Sonnenbrand

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Das gilt auch für die Sonne. Geschätzt als Gute-Laune-Macher und Vitamin D-Spender ist sie doch auch gefürchtet. Hautärzte warnen intensiv von reichlichen Sonnenbändern. Denn einen Sonnenbrand vergisst die Haut nie und mit jedem Sonnenbrand steigt das Hautkrebsrisiko!

Einführung

Schneewittchen war einmal. Bleich sein ist out. Wer heute als schön, gesund und fit gelten will, legt in aller Regel spätestens im Sommerurlaub Wert auf knackige Bräune. In Zeiten, als die meisten Menschen den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten mussten, war Bräune nachgerade ein Erkennungsmerkmal der ärmeren Schichten. Doch seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gilt gebräunte Haut als Zeichen für Attraktivität, Erfolg und Gesundheit. Dabei weiß inzwischen jeder: Unbeschwertes Sonnenbaden wird dank der schwindenden Ozonschicht und damit einhergehender Zunahme der Strahlungsintensität der Sonne immer unmöglicher. Und wer sich dazu noch vor Augen hält, dass sich die Zahl der an Hautkrebs leidenden Menschen in Deutschland alle zehn Jahre verdoppelt, dass alljährlich bei rund 15 000 Deutschen ein malignes Melanom entdeckt wird und etwa 2300 an den Folgen des so genannten "Schwarzen Hautkrebses" sterben, wird das gnadenlose Selbstgrillen vielleicht ein wenig reduzieren. Zumal die Haut durch zu viel Sonne auch schneller altert. Und das wiederum kann in Zeiten des Jugendwahns niemand wirklich wollen. Die Gesundheitspolitik hat auf die zunehmende Hautkrebsgefahr reagiert: Seit dem 1. Juli 2008 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Ganzkörper-Hautkrebsuntersuchung. Damit der Hautarzt erst gar keine verdächtigen Stellen findet, empfehlen die meisten Dermatologen, wie auch unsere Interviewpartnerin, die Ludwigsburger Hautärztin Dr. Brunhilde Bosch, an allererster Stelle: Raus aus der Sonne! 

Ohne Sonne gäbe es auf der Erde kein Leben – nicht umsonst wurde und wird die Sonne in vielen Kulturen als Gottheit verehrt. Das Sonnenlicht sorgt nach den langen Wintern hierzulande nicht nur für gute Laune, es fördert auch die Durchblutung der Haut, stärkt, in Maßen genossen, das Immunsystem, wirkt sich positiv auf die Bildung von Glücks- und Sexualhormonen aus und unterstützt die Bildung von Vitamin D, das für unser Knochengerüst wichtig ist. Von den Strahlen, die die Ozonschicht der Atmosphäre durchdringen und auf der Erde ankommen, sind nur rund 6 bis 7 Prozent UV-Licht (ultraviolettes Licht), etwa 45 Prozent infrarotes Licht, das wir als Wärme auf der Haut spüren, und rund 48 Prozent sichtbares Licht. Sonnenlicht besteht aus elektromagnetischen Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge. Die Wellenlänge wird in Nanometern (nm) gemessen. Ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter. Und: Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher und auch risikoreicher ist die Strahlung.

Das UV-Licht

UV-Strahlung wird eingeteilt in kurzwelliges UV-C (200 bis 280 Nanometer), mittelwelliges UV-B (280 bis 320 nm) und langwelliges UV-A (320 bis 400 nm). Wegen der Absorption in der Atmosphäre, vor allem in der in 15 bis 35 Kilometern Höhe befindlichen Ozonschicht, gelangt das besonders energiereiche und gefährliche UV-C praktisch gar nicht bis zur Erdoberfläche und auch UV-B wird unterhalb von 300 Nanometer teilweise zurückgehalten. Da bestimmte Gase, vor allem FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) das Gleichgewicht in der Ozonschicht verschoben haben, gibt es nicht nur die Ozonlöcher über Süd- und Nordpol, sondern die Ozonschicht ist weltweit dünner geworden. Dadurch erreicht immer mehr UV-B-Strahlung die Erdoberfläche.

