Neurodermitis

Neurodermitis

Neurodermitis zählt zu den Autoimmunkrankheiten und ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Beginn und einen schubartigen Verlauf. Beginn oft im frühen Kindesalter mit Juckreiz, Rötung, Schuppung, Nässen und Krustenbildung, v. a. an den Wangen; später trocknen die nässenden Stellen aus und es bildet sich Milchschorf. Häufig bildet sich diese Form von alleine zurück.

Neurodermitis - Ein Fallbeispiel

I. hat vier Kinder mit 15,11 und 7 Jahren, Mädchen, die alle Neurodermitis haben, nur der 1 ½ jähriger Junge nicht. Sie berichtete uns, wie sie mit dieser Erkrankung leben und welch unterschiedlichen Wege sie beschritten haben, um gesund zu werden.

Die Mädchen hatten alle leichte bis schwere Schübe, wobei die Erkrankung bei den zwei Ältesten am Abklingen und nur bei C., der 7- Jährigen noch im Vollbild, und zwar am ganzen Körper, vorhanden ist. Die Kinder sind zum Teil geimpft. Ich selbst habe keine Neurodermitis, nur leichte Hautirritationen im Herbst/Winter. Mein Mann hatte als Jugendlicher Neurodermitis. Heute gibt es noch minimale Anzeichen davon und einen leichten Heuschnupfen. Über die Jahre hinweg habe ich so ziemlich alles versucht und glaube fest an die Gesundung meiner Kinder auf naturheilkundliche Weise. Die erste Erkenntnis lautet, dass nicht die einzelnen kleinen Schritte den Erfolg oder Misserfolg ausmachen, sondern nur die Summe der Maßnahmen oder das richtige Mittel zur richtigen Zeit.

Bei der Ältesten ging ich noch rein symptomatisch vor und gab auch mal Cortisonsalben, dann aber stieg ich auf Heilerdeanwendungen und basische Salzbäder um, die aber entweder unpraktisch waren und/oder nichts halfen. Das Problem des Juckreizes tritt nach meiner Beobachtung hauptsächlich dann auf, wenn die Kinder sich konzentrieren müssen, stillsitzen sollen, Dinge essen, die sie nicht unbedingt mögen, eben Stresssituationen. Meine Lösung: ich mache meine Hände mit Wasser oder Schwarztee nass, streiche damit über den ganzen Körper und puste dann die Haut ab. Hilft am schnellsten und ist für alle am praktikabelsten. Der nächste Schritt war eine generelle Ernährungsumstellung nach Dr. Bruker (im Wesentlichen: kein Gebrauch von Industriezuckern und Fertignahrungsmitteln; Anm. d. Red.) ohne wesentlichen Erfolg. Dann drei Jahre Umstellung auf Rohkost, was unserem jüngsten Mädchen etwas Besserung brachte. Versuche mit Brottrunk über ein Jahr ohne entscheidenden Durchbruch (milchsauer vergorenes Fermentierungsgetränk zur Darmsanierung; Anm. der Red.) Jetzt koche ich wieder vegan (strengste Ausprägung der vegetarischen Ernährung; keine tierischen Lebensmittel incl. Fetten, zusätzlicher Verzicht auf Milch, Eier und Honig; Anm. d. Red.), die Produktauswahl ist allerdings größer als bei Bruker. Auf Zucker wird verzichtet und Vollwertkost, kein Weißmehl, steht auf dem Ernährungsplan. Damit kommen die Kinder sehr gut zurecht. Dann probierten wir bei C. die Vitalfeldtherapie (elektromagnetische Impulse, die die Zellen wieder regenerieren sollen; Anm. d. Red.) über 1 ½ Jahre, ohne wesentlichen Erfolg. Dann Versuche mit Aloe vera, äußerlich und innerlich, dann Vitamingaben und Schüssler Salze. Dann mehrmalige Kuren: Eine Kur mit Salz aus dem toten Meer in einer Kurklinik (Bad Salzschlirf bei Fulda- Tomesa Klinik) bekam C. sehr gut, leider nicht lange. Dann kam die klassische Homöopathie, von der ich viel halte, weil ich damit auch akut sehr gute Erfolge erzielt habe. Vor fünf Jahren damit begonnen, dabei erfolgreich auch eine Lungenentzündung und mehrere Anginen ausgeheilt. Drei Jahre lang waren wir konstant bei einem Heilpraktiker in Behandlung, dann Wechsel zu einer anderen klassisch homöopathisch arbeitenden Ärztin, die zusätzlich den Vega Test durchführt (Elektroakupunkturgerät, das über Testampullen, Auskunft über den Zustand des Patienten gibt; Anm. d. Red.). Und erst dieser Wechsel brachte die ersten wirklichen Erfolge.

