Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose (MS)

Der Facharzt für Innere Medizin, Naturheilverfahren und Homöopathie, Dr. med. Thomas Heintze, fasst Ursachen, Symptome, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der Multiple Sklerose vor allem aus naturheilkundlicher Sicht zusammen.

Autor/en dieses Beitrages:
Dr. med. Thomas Heintze, FA. für Innere Medizin aus Marburg-Bauerbach

Definition der Multiplen Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Verantwortlich für das Krankheitsbild sind Antikörper, die der Organismus gegen Markscheiden von Nervenhüllen bildet (gegen die sog. Myelinscheiden). Diese Markscheiden umhüllen isolierend die Nervenfasern und sind wichtig, um eine schnelle Reizweiterleitung in den Nervenzellen zu gewährleisten.

Häufigkeit der MS

Die Zahl der an MS Erkrankten soll in Deutschland bei rund 130.000 liegen, wobei ihre Anzahl möglicherweise deutlich höher ist. Frauen erkranken doppelt so oft wie Männer an Multipler Sklerose. Die MS hat zwei Altersgipfel, d. h. um das 20. und um das 40. Lebensjahr herum treten die Symptome gehäuft erstmals auf. Kinder sind glücklicherweise selten betroffen.

Diagnose der MS

Grundlage der MS Diagnose sind die MS-typischen Symptome und neurologische Untersuchungen. Zu letzteren gehören Funktionsprüfungen der Hirnnerven sowie die Testung der Reflexe, Sensibilität und Muskelkraft sowie ein Kernspinuntersuchung des Gehirnschädels. Darüber hinaus kann geprüft werden, ob bestimmte Entzündungswerte in der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit erhöht sind. Die MS Diagnose ergibt sich aus dem Gesamtbild. Den Blutwert, der eine Multiple Sklerose belegt, gibt es leider nicht.

Mit der Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich entzündete und vernarbte Gewebebereiche in Gehirn und Rückenmark sichtbar machen. Allerdings sollte man wissen, dass Befund und Befinden hier mitunter deutlich auseinander driften. Es gibt durchaus MS-Patienten mit dramatischem MRT-Befund, die gleichzeitig erstaunlich wenige Einschränkungen haben.

Bevor die MS Diagnose gestellt wird, müssen verschiedene andere Erkrankungen wie ein Vitamin-B12-Mangel, Gefäßentzündungen im Zentralnervensystem, oder eine Neuroborreliose ausgeschlossen werden.

Ursachen und Entstehung der Multiplen Sklerose

Wenn das Immunsystem wie bei der MS aus dem Gleichgewicht gerät, muss man sich natürlich fragen, wie es eigentlich dazu kommt. Meist sind es viele Faktoren, die gemeinsam das Immunsystem aus dem Tritt bringen.

Dazu gehören u. a.:

  • Schwermetalle
  • Fehler in der Ernährung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Viren
  • Pilz-Erkrankungen
  • Allergien
  • Infektionen mit sogenannten neurotropen Viren (d. h. Viren, die Nervenzellen angreifen)

Über die Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie hängen all diese Bereiche zusammen.

Schwermetalle

Schwermetallbelastungen gehören unbedingt zur Suche nach den Ursachen der Multiplen Sklerose. Zu nennen ist hier insbesondere Quecksilber, das vor allem aus Amalgamfüllungen freigesetzt wird. Bei den Schwermetallbelastungen fand der Arzt Felix Perger bei MS-Patienten neben Quecksilber oft Blei und Kadmium. Letzteres stammt u. a. aus Phosphatdünger. Solche Schwermetalle können an der Abwehr beteiligte Zellen so stören, dass sie ihre Funktion nicht mehr normal erfüllen. Hinzu kommt, dass Schwermetalle direkt das Nervensystem schädigen können.

Störungen in Magen und Darm

Ein weiterer Faktor, der als Ursache der Multiplen Sklerose mit einbezogen werden sollte, ist die Darmflora. Unsere Darmbakterien leisten einen wichtigen Beitrag zu unserer Versorgung mit Nährstoffen, aber auch zu unserer Abwehr. Gestört werden kann unsere Darmflora z. B. durch Zusatzstoffe in der Nahrung (Konservierungsstoffe, Farbstoffe ...), aber auch durch Stress. Interessant sind in diesem Zusammenhang Beobachtungen des Arztes Felix Perger, der bei keinem der untersuchten MS-Patienten eine ideale Darmflora finden konnte. Sie alle zeigten Darmdysbiosen, d.h. eine unnatürliche Zusammensetzung der den Darm besiedelnden Bakterien. Hinzu kam bei vielen Patienten ein Mangel an Magensäure (Hypo-/Anazidität).

Nährstoffmangel

Weiterhin beobachtete Perger in den meisten Fällen einen Zinkmangel. Zink wird u. a. für die Entgiftung von Schwermetallen benötigt, die daher bei Zinkmangel beeinträchtigt war. Infolgedessen entwickeln die Patienten besonders hohe Quecksilberbelastungen.

Abwehrschwäche

Perger konnte anhand verschiedener Messwerte zeigen, dass die Immunabwehr im Laufe der Jahre bei unserer Bevölkerung im Schnitt immer schlechter geworden ist. Die Gamma-Globuline sanken von 1952 bis 1982 um durchschnittlich 35 %, bei Patienten mit Multiple Sklerose sogar um rund 42 %. Als ein Grund hierfür werden Antibiotika gesehen. Nach Einnahme von Antibiotika, aber auch der Pille und Cortison finden sich an Zahl und Schwere zunehmende Pilzinfektionen. Zudem belasten Antibiotika unweigerlich das Grundsystem des Körpers.

Ein weiterer Hinweis auf eine allgemeine Verschlechterung der Abwehr ist die Zunahme von Störfeldern und Herden (z. B. Zahnstörfelder, chronisch entzündete Mandeln, belastende Narben usw.) in der Bevölkerung. Ein weiterer Grund für die Tendenz zu einer schlechteren Abwehr könnte in der gestörten Darmflora liegen. Bei Verstopfung kommt es zu Gärungs- und Fäulnisprozessen, giftige Abfallstoffe wie Ammoniak entstehen, welche die Leber belasten und den Körper schleichend von innen vergiften (Autointoxikation).

Weitere Ursachen für die Verschlechterung der Abwehr sind

  • Konservierungsstoffe
  • Wasserdesinfektion
  • Mangel- oder Fehlen von Magensäure
  • Mangel an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen u. a. durch eine gestörte Aufnahme im Darm (Resorptionsstörungen)
  • Bewegungsmangel
  • schlechtere Sauerstoffversorgung der Gewebe
  • Störfelder (mit oder ohne Beteiligung von Bakterien)
  • Stress und Reizüberflutung

Herde und Störfelder

Störfelder und Herde belasten anders als z. B. Infekte, Verletzungen, psychische Schocks und Klimaeinflüsse permanent das Grundsystem. Dadurch ist der Körper dauernd gefordert und kommt gar nicht mehr zur Ruhe. An erster Stelle stehen mit Abstand die Zahn-Kiefer-Herde.

Viren

Ein anderer Faktor, der bei den Ursachen der Multiplen Sklerose eine Rolle zu spielen scheint, sind Viren, die auf die Nerven wirken (sog. neurotrope Viren). So lassen sich bei MS-Patienten häufiger Antikörper gegen Zoster-, Röteln- und Masernviren finden. Auch das Ebbstein-Barr-Virus, der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers, wird in Zusammenhang mit der MS Erkrankung gebracht. Diese Viren zeigen in gewissen Bereichen, die von Antikörpern erkannt werden und deren Bildung veranlassen, eine Ähnlichkeit mit körpereigenen Strukturen des Gehirns. Das führt dazu, dass die T-Lymphozyten, die eigentlich Viren abwehren sollten, sich nun auch gegen die Nervenhüllen richten. Sichtbar wird dieses Geschehen als kleine verstreute Entzündungsherde (daher auch der Name Encephalomyelitis disseminata für die Multiple Sklerose) im Gehirn- und Rückenmark. Diese Entzündungsherde werden u. a. bei der MS Diagnose genutzt.

