Die Akupunktur

Akupunktur, Quelle: Klinik im Leben

Die Akupunktur ist eine uralte Behandlungsmethode, deren Ursprünge aus dem China vor 4000 Jahren stammen. Inzwischen gibt es auch immer mehr Studien, die die Wirksamkeit der Akupunktur, insbesondere in der Schmerztherapie belegen. Die Heilpraktikerin Kriemhilt Waldenmaier hat für Sie die wichtigsten Grundlagen der Akupunktur zusammengefasst.

Autor/en dieses Beitrages:
Kriemhilt Waldenmaier, Heilpraktiker/in aus Hemmingen

Ursprung und Geschichte

Die Entwicklung der Akupunktur begann vor mehr als 4000 Jahren in China. Ein berühmter Mythos über die ersten Erfahrungen der Menschheit mit Akupunktur erzählt von einem verletzten Krieger mit einer offenen Wunde. Dieser wurde von einem Pfeil getroffen, woraufhin die Wunde heilte.
 
Die ersten Behandlungen mit der Akupunktur werden in die Jungsteinzeit (Neolithikum) datiert. Damals wurden geschliffene Steine, sowie Knochen- und Bambusnadeln benutzt, um Krankheiten zu heilen. Später entwickelte sich daraus die Therapie mit Nadeln aus Bronze, Silber und Gold.
 
Aus der Zeit der Zhou-Dynastie (1066-221 v. Chr.) stammen die Bezeichnungen der ersten Akupunkturpunkte durch den Arzt Pien Chio. Er war der erste chinesische Arzt, dessen Anwendung der Akupunkturtechnik historisch nachgewiesen werden konnte.
 
Weiterhin wurde damals erstmalig das Qi (Chi) definiert. Hierunter verstand man zunächst einen Dampf, der im menschlichen Körper Leben, Gesundheit, aber auch Krankheit hervorrief. Schließlich bezeichnete Qi die Lebensenergie und wurde damit zu einem Grundbegriff der heutigen traditionellen chinesischen Medizin.

Gesundheitsbegriff

Diese Lebensenergie Qi fließt in 14 Hauptmeridianen, die an mehr als 360 festgelegten Punkten durch Einstechen mit Nadeln und eventuell auch durch Akupressur beeinflusst werden kann.
 
Durch die Nadelreizung soll das gestörte Energiegleichgewicht der Gegensatzpaare Yin und Yang und der Fluss des Qi wieder hergestellt werden.
 
Nach dem Verständnis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) entsprechen die Meridiane Kanälen, in denen das Qi fließt. Eine Störung führt zu Krankheitserscheinungen. Gesundheit ist für die chinesische Medizin ein Gleichgewichtszustand zwischen den gegensätzlichen Kräften Yin und Yang. Beide bilden eine Ganzheit.
 
Krankheiten entstehen dann, wenn der Fluss des Qi stockt, wenn also die Harmonie von Ying und Yang gestört ist und ein Missverhältnis im Energiefluss entstanden ist.
 
Aufgabe des Therapeuten ist es, die Störungen zu erkennen und den Körper zu unterstützen, um ein Ying/Yang Gleichgewicht wieder herzustellen.

Aufgabe des Qi

1. Schutz

  • den Körper vor äußeren pathogenen Faktoren schützen.
  • erwärmt den Körper und lässt die inneren Organe funktionieren.
  • ernährt den Körper durch das Nähr-Qi.

2. Transport

  • bewegt die Nahrung durch den Verdauungstrakt
  • bewegt Blut durch die Gefäße
  • bewegt Flüssigkeiten durch den Körper

3. Kontrolle

  • Schwitzen, Wasserlassen, Stuhlgang
  • Hält das Blut in den Gefäßen.