Weshalb es C. am schlimmsten hat? Ich vermute, dass es möglicherweise an den LM-Potenzen (Verdünnung 1: 50 000; in der Wirkung immer stark, aber nur kurze Zeit Anm. d. Red.) liegt, die wir von unserem ersten Heilpraktiker bekommen haben. Und zwar über längere Zeiträume, verschiedene Mittel. Anhand des Vega Tests fand die jetzige Heilpraktikerin heraus, dass wir alle stark überdosiert sind. Das bremst die Heilung. Bevor die Überdosierungen nicht abgetragen sind, schlagen die jetzt verordneten Mittel aber nicht wirklich an. Meine Heilpraktikerin hat mir jetzt den Armtest der Kinesiologie gezeigt und damit teste ich jeden Morgen aus, welche Überdosierung, bei wem, gerade heute überwiegt. Als Maßnahme werden dann entweder homöopathische Mittel genommen, die der Überdosierung entgegenwirken oder ätherische Tees, damit die größeren Mittel überhaupt wirken können. Ich glaube fest daran, dass sich die Neurodermitis mit Hilfe der Homöopathie ausheilen lässt, auch wenn es meiner Meinung nach, erst die hohen Potenzen so schlimm gemacht haben. Der damalige Homöopath glaubte daran, dass die Haut über diese massive Reaktionen eben auch massiv entgifte. Bis ich dann die Behandlung abbrach, weil ich nicht mehr der Ansicht war, dass es sich um eine „Erstverschlimmerung“ oder um eine „Entgiftungsreaktion des Körpers“ handelte. C. kann noch gar nicht so viel Gift in sich haben, wie sie austrägt. Im Moment sind wir dabei, die Überdosierung, die Erb-, Impf- und Schockbelastungen abzutragen, (Vorstellung: Schock als traumatisches Ereignis. Übergriffe durch Eingriffe, OP o. ä. oder durch Anwendungen, hinterlassen auf der psychischen oder körperlichen Ebene Traumen; Anm. d. Red.). Ich bin mir sicher, dass das, was ich schon immer für gut hielt (Homöopathie, Ernährung etc.) auch das Richtige für uns ist, auch wenn wir dabei unser „Lehrgeld“ bezahlen mussten. Ich lehne durch diese Erfahrungen deshalb die Homöopathie nicht ab, ganz im Gegenteil, sondern, der Therapeut muss der richtige sein. Mein nächster langfristiger Plan ist es, zum Familien stellen zu gehen (Das Stellen nach „Hellinger“ existiert seit ca. 15 Jahren. Viele Therapeuten orientieren sich an ihm, entwickeln aber oft ihren eigenen Stil. Die Idee: alle problematischen Ereignisse finden ihre Lösung innerhalb und durch die Familie; Anm. d. Red.). Mein Fazit: die Symptombekämpfung durch verschiedene Mittel wie Cremes, Bäder oder Ernährungsumstellung allein, hilft nicht, die Erkrankung auszuheilen. Nur die Arbeit an den „großen Themen“, wie Erb- oder Impfbelastung in Verbindung mit Kinesiologie und den symptomlindernden Maßnahmen bringt die meisten Erfolge und überzeugt mich.

Was für uns an diesem Bericht so beeindruckend war, ist die unermüdliche Energie, die I. über einen so langen Zeitraum, trotz Schlafentzug und massiven Umstellungsprozessen, aufbringt. Und ihr Glaube daran, dass die Krankheit heilbar ist. Wir danken Ihr für diesen Beitrag und wünschen Ihr und der gesamten Familie eine erfolgreiche Gesundung!

Definition

Ein endogenes Ekzem; atopisches Ekzem; atopische Dermatitis chronische oder chronisch rezidivierende atopische Dermatitis (Pschyrembel): viele Namen für eine chronisch entzündliche Hautkrankheit.

Atopie: Unter einer atopischen Erkrankung versteht man eine übermäßige Abwehrreaktion des Immunsystems gegen Substanzen aus der natürlichen Umgebung, wie Gräserpollen, Hausstaub und Nahrungsmittel. Ob, und wie heftig die Erkrankung ausbricht, ist aber in entscheidendem Maße von psychischen und umweltbedingten Faktoren, wie z.B. Infektionen, Stress, mechanische Reizung der Haut durch Kleidungsstücke oder der Aufenthalt in bestimmten Klimazonen abhängig. Die Schulmedizin geht bei der Neurodermitis von einer familiären, polygenen Disposition aus, also zahlreiche Gene spielen bei der Vererbung der Krankheit mit. Wer unter einer atopischen Krankheit leidet, der neigt u.U. auch zu anderen, wie z.B. Asthma oder Allergien. Nach Angaben des Deutschen Neurodermitikerbundes gibt es in Deutschland zwischen 3,5 und 5 Millionen Neurodermitiker, Tendenz steigend.

Symptome der Neurodermitis

Neurodermitis zählt zu den Autoimmunkrankheiten und ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Beginn und einen schubartigen Verlauf.

Beginn oft im frühen Kindesalter mit Juckreiz, Rötung, Schuppung, Nässen und Krustenbildung, v. a. an den Wangen; später trocknen die nässenden Stellen aus und es bildet sich Milchschorf. Häufig bildet sich diese Form von alleine zurück. Der Juckreiz ist für Kinder besonders schlimm und führt u. a. zu Schlafstörungen. Darunter leidet die ganze Familie und die psychische Belastung für das Kind verschärft sich. Dies begünstigt wiederum eine Verschlechterung der Krankheit, der Teufelskreis schließt sich. Es besteht immer die Möglichkeit der Verbesserung oder der Verschlimmerung des Krankheitsbildes. Zu Komplikationen kommt es, wenn die aufgekratzten Stellen sich durch Viren, Bakterien oder Pilzen entzünden.

Erwachsene: neben Gelenkbeugen sind v.a. Gesicht, Hals Nacken, Schulter und Brust bevorzugte Stellen von juckenden Knötchen mit Krustenbildung und ekzemartigen rötlich schuppige Hautveränderungen

Haut: quälender Juckreiz, besonders nachts; insgesamt durch Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen glanzlos und trocken, Oberflächenrelief vergröbert; in 50% der F. vererbte Verhornungsstörung –Fischschuppenhaut; evt. diffuser Haarausfall; weißer Dermographismus: Hautzeichen, bei dem durch Gefäßengstellung i.d.R. durch Manipulation, Schaben mit Spatel oder spitzer Gegenstand weiße Streifen entstehen.

Nägel: durch ständiges Kratzen abgenutzt und glänzend

Augenbrauen: häufig abgerieben

Ein Teil der Patienten leidet zusätzlich unter anderen atopischen Krankheiten, wie allergischem Asthma bronchiale und Heufieber (Heuschnupfen mit stark wässrigem Sekret, fieberhaft; evtl. Konjunktivitis, Asthmaanfälle).

Beeinflussende Faktoren: psychische Komponenten, wie z.B. Stress, Umweltfaktoren, i.d.R. harmlose Allergene, Luftverschmutzung und Infekte können die Krankheit verschlimmern. Jahreszeit Winter und Frühjahr, überhaupt das Klima können zur Verschlechterung beitragen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Intensität der Erkrankung ab und sie verschwindet oft ab dem 30. Lebensjahr. Bei akuter Verschlechterung sollte eine Kontaktallergie ausgeschlossen werden, also Metalle, Kleidung, Waschmittel, Kosmetika auf Inhaltsstoffe überprüfen.