Genetische Faktoren

Es scheint, dass auch genetische Faktoren eine MS Erkrankung begünstigen können. Verwandte von MS-Patienten haben selbst ein 10- bis 30-fach erhöhtes Risiko selbst an Multiple Sklerose zu erkranken.

Psychische Faktoren

Bekannt ist, dass psychische Faktoren einen MS-Schub zumindest begünstigen oder mit auslösen können. Dazu gehören u. a. Stress, aber auch starke hormonelle Schwankungen, wie sie in der Pubertät oder in den Wechseljahren auftreten.

Ebenso schwer wie die immunbedingten und genetischen Faktoren sind die psychosomatischen zu fassen. Doch lässt sich beobachten, dass Phasen von psychischer Belastung den Ausbruch akuter Schübe bei der Multiplen Sklerose fördern, während Phasen der seelischen Erholung zu langen schubfreien Intervallen führen können.

Traumata

Auch Verletzungen (Traumata) von Schädel und Rückenmark können als (Mit-)Ursache der Multiplen Sklerose eine Rolle spielen.

Multiple Sklerose: Anzeichen und Symptome

Es sind vor allem die Entzündungen des Nervengewebes in Gehirn und Rückenmark, die für die typischen MS Symptome verantwortlich sind. Selbst nach Abklingen einer stärkeren Entzündung (MS-Schub) bleiben Schäden in Form von Narben zurück. Darunter leiden vor allem die Reizweiterleitung und damit die Informationsübertragung in den Nerven.

Hieraus erklären sich auch die typischen MS Symptome wie:

  • Sehstörungen
  • körperliche Missempfindungen (Kribbeln, Ameisenlaufen)
  • Einschränkungen bei den Bewegungen (z. B. Lähmungserscheinungen, Muskelschwund, aber auch Spastiken)
  • Probleme beim Wasserlassen

Diese schwerwiegenden MS Symptome sind beängstigend für Patienten und Angehörige und zugleich eine Herausforderung für jeden Therapeuten.

Frühe Anzeichen einer Multiplen Sklerose

Bereits einige Zeit vor dem Auftreten der typischen MS Symptome, lassen sich oft allgemeine Frühsymptome beobachten.

Hierzu können gehören:

  • Gewichtsverlust
  • Antriebsschwäche
  • diffuse Schmerzen in Muskeln und Gelenken

Gerade in dieser Frühphase kann die Multiple Sklerose leicht mit zahlreichen anderen Erkrankungen verwechselt werden.

Einige Wochen bis Monate nach dem Auftreten dieser frühen Multiple Sklerose Anzeichen bilden sich die typischen MS Symptome aus.

Dazu gehören:

  • Sehstörungen (z. B. unscharfes Sehen, Doppelbilder)
  • Störungen der Bewegungsabläufe (motorische Störungen), besonders der Beine wie z. B. Gangstörungen und eine Schwäche der Beine
  • Sensibilitätsstörungen (z. B. Taubheitsgefühl, Kribbeln, „Ameisenlaufen“)

Weitere MS Symptome

Da sich die Multiple Sklerose vor allem gegen die Myelinscheiden der Nerven richtet, gehören Nervenstörungen (neurologische Störungen) zu den charakteristischen MS Symptomen.

Zu den möglichen MS Symptomen, die auftreten können, aber nicht müssen, gehören:

  • Schwäche der Gliedmaßen, die sich in zunehmenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Muskelschwund fortsetzen kann, bes. im Bereich von Armen und Beinen
  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit (u. a. bedingt durch spastische Muskelverkrampfungen, Gangunsicherheit)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Störungen der Bewegungskoordination
  • Zittern
  • Sensibilitätsstörungen (z. B. Taubheit, Empfindungsstörungen, Schmerzen)
  • allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung
  • Darmentleerungsstörungen (z. B. Verstopfung)
  • gestörte Blasenfunktion (unkontrollierbarer Harndrang oder Harnverlust)
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Schluckstörungen, Geschmacksstörungen
  • Sprachstörungen, Artikulationsstörungen
  • Schwindel
  • chronische Müdigkeit (Fatigue-Syndrom) mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit, erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe
  • Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen

Multiple Sklerose Verlauf

Der genaue Verlauf der MS Erkrankung lässt sich nur schwer abschätzen. Es gibt aber durchaus ein paar Orientierungspunkte. Beispielsweise ist die Prognose besser, wenn Sensibilitätsstörungen als frühe MS Symptome auftreten, als wenn Lähmungen und Koordinationsstörungen zu beobachten sind.

Welche Multiple Sklerose Anzeichen ein Patient entwickelt und wenn, in welcher Reihenfolge und in welchem Ausmaß dies geschieht, lässt sich nur bedingt voraussagen. Jeder Verlauf ist letztendlich individuell.

Grundsätzlich lassen sich drei Verlaufsformen unterscheiden:

  • wiederkehrende Schübe: Im MS-Schub treten die typischen neurologischen MS Symptome auf. Ein solcher MS-Schub kann Tage bis Wochen dauern. In den meist monatelangen schubfreien Intervallen bilden sich die Symptome mehr oder weniger vollständig zurück, wobei irreversible Restschäden zurückbleiben können.
  • primär chronisch progredient: Hier handelt es sich um einen langsam fortschreitenden Verlauf ohne akute MS Schübe. Nach und nach kommen weitere Einschränkungen hinzu und auch der Allgemeinzustand verschlechtert sich schleichend.
  • sekundär chronisch progredient: Bei MS-Patienten mit diesem Verlauf, geht die Zahl der Schübe im Laufe der Zeit immer weiter zurück bis sie ganz ausbleiben. Ähnlich wie bei dem primär chronisch progredienten Verlauf, kommen aber dennoch nach und nach weitere Einschränkungen hinzu.

Lebenserwartung und Multiple Sklerose

Zunächst einmal eine gute Nachricht: Die Lebenserwartung ist bei MS ist höher als bislang meist angenommen. Untersuchungen zeigen, dass die Lebenserwartung von Patienten mit Multipler Sklerose, die keine stärkeren Behinderungen haben, gegenüber anderen Menschen gleichen Alters kaum verringert ist. Für Dänemark ließ sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten ein Rückgang der Sterblichkeit bei MS feststellen. Dabei dürften u. a. Fortschritte in der Medizin eine Rolle spielen.

Nur bei der sehr seltenen malignen Form der Multiplen Sklerose ist die Lebenserwartung deutlich geringer.

Hier noch einige Zahlen, die Mut machen:

  • 10 Jahren nach der Diagnose ist bei mehr als der Hälfte der MS-Patienten ohne Therapie keine weitere Behinderung feststellbar.
  • Jeder 2. MS-Patient kann auch 15 Jahre nach der Diagnose ohne Therapie noch gehen.
  • 18 Jahre nach Erkrankungsbeginn ist noch jeder 3. MS-Patient voll berufstätig bzw. kann seinen Haushalt noch selbständig führen.
  • Nach 40 Jahren ist nur jeder 4. MS-Patient auf den Rollstuhl angewiesen.

Der MS-Schub

Ausgelöst werden kann ein MS-Schub durch verschiedene Faktoren, die von Patient zu Patient verschieden sein können. Neben psychischen Faktoren (Stress) kommen z. B. Impfungen, Desensibilisierungstherapien und das Immunsystem anregende Medikamente in Frage. Sind solche individuellen Auslöser bekannt, gilt es diese in Zukunft so gut wie möglich zu meiden.
Bei Untersuchungen an MS-Patienten fand der Arzt Felix Perger im MS-Schub einerseits erhöhte Magnesium-Werte und zugleich erniedrigte Calcium- und Kalium-Werte. Auch die sog. eosinophilen Granulozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören, waren im MS-Schub erniedrigt. Sie können aber im 2. bis 4. MS-Schub ansteigen. Perger fand derartige Veränderungen im Blut zum Teil auch, ohne dass die typischen Anzeichen eines MS-Schubes sichtbar wurden. Perger deutete dies als von sog. "subklinische Schübe". Bei Patienten, die schon lange unter MS leiden, ändert sich diese für den MS-Schub typische Reaktion in eine vegetative Starre.