UV-Strahlen sind für das menschliche Auge unsichtbar. Die Stärke der UV-Strahlung hängt von vielen Faktoren ab: Je nach Tages- und Jahreszeit strahlt die Sonne unterschiedlich intensiv. Im Sommer ist die UV-Strahlung am stärksten. Durch die Wölbung der Erdoberfläche ist der Weg der Strahlen durch die Atmosphäre am Mittag viel kürzer als am Morgen oder Abend. Und je kürzer der Weg der Sonnenstrahlen, desto weniger der schädlichen UV-Strahlung kann von der Atmosphäre abgefangen werden. Am stärksten ist die UV-Strahlung am Äquator, weil dort die Sonne senkrecht auf die Erde strahlt. Bei klarem Himmel ist die Sonnenstrahlung intensiver als bei dichten Wolken, und je höher man kommt, desto stärker wird sie. Zusätzlich verstärkt wird UV-Strahlung von Schnee, Wasser, Sand und Asphalt.

UV-A Strahlen bräunen die Haut, beschleunigen die Hautalterung und sind verantwortlich für indirekte DNA-Schäden. Sie dringen tief in die Lederhaut (Dermis oder Unterhaut) Unterhaut ein. In diesem Bereich befinden sich die Fasern, die für die Elastizität der Haut verantwortlich sind. Diese werden von der UV-A Strahlung angegriffen. Das beschleunigt die Faltenbildung und die Hautalterung. Die Beteiligung von UV-A-Strahlen am Schwarzen Hautkrebs wird kontrovers diskutiert.

UV-B Strahlen schädigen die Haut und verursachen direkte DNA-Schäden. UV-B Licht ist energiereicher, als das UV-A Licht, dringt in die Oberhaut (Epidermis) ein und verwandelt sich dort in Energie. Das ist der Grund für die Entstehung des Sonnenbrands. UV-B Licht reizt die Bindehaut und die Hornhaut des Auges und ist mitverantwortlich für die Entstehung von Hautkrebs.

UV-C Licht ist sehr aggressiv und für alle Lebewesen gefährlich. Bei intakter Ozonschicht wird es aber aus dem Strahlenspektrum der Sonne herausgefiltert, bevor es auf die Erdoberfläche auftrifft.

Wir spüren die UV-Strahlung aber meist erst dann, wenn es zu spät ist. Ein Sonnenbrand ist gewissermaßen ein Aufschrei der Haut. Die Haut, erklärt Dr. Brunhilde Bosch, produziert das Pigment Melanin als eine Art Schutzschild gegen UV-Strahlung. Damit ist jede Bräunung im Grunde schon ein Zeichen für eine Hautschädigung. Am dicken Ende ist egal, woher der Hautkrebs stammt, denn unstrittig ist, dass UV-Strahlung insgesamt die wichtigste umweltbedingte Ursache für die Entstehung von Melanomen ist. Ob ein Mensch Hautschäden (Sonnenbrände, Hautkrebs) entwickelt, hängt neben seinem (un)vernüftigen Verhalten auch stark von seinem Hauttyp und der im Verlauf seines Lebens erreichten UV-Dosis ab.

Hautkrebs - Das maligne Melanom

Das maligne Melanom der Haut ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 15 000 Menschen an einem malignen Melanom. Das Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln, beträgt in Deutschland etwa 1:200, in Australien bereits 1:50. Melanome können trotz fehlender Beschwerden und einer relativ geringen Größe bereits frühzeitig Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten sowie anderen Organen bilden. Entscheidend für die Prognose ist eine frühzeitige Entfernung des Tumors. Da sich jedes dritte Melanom aus einem bereits vorhandenen Leberfleck entwickelt, gilt ein besonderes Augenmerk der Zahl und dem Aussehen der Leberflecken am Körper. Je mehr Leberflecken vorhanden sind, desto größer ist das Melanomrisiko. Die steigenden Erkrankungszahlen in den letzten drei Jahrzehnten werden in erster Linie auf Veränderungen der Freizeitgewohnheiten zurückgeführt, aber auch auf die Vorstellung "braun ist gleich gesund".

