 gestorben. 1846 konnte der dänische Arzt Peter Panum die lebenslange Immunität nach einer Masernerkrankung beweisen: Auf den Faröer, wo seit 1781 keine Masernerkrankung mehr aufgetreten war, erkrankten 6.100 der 7.864 Einwohner an Masern. Alle 98 bereits 1781 lebenden Einwohner dagegen waren immun.

Erreger: Morbilli-Virus

Ansteckung: Durch direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion. Ansteckungsgefahr besteht 3 bis 5 Tage vor und bis zu 4 Tage nach Ausbruch des Hautausschlags.

Symptome: Typisch ist ein zweiphasiger Krankheitsverlauf. Beginn mit Krankheitsgefühl, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Husten, geröteten Augen durch eine Bindehautentzündung. Die weißen Flecken an der Wangenschleimhaut gegenüber den Backenzähnen treten nicht immer auf. Nach einem kurzen Fieberabfall kommt es zu einem erneuten Fieberanstieg und dem typischen Hautausschlag, der an den Ohren beginnt. Meist klingt die Krankheit vier, fünf Tage nach dem Auftreten des Ausschlags ab und die Erkrankten sind lebenslang immun.

Komplikationen:
Typische Komplikationen sind Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Bronchitis, Pseudokrupp, aber auch Blinddarmentzündung, Hepatitis, Herzmuskelentzündung und Herzaußenhautentzündung sowie Hornhautentzündung. In Entwicklungsländern sind die Masern im Zusammenhang mit Vitamin-A-Mangel eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Die gefürchtete Masern-Enzephalitis, deren erste Anzeichen meist Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Nackensteife und Erbrechen sind, tritt bei Kindern bis vier Jahre bei einem von 15.000 Masernfällen auf, bei Fünf- bis Neunjährigen bei einem von 5500 und bei über Zehnjährigen bei einem von 2500. Während die Hirnentzündung bei Kindern oft mild verläuft, sind Säuglinge, Jugendliche und Erwachsene stärker von Folgeschäden bedroht. Nur bei rund 60 % heilt die Enzephalitis folgenlos aus, bei 25 % bleiben Dauerschäden zurück und 15 % sterben an dieser Komplikation. Die Masernsterblichkeit ist hierzulande aber insgesamt stark gesunken: Zwischen 1991 und 1995 wurden 27 Todesfälle gemeldet, seit 1998 gibt es jedes Jahr ein bis zwei Todesfälle.

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE – eine Entzündung des gesamten Gehirns) ist eine Spätkomplikation der Masern, tritt Monate bis zehn Jahre nach der Erkrankung auf und endet immer tödlich. Sie kommt vor allem nach Erkrankungen im ersten Lebensjahr vor, wahrscheinlich, weil das noch unreife Immunsystem von Säuglingen das Virus weniger zuverlässig beseitigt. Ihre Häufigkeit wird sehr unterschiedlich angegeben und reicht von 5 Fällen pro einer Million Masernerkrankungen bis zu 1 : 10.000. Laut einer britischen Untersuchung soll gerade bei Kindern unter 1 Jahr das Risiko einer SSPE sogar bei 1 : 5.000 liegen. In Deutschland sind seit 1988 120 Fälle bekannt geworden. Die Häufigkeit von SSPE hat seit der Einführung der Masernimpfung insgesamt abgenommen, weil es weniger Masern gibt. Nach einer Masernerkrankung ist das SSPE-Risiko jedoch heute höher, da mehr Säuglinge als früher erkranken. Das hat laut Dr. Martin Hirte folgenden Hintergrund: Jeder dritte Todesfall bei Masern ereignet sich im ersten Lebensjahr, was mit der Massenimpfung gegen die Krankheit zu tun hat. Im Gegensatz zu früher vermitteln viele Mütter heute ihren Säuglingen keinen Nestschutz mehr, da sie wegen der Impfung die Krankheit selbst nicht durchgemacht haben.

Viele Nebenwirkungen der Masern und die schweren Verläufe schreiben ganzheitlich arbeitende Therapeuten vor allem der symptomunterdückenden Behandlung zu. Ganzheitlich behandelte Erkrankte sollen deutlich seltener mit Komplikationen kämpfen müssen.