Unser Körper hat bestimmte Mechanismen entwickelt, mit denen er auf außergewöhnliche Reize und Bedingungen reagiert.

Nach Seyle unterscheidet man drei Phasen einer Stressreaktion/Alarmreaktion:

  1. Schockphase
  2. Gegenschockphase
  3. Anpassungsphase

Auf die Multiple Sklerose bezogen kann man sagen, dass die Reaktion im MS-Schub gewissermaßen in der Schockphase stecken bleibt. Diese Reaktion kennt die Medizin auch bei allen allergischen Erkrankungen (außer Asthma bronchiale). Ein auslösender Schock kann u. a. eine Impfung oder die Gabe eine Antibiotikums sein.

Diese gestörten Reaktionsmöglichkeiten sind auch der Grund dafür, warum MS-Patienten keine größeren Belastungen vertragen. Daher sollten Patienten mit Multipler Sklerose wie rohe Eier behandelt werden. Perger konnte z. B. zeigen, dass MS-Patienten selbst im schubfreien Intervall 100-mal empfindlicher auf Autovaccine reagieren als Gesunde. Im MS-Schub ließ sich die Reagibiliätsgrenze im Blut gar nicht mehr messen.

Noch ein Hinweis für Schwangere: In der Schwangerschaft selbst sind akute MS Schübe seltener. Sie treten dafür vermehrt direkt nach der Schwangerschaft auf.

MS-Therapie: Komplexe Krankheiten erfordern komplexe Therapien

Wie bereits erwähnt, ist Multiple Sklerose ein sehr komplexes Geschehen. Um hier den gewünschten Erfolg zu haben, bedarf es gleichermaßen Wissen und Erfahrung des Therapeuten. Nach meiner langjährigen Erfahrung lässt sich am meisten erreichen, wenn Schulmedizin und Naturheilkunde einander ergänzend, d. h. integrativ eingesetzt werden.

In unserer Praxis für Ganzheitsmedizin versuchen wir daher gewissermaßen "das Beste aus allen Welten" auszuwählen und dieses in einem ganzheitlichen Therapiekonzept zu verbinden. Wozu auch eine psychosomatische und psychosoziale Therapie unter Einbeziehung von Selbsthilfegruppen gehören. Eine gelungene Therapie sollte den Patienten einerseits optimal unterstützen und MS Symptome lindern – und zwar auch zwischen den MS Schüben – und gleichzeitig möglichst wenig belasten, d. h. möglichst nebenwirkungsarm sein. Bei der MS Erkrankung sollte die Therapie möglichst ursächlich, die Selbstheilungskräfte aktivierend, polypragmatisch, minimal belastend und gesundheitsorientiert sein.

Schulmedizin bei Multipler Sklerose

Auch wenn Multiple Sklerose aus schulmedizinischer Sicht nicht heilbar ist und kein Arzneimittel bekannt ist, das die Multiple Sklerose dauerhaft zum Stillstand bringen könnte, sollte die Schulmedizin aus meiner Sicht in jede MS-Therapie mit eingeschlossen werden – wenngleich die Erfolge nicht immer befriedigend sind. Hier sind Nutzen und Risiko (Nebenwirkungen) sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Da jeder Mensch anderes reagiert, kann die Entscheidung immer nur individuell erfolgen.

Eingesetzt werden aus schulmedizinischer Sicht u. a. Mittel zur Unterdrückung der Immunreaktionen. Klassische Mittel hierfür sind Corticoide, Zytostatika, Antilymphozytenglobuline, Gamma-Globuline, ACTH sowie Copolymer I und Interferon Beta 1b. Im akuten MS-Schub wird meist hochdosiertes Kortison verabreicht. Damit sollen die MS Symptome gelindert und Spätschäden reduziert werden. Nachteil dieser Therapie sind mitunter massive Nebenwirkungen. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass eine solche antientzündliche und die Abwehr unterdrückende Behandlung stets das Grundsystem belastet und nur symptomatisch wirkt.

Eine Alternative können monoklonale Antikörper sein. Diese wirken besser, haben jedoch selten sehr schwere, z. T. lebensbedrohliche Nebenwirkungen, die mit der Dauer der Therapie an Schwere und Häufigkeit zunehmen.

In meiner Praxis hat es sich bewährt, Corticoide wesentlich seltener, über eine kürzere Zeit und niedriger dosiert als sonst üblich einzusetzen. Auf diese Weise können nach meiner Erfahrung MS Schübe häufig abgefangen werden, ohne das Grundsystem übermäßig zu belasten. Mein Ziel ist vielmehr, dass der Körper normal auf schädliche Reize reagiert, die normalerweise einen MS-Schub auslösen oder unterhalten können.

Naturheilkundliche Therapie

Störfelder beseitigen

Da Störfelder den Organismus 24 Stunden am Tag belasten, ist ihre Sanierung für die sensiblen MS-Patienten überaus wichtig. Besonders zu erwähnen sind hier die Zahn-Kiefer-Herde. Daher sollte bei Patienten mit Multipler Sklerose möglichst immer ein ganzheitlich arbeitender Zahnarzt hinzu gezogen werden. Eine Röntgenaufnahme aller Zähne (sog. Panoramaröntgenaufnahme) ist notwendig, reicht aber alleine nicht zur Diagnose von Zahn-Kiefer-Herden nicht aus. Hier müssen also noch weitere Verfahren hinzu gezogen werden.

Besonderes Augenmerk sollte bei MS-Patienten auf die Weisheitszähne (sog. 8er-Zähne) gelegt werden, weil sie direkt mit dem zentralen Nervensystem und der Psyche in Verbindung stehen. Störend auswirken können sich dabei nicht nur kranke oder wurzelbehandelte Weisheitszähne, sondern auch Narben, die nach ihrer Entfernung zurückbleiben.

Neben den Zahn-Kiefer-Herden sind die Mandeln (Tonsillenstörfelder, Mandel-Störfelder) und – besonders bei jungen Leuten und Erwachsenen – Störfelder der Nasennebenhöhlen wichtige Störfelder.

Die Störfelddiagnostik ist also von herausragender Bedeutung.

Immer wieder verblüffend zu sehen ist es für mich, wie viele MS-Patienten zwar Entzündungen der Nasennebenhöhlen haben, aber kaum Beschwerden.
Röntgenbilder sind bei der Diagnose leider auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss: Ganze 20 % bis 30 % der Nasennebenhöhlenröntgenbilder sind falsch positiv bzw. negativ. Das heißt, in 20 % der Fälle zeigt das Röntgenbild eine Störung der Nasennebenhöhlen an, ohne dass diese auch besteht.

Zugleich werden 30 % der Fälle als unauffällig eingestuft, obwohl sehr wohl ein Problem der Nasennebenhöhlen besteht. Hier ist daher eine Endoskopie zur Diagnostik angebracht.

Typisch für Herdbelastungen sind Seitendifferenzen. Auf der belasteten Seite messen wir regelmäßig eine verminderte Durchblutung sowie stark erhöhte Hautwiderstandswerte. Ähnliche Seitenunterschiede lassen sich bei Mineralstoffen und Spurenelementen sowie bei der Blutsenkung beobachten. Die Blutdruckwerte sind auf der belasteten Seite tendenziell leicht erhöht.

Der richtige Zeitpunkt für die Störfeldsanierung

Eine besondere Rolle spielt bei an MS Erkrankten, der Zeitpunkt der Behandlung. Das gilt insbesondere auch für Operationen (OPs), die möglicherweise zur Herdsanierung nötig sind. Eine zur falschen Zeit durchgeführte Herdsanierung kann durchaus Rückschläge zur Folge haben. Insbesondere darf eine Herdsanierung nicht zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem der Körper nicht mehr mit einer entsprechenden Immunantwort auf ein Antigen reagiert (sog. Anergie).

