Film und Artikel: Ganzheitliche Zahnmedizin

mit Prof. Prof. Dr. Werner Becker

Warum und wie können Zähne auf den Organismus einwirken und umgekehrt?
Mehr dazu im Film-Interview zur ganzheitlichen Zahnheilkunde mit Prof. Prof. Dr. Werner Becker, Vorsitzender des Bundesverbandes der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte in Deutschland e.V. (www.bnz.de).

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, MA, MBA, aus Ditzingen

Ganzheitliche Zahnmedizin Artikel von Dr. Nadj-Papp - Einführung

Zähne spielen eine wichtige Rolle, was das Aussehen angeht und können einen Hinweis auf den gesellschaftlichen Status eines Menschen geben. Gepflegte Zähne zu haben bedeutet, regelmäßig den Zahnarzt zu besuchen. Es heißt auch, sich um die Pflege und die Instandhaltung der Zähne zu kümmern und entsprechend zu kalkulieren, welche Investitionen auf den Einzelnen zukommen. Denn heutzutage müssen Patienten viele notwendige Leistungen der Zahnärzte im Interesse ihrer Gesundheit selbst übernehmen, da die Kassen nicht alle Leistungen bezahlten. Aber nicht nur für das Aussehen und das soziale Umfeld sind Zähne und Zahnpflege wichtig. Vom Zustand der Zähne hängt ganz wesentlich unser allgemeiner Gesundheitszustand ab. Vor allem für Menschen, die Probleme mit ihren Zähnen haben, ist es wichtig zu wissen, welche Auswirkungen kranke Zähne auf die Gesundheit haben können.

Anmerkung der Redaktion: Ganzheitlich arbeitende Zahnärzte finden Sie bei uns im Portal hier

Ursprung und Geschichte

Schon in der Steinzeit haben Zähne die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gelenkt. In Übergröße wurden sie als Felsbilder dargestellt, als Trophäe haben sie die Hälse der Jäger geschmückt. Seit mehr als 30.000 Jahren also verbindet der Mensch bestimmte Wertvorstellungen mit den Zähnen.

Auch damals schon haben bestimmte Menschen an der Zahnbearbeitung Gefallen gefunden und sich darauf spezialisiert. Die Instrumente zur Zahnbearbeitung sind den frühen Modellen sehr ähnlich. Im Wesentlichen handelt es sich um Scheiben, rotierende und oszillierende Instrumente, nur die Gestaltung ist etwas moderner. Die Zähne gelten bis heute als Schmuckstücke.

Die Ausbildung war nicht an höhere Schulen gebunden, sondern wurde sogar über viele Jahrhunderte von Goldschmieden, Barbieren und anderen Handwerkern ausgeübt.

Erst 1952 kam der Durchbruch. Die Ausbildung zum Zahnarzt wird zur ausschließlichen Hochschulsache. Das Studium dauert in der Regel 7 Jahre. Um das ganze Behandlungsspektrum abzurunden sind weitere Spezialisierungen nötig. Diese können auch, je nach Fachgebiet, mehrere Jahre dauern.

Intention

Was auf anderen Gebieten der Schulmedizin an naturheilkundlichen Verfahren bereits existiert und zum Teil auch finanziell anerkannt wird, setzt sich in der Zahnheilkunde erst ganz langsam durch. 
Mit den Methoden der ganzheitlichen Zahnheilkunde kann vor allem vorbeugend sehr viel getan werden. Ganzheitlich behandelnde Zahnärzte streben an, Körper und Seele gleichermaßen zu stabilisieren und die Ursachen der Zahn- und Zahnbetterkrankungen, sowie Munderkrankungen im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus zu sehen. 

Hinweise auf Krankheiten des Organismus

Ganzheitlicher Ansatz

Die Mundschleimhaut spiegelt die Krankheiten des Gesamtorganismus wieder. Zahnärzte können also in der Mundhöhle Erkrankungen von Organen und deren Veränderungen feststellen. Hart- und Weichgewebe stehen in Verbindungen zu verschiedenen Organen.

So haben die Schneidezähne eine Verbindung zur Niere und Blase, zum Urogenitalsystem, zu der Stirnhöhle, zum Knie, zum Kreuzsteißbein, zum Fuß, zu bestimmten Wirbeln und Rückenmarksegmenten. 

