Rhinitis / Schnupfen

Rhinitis/Schnupfen

Wenn es ein Beschwerdebild gibt, das jeden Erwachsenen durchschnittlich drei Mal im Jahr erwischt, dann ist es der Schnupfen. Lesen Sie, was die Heilpraktikerin und Medizinjournalistin Margret Rupprecht bei Schnupfen empfiehlt.

Autor/en dieses Beitrages:
Margret Rupprecht, Heilpraktiker/in aus München
Fachliche Prüfung und Ergänzung durch:
Anja Müller-Hesse, Berater/in & Coach aus Stuttgart
Dr. M.A. Edith Nadj-Papp, Zahnarzt/in aus Ditzingen

Rhinitis / Schnupfen

Einführung

Wenn es ein Beschwerdebild gibt, das jeden Erwachsenen durchschnittlich drei Mal im Jahr erwischt, dann ist es der Schnupfen. Von dieser Entzündung der Nasenschleimhaut sind Kinder und Kleinkinder sogar noch öfter betroffen. Die Nase, scherzhafterweise gelegentlich „Gesichtserker“ genannt, ist der vorspringendste Teil des Gesichts, der im Unterschied zum verschließbaren Mund in permanentem Kontakt mit der Außenluft steht. Das Naseninnere kommt viel rascher mit Erregern aus der Umgebung in Berührung als alle anderen Schleimhäute. Das macht den Schnupfen schon fast zur „Volkskrankheit“. Das ist auch der Grund, warum er sich gut und mit Erfolg behandeln lässt. Denn jeder, ob nun Therapeut oder Patient, hatte schon damit zu tun.

Definition

Definition

Rhinitis oder Koryza (gr. Erkältung), im Volksmund besser bekannt als Nasenkatarrh oder Schnupfen, ist eine akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut. Sie wird von Juckreiz, Niesen, Sekretion wässriger oder schleimiger Flüssigkeit und einer Anschwellung der Schleimhäute begleitet, die häufig zur Verstopfung der Nasengänge führt. Ursache sind meist infektiöse oder allergische Faktoren.

Ursachen

Ursachen

Der häufigste Schnupfenerreger, das Rhinovirus, gehört zur Gruppe der Picornaviren. Er löst in der Regel nur eine Nasenschleimhautentzündung aus. Lediglich in seltenen Fällen, vor allem bei Kindern, kann ein vom Rhinovirus ausgelöster Schnupfen auch eine Bronchitis verursachen.
Aus der Gruppe der Rhinoviren sind mittlerweile mehr als 115 Typen bekannt. Ihr Temperaturoptimum liegt bei etwa 33 Grad, was der Temperatur auf der Nasenschleimhaut in etwa entspricht. In dem dort herrschenden feuchten Milieu können sie sich geradezu explosionsartig vermehren.

Übertragungsweg: 

  • Schnupfenviren übertragen sich durch Tröpfcheninfektion (Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person) oder über Hautkontakt von Mensch zu Mensch. 

Begünstigende Faktoren:

  • Vorschädigung der Nasenschleimhaut durch schlechte Durchblutung 

Dabei vermehren sich die Viren besonders rasch, da sie in diesem Fall nicht rasch genug von Abwehrzellen inaktiviert werden können. Dies kann ebenso geschehen bei: 

  • trockener Raumluft, Unterkühlung, verengten Blutgefäßen oder durch Dauergebrauch abschwellender Nasensprays oder 
  • durch Abwehrschwäche. 

Dabei können sich die Viren auf benachbarte Schleimhautregionen ausbreiten, z. B. Rachen, Hals, Bronchien, Nasennebenhöhlen oder Nasen-Ohren-Kanal. 
Die bakterielle Superinfektion. Eine Superinfektion ist ein Infekt, der sich auf einen anderen „aufsetzt“ (vgl. lateinisch super – über, darüber). Eine von Viren vorgeschädigte Schleimhaut ist in ihrer Abwehr stark beeinträchtigt, so dass sich Bakterien erheblich leichter ausbreiten können als bei einer abwehrstarken und gesunden Nasenschleimhaut. Die bakterielle Infektion setzt sich auf die virale Infektion auf. Während eine Virusinfektion lediglich einen wässrigen bzw. klar-weißlichen Sekretfluss auslöst, entsteht bei der bakteriellen Superinfektion ein dickflüssigerer, gelblich-eitriger Ausfluss.