Einstellung gegenüber der Erkrankung aus schulmedizinischer Sichtweise:
„Eine Heilung der Erkrankung durch eine ursächliche Therapie ist nicht möglich.“ www.onmeda.de/krankheiten/neurodermitis und aus derselben Quelle: „Kinder von Eltern, die an Neurodermitis erkrankt sind, haben ein dreifach erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.“

Was für ein negativer Kreislauf hier in Gang gesetzt wird, liegt auf der Hand. Von den so genannten Experten aufgegeben, gehen die meisten wohl zuallererst in die Resignation. Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass Neurodermitis zwar nicht ansteckend ist, die Betroffenen aber oft aus Angst und/oder Unwissenheit so von ihrer Umwelt behandelt werden. Und das bedeutet doppelte Belastung: Die Medizin spricht den Betroffenen die Heilungsmöglichkeit ab. Dann Scham durch das beeinträchtigte Aussehen im akuten Schub und zusätzliches Distanzverhalten der Mitmenschen. Die Auswirkungen können fatal sein: die Erkrankung verschlimmert sich möglicherweise durch den psychischen Stress. Die Betroffenen ziehen sich zurück, das verstärkende positive Umfeld, das da sein müsste, fehlt. Dabei ist Neurodermitis durch die Psyche beeinflussbar, das steht auch für die Schulmedizin fest (s.o.). Und, wenn wir das Ganze aus Sicht der ganzheitlichen Medizin betrachten, ist es sowieso selbstverständlich, dass auf allen Ebenen gearbeitet werden sollte: Körper, Geist und Seele bilden eine untrennbare Einheit. Also muss sich etwas ändern.

Zuerst: Eine andere Haltung entwickeln:

Der Bundesverband Neurodermitiker: „Wir betrachten die Krankheit nicht als "Hautkrankheit" - das juckende Hautgeschehen ist nur das Endergebnis eines von innen herauskommenden, erblich disponierten Defektes. Wir sehen die Neurodermitis als ein Krankheitsgeschehen an, das im "ernährungsbedingten Stoffwechsel" und dem "Immunsystem" angesiedelt ist. Auch "hormonellen", "neurohormonelle" und "psychosomatischen Faktoren" spielen eine Rolle.“ www.neurodermitis.net/neurodermitis.html

Dieser Ansatz kommt unserer Sichtweise von Erkrankungen recht nahe. Was uns wichtig erscheint, ist, dass die Betonung nicht auf der Vererbung oder den angeblichen Defekten liegt, sondern auf dem Menschen, der unter den Auswirkungen der Erkrankung leidet. Die Symptome gilt es zu lindern, was aber viel wichtiger ist, den möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Den Betroffenen sollte in allererster Linie Mut gemacht werden, durch den Prozess hindurch, ihre Selbstbestimmung zu bewahren und positiv in die Zukunft zu blicken. Z. B. finden wir die Tatsache, dass Neurodermitis im Baby- und Kindesalter von selbst wieder verschwinden kann, besonders ermutigend. Zu diesem komplexen Thema Psyche meint Dr. Scheel: „Ganz wichtig ist es, die Gedanken und Energien in die Heilung zu stecken und sich nicht zu einer Krankheit verurteilen zu lassen.“

Das bedeutet, die beste Reaktion auf die Diagnose Neurodermitis wäre: Die eigene Genesung visualisieren und negative durch positive Aussagen zu ersetzen, z.B.: „Heilung ist möglich; Ich werde wieder gesund.“ Und auch, ein positives Körperbild von sich selbst zu entwerfen: Zum Beispiel sich immer wieder mit schöner, glatter und gesunder Haut vorzustellen. Und das gilt nicht nur für die Betroffenen, sondern für alle Familienmitglieder.

Therapie in der klassichen Schulmedizin

Rein symptomatisch:

Antihistaminika, die den quälenden Juckreiz lindern sollen; Manchmal werden sogar Benzodiazepine - Tranquilizer mit beruhigender, muskelentspannender und entkrampfender Wirkung verschrieben - Achtung: Psychopharmaka mit Suchtgefährdung! Dann die Glucokortikoide, also z.B. Kortison (Hauptwirkung: Unterdrückung der Entzündung, aber Hautverdünnung, vorzeitige Hautalterung, Schädigung des Bindegewebes). Dazu: Seit neuestem gibt es eine neue cortisonfreie Wirkstoffgruppe, deren Effekte als cortisonähnlich beschrieben werden -Tacrolimus.

Tacrolimus: Der Wirkstoff stammt aus einem Bodenpilz und sorgt zum einen dafür, dass die so genannte T-Lymphozyten (spezifische weiße Blutkörperchen) ihre Entzündungsbotenstoffe nicht mehr bilden und zum anderen, dass die Mastzellen verringert werden und damit der Juckreiz gelindert werden soll. Die Mastzellen setzen nämlich bei der Antigen-Antikörperreaktion Histamin frei, das dann zu Entzündungsreaktion und zum Juckreiz führt. Diese neuen Wirkstoffe sind nicht unumstritten (siehe auch www. neurodermitis ch.), da sie das Immunsystems teilweise unterdrücken. Das wiederum steht im Verdacht, auf lange Sicht Krebs hervorzurufen. Betroffene sollten sich möglichst umfassend informieren, bevor sie sich zur dauerhaften Medikamenteneinnahme entschließen.
Die Medikamente aus diesem Wirkstoff sind verschreibungspflichtig.

Salben:

fette, halbfette, teerhaltige, kortisonhaltige Cremes. Salben mit Salicylsäure wirken schuppenlösend, mit Harnstoff wird Feuchtigkeit in der Haut gehalten und teerhaltige Salben wirken entzündungs- und juckreizmildernd. Die Haut des Neurodermitikers ist trocken und braucht viel Feuchtigkeit und Fett. Tagsüber wird eine Feuchtigkeitslotion und nachts eine Fettcreme empfohlen. Rückfettende Badezusätze, statt Seife: besser Syndets (seifenfrei) verwenden.

Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzenöl sollen längerfristig die Beschwerden mildern
Kratzende und zu warme Kleidung meiden.

Hydrotherapie:

Öl- und Teerbäder

Klimatherapie:

Gebirgs- und Meeresklima;

Lichttherapie:

Bei den meisten Personen bessern sich die Beschwerden durch gezielte Sonnenbestrahlung

Ernährung

Um möglichst früh einer Neurodermitis vorzubeugen, wird Müttern in der Zwischenzeit in jedem Fall empfohlen, sechs Monate voll zu stillen. Bei der Umstellung auf andere Kost sollte ebenfalls vorsichtig begonnen werden, z.B. mit allergenarmen Gemüsen und in keinem Fall Kuhmilch als Ersatzmilch verwenden. Von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sind die meisten Neurodermitiker betroffen (siehe oben Umweltfaktoren), deshalb z.B. Weizen, der bekanntermaßen zu den allergenen Getreidesorten gehört, meiden. Ebenso Kontaktallergien von vorneherein keine Chance geben und alle Metalle, die häufig Allergien auslösen, wie Nickel, weglassen. Die Idee dahinter ist, dass im Darm der Ursprung der Erkrankung sitzt. Man geht von einer Mangelresorption v. a. der B-Vitamine aus, die in erster Linie für Haut und Haare wichtig sind. Vermutet wird, dass bei der Neurodermitis der Dünndarm, genauso wie die Haut, lädiert ist und deshalb nicht in der Lage, wichtige Substanzen, wie Vitamine aufzunehmen. Dadurch verschlechtert sich der Zustand der Haut und der Teufelskreis schließt sich. Wird der Darm saniert, in Begleitung von Therapeuten, beispielsweise durch spezifische Stuhluntersuchungen, Fasten, Colonhydrotherapie und anschließender Ernährungsumstellung, bessert sich die Erkrankung.

Sichtweise von Dr. Scheel

Neurodermitis ist keine Erkrankung der Haut, sondern zeigt das Bemühen eines Menschen, bestehende Probleme durch eine Entgiftung über die Haut zu lösen.
Für mich gibt es nicht den „Asthmatiker, Rheumatiker, Neurodermitiker“, sondern nur den Menschen, der sich mit Hilfe seiner Erkrankung um die Lösung seiner Probleme bemüht. Die schulmedizinischen Krankheitsbezeichnungen beschreiben lediglich das Symptom oder das Erscheinungsbild. Es gibt viele Menschen, die gleiche Krankheitsursachen haben und völlig unterschiedlich darauf reagieren. Die einen über die Haut, die anderen erkranken an den Gelenken. Genauso gut können andere Menschen unterschiedliche Krankheitsursachen mitbringen und trotzdem über das gleiche Krankheitsgeschehen reagieren, z.B. eine Neurodermitis entwickeln. Ohne eine gute, individuelle Diagnostik der komplexen Krankheitsursachen also, ist eine Heilung nicht möglich! Denn, so gut wie alles ist heilbar, wenn nicht die Symptome unterdrückt, verschoben und mit „Anti-Mitteln“ (z. B. Antibiotika, Antihistaminika usw.) verschleiert oder verstärkt werden. Wir Ärzte jedoch verfügen eigentlich über das Wissen, dass eine lediglich symptombezogene „Therapie“ möglicherweise die Haut saniert, der Organismus dann aber gezwungen wird über die Schleimhaut oder das Bindegewebe weiter zu reagieren. Beispielsweise heilt eine Behandlung mit Cortison vielleicht vorübergehend die juckenden Hautpartien, möglicherweise aber reagiert der Körper unterhalb der Haut weiter. Die einen beispielsweise über die Allergie mit Atemnot und/oder die anderen vielleicht über rheumatische Gelenkbeschwerden (s.o. Kreislauf Atopie).

Neurodermitis oder Krankheit an sich wird dem Menschen selbstverständlich nicht mit in die Wiege gelegt, sie ist auch nicht evolutionär bedingt und schon gar nicht gottgewollt. Sondern sie ist Ausdruck eines Widerspruchs zwischen dem eigenen sinnvollen Lebensweg und der konkreten Realität bezüglich des eigenen Verhaltens und den gesamten Lebensumständen. Angefangen bei denen, in die wir hineingeboren werden, bis dahin, was wir letztendlich daraus machen. Deshalb kann es keine „Therapie für jeden“ geben.“

Individuelle Besonderheiten.

Konstitution: organische Ebene

  • Lymphatisch: meist blaue Augen; starke Empfindlichkeit und lymphatische Reaktion über die Schleimhäute bei tierischem Fremdeiweiß
  • Biliär: meist braune Augen: Neigung zu Problemen im Gallen-Leberbereich, bei Verdauung und Stoffwechselvorgängen
  • Mischiris: Kombination von Lymphatischer und biliärer Konstitution
  • „Blumige Struktur“ der Iris: generelle Drüsenschwäche
  • „Krampfringe“: Krampfneigung auf organischer Ebene
  • angeborene Organschwächen: z.B. sehr kurze kleine Zehe: Nieren-Blasenschwäche (Endpunkt des Nieren/Blasenmeridians) oder krumme vierte Zehe: Neigung zu Fettstoffwechselstörungen (Endpunkt Gallenblasenmeridians) oder verkürzter kleiner Finger: Dünndarmschwäche (Anfangspunkt des Dünndarmmeridians) usw.

psychische Ebene

  • selbstkritische Analyse der Persönlichkeit: Angstzustände, Ungeduld, mangelndes Selbstvertrauen und Analyse des jeweiligen Umfelds mit dessen Einflüssen;
  • Konsum- und Sozialverhalten