Die Eckzähne haben über den Leber - und Gallenblasenmeridian eine Wechselwirkung mit der Hüfte und mit den Augen. 

Weitere Krankheitsbilder, die über die Mundhöhle zu erkennen sind:

  • Krankheiten der blutbildenden Organe (Anämie, Leukämie) 
  • Hauterkrankungen  
  • Allergische und Autoimmunerkrankungen (Lichen: Flechten., Psoriasis: Schuppenflechte, Sklerodermie: Erkrankung des Gefäß- und Bindegewebssystems) 
  • Genetisch bedingte Allgemeinerkrankungen (Down-Syndrom) 
  • Virale Infektionen (Masern, Scharlach, Röteln, Windpocken, Tuberkulose, Herpes, AIDS) 
  • Pilzerkrankungen 
  • Stoffwechselstörungen (Diabetes) 
  • Vitaminmangelerscheinungen, Mangelernährung (Eiweißmangel, Vitamin-C-Mangel) 
  • Hormonstörungen (in der Schwangerschaft, Zyklus bedingte Zahnfleischveränderungen, Klimakterium: Wechseljahre) 
  • Medikamente (Pillen, Antiepileptika, Herzmittel, Chemotherapie)
  • Vergiftungen

Karies, eine Zivilisationskrankheit

Zähne unterliegen einem ständigen Wechsel von De- und Remineralisation. D.h. durch den Einfluss von Mikroorganismen und Belägen werden aus dem Zahnschmelz und aus der Zahnhartsubstanz Mineralstoffe herausgelöst. Der Speichel aber hat eine reparierende Funktion und remineralisiert die Zähne wieder.

Die Remineralisation verläuft allerdings viel langsamer als die Demineralisation. Dadurch kann Karies entstehen.

Lokale Voraussetzung für die Entstehung von Karies sind neben dem Zahnbelag, die Nahrung und die Mikroorganismen und die Einwirkungszeit, bzw. die Essensintervalle. Neuere Forschungen haben außerdem ergeben, dass die Entstehung von Karies, Bakterien zuzuschreiben ist. D.h. Karies entsteht durch Übertragung der Bakterien von Mensch zu Mensch.

Entstehung von Karies

Bei der Geburt ist die Mundhöhle noch frei von Bakterien. Sie siedeln sich erst mit der Zeit dort an. Wenn die Eltern des Kindes oder andere Bezugspersonen den Schnuller oder Löffel des Kindes abschlecken, übertragen sie diese Bakterien auf den Säugling.

Jede Therapie ist deshalb eine unvollkommene Reparaturmaßnahme. Deshalb stellt sich die Frage, wie kann sich der Mensch vor Zahn- und Zahnbetterkrankungen schützen?

Vorbeugung Mundhygiene

Bereits im Kleinkindalter sollte damit begonnen werden. Dabei kommt es darauf an, wie man die Zähne putzt.

Plaque ist ein weicher Zahnbelag, zusammengesetzt aus Speiseresten und Bakterien, der mit der Zeit zum festen Zahnstein wird. Dabei spielt die Beschaffenheit des Speichels eine große Rolle. Zahnbeläge brauchen ca. 24 Stunden um sich neu zu bilden. Es kommt also darauf an, die Zähne gründlich und regelmäßig zu reinigen.

Als Faustregel gilt: 30 Minuten nach der Mahlzeit gründlich von rot nach weiß putzen, d.h. auch das Zahnfleisch. Massierend sollte sich die Zahnbürste in einem Zeitraum von drei bis fünf Minuten systematisch von dem ersten Quadranten rechts oben bis zum letzen rechts unten vorarbeiten.

Um Karies und Parodontitis vorzubeugen, müssen die Zahnzwischenräume einmal täglich - am besten abends gereinigt werden. Dies geschieht mit Zahnseide (wenn die Zahnzwischenräume eng sind) und/oder mit Interdentalbürstchen ( wenn die Zähne etwas auseinander stehen ).

Es gibt jedoch Patienten, die sehr gewissenhaft ihre Zähne putzen und trotzdem mehr als andere unter Karies und Parodontitis leiden. Warum ist das so?

