Schnupfen / Rhinitis

Rhinitis / Schnupfen

Schnupfen: Wer kennt ihn nicht? Durchschnittlich 2-3-mal im Jahr erwischt es einen Erwachsenen in Deutschland, Kinder sogar noch öfter.
Die Nasenschleimhaut ist im ständigen Kontakt mit unserer Außenwelt, sie schützt den Körper vor eindringenden Keimen und wärmt die Atemluft vor. Manchmal wird es einfach zu viel.

Definition und Symptome

Der Schnupfen (Rhinitis) oder auch Nasenkatarrh genannt ist den meisten gut bekannt. Die Nasenschleimhaut ist akut oder chronisch entzündet.

Typischerweise beginnt der Schnupfen mit Juckreiz und Niesanfällen, es wird wässriges Sekret abgesondert. Im Verlauf können die Schleimhäute anschwellen und die Nase damit verstopfen.

Akuter Schnupfen

Ein akuter Schnupfen entwickelt sich über drei Phasen:

  1. Trockenes Vorstadium: Der Patient fühlt sich unwohl, beginnt zu frieren, fühlt sich abgeschlagen, alles ist zu viel. Die Nase beginnt zu jucken, Niesreiz entsteht. Greift der Patient in dieser Phase nicht ein, entwickelt sich das
  2. katarrhalische Stadium: Die Nase läuft unablässig, gleichzeitig ist sie zugeschwollen und behindert die Nasenatmung deutlich. Es stellt sich ein Krankheitsgefühl ein. Der Zustand kann durch Kopfweh oder Gliederschmerzen begleitet werden.
  3. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das schleimig-eitrige Stadium, in der das Sekret zähflüssiger wird. Mit jedem Tag hebt sich das Allgemeinbefinden.

Im Übrigen sagt man, „ein Schnupfen dauert ohne Behandlung 7 Tage und mit Behandlung eine Woche.“ Diese Ansicht ist ein wenig böse und wird von unseren Experten nicht geteilt (siehe Abschnitt Naturheilkunde). Wenn man nach Möglichkeit schon im trockenen Vorstadium auf die Körperzeichen reagiert, kann man den Ausbruch der Erkrankung oft noch stoppen.

Allergischer Schnupfen - Heuschnupfen

Der Körper reagiert auf ein bestimmtes Allergen über Niesen, geschwollene Schleimhäute und gerötete Augen. Die Symptome eines Heuschnupfens und eines Schnupfens sind zu Beginn nur schwer auseinanderzuhalten. Wenn das Allergen bekannt ist, können Sie testen, ob die Symptome anhalten, wenn Sie sich dem Allergen entziehen. Wenn Sie z.B. testen möchten, ob Sie eine Allergie gegen Hausstaubmilben haben: Dauert der Schnupfen an, wenn Sie einige Stunden im Freien verbringen?

Viele Hinweise, wie Sie ganzheitlich mit einer Allergie umgehen, finden Sie hier.

Ursachen

Schnupfen wird von Viren ausgelöst, typischerweise vom Rhinovirus, von dem bislang 115 Typen bekannt sind.

Die Nasenschleimhaut eine Temperatur von 33 Grad – eine optimale Temperatur für die Viren. Der Virus ist verantwortlich für die Entzündung der Nasenschleimhaut.

Übertragungswege

Der typische Übertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Das heißt, wenn eine erkrankte Person niest oder spricht, überträgt Sie der Virus auf einen neuen Wirt. Außerdem wird der Virus über die Haut übertragen.

Die Inkubationszeit beträgt einige Stunden bis zu zwei Tage. Auf der feuchten Nasenschleimhaut vermehren sich die Viren explosionsartig. Dennoch erkrankt nicht jeder infizierte Mensch. Ob die Erkrankung ausbricht, hängt sehr vom Abwehrstatus ab und ob der Körper gerade Ruhe braucht. Denn oft ereilt uns der Schnupfen dann, wenn wir es grade gar nicht brauchen. Unser Körper zeigt uns, dass wir „eigentlich die Nase voll haben“.

Therapie in der Naturheilkunde

Vorbeugung und Selbsthilfe

Wie schon bemerkt, „erwischt“ es Sie nicht zwangsläufig. Sonst wären Ärzte beständig krank. Entscheidend ist Ihr Immunstatus körperlich und emotional.