Impfung: In Deutschland wird die Masernimpfung seit 1974 für alle Kinder zwischen dem 11. und 13. Lebensmonat empfohlen. Seit 1980 empfiehlt die STIKO die Masernimpfung als Kombinationsimpfung mit einem Lebendimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Seit 2009 wird die Vierfachimpfung, in der zusätzlich gegen Windpocken geimpft wird, empfohlen (MMRV). Die Impfung soll frühestens nach vier Wochen wiederholt werden. Das wird empfohlen, obwohl der Schutz durch den Lebendimpfstoff eigentlich lebenslang anhalten soll, weil im Kindesalter besonders viele Infekte ablaufen, bei denen der Körper Interferon bildet. Das schützt nicht nur vor weiteren Attacken durch Viren, sondern auch vor viralen Lebendimpfungen. Durch die Wiederholung der Impfung sollen Lücken durch diese „Impfversager“ verkleinert werden. Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche, Schwangere, Krebspatienten und Personen mit bestimmten Allergien sollten auf die Impfung verzichten.

Nebenwirkungen:
Gefährlich für immungeschwächte Menschen kann der Kontakt mit Geimpften sein, die das Masernimpfvirus bis zu zwei Wochen lang ausscheiden. Neben Fieber kommt es bei 3 bis 5 % der Geimpften zu masernähnlichen Symptomen. Schwere allergische Reaktionen werden bei einer von 65.000 Masernimpfungen beobachtet. In weniger als 0,1 % der Fälle kommt es zu Störungen von Bewegungsabläufen (Ataxie), die einige Tage anhalten. Auch die starke Zunahme von Morbus-Crohn-Erkrankungen (eine Autoimmunerkrankung des Darms) wird mit der Masernimpfung in Zusammenhang gebracht. Dasselbe gilt für Autismus, das Guillain-Barré-Syndrom und weitere neurologische Erkrankungen.

Zum „Autismus-Verdacht“ hier ein kurzer Exkurs: Die Entwicklungsstörung Autismus wird immer häufiger diagnostiziert. Die Annahme, dass Autismus eine Folge von Impfschäden nach MMR-Impfungen ist, geht auf eine Veröffentlichung von Andrew Wakefield in der Fachzeitschrift „The Lancet“ 1998 zurück. 2004 wurde die Studie aber wegen erheblicher Fehler teilweise zurückgezogen, indem zehn der insgesamt 13 Studienautoren sich von Teilen der Schlussfolgerungen distanziert hatten. Aufsehen erregte außerdem die Tatsache, dass Wakefield von einer Gruppe von Anwälten, die Eltern autistischer Kinder vertraten, Geld bekommen hatte. Ganz aktuell hat das britische Medizin-Journal „The Lancet“ Anfang Februar 2010 die Studie ganz zurückgezogen, da verschiedene Aussagen der Studie nicht korrekt seien.

Eine weitere, sehr seltene Nebenwirkung ist die akute demyelinisierende Enzephalomyelitis (ADEM), die typischerweise zwischen dem sechsten und 15. Tag eintritt – die Häufigkeit wird meist mit 1 : 1 Mio. angegeben, wobei die Dunkelziffer höher liegen dürfte. Laut Dr. Martin Hirte ist bei 85 % der Kinder, die an einer Masernkomplikation leiden, die Ernährung ungenügend – 98 % aller Maserntodesfälle ereignen sich in Entwicklungsländern.

Fazit Dr. Hirte: In Entwicklungsländern sorgt die Masernimpfung für eine deutliche Abnahme der Kindersterblichkeit. In Industrieländern muss die Impfung aber anders beurteilt werden. Der Schutz vor Masern ist auch nach zwei Impfungen nicht 100%ig und eine einmal vorhandene Immunität kann auch wieder verloren gehen. Masernerkrankungen unter zweimal Geimpften sind nicht selten. Dieses so genannte sekundäre Impfversagen soll laut einigen Studien sogar noch zunehmen, da durch den Wegfall der Masern die natürliche „Auffrischung“ unterbleibt. Sogar Mütter, die nach einer durchgemachten Masernerkrankung selbst nicht mehr erkranken können, geben zum Teil ihren Kindern keinen Nestschutz mehr weiter, weil diese natürliche Auffrischung fehlt. Daher sind gelegentliche Ausbrüche von Masern gesamtgesellschaftlich gesehen vorteilhaft, weil sie den Schutz der Geimpften auffrischen (boostern).