Zuordnung von Yin und Yang

Yin

-

Yang

Frau
Erde
Mond
Winter
Kälte
Nässe
Dunkel 
Innen
Passiv
Wasser
Tal

-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

Mann
Himmel
Sonne
Sommer
Wärme
Trockenheit
Hell
Außen
Aktiv
Feuer
Berg

      

Negativ

-

Positiv

Entspannung
Trauer
Unten
Langsam
Weich
Trübe
Vorderseite
Das Körperinnere
tiefer Puls
tiefer Schmerz
Leere
Unterfunktion
Struktur

-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

Spannung
Freude
Oben
Schnell
Hart
Klar
Rückseite
Das Körperäußere
oberflächlicher Puls
oberflächlicher Schmerz
Fülle
Überfunktion
Funktion

Zuviel Yin
Erstarrung
Kälte, Eis
Als Schutz: „mir ist alles egal“
unterdrücken Angst 

Zuviel Yang
Tollkühn
Motivation
Als Schutz: oft Geschäftigkeit, Ehrgeiz
berechnend, kalkulierend
begeben sich aktiv in Gefahr
leugnen Angst 

Zuwenig Yin
unruhig, hektisch
Mangel an (Ur-)Vertrauen
Keine Substanz 

Zuwenig Yang
antriebslos
haben Angst, etwas falsch zu machen 

Einteilung des gesamten Körpers in Yin und Yang:
Füße, Bauch und Innenseiten der Extremitäten: Yin
Kopf, Rücken und Außenseiten der Extremitäten: Yang 

Zuviel Yang - schmälert das Yin und führt zu Hitze und
zuviel Yin - schmälert das Yang und führt zu Kälte.
Krankheiten der Hitze: Fieber 
Krankheiten der Kälte: „Erfrierungen“, Erstarrung

Behandlungsmethode

Voraussetzungen:
Der Patient

  • sollte möglichst ausgeruht sein.
  • nicht unter Alkohol-, Drogen-, Sedativeinfluss (Beruhigungsmittel) stehen.
  • kein starkes Hungergefühl haben.
  • keine reichhaltige Mahlzeit eingenommen haben.
  • nicht ausgekühlt sein.

Die Akupunktur sollte möglichst im Liegen erfolgen => Kollapsneigung. Sie ist aber auch im Sitzen möglich, wenn der Patient eine bequeme Stellung gefunden hat.
 
Vorgehensweise
Die Raumtemperatur sollte ca. 24 Grad betragen. Der Patient wird mit einer Seiden- oder Wolldecke zugedeckt und der Therapeut achtet auf eine harmonische Atmosphäre, evtl. leise Musik.

Zuerst wird die Diagnose erhoben:

  • Anamnese
  • Inspektion
  • Blutdruckmessung
  • Zungen- und Pulsbefund, dann wird genadelt.

Nadelentfernung nach ca. 25 Min.
Behandlungsserie ca. 10 - 15 Behandlungen, günstig: einmal pro Woche
 
Akupunkturnadeln sind meistens dünne Einmal-Stahlnadeln.
Goldnadeln wirken auf den Organismus stärkend, Silbernadeln beruhigend.
Länge der Nadeln: 25 x 50 mm
Stärke: meistens 0.15 - 0,30 mm, wobei die chinesischen Nadeln meistens etwas dicker sind.

Meridiane

Die 12 Hauptmeridiane werden jeweils einem Organ zugeordnet und stehen mit diesem in Wechselbeziehung. D.h. die Meridiane verlaufen in Längslinien direkt auf dem Körper und haben durch das Qi energetischen Kontakt in die Tiefe, mit dem Organ.
 
Sie sind paarweise als Ying-Yang-Partner angeordnet und sind endlos aneinandergereiht. Sie münden immer wieder in sich selber und werden im 24-Stunden-Rhythmus von der Vitalenergie Qi durchflutet.
 
Die Yin-Meridiane werden den parenchymatösen Organen (Speicherorgane) zugeordnet und verlaufen auf den Innenseiten der Extremitäten. Z.B. Lungen, Milz, Herz, Niere, Leber.
 
Die Yang-Meridiane werden den Hohlorganen zugeordnet und verlaufen auf den Außenseiten der Extremitäten. Z.B. Dickdarm, Magen, Dünndarm, Gallenblase.
 