Weitere Faktoren:

Auslöser für einen akuten Schnupfen kann ebenso sein: 

  • Heuschnupfen, 
  • Umgang mit reizenden Stoffen (Chemikalien, Staub) 
  • Blutgefäßerweiterung im Alter (sog. vasomotorischer Schnupfen) oder 
  • der „trockene Arzneimittelschnupfen“, der durch den Dauergebrauch von abschwellenden Nasentropfen entsteht. 
  • Auch bei Rauchern und „Mundatmern“ tritt häufig ein chronisch trockener Schnupfen auf. 

Typische Symptome

Typische Symptome

Ein Schnupfen ist zwar ein lokal begrenztes Krankheitsbild, hat aber auch Auswirkungen auf den übrigen Organismus. 

 Verschiedene Phasen 

  • Trockenes Vorstadium mit Störung des Allgemeinbefindens: Frösteln, Wechsel zwischen Frieren und Hitzegefühl, Kopfdruck, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und gelegentlich leicht erhöhter Temperatur äußert. In der Nase entwickelt sich ein trockenes Kitzeln und Brennen. Niesreiz stellt sich ein. Die Nasenschleimhaut ist blass und trocken. Diese Phase wird meist schon nach wenigen Stunden durch das 
  • katarrhalische Stadium abgelöst. Wässrige Sekretion und Behinderung der Nasenatmung als Leitsymptom. Die Nasenschleimhaut schwillt an, ist hochrot und gibt reichlich Sekret ab. In diesem Stadium ist es kaum noch möglich durch die Nase zu atmen. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich. 
  • Nach einigen Tagen geht das katarrhalische Stadium in das schleimige bzw. schleimig-eitrige Stadium über. Das Sekret wird dicker, Riechvermögen und Allgemeinbefinden bessern sich allmählich. Die lokalen Beschwerden nehmen ab. 

Ein banaler Schnupfen sollte nach etwa einer Woche ausgeheilt sein. Setzt sich auf die Virusinfektion eine bakterielle Superinfektion auf, nimmt das Sekret eine grün-gelbe Farbe an und das Abklingen der Symptome verlangsamt sich.

Bei manchen Nasenkatarrhen kann es sich um einen Begleit- oder Initialschnupfen handeln, der den Auftakt einer Virusgrippe (Influenza) oder einer anderen Infektion darstellt. Die typischen Schnupfensymptome werden durch zusätzliche Erscheinungen verschlimmert wie z. B. eine Beteiligung der gesamten Luftwege, des Magen-Darm-Kanals, der Hirnhäute, Nieren und Muskulatur (Gliederschmerzen) etc. 

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Eindringen der Erreger und dem Auftreten der ersten Symptome, dauert bei einer Infektion mit Rhinoviren in der Regel ein bis drei Tage. Eine Abwehrschwäche, z. B. bedingt durch Unterkühlung oder Vitaminmangel, verkürzt die Inkubationszeit und verstärkt die Allgemein- und Lokalsymptome.

Therapie in der Naturheilkunde

Therapie in der Naturheilkunde

Vorbeugung und Selbsthilfe: was der Betroffene selbst tun kann 

Letztlich ist nicht der Erregerkontakt für den Ausbruch der Symptome verantwortlich, sondern die Stärke der emotionalen und körperlichen Abwehr des Patienten. 