Bis ins Kindergartenalter ist der Einzelimpfstoff vorzuziehen. Wegen des SSPE-Risikos vor allem nach einer Masernerkrankung im ersten Lebensjahr sollten Eltern überlegen, ihr Kind spätestens vor der Geburt eines weiteren Kindes gegen Masern impfen zu lassen, damit der Säugling vor Ansteckung geschützt ist. Eine Impfung vor dem Alter von 9 Monaten führt nicht weiter, da die in diesem Alter nach Impfung gebildeten Antikörper nicht ausreichen. Es gibt keine Studien mit Vergleichsgruppen von ungeimpften und geimpften Kindern und die Sicherheit des MMR-Impfstoffs ist völlig unzureichend erforscht. Für Menschen mit Hühnereiallergie gibt es den Impfstoff Triviraten Bern, der kein Hühnereiweiß enthält und aus der Schweiz importiert werden kann. Masern sind eine ernstzunehmende Krankheit, können aber auch einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben: Kinder, die daran erkrankt waren, sind weniger anfällig für Infekte und leiden weniger häufig an allergischen Erkrankungen. Einigen Studien zufolge vermindert das Durchmachen von Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern oder Röteln das Krebsrisiko sowie das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken.

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Masern finden Sie hier.

Mumps

Mumps ist eine weltweit vorkommende Virusinfektion, die vor allem die Speicheldrüsen betrifft und in den weitaus meisten Fällen ohne Komplikationen von alleine ausheilt. Schwere Verläufe betreffen vor allem Erwachsene. Todesfälle kommen in Deutschland praktisch nicht mehr vor. Ohne vorbeugende Impfung bekommen etwa 90 % aller Kinder bis zum 15. Lebensjahr Mumps. Allerdings erkranken nur 50-60 % aller Personen, die sich mit der Kinderkrankheit infizieren, erkennbar. Alle anderen zeigen keine Symptome, sind aber trotzdem ansteckend. Vor der Impfära lag der Erkrankungsgipfel im vierten bis sechsten Lebensjahr. Bei 98 Prozent der Betroffenen entsteht nach einer durchgemachten Mumps-Erkrankung lebenslange Immunität. Bei einem Informationsabend im Nov. 2009 wies der Kinderarzt Dr. Rabe darauf hin, dass bei einer Mumpsimpfung dagegen keine lebenslange Immunität erworben wird. Tritt Mumps jedoch im Erwachsenenalter auf, ist vermehr mit Komplikationen und schweren Verläufen zu rechnen. Daher empfahl er, später gegen Mumps zu impfen als von der STIKO empfohlen.

Erreger: Das Mumps-Virus gehört zu den Paramyxo-Viren, mit dem Menschen als einzigem Erregerreservoir. Es ist eng verwandt mit dem Masernvirus, aber weniger ansteckend.

Ansteckung: durch direkten Kontakt, Tröpfcheninfektion. Ansteckend sind Erkrankte höchstens 7 Tage vor und höchstens neun Tage nach Ausbruch der Erkrankung.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen Symptome wie bei einer Erkältung, Schnupfen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Es folgen Ohrenschmerzen durch Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen, sichtbar durch die typischen „Hamsterbacken“.

Komplikationen: treten vor allem bei erwachsenen Erkrankten häufiger auf. Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Lichtscheu sowie Hodenschwellungen können Anzeichen für gefährliche Begleiterscheinungen sein. So kommen Hodenentzündung mit möglicher Unfruchtbarkeit als Folge vor; Während Unfruchtbarkeit äußerst selten ist, betrifft eine Hodenentzündung 20-30 % der Erkrankten nach der Pubertät. Außerdem kommt es in seltenen Fällen zu Entzündungen von Brustdrüsen, Eileitern, Schilddrüse, Leber, Herz, Gelenken, Prostata und Gehirn sowie Hirnhaut, die meistens spontan abheilen. Die Hirnhautentzündung geht in Einzelfällen auf das Hirngewebe über (Enzephalitis), die bei etwa 2 von 100 000 Infizierten vorkommen kann. Bei geschätzt 1 von 10.000 Mumpsfällen kommt es nach einer Entzündung des Hörnervs zu einem bleibenden, meistens einseitigen Hörverlust. In der Frühschwangerschaft kann Mumps die Gefahr eines Aborts erhöhen, führt aber nicht zu Missbildungen des Embryos.

Impfung: In Europa sind Mumpsimpfstoffe seit 2003 nur noch als Kombinationsimpfstoff mit Masern- und Rötelnimpfstoff (MMR) erhältlich, beziehungsweise zusätzlich mit der Windpocken-Impfung (der MMRV-Impfstoff ist seit Juli 2006 in Deutschland zugelassen – seit 2009 wird diese Kombinationsimpfung empfohlen). Verabreicht wird eine Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Mumpsviren, die auf Hühnerembryozellen gezüchtet wurden. Die STIKO empfiehlt eine Impfung ab dem 12. Lebensmonat. Mit einem Mindestabstand von vier Wochen wird ein zweites Mal geimpft. Nicht geimpft werden sollte während der Schwangerschaft und bei Krankheiten des Immunsystems.