Die zwei wichtigsten Zusatzmeridiane sind das

  • Konzeptionsgefäß (Ren mai): steht für Yin und verläuft auf der Mittellinie der Vorderseite des Körpers und das 
  • Lenkergefäß (Du mai): steht für Yang und verläuft auf der Mittelinie des Rückens.

Zusammengehörende Yin und Yang Meridiane und Funktionskreise

Jedes Yin-Organ ist mit einem Yang-Organ gepaart. Die Yin-Lunge korrespondiert z.B. mit dem Yang-Organ Dickdarm. Es handelt sich jeweils um zwei Organe mit ihren dazugehörigen Meridianen, von dem einer einem Speicherorgan und der andere einem Hohlorgan zugeordnet ist.

Partnerorgane

SpeicherorganHohlorgan
Yin MeridianYang Meridian
Lungehat VerbindungDickdarm
Magenhat VerbindungMilz/Pankreas
Herzhat VerbindungDünndarm
Nierehat VerbindungBlase
Perikard*hat Verbindung3-Erwärmer
Leberhat VerbindungGalle

* (Kreislauf)

Der Meridian 3-Erwärmer:
Den Körper in 3 Teilen zu unterteilen, ist einer der wichtigsten Aspekte dieses Meridians.
 
Als oberer Erwärmer: oberhalb der Zwerchfells: Lunge, Herz
Mittlerer Erwärmer: zwischen Zwerchfell und Nabel: Milz, Magen
Unterer Erwärmer: unterhalb des Nabels: Dünndarm, Blase, Niere
 
Die Aufgabe dieses Meridians

  • liegt mehr auf der geistigen Ebene. 
  • Ist beteiligt bei der Umwandlung und Bewegung von Flüssigkeiten.
1. Umlauf
Meridian der Hand und es Fußes
2. Umlauf
1. Umlauf
3. Umlauf
2. Umlauf
3. Umlauf
3. Umlauf
Dickdarmmeridian
3. Umlauf
Dickdarmmeridian

Meridianumläufe

Es werden drei Umläufe mit jeweils vier verschiedenen Meridianen, von denen zwei auf der Yin (Innen-) und zwei auf der Yang (Außen-) Seite verlaufen, unterschieden. Unter Umlauf wird der Weg verstanden, den das Qi über die Meridiane nimmt.
 
Jeweils der Yin- und Yang- Meridian der Hand ist mit dem Yang- und Yin- Meridian des Fußes verbunden.

1. Umlauf

Lu - Lungen Meridian (Yin) vom Oberkörper zu den Fingerspitzen

Dl - Dickdarm Meridian (Yang) von den Fingerspitzen zum Gesicht

Ma - Magen Meridian (Yang) vom Gesicht zu den Zehenspitzen

Mi - Milz Meridian (Yin) von den Zehenspitzen zum Oberkörper

2. Umlauf

He - Herz Meridian (Yin) vom Oberkörper zu den Fingerspitzen

Dü - Dünndarm Meridian (Yang) von den Fingerspitzen zum Gesicht

Bl - Blasen Meridian (Yang) vom Gesicht zu den Zehenspitzen

Ni - Nieren Meridian (Yin) vom Fuß zum Oberkörper

3. Umlauf 
 
KS - Perikard Meridian (Kreislauf-Yin) vom Oberkörper zu den Fingerspitzen

3E - 3-Erwärmer (Yang) von den Fingerspitzen zum Gesicht
 
GA - Gallen Meridian (Yang) vom Gesicht zu den Zehenspitzen
 
LE - Leber Meridian (Yin) von den Zehenspitzen zum Gesicht

Weil die Lebensenergie die Meridiane in einer bestimmten Folge durchfließt, ergeben sich zwischen aufeinander folgenden Meridianen energetische Verbindungen. Das bedeutet in der Praxis, dass vom letzten Punkt des Lungenmeridians eine Verbindung zum ersten Punkt des Dickdarmmeridians besteht und wiederum vom letzten Punkt des Magenmeridians zum ersten Punkt des Milzmeridians.
 