Wenn es Sie trotzdem „erwischt“ hat, können Sie selbst den Heilungsprozess beschleunigen. Aus der FZMedNews Aktuell:
"Wird der Unterkörper unterkühlt, so werden auch die Schleimhäute der oberen Atemwege schlecht durchblutet. Dieser Reflex und ausgetrocknete Schleimhäute infolge von überheizten Räumen begünstigen das Eindringen von Erregern", erläutert Karin Kraft in der neuen Ausgabe der "Zeitschrift für Phytotherapie" (Hippokrates Verlag, Stuttgart. 2005). Hat sich der Körper einen viralen Infekt eingefangen, so stellten "alle phytotherapeutischen Maßnahmen, die die natürliche Funktion der Schleimhäute der oberen Luftwege unterstützten" eine sinnvolle Therapie dar.
Im Anfangsstadium einer Erkältung sei nach Meinung der Naturheilärztin oft die Durchblutung der Extremitäten gestört, wodurch es schnell zu einer verminderten Durchblutung von Mund-, Nasen- und Rachenschleimhaut komme.
Erkältungsbäder mit ätherischen Badezusätzen aus Thymian-, Eukalyptus-, Kiefernnadel- oder Fichtennadelöl seien in diesem Fall ideal, denn sie wirkten gefäßerweiternd und führten zu einer raschen Durchblutung des unterkühlten Körpers. Ein Tee aus Lindenblüten eigne sich beispielsweise bei viralen und bakteriellen Infekten der oberen Luftwege. Außerdem aktivierten die Lindenblüten das Immunsystem und wirkten fiebersenkend. 

Lindernde Maßnahmen 

  • Reichlich Trinken. Das verflüssigt den Schleim. 
  • Für feuchte Atemluft sorgen. 

Je feuchter die Raumluft ist, desto weniger trocknen die Nasenschleimhäute aus. Die Feuchtigkeit fördert ihre Durchblutung. Nur dann kommen ausreichend Abwehrzellen an die Schleimhautoberfläche, um die Viren zu inaktivieren. Ideal sind feuchte Tücher über der Heizung. Vermeiden Sie Raumluftbefeuchter. Sie sind oft eine Brutstätte für Bakterien oder Pilze. Allerdings gibt es mittlerweile Geräte, die Krankheitserreger herausfiltern können. Beratung erhalten Sie im entsprechenden Fachhandel. 

Dr. Nadj-Papp zum Thema Rhinitis: Nach der traditionellen Chinesischen Medizin entsteht der Schnupfen durch das Eindringen von Wind und Kälte in die Lunge oder durch eine Wind-Hitze Invasion der Lunge. Beim Eindringen von Wind und Kälte ist die Nase entweder verstopft oder es fließt ein weißes, wässriges Sekret. Man niest auch öfter. Die Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Kälteaversion, evt. Fieber, Husten mit weißem, wässrigem Auswurf und Gliederschmerzen. Der Zungenbelag ist dünn und weiß.
Beim Eindringen von Wind und Hitze ist die Nase verstopft, das Sekret dick und gelb. Neben Kopfschmerzen und Fieber ist auch der Hals entzündet, der Husten mit dickem, gelbem Auswurf verbunden. Es besteht Durstgefühl. Der Zungenbelag ist dünn und gelb.
Empfehlenswerte Akupressurpunkte: Bei Wind und Kälte: Dickdarm (Di) 20, Blase (Bl)2, Fernpunkt: Lunge 7; bei Wind und Hitze: Di 20, Bl 2, Fernpunkte: Di 11, Di 4
siehe auch: www.gesund.co.at