Um Melanome rechtzeitig zu entdecken sollte man nach der ABCD-Regel auf folgende Veränderungen bei Muttermalen achten, denn bei aller Gefährlichkeit ist Hautkrebs der einzige Krebs, der äußerlich sichtbar ist und, früh erkannt, zu fast 100 Prozent heilbar ist.

A = Asymmetrie: die pigmentierte Hautveränderung ist asymmetrisch.
B = Begrenzung: die Muttermale haben zungenförmige Ausläufer.
C = (C von color): die Hautveränderung ist unterschiedlich gefärbt, braun,
      schwarz, grau, rot und auch weiß ist möglich.
D = Durchmesser: Das Muttermal wird größer

Sonnenschutzmittel

Wer beginnt, sich ein wenig für Sonnenschutzmittel zu interessieren, braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, denn Nutzen, Wirkung und die möglicherweise von ihnen für Mensch und Umwelt ausgehenden Gefahren sind durchaus umstritten. So tut, wer sich für eine von der Zeitschrift Ökotest empfohlene Sonnencreme entscheidet, noch lange nicht das, was etwa die Zeitschrift Stiftung Warentest ihren Lesern empfiehlt. (Stiftung Warentest 6/2008 und Ökotest 6/2008). 

Haben frühere Sonnenschutzmittel vor allem vor UV-B-Strahlen geschützt, geht man inzwischen davon aus, dass auch UV-A-Strahlung irreparable Schäden anrichten kann. Sonnenschutzmittel werden heute meist so konzipiert, dass sie auch einen Schutz vor UV-A-Strahlung bieten. Nach heutigem Wissensstand geht man davon aus, dass ein optimaler Sonnenschutz dann gegeben ist, wenn die Creme vor UV-A- und UV-B im Verhältnis 1:3 schützt.

Als Lichtschutzfaktor wird allerdings der UV-B-Schutz angegeben. Wie lange ein bestimmter Lichtschutzfaktor vor Sonnenbrand schützt, hängt stark vom Hauttyp ab. Benutzt ein hellhäutiger Mensch, dessen Eigenschutzzeit bei etwa zehn Minuten liegt (zehn Minuten in der Sonne ohne Sonnenbrand) ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor (LSF) 20, so erhöht sich die Eigenschutzzeit um das zwanzigfache – theoretisch. Denn ohne Not sollte man niemals 200 Minuten, also mehr als drei Stunden, in der Sonne braten, schon gar nicht zur Mittagszeit. Zumal der Lichtschutzfaktor um bis zu 20 Prozent abweichen kann und in einigen Studien nachgewiesen wurde, dass gewisse Filter stark photolabil sind und unter Sonneneinwirkung zerfallen.

Grundsätzlich bestehen Lichtschutzpräparate aus einer galenischen Grundlage  (gewissermaßen das pharmazeutische Rezept, das Öle, fettlösliche Feststoffe oder wasserlösliche Substanzen enthalten kann) und Lichtschutzsubstanzen, deren Konzentration zwischen 4 und 40 Prozent betragen kann. Unterschieden wird zwischen chemischen und physikalischen UV-Filtern.

Sonnenschutz mit chemischen Filtern

Chemische Filter enthalten Stoffe, die die Strahlen absorbieren und ihre Energie in anderer Form wieder abgeben. Dazu gehören Benzophenone, Campher-Derivate, Triazole, P-Aminobenzoesäure und andere. Es wird empfohlen, diese Cremes 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbaden aufzutragen. Problematisch ist, dass sich diese Stoffe zersetzen und mit den Hautzellen reagieren. Das kann zu allergischen Reaktionen führen. Bei In-vitro-Versuchen wurden auch gesundheitsschädliche Spaltprodukte nachgewiesen. Einige der chemischen Filter sind umstritten, weil sie im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken und weil ihre Substanzen sich in der Muttermilch anreichern. Bei Tierversuchen provozierten sie biochemische Veränderungen im Gehirn und in den Fortpflanzungsorganen.