Eine operative Herdsanierung sollte bei MS-Patienten frühestens 3 Monate nach dem letzten Schub beginnen. Um eine ausreichende Erholung zu ermöglichen, sollten zwischen verschiedenen Operationen mindestens drei Wochen liegen. Nach einer langfristigen Cortison- und/oder Imurek-Therapie sollte man sechs Monate warten.

In vielen Fällen kann eine sorgfältige Vorbereitung der MS-Patienten vor einer Herdsanierung sinnvoll sein. Ich selbst nutze zur Vorbehandlung gern die Elektroneuraltherapie nach Croon, Ausleitungsverfahren, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, Engystol sowie Lymphmittel. Die Herdtestung und -sanierung sollte sehr subtil erfolgen. Nach meiner Erfahrung ist es durchaus sinnvoll, Patienten mit Multipler Sklerose vor der Operation und im Anschluss daran, gezielt zu begleiten und zu stärken. Das beginnt bei uns schon am Tag vor der OP mit speziellen Infusionen.

Physikalische Therapie bei Multipler Sklerose

Im Rahmen der physikalischen Therapie werden in der Regel aktive (z. B. Bewegungstherapie) und passive (z. B. Massagen) Methoden kombiniert. In den meisten Fällen kommen bei Multiple Sklerose Physiotherapie und Bewegungstherapie zum Einsatz. Hier gilt es, dem Muskelschwund entgegen zu wirken, das Gleichgewicht zu schulen und die Bewegungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Auch Schröpfen und Bäder können im Einzelfall sinnvoll sein. Kneipp’sche Güsse können die Wirkung der Gymnastik durch die kurze Kälteeinwirkung unterstützen. Der Kältereiz, der v. a. an Armen und Beinen ausgeübt wird, erhöht reflektorisch die Temperatur im Hypothalamus und führt damit zu einer Ausschüttung von ACTH (Adrenocorticotropes Hormon). Möglicherweise erklärt dies die günstige Wirkung der Kneipp-Anwendungen im Rahmen der MS-Therapie.

Orthomolekulare Medizin bei MS

Individuell kann die Ergänzung verschiedener Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sinnvoll sein. In Frage kommen bei Multiple Skerose z. B.

  • B-Vitamine (Nervenbezug)
  • Vitamin C
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Zink (u. a. zur Entgiftung)
  • Selen
  • Omega-3-Fettsäuren (u. a. gegen Entzündungen)

Phytotherapie bei MS

Weihrauch und Curcuma (Gelbwurz) senken die entzündliche Aktivität und wirken so hilfreich bei MS.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat eine lange Tradition als Arzneipflanze. Bereits Hippokrates erwähnte sie lobend 500 Jahre v. Chr. Auch Paracelsus pries die Wirkung des Johanniskrautes: "Seine Tugend kann gar nicht beschrieben werden, wie groß sie eigentlich ist." In der Homöopathie kennt man Hypericum als Mittel für Nervenverletzungen. In einem Arzneibuch aus dem 18. Jh. heißt es über das Johanniskraut: "es stärkt auch sämtliche Nerven-Werk". Wissenschaftlich anerkannt ist heute seine antidepressive Wirkung.

Auch die Scharfgarbe (Millefolium) hat eine lange Geschichte. Schon die alten Griechen sowie Hildegard von Bingen nutzten sie bei verschiedenen Krankheiten. Die Scharfgarbe wird von Europa über Russland bis zum westlichen Himalaja als Heilmittel hoch geschätzt.

Weitere interessante Pflanzen bei Multiple Sklerose sind

  • Mistel (wirkt auf das Nervensystem)
  • Arnika (Bergwohlverleih)
  • Salbei
  • Taubnessel
  • Fenchel
  • Hirtentäschel
  • Leinsamen
  • Ruta

Kaltgepresstes Bio-Leinöl (2-3 Essl./Tag) ist wegen der entzündungshemmenden Wirkung seiner Omega-3-Fettsäuren zu empfehlen. Auch Lebertran oder die schottische Pflanze Evening Primerose kommen als Quelle für ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in Frage.

Homöopathie bei Multiple Sklerose

Um das für den MS-Patienten passende homöopathische Mittel herauszufinden, werden zunächst möglichst viele und charakteristische Symptome und Besonderheiten des Patienten erfasst. Entsprechend den MS-typischen Symptomen kommen einige homöopathische Mittel bei Multiple Sklerose besonders häufig in Betracht. Entsprechend dem in der Homöopathie geltenden Ähnlichkeitsprinzip sind dies vor allem Mittel, die ihrerseits – in größeren Mengen gegeben – ähnliche Beschwerden auslösen.

Plumbum: Blei (Plumbum, Pb) wirkt auf das Nervensystem. Zu den Vergiftungssymptomen von Blei gehören Schmerzen, Lähmungen, Zittern sowie eine fortschreitende Erblindung. Aufgrund der Ähnlichkeit mit den MS Symptomen wird Plumbum bei dieser Erkrankung gern in homöopathischer Zubereitung verabreicht.

Stannum: Zinn (Stannum) kennt Symptome wie lähmungsartige Schwäche, Zittern, spastische Muskelzuckungen, Schweißausbrüche, Mutlosigkeit und Verschlossenheit. Auch dies sind Symptome, die vielen MS-Patienten vertraut sind.

Ob diese oder andere homöopathische Mittel für die Behandlung in Frage kommen, wird der homöopathisch arbeitende Arzt im Einzelfall entscheiden. Letztendlich ist es dabei immer die Gesamtheit der Symptome, welche die Wahl des homöopathischen Mittels und der richtigen Potenz bestimmt.

Im Rahmen der MS-Therapie können Homöopathika auch organbezogen, z. B. zur Stärkung der Ausleitungsorgane eingesetzt werden (sog. organotrope Homöotherapie).

Auch Nosoden kommen zur Behandlung bei Multiple Sklerose in Frage, wenn Belastungen mit bestimmten Krankheitserregern wie z. B. Viren festgestellt wurden.

Eigenbluttherapie bei Multipler Sklerose

Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten etwas Blut entnommen und intramuskulär wieder verabreicht. Dies wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Die Anwendung erfolgt bei MS in der Regel 1-mal pro Woche.

Radiästhesie und Multiple Sklerose

Erfahrene Radiästhesisten berichten, dass fast alle MS-Patienten geopathisch bzw. biosphärisch belastet sind. Ein kompetenter Radiästhesist kann hier weiterhelfen.

Mikrobiologische Therapie bei MS

Bei der mikrobiologischen Therapie geht es um eine Symbioselenkung mit dem Ziel, wieder eine möglichst natürliche und „gesunde“ Darmflora herzustellen. Dazu sollte bei MS-Patienten gehören:

  1. individuell angepasste, richtige Ernährung
  2. Reduzierung krankmachender Bakterien im Darm, z. B. durch Kurzzeitfasten
  3. Aufbau eines gesunden Darmmilieus und der Darmflora, Optimierung des Immunsystems mit Sauerkrautsaft, Sauermilch, probiotischen Produkten (z. B. ProSymbioflor) und vollwertiger Kost
  4. Besiedlung mit günstigen Darmsymbionten (Probiotika wie z. B. mit Omniflora, Symbioflor I und II, Mutaflor, Colibiogen).

Zur Normalisierung der Darmtätigkeit kann zudem der künstliche Zweifachzucker "Lactulose" eingesetzt werden. Lactulose, die individuell dosiert werden sollte, bindet im Darm Wasser, ohne selbst aufgenommen zu werden. Daher kann es als Abführmittel eingesetzt werden.

Auf folgendem Wege soll Lactulose den MS-Patienten entlasten:

  • Normalisierung der Darmtätigkeit (Ziel ist ein ein- bis dreimal täglicher Stuhlgang)
  • Senkung des Ammoniakspiegels im Blut
  • Förderung des Wachstums erwünschter milchsäurebildender Bakterien (v. a. Bifidobakterien)

Enzyme, die Antigen-Antikörper-Komplexe abbauen, sollen entzündungshemmend wirken.

