Panchakarma

Panchakarma

Die klassische ayurvedische Reinigungskur (Panchakarma) verwöhnt und reinigt Körper und Seele gleichermaßen. Mit Hilfe jahrtausendealter ayurvedischer Heilverfahren werden Giftstoffe im Körper gelöst und sanft ausgeleitet. Diese grundlegende Reinigung ermöglicht einen besseren Fluss der Lebensenergie, verschafft somit mehr Vitalität und unterstützt die Selbstheilung bei vielen (Zivilisations-)Krankheiten.

Dr. phil. Karin Pirc - Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems
Dr. phil. Karin Pirc
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Dr. phil. Karin Pirc - Leitende Ärztin: "Panchakarma ist für mich das Herzstück jeder Ayurvedakur."

Ayurvedapraxis Bad Ems / Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems
Tel: 02603-9407-0
Am Robert Kampe Sprudel
56130 Bad Ems

Warum Panchakarma?

Abhyanga

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen. Unsere moderne Lebensweise bringt zahlreiche Belastungen mit sich, denen wir nur bedingt ausweichen können. Dazu gehören auf körperlicher Ebene z.B. Umweltgifte aus der Luft, Nahrung und Kleidung, aber auch Medikamente, unverdauliche oder schlecht verträgliche Nahrungsbestandteile usw. Hinzu kommen psychische Belastungen wie Reizüberflutung und Stress. Auch ungesunde Angewohnheiten wie falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung belasten den Körper.

All dies hinterlässt Spuren im Körper. Nicht ohne Grund nehmen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Allergien und Autoimmunerkrankungen, Krebs, Burnout und chronische Müdigkeit immer weiter zu.

Eine Möglichkeit zur Reinigung und Entlastung bietet die ayurvedische Reinigungskur Panchakarma. Mit Hilfe des Panchakarma werden z.B. Stoffwechselabbauprodukte aus unverdauten Nahrungsbestandteilen und Umweltgifte (Ama) ausgeleitet. Darüber hinaus sollten auf geistiger Ebene bestehende Belastungen wie unverarbeitete Konflikte Bestandteil einer Panchakarma-Kur sein. Panchakarma wirkt daher wie ein gründlicher Hausputz, mit dem wir Körper und Geist von vielen dieser Lasten reinigen.

So befreit, lässt Panchakarma die Lebensenergie wieder besser fließen und schafft die Basis für mehr Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude.

Doch was genau steckt hinter Panchakarma?

Ursprung und Geschichte des Panchakarma

Ölfläschchen

Übersetzt bedeutet Panchakarma so viel wie “die fünf Handlungen“ (Pancha = fünf, Karman = Handlungen). Gemeint sind fünf Methoden, mit deren Hilfe der Körper im Rahmen des Panchakarma gereinigt werden kann. Dies sind im Einzelnen:

  • Abführmittel (Virechan)
  • pflanzliche Einläufe (Basthi)
  • Brechmittel (Vaman)
  • Nasenspülungen (Nasya)
  • Aderlass.

5000 Jahre ayurvedische Tradition und Erfahrung stecken in den Behandlungen.
Ergänzt werden können sie in der Panchakarma-Kur durch Öle (als wohltuender Stirnguss), Massagen mit individuell zusammengestellten Kräuterölen und -pasten, Dampfbädern, ayurvedischer Küche usw.

Ablauf einer Panchakarma-Kur

In der Maharishi-Ayurveda-Privatklinik, in der ich arbeite, ist die Panchakarma-Kur das Herzstück jeder Ayurvedakur.

Ayurvedische Diagnose

Am Anfang einer solchen Ayurvedakur steht stets eine genaue Diagnose im Sinne des Ayurveda. Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten ist die Pulsdiagnose für mich das wichtige Instrument bei der ayurvedischen Diagnostik. In der ayurvedischen Pulsdiagnose lesen wir verschiedene Ebenen innerhalb des Pulses, die jede für sich eine andere Aussage haben. Diese betreffen zunächst die verschiedenen Organsysteme und wenn es gelingt, dies in Kombination zu lesen, dann hilft das tatsächlich, sehr viel über den Gesundheitszustand eines Patienten zu erfahren. Immer wieder erlebe ich, wie verblüfft Patienten sind, wenn ich ihnen erzähle, was ich in der Pulsdiagnose wahrnehme und damit „ins Schwarze“ getroffen habe.