Nebenwirkungen: Laut Impfbefürworter Prof. Hofmann gibt es keine nennenswerten Nebenwirkungen. Dr. Hirte beschreibt seltene allergische Reaktionen auf einen der Inhaltsstoffe wie Hühnereiweiß oder das Antibiotikum Neomycin, sehr seltene Hodenschwellungen ohne Folgeschäden, abgeschwächte Symptome wie bei Mumps bis hin zu sehr seltenen Hörstörungen; Mit einer Häufigkeit von 1 : 1 Million treten eine Impfenzephalitis oder- meningitis auf – bislang ohne Dauerschäden. Einige Studien sehen einen Zusammenhang zwischen der Mumpsimpfung und der Zunahme von Diabetes mellitus Typ 1.

Fazit Dr. Hirte: Die Sicherheit der MMR-Impfstoffe ist ungenügend untersucht. Die Wirksamkeit der Mumpsimpfung ist bescheiden: Die Schutzwirkung sinkt auch nach einer zweiten Impfung schon nach zehn Jahren. In New York gab es 1998 zahlreiche Mumpserkrankungen unter zweifach Geimpften. Dennoch ist die zweimalige MMR-Impfung gerade für männliche Jugendliche und Erwachsene spätestens zum Zeitpunkt der Pubertät das kleinere Übel.

Dr. Joachim Mutter ergänzt zur Wirksamkeit der Mumps-Impfung: "Bei den Mumpsausbrüchen 2006 (über 6.500 Mumpsfälle) und 2010 (über 100 Mumpsfälle) waren etwa 70 % der Erkrankten gegen Mumps geimpft. Dies wurde damit erklärt, dass es Impfversager gäbe und es im Verhältnis deutlich weniger Ungeimpfte gibt, als Geimpfte."

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Mumps finden Sie hier.

Röteln

Röteln sind eine weltweit verbreitete Viruskrankheit – das Virus befällt nur Menschen und wurde 1962 isoliert. Röteln gelten als harmlose Kinderkrankheit – allerdings ist eine Ansteckung während der Frühschwangerschaft gefürchtet, weil sie beim Kind zu schweren Missbildungen (Rötelnembryopathie) oder auch zu einer Fehlgeburt führen kann. 1966 war ein erster Impfstoff entwickelt – Ziel des Impfprogramms ist im Grunde weniger der Schutz des Impflings selbst als vielmehr der Schutz gebärfähiger Frauen vor einer Infektion und damit der Schutz vor schweren Behinderungen von Säuglingen. Das RKI schätzt, dass sich in Deutschland etwa 50 Schwangere pro Jahr mit Röteln anstecken. Die meisten Frauen lassen wahrscheinlich abtreiben, denn die Zahl der erfassten Rötelnembryopathien liegt seit den 1990er Jahren bei jährlich einem bis sieben Fällen.

Erreger: Rubella-Virus

Ansteckung: Beim Niesen, Husten oder Sprechen über Tröpfcheninfektion. Ansteckend sind Erkrankte etwa 7 Tage vor Beginn des Ausschlags bis 7 Tage danach. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 3 Wochen.

Symptome:
Röteln verlaufen meist wie ein grippaler Infekt, mit Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum, geschwollenen Lymphknoten, niedrigem Fieber, manchmal auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie einer Bindehautentzündung. Zunächst im Gesicht, später am ganzen Körper, kann man oft gerötete, leicht erhabene Flecken beobachten, die sich nach ein bis drei Tagen zurückbilden. Allerdings ist eine Diagnose nur auf Grund der Symptome unsicher, da Röteln, selbst von Ärzten, leicht mit anderen Infektionskrankheiten wie Masern, Scharlach, dem Dreitagefieber, Ringelröteln u.a. verwechselt werden können. Häufig verursacht eine Rötelninfektion gar keine Symptome, es werden aber dennoch Antikörper gebildet, die für einen lebenslangen Schutz sorgen.

Komplikationen:
sind vor allem im Kindesalter überaus selten. Bei Erwachsenen kommt es manchmal zu Gelenkentzündungen und sehr selten zu einer Hirnentzündung (Enzephalitis).