Entscheidend ist, wie bei jeder Krankheit, das Gleichgewicht zwischen der Immunabwehr des Körpers und der Aggressivität der Bakterien. Jedoch spielen nicht nur die lokalen Verhältnisse eine Rolle, sondern das Mundgeschehen ist sehr stark von dem bakteriellen Gleichgewicht des Darmes abhängig. Fehlernährung und Fehlverhalten führen zu Stress im Körper.

Zahnfreundliche Ernährungstipps

Wenn auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird, profitieren nicht nur die Zähne, sondern auch der Körper davon.

Der Speiseplan sollte reichlich Vollkorn- und Milchprodukte, frisches Gemüse, Rohkost und Fisch und wenig Fleisch enthalten.

Unentbehrlich für Wachstum und Erhalt der Zähne sind auch Vitamine und Spurenelemente, wie z.B. Vitamin D und Calcium. Durch die heutige Umweltbelastung benötigt der Körper diese Stoffe vermehrt.

Verzichten Sie möglichst auf Süßigkeiten und Zucker. Denken Sie daran, dass auch Honig, Apfel- und Birnenkraut für die Zähne schädlich sind, und dass sehr viele Fertiggerichte bereits gesüßt sind.

Am besten gewöhnen sie ihre Kinder erst gar nicht an zuviel Süßes. Geben sie ihnen im Babyalter Brei ungesüßt. Möchten Sie doch etwas Süßes kaufen, empfehle ich die zahnfreundlichen Produkte, die das „Zahnmännchen unter dem Regenschirm“ Logo tragen.

Behandlungsvorgang Füllungstherapien

Karies kann nur in den allerersten Anfängen ganz beseitigt werden. Sobald die Erkrankung größere Ausmaße angenommen hat, hilft nur noch die Füllungstherapie.

Dabei muss dem Patienten verdeutlicht werden, dass nicht das optimale biologische Material existiert, das für jeden Patienten die beste Versorgung bietet. Denn jede Füllung ist künstlich und muss als Kompromiss verstanden werden.

Wenn der Zahnarzt die Karies entfernt hat, muss der Defekt versorgt werden. Als Erstes wird der Wundverband aufgetragen. Dieser neutralisiert die noch vorhandenen Bakterien und versiegelt die Nervenkanälchen. Oft wir der Defekt zunächst provisorisch mit einer Zementfüllung versorgt.

Kunststofffüllungen

Auf dem internationalem Markt gibt es bereits eine große Menge unterschiedlicher Materialien. Diese Transplantate bestehen aus einem Füllkörper und einem Kunststoff. Um eine chemische Verbindung zu erreichen, werden die Füllkörper mit Siliziumverbindungen behandelt.
  
Kunststofffüllungen sind das Mittel der Wahl im Frontzahngebiet, weil sie farblich kaum auffallen. Für Seitenzähne sind sie jedoch ungeeignet, da sie die mechanischen Voraussetzungen bezüglich Haltbarkeit und Belastbarkeit nicht erfüllen. Sie können Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Kostenpunkt je nach Qualität: 30-130 Euro

Goldinlays

Um Inlays (Einlagen) herzustellen, bedarf es eines beträchtlichen Aufwands. Der Zahn muss sehr sorgfältig vorbereitet werden. Nach der Präparation wird ein Abdruck genommen, der an ein Labor geschickt wird. Dort wird das Inlay in vielen aufwendigen Arbeitsgängen hergestellt.

Das in der Zahnmedizin verwendete Gold ist meist relativ weich und hochwertig, damit es nach der Herstellung im zahntechnischem Labor gut an die Zähne angepasst werden kann. Goldinlays sind nur bedingt in der heutigen Zeit einsetzbar, da die Metallbelastung im Allgemeinen sehr hoch ist. Gleichzeitig sollte man keine unterschiedlichen Metalle im Mund haben. Neben der Metallbelastung kommen die Goldfüllungen auch aus ästhetischen Gründen aus der Mode. Kostenpunkt: ca. 300-500 Euro

Keramikinlays

Keramische Werkstoffe, die in der Zahnmedizin verwendet werden, sind Verbindungen der Kieselsäure ( wie Porzellan und Glas ). Ein sehr gut verträgliches Material. Es gibt keine Allergien und Unverträglichkeiten. Es reagiert nicht auf andere Stoffe. Die Herstellung der Keramikinlays ist sehr aufwendig. Sie können im Labor oder durch einen Computer angefertigt werden. In der Regel werden sie mit einem Kunststoffkleber am Zahn befestigt. Kostenpunkt: ca. 400-600 Euro