Shiatsu

Nach der traditionellen chinesischen Lehre wird die Zeit, wenn der Spätsommer zu Ende geht und die Sonnensonnwende noch nicht da ist, als Wandlungsphase Metall bezeichnet. Ihr ist die Nase als Körperöffnung und Sinnesorgan und die Meridiane Dickdarm und Lunge zugeordnet. In dieser Phase geht es darum, sich wie die Natur, nach innen zu wenden. Die richtige Zeit, um sich selbst wichtige Fragen zu stellen. Zum Beispiel: wer bin ich, was kann ich und was will ich? Dazu gehört auch, sich von alten Ideen, Vorstellungen oder Werten zu verabschieden, wenn man festgestellt hat, dass sie nur noch leere Hüllen sind. Das ist eine sehr wirkungsvolle Gesundheitsprophylaxe! Denn nur der Mensch der mit sich „im Reinen ist“, bringt nichts aus dem (auch körperlichen) Gleichgewicht. Denn bei Shiatsu, oder generell bei der traditionellen chinesischen Medizin, geht es um das gleichmäßige Fließen der Energie in den Meridianen.
Der Mensch, der zuwenig „ im Metall ist“, löst sich schlecht vom Überflüssigen (Dickdarm), häuft Dinge an und reinigt sich nicht vom Ballast (Dickdarm) oder er ist überempfindlich und neigt dazu, Dinge in sich aufzustauen (Lunge) oder alles zusammen. Wer oft und immer in dieser Zeit zu Erkältungen neigt, tut gut daran, im Vorfeld über Shiatsu einen Ausgleich herzustellen.
Rein organisch gesehen werden dem Dickdarm u.a. eine verstopfte, trockene Nase oder Nasenbluten, der Lunge Atembeschwerden und Stauungsbeschwerden im Brustraum zugeschrieben. Die Lunge gilt dabei als „Empfängerin des Chi`s (die Lebensenergie) aus der Luft“. Wenn der Meridian beeinträchtigt ist, kann das Chi nicht fließen. Deshalb darf in dieser Zeit auch würzig bis scharf gegessen werden, um die allgemeine Durchblutung anzuregen. Insgesamt wird der/die Shiatsu Gebende immer alle Aspekte berücksichtigen, bevor die Behandlung beginnt. D.h. liegen keine Beschwerden vor, wird er durch kurze Befragung entscheiden, welche Meridiane, heute, an diesem Tag, bei diesem Menschen, der gerade zu ihm kommt, ins Gleichgewicht zu bringen sind. Und bei Beschwerden wird er regelmäßig die entsprechend zu unterstützenden Meridiane wählen und behandeln.
siehe auch:  „Shiatsu“ von Carmen Schories

Tropfen, Salben, Spülungen 

  • Nasentropfen oder –sprays mit pflanzlichen ätherischen Ölen oder physiologischer Meersalz- bzw. Kochsalzlösung. 

Sie machen ebenfalls die Nase frei, haben aber keine Nebenwirkungen.

Achtung: Für Säuglinge sollte man nur Präparate ohne Menthol verwenden. Und: verwenden Sie keine allopathischen Nasentropfen zur Schleimhautabschwellung. Sie blockieren die Schleimhautreinigung und stören den Abwehrprozess, da sie die Blutgefäße verengen und darüber die Sekretion lediglich mechanisch blockieren. Eine längere Anwendung dieser Art von Nasentropfen kann die Schleimhaut dauerhaft schädigen und einen chronischen Schnupfen nach sich ziehen. 

  • Träufeln Sie sich über Nacht einige Tropfen Eukalyptus- oder Pfefferminzöl auf das Kopfkissen. (Achtung: sparsam verwenden und auf allergische Reaktionen achten und bei homöopathischer Behandlung auf diese Öle verzichten.) 
  • Mit Nasensalben kann man sowohl die Erregerbekämpfung wie auch die Nasenatmung unterstützen. In der Apotheke gibt es zahlreiche alternativmedizinische Präparate mit homöopathischen, mineralischen oder pflanzlichen Wirkstoffen. 

Ist die äußere Nasenhaut durch das häufige Putzen gereizt und entzündet, hilft regelmäßiges Einreiben mit einer milden Salbe oder Creme. Achten Sie darauf, dass die Salbengrundlage nicht aus mineralischem, sondern aus pflanzlichem Öl besteht. Fette aus mineralischem Öl (Erdöl) verstopfen die Poren, während pflanzliche Öle die Hautatmung erhalten. Das ist für die Beruhigung gereizter Haut eine wichtige Voraussetzung. 