Impfung:
Die STIKO empfiehlt eine zweimalige Impfung, die erste mit 12 bis 15 Monaten, die zweite ab dem 16. bis zum 24. Monat. Empfohlen wird der Kombinationsimpfstoff gegen Röteln, Mumps, Masern (MMR) oder zusätzlich kombiniert mit Windpocken (MMRV). Nach der zweiten Impfung sind bei fast allen Kindern Antikörper nachweisbar und auch 15 Jahre nach der Impfung haben noch 99 % ausreichend schützende Antikörper. Nach einem Kontakt mit einem an Röteln erkrankten Menschen sollen ungeimpfte und einmal geimpfte Kinder sowie gefährdete Erwachsene möglichst innerhalb von drei Tagen einmalig geimpft werden. Der Lebendimpfstoff wird auf Zellkulturen von abgetriebenen menschlichen Föten gezüchtet und enthält Antibiotika und Gelatine.

Nebenwirkungen:
Gelegentlich Krankheitsgefühl, angeschwollene Lymphknoten, Krampfanfälle. Häufig sind Klagen über vorübergehende Schmerzen und Steifigkeit in den Gelenken. Laut einer dänischen Untersuchung erhöht der MMR-Impfstoff das Risiko an Neurodermitis zu erkranken. Selten wird von Folgeschäden wie dem Guillain-Barré-Syndrom, einer Hirnentzündung oder einer transversen Myelitis berichtet. In den USA wird eine chronische Arthritis, die 1 bis 6 Wochen nach der Rötelnimpfung auftritt, als Impfschaden anerkannt. Einige Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Rötelnimpfung und einer Fibromyalgie (chronische Muskelschmerzen) sowie dem chronischen Müdigkeitssyndrom.

Fazit Dr. Hirte: Röteln gehören zu den Erkrankungen, die nach Aussage einiger Studien das Risiko von Krebs und Multipler Sklerose verringern – vor allem, wenn die Krankheit im Kindesalter durchgemacht wird. Eine Entscheidung für Einzelimpfstoffe ist schwierig, da diese zunehmend vom Markt verschwinden. Zwar ist der Rötelnimpfstoff auch als Einzelimpfstoff erhältlich, nicht aber der Mumps-Einzelimpfstoff. In Europa ist eine Mumpsimpfung nur noch mit dem Dreifachimpfstoff MMR (also Mumps-, Masern-, Röteln) möglich. Die Rötelnimpfung war selbst innerhalb der STIKO umstritten, da auch ohne Impfung mehr als 90 % der Frauen im gebärfähigen Alter die Krankheit durchgemacht haben. Man hätte so nur noch den Antikörpertiter bei jugendlichen Mädchen untersuchen und gegebenenfalls impfen müssen. Weil in einigen Ländern die Durchimpfungsrate mit Röteln nicht hoch genug ist, gibt es nun das Problem, dass immer mehr junge Mädchen ohne Rötelnimmunität schwanger werden. So ist laut WHO in manchen Ländern mit Röteln-Impfprogramm die Zahl von Neugeborenen mit Rötelnembryopathie höher als in Ländern ohne Rötelnimpfung.

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Windpocken

Bis vor kurzem wurden in Deutschland fast alle Kinder natürlich mit dem Windpockenvirus angesteckt und waren danach lebenslang immun. Das hoch ansteckende Virus kann über die Luft übertragen werden, daher der Name „Windpocken“. Typisch ist eine Erkrankung zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr. Bei 95 % der Erwachsenen lassen sich Antikörper gegen das Varicella-Zoster-Virus nachweisen. Wer länger als eine Stunde Kontakt zu einer erkrankten Person hat, kann davon ausgehen, dass er sich angesteckt hat. Vor der Einführung der allgemein empfohlenen Windpockenimpfung im Jahr 2004 gab es jährlich etwa 750.000 Menschen, die an Windpocken erkrankten. In 99,9 % aller Fälle heilte die Krankheit ohne Komplikationen aus. Tödlich endet die Krankheit laut dem ehemaligen STIKO-Vorsitzenden Friedrich Hofmann bei einem von 50.000 bis 100.000 Kindern – 20- bis 25-mal häufiger sterben Erwachsene. Der „impfkritische“ Kinderarzt Dr. Martin Hirte bezweifelt die offiziell genannten Zahlen zu Komplikationen und Todesfällen, da die Krankheit nicht meldepflichtig ist. Seitdem eine Impfung empfohlen wird, so Dr. Hirte, würden die Zahlen zu Komplikationen zum Teil absurd höher angesiedelt als zuvor. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Impfung im Nov. 2009 erwähnte der Kinderarzt Dr. Soldner, dass akute Windpockenerkrankung das Diabetesrisiko senken kann. Schon bevor die STIKO eine Windpockenimpfung in den Impfkalender aufgenommen hat, luden manche Eltern zu Windpockenpartys ein, um ihr Kind so früh wie möglich mit der Kinderkrankheit zu infizieren. Ein Kind vorsätzlich zu infizieren, gilt als Körperverletzung und ist nach Paragraf 75 des Infektionsschutzgesetzes strafbar. Allerdings gibt es auch Ärzte, die diese Möglichkeit für Eltern in Betracht ziehen, die ihr Kind nicht gegen Windpocken impfen lassen wollen.