Äußere Einflüsse

  • Schlafplatz: Stelle: Ausschluß geopathischer Belastungen, wie Wasseradern, Verwerfungen, Höhenschichtungen
  • Schlafposition: in Richtung des Magnetfeldes der Erde, Kopf Nord, Füße Süd
  • Metallfreie Bettstelle, kein Metallrahmen, Federkernmatratze
  • Keine elektrischen Geräte am Bett, wie Radiowecker, Handy, Fernseher, PC; idealerweise eine Nacht- oder Netzfreischaltung (im Schlaf nur Grund- oder Betriebsspannung von sechs bzw. 12 Volt, bei Bedarf Aktivierung des 220 V Stromkreises über Relais)
  • Sonstige Energien im Schlafbereich: Bautechnik, Raumausstattung, Bettwäsche/Zudecke (Daunen z.B.), welche Bilder, welche Gegenstände befinden sich auf dem Nachttisch?
  • Verhältnis zwischen Leistung und Erholung (Ruhezeiten)?
  • Familiäres Spannungsfeld?
  • Persönlicher energetischer Zustand: wie viel Kraft spüre ich in mir; stören mich Kleinigkeiten?

Krankheitsfördernde/toxische Einflüsse

  • Wohnraumsituation: Baumaterialien, Feuchtigkeit, Schimmel, Dämmung (Formaldehyd u.a.)
  • Umweltgifte: Elektrosmog, Schwermetalle
  • Zahnmaterial, z.B Quecksilber
  • Gedanken können lebendig bis heilend wirken, können aber auch schlecht, blockierend und krankmachend sein, d.h. Innenweltbelastung beachten.

Ernährung

  • Welche Lebensmittel werden in welchen Mengen konsumiert (Anbau, Saison usw.)?
  • Wie wird gegessen (Zeitpunkt, Dauer, gemeinsam oder allein, schnell oder langsam usw.)?

Organveränderungen

  • Beispiel: Niere, Darm und Leber: durch ungenügende Entgiftung durch diese Organe, entgiftet der Körper über die Haut
  • Beispiel Galle und Bauchspeicheldrüse: Funktionsstörungen führen zu unzureichender Nahrungsverwertung und Fäulnisreaktionen im Darm
  • Beispiel Lymphstau: Grundregulationssystem nach Pischinger, das bedeutet im Wesentlichen, dass Toxine im weitesten Sinne, im Bindegewebe abgelagert werden. Durch schulmedizinische Testmethoden, die entweder das Blut oder die Organe testen sind diese Störungen aber nicht nachweisbar. Durch Biofeedbackgeräte, wie z.B. den Vega Test können solche Belastungen des Zwischenzellgewebes aber überprüft werden. Kann das Lymphsystem aber nicht richtig arbeiten kommt es zu einer Ver- und Entsorgungsproblematik jeder einzelnen Zelle.

Bewegungsapparat

  • Ausreichende Bewegung verhindert Verspannungen, sorgt für eine gute Haltung und fördert die Durchblutung des gesamten Körpers.

Lebenseinstellung

  • Ziele haben, Vorfreude erleben und Erfolgserlebnisse fördern eine positive Grundhaltung
  • Verständnis von Krankheit und Gesundheit
  • Geburt und Tod im Krankenhaus
  • Ängste durch Jahreszeiten: im Herbst die Grippe, im Frühjahr der Heuschnupfen
  • Impfkatalog

    Letztendlich bedeutet Krankheit ein Regulations- und Heilungsbemühen des Organismus, sich von Einflüssen zu befreien. Ein Lernprozess für den Körper und die Psyche, der nicht durch manifeste Diagnosen aufgehalten werden darf. D. h. zum Beispiel, dass Ursachenforschung an erster Stelle stehen muss und nicht die „Verurteilung“ durch den Krankheitsbegriff, z.B. Asthma, Migräne, Neurodermitis.

Therapie

  • Beseitigung der Krankheitsursachen
  • Individuelle Therapie aller seelischen, geistigen und körperlichen Veränderungen
  • Jeder Patient (bei Kindern die Kontaktperson) kann selbst Organdiagnostik, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, individuelle energetische Gesamtsituation durch Kinesiologie austesten oder durch den Therapeuten austesten lassen. Und daraufhin: konsequente Vermeidung der bisherigen Fehler, sowie Umsetzung der Therapie.
  • Darmsanierung:
    Darmentlastung möglichst intensiv und lange von „oben“ durch Durchfalldiät, also kein tierisches Eiweiß, kein Weizen, kein Zucker, kein Kaffe, kein Schwarztee, keine Südfrüchte. Zusätzlich Symbioselenkung, ein mikribiologische Therapie, die von dem gesunden Zusammenspiel der Mikroorganismen im Wesentlichen Bakterien im menschlichen Körper lebt. Ist dieses Gleichgewicht gestört neigt der Betroffene unter anderem an Infektanfälligkeit, da die meisten wichtigen Bakterien im Darm sitzen. Darmentlastung auch von „unten“ durch Einläufe.
  • Niere:
    besonderes Augenmerk auf ihre Funktion und Bedeutung legen. Ausreichend trinken, wobei auf die Ausscheidung geachtet werden muss, um die tatsächliche individuelle Menge bestimmen zu können. Die Niere spielt in der fernöstlichen Medizin eine tragende Rolle. Die Nieren sind die Träger der Basis- oder der Reserveenergie des Menschen. Ruhe, Erholung und Schlaf erneuert diese Energie und sorgt für ein gleichmäßiges Wärmeempfinden. D. h., ist die Nierenfunktion im Gleichgewicht leiden wir nicht unter Ängsten und die partnerschaftliche Beziehung ist stressfrei.
  • Galle:
    besondere Bedeutung bei der Verdauung, also wenig Fette zu sich nehmen, langsam essen, damit die Verdauungssäfte ausreichend angeregt werden
  • Durchblutung fördern:
    durch Kneipp´sche Anwendungen, Tanzen, jegliche Art von Bewegung, die auch Spaß macht
  • Lymphfluss in Gang bringen:
    die Lymphe leistet einiges an vitalen Grundfunktionen, wie Transport der Nährstoffe, Stoffaustausch und Immunfunktionsregulator. Deshalb ist ein Lymphstau im Gewebe immer eine Blockierung des natürlichen Systems. Schmerzen und Schwellungen der „Schwimmhäute“ zwischen Fingern und Zehen deuten auf einen solchen Stau hin. Regelmäßige Massage dieser Bereiche, sowie Bewegung im Allgemeinen regt den Fluss an.
  • Psyche:
    Der körperliche Zustand ist ein Ergebnis der seelisch-geistigen Situation. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den psychischen Zustand leicht wie effektiv positiv zu beeinflussen. Ziel ist immer eine emotionale Balance, die sehr unterschiedlich erhalten oder wieder hergestellt werden kann. Ich glaube, dass eine eigenständige Krankheitsheilung und Glücks-, wie Erfolgsgestaltung in allen Lebensbereichen möglich ist. Energie sollte in die Heilung und nicht in die Probleme gesteckt werden. Günstig wäre ebenfalls eine „Neuprogrammierung“ der Einstellung zur Erkrankung, also heilende Sätze zur Selbstsuggestion anwenden: „Ich kann mein Leben lang gesünder werden.“ Oder: „Ich bleibe ruhig und gelassen“, „Heilung ist möglich, Gesundheit mein wichtigstes Ziel.“ Dadurch Schutz vor negativen psychischen Einflüssen. Tagesablauf rhythmisieren und auf das Gleichgewicht zwischen Be- und Entlastung achten.