Wer die ayurvedische Pulsdiagnose kennenlernen und selbst einmal ausprobieren möchte, findet auf https://www.youtube.com/watch?v=21aFt510MF8 einen Kurzlehrgang für Laien, den ich vor einigen Jahren abgehalten habe.

Anders als der sonst bei uns üblichen Diagnostik, geht es im Ayurveda vor allem darum herauszufinden, in welchem Verhältnis die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bei einem Patienten vorliegen und welche von ihnen gestört sind.

Die drei Doshas charakterisieren die Regulationssysteme des Körpers. Dabei steht

  • Vata für das Prinzip der Bewegung
  • Pitta für das Prinzip der Transformation und des Stoffwechsels
  • Kapha für das Prinzip der Stabilität und Substanz.

Krankheit kann nach der ayurvedischen Lehre da entstehen, wo die Doshas ins Ungleichgewicht geraten sind. Entsprechend geht es im Rahmen der Ayurvedakur darum, die drei Doshas so weit wie möglich wieder auszugleichen.

Individuelle Behandlung beim Panchakarma

Ist die Diagnostik erfolgt, wird der Behandlungsplan für die Panchakarma-Kur ganz nach den persönlichen Bedürfnissen jedes Patienten individuell festgelegt. Welche Methoden im Rahmen des Panchakarma eingesetzt werden, richtet sich u.a. nach der Konstitution und der Energie des Patienten. So könnte z.B. ein überschüssiges Pitta durch Abführen reduziert und ein Zuviel an Vata mit Kräutereinläufen normalisiert werden.

In unserer Privatklinik werden für jeden Patienten individuell Kräuteröle für die verschiedenen Massagen gekocht, ayurvedische Heilpflanzen, Kräuter und Mineralien im richtigen Verhältnis zusammengestellt und die einzelnen Kräuter und Gewürzzubereitungen bereitgestellt. Das ist uns sehr wichtig, da das Wissen um die Wirkung und das ganzheitliche Zusammenspiel von Kräutern und Pflanzen im Ayurveda eine tragende Rolle spielt.

In Indien kennt man 8000 Kräuterarten, von denen 1400 als medizinische Kräuterpflanzen definiert sind. Für die häufigsten ayurvedischen Kräutermischungen werden etwa 400 dieser Kräuterpflanzen verwendet. Im Maharishi-Ayurveda, einer ganzheitlich orientierten Form des Ayurveda, mit der ich arbeite, kennen wir mehrere tausend Rezepturen, die je nach individueller Konstitution angewandt werden.

Auch die anderen Therapiemaßnahmen des Panchakarma wie die Stoffwechselmassage Udvarthana werden entsprechend des individuellen Gesundheitszustands ausgewählt und durchgeführt. Die Zusammensetzung der Kräuterpaste, der Druck der Hände, die Länge der Behandlung – alles richtet sich nach den persönlichen Erfordernissen.

Die Synchronbehandlung Abhyanga ist eine der beliebtesten Reinigungs- und Massagetechniken. Für die Patienten ist diese wohltuende Massage immer wieder ein Erlebnis. Sie fühlen sich unter den Händen der beiden Behandler gut aufgehoben, können zutiefst entspannen und befreien ganz nebenbei ihren Körper von Altlasten. Abhyanga wird streng nach den ayurvedischen Vorgaben durchgeführt.

Genauso wie das Augenbad Netra-Tarpana. In einem Trichter aus Linsenmehl entspannt reines Butterfett die Augen und stärkt Sehkraft und Nerven.

Die Schmerztherapie Pinda-Sveda verwendet Leinensäckchen mit speziellen Kräutern und Ölen. Jeder findet im Ayurveda seine persönliche Lieblingsbehandlung.

Bei Patienten sehr beliebt ist auch der Stirnguss Shirodhara. Auf der Stirn fühlt sich der Ölguss samtweich an. Einige Patienten berichten von einem Gefühl, als ob die ganzen Gedanken mitgenommen und beruhigt würden.

