Kinderkrankheit Röteln in der Naturheilkunde

Röteln

„Aus der Art, wie ein Kind spielt, kann man erahnen, wie es seine Lebensaufgabe ergreifen wird.“ Dieser Satz von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthro- posophie, lässt sich auch auf das Thema Kinderkrankheiten übertragen: Ein Kind verfügt nach überstandener Infektion über Fähigkeiten, die es zuvor nicht besaß und das kann man an der Art und Weise ablesen, wann und wie es erkrankt. 

Fachliche Prüfung und Ergänzung durch:
Dr. med. Wolfgang Scheel, Arzt/in aus Steinheim an der Murr
Dieter Berweiler, Therapeut/in aus Stuttgart-Mühlhausen

Kinderkrankheit Röteln in der Naturheilkunde

Einführung

Einführung

Es ist immer wieder interessant zu erleben, dass beim Auftreten einer kleinen regionalen Epidemie im Rahmen einer Kindergartengruppe nur ein Teil der Kinder erkrankt, während andere gesund bleiben – und das, obwohl sie mit Sicherheit in Kontakt mit den Erregern gekommen sind. Nicht selten bringen Mütter, die von der Nützlichkeit einer Kinderkrankheit überzeugt sind, ihr gesundes Kind mit den erkrankten absichtlich in Kontakt, damit es, z. B. die Windpocken, „hinter sich hat“ – und sind dann enttäuscht, weil ihr Kind gesund bleibt. Dahinter steht die Annahme, dass Kinder „angesteckt werden“. In Wirklichkeit verhält es sich jedoch anders: Kinder stecken sich selber an. 
Wir sollten verstehen, dass Menschen, besonders Kinder, eine Krankheit aktiv aufsuchen: Sie brauchen sie, um sie für ihre Verwandlung, Weiterentwicklung und seelische Erneuerung zu nutzen. Ein Kind, das sich „die Röteln holt“ (oder eine andere Kinderkrankheit), geht dabei natürlich ein Risiko ein, überschätzt sich bisweilen mit seinen Kräften und bedarf dann der therapeutischen Hilfe. Kinder, die bekanntlich vor allem durch Nachahmung lernen, ahmen unterbewusst ihre infizierten Spielkameraden nach, weil deren Krankheit auch in ihrer eigenen individuellen Biografie nun „an der Reihe“ ist. Eltern können häufig wahrnehmen, dass ihr Kind vor dem Ausbruch einer Kinderkrankheit eine schwierige Phase durchmacht  – und nach überstandener Infektion wie verwandelt erscheint. Die mehr oder weniger starke Schuppung der Haut nach Abklingen des Ausschlages (bei Röteln) erzählt physisch wie symbolisch vom innerlichen Entwicklungsprozess: Das Kind häutet sich wie eine Schlange und erneuert sich von innen nach außen.

Der Kinderarzt Dr. Scheel sieht die Röteln vor einem ähnlichen Hintergrund: "Wie Windpocken sind auch Röteln Ausdruck von Heilungsprozessen im Körper. Diese Reaktionen des menschlichen Organismus sind Bemühungen bestehende Belastungen (z.B. sog. Miasmen, das sind von unseren Vorfahren vererbte oder vermittelte Störungen und Probleme …) zu bewältigen.
Der Mensch muss sich permanent mit seelischen, geistigen, sozialen, körperlichen usw. Einflüssen auseinandersetzen. Das geschieht meist ohne erkennbare Störungen des Allgemeinbefindens. Im Fall einer Krankheit reicht die normale Regulation und Regeneration des Organismus nicht mehr aus und er reagiert über die Reaktionsflächen Haut, Schleimhaut und Bindegewebe mit Fieber und sonstigen bekannten Krankheitssymptomen. 
Das heißt, dass wir auch Kinderkrankheiten bewältigen, ohne an den typischen Symptomen zu leiden. Unser Organismus , insbesondere das Immunsystem, ist quasi in einem ständigen Trainingszustand. So erklärt sich z.B. die „stille Feihung“: Mädchen haben in der Pubertät Röteln-Antikörper, ohne je geimpft und (erkennbar) an Röteln erkrankt zu sein.