Vereinfacht ausgedrückt gelten chemische Filter vielen Fachleuten zwischenzeitlich als verdächtiger Chemiecocktail, auf den viele Menschen mit unterschiedlichen Unverträglichkeiten und Allergien reagieren. Nicht zuletzt schädigen die von uns in Badeseen oder im Meer hinterlassenen Sonnenschutzmengen Fische und Korallenriffe in den Meeren, weshalb Sonnenschutzcremes in einigen Naturschutzgebieten bereits verboten sein sollen. Viele mag es nur am Rande interessieren, aber sogar auf die Fortpflanzung von Zwergdeckelschnecken in Badeseen, hat ein Wissenschaftler herausgefunden, wirken sich UV-Filtersubstanzen aus Sonnencremes negativ aus.

Sonnenschutz mit physikalischen Filtern

Als Konsequenz auf die Kritik an chemischen UV-Filtern setzen Sonnenschutz-Hersteller seit einigen Jahren mineralische Mikropigmente auf der Basis von Titandioxid oder Zinkoxid ein. Die mineralischen Pigmente reflektieren, streuen und absorbieren die UV-Strahlung. Damit der Schutzfilm bei Cremes mit höherem Lichtschutzfaktor nicht als weiße, nicht sonderlich zierende Schicht wahrgenommen wird, sind die Titandioxid-Teilchen winzig klein, 50 bis 100 Nanometer im Durchmesser. Zwischenzeitlich gibt es zahllose Hinweise darauf, dass Nanoteilchen, egal ob in Kosmetik, Lebensmitteln oder sogar Kleidung, problematisch sein könnten. Titandioxid soll bei Sonneneinstrahlung das Erbgut von Hautzellen angreifen und möglicherweise Krebs erregen können. So heißt es in einem Hintergrundpapier des Bundesministeriums für Umwelt: "Die größten Risiken für Mensch und Umwelt gehen von Nanomaterialien aus, die als freie Partikel in Produkten enthalten sind, zum Beispiel in Kosmetika." Vorerst haben Wissenschaftler des EU-Projekts Nanoderm Entwarnung gegeben. Die mit der Sonnencreme aufgetragenen Nanopartikel aus Titandioxid oder Zinkoxid, ist ihr erstes Fazit, bleiben fast alle auf der gesunden Haut und dringen kaum über kleinste Risse in der Haut in tiefere Hautschichten. Allerdings hat etwa die britische Zertifizierungsorganisation Soil Association, die auch Naturkosmetik zertifiziert, den Einsatz von Nanopartikeln in von ihr zertifizierten Produkten verboten.
Die Wirkung von Sonnenschutz mit physikalischen Filtern setzt ohne Zeitverzögerung sofort nach dem Auftragen ein, allerdings muss öfter nachgecremt werden. Physikalische Filter gelten derzeit als besser hautverträglich als chemische Filter. Besonders für Allergiker und Kleinkinder sind sie nach heutigem Wissensstand vorzuziehen.

Sonnenschutz und Ernährung

Wer sich gesund und ausgeglichen ernährt, hat normalerweise eine gesunde Haut. Eine solche kann sich besser gegen schädliche Einwirkungen von außen wehren. Durch die UV-Strahlung der Sonne werden in der Haut viele Freie Radikale gebildet, die die Erbsubstanz im Zellkern der Hautzellen schädigen können. So genannte Radikalfänger oder Antioxidantien können den Körper bei seiner Reparaturarbeit unterstützen. Man sollte vor allem darauf achten, genügend Vitamin C und E, Carotinoide und Selen zu sich zu nehmen.

Vitamin C ist ein effektiver Radikalfänger, es stärkt das Abwehrsystem, weil es viele wichtige Vitamine vor der Zerstörung durch Freie Radikale schützt. Vitamin C findet sich hauptsächlich in frischem Obst, Gemüse und in Säften.