Schon bei den ersten Symptomen können Sie reagieren. Zu Beginn frieren Sie oft, das zeigt sich vor allem an den unteren Extremitäten. Das bedingt eine verminderte Durchblutung des Hals-, Nasenrachenraumes. Hier können Sie eingreifen: mit dicken Wollsocken oder zu Hause mit  Fußbädern mit Badezusätzen aus Thymian-, Kiefernadel-, Eukalyptus- oder Fichtennadel-Öl. Ein Tee aus Lindenblüten wärmt von innen, nicht nur wegen des warmen Wassers.

Tipp: Schon beim Auftreten der ersten Symptome hat sich das Gurgeln mit Salbei-Urtinktur bewährt (auch bei Schnupfen hilft das Gurgeln, weil es den Hals virenfrei hält und damit die Nasenschleimhaut entlastet). Empfehlenswert ist in vielen Fällen auch die hochdosierte Einnahme von Zinkgluconat (Tagesdosis für einen Erwachsenen 100g – in 3 Dosen nehmen, immer NACH dem Essen) in Kombination mit Vitamin C – z.B. Acerolapulver (Tagesdosis 530 g). Es ist hilfreich, diese drei Komponenten immer in der Hausapotheke zu haben, um bei den ersten Symptomen gleich reagieren zu können. In der Apotheke erhalten Sie auch Kombipräparate von Zinkgluconat und Acerolapulver.

Trinken Sie reichlich Wasser oder dünne Kräutertees, denn ein Schnupfen ist eine Entgiftung- und Reinigungsaktion Ihres Körpers und mit der Flüssigkeit können Sie ihn dabei unterstützen.

Dr. Nadj-Papp zum Thema Rhinitis: Nach der traditionellen Chinesischen Medizin entsteht der Schnupfen durch das Eindringen von Wind und Kälte in die Lunge oder durch eine Wind-Hitze-Invasion der Lunge. Beim Eindringen von Wind und Kälte ist die Nase entweder verstopft oder es fließt ein weißes, wässriges Sekret. Man niest auch öfter. Die Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Kälteaversion, evtl. Fieber, Husten mit weißem, wässrigem Auswurf und Gliederschmerzen. Der Zungenbelag ist dünn und weiß.

Beim Eindringen von Wind und Hitze ist die Nase verstopft, das Sekret dick und gelb. Neben Kopfschmerzen und Fieber ist auch der Hals entzündet, der Husten mit dickem, gelbem Auswurf verbunden. Es besteht Durstgefühl. Der Zungenbelag ist dünn und gelb.

Empfehlenswerte Akupressurpunkte:
Bei Wind und Kälte: Dickdarm (Di) 20, Blase (Bl) 2, Fernpunkt: Lunge (Lu) 7; bei Wind und Hitze: Di 20, Bl 2, Fernpunkte: Di 11, Di 4
siehe auch: www.gesund.co.at

Wenn Sie Nasentropfen verwenden, wählen Sie Tropfen oder Sprays mit pflanzlichen ätherischen Ölen oder Kochsalz/Meersalzlösungen.

Nasenspülung (Neti):

Diese Spülungen sind im Yoga und in der ayurvedischen Medizin üblich. Man kann zwei Mal pro Tag spülen, im Akutfall auch noch häufiger. Die Spülungen unterstützen die Reinigungsfunktion des Körpers. Nasenspülungen sind auch prophylaktisch anwendbar, wenn um uns herum alles schnieft.

Stellen Sie eine körperwarme physiologische Kochsalzlösung (1TL Salz auf 100 ml Wasser) her. Halten Sie den Kopf schräg und gießen Sie mit einer Nasenspülkanne langsam das Salzwasser in ein Nasenloch. Lassen Sie das Wasser durch das andere Nasenloch wieder auslaufen. Atmen Sie ruhig durch den Mund weiter. Halten Sie dann wechselseitig die Nasenlöcher zu und schnauben Sie kräftig aus. Jede Seite zweimal spülen. Die Nasenspülung reinigt von Sekretresten und lässt die Flimmerhärchen besser arbeiten. Beugen Sie sich nach der Spülung tief nach unten und lassen Sie den Kopf eine Weile nach unten hängen. Stecken Sie sich dann und legen Sie den Kopf in den Nacken. Ruhen Sie dann 5 Minuten in Rückenlage.

Nasenspülkännchen gibt es in der Apotheke.

Was der Therapeut tun kann

Homöopathische Urtinkturen

Homöopathische Urtinkturen können den Heilungsprozess unterstützen. Beim Schnupfen kommen die Urtinkturen von Holunder (Sambucus nigra), Sonnenhut (Echinacea) sowie Kapuzinerkresse (Tropaeolum) zum Einsatz, die als „pflanzliche Antibiotika“ gelten.