Röteln - eine leichte Infektionskrankheit

Röteln - eine leichte Infektionskrankheit

Röteln (Rubella) gehört zu den Kinderkrankheiten mit leichtem Verlauf, ist hinsichtlich Infektiösität allerdings hoch ansteckend. Auslöser ist das sog. Rubivirus, auch Rubellavirus genannt. Es hat als einzigen Wirt den Menschen und ist weltweit verbreitet. In Ländern ohne Rötelnimpfung kommt es bei 80 – 90 % der Bevölkerung zu einer Infektion, und zwar meistens im Kindesalter. Das Rötelnvirus wird durch Tröpfcheninfektion, z. B. Husten oder Niesen, übertragen. 
Die Krankheit kann derart beschwerdefrei verlaufen, dass sie kaum bemerkt wird - oder sich als fieberhafte Infektion mit typischem Hautausschlag und geschwollenen Lymphknoten äußern. Bei jedem zweiten Kind verlaufen die Röteln weitgehend frei von nennenswerten Beschwerden. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit)  beträgt etwa zwei bis drei Wochen. Typisch für Röteln ist ein kleinfleckiger Hautausschlag, der im Gesicht beginnt und sich dann über den ganzen Körper ausbreitet.

Symptome

Symptome

Bevor ein Kind Symptome der Kinderkrankheit Röteln zeigt, ist aus seiner Umgebung, Kindergarten oder Schule, bereits eine regionale Epidemie bekannt. Zum Ausbruch der ersten Symptome kommt es 14 – 21 Tage nach dem ersten Erregerkontakt. Zunächst zeigen sich einzeln stehende, linsengroße, gerötete Flecken im Gesicht, die sich später über den ganzen Körper gleichmäßig ausbreiten. 
Im Anfangsstadium vor dem Ausschlag kann es zu typischen Infektionszeichen kommen, wie schmerzlos vergrößerte Lymphknoten, vor allem im Nacken, leichter Vergrößerung der Milz (Spannungsgefühl im Bereich unter den linken Rippen), Kopfschmerzen, Nasenschleimhaut- und Augenbindehautentzündung. Auch Fieber bis 39 Grad ist nicht untypisch. Während der Zeit des Ausschlages können die Lymphknoten im Nacken und hinter dem Ohr weiterhin vergrößert bleiben. Bei manchen kleinen Patienten treten auch Gelenkschmerzen auf, vor allem in den Fingergelenken.

Thema Fieber

Thema Fieber

Es ist geradezu absurd, dass die Schulmedizin zum Fieber eine regelrecht feindliche Einstellung besitzt – und es ist ein verhängnisvolles Missverständnis eines der effektivsten und wertvollsten Selbstheilungsmechanismen, die der menschliche Körper besitzt. Fieber ist weder gefährlich, noch muss es sofort bekämpft werden. Zumindest nicht, solange noch keine 41 Grad erreicht sind. Und auch dann hat es seinen Sinn und sollte modulierend und nicht unterdrückend behandelt werden. 
Die meisten für Infektionskrankheiten zuständigen Viren sind außerordentlich thermolabil und gehen bei einer Temperatur von 39 Grad zugrunde. Ein Fieber um 39 Grad ist so gesehen die sinnvollste und vernünftigste Therapie, um eine Viruserkrankung zu überwinden. Es ist geradezu kontraproduktiv, fieberhafte Prozesse im Rahmen von Virusinfektionen mit sog. Antipyretika (fiebersenkenden Medikamenten) zu unterdrücken. Der Sinn und Nutzen von Fieber konnte durch Forschungen der naturwissenschaftlich orientierten Medizin längst nachgewiesen werden, doch haben diese Befunde noch nicht dazu geführt, die leichtfertige Verschreibung von fiebersenkenden Präparaten zu reduzieren. Das Bewusstsein für den großen therapeutischen Nutzen des Fiebers ist noch nicht weit genug verbreitet. Je ungestörter dieser Prozess ablaufen kann, desto gründlicher wird die Krankheit aus eigener Kraft überwunden und desto nachhaltiger ist anschließend die Immunität gegen eine erneute Infektion mit demselben Erreger.