Auch Vormilch (Colostrum) moduliert das Immunsystem und hat sich bei Multiple Sklerose bewährt.

Zytoplasmatische Therapie

Bei der zytoplasmatischen Therapie werden homöopathisch aufbereitete Zellbestandteile eingesetzt, die vom Therapeuten per Injektion (Spritze) verabreicht werden. Die Präparate sollen helfen, Gehirn und Rückenmark zu regenerieren. Das funktioniert allerdings nur da, wo lediglich die Funktion gestört. Durch die Multiple Sklerose zerstörtes Gewebe kann damit nicht wieder hergestellt werden. Darüber hinaus sollen die Mittel zur Normalisierung der gestörten Immunantwort beitragen.

Elektroneuraldiagnostik und -therapie nach Croon

In unserer Praxis setzten wir bei MS regelmäßig die Elektroneuraldiagnostik und -therapie nach Croon ein. Damit können 200 Akupunkturpunkte an der Körperoberfläche untersucht und behandelt werden. Diese unterscheiden sich in ihrem elektrischen Verhalten deutlich von der übrigen Haut. Eine Erhöhung des elektrischen Widerstandes und eine Abnahme der Kapazität an diesen Punkten deuten auf eine krankhafte Veränderung hin. Auf Grundlage dieser Daten kann der Erfahrene Schwachstellen erkennen und Aussagen zum Energieniveau machen.

Im Rahmen der Elektroneuraltherapie lassen sich Akupunkturpunkte gezielt mit Reizstrom behandeln und so das Grundsystem beeinflusst. Ziel ist, dass der Körper weniger oder sogar gar keine Antikörper mehr gegen die Myelinscheiden bildet.  

Zugleich wird eine Normalisierung bzw. Tendenz zur Normalisierung der gestörten energetischen Verhältnisse bewirkt. Dabei werden Mikrolymphödeme, die für erhöhte Hautwiderstandswerte verantwortlich sind, sanft ausgeschwemmt. Es werden Heilungsvorgänge ausgelöst und der Körper wieder in die Lage versetzt, Krankheiten zu überwinden, die bisher vielen Behandlungsversuchen trotzten.

Viele Patienten fühlen sich nach der Behandlung besser, sind seelisch stabiler und haben körperlich mehr Energie.

Neuraltherapie nach Huneke

Die Neuraltherapie nach Huneke wird u. a. zur Ausschaltung von Störfeldern (z. B. Narben) eingesetzt. Sie dient aber auch der Reduktion aktueller Beschwerden. Wichtig dabei ist, dass der sensible MS-Patient nicht überfordert wird.

Genutzt werden kann in diesem Zusammenhang auch die Bauchdeckendiagnostik nach Yamamoto. Dabei werden druckempfindliche Punkte bzw. schmerzhafte Anspannungen gezielt mittels Neuraltherapie behandelt und reflektorisch positive Wirkungen erreicht.

TCM und Akupunktur bei Multiple Sklerose

Gehirn und Rückenmark gehören zu den sogenannten Wunderorganen. Ein Wunderorgan erkrankt nur dann, wenn die Yang-Niere krank ist.

Am Anfang der MS Symptomatik stehen meist Sensibilitätsstörungen. Diese weisen auf eine energetische Störung in dem zugeordneten außerordentlichen Meridian (Lenkergefäß) und somit auf eine Schwäche der Yang-Niere (Nebenniere) hin. Die Yang-Niere liefert aber auch die Energie an die Yin-Niere ("Wasser"-Niere) und an die Blase, in der die Abwehrenergie produziert wird. Ist diese Energiezufuhr geschwächt, führt dies einerseits zu häufiger Blasenentleerung, obwohl die Harnmenge nicht erhöht ist. Andererseits wird die Abwehrenergie geschwächt. Eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber krankmachenden Einflüssen ist die Folge. Berücksichtigt man die psychischen Faktoren, die dem Element Wasser zugeordnet sind, zeigt sich eine Schwächung in Unsicherheit und Haltungsverlust und damit verbundener Angst. Entsprechend dem Gesetz der Produktion der Energie in den 5 Wandlungsphasen kommt es im weiteren Verlauf durch die verminderte Energiezufuhr zu einer Störung im Element "Holz". Zu diesem Element gehören als Sinnesorgan die Augen und als spezifische Gewebe Muskeln und Sehnen. Das kann sich in Lähmungen, spastischen Lähmungen und Sehstörungen äußern. Anspannung und Entspannung wechseln nicht mehr harmonisch. Das dynamische Prinzip des Elements "Holz" ist durch die Schwächung der Nierenenergie aus dem Gleichgewicht geraten. Die Entwicklung der Spastik kann als Versuch gewertete werden, die verlorengegangene Stabilität auszugleichen. Auch die bei MS auftretenden Koordinationsstörungen sind vor dem Hintergrund der gestörten Wandlungsphase "Holz" zu sehen.

Die Multiple Sklerose ist eine Yang-Nieren-Erkrankung. Das Ohr gehört als Sinnesorgan zum Element "Wasser", dem die "Niere" zugeordnet wird. Daraus ergibt sich das Ohr als Ort der Behandlung, womit wir bei der Ohrakupunktur wären. Mittels der Akupunktur bestimmter Ohrakupunkturpunkte versucht man bei Multipler Sklerose entzündungshemmend und antiallergisch zu wirken.

Auch die Yamamoto Neue Schädel-Akupunktur (=YNSA) kann im Rahmen der MS-Therapie genutzt werden. Zu nennen sind hier besonders die YNSA-D-Zone bei Gangunsicherheit bzw. Beschwerden in den Beinen bzw. die YNSA-Augenpunkte bei entsprechenden Beschwerden.

Ordnungstherapie

Es gibt es vieles, was der Patient selbst für sich tun kann. Interessant sind dabei insbesondere die fünf Grundelemente nach Pfarrer Kneipp:

  • Hydrotherapie
  • Phytotherapie
  • Bewegung
  • Ernährung
  • Ordnungstherapie

Bei der Ordnungstherapie geht es vor allem darum, den MS-Patienten zu einer gesunden Lebensführung anzuhalten und ihn psychisch zu unterstützen.

Bewegung verbessert die körpereigene Entgiftung und hilft, Stress abzubauen. Das ist wichtig, da Stress bekanntermaßen MS Schübe auslösen kann. Besonders empfehlenswert ist Bewegung an frischer Luft.

Bei Multipler Sklerose sollte auch die Entgiftung über Lunge, Haut, Niere, Leber, Darm und Psyche unterstützt werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die sechst Res non naturales der alten Ärzte zur Pflege, Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit hinweisen (die sechs nicht natürlichen Dinge – nicht natürlich, weil der sinnvolle Umgang damit nicht naturgegeben ist):

  1. Luft: richtig atmen, sich dem Sonnenlicht sowie Wärme und Kälte aussetzen
  2. Speise und Trank: auf eine maßvolle gesunde Ernährungsweise achten, reichlich bekömmliche Flüssigkeiten zu sich nehmen, Ungesundes (Nahrungs-, Genuss- und Suchtmittel) meiden
  3. Aktivität und Passivität: auf ein ausgewogenes Gleichgewicht achten von

    • Bewegung / Ruhe,
    • Arbeit / Feierabend,
    • Stress / Muße,
    • Leistung, Körpertraining, Gymnastik, Fiterhaltung/Erholung.

  4. Schlafen und Wachen: einen gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus pflegen, äußere und innere Ruhe erhalten, auch Meditation, Schutz gegen Lärm, Überforderung, Exzesse, Süchte und andere krankmachende Faktoren; allgemeine Bewahrung vor Schäden. "Rhythmus trägt Leben" (Rudolf Steiner)
  5. Ausscheidung und Sekretion: Stoffwechselpflege, Reinhaltung der Körpersäfte, ausreichende geregelte Ausscheidungen von Stuhl, Harn, Schweiß, Regelblutung
  6. Psychohygiene: einen kultivierten Lebensstils pflegen, positiven seelisch-geistigen Aufbau betreiben, Philosophie, Sinngebung des Lebens, Religiosität, innerliche Lebenskultur: Gottvertrauen und Selbstvertrauen

Meinen Patienten sage ich immer gern: Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg. Solange MS-Patienten dazu in der Lage sind, sollten sie jeden Tag mind. ein- bis zweimal täglich 20 min stramm gehen.

