Sommerhitze: Mit kühlem Kopf durch die heißen Tage

Sommerhitze: Mit kühlem Kopf durch die heißen Tage

Auch wenn bereits der August angebrochen ist, ist der diesjährige Sommer, der in weiten Teilen Deutschlands durchaus als „gut“ zu bewerten ist, noch nicht überstanden. Es warten noch die typisch-heißen Spätsommertage. Und wer unter den bisherigen Werten litt, darf sich freuen, denn es gibt Abhilfe für jede Lebenslage.

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1. Das richtige Lüften ist entscheidend

Wenn die Sommersonne den ganzen Tag über aufs Dach und die Außenwände des Hauses scheint, steigt die Innentemperatur und bewegt viele zu einem Fehler: Sie lassen die Fenster gekippt oder gar offen und hoffen, dass das etwas verbessern würde. Ganz falsch, denn wer nicht gerade eine Klimaanlage besitzt, muss strategisch denken und lüften. Und das bedeutet:

  1. Frühmorgens zwischen vier und sechs ist es am kühlsten. Deshalb sobald der Wecker klingelt, alle Rollladen und Fenster weit öffnen (nicht bloß kippen), bis Sie auf die Arbeit fahren.
  2. Dann alle Fenster schließen, die Rollladen herablassen und – wichtig – die Zwischentüren schließen, damit sich Hitze aus südlich gelegenen Zimmern nicht im Haus verteilt.
  3. Mehrere günstige Thermometer anbringen. Abends dann nach Sonnenuntergang die Lüftungs-Prozedur wiederholen – aber nur, wenn die Außentemperatur mindestens 1°C niedriger als die der Räume liegt.

Diese Schritte sollten Sie in jedem Haus beachten. Besonders effektiv sind sie jedoch dort, wo gut gedämmt wurde. Alle anderen Tipps wie Stoßlüften tagsüber sorgen indes nur dafür, dass die Hitze trotzdem nach innen gelangt.

2. Sport ja, aber bitte richtig

Sommersonne, kein Wölkchen am Himmel. Das treibt viele dazu, die Laufschuhe zu schnüren und mit gleicher Leistung zu trainieren. Bloß nicht, denn jedes Grad über der Wohlfühltemperatur sorgt dafür, dass der Kreislauf, der ja beim Sport sowieso schon beansprucht wird, noch mehr leisten muss. Hochleistung sollte es daher tagsüber für Hobbysportler jenseits der 30°C sowieso nicht sein. Es gibt aber durchaus Sport-Alternativen, die sommertauglich sind und auch bei diesen Temperaturen noch funktionieren. Die drei wichtigsten:

  1. Niemals in den heißen Tagesstunden trainieren, sondern im Idealfall vor oder nach Sonnenuntergang.
  2. Weniger dedizierten Sport treiben, dafür mehr Bewegung in den Alltag integrieren, etwa durch Treppensteigen oder Radeln statt Autofahren. Mit etwas Konsequenz können Sie dann an besonders unerträglichen Tagen ganz auf zusätzliches Training verzichten.
  3. Trendsportarten haben den Vorteil, sich weniger nach Sport anzufühlen, sondern eher nach spaßigem Spiel. Damit sind sie sowohl gut für Leistungssportler geeignet, die sich bremsen müssen, wie auch für Sportmuffel, die sich bei Hitze gar nicht bewegen möchten.

Wenn Sie dann noch die Regel beherzigen, unabhängig von Ihrem restlichen Flüssigkeitskonsum pro Tag während jeder sportlich verbrachten Stunde einen halben bis einen Liter Flüssigkeit zu konsumieren, machen Sie eigentlich alles richtig. Aber: Bitte nur Wasser, denn das enthält alles, was der Körper braucht.

Wer bei Hitze die Bewegung in seinen Tagesablauf integriert, trainiert ebenfalls, kann sich aber „echten“ Sport abends sparen. (Quelle: fotolia.com © UBER IMAGES)
Wer bei Hitze die Bewegung in seinen Tagesablauf integriert, trainiert ebenfalls, kann sich aber „echten“ Sport abends sparen. (Quelle: fotolia.com © UBER IMAGES)

3. Wenn Schlaf zum Problem wird

Das größte Problem bei Sommerhitze ist die Nacht. Dabei gilt, solange Sie im Schlafzimmer sowieso die Grundlagen guten Schlafs, angefangen bei der richtigen Matratze, eingehalten haben, können Sie die Sommerhitze einfach austricksen:

  1. Direkt vor dem Zubettgehen lauwarm (nicht kalt) duschen. Das öffnet die Poren und hilft dem Körper, Hitze abzugeben. Zusätzlich sollten Sie sich nicht richtig abtrocknen, sondern die Feuchtigkeit auf der Haut verdunsten lassen.
  2. Bei der Bettwäsche ausschließlich auf Naturfasern setzen, die die Hitze gut wegleiten und atmungsaktiv sind, etwa Baumwolle oder Leinen.
  3. Auch bei großer Hitze nicht nackt schlafen. Dann sammeln sich Schweißtropfen und können nicht verdunsten. Besser ist ein hauchdünnes Baumwoll-T-Shirt, welches den Schweiß verteilt und somit besser verdunsten lässt.
  4. Ventilatoren nicht direkt auf den Körper richten. Das kann schmerzhafte Zerrungen verursachen. Besser ist die Ablenkung gegen eine Wand. Dann bleibt die Luft im Raum trotzdem bewegt, kühlt aber nicht so abrupt aus.
  5. Für die Einschlafphase können Sie eine Sprühflasche mit Wasser bereithalten und bei Bedarf damit die Haut benetzen.