Diagnose

Diagnose

Da viele Kinderkrankheiten mit Hautausschlag einhergehen, ist die Rötelndiagnose allein aufgrund der Hauterscheinungen am Anfang eher schwierig. Zu leicht kann man die Krankheit mit Masern oder Scharlach verwechseln. Mit den Ringelröteln (zusammenfließende großflächige Rötungen mit ausgespartem Mundbereich) haben die Röteln nichts gemein. Eine Rötelninfektion führt nicht zum Schutz vor Ringelröteln und umgekehrt.
Wegen der Verwechslungsanfälligkeit mit anderen Kinderkrankheiten sind Röteln erst dann einwandfrei diagnostiziert, wenn rötelnspezifische Antikörper oder die Virus-RNA im Blut nachgewiesen werden können.

Schwangerschaft und Komplikationen

Schwangerschaft und Komplikationen

Junge Mädchen und Frauen mit Kinderwunsch sollten sich Gewissheit darüber verschaffen, ob sie als Kind Röteln durchgemacht haben und ob sie eine ausreichende Immunität besitzen. Denn Röteln führen, während der ersten 6 Wochen der Schwangerschaft, in zwei von drei Fällen, zu einer Schädigung des Fetus. Wenn sich eine Frau in der Frühschwangerschaft bis zur 6. Woche mit Röteln infiziert, kommt es in zwei Dritteln der Fälle zu Missbildungen des Kindes. Dazu gehören Augenfehlbildungen, Taubheit, Herzfehler, Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung), und Hirn(haut)entzündung. Seitdem die Untersuchung auf Röteln zur Mutterschaftsvorsorge gehört, sind Fruchtschädigungen durch das Rubella-Virus glücklicherweise selten geworden. Auch wenn man mit Recht dem Thema Impfung bei harmlosen Kinderkrankheiten kritisch gegenübersteht: eine Frau mit Kinderwunsch sollte sich ein halbes Jahr vor der Schwangerschaft unbedingt gegen Röteln impfen lassen, wenn sie tatsächlich zu den wenigen Menschen gehört, die in ihrer Kindheit keine Röteln durchgemacht haben oder gegen sie geimpft worden sind. Im Idealfall hat sich ein Mädchen als Kind mit Röteln infiziert und die Krankheit ohne Symptomunterdrückung aus eigener Kraft bewältigt: danach besitzt es eine lebenslange Immunität. Eine durchgemachte Rötelninfektion schützt etwa zehn Mal besser als die Rötelnimpfung. 
Ist eine Schwangere, die selber nie an Röteln erkrankt war oder dagegen geimpft wurde, mit einem an Röteln erkrankten Kind in Berührung gekommen, sollte sie möglichst bald – am besten am selben Tag oder mindestens innerhalb von vier Tagen – Röteln-Antikörper verabreicht bekommen. Damit lässt sich die Ausbreitung des Virus im Körper der Schwangeren verhindern und das ungeborene Kind vor Spätschäden schützen. 
Eltern, deren Kind an Röteln erkrankt ist, sollten es unbedingt von schwangeren Frauen und von Personen, die mit einer Schwangeren in Kontakt stehen, fernhalten. Ist es trotzdem zu einem Kontakt gekommen, muss die Schwangere sofort darüber informiert werden, damit sie zeitnah vom Arzt Röteln-Antikörper verabreicht bekommt.