So können Probleme in einem Organ oder einem Meridian, durch Verwendung verschiedener Punkte der entsprechenden Partner-Leitbahnen, behandelt werden.

Die Akupunkturpunkte lassen sich bildlich als Schleusen verstehen, mit deren Hilfe die Energie im Bedarfsfall in andere Energiekanäle umgeleitet werden kann. Die Punkte selbst liegen meistens in kleinen Vertiefungen zwischen Sehnen oder Muskeln oder in der Mulde eines Knochens. Sie beeinflussen nicht nur das ihnen zugehörige Organ, sondern auch die Organe und Gewebe, die sich in ihrem Verlaufsgebiet befinden. So hat z.B. der Dickdarm Meridian aufgrund seines Verlaufs Einfluss auf Zeigefinger, Handgelenk, Ellenbogen, M. deltoideus (Schulter), Schultergelenk und Nase.

Beispiele: 

  • Bei Schwindel oder Kreislaufschwäche: mittleren Finger massieren (Pe Meridian). 
  • Wenn Kinder unruhig sind: Herz Meridian vom Ellenbogen bis zum kleinen Finger ausstreichen.

Organuhr

Organuhr
Organuhr
Organaktive Phase
Leber01-03 Uhr
Lunge03-05 Uhr
Dickdarm05-07 Uhr
Magen07-09 Uhr
Milz/Pankreas09-11 Uhr
Herz11-13 Uhr
Dünndarm13-15 Uhr
Blase15-17 Uhr
Niere17-19 Uhr
Perikard (Herzbeutel)/Kreislauf19-21 Uhr
3-Erwärmer21-23 Uhr
Gallenblase23-01 Uhr

Beispiele aus der Praxis

Jeder Meridian wird für einen Zeitraum von 2 Stunden durchflutet. Während dieser Zeit treten Fehlfunktionen am deutlichsten auf:

Yang-Zustände (Energiefülle):

  • Nächtliches Erwachen zwischen 1-3 Uhr nachts, mit Schwierigkeiten wieder einzuschlafen, ist typisch für einen Yang-Zustand der Leber.
  • Gallenkoliken treten häufig zwischen 23-1 Uhr auf, als Folge eines extremen Yang-Zustandes der Gallenblase-
  • Desgleichen treten Asthmaanfälle meistens zwischen 3-5 Uhr auf.

Yin-Zustände zeigen sich meist als Schwäche (Energielosigkeit):

  • z.B. bei der Milz: macht sich häufig durch einen Leistungsabfall zwischen 9-11 Uhr und im Verlangen nach Süßem bemerkbar.

Wichtig:
Akupunktur ist eine nebenwirkungsfreie Methode und unter Beachtung der Kontraindikationen kann wenigstens eine Linderung erzielt werden.

Kontraindikationen

  • Wenn der Organismus sehr geschwächt ist, so dass keineSelbstheilungskräfte aktiviert werden können.
  • Bei Patienten in einem sehr schlechten Allgemeinzustand.
  • Bei akuten lebensbedrohlichen Erkrankungen, z.B. allergisches Ödem, Status asthmaticus. usw.
  • Bei erhöhter Blutungsneigung.
  • Bei Punkten in geschädigten Bereichen, z.B. Verbrennungen, Ekzeme, Infektionen.
  • Bei Schizophrenie.
  • In der Schwangerschaft: Punkte im Bauchbereich und Punkte, die zu stark stimulieren.