Amalgamfüllungen

Amalgame sind Legierungen von Quecksilber mit anderen Metallen, wie Silber, Kupfer, Zink und Zinn. Bei der Herstellung der Füllungen wird elementares Quecksilber verwendet. Dieses gibt giftige Dämpfe ab und gelangt über die Lungen, durch die Blutversorgung in vitale Organe und kann dort diese beeinflussen. Amalgame blockieren Enzyme und Katalysatoren und wichtige chemische Zyklen in unserem Organismus. Die Krankheitssymptome können psychologische Störungen, Erkrankungen der Mundhöhle. chronische Belastung des Magen-Darm-Traktes sein. Sie wirken auf das Herz-Kreislauf-System, auf das Nervensystem, auf das Immunsystem und auf die endokrinen Drüsen(z.B. Schilddrüse). (Link zu Symptome Amalgamunverträglichkeit) 

Nicht jedes dieser Symptome muss automatisch auf eine Amalgamunverträglichkeit hinweisen. Jedoch findet sich bei allen Personen mit Amalgamfüllungen ein eindeutig höherer Anteil an Quecksilber im Speichel und Urin. Leider ist bei Säuglingen von Müttern mit Amalgamfüllungen auch ein höherer Quecksilberspiegel festgestellt worden. Gleichzeitig kann man bei allen Patienten nach dem Entfernen des Amalgams bei den Urin- und Speichelproben einen drastischen Rückgang der Quecksilberwerte nachweisen.

Wenn sich mehrere Amalgamfüllungen im Mund befinden oder wenn in der Mundhöhle noch andere metallische Füllungen (z.B. Gold) vorhanden sind, kommt es zu einem Stromfluss, der gesundheitsschädlich ist.

Seit einiger Zeit ist es Vorschrift, in allen Praxen Amalgamabscheider in die Behandlungsstühle einzubauen in denen die kleinsten Partikelchen von Quecksilber und Amalgam gesammelt werden und als Sondermüll entsorgt werden müssen. Darum sollte sich jeder Patient die Frage stellen dürfen, ob er ein Füllungsmaterial, dessen extreme Giftigkeit für die Umwelt bekannt ist, noch im Mund haben möchte. In jedem Fall ist die dauerhafte Belastung in der Mundhöhle größer als die vorübergehende Belastung beim Herausbohren.

Wenn Amalgamfüllungen ausgebohrt werden, sollten Patienten viel trinken, damit der Körper eine bessere Möglichkeit zur Ausleitung der Gifte hat. Oft werden entsprechende Medikamente, in Form von Homöopathika und Nahrungsergänzungsmittel, empfohlen. Diese wären z.B.: DMPS ( Di-Mercapto-Propan-1-Sulfonsäure), DMSA (Di-Mercapto-Mernstein-Säure), Zink, Selen, Kupfer, Eisen, Jod, Calcium, Magnesium, Vitamine A, B1, B2, B6, B12, E, D, Folsäure, ß-Carotin, Bioresonanztropfen zur Entgiftung, Phönix Entgiftungspräparate

Mundstrommessungen

Unterschiedliche Metalle bauen im Mund Spannungen auf. Vor allem ist dies der Fall, wenn edle und unedle Metalle gleichzeitig verarbeitet werden. Diese Potenzialunterschiede lassen sich mit einer Mundstrommessung feststellen. In der Regel ergibt sich zwischen edlem und unedlem Metall ein hoher Stromwert, während in einem metallfreiem Mund sehr niedrige Werte zu finden sind.

Die Wirkung eines lang anhaltenden Spannungsfeldes im Kopfbereich macht sich nicht nur bei sensiblen Patienten ungünstig bemerkbar. Aus diesem Grunde sollte die Wahl der richtigen Materialien die Grundlage eines Gesprächs zwischen Arzt und Patient sein.

Die Wurzelbehandlung

Ist die Karies so groß, dass bereits der Hauptnerv des Zahnes befallen ist, können die Bakterien durch die Wurzelspitze bis zum Knochen wandern und dort eine Entzündung hervorrufen.