  • Nasenspülungen mit Salzlösungen unterstützen die Sekretion, spülen die Erreger aus und töten Sie ab. Apotheken halten geeignete Nasenspülkännchen bereit. 

Diese Spülungen sind im Yoga (dort heißen sie Neti) und in der ayurvedischen Medizin üblich. Man kann zwei Mal pro Tag spülen, im Akutfall auch noch häufiger. Die Spülungen unterstützen die Reinigungsfunktion des Körpers. Nasenspülungen sind auch prophylaktisch anwendbar, wenn um uns herum alles schnieft. 

  • Stellen Sie eine körperwarme physiologische Kochsalzlösung (1Tl Salz auf 100 ml Wasser) her. Halten Sie den Kopf schräg und gießen Sie mit einer Nasenspülkanne langsam das Salzwasser in ein Nasenloch. Lassen Sie das Wasser durch das andere Nasenloch wieder auslaufen. Atmen Sie ruhig durch den Mund weiter. Halten Sie dann wechselseitig die Nasenlöcher zu und schnauben Sie kräftig aus. Jede Seite zwei Mal spülen. Die Nasenspülung reinigt von Sekretresten und lässt die Flimmerhärchen besser arbeiten. Beugen Sie sich nach der Spülung tief nach unten und lassen Sie den Kopf eine Weile nach unten hängen. Stecken Sie sich dann und legen Sie den Kopf in den Nacken. Ruhen Sie dann 5 Minuten in Rückenlage. 

Inhalationen:

Kaltinhaltationen mit Erkältungsbalsam wirken ebenfalls befreiend auf die Nasenatmung. Man reibt den Balsam unter die Nase bzw. in die Brustbeinregion ein. Die flüchtigen ätherischen Öle verdampfen auf der warmen Haut, steigen auf und werden eingeatmet. Erkältungsbäder wirken nach einem ähnlichen Mechanismus.
Die klassische Heißinhalation wird mit einem Inhalator oder einem anderen geeigneten Gefäß durchgeführt: Man gibt Mineralsalze oder ätherische Öle, z. B. von Pfefferminze, Eukalyptus, Teebaum oder Kamille in heißes Wasser und inhaliert den aufsteigenden Dampf. 

  • Richtiges Naseputzen beugt Nasennebenhöhlenentzündungen vor! Üben Sie das einseitige Schnauben: Sie halten ein Nasenloch zu und schnäuzen kräftig durch das andere. So können Sie verhindern, dass der Schleim nach oben gedrückt wird und die Nebenhöhlen infiziert. 

Was der Therapeut tun kann

Homöopathisch-pflanzliche Urtinkturen

unterstützen den Heilungsprozess. Bewährt haben sich die Urtinkturen von Holunder (Sambucus nigra Ø), Sonnenhut (Echinacea Ø) und Kapuzinerkresse (Tropaeolum Ø), die allgemein als „pflanzliches Antibiotikum“ gilt. Bei chronisch gewordenem Schnupfen kann die Urtinktur von Gundelrebe (Glechoma hederacea Ø) das Überwinden des Infekts unterstützen. Schüssler´sche Mineralsalze
 beschleunigen den Heilungsverlauf: Zu Beginn der Erkrankung, 

  • bei Trockenheitsgefühl und Niesreiz, nimmt man Ferrum phosphoricum. 
  • Ist das Sekret sehr wässrig, empfiehlt sich Natrium chloratum . 
  • Ist es zäh und fadenziehend, wählt man Kalium chloratum D6. 
  • Zeigt sich gelber Schleim, hat sich Kalium sulfuricum bewährt. 
  • Beim Abschwellen der Nasenschleimhäute hilft Natrium sulfuricum. 
  • Ist der Schnupfen bereits chronisch geworden, unterstützen Silicea und Kalium sulfuricum die Ausheilung. 