Stressabbau bei MS

Beim Stressabbau können unter anderem autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Meditation helfen. Hier sollte jeder selbst ausprobieren, mit welchen Verfahren er gut zurechtkommt.

Infusionen beim MS-Schub

Im akuten MS-Schub begleite ich meine Patienten gern mit gezielten Infusionen. Diese versorgen sie u. a. mit B-Vitaminen, Calcium und homöopathischen Mitteln. In diesem Zusammenhang kommen bei mir auch Antiallergika zum Einsatz, die das Ödem abziehen lassen. So lässt sich ein MS-Schub mitunter ohne Cortison abfangen.

Ernährung bei Multipler Sklerose

Studien zeigen, dass eine schlechte Ernährung das Risiko für Multiple Sklerose durchaus erhöhen kann. Meinen MS-Patienten empfehle ich im Allgemeinen eine gesunde Ernährung mit hohem Frischkostanteil. Diese kann den Körper nicht nur mit Nährstoffen, sondern auch mit der in den Lebensmitteln gespeicherten Lebenskraft (entsprechend der von ihnen aufgenommenen Sonnenenergie) versorgt. Eine gesunde Ernährung kann den Allgemeinzustand stärken und die allgemeine Abwehrlage unterstützen. Im Detail sollte die Ernährung dabei individuell auf den Patienten abgestimmt sein.

Haysche Trennkost

Seit vielen Jahren arbeite ich bei MS-Patienten mit der Hayschen Trennkost. Diese geht auf den amerikanischen Arzt Dr. Hay zurück, der in der Übersäuerung eine entscheidende Krankheitsursache sah. Typische Säurebildner wie  

  • konzentrierte Kohlenhydrate (Zucker, Mehl, Mehlprodukte)
  • konzentriertes Eiweiß (Fleisch, Fisch, Wurst, Innereien, Hülsenfrüchte außer Sojabohnen)
  • viele Genussmittel wie Tee, Kaffee, Schokolade und Alkohol

sollten demnach nur sparsam verwendet werden (bis zu ¼ der täglichen Nahrung).

Eine Übersicht der Zusammensetzung der Nahrung nach Hay und Walb sehen Sie in Abb. 1.

Abb. 1: Die Zusammensetzung der Nahrung nach Hay und Walb
Abb. 1: Die Zusammensetzung der Nahrung nach Hay und Walb

Im linken roten Block sind die vorwiegend kohlenhydratreichen, im rechten roten Block die vorwiegend eiweißenthaltenden Lebensmittel aufgeführt. Im mittleren grünen Bereich stehen die sogenannten neutralen Lebensmittel. Zu ihnen gehören pflanzliche Öle und Fette, gesäuerte Milchprodukte sowie Gemüse. Als basenbildend gelten vor allem Obst, Gemüse und Salat. Sie sollten rund ¾ der täglichen Ernährung ausmachen, um einer krankmachenden Übersäuerung entgegenzuwirken.

Richtlinien der Hay'schen Trennkost

  1. Innerhalb einer Mahlzeit sollen überwiegend eiweißhaltige oder überwiegend kohlenhydratreiche Lebensmittel verzehrt werden.
  2. Nur naturbelassene Lebensmittel essen, nur so viel wie nötig.
  3. Eiweißreiche und kohlenhydratreiche Nahrung sollte auf rund ¼ der täglichen Nahrung reduziert werden.
  4. Zur Verbesserung des Säure-Basen-Haushalts: rund ¾ überwiegend rohe Basenbildner (Obst, Gemüse, Salate); nur rund ¼ Säurebildner (Eiweiß, z. B. Fleisch oder konzentrierte Kohlenhydrate, z. B. Getreide).
  5. Ernährung an den Tagesrhythmus des Körpers anpassen:

    • morgens Basenmahlzeiten,
    • mittags Eiweißmahlzeiten,
    • abends Kohlenhydratmahlzeiten.

    Möglichst keine Eiweißmahlzeiten nach 15 Uhr. Eiweiß regt den Gehirnstoffwechsel an. Konzentrierte Kohlenhydratmahlzeiten machen dagegen eher müde.

  6. Neutrale Lebensmittel können mit eiweißhaltigen und kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden (siehe mittlere Spalte von Abb. 1).
  7. Mahlzeiten langsam und in Ruhe einnehmen, gründlich kauen. Gut gekaut ist halb verdaut. Die Esskultur pflegen!
  8. Zwischen den Mahlzeiten sollten Abstände von 3–4 Stunden liegen (Dieser Wert ist individuell anzupassen und gilt nicht für Säuglinge).

Wir empfehlen unseren MS-Patienten gern die Haysche Trennkost mit Obstfrühstück. Darüber hinaus kann es bei übersäuerten Patienten sinnvoll sein, direkt Basen zuzuführen (z. B. Bullrichs Vital, Neukönigsförder Mineraltabletten, Natrium bicarbonat, Pascoe Basentabs, Basosyx). In unserer Praxis hat sich zudem die Evers-Diät (eine spezielle Form der Rohkost) bei Multipler Sklerose bewährt.

Zusammenfassung & Fazit

MS-Patienten sollten aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit äußere und innere Belastungen so gut wie möglich reduzieren. Das gilt auch für die MS-Therapie selbst. Daher sollten von Multipler Sklerose Betroffene vor jeder Medikamenteneinnahme einen erfahrenen Arzt für Naturheilverfahren zu Rate ziehen.

Nach meiner Erfahrung gelingt es bei vielen MS-Patienten, sie mit einem breit angelegten Therapiekonzept recht gut zu stabilisieren. Ziel ist es die MS-Patienten möglichst lange fit und gesund zu erhalten.

Dazu steht eine Vielfalt an Möglichkeiten aus Schulmedizin und Naturheilkunde bereit, die im Idealfall zum optimalen Nutzen des Patienten kombiniert werden sollten. Dabei gibt es vieles, was der Patient auch selbst tun kann – von der Ernährung über Bewegungstraining bis zum Stressabbau.

Literatur

  • Angstwurm, H.: Zur Prognose und zur Lebenserwartung bei Multiple Sklerose. Versicherungsmedizin 43 (1991) 2
  • Blickpunkt Multiple Sklerose-Kranker e.V., 1/1995, Hrsg. Selbsthilfe Multiple Sklerose-Kranker e.V., M.S.H. e.V., Wiclefstraße 61, 10551 Berlin
  • Carstens, V.: Die Bedeutung der Naturheilverfahren für die Therapie der Multiplen Sklerose. Natur und Medizin 2, 2. Aufl. 1990
  • Das Myelinprojekt, Myelinreport, Informationsblatt für Patienten und Ärzte Nr. 9, Sept. 1995, Adenauerallee 118, 53113 Bonn
  • Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), versch. Infoblätter des Infoverbandes, z. B. Mit MS leben; Alternative Denkansätze; MS-Forschung; Zur Behandlung der MS; Die Harnblasenstörung bei MS; Multiple Sklerose und Diät; Mit der MS leben – die häusliche Behandlung der MS, Kommunikation zwischen Partnern –Multiple Sklerose
  • Faltz, H.: Das Krankheitsbild der Multiplen Sklerose und dessen Behandlung mit Ohrakupunktur. AKU 24, 2, 1996
  • Kluge, R., et al.: Lactulose bei Multipler Sklerose – mehr als ein Abführmittel? TW Neurologie/Psychiatrie 10, 486-488, 1996
  • Knolle: Vortrag vom 19.04.1991 in Bad Nauheim
  • Perger, F.: Multiple Sklerose und Herdgeschehen. Wiener medizinische Wochenschrift, 1976, 19, 283-288
  • Perger, F.: Herdbelastung und Krankenstände in einem Industriebetrieb. Zeitschrift für Praxis, Klinikforschung und Arbeitshygiene, Arbeitsschutz, Rehabilitation, Begutachtung, Heft 12, 264-267, Dez. 1977
  • Perger, F.: Die Praxis der Herdsanierung. Ztg. f. Erfahrungsheilkunde 11/1981, 887ff.
  • Perger, F.: Vorträge vom 13.03.1984 in Freudenstadt, 13.09.1986 in Mannheim
  • Schmid, F.: Multiple Sklerose., Hufeland-Journal Heft 1, 1986, S. 10ff.
  • Taschenbuch Multiple Sklerose, Schering MS-Bibliothek, Blackwell Wissenschaft mit Beiträgen von Sigrid Poser und Auszügen aus Adams/Victor "Principles of Neurology", 1996