Generell sind Komplikationen bei Röteln im Kindesalter ausgesprochen selten. Ist die Immunlage extrem schlecht, kann es zu Gehirnhautentzündung kommen. Dies tritt allerdings nur in 1 von 6000 Fällen auf. Im Rahmen von Röteln können auch Hautblutungen und Gelenkentzündungen auftreten, allerdings sehr selten. Kinder, die einen normalen Gesundheitszustand besitzen, sowie vitamin- und mineralstoffreich ernährt werden, sind für Komplikationen praktisch nicht anfällig. Viele Menschen bilden trotz einer Impfung nicht genug Antikörper, um wirklich ausreichend geschützt zu sein. Es ist daher tatsächlich sinnvoll, wenn Mütter ihre kleinen Töchter mit rötelnkranken Spielkameraden zusammen sein lassen, damit sie sich anstecken. Wenn die Zeit reif ist, wird das Mädchen sich „die Röteln holen“. Damit ist das Thema Rötelnschutz vor der Schwangerschaft bestens erledigt. 

Therapie - Klassische Schulmedizin

Therapie - Klassische Schulmedizin

Gegen Röteln gibt es kein spezifisches Medikament. Konventionell arbeitende Kinderärzte verschreiben bei erhöhter Körpertemperatur fiebersenkende Medikamente, was die ordnungsgemäße Bearbeitung“ der Infektion durch das körpereigene Immunsystem stört. Außerdem ist eine künstliche Fiebersenkung auch deshalb mit Skepsis zu betrachten, weil bei Röteln das Fieber i.d.R. nicht sehr hoch steigt. Gegen den Juckreiz bei Röteln geben manche Ärzte Antihistaminika. Diese sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen.

Therapie - Naturheilkunde

Therapie - Naturheilkunde

Phytotherapie bei Röteln

Eine Heilpflanze mit virustatischer Wirkung ist die Melisse. Geben Sie Ihrem Kind beispielsweise über ein bis zwei Wochen eine Urtinktur von Melissa officinalis. 
Bewährt hat sich auch das ätherische Cajeput-Öl. Cajeput-Öl ist ein gutes Heilmittel bei labiler, ängstlicher und unsicherer psychischer Verfassung. Es stärkt Entschlusskraft und Selbstvertrauen und zeigt Perspektiven auf. Daneben besitzt es entzündungshemmende Eigenschaften, die sich vor allem bei Hautkrankheiten bewährt haben, die mit Rötung, Schuppung und Juckreiz einhergehen. Man gibt drei bis vier Tropfen Cajeput-Öl in die Duftlampe. Der kräftig-aromatische Duft wirkt desinifzierend bei Infekten und stimulierend auf das geistige und körperliche Wohlbefinden. Wenn das Kind über Juckreiz in der Abheilungsphase des Hautausschlags klagt, sind Vollbäder mit Cajeput-Öl eine gute Therapie (drei Eßl. Honig mit sechs Tropfen Cajeput-Öl mischen und in das – eher kühle - Badewasser einrühren). Für juckreizstillende Einreibungen gibt man zwei Tropfen ätherisches Cajeput-Öl auf vier bis fünf Tropfen eines fetten Basis-Öls, z. B. Avocado-Öl) und reibt die juckenden Stellen damit ein. Die juckreizstillende Wirkung wird verstärkt, wenn man das fette Basisöl zuvor für einige Stunden in den Kühlschrank gestellt hat und es zusammen mit dem Cajeput-Öl leicht kühl in die Haut einreibt.

Orthomolekulare Medizin bei Röteln

Aus der Orthomolkularen Medizin empfiehlt der Heilpraktiker Dieter Berweiler:

  • Zink: hochdosiert, 100 mg pro Tag für das Kind
  • Vitamin B-Komplex
  • Vitamin A und E

Selbsthilfe

Selbsthilfe

Ein Kind mit Röteln sollte von der Schule und anderen Einrichtungen ferngehalten werden. Bettruhe ist angesagt, vor allem bei den weniger leichten Verlaufsformen. Ein Besuch beim Kinderarzt ist dann sinnvoll, um sich die Diagnose bestätigen zu lassen. Er ist notwendig, wenn das Kind über einen steifen Hals oder Kopfschmerzen klagt. In diesem Fall besteht Verdacht auf eine Entzündung der Hirnhäute.

