Vortrag - Die heilsame Kraft der Sprache

Die heilsame Kraft der Sprache

Sprache hat Kraft und Wirkung. Die Sprache, die wir sprechen, kann uns stärken oder schwächen. Mit der uns gewohnten Ausdrucksweise werden oft alte Denk- und Verhaltensmuster aufrechterhalten. Indem wir unsere Sprache wandeln, können wir diese alten Muster hinter uns lassen und unsere Gesundheit fördern. Schon durch kleine Änderungen im Sprachgebrauch lässt sich oft eine große Wirkung erreichen.

Vortrag - Die heilsame Kraft der Sprache

Lesen Sie auch das Interview mit Frau von Scheurl-Defersdorf.

Auf der 43. Medizinischen Woche berichtete Frau Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf über die heilsame Kraft der Sprache. Sie ließ die Zuhörer spüren, wie Sprache wirkt. Mit der uns gewohnten Ausdrucksweise werden oft alte Denk- und Verhaltensmuster aufrechterhalten. Anhand verschiedener Beispiele zeigte die Referentin, wie wir bereits mit kleinen, gezielten Änderungen der Alltagssprache eine wohltuende Entwicklung einleiten können. 

Beim Vortrag von Frau von Scheurl-Defersdorf durften die Zuhörer erfahren, welche kraftvolle und wohltuende Wirkung eine klare Sprache haben kann. Mit sorgfältig gewählten Worten, die in angenehm moderatem Sprechtempo vorgetragen wurden, führte die Referentin die Zuhörer in die heilsame Kraft der Sprache ein.

Die frühe, schwere Erkrankung ihres Mannes brachte Frau von Scheurl-Defersdorf 1992 auf die Spur der Sprache. Eine Ärztin, zu der sie ihren Mann brachte, sagte damals zu ihr: „So wie Sie reden denken Sie falsch. Lernen Sie neu zu denken." Das tat sie dann auch und lernte über die Sprache ihr Denken und ihre Einstellung zu wandeln. Die Sprache macht etwas mit uns. Wir dürfen Schöpfer sein in unserem Leben durch unser Denken und Handeln.

Sprache ist ein wichtiges Mittel, mit dem wir Informationen übermitteln. Sie enthält aber auch Kraft. Um das praktisch zu zeigen, lud Frau von Scheurl-Defersdorf die Zuhörer zunächst zu einer Wortprobe ein. 

Sprache spüren - eine Wortprobe

Bei der Wortprobe lassen wir - ähnlich wie bei einer Weinprobe den Wein - Worte auf uns wirken. Dies geht besonders gut, wenn wir die Augen schließen, die Hand auf den Bauch legen und achtsam in uns hineinfühlen, wie es uns beim Hören bestimmter Wörter ergeht. Dazu sprach Frau von Scheurl-Defersdorf jedes Wort deutlich und ruhig. 

Dann ließ sie uns Zeit, die Wirkung folgender Worte erspüren:
Quelle – Quellwasser – behutsam – Apfelbaum – Familienfeier – Familienfeier – Vorschlag – müssen – lächeln - dankeschön

Jeder Zuhörer durfte seine eigenen Erfahrungen mit diesen Worten machen. Dabei entwickelte jeder eigene Bilder und Vorstellungen. So mag die Quelle des einen im Wald liegen, die des anderen an einer Lichtung oder auf Felsen. 

Das Wort „behutsam“ kommt im aktiven Wortschatz der meisten Menschen nicht vor. Es entschleunigt. Mit seiner Hilfe können wir mehr Ruhe in unseren schnelllebigen Alltag bringen.

Je nach den individuellen Erfahrungen, erleben rund 1/3 der Menschen das Wort „Familienfeier“ als positiv, 1/3 als neutral und 1/3 als negativ.

Die individuellen Speicherungen schwingen bei der Kommunikation immer mit und wirken sowohl auf den Angesprochenen als auch auf den Sprecher selbst. Sprache kann uns Kraft rauben und Sprache kann uns auch aufbauen.