Das sagen andere Therapeuten zur naturheilkundlichen MS-Therapie

Für Dr. Scheel ist Multiple Sklerose vor allem eine individuelle Erkrankung, die auch einer individuellen Behandlung bedarf. "Wie es nicht ‚das Asthma‘ oder ‚den Heuschnupfen‘ gibt, gibt es natürlich auch nicht ‚die Multiple Sklerose‘. So ist weder bei der Diagnostik noch bei der Therapie eine zu starke Orientierung an Verläufen der Multiplen Sklerose bei anderen MS-Patienten sinnvoll – weder seitens des Therapeuten noch seitens des Betroffenen."

Dabei nimmt Dr. Scheel auch den Schlafplatz ins Visier: "Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine geopathische Belastung vorliegt bzw. eine solche schnellstens und für immer ausgeschlossen wird. Insgesamt ist großer Wert darauf zu legen, dass ein gesunder wie natürlich erst recht ein erkrankter Organismus die Möglichkeit erhält, in den vielen Stunden des nächtlichen Schlafes sich auch wirklich zu erholen und zu regenerieren. Die Bettstelle selbst, ein Ausschluss jeglicher negativer energetischer Felder, die Beachtung der Himmelsrichtung des ruhenden Körpers, Vermeidung von Metall wie Federkerne oder Metallbett usw. sind von nicht zu unterschätzender Bedeutung für eine anzustrebende Heilung."

Nach seiner Ansicht wird der psychosomatische Aspekt der MS nicht selten unterschätzt. "Jeder kann beobachten, wie sehr viele Menschen "zivilisationsgeprägt" massive Energie- und Funktionsblockaden selbst bedingen, weil sie verkrampft sind, sich mit dem Überkreuzen von Füßen, Beinen, Armen energetisch massiv blockieren und mit ihrer schlechten Haltung (Körpersprache) ihre belastende innere Einstellung zu ihrem Leben verdeutlichen. Jeder kennt zugleich das permanente Geschäft mit der Angst (z. B. vor krank machenden Viren, Pollen usw.) und die möglichen Auswirkungen der Angst. Angst lähmt und blockiert und macht natürlich krank." Und: "Auch wenn die Multiple Sklerose wie jede Krankheit zunächst immer ein Bemühen des Körpers ist, auf biologische (natürlich-sinnvolle) Weise die entstandenen multiplen Probleme zu regulieren, ist sie doch auch ein Hinweis des eigenen ICH an den Überbau/Kopf auf Fehler, die im Umgang mit sich selbst begangen oder zugelassen wurden – und sicher nicht das Resultat des Verhaltens des Partners ... etc."

Dr. Mansmann behandelt seit drei Jahrzehnten MS-Patienten. Für ihn ist die Stabilisierung des Abwehrsystems besonders wichtig. Ziel ist die Stabilisierung sowohl der Darmflora – damit keine Infekte als Schubauslöser auftreten, als auch des Systems aus weißen Blutkörperchen, Thymusdrüse und Milz – damit keine neuen Entzündungen im Gehirn nachkommen. Dabei haben sich jährlich 10 bis 20 Thymus-Spritzen zwei- bis dreimal wöchentlich bewährt. Dr. Mansmann: „Also nicht nur auf die Akuttherapie, sondern auch auf die Schubvorbeugung konzentrieren!“

Frau Dr. Nadj-Papp betrachtet die MS Erkrankung aus Sicht der ganzheitlichen Zahnmedizin:

  • "Herde und Störfelder müssen beseitigt werden. Dazu zählen unbehandelte, nicht ausreichend behandelte bzw. nicht ausgeheilte Zahnwurzelentzündungen und Zahnbetterkrankungen, somit auch Parodontitis im Bereich der Zahnhälse, Zahnfleischentzündungen jeglicher Art, Narben, Restentzündungen im Knochen nach entfernten Zähnen oder Entzündungen (sog. Restostitis.)
  • Materialien, die eine Unverträglichkeit aufweisen. Im Mundbereich können grundsätzlich Amalgam und Stahl, aber auch Kunststoffe, Goldversorgungen oder Implantate schlecht verträglich sein. Eine Pauschalregelung gibt es nicht. Eine individuelle Testung ist zwingend notwendig!
  • Bei den Implantaten auch an Hüftprothesen, Metallplatten nach Knochenbrüchen etc. denken.
  • Eine Darmsanierung ist unbedingt sinnvoll. Nachdem dies ohne einer Zahnsanierung und Zahnfleischsanierung dauerhaft nicht möglich ist, unbedingt mit einem ganzheitlichen Zahnarzt zusammenarbeiten, und die Therapieabschnitte aufeinander abstimmen."

Der Heilpraktiker Dirk Ahnert weist auf die Fiebertherapie zur Behandlung der Multiple Sklerose hin: "Eine weitere Behandlungsmöglichkeit der Multiple Sklerose ist die aktive Fiebertherapie. Da die Ursache der Multiple Sklerose u.U. auch in Zusammenhang mit zurückliegenden nicht ausgeheilten Infektionskrankheiten assoziiert wird, kann eine aktive Fiebertherapie helfen. Dabei wird ein fiebererzeugendes Medikament verabreicht und das dadurch natürlich entstehende innerliche Fieber (endogene Hyperthermie) regt das körpereigene Immunsystem nachhaltig an. Es besteht die Chance, dass die Schubhäufigkeit und die Schubstärke reduziert werden. Es gibt vergleichsweise mit schulmedizinischer Behandlung ein geringes und vor Allem reversibles Nebenwirkungsprofil."

Der Arzt für Naturheilverfahren P.-H. Volkmann setzt bei Multipler Sklerose auch auf die Orthomolekulare Therapie: "Schübe lassen sich in vielen Fällen vermeiden oder abkürzen, wenn man die Patienten ganzheitlich behandelt. Dazu gehört als Basis eine umfassende hypoallergene orthomolekulare Therapie (hoT) mit reinen Vitaminen, Spurenelementen und Omega-Fettsäuren und eine anschließende orthomolekulare Darmsanierung ohne Diät ebenso wie eine konsequente Ernährungsumstellung auf ökologische Frischkost.

Lähmungen lassen sich in vielen Fällen innerhalb weniger Minuten durch orale Testung mit reinen hoT-Orthomolekularia verbessern bis hin zur scheinbar vollständigen Wiederherstellung gestörter Nerven-Muskel-Funktionen. Das ist besonders beeindruckend bei einem gestörten Gangbild, das unter oraler Gabe von Vitamin-B-Komplex plus oft "spontan" normalisiert werden kann. Magnesium-Calcium, aber auch fettlösliche Vitamine wie AE-Lycopin oder Präparate zur Darmsanierung wie z. B. 3-SymBiose plus können diesen positiven Effekt haben. Gefragt ist besonders bei diesem Krankheitsbild jedoch immer eine fachkundige ganzheitsmedizinische Betreuung und nicht ‚Do it Your self‘!"