Der Kinderarzt Dr. Scheel schreibt zu den Röteln: "Röteln sind für die daran erkrankten Kinder und die allermeisten Erwachsenen völlig harmlos. Symptomatisch sind typische Hautveränderungen und diagnoseweisende Lymhknotenschwellungen am Nacken. Eine Therapie ist nicht erforderlich. Im Krankheitszustand sollten Sie besonders auf einen positiven Umgang mit sich selbst achten. Dazu gehören Bettruhe, Ernährung und Darmentlastung, Atmung, Durchblutung, Lymphfluss und auch auf die Lebenseinstellung (Vorfreude, Dankbarkeit …).

Ernährung

Ernährung

Für Röteln gelten die allgemeinen Nährstoffempfehlungen bei Infektionen. Das bedeutet konkret: eine reichliche Versorgung mit den Vitaminen A, C, E, B-Komplex und Zink, am besten über frisches Obst und Gemüse sowie leichtverdaulichen Milchprodukten aus dem Bioladen. Auch das reichliche Trinken von warmer Flüssigkeit ist ratsam. Trinken regt den Lymphfluss und darüber die Aktivität des Immunsystems an. 

Die Traditionelle Chinesische Medizin empfiehlt bei Röteln Sanddorn, speziell Zubereitungen aus seinen Beeren. Sanddorn ist ein vorzügliches Heilmittel bei den sog. „Wind-Hitze-Erkrankungen“ und echten Wärmekrankheiten, wie Kinderkrankheiten und Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen. Sanddorn ist ein hochwirksames Allgemeintonikum und enthält eine Fülle an bioaktiven Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Folsäure, Flavonoiden, Biotin, freien und essentiellen Aminosäuren, ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Kalzium, Kalium und Magnesium. Sanddornsaft aus biologisch-dynamischem Anbau ist ein echter Heilungsbeschleuniger. Je mehr das Kind von ihm trinken mag, umso besser. Äußerlich (Sanddornöl, - creme oder -salbe) unterstützt die Pflanze das Abheilen des Hautausschlages.

Psychosomatik

Psychosomatik

Der Psychosomatiker Ruediger Dahlke beschreibt, dass sich im Hautausschlag der Röteln, wie bei jeder Kinderkrankheit, etwas Neues Bahn bricht. Die Hautgrenze wird von innen gesprengt. Solange sich das Kind innerseelisch noch nicht für neue Schritte bereit machen kann, bricht das Neue zunächst über die Haut durch. Röteln lassen sich als eine Art „Auftakt“ zu einem neuen Entwicklungs- und Reifungsschritt verstehen. Kinder wollen in Ruhe gelassen werden und im dunklen Zimmer bleiben, solange das Thema, an dem sie „knabbern“, auch noch im Dunklen liegt. 
Nach Rudolf Steiner entstehen Kinderkrankheiten im ersten Lebensjahrsiebt, weil sich in dieser Zeit das Ich, seinen zu ihm passenden Körper erst schaffen muss. Er sah Röteln, Masern etc. als Ereignisse, über die sich ein Kind mit seinen Erbanlagen auseinandersetzt und diese Anlagen in einer ihm entsprechenden Weise formt. Neue Anfänge und Phasen im Leben sind fast immer mit Krisen verbunden. Sie sind Risiko und Chance zugleich und wollen bewältigt werden. Hat ein Kind die Krise überstanden, eröffnen sich ihm neue Erfahrungsräume und Erlebnisebenen. Das ist ein Grund mehr, Kinderkrankheiten nicht gedankenlos wegzuimpfen oder mit fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika zu unterdrücken. Das gilt zumindest für diejenigen Krankheiten, die ein normal entwickeltes und gut ernährtes Kind komplikationslos übersteht: Masern, Scharlach, Windpocken – und eben auch Röteln.

Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
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