Schüßler-Salze

Hier werden empfohlen: Ferrum phosphoricum, Natrium chloratum, Kalium chloratum, Kalium sulfuricum oder Silicea.

Homöopathie

Übliche Mittel sind: Aconitum, Allium cepa, Apis, Arsenicum album, Euphorbium, Kalium bichromicum oder Sambucus.

Außerdem können in schweren Fällen die Akupunktur oder die Eigenbluttherapie Erleichterung schaffen.

Prophylaxe

Dazu Anja Müller: Unterschenkelgüsse (außen aufwärts und innen abwärts) senken langfristig äußerst wirksam die Infektanfälligkeit.

Warum?

Kaltes Wasser auf der warmen Haut ist ein starker Reiz, der einen Reflex im Körpersystem auslöst. Zum Beispiel spannen sich die Muskeln an, und die Pulsfrequenz und damit die Sauerstoffversorgung der Körperzellen steigen. Erst mal ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um sich anschließend (bei Wiedererwärmung) wieder zu erweitern. Das merkt man an einem Prickeln auf der Haut. Sie rötet sich, ein Zeichen für gute Durchblutung. Die dadurch entstehende Wärme ist im ganzen Körper spürbar. Das Tolle ist, dass die Blutgefäße lernfähig sind. Sie lernen von Mal zu Mal schneller, auf Temperaturveränderungen zu reagieren und die Wärme zu halten. Somit entsteht eine effektive Stärkung des Immunsystems.

Wie geht das praktisch? Duschkopf nach der warmen Dusche abschrauben (es gibt auch spezielle Duschköpfe, die eine „Schwallfunktion haben oder austauschbare Köpfe mit Bajonettverschluss), auf kalt stellen und mit dem sanften Wasserstrahl (so als käme es aus der Gieskanne) am rechten Fuß am kleinen Zeh beginnen, langsam schenkelaufwärts bis knapp übers Knie bewegen und 2-3-mal hin und her schwenken, dann nach hinten über die Kniekehle halten (2-3-mal hin und her bewegen), dann wieder nach vorne, schenkelabwärts auf der Innenseite des Unterschenkels bis zum großen Zeh. Jetzt auf der linken Seite spiegelverkehrt wiederholen. Zum Schluss jede Fußsohle 2-3 Sekunden lang „begießen“. Aus der Dusche aussteigen und das verbleibende kalte Wasser nur mit den Händen nach oben hin abstreifen und sofort warm anziehen.

Das Ganze dauert nicht mehr als zwei Minuten und ist ein Super-„Immunsystem-Reaktionstraining“.

Bei der Durchführung ist zu beachten: Zu allen Indikationen gibt es auch Kontraindikationen:

  • Kaltes Wasser nur auf einen erwärmten Körper
  • Zeit nehmen und evtl. Nachruhen
  • Die Raumtemperatur sollte angenehm sein.
  • Man darf nicht frösteln.
  • Nicht in direktem Anschluss an das Essen und nicht mit nüchternem Magen durchführen.

Oder:

Ansteigende Fußbäder haben eine geradezu katalysatorische Wirkung auf den Abwehrprozess:

Man bringt etwa anderthalb Liter Wasser in einem Wasserkocher zum Kochen und füllt sich zusätzlich heißes Wasser in eine große Schüssel. Diese sollte so geformt sein, dass beide Füße ausreichend Platz haben. Man taucht die Füße in das heiße Wasser. Sobald man sich an die Temperatur gewöhnt hat, gießt man aus dem Wasserkocher das nicht mehr kochende, aber immer noch sehr heiße Wasser hinzu. Hat man sich auch an die neue Temperatur gewöhnt, wird wiederum heißes Wasser zugegeben. Man muss etwas aufpassen, dass man sich nicht die Füße verbrennt, aber ordentlich rot sollten sie schon werden. Diese Therapie arbeitet über die Fußreflexzonen und verfügt über außerordentlich abwehrsteigernde Wirkung. Sie sollte mindestens zweimal täglich durchgeführt werden und ist auch für die Vorbeugung von Erkältungskrankheiten gut geeignet.

Literatur

  • M. Augustin, Volker Schmiedel: Leitfaden Naturheilkunde, Urban&Fischer, München, 2012
  • Roger Kalbermatten: Wesen und Signatur der Heilpflanzen: Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen, Aarau, 2005
  • H. Schilcher u.A.: Leitfaden Phytotherapie, Urban&Fischer, München, 2010
ergänzt und kommentiert von:
Anja Müller-Hesse, aus Köln
Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, MA, MBA, aus Ditzingen

Online-Redaktion

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