Zu einer naturheilkundlichen Behandlung der Multiplen Sklerose gehört aus seiner Sicht von P.-H. Volkmann ein breiter Ansatz: "Begleitend ist eine antientzündliche Therapie mit homöopatischen Komplexmitteln genauso angezeigt wie eine umfassende Osteopathie, eine Phytotherapie zur Optimierung von Ausleitung und Entgiftung, eine potenzierte Eigenblutbehandlung mit organspezifischen homöopathischen Komplexmittelns sowie körperliche Aktivität im Rahmen des Möglichen."  

Und weiter schreibt P.-H. Volkmann:

  • "Ich empfehle meinen MS-Patienten gesunde Ernährung mit ökologischer Frischkost ohne Rapsöl und vorgefertigte Produkte. Vor allem Glaskonserven sind zu meiden wegen der Weichmacher in den Twist-off Deckeln. Gleiches gilt für Mineralwasser, das entweder in Plastik vertrieben wird, oder in Glasflaschen mit Deckeln aus weichmacherhaltigen Kunststoffen bzw. mit ausgeschäumten Aluminiumdeckeln.
  • Brot oder Käse, Jogurt etc. sind erlaubt
  • langfristige Darmpflege durch hypoallergene Symbiontenkombinationen
  • umfassende Störfeldsanierungen von Zähnen, Nebenhöhlen, Eierstöcken etc., Amalgamsanierung ebenso wie gesunde Wohnverhältnisse ohne häusliche Insektizide, ohne Vinyltapeten, ohne beschichtete Bratpfannen, Tupper ware-Produkte etc.
  • Stressvermeidung bzw. Erwerb von Techniken zur besseren Kompensation wie z. B. Autogenes Training, Prophylaxe mit hypoallergenen Orthomolekularia vor Stressphasen mit Omega-3-Fettsäuren als Fischöl, B-Vitaminen, Magnesium-Calcium zur Entspannung und Entsäuerung
  • Bei bestehenden Lähmungen ganz sensibel auf Veränderungen achten. Jede Verbesserung, aber auch jede kurzfristige Verschlechterung von Nerven-Muskel-Störungen haben gute Gründe, die sich meistens bei genauer Beobachtung dem Verhalten des Betroffenen zuordnen lassen. Deshalb stellen sich immer wieder die folgenden Fragen:

    • Was habe ich gegessen?
    • Was habe ich getrunken?
    • Wo bin ich gewesen?

    Bei guter Eigenbeobachtung werden sich bestimmte Trigger für spontane Verschlechterungen des Befindens sowie der Muskelfunktion eingrenzen lassen. Vermeidung dieser Trigger kann zu einer langfristigen Verbesserung des Befindens und zu einer deutlichen Reduktion von Lähmungen führen."

Dr. Karduck sieht die Multiple Sklerose als komplexes Krankheitsbild mit vielen Ursachen, denen es nachzugehen gilt: "Die Diagnose Multiple Sklerose ist ein schulmedizinischer Begriff, ein Etikett für einen Symptomenkomplex, dessen Ursache und Prognose bislang weitgehend unbekannt sind und dessen Therapie, wie so oft in der Schulmedizin, rein symptomatisch erfolgt. Es gibt unspezifische Vorstufen. Erst zu einem späten Zeitpunkt, wenn bestimmte Symptome manifest geworden sind, kommt die Schulmedizin zu ihrer Diagnose, dann ist aber bereits wertvolle Zeit vertan worden. Aus Sicht der ganzheitlichen Medizin handelt es sich um ein multikausales Krankheitsgeschehen, das sich aus einer mehr oder weniger großen Vielfalt an schädlichen Faktoren zusammensetzt. Je früher diese schädlichen Faktoren erkannt werden, umso früher kann gegengesteuert werden. Eine Reihe von Faktoren scheinen sich zu einem Mosaik zusammenzufügen: Viren, Umweltbelastungen, Schwermetalle, zahnärztliche Werkstoffe, Herde, Störfelder, Ernährung, Darm, Psyche. In meiner Praxis hat sich die Medizinische Systemdiagnostik (Elektroakupunktur nach Dr. Voll) als unverzichtbares Instrument der Diagnostik erwiesen. Nachdem die Faktoren bekannt sind, kann mit einer kausalen Therapie begonnen werden. Hierbei spielen die von Herrn Kollegen Schmitz bereits erwähnten Nosoden eine unverzichtbare Rolle, reichen aber bei weitem nicht aus. Auch der Darm, wie Herr Kollege Dr. Mansmann zu Recht anführt, darf nicht unberücksichtigt bleiben. Viele dieser Faktoren wurden bereits von Frau Dr. Kousmine (Lausanne, Schweiz) in ihrem 1984 veröffentlichten Buch "La Sclerose en plaques est guerissable" (Die Multiple Sklerose ist heilbar") veröffentlicht. Leider ist dieses Buch vergriffen und außerdem in Deutschland völlig unbekannt. Wenn man die wissenschaftlichen Grundlagen und die Erfahrung an über 500 MS-Patienten, die hier dargestellt werden, berücksichtigt, gibt es eine realistische Chance, die Krankheit nicht nur zu stoppen, sondern auch zu bessern. Das Wichtigste scheint mir zu sein, dass der Patient seine Diagnose nicht als unabänderliches Schicksal empfindet, sondern sich bemüht, aktiv an seiner Gesundwerdung mitzuarbeiten, je früher, desto besser."

ergänzt und kommentiert von:
Dr. med. Wolfgang Scheel, aus Steinheim an der Murr
Dr. med. Vinzenz Mansmann, aus Bad Waldsee
Peter-Hansen Volkmann, aus Lübeck
Dirk Ahnert, aus Bietigheim-Bissingen
Dr. (Med. Univ. Budapest) Edith Nadj-Papp, M.A., MBA, aus Ditzingen

Kommentare

Kerstin Kossen aus Zürich, 21.12.2017:
Guten Tag,Gibt es auch Ärzte/Heilpraktiker in der Schweiz, die sich mit MS und deren Behandlungsmethoden aus der Naturheilpraxis auskennen?
Elena Stegemeyer-Senst aus Berlin, 25.08.2017:
Guten Tag,
gibt es eine englische Übersetzung des Artikels? Es wäre fantastisch... Vielen Dank.
Anke Friedl aus Langenmosen, 01.05.2017:
Es gibt ein Buch einer Frau Dr. Brigitte Judith Lang mit dem Titel “Multiple Sklerose ist heilbar“ aus dem Jahr 2006. Hier werden größtenteils die o.g. Ursachen- und Behandlungsmöglichkeiten aufgeführt.
Ich selbst habe durch dieses Buch den Mut gefunden mich nicht auf die übliche Schulmedizin einzulassen und derzeit für mich den Besten Weg zu wählen.
Leider habe ich in meiner Nähe noch keinen Arzt gefunden, der Bereit ist die vorgeschlagenen Blutuntersuchungen durchzuführen. Bzw. ist meine Homöopathin dazu auch nicht autorisiert.
Somit beschränke ich mich auf eine bewusste Lebensweise und möglichst basische Ernährung, als auch viel Bewegung. -> Rehasport wird bei der Diagnose von der Krankenkasse bezahlt.
Angela Danielovits aus Zossen, 10.01.2017:
Ihr Beitrag hat mir sehr dabei geholfen, mein Krankheitsbild klarer zu sehen. Ein Glück hatte ich eine sehr gute Ärztin, die erkannte, was mir fehlt u.a. Verdacht MS wegen halbseitiger Lähmung, Quecksilbervergiftung und Hyperammonämie. Durch die Ausleitung von Quecksilber mit DMPS Spritzen und Ammoniakausleitung mittels Hepa Merz 6000 habe ich meine Krankheit so gut es geht im Griff. Nur ständiger psychischer Stress durch meine Zwangsneurose und wegen ständigem Druck der Ämter erschweren mir das Leben sehr. Seit 20 Jahren wollen sie mich zum Umzug zwingen, obwohl ich dazu nicht in der Lage bin. Das Gericht verlangt nun ein Gutachten der Umzugsfähigkeit, obwohl vielfach bestätigt wurde, dass ich dazu nicht in der Lage bin.
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