Hilfe in akuten Situationen

  • Jedes nicht chronische Heilungsbemühen des Organismus verläuft im Sinne einer akut - entzündlichen Reaktion mit stärkerer Durchblutung, Rötung, Schwellung, Juckreiz und Schmerz ab. Deshalb ist eine Therapie mit Arnica (wirkt bei Entzündungsprozessen) und Apis (beschleunigt die Abschwellung) immer wirksam.
    Achtung: eine Symptomverschlechterung kann Zeichen eines Heilungsprozesses sein, umgekehrt sind ausbleibende Reaktionen möglicherweise Hinweise auf Heilungsblockaden!
  • Thymus aktivieren:
    lymphatisches Organ, das durch leichtes Beklopfen des Brustbeins, knapp unterhalb der Schlüsselbeinlinie angeregt werden kann; Juckreiz kann gelindert, für bessere energetische Versorgung des Organismus kann gesorgt werden.
  • Reflexzonenmassage:
    Massieren der Hand- und Fußmitten: Anregung aller Körperfunktionen
  • Einlauf
  • Akupressur
  • Bachblüten
  • Lokale Anwendungen auf der Haut:
    Heilerde, Kieselgel, Notfallcreme (Rescue-Bachblüten Therapie); gegen Juckreiz (individuelle Verträglichkeiten beachten): Wund und Brandgel (Wala), Combudorn von Weleda, Wecesin Puder

Sichtweise von Frau Dr. Kriemhilt Waldenmaier

Die Behandlung der Neurodermitis ist nicht einfach. Je nach Schwere der Erkrankung ist eine Kombinationsbehandlung (Behandlung auf allen Ebenen) sinnvoll, z.B. Homöopathie, Phytotherapie, Gesprächstherapie, ausleitende Verfahren, Akupunktur, Eigenbluttherapie, Bachblütentherapie. Wichtig bei der Behandlung der Neurodermitis ist es, die Nierenfunktion zu fördern und hier auszuleiten. Ebenfalls lohnt es sich, „Störfelder“, wie Zähne oder Mandeln untersuchen zu lassen, um mögliche Krankheitsherde von vorneherein auszuschließen. Einen störenden Einfluss auf die Meridiane stellen auch Narben in deren Verlauf dar.

In der Traditionellen chinesischen Medizin zählen Haut und Haare zum Funktionskreis Lunge-Dickdarm, und hier kommen besonders die Stoffwechselpunkte zum Einsatz. Man wird nach der Elementenlehre versuchen, die „Hitze im Blut“ zu kühlen und „feuchte Hitze und Wind auszutreiben“. Hier könnten unter anderem die Punkte Di 4, Di 11, Mi (Milz) 10, LG 14 (Lenkergefäß: Sondermeridian) zum Einsatz kommen. Der Punkt LG 14 ist ein sehr wichtiger Punkt in Bezug auf Entzündungen. Kann Hitze ausleiten und hält die Oberfläche offen. Bei starkem Juckreiz wäre z.B. He (Herz) 7 ein zentraler Punkt. Wenn es sich um eine Allergie handelt, gibt es an der Ohrspitze einen wichtigen Punkt, den man akupunktieren kann.

Eine gute bis befriedigende Symptombehandlung hat man bei der Akupunktur im akuten Schub; bei einem chronischen und schon behandelten Verlauf sind Kräuter besser angezeigt.

Allerdings sollte man beachten, dass in der Regel Kinder, die ja meistens betroffen sind, nicht akupunktiert werden. Das gilt auch für alte Menschen.

Therapie

  • Bei Kindern und sensiblen Personen hat man gute Erfahrungen mit einer Eigenblutnosode gemacht, die einmal wöchentlich eingenommen wird und eine gute Alternative zur Eigenblutinjektion ist.
  • Den Darm zu sanieren und mit gesunder Flora wieder aufzubauen macht schon deshalb Sinn, weil es sich bei ihm, ebenfalls wie bei der Haut, um eine große Austauschfläche handelt, die ähnlich wie die Haut, auf Überreizung reagiert. Und da die psychischen Faktoren einen so entscheidenden Einfluss auf die Erkrankung ausüben, sollte auch das Umfeld betrachtet und die Kontaktperson mitbehandelt werden.
  • Zur Unterstützung der psychischen Gesundheit können Bachblüten eingenommen werden: z. B. Beech, Crab Apple, Holly, Impatiens, Larch, Willow.
  • Eine gute Unterstützung ist auch die Fußreflexzonentherapie, um den Patienten zu stabilisieren und um die Ausscheidungsorgane anzuregen

Generell gilt:

  • Haustierhaltung überdenken
  • Teebäder mit Haferstroh oder Kleie,
  • Harnstoffhaltige Salben können vorübergehend Linderung verschaffen
  • Störfelder ausschließen: Zähne, Mandeln und Nasennebenhöhlen.