Wann sollten Sie zum Arzt?

Ein banaler Schnupfen ist eine unkomplizierte Erkrankung und heilt „mit Behandlung in einer Woche und ohne Behandlung in sieben Tagen.“ Manchmal sagt man auch: „Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er.“ Trotzdem hilft in manchen Fällen nur der Gang zum Therapeuten, wenn z.B. 

  • der Schnupfen nach einer Woche immer noch nicht abgeklungen ist. 
  • Sie länger als drei Tage Fieber haben. 
  • starke und andauernde Kopfschmerzen auftreten. 
  • Farbe und Konsistenz des Sekretes sich auffällig verändern, z. B. durch Blut oder starke Eiterbildung. 
  • Schmerzen an Stirn oder im Wangenbereich auftreten, besonders beim Bücken. Dies kann ein Hinweis auf eine Nasennebenhöhlenentzündung sein. 

Prophylaxe

Prophylaxe

Vorbeugen ist bekanntlich besser als Heilen. Das gilt besonders für banale Erkältungskrankheiten wie den Schnupfen.
Die Trias „Ernährung, Bewegung und soziale Kontakte“ spielen bei der Entwicklung von Infektionskrankheiten eine besonders wichtige Rolle: 

  • Bevorzugen Sie eine basenbildende, vitamin- und mineralstoffreiche Vollwertkost, 
  • biologisch angebautes Obst und Gemüse und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. 

Das erspart dem Körper toxische Belastungen mit Insektiziden, Pestiziden und Medikamenten aus der Tierzucht. Diese Ernährungsform versorgt ihr Immunsystem mit allem, was eine kraftvolle Abwehr braucht. 

  • Gehen Sie auch im Winter viel an die frische Luft. Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen mobilisieren Lymphsystem und Immunabwehr. 
  • Pflegen Sie Ihre familiären und freundschaftlichen Kontakte. 

Menschen, die in einem Netz liebevoller Beziehungen leben, erkranken weitaus seltener als Personen, die niemanden haben, bei dem sie sich aussprechen können. Eine gute „Psychohygiene“ ist letztlich nur in guten zwischenmenschlichen Beziehungen möglich und stärkt mit der Seele zugleich auch das Immunsystem. Viele Menschen kommen mit Rhinoviren in Berührung, bekommen aber trotzdem keinen Katarrh. Ihr Immunsystem ist stark genug, um die Viren zu inaktivieren, bevor sie sich auf der Nasenschleimhaut vermehren können.

Abhärtende Maßnahmen, wie Kneipp´sche Güsse stärken ihre Abwehr und jeder Rhinovirus wird vergeblich versuchen, ihre Abwehr schachmatt zu setzen!

Dazu Anja Müller: Unterschenkelgüsse (außen aufwärts und innen abwärts) senken langfristig äußerst wirksam die Infektanfälligkeit.
Warum?
Kaltes Wasser auf der warmen Haut ist ein starker Reiz der einen Reflex im Körpersystem auslöst. Zum Beispiel spannen sich die Muskeln an und die Pulsfrequenz und damit die Sauerstoffversorgung der Körperzellen steigen. Erst mal ziehen sich die Blutgefässe zusammen um sich anschließend (bei Wiedererwärmung) wieder zu erweitern. Das merkt man an einem Prickeln auf der Haut. Sie rötet sich, ein Zeichen für gute Durchblutung. Die dadurch entstehende Wärme ist im ganzen Körper spürbar. Das Tolle ist, dass die Blutgefäße lernfähig sind. Sie lernen von Mal zu Mal schneller auf Temperaturveränderungen zu reagieren und die Wärme zu halten. Somit entsteht eine effektive Stärkung des Immunsystems.
Wie geht das praktisch? Duschkopf nach der warmen Dusche abschrauben (es gibt auch spezielle Duschköpfe, die eine „Schwallfunktion haben oder austauschbare Köpfe mit Bajonettverschluss), auf kalt stellen und mit dem sanften Wasserstrahl (so als käme es aus der Gieskanne) am rechten Fuß am kleinen Zeh beginnen, langsam schenkelaufwärts bis knapp übers Knie bewegen und 2-3 mal hin und her schwenken, dann nach hinten über die Kniekehle halten (2-3 mal hin und her bewegen), dann wieder nach vorne, schenkelabwärts auf der Innenseite des Unterschenkels bis zum großen Zeh. Jetzt auf der linken Seite spiegelverkehrt wieder holen. Zum Schluss jede Fußsohle 2-3 Sekunden lang „begiessen“. Aus der Dusche aussteigen und das verbleibende kalte Wasser nur mit den Händen nach oben hin abstreifen und sofort warm anziehen.
Das Ganze dauert nicht mehr als zwei Minuten und ist ein Super-„Immunsystem-Reaktionstraining“.