Indikationen: Liste der WHO für Akupunktur

Respirationstrakt

  • Akute Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Akute Rhinitis (Schnupfen)
  • Allgemeine Erkältungskrankheiten
  • Akute Tonsillitis (Mandelentzündung)

Bronchopulmonale Erkrankungen

  • Akute Bronchitis
  • Asthma bronchiale
  • Akute und chronische Pharyngitis (Rachenentzündung)

Augenerkrankungen

  • Akute Konjunktivitis Bindehautentzündung)
  • Zentrale Retinitis (Netzhautentzündung)
  • Myopie bei Kindern (Kurzsichtigkeit)
  • Katarakt (Grauer Star)

Erkrankungen der Mundhöhle

  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen nach Extirpation (Zahnentfernung)
  • Gingivitis (Zahnfleischentzündung)

Gastrointestinale Erkrankungen

  • Oesophagus- und Kardiaspasmen (Speiseröhren- und Mageneingangskrämpfe)
  • Singultus (krankhafter Schluckauf)
  • Gastroptose (Magensenkung)
  • Akute und chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Hyperazidität (Übersäuerung) des Magens
  • Chronische Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Akute und chronische Kolitis (Dickdarmentzündung)
  • Akute bakterielle Dysenterie (Ruhr)
  • Diarrhö (Durchfall)
  • Paralytischer Ileus (Lähmung der Darmbewegung)

Neurologische und orthopädische Erkrankungen

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Trigeminusneuralgie (Entzündung des fünften Hirnnervs)
  • Fazialisparese (Gesichtslähmung)
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Periphere Neuropathien (Nervenentzündungen)
  • Poliomyelitislähmung (Kinderlähmung)
  • Morbus Menière
  • Neurogene Blasenfehlfunktion
  • Euresis nocturna (Nächtliches Bettnässen)
  • Intercostalneuralgie (Schmerzen im Bereich des Zwischenrippenraums)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Ischalgien (Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs)
  • Lumbalgien (Hexenschuss)
  • Rheumatoide Arthritis (entzündliche Allgemeinerkrankung des embryonalen Bindegewebes)

Akupunktieren darf nur der Arzt oder Heilpraktiker.

Von Ärzten wird das sog. A-Diplom mit 140 Unterrichtseinheiten (1 UE = 45 Min.) verlangt. Das Verhältnis abgeleisteter Theoriestunden zu Praxisstunden muss 70% zu 30% betragen. Hospitation und Supervision in Kleingruppen ist für die Teilnehmer verpflichtend. Da in Zukunft das A-Diplom nur noch als Zwischenprüfung gilt, werden weiterführende Kurse im Hinblick auf die Vollqualifikation angeboten. Die Ausbildung nach dem A-Diplom muss mit weiteren 210 UE (50% Theorie- und 50% Praxisstunden) ergänzt werden (B-Diplom).

Heilpraktikern stehen verschiedene Institute zur Verfügung, die Akupunkturausbildungen meist über mehrere Jahre anbieten und die für beide Berufsgruppen, Ärzte und Heilpraktiker, Kurse anbieten.

Literaturtipps

Linktipp

  • www.eiom.de (Europäisches Institut für orientalische Medizin)

Kommentare

Fernim, 07.08.2008, 21:54

Wenn ich mir das so durchlese, finde ich es einfach nur unverschämt, dass es solchen Aberglaube auf Repzept gibt, d.h. dass wir mit unseren Krankenkassenbeiträgen noch so einen Hokuspokus mitfinanzieren. Unsere Hustenmedikamente müssen wir ja auch in der Apotheke selber kaufen. Ich denke, sowas sollte privat finanziert werden. MfG Fernim

Anke Schmietainski, 11.08.2008, 00:52

Nach Auslaufen der Feldversuche der Krankenkassen werden nur noch wenige Indikationen von den Krankenkassen bezahlt. Wer von einem gut ausgebildeten Arzt oder Therapeuten (hier gibt es große Unterschiede) eine Akupunkturbehandlung erfahren durfte und beschwerdefrei wurde nach vielen erfolglosen Versuchen zuvor in der Schulmedizin, wird anders darüber denken. Wenn eine Akupunkturbehandlung z.B. eine Operation am Knie ersparen kann, ist es deutlich günstiger für die Kasse und schonender für den Patienten.