Weitere Ausleitungsmethoden, die im Rahmen des Panchakarma eingesetzt werden, sind Aderlass, Inhalation von Kräuterrauch und Kopfreinigungsbehandlung über die Nase.

Während der Panchakarma-Kur lernen die Teilnehmer auch die ayurvedische Küche kennen. Diese ist nicht nur kulinarisch ein Genuss, sondern unterstützt durch die individuell ausgewählten Lebensmittel, Kräuter und Zubereitungsformen zusätzlich den Reinigungs- und damit den Heilungsprozess. Viele Kräuter und Gewürze, die wir im Westen gar nicht kennen, verleihen den Speisen eine besondere Note und lassen schon am Duft erahnen, dass hier etwas Besonderes wartet.

Die Nahrung sollt nicht nur besonders gut schmecken, sondern helfen, dass der Organismus nicht durch die Nahrung wieder mit neuen Toxinen überschwemmt wird. Sie muss also leicht, gutschmeckend und die Reinigung unterstützend sein.

Unterstützend kann im Rahmen einer Panchakarma-Kur auch noch Yoga eingesetzt werden. Yoga wirkt nicht nur entspannend, es kann auch dazu beitragen, körperliche und geistige Blockaden zu lösen.

Zusätzlich kann eine ayurvedische Entspannungstechnik, die Transzentendale Mediation, helfen, Ruhe und Ausgeglichenheit zu fördern. Transzentendale Mediation ist eine sehr einfache, natürliche und mühelose Technik der Tiefenentspannung. Der Körper erreicht einen Ruhezustand, der etwa doppelt so tief ist, wie in der tiefsten Phase des Schlafes. Dadurch hat das Nervensystem die Gelegenheit, tiefsitzende Blockaden und Stresse aufzulösen. Als Resultat ist man tagsüber energievoller, frischer und kreativer.

Auch die Dauer einer Panchakarma-Kur ist individuell unterschiedlich. Sie sollte jedoch möglichst mindestens zehn Tage, bei chronischen Krankheiten eher länger dauern.

Padabhyanga
Vishesh

Hauptanwendungsgebiete des Panchakarma

Panchakarma eignet sich besonders für Patienten, die im Laufe ihres Lebens viele Belastungen angesammelt haben. Besonders geeignet ist Panchakarma für Menschen, die sich bei dem Stress des Alltags überfordert und ausgebrannt fühlen. Tatsächlich kommen viele Patienten mit Burnout, chronischem Müdigkeitssyndrom usw. zu uns. Ihnen kann Panchakarma zu neuer Vitalität und Lebensfreude verhelfen.

Ein dankbares Anwendungsgebiet des Panchakarma sind naturgemäß auch Zivilisationskrankheiten. Ablagerungen in unserem Bindegewebe, Übersäuerung usw. begünstigen langfristig chronische Krankheiten wie Rheuma, Diabetes, Arteriosklerose usw. Wenn man die Belastungen mittels des Panchakarma reduziert, reduzieren sich in der Regel auch die Beschwerden der Patienten. Die Eigenregulation und Selbstheilungskräfte des Körpers können wieder besser greifen. Das dürfte zum Teil auch erklären, warum die Wirkung der Panchakarma-Kur fast immer sehr nachhaltig wirkt.

Rückblickend empfinden viele Patienten eine Ayurvedakur mit Panchakarma als kraftspendende Auszeit, die ihnen noch über lange Zeit Energie verliehen hat.

Möglichkeiten und Grenzen einer Panchakarma-Kur

Prinzipiell kann sich jeder Mensch einer Panchakarma-Kur unterziehen.
Die volle Entgiftung inklusive. Darmreinigungen ist den klassischen Überlieferungen zufolge für Menschen geeignet, die das Wachstum abgeschlossen haben, also ca. ab dem 18. Lebensjahr sowie – je nach Stärke des Patienten – bis zum 80. Lebensjahr.
Darüber hinaus kann der erfahrene Ayurveda-Heilkundige sich in seiner Verordnung auf eine Auswahl eher aufbauende Teile dieser Umstimmungssequenz beschränken. Auch mit einer solchen Auswahl lassen sich Beschwerden deutlich lindern und man kann mit ihr Menschen helfen, sich stärker und leistungsfähiger – oder auch nur seelisch glücklicher – zu fühlen.
Nur wenige Kontraindikationen sollten bei Panchakarma beachtet werden.