Bei der Durchführung ist zu beachten: Zu allen Indikationen gibt es auch Kontraindikationen 

  • Kaltes Wasser nur auf einen erwärmten Körper 
  • Zeit nehmen und evtl. Nachruhen 
  • Die Raumtemperatur sollte angenehm sein. 
  • Man darf nicht frösteln. 
  • Nicht in direktem Anschluss an das Essen und nicht mit nüchternem Magen durchführen.“ 

Oder:
Ansteigende Fußbäder haben eine geradezu katalysatorische Wirkung auf den Abwehrprozess:
Man bringt etwa anderthalb Liter Wasser in einem Wasserkocher zum Kochen und füllt sich zusätzlich heißes Wasser in eine große Schüssel. Diese sollte so geformt sein, dass beide Füße ausreichend Platz haben. Man taucht die Füße in das heiße Wasser. Sobald man sich an die Temperatur gewöhnt hat, gießt man aus dem Wasserkocher das nicht mehr kochende, aber immer noch sehr heiße Wasser hinzu. Hat man sich auch an die neue Temperatur gewöhnt, wird wiederum heißes Wasser zugegeben. Man muss etwas aufpassen, dass man sich nicht die Füße verbrennt, aber ordentlich rot sollten sie schon werden. Diese Therapie arbeitet über die Fußreflexzonen und verfügt über außerordentlich abwehrsteigernde Wirkung. Sie sollte mindestens zwei Mal täglich durchgeführt werden und ist auch für die Vorbeugung von Erkältungskrankheiten gut geeignet.

Eines sollte man nicht vergessen: Schnupfen ist ein biologisch sinnvoller Prozess! Auch wenn es lästig ist, stapelweise Papiertaschentücher voll zu schnäuzen, kann Ihnen nichts Besseres passieren als eine ordentlich laufende Nase. Mit diesem Mechanismus befreit sich der Körper von den Erregern. Er spült sie förmlich von der Schleimhautoberfläche hinweg. Unterdrücken Sie diesen Prozess nicht, sondern unterstützen Sie ihn. Je kräftiger und ungestörter die Sekretionsphase ablaufen kann, desto schneller haben Sie den Schnupfen überstanden!

Ernährung

Ernährung

„Heiß und frisch“ – das ist das richtige Motto für die Ernährung während einer Erkältungskrankheit: Heißer Tee und heiße Suppen wirkend ausgleichend auf die vorangegangene Unterkühlung. Knackige Salate und frisch gepresster Orangensaft sorgen für die notwendigen Vitamine und Vitalstoffe.
 Pflegen Sie Ihren Darm! Das Darmimmunsystem macht etwa 80 % des Gesamtimmunsystems aus. Sorgen Sie während eines Infektes für eine gute Verdauung und Darmreinigung, z. B. durch Einnahme von Trockenpflaumen, Haferkleie und anderen Ballaststoffen. Wahre Wunder wirken ein Klistier oder eine Colon-Hydro-Therapie (Spülung des gesamten Dickdarmes).
 Siehe auch:  „Colon-Hydro-Therapie “ 