Abhängig davon, wie stark sich der Körper gegen die Eindringlinge wehren kann, kann diese Entzündung akut (heftig schmerzhaft), oder chronisch (unbemerkt) verlaufen.

Ist der Hauptnerv befallen, kann der Arzt nur versuchen, diesen Zahn mit einer Wurzelfüllung zu retten. Scheitert dieser Versuch, muss der Zahn gezogen werden. Dies ist in 70% der Fälle zu erwarten.

Vorgehensweise

Bei der Wurzelbehandlung werden die befallene Wurzelkanäle mechanisch gesäubert und die Entzündung mit einem Medikament gelindert. Anschließend kommt eine Wurzelfüllung in die Kanäle. Über diese Vorgehensweise streiten sich die Fachleute, denn eine Verträglichkeit dieses Materials ist nicht immer gewährleistet. Des Weiteren wird der Zahn nicht mehr mit Blut versorgt, dadurch wird er spröde und anfällig gegen weitere Erkrankungen.

Diese können unter Umständen in anderen Regionen des Körpers Krankheiten unterstützen oder simulieren. Dies wird als Herdwirkung bezeichnet.

Bei toten Zähnen, die eine Herdwirkung haben, besteht das Problem, dass der Zahn selber oft keine Symptome zeigt. So ist es für den Patienten schwer, einen Zusammenhang zwischen Zahn und einem anderen Organ zu erkennen. Welcher Patient denkt bei resistenten Knieproblemen an die Zähne?

Da nicht jeder wurzelbehandelte Zahn gleichzeitig ein Herd ist, muss die Anamnese und Diagnose sehr gründlich sein, um festzustellen, welcher Zahn entfernt werden muss.

Parodontitis

Behandlungsvorgang

Nach der Karies richten die Zahnbetterkrankungen die größten Schäden an. 90% der Bevölkerung ist von dieser Erkrankung betroffen. Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, hervorgerufen durch Ablagerung bakterieller Beläge auf Zähnen und Zahnfleisch. Werden diese Beläge nicht regelmäßig und gründlich entfernt, bildet sich Zahnstein, der unter das Zahnfleisch wächst. Es entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien ungehindert vermehren können.

Wird Parodontitis nicht rechtzeitig erkannt, bildet sich der Zahnhalteapparat zurück, die Zähne verlieren ihren Halt und fallen aus.

Jede kleine Entzündung sollte erst genommen werden, denn ist sie zu weit fortgeschritten, wird ein aufwendiger Zahnersatz mit allen seinen Problemen notwendig.

Nicht nur Zahnbelag, auch funktionelle Störungen, z. B. Zahnfehlstellungen (engstehende Zähne, fehlende Zähne, einseitiges Kauen, hohe oder niedrige Füllungen und Kronen) können zu Parodontitis führen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die Korrekturen in Form einer kieferorthopädischen Behandlung oder Zahnersatzes vorzunehmen.

Zuerst muss die individuelle Ursache erforscht werden. Hygiene und funktionelle Faktoren (Zahnabstände, Kronen, Füllungen) unverzüglich überprüft und gegebenenfalls beseitigt, Allgemeinerkrankungen abgeklärt werden.

Neben der lokalen Therapie in Form von Zahnreinigung, Füllungsaustausch, Kieferorthopädie und Zahnersatz können unterstützende Maßnahmen wie z.B. Homöopathie, Orthomolekular-Medizin, AkupunkturBachblütenPsychotherapie, Manualtherapie und Osteopathie eingesetzt werden. 

Kieferorthopädie

Unter Kieferfehlstellung versteht man eine falsche Zuordnung von Unter- und Oberkiefer. Bei der Zahnfehlstellung stehen einzelne Zähne falsch.

Ursachen der Fehlstellungen

Die Muskulatur formt den Knochen und nicht umgekehrt. Unsere Muskeln haben eine enorme Kraft. Ihre Arbeit ist auf einander abgestimmt. Wenn ein Muskel oder eine Muskelgruppe falsch arbeitet, wirkt sich dies auf das gesamte System aus.

So ist die Fußmuskulatur mit dem Kopf verbunden und umgekehrt.

Wenn jemand nicht regelmäßig Sport treibt, dann werden auf Dauer Hüfte und Wirbelsäule nicht mehr im Lot sein. Als Folge werden die Nacken-, Hals- und Kopfmuskeln versuchen, diese Fehlhaltung auszugleichen.