Wörter und Sätze wirken

Wörter wirken auch auf Wasser. Wir bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Wörter wirken auch auf uns.

Sätze wirken ebenfalls. Das Wort „eigentlich“ ist oft ein Hinweis darauf, dass wir uns selbst bei einer Aussage belügen. Alternativ könne wir Aussagen klarer fassen.

„Müssen“ schafft Zwänge. Lieber sollten wir einfach tun. Statt zu fragen „Wann müssen wir losfahren?“ können wir fragen: „Wann fahren wir los?“

Modalverben, zu denen müssen, können, wollen, dürfen usw. gehören, werden oft eher willkürlich gebraucht. Es lohnt sich, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn auch sie haben eine Wirkung auf uns. 

Und auch der Satzbau beeinflusst uns. So wie die Wörter den Bausteinen des Lebens entsprechen, so entspricht der Satzbau dem Lebensplan eines Menschen.

Sprache wandeln – das Wortfasten

Wir können wählen, mit welcher Sprache wir sprechen. Ein erster Schritt ist es, nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Form dessen achten, was wir sagen. Im zweiten Schritt können wir unsere Sprache wandeln.

Füllwörter sind Energieräuber. Sie rauben Klarheit und somit Energie. Eine Möglichkeit, Worte, die uns nicht gut tun, in unserem Sprachgebrauch zu reduzieren, ist das Wortfasten. Dabei versucht man einen Monat lang, Alternativen für jeweils ein Wort oder eine Redewendung zu finden. Man kann viel Freude am Umbauen der Sätze entwickeln.

Sprache kann krank machen

Wenn ein kleines Kind sagt: „Ich krieg’ die Krise.“, mag das zunächst lustig klingen. Langfristig müssen wir aber damit rechnen, dass das Kind nicht krisenstabil sein wird. 

Worte wie „schnell“ und „müssen“ machen Druck. Dauerdruck macht krank. Ein Beispiel hierfür ist das Burnout-Syndrom.

Aggressives Vokabular wird von uns oft selbstverständlich benutzt. Gleich ob wir von einer „Mordgaudi“ oder vom „Bombenwetter“ sprechen, ein „Attentat vorhaben“ oder einen „Kostenvoranschlag“ wünschen - meist ist uns die Aggression, die mit diesen Worten vermittelt wird, nicht bewusst. Dennoch wirken die Wörter. Ein Beispiel sind Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, bei denen sich die Aggression gegen den eigenen Körper richtet, und Krebs.

Sprache kann heilen

Heilung ist eine Sache der Gnade, aber wir haben auch selbst einen Anteil daran. Unterstützen können wir Heilung durch heile, vollständige Sätze. Vollständige Sätze enthalten ein Subjekt und ein Prädikat. Bei vielen Menschen fehlt kontinuierlich eines von beidem in ihren Sätzen.

Verwenden Sie lieber kurze Sätze. Es ist leichter kurze, vollständige Sätze zu bilden. Mit kurzen Sätzen lässt sich leichter Ordnung schaffen.

Bringen Sie Ordnung in Ihre Sätze. Ein geordneter Satzbau bringt auch innen etwas in Ordnung, schafft innere Ordnung. 

Erfolgreiche Menschen sprechen anders

Erfolgreiche Menschen verwenden seltener Wörter wie „ein bisschen“ oder „müssen“. Sie sprechen in vollständigen, klaren Sätzen. Entsprechend sind ihre Handlungen klar und von Erfolg gekrönt. 

Auch der Gebrauch von Aktiv- und Passivsätzen beeinflusst uns. Aktivsätze geben uns Aktivität mit auf den Weg. Passivsätze haben etwas von „leiden“. Passivsätze aktivieren unser Opfergefühl und signalisieren Fremdbestimmung.

Weiter zum Interview mit Frau von Scheurl-Defersdorf.

 

Redaktion: Dr. rer. nat. Inge Ziegler
Vortragende: Dipl. Phil. Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf, Erlangen

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