Sabine Jechow, 07.04.2009, 13:02

ich finde beide Beiträge vom August 2008 haben ihre Berechtigung. Wenn Herr oder Frau Fernim an solche wunderbaren Heilungsmöglichkeiten nicht glaubt, ist es umso besser, wenn solche Menschen sowieso nur das bezahlen, wovon sie überzeugt sind. Und damit hat er/sie auch Recht, dass Kassen die persönlichen Wünsche der Patienten nicht zu übernehmen brauchen, dann gibt es auch kein Defizit mehr bei den Krankenkassen. Insofern hat Frau Schmietainski ebenso Recht, wenn sie sagt, dass jeder, der SICH SELBST wirklich heilen möchte, auch bereit ist, dafür zu bezahlen - ohne sofort von den Kassen zu verlangen, für einen in Verantwortung zu treten. Was das Kassengesetz angeht, würde ich einfach eine viel individuellere Methode vorschlagen ..... die Kassen haben sowieso Einblick in sämtliche Gesundheitsakten der Mitglieder. Vorgeschichten werden auch bei einem Kassenwechsel mit gereicht. Also könnte man doch all jene mit einem Zuschuss zu alternative Heilmethoden belohnen, welche sich im Vorfeld damit schon über einen langen Zeitraum selbst gesund erhalten haben und dann mal für die bereits einbezahlten Krankenkassenbeiträge entlohnt werden. Warum sollen immer nur die "ständig kranken" von den Beiträgen der "sich selbst gesund erhaltenden" finanziert werden. Nur deshalb entstehen doch ständig die "Kämpfe" von ständig zahlender Mitglieder - gegenüber ständig zahlender und im Übermaß schöpfender Mitglieder.
Sollte zu denken geben.
In diesem Sinne, zum Wohle der Gesundheit
Sabine Jechow

Gabriel, 28.04.2010, 12:18

Es gibt Leute, für die übersteigt es offensichtlich die eigene Bereitschaft, solche Dinge "glauben zu müssen". Es steht eine realistische Sichtweise dahinter, die den Dingen auf den Grund gehen möchte aber vernachlässigt, dass die eigene Wahrnehmung nicht vollständig sein könnte. Dann gibt es andere Menschen, die mehr als nur ein Gespür für diese Dinge haben, und eben nicht dran glauben müssen, sondern eine Gewissheit darüber haben, die nichts mit Einbildung zu tun hat sondern mit der Erfahrung und der Praxis. Was man nicht sehen kann, muss nicht irreal sein. Das ist das ganze Problem. Jeder nimmt sich am Ende, was er benötigt.

Ich danke Ihnen für diesen herrlichen Beitrag, denn er ist informativ und hilfreich, und klärt über die Geheimnisse des Körpers auf.
Der Energiekörper (auch Aura), der meiner Meinung nach für solche Sachverhalte nicht wegzudenken ist (um sie schliesslich zu verstehen), spielt auch bei der Homöopathie eine grosse Rolle. Bei der Homöopathie wurde bereits in wissenschaftlichen Studien belegt, dass die damit verbundenen heilsamen Wirkungen sich nicht um einen Placebo Effekt handeln kann, da zB Homöopathie auch auf Tiere angewendet wird oder auf im Koma befindliche Menschen. Dabei kann es sich nicht um eine Reflektion und infolgedessen mögliche Placebowirkung handeln. Würde man zB die Schüßler Salze verstärkt anwenden in der Schulmedizin, ich wäre mir sicher, dass viele Kosten gesenkt werden könnten! Das ist einfach eine Erfahrungssache, Empirie, die von sich aus Beweiskraft erhält. Und das einzige Problem ist wie gesagt die Erklärung dieser Phänomene, was für manche eben nicht anehmbar ist, da sie lieber eine Orientierung in den Dingen suchen, an die entweder alle "glauben" oder die für sie konkret einsehbar sind, das heisst physisch und grobstsofflich fassbar. Genauso gut gibt es aber Leute, die ihre Orientierung in der ganzheitlichen Medizin suchen - und das darf und sollte respektiert werden.

ergänzt und kommentiert von:
Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, MA, MBA, aus Ditzingen

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