Ernährung überprüfen:

  • Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel ist sinnvoll, da von vorneherein Nahrungsmittelunverträglichkeiten vermieden werden. Dazu zählen: Milchprodukte, Eier, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, Getreide, besonders Weizen und Nüsse
  • Bitte Beachten: Der Verzicht sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern, dass sich Symptome dadurch verringern lassen und das wird am besten durch: Sonne, Sommer, Sorgenfreiheit unterstützt.

Nahrungsumstellung:

  • Säurearm, vorwiegend vegetarische Ernährung
  • Kein Zucker; zumindest eine dreiwöchige Anti-Pilzdiät durch Zuckerverzicht
  • Keine Fertigprodukte und Konserven, am besten naturbelassene Lebensmittel

Phytotherapie:

  • Anmerkung: Jeder reagiert unterschiedlich: vorsichtige Versuche mit verschiedenen pflanzlichen Wirkstoffen sind deshalb angezeigt!
  • Bittersüß, Stiefmütterchen, Walnuss (Juckreiz stillend), Sarsaparilla (Gewächs aus Südamerika, Verwendung der pulverisierten Wurzel, bei chronischen Hautkrankheiten generell), Löwenzahn, Brennnessel, Johanniskraut, Berberis Urtinktur (Sauerdorngewächs; gilt als blutreinigendes Mittel)

Um die Niere anzuregen und auszuleiten:

  • eine 5-Wochenkur, dreimal tägl. 1 Tasse Tee aus Birkenblätter, Brennnessel und
    Schachtelhalm.

Anwendungen auf der Haut:

  • Kamillenöl oder Creme, Zinksalbe, Minzöl - Wasser-Waschungen (5-10 Tr. Auf 1 l Wasser), Abwaschungen oder Umschläge mit schwarzem und mit Stiefmütterchentee. Versuch mit äußerlicher Eigenurinbehandlung, Harnstoffsalbe

Sichtweise von Frau Anja Müller

Auslösende Faktoren können sein

  • Schwermetallbelastungen: Quecksilber, Kupfer, Blei, Zinn, Nickel, Cadmium, Amalgamfüllungen
  • Störungen des Darmmilieus: erhöhte Durchlässigkeit für Allergene, körperfremde Substanzen, toxisch wirkende Stoffwechselabbauprodukte, Störungen der bakteriellen Darmbesiedlung
  • Genetische Prädisposition
  • Psychosomatische Faktoren
  • Stress
  • Allergene: Hausstaub, Gräser, Pollen, Milben
  • Schadstoffe aus der Umwelt: Pestizide, Insektizide, Holzschutzmittel, Düngemittel, Lösungsmittel
  • Chronische Aluminiumbelastung
  • Mineralstoff- und Spurenelementemangel, Vitamindefizite
  • Klimaeinflüsse: Nasskalte Witterung kann Symptome verschlimmern
  • Zusatzstoffe in Lebensmittel: Konservierungsmittel, Aroma- und Farbstoffe etc.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten: Kuhmilch, Eier, Weizen, Nüsse, Fruchtsäuren
  • Veränderte Immunreaktionen
  • Veränderter Fettsäure- und Histaminstoffwechsel
  • Medikamente

Schwerpunkte

"Die zentrale Rolle spielt aus meiner Sicht das Immunsystem und damit das Darmmilieu."
Bei Kindern sollte beachtet werden: biochemische Profil und Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft. Ebenso Schwermetallbelastung durch Zahnersatzbehandlung besonders in dieser Zeit. Stillen reduziert das Risiko für Neurodermitis. Oft Beteiligung der Schild- und Keimdrüsen; Drüsenfunktionsstörung.

Empfehlungen

  • Suche nach Lebensmittelunverträglichkeiten durch Ausschlussdiät. Entweder klassisches Weglassen bestimmter Nahrungsmittelgruppen, also klassische Allergene: Milch, Eier, Käse, Fisch, Nüsse, verarbeitete Lebensmittel- oder schrittweiser Aufbau. Achtung: bei kleinen Kindern nicht ohne ärztliche Aufsicht!
  • Ballaststoffreiche Ernährung zur Entgiftung des Darms
  • Kaltgepresste Öle aus Samen, die reich an vorteilhaften essentiellen Fettsäuren sind: Sesam, Leinsamen, Mais, Raps oder Distel
  • Lachs und Makrele als natürliche Omega 3- Fettsäurenträger in den Speiseplan einbauen
  • Empfehlenswert: Sellerie, Petersilie, grüner Salat, Limonen, Zitronen, das sie so genannte Psoralene enthalten, die die Haut besser abheilen lassen
  • Kur mit Grapefruitkernextrakt: zwei mal täglich 10 Tropfen in ein Glas Wasser zum Aufbau der Darmflora: wirkt antibakteriell, antiviral und antifungal. Kann auch individuell zur Verminderung von ekzematösen Infektionen äußerlich aufgetragen werden.

Kräutertees

  • Wacholder
  • Hafer
  • Brunnenkresse
  • Hauswurz
  • Stiefmütterchen
  • Tausendgüldenkraut
  • Ehrenpreis
  • Labkraut
  • Schafgarbe
  • Ringelblume
  • Johanniskraut
  • Wegwarte

Saftkur

½ Liter Cocktail aus einem Teil Rote- Beete-Saft, ein Teil Wasser, zwei Teile Möhrensaft: stimuliert die Leber und damit die Entgiftung, so dass nicht im Übermaß über die Haut entgiftet werden muss.