  • Panchakarma ist nicht empfehlenswert für Menschen, die sich körperlich extrem geschwächt fühlen. Denn die Anwendungen – so subjektiv angenehm sie auch sein mögen – verlangen vom Körper eine Stoffwechselleistung und damit genügend Energie, um die vielfältigen angestoßenen Entgiftungsprozesse umzusetzen.
  • Ebenso sollte sich der Organismus nach einer größeren Operation oder intensiven fordernden Eingriffen erst einmal über drei Monate regenerieren können, ehe sein Stoffwechsel wieder durch Entgiftungsmaßnahmen gefordert wird.
  • Bei Menschen mit hochakuten Entzündungen sind das Abwehrsystem und die Heilkräfte des Körpers bereits stark im Einsatz und sollten nicht zusätzlich überbeansprucht werden.

In all diesem Fällen setzt der Ayurveda-Arzt vor einer Panchakarma-Kur zunächst andere natürliche Methoden ein, um Entzündungen abklingen zu lassen und Körper und Geist zu kräftigen. Bei einer ambulanten Konsultation untersucht der Ayurveda-Arzt den Betroffenen gründlich, kristallisiert das Beschwerdebild nebst tiefer liegenden Ursachen heraus und empfiehlt z. B aufbauende und umstimmende Ayurveda-Kräuterpräparate, eine angepasste Ernährungsweise oder einen ausgleichenden Tagesrhythmus, um die Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So fühlt sich der Mensch wieder kräftig und gut, bevor er die tief umstimmenden Anwendungen einer Panchakarma-Kur genießt.

Welches Wissen ist notwendig, um Panchakarma anzuwenden?

Der Ayurveda ist ein umfassendes Gesundheitssystem mit über 20 höchst verschiedenen Ansätzen zur Umstimmung, Heilung und Regeneration von Körper und Geist. Ein Heilkundiger muss daher eine umfassende Ausbildung haben, um verantwortungsvoll auf der Klaviatur dieses Wissens spielen zu können und den oft chronisch Kranken, denen die moderne Medizin nicht ausreichend helfen konnte, wirkliche Hilfe angedeihen zu lassen.

Im Gegensatz zu ayurvedischen Wellnessanwendungen darf Ayurveda und damit Panchakarma im Rahmen der Heilkunde in Deutschland nur von Ärzten und Heilpraktikern eingesetzt werden. Wer Panchakarma praktiziert, sollte eine gründliche Zusatzausbildung im Ayurveda absolviert haben. Im Idealfall sollte er anschließend längere Zeit unter Anleitung eines sehr erfahrenen Ayurveda-Heilkundigen genügend Praxiswissen sammeln, um seine Patienten später selbständig verantwortungsvoll und umsichtig führen zu können.
Dieser Arzt sollte die Panchakarma-Kur nach den ganz speziellen Bedürfnissen jedes einzelnen Patienten zusammenstellen können. Auch sollte er während der Kur regelmäßig Kontakt mit ihm halten, um die einzelnen Anwendungen anhand des Therapieverlaufs und der Pulsdiagnose immer wieder anpassen zu können, um den maximalen Erfolg zu erzielen.

Ayurveda-Therapeuten, die die vielen verschiedenen Therapien wie die synchronen Ölmassagen, Teilanwendungen, Ölgüsse, Einreibungen, Wärmeanwendungen, Einläufe usw. unter ärztlicher Aufsicht anwenden, sollten ebenfalls eine gründliche Ausbildung unterlaufen haben. Regemäßige Fortbildungen und Nachschulungen sind beispielsweise in der Privatklinik Bad Ems ein Muss, um den hohen Standard der Therapieanwendungen zu gewährleisten und die großen Heilkräfte dieses bewährten, altüberlieferten ganzheitlichen Gesundheitssystems zum Wohle der Patienten voll ausschöpfen zu können.

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