Vitamin E ist ebenfalls ein wichtiges Antioxidans, das die Zellwände schützt und stabilisiert. In Kombination mit Q10 bietet Vitamin E einen natürlichen Schutz gegen aggressive Sauerstoffradikale. Vitamin E ist in Pflanzenölen, Nüssen und Vollkorn- sowie Milchprodukten enthalten.

Coenzym Q10 ist ein Antioxidans und gilt als „Schutzpolizei“ der Körperzellen. Über die Nahrung nehmen wir täglich etwa drei bis fünf Milligramm des Coenzyms auf. Bei ausgewogener Ernährung ist eine ausreichende Zufuhr im Normalfall sichergestellt. Q10 findet sich im Fleisch von Organen (Leber), öligem Fisch (Sardinen, Makrelen etc.), Nüssen und Kernen, Hülsenfrüchten, Pflanzenölen, Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln, Spinat, Rosenkohl und Brokkoli. Durch Kochen kann das Coenzym zerstört werden.

Calcium wird bei starker Sonnenstrahlung auch empfohlen, denn wir verlieren durch starkes Schwitzen viel von diesem Mineralstoff. Außerdem soll er einen gewissen Schutz vor Mallorca-Akne (Sonnenallergie) bieten.

Carotinoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die nur in speziellen Zellen der Pflanze gebildet werden. Carotinoide übernehmen in der Pflanzenzelle ähnliche Aufgaben wie das Melanin in unserer Haut. Sie geben Pflanzen ihre gelbe bis rote Farbe und schützen sie mit ihrer antioxidativen Wirkung vor den Auswirkungen von Freien Radikalen, welche die DNA schädigen können. Carotinoide geben den Pflanzen ihre Farbe und sind in gelben bis roten Obst- und Gemüsesorten wie Karotten, Äpfeln, Paprika und Tomaten enthalten. Das Carotinoid Lycopin, einer der besten Radikalfänger, ist im Übrigen nur in Tomaten enthalten.

Auch das Spurenelement Selen wirkt als Radikalfänger und ist in Fleisch, Fisch und Ei enthalten.

Tipps für ein sonnig-gesundes Schattendasein

Gemeinsam mit Dr. Brunhilde Bosch haben wir einige Tipps zum richtigen Verhalten in der Sonne zusammengetragen.