Erreger:
Das Varicella-Zoster-Virus aus der Gruppe der Herpesviren

Ansteckung:
Durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen und durch Schmierinfektion bei direktem Kontakt zum Inhalt eines Windpockenbläschens. Windpocken sind extrem ansteckend. Frühling und Winter sind die klassische Windpockenzeit. Fast jeder, der damit in Kontakt kommt, erkrankt auch daran. Die Viren bleiben auch nach dem Abklingen der Erkrankung lebenslang im Körper, und zwar in den Nervenzellen entlang des Rückenmarks, und können, meist in höherem Alter und bei zunehmender Abwehrschwäche, zu einer Gürtelrose oder Gesichtsrose (Herpes Zoster) führen. Das im Körper „schlafende“ Virus kann durch unterschiedliche Reize aktiviert werden. Dazu gehören Verletzungen, schwere Sonnenbrände, Stress, Immunschwäche, Medikamente, Tumorleiden, Alkoholismus, Hormonumstellung u.a. Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem, etwa Krebskranke, erkranken 100-mal häufiger an der Gürtelrose als Menschen mit intaktem Immunsystem. Selten erkranken Menschen auch ein zweites Mal an Windpocken, meist dann, wenn die erste Erkrankung sehr früh erfolgte und schwach war. Ansteckend sind Erkrankte schon ein bis zwei Tage vor Ausbruch des typischen Ausschlags und etwa eine Woche bis zehn Tage nach der Entstehung der ersten Bläschen. Sind alle Bläschen mit einer Kruste überdeckt, ist der Erkrankte nicht mehr ansteckend. Neugeborene sind bei mütterlicher Immunität etwa zwei bis drei Monate lang vor einer Ansteckung mit Windpocken geschützt.

Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 8-28 Tagen kommt es meist zu Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl, leichtem Fieber und einem roten, bis linsengroßen Ausschlag, der vor allem den Körperstamm, weniger die Gliedmaßen betreffen kann, einschließlich der behaarten Kopfhaut oder der Schleimhäute. Der Ausschlag, der sich zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickelt, ist mit starkem Juckreiz verbunden.
Herpes zoster ist verbunden mit Abgeschlagenheit, Fieber, schmerzhaftem Ausschlag.

Komplikationen:
Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist mild. Werden die Bläschen aufgekratzt, kann es zu Narben kommen, aber auch zu bakteriellen Superinfektionen, bei denen zur Viruserkrankung auch noch eine bakterielle kommt. Diese zeigen sich häufig durch Abszesse, Gelenksentzündungen, Mittelohr- und Lungenentzündung. Die meisten Komplikationen gibt es bei Erwachsenen, Schwangeren und Säuglingen. Erwachsene sind oft stärker von Windpocken beeinträchtigt, angefangen beim Krankheitsgefühl bis hin zum stärkeren Hautausschlag, der bis zu vier Wochen dauern kann. Zu den Komplikationen zählen Mittelohr- und Lungenentzündungen, Entzündungen des Rückenmarks und Gehirns, der Muskeln, der Nieren und der Leber.
In der Schwangerschaft sind Windpocken selten, da nur rund 3-4 % der Frauen im gebärfähigen Alter keine Antikörper haben. Schwangere, die sich dennoch anstecken, sind aber zehnmal häufiger von Komplikationen wie einer Lungenentzündung im Verlauf einer Windpockenerkrankung betroffen als Nichtschwangere und auch die Sterblichkeit an dieser Komplikation ist erhöht. Außerdem können die Erreger während der ganzen Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden, was je nach Zeitpunkt der Infektion zu unterschiedlichen Folgen wie Missbildungen führt, bis hin zu Fehlgeburt oder dem Tod des Säuglings nach wenigen Lebenswochen.
Bei Schwangeren, die Kontakt mit einem an Windpocken erkrankten Menschen hatten, sollte das Infektionsrisiko durch eine sofortige Gabe von Immunglobulinen verringert werden. Diese passive Immunisierung kann den Ausbruch der Erkrankung abschwächen oder sogar verhindern.

