Ein ganzheitliches Leben – mit allen Konsequenzen

Ein ganzheitliches Leben – mit allen Konsequenzen

Das Leben ist ein großes Ganzes – und doch wird es gerne in einzelne Bereiche unterteilt. Arbeitsleben, Liebesleben, Privatleben und natürlich die Gesundheit werden als unterschiedliche Gebiete gesehen. Kann das funktionieren und wären wir nicht glücklicher, wenn wir alles als eins akzeptieren würden?

(Bildquelle: fotolia.de © JenkoAtaman #160168732)

Einführung

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ayurveda als traditionelle indische Heilkunst und andere alternative Heilsysteme betrachten den Menschen als Ganzes. Weder Arbeit noch Liebe noch Familie können für sich stehen, denn alle zusammen bilden ein kleines System. Hier und da überschneiden sich die einzelnen Systeme – mit den Kollegen beispielsweise oder mit dem Partner. Aber nur wenn in einem System alle Rädchen an der richtigen Stelle sitzen und aufeinander abgestimmt sind, kann das Leben funktionieren. 

Was ist eine ganzheitliche Betrachtung?

Die ganzheitliche Betrachtung aus der TCM nimmt immer den Menschen als Ganzes unter die Lupe. Wenn der Patient immer wieder Bauchschmerzen hat, kann das natürlich am falschen Essen liegen, aber genauso können psychische Faktoren damit zusammenhängen. Statt nur einzelne Stücke zu untersuchen und sich nur dem Magen zu widmen, muss auch der Rest damit in Verbindung gesehen werden. Gibt es Probleme im Hintergrund, die dem Patienten auf der Seele liegen? Steckt ein Ernährungsproblem dahinter? Oder wirkt sich das psychische Problem gar auf die Ernährung aus? Das System kann nur funktionieren, wenn sich jedes Rädchen richtig dreht. Ein Rädchen austauschen lässt sich hier nicht, aber nur wenn alles rundherum entsprechend justiert wird, kann es weiterlaufen.  

Was macht die ganzheitliche Sicht auf die eigene Gesundheit aus?

Die eigene Gesundheit als Teil des ganzen Lebens zu sehen, gehört fest zu den Prinzipien der holistischen Betrachtung. Wenn sich an einer Stelle ein Problem einstellt, muss das nicht zwangsläufig auch dort entstanden sein. Stattdessen kann die Ursache in einem ganz anderen Teil des Körpers liegen. Nervenbahnen, Gefäße, Muskelstränge – sie alle verlaufen auf verschiedenen Wegen durch den menschlichen Körper. Darüber hinaus kennen wir aus der TCM noch die Meridiane („Energieleitbahnen“), die u.a. Muskeln, Gelenke und innere Organe verbinden. Diese Sicht auf den Menschen als Energiegefüge mag aus heutiger Weltsicht und dem Stand der Wissenschaft veraltet klingen, letztendlich ist es aber nur eine alte Form der Darstellung der Zusammenhänge im Körper.

Diese Sicht ist letztendlich logisch: Wer Rückenschmerzen hat, der fühlt sich allgemein nicht gut. Wem der Nacken weh tut, der bekommt auch Spannungskopfschmerzen. Und wer den Fuß aufgrund von Schmerzen nicht richtig einsetzen kann, der verspannt das ganze Bein und den unteren Rücken. Nichts tritt dabei ohne Grund auf – selbst wenn dieser körperlich nicht ersichtlich ist, liegt er doch irgendwo in dem Menschen oder seiner Umwelt verborgen.

(Bildquelle: fotolia.de © bmf-foto.de #9498456)
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Die richtigen Weichen stellen

Dafür braucht es nicht zwangsläufig einen externen Berater. Jeder Mensch weiß selbst was ihm gut tut und sollte sich selbst am besten kennen. Ist das zu Beginn des neuen Lebenswandels nicht so, findet sich das noch. Wer bereit ist, in sich hineinzuhören, die Signale des Körpers zu deuten, Sachen auszuprobieren und wieder zu verwerfen, der findet seinen Weg und kann beginnen, die richtigen Weichen für eine ganzheitliche Betrachtung des eigenen Lebens zu stellen.

Verschiedene Bereiche – untrennbar miteinander verwoben

Fitness, Gesundheit, Ernährung, Einstellung, stetige Entwicklung des Selbst – all das sind einzelne Faktoren im Leben, wenn sie auch nie ganz alleine für sich stehen können. Die Ernährung ist maßgeblich für die Gesundheit verantwortlich und hat genauso starke Auswirkungen auf die Fitness. „Du bist was du isst“ Diese alte medizinische Weisheit bringt auf den Punkt, wie stark die Ernährung letztendlich auf Körper und Geist einwirkt.

„Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper“ fasst hingegen zusammen, welch enge Zusammenhänge Körper und Geist verbinden. Die innere Einstellung trägt maßgeblich zur Gesundheit insgesamt bei. Wer positiv denkt, der kann auch seinen Körper in dieser Hinsicht steuern – das funktioniert schon mit dem einfachen Lächel-Experiment: Die beim Lächeln genutzten Muskeln sorgen für Entspannung, dem Hirn wird Freude signalisiert, auch wenn eigentlich keine vorhanden ist. Lächelt ein Mensch trotz schlechter Laune für 30 Sekunden, bessert sich die Laune automatisch. Auch andere körperliche Phänomene oder Kniffe können dafür sorgen, dass sich eine Ladung Glückshormone einstellt.    

Sport und körperliche Betätigung sind weitere anerkannte Bausteine zur Gesunderhaltung. Zum einen hilft er dabei, körperlich auf die Sprünge zu kommen, stärkt das Herz-Kreislauf-System und die entsprechenden Muskelpartien. Zum anderen wirkt sich die Bewegung positiv auf die Psyche aus. Sowohl für Depression geplagte als auch gefährdete Patienten kann eine Bewegungstherapie den entscheidenden Unterschied machen.

Die stetige Entwicklung des Selbst steht dafür, dass der Mensch weiß, dass Stillstand sein Tod ist. Das gilt sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene, denn Entwicklungen auf beiden Seiten müssen jeweils auf der anderen ausgeglichen werden. Balance, mentale Stärke – beides ist beispielsweise für Profi-Sportler extrem wichtig, denn der Körper kann nur dann Spitzenleistungen erbringen, wenn er zugleich auf geistiger Ebene fit ist. Auch wenn nicht jeder zum Profisportler werden will, macht es doch klar, dass der Mensch sich nur als Ganzes entwickeln kann.

(Bildquelle: fotolia.de © monropic #122973154)
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Was sind die Konsequenzen daraus?

Dass alles ineinander greift und ohne andere das Zusammenspiel nicht funktionieren kann, dass das ganze Leben ein großes Ganzes ist und sich jede Entscheidung darin bemerkbar macht, dass der Körper von dem Geist abhängig ist und umgekehrt – all das darf derjenige akzeptieren, der sich auf die Reise zu einem ganzheitlichen Leben begibt. Damit geht auch eine Bereitschaft einher, stetig an sich zu arbeiten und auch nach der Methode „Trial & Error“ zu handeln.

Das mag unwissenschaftlich klingen – aber welcher Arzt kann den Körper besser kennen als der Patient selbst? Welcher Heilpraktiker – mich eingeschlossen – sieht dem Patienten auf den ersten Blick an, was ihm fehlt? Reden gehört immer dazu, wir müssen die richtigen Fragen stellen und ehrliche Antworten bekommen, damit der Knoten gefunden und die Blockade gelöst werden kann. Ein Patient, der sich für ein ganzheitliches Leben entscheidet, wird sich selbst besser kennenlernen, lernen sich zu vertrauen und sich von eingeschränkten Sichten lösen wollen. Er weiß, dass sein Bauch krampft, weil er sich über Probleme auf der Arbeit aufgeregt hat und dass keine ominöse spontan aufgetretene Lebensmittelallergie damit zusammenhängt – er legt die Hilflosigkeit ab.

(Quelle: fotolia.de © underdogstudios #68554336)
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Geht das in der kontrollierten, regulierten Gesellschaft?

Viele Menschen haben verlernt, auf sich, ihre innere Stimme und ihren Körper zu hören, und begeben sich nur zu gern in die Hände jeglicher Mediziner. Das ist an sich kein Problem, aber wer sein Leben ganzheitlicher betrachtet, der lebt auch bewusster: Entscheidungen möchte ein bewusster Mensch selbst treffen, was in der kontrollierten, regulierten Gesellschaft von heute schwer möglich ist. Ein Beispiel gibt da wieder die Medizin bzw. das Gesundheitssystem ab: Während es vor ein paar Jahren noch möglich war sich gegen die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse zu entscheiden, ist das heute gesetzlich verboten – sonst fallen zwangsweise Gebühren an. Ob diese die eigene Lebenseinstellung unterstützen oder nicht, ist dabei zweitrangig. Naturheilkunde wird schließlich von kaum einer Krankenkasse in größerem Umfang übernommen.

Auch das ist also ein Faktor, mit dem sich der ganzheitlich lebende und denkende Mensch abfinden muss: Dass andere die eigene Lebenseinstellung nicht teilen und ihre Meinung gerne über die anderer stellen. Wer sich dessen bewusst ist, kann im Umkehrschluss aber auch einfach hinnehmen, dass diese noch nicht soweit sind und ihr Leben gerne im Dienst und dem Denkmuster anderer unterwerfen, sich fremdbestimmen lassen. Und auch sie sind ein Teil des großen Ganzen, das die Welt zusammenhält.

Autorin: Klaudia Schwartz, Heilpraktikerin

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