Wenn die Muskulatur eine dauernde Fehlbelastung auf den Knochen ausübt, deformiert sich dieser mit der Zeit. So auch der Kieferknochen und damit die Zähne.

Um dem vorzubeugen, muss auf eine aufrechte Haltung geachtet werden. Wirbelsäulenfehlstellungen können mit Sport und Krankengymnastik ausgeglichen werden. Schlechte Gewohnheiten wie Fingernägel kauen, Daumen lutschen, Bleistiftnagen sollten erkannt und vermieden werden. Chronische Nasen und Nasennebenhöhlenentzündungen, die zur Mundatmung führen, können therapiert werden.

Zahn- und Kieferfehlstellungen werden bevorzugt mit herausnehmbaren Geräten, wie z. B. mit dem Bionator, therapiert. Dieses Gerät ist ein so genanntes funktionelles Gerät. Das heißt, es trainiert die Muskulatur zu einem regelrechten Verhalten. Gleichzeitig hat es eine Massagewirkung auf die kleinen Lymphknoten im Mund. Damit ist ein verbesserter Abtransport von Giften gewährleistet

Darmflora

Der Mund ist der Beginn des Verdauungstraktes. Darum ist der Zustand der Darmflora ein entscheidender Faktor; besonders wenn der Patient unter Pilzbefall der Darmschleimhaut leidet. Dieser kann in die Mundhöhle übertragen werden und eine Zahnfleisch-und Zahnbetterkrankung verursachen.

Psychischer Stress, Nikotin und Zuckerkrankheit sind weitere, wichtige Faktoren, die zu Parodontitis führen können. Gleichzeitig sind zwischen Parodontitiden und Herzinnenhautentzündungen Zusammenhänge festgestellt worden.

Da dieses Krankheitsbild sehr komplex ist, ist eine erfolgreiche Behandlung nur möglich, wenn man die Gesamtheit der Krankheitsursachen mit einbezieht. Das setzt voraus, dass Ärzte und Zahnärzte Hand in Hand arbeiten.

Film: Prof. Prof. Dr. Werner Becker, Zahnarzt

Kommentare

Zahnarzt Dirk Heißmeyer aus Emmerthal, 20.04.2015:
Sehr geehrte Frau W.,

7 Jahre Behandlung ist eine extrem lange Zeit. Eine sinnvolle, ursachenbezogene Therapie sollte schon nach deutlich kürzerer Zeit zu einem positiven Behandlungserfolg führen. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Zahnmedizinisch wird oft mit Schienen behandelt. Die Zahnmedizin ist sich aber uneinig über die richtige Art der Schienentherapie, bzw. oft wird nach dem Prinzip Trial-and-error vorgegangen. Eine Schienentherapie sollte aber nur für maximal einige Monate notwendig sein und zum Ziel führen. Andernfalls ist es nicht die richtige Therapie. Begleitend kann eine osteopathische Behandlung sinnvoll sein.
Leider werden Schienen z.T. auch deshalb angefertigt, weil Zahnärzte daran ohne viel Arbeit gut verdienen.
Am besten ist es, wenn der Körper selbst in die Lage versetzt wird, das Problem durch Selbstregulation zu lösen. Oft hat sich eine Folge von ca. 3–6 Therapien spezieller Bioresonanz-Kiefergelenktherapie als erfolgreich erwiesen.
Wie bei allen Gelenkerkrankungen ist auch bei der CMD die Hauptursache eine Übersäuerung des Gewebes. Dadurch lagern sich Schlackenstoffe, die der Körper nicht mehr ausscheiden kann, in verschiedenen Geweben ab, so auch um den Knorpel der Gelenke. Das ist ein umfassendes Thema und nach meiner Ansicht das wichtigste für Gesundheit und Gesundung.

Viel Erfolg bei Ihrer Genesung wünscht Ihnen
Dirk Heißmeyer
Karin W., 20.04.2015:
Ich bin seit 7 Jahren wegen einer CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) in Behandlung. In der Zwischenzeit wurden Amalgamfüllungen entfernt und Titanimplantate gesetzt. Trotzdem habe ich nach wie vor Beschwerden.
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