Impfung:
Seit 2004 gehört die Windpocken-Impfung mit Lebendimpfstoff für alle Kinder zu den von der STIKO befürworteten Standardimpfungen. Seit Sommer 2009 wird empfohlen, eine erste Impfung im Alter von 12 bis 15 Monaten als Kombinationsimpfung mit der Impfung gegen Masern, Mumps, und Röteln (MMRV) vornehmen zu lassen. Eine zweite Impfung soll im Alter von 16 bis 24 Monaten erfolgen. Auch eine spätere Impfung gegen Windpocken ist jederzeit möglich und wird vor allem für ungeimpfte 12- bis 17-Jährige empfohlen, die die Krankheit nicht durchgemacht haben. Auch sie werden zweimal geimpft. Kinder und Jugendliche, die bisher nur eine Impfung erhalten haben, sollten eine zweite Impfung nachholen. Empfohlen wird die Impfung auch folgenden Personen ohne Antikörper gegen Windpocken (und ihren Kontaktpersonen): Frauen mit Kinderwunsch, Menschen vor einer Organverpflanzung oder einer immunsuppressiven Therapie, Menschen mit Neurodermitis, Mitarbeitern von Gesundheitsdiensten und Kinder-Gemeinschaftseinrichtungen.

Für Kinder ab dem 2. Lebensjahr sind in Deutschland die Lebendimpfstoffe Varilrix und Varivax zugelassen. Mit Priorix-Tetra ist seit 2006 auch ein Vierfach-Impfstoff gegen Mumps. Masern, Röteln und Windpocken zugelassen.

Nebenwirkungen: Hautreaktionen, Muskelverhärtungen an der Impfstelle, leichte Schmerzen. Manchmal nach zwei bis sechs Wochen windpockenartige Hautveränderungen, die so genannten Impfwindpocken, die übertragen werden können und damit eine Gefahr für hochschwangere Frauen und immungeschwächte Menschen sind. Laut Prof. Hofmann scheint eine Impfung während einer Schwangerschaft keinen Schaden anzurichten, sollte aber nicht ohne Not durchgeführt werden. Laut Dr. Martin Hirte wurden zwischen 2001 und 2008 345 Fälle mit Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, darunter vier Todesfälle. Daher scheint das Risiko schwere Nebenwirkungen zu erleiden ähnlich hoch wie das Komplikationsrisiko durch die natürliche Erkrankung selbst. Selten sind laut Hirte Nebenwirkungen wie Gelenksentzündungen, aplastische Anämie (Blutzellenmangel), allergischer Schock, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Krampfanfälle, Hirnhaut- und Hirnentzündungen, das Guillain-Barré-Syndrom, Sehnervenentzündungen, Multiple Sklerose. Bei jedem zehnten Geimpften kommt es innerhalb von vier Jahren zu einer Reaktivierung des Impfvirus und einer Windpockenerkrankung. Die Wahrscheinlichkeit später an einer Gürtelrose zu erkranken ist bei Geimpften ähnlich hoch wie nach natürlich durchgemachten Windpocken.

Fazit Dr. Hirte: Die natürliche Durchseuchung mit Windpocken liegt in Ländern ohne routinemäßige Impfung bei 95 %. Einen solchen Schutz könnte nur eine extrem hohe Impfquote erreichen mit einem Impfstoff, der einen möglichst lebenslangen Schutz gewährt. Davon ist man aber weit entfernt. Die Impfung wurde sogar im Deutschen Ärzteblatt kritisiert. Die Windpockenimpfung ist die erste Massenimpfung, für die mit einer ganz klaren Kosten-Nutzen-Rechnung argumentiert wurde: Durch sie sollen die sozialen und medizinischen Kosten reduziert werden, die durch Arbeitsausfall etc. entstehen. Das Argument der Impfbefürworter, durch die Windpockenimpfung sinke auch die Anzahl der Herpes-Zoster-Fälle im höheren Alter, ist falsch, denn gerade durch den immer wiederkehrenden Kontakt mit dem Windpocken-Erreger sinkt die Wahrscheinlichkeit an Gürtelrose zu erkranken.

Die Wirksamkeit des Windpocken-Impfstoffes sinkt schnell: Nach acht Jahren erkranken trotz Impfung 60 % an Windpocken. Besonders heftige Krankheitsverläufe sind auch bei Säuglingen zu erwarten, deren geimpfte Mütter kaum Antikörper auf ihre Kinder übertragen. Besonders negativ zu werten ist die Tatsache, dass sich durch die verbreitete Impfung das Erkrankungsalter verschiebt in Altersgruppen, in denen Komplikationen häufiger sind. So ist es kein Wunder, dass es in Kanada der Firma Merck verboten wurde für ihren Impfstoff mit dem Argument zu werben, er rette Leben.

Fazit für impfkritisch eingestellte Menschen: Optimal ist es, wenn Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter Windpocken durchmachen, da Erwachsene zu schweren Verläufen neigen. Durch die Standardimpfung für alle Kinder ist eine Verschiebung der Krankheit in ein höheres Alter zu befürchten. Erwägen sollten die Impfung aber Jugendliche und Erwachsene ohne Antikörper gegen Windpocken und Risikogruppen ohne Antikörper wie etwa Kontaktpersonen von Kindern, die eine Chemotherapie durchmachen.

Im ihrem Märzheft 2012 hat die Stiftung Warentest einen Test zum Thema "Impfen" herausgegeben.Während die Stiftung Warentest sich für die meisten von der STIKO empfohlenen Impfungen ausspricht, rät sie von einer Windpockenimpfung ab: "Die Impfung bietet zwar einen wirksamen Schutz, dieser hält aber nicht unbegrenzt an. Somit können Windpocken vermehrt bei Erwachsenen auftreten, bei denen die Krankheit oft schwerer verläuft."

Empfehlungen zur naturheilkundlichen Behandlung bei Windpocken finden Sie hier.

Literaturquellen

Verwendete Literatur:

Die genannten Quellen zeigen einen Querschnitt zum Thema und stellen kein Qualitätsmerkmal dar.

Bücher/Zeitschriften:

  • Martin Hirte: Impfen – Pro & Contra, Droemersche Verlagsanstalt, München
  • Friedrich Hofmann: Impfen, Droemer/Knaur
  • Anita Petek-Dimmer: AEGIS Schweiz: „Geschichte der Impfungen“
  • F. und S. Delarue: „Impfungen der unglaubliche Irrtum“, Müller & Steinicke
  • Gerhard Buchwald: „Impfen – Das Geschäft mit der Angst“, EMU Verlag
  • Karl Krafeld & Stefan Lanka „Impfen – Völkermord im dritten Jahrtausend“, Klein-Klein-Verlag
  • Stefan Lanka & Veronika Widmer: „Alles über die Grippe, die Influenza und die Impfungen
  • Claus Köhnlein & Torsten Engelbrecht: "Virus-Wahn", EMU
  • Lübecker Impfunglück/Andreas Jens Reuland: „Menschenversuche in der Weimarer Republik
  • „Macht Impfen Sinn?“ Infoheft Juli 2005 vom Klein-Klein-Verlag
  • Arznei-telegramm: Monatsschrift mit kritischer Berichterstattung über Arzneimittel
  • Hans Tolzin: „impf-report“, impfkritische Monatszeitschrift, www.impf-report.de
  • Ines Kristensen, P. Aaby und H. Jensen, ,,Routine vaccinations and child survival: follow up study in Guinea Bissau, West Africa", BMJ 2000; 321:1435 (9. Dezember 2000)
  • Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie(BMBF): Forschungsinfo, Bonn, 07.08.1995 Nr. 24/95
  • R Prymula et al. : Effect of prophylactic paracetamol administration at time of vaccination on febrile reactions and antibody responses in children: two open-label, randomised controlled trials. Lancet 2009; 374: 1339

DVD:

  • „Lehr-DVD – Impfen“, klein-klein-verlag

Internet-Quellen:

Barbara Bross
Redaktion: Dr. rer. nat. Inge Ziegler

Lesen Sie anschließend weiter: 3. Umstritten: Impfnebenwirkungen

Kommentare

Online-Redaktion, 20.05.2015:
Unzureichernder Langzeitschutz bei der Keuchhustenimpfung

Wie aus einem Artikel der Onlineausgabe der Ärztezeitung vom 20.5.15 hervorgeht, verpufft die Schutzwirkung der Keuchhustenimpfung schneller als gedacht. Lag der Impfschutz in den Untersuchungen im ersten Jahr noch bei 73 % (d.h. jeder 4. war trotz Imfpung ungeschützt!), verringerte er sich schon binnen 2-4 Jahren auf magere 34 %. Durch den fehlenden Langzeitschutz erkranken trotz vollständiger Impfung immer wieder Jugendliche an Keuchhusten.
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