Entspannung

Hydrotherapie

  • Bad mit Backpulver lindert den Juckreiz: eine Tasse Backpulver in die Badewanne, 30-60 Minuten darin baden, anschließend nur Trockentupfen
  • Bad mit römischer Kamille: fünf Tropfen in warmes Bad, 10 Minuten, danach Auftrag mit beruhigendem Hautöl aus fünf Tropfen römischer Kamille, fünf Tropfen Neroli, 10 Tropfen Lavendel, fünf Tropfen Bergamotte auf 60ml Oliven-, Jojoba-, oder Mandelöl
  • Bad mit Salz: 500g Meer- oder Tafelsalz pro Badewanne, mit kalter Dusche abschließen
  • Bad mit Lavendelöl

Diagnostik

  • Umfassende Allergiediagnostik
  • Analyse des Stuhls
  • Haar- und Mineralienanalyse
  • Schwermetalluntersuchung im Urin
  • Kinesiologisches Testverfahren
  • Bioresonanz

Therapie

  • Schwermetallausleitung
  • Expositionsprophylaxe (Meidung der Ursachen)
  • Probiotischer Aufbau der Darmschleimhaut
  • Supplementierung von Nährstoffen
NährstoffEmpfohlene TagesdosisKommentare
Kalzium und
Magnesium
500 mg Kalzium
250 mg Magnesium
Vitamin
B- Komplex
Sollte mind. 100 mg Panthothensäure für den Aufbau der Darmschleimhaut enthalten
Vitamin C1-3 gMildert evtl. die Symptome und beschleunigt den Heilungsprozess
Vitamin E400 i.E.Immunregulierend, antioxidativ
Zink30-100 mgImmunregulierend
Glutamin1,5-3gUnterstützt den Aufbau der Darmschleimhaut
(GLS) Gamma
Linolensäure
4-6 Kapseln, NachtkerzenölZusammen mit mind. 100 g Vitamin E
Omega 3
Fettsäuren
1-1,5 mg EPA FischölkapselnZusammen mit mind. 100 g Vitamin E
essenzielle
Fettsäuren
1-2 Esslöffel kaltgepresstes Sesam-, Leinsamen-, Mais-, Raps-, oder DistelölGleichzeitig den Konsum von gesättigten Fetten (Fleisch, Milch, Eier) einschränken

Überlegungen zur Bedeutung des Geschehens

Die Haut steht im Zusammenhang mit unserem Selbstwertgefühl bezüglich der Außenwelt. Verknüpfung mit Schamgefühlen: Was halten die anderen von mir?, Akzeptiere ich mich so, wie ich bin?

Mit Hautproblemen schaffe ich mir jedoch auch eine Distanz, der Kontakt mit Menschen kann erschwert sein. Ich werde „unberührbar“.

ergänzt und kommentiert von:
Dr. med. Wolfgang Scheel, aus Steinheim an der Murr
Kriemhilt Waldenmaier, aus Hemmingen
Anja Müller-Hesse, aus Köln

Kommentare

Christa Jung aus 74589 Satteldor, 02.09.2014:
Hallo, habe mit großem Interesse den Kommentar von Mina gelesen. Da ich selbst auch von Neurodermitis betroffen und total unglücklich bin,
schon alles mögliche ausprobiert habe und nichts hilft, würde mich interessieren was das für ein Pychotherapeut war. Gerne würde ich mir auf diese Art und Weise auch helfen lassen.
Freundlicher Gruß
Christa Jung
Mina, 19.07.2014:
Also ich muss jetzt einmal etwas sehr Wichtiges zum Thema Neurodermits sagen:

Ich hatte als Kind ganz stark Neurodermitis, mit der Pupertaet ist es dann verschwunden und aus heiterem Himmel mit 23 Jahren staerker denn je gekommen und ich kann euch sagen ich habe echt viel versucht! Ich fuhr 2x pro Jahr ans Meer, machte eine Kortisontherapie, schmierte fast taeglich Cortison, nahm taeglich eine (manchmal auch 2) Antihistaminika (Lorano), ging ein Jahr lang 3x pro Woche zur Lichtterapie und versuchte verschiedenste Diaeten (mal Getreidefrei dann Zuckerfrei, keine Histaminreiche Ernaehrung, schluckte Vitamine, Nachtkerzenöl in Reinform (nicht die Kapseln), verschiedenste Omega-Fettsauren, usw...! Ich könnte hier noch einiges aufzaehlen aber ich finde es wichtiger euch mitzuteilen was mich persönlich heilte (keine Symptom-Linderung sondern wirkliche Heilung):

Und zwar eine Psychotherapie!

Nach der 3. Sitzung merkte ich schon eine starke Besserung und hatte kaum noch Juckreiz - heute habe ich nur noch eine trockenere Haut und ganz selten ein paar kleine Pünktchen am Handgelenk wenn ich mich wegen irgendetwas zu sehr aufregen muss oder es mit Tomaten, Orangen, etc. zu sehr übertreibe aber im Vergleich zu vorher ist das ein echtes Wunder! Man muss sich vorstellen ich hatte vor der Psychotherapie so schlimme Ausschlaege ( nicht nur auf den Typischen stellen, der ganze Rücken war betroffen die Arme, die Beine, der Hals, teilweise auch im Gesicht, sogar die Brustwarzen juckten höllisch und nach 3 Stunden über meine Psyche sprechen ist alles weg.

Und dass solle ein Zufall sein? Ganz bestimmt nicht!!!
Dass sagen naehmlich die Aerzte die sich das nicht erklaeren können!

Ich war bei sehr vielen verschiedenen Hautaerzten und jeder gab mir ein anderes Kortison dass nur die Symptome der Neurodermitis linderte oder ganz beliebt war auch die Aussage: Keine Histaminreiche Nahrung zu sich nehmen was natürlich den Juckreiz linderte aber das war wieder nur eine Symptombehandlung genau wie Kortison! Nur einer verschrieb mir eine Lichtterapie die zwar wirklich Linderung brachte vor allem beim Juckreiz aber eine Heilung bekam ich nur durch meinen eigenen Entschluss meine Psyche „heilen“ zu lassen und die Ursache zu finden!

Jetzt geht es mir gut und ich bin quasi gesund und ich hoffe dass viele diesen Beitrag lesen und ich vielen anderen Mitleidenden Neurodermitikern damit eine Hilfestellung geben konnte!!

Glg, eure Mina
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