  • Babies und Kleinkinder bis etwa zwei Jahre dürfen überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Bei ihnen, erklärt Brunhilde Bosch, ist weder die so genannte Lichtschwiele (diese Verdickung der Hornschicht der Oberhaut schützt tiefere Hautschichten vor UV-Schäden) ausgereift noch das Melanozytensystem, das dafür sorgt, dass die Haut sich eine schützende Bräune zulegt.
  • Auch Erwachsene sollen an erster Stelle die Sonne zwischen 11 und 13 Uhr möglichst ganz meiden, denn in diesen zwei Stunden, so Dr. Bosch, kommen bis zu 50 Prozent der täglichen UV-B-Strahlung auf der Erdoberfläche an. Besser noch: Zwischen 11 und 15 Uhr raus aus der Sonne.
  • Bedenken Sie: Die UV-Dosis, die man in den ersten Lebensjahren erhält, ist ein bestimmender Faktor bei der Entstehung von Hauttumoren.
  • Wer dennoch in die Sonne gehen muss, sollte sich mit UV-absorbierenden Sonnenbrillen, UV-dichter Kleidung und ebensolcher Kopfbedeckung mit einem Nackenschutz schützen. Als Faustregel gilt: Je dichter der Stoff, je weniger Licht also durch ihn hindurch dringen kann, desto besser ist der Schutz.
  • An dritter Stelle stehen Sonnenschutzmittel, die man auf jene Körperstellen verteilt, die nicht von Kleidung bedeckt sind. Dr. Bosch empfiehlt solche mit physikalischen Filtern, die, möglichst nach DIN 67502, Schutz vor UV-A und UV-B gewähren. Besonders sonnenbrandgefährdet sind die so genannten Sonnenterrassen, also Kopf, Stirn, Nase, Ohren, Nacken und Schultern.
  • Lichtschutzpräparate mit einem Lichtschutzfaktor von 15 haben bereits einen Schutzfaktor von 93,3 Prozent für UV-B-Strahlung, während Präparate mit einem LSF von 30 96,6 Prozent filtern. Besonders hohe Lichtschutzfaktoren werden für Aufenthalte im Gebirge und am Meer empfohlen und auch extrem empfindlichen Personen und Kindern, bringen ansonsten aber auch ein Mehr an "Chemie" bzw. Nanopartikeln.
  • Im Gegensatz zum Sonnenbaden gilt beim Lichtschutz nicht "weniger ist mehr", sondern: Dick auftragen.
  • Sonnencreme eignet sich besonders gut fürs Gesicht. Der Sonnenschutz-Klassiker enthält normalerweise Zusatzstoffe, welche die Haut pflegen und ihr Feuchtigkeit spenden. Allergiker sollten darauf achten, dass keine Emulgatoren, Fette und Duft- sowie Parfümstoffe enthalten sind.
  • Sonnenmilch hat einen geringeren Fettanteil und lässt sich so leichter auf größere Hautflächen auftragen.
  • Sonnengel sollten all jene verwenden, die herkömmliche Sonnenschutzprodukte nicht vertragen. Es gibt sie in zwei Varianten:Das Hydrogel wird ohne fettige Bestandteile hergestellt und ist geeignet für Menschen mit fettiger Haut oder Neigung zu Mallorca-Akne. Die fetthaltigen Gele sind für Menschen mit sehr trockener Haut zu empfehlen.
  • Sonnenöle sind nur für sonnengebräunte Menschen mit unempfindlicher Haut geeignet, weil sie meistens nur einen sehr geringen Lichtschutzfaktor haben.
  • Sonnenspray eignet sich für jeden Hauttyp, zieht schnell ein und hinterlässt keinen fettigen Film auf Haut und Kleidung. Gerade behaarte Körperstellen können mit einem Spray leichter geschützt werden. Aufpassen muss man nur, dass man nicht zu wenig Schutz auf den Körper sprüht. Schätzungsweise 25 Milliliter müssen es jedes Mal pro Person sein.
    Gewöhnen Sie sich langsam an die Sonne und vermeiden Sie auf jeden Fall jede noch so leichte Hautrötung. Auch im Schatten, unter Sonnenschirmen oder bewölktem Himmel kann man braun werden und sogar einen Sonnenbrand bekommen. Egal welche Art von Sonnenschutzmittel man verwendet, generell gilt: Kein Sonnenschutzmittel sollte dazu benutzt werden, um möglichst lange in der Sonne zu braten.
  • Falls Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie auf lichtsensibilisierende Nebenwirkungen der Präparate achten.
  • Lassen Sie beim Sonnenbaden kein Deodorant, Parfum oder Make-up an Ihre Haut, sonst drohen bleibende Pigmentflecken.
  • Achtung: Gewöhnliches (Auto)Fensterglas ist für einen großen Teil der UV-A-Strahlen durchlässig, nicht weniger als zahllose Sonnenschirme oder Strandmuscheln, die selten halten, was sie versprechen.

Testsieger bei der Untersuchung von Stiftung Warentest 6/2008 sind Sun Dream von Penny und L’Oréal Solar Expertise; Ökotest 6/2008 empfiehlt allen voran Dr. Hauschka Sonnenmilch LSF 20, Lavera Sun sensitiv Hawaii Sensitiv LSF 20, Sante Sun Lotion Soleil family LSF 20 und Weleda Edelweiß Sonnenmilch LSF 12.

ergänzt und kommentiert von:
Dr. med. Brunhilde Bosch, aus Ludwigsburg

Barbara Bross, Online-Redaktion Naturheilmagazin
Wir danken unserer Interviewpartnerin: Dr. med. Brunhilde Bosch

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