Übrigens sollten Sie generell dafür sorgen, dass das Schlafzimmer sich in einem nördlichen Teil von Haus oder Wohnung befindet. Denn wo Sonne nicht auf die Außenwände knallen kann, kann sich auch nichts so stark erhitzen. Und falls es gar nicht anders geht, sollten Sie das Schlafzimmer Schlafzimmer sein lassen und in einen Raum umziehen, in dem es kühler ist.

4. Essen und Trinken: Leicht und verteilt

Hitze belastet, wie angemerkt, den Kreislauf über Gebühr. Und je stärker dieser belastet wird, desto mehr Hitze wird zusätzlich erzeugt. Ein Teufelskreis, der zu der sowieso schon vorhandenen Sommerhitze einen äußerst unangenehmen Multiplikator erzeugt. Doch dagegen können Sie auch durch die Auswahl der richtigen Speisen und Getränke vorgehen.

  1. Generell sollten Sie „schweres“, fettiges Essen vermeiden. Dessen Verdauung verlangt dem Körper von allen Lebensmitteln die meiste Anstrengung ab.
  2. Auch ohne jegliche sportliche Betätigung mindestens drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Und dabei weder eiskalte noch heiße Getränke – denn bei beidem muss der Körper ebenfalls arbeiten, um es auf seine Temperatur zu bringen. Lauwarmes Wasser ist demnach zwar nicht das gefühlt erfrischendste Getränk, aber tatsächlich das optimalste.
  3. Weniger „Mahlzeiten-Schwerpunkte“ setzen, sondern über den Tag verteilt kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Das hemmt insgesamt die Körperbelastung und fühlt sich im Bauch nicht so schwer an.
  4. Keinen Alkohol trinken. Der gibt Ihnen das Gefühl, dass es noch wärmer wäre und wirkt zudem schneller berauschend, weil große Hitze den Abbau im Körper hemmt.

Wer nicht weiß, was er bei diesen Temperaturen kochen soll, kann sich an der mediterranen Küche orientieren. Besonders lecker: Unsere Spaghetti mit Radicchio

Gegrilltes ist bei Hitze eine gute Alternative. Aber nur, wenn die Speisen auch mager sind, also Fisch oder Steaks. (Quelle: fotolia.com © bernardbodo)
Gegrilltes ist bei Hitze eine gute Alternative. Aber nur, wenn die Speisen auch mager sind, also Fisch oder Steaks. (Quelle: fotolia.com © bernardbodo)

5. Kleidende Hitzehelfer

Für viele Menschen gilt bei großer Hitze die Maxime „so wenig Kleidung wie möglich“. Bloß ist das ein sehr zweischneidiges Schwert. Denn wie bereits erwähnt steigt dann das Risiko, dass der Schweiß sich in zu großen Tropfen sammelt und schlechter verdunstet. Die richtige Sommerkleidung gibt es zwar nicht, dafür aber einige Eckdaten, die sowohl für Herren und Damen geeignet sind:

  • Die Farbe so hell wie möglich wählen. Das reflektiert das Sonnenlicht und sorgt dafür, dass es darunter kühler bleibt.
  • Keine einschneidenden oder engen Kleidungsstücke tragen, diese reduzieren die Verdunstung und werden im Tagesverlauf unangenehmer, weil der Körper bei Hitze Wasser einlagert und regelrecht anschwillt.
  • Weite, wallende Stücke bevorzugen. Die sorgen bei jeder Bewegung für einen Luftzug, der dabei hilft, Schweiß verdunsten zu lassen.

Wem die Optik nichts ausmacht (etwa, weil er zuhause ist), der kann bei großer Hitze durchaus sportliche Funktionskleidung tragen. Die ist letztendlich dafür konzipiert, den Körper auf Wohlfühltemperatur zu halten.

Übrigens: Zu einer sommerlichen Bekleidung sollte auch eine Kopfbedeckung gehören. Denn selbst bei langen und/oder dicken Haaren steigt bei starker Sonneneinstrahlung das Risiko für einen Sonnenstich ganz erheblich.

6. Ausschalten – aber richtig

Jedes einzelne Elektrogerät im Haushalt gibt Hitze ab. Bei der altmodischen Glühbirne auf ziemlich dramatische Weise, bei anderen Geräten umso diskreter. Die Maxime sollte daher lauten, bei heißen Temperaturen konsequent auszuschalten. Und zwar nicht nur auf Standby, sondern tatsächlich den Stecker zu ziehen.

Vor den derzeit bei vielen Elektro-Discountern kursierenden Angeboten für „Klimaanlagen ohne Abluftschlauch“ sollten Sie sich indes hüten. Denn wenn ein Gerät einen Raum herunterkühlen soll, muss die Wärme nach draußen abgeführt werden. Und das geht nur durch den Schlauch. Angebote ohne dieses Feature sind in den meisten Fällen lediglich bessere Ventilatoren, kosten aber ein Vielfaches – und mit etwas Pech treiben sie zudem auch noch die Raumluftfeuchtigkeit nach oben, etwa wenn ein Wassertank oder ähnliches integriert ist.

Bei Fernsehern strahlen vor allem Geräte mit Plasmabildschirm technisch bedingt besonders viel Wärme ab. Ausschalten ist hier die beste Option. (Quelle: fotolia.com © biker3)
Bei Fernsehern strahlen vor allem Geräte mit Plasmabildschirm technisch bedingt besonders viel Wärme ab. Ausschalten ist hier die beste Option. (Quelle: fotolia.com © biker3)

Autor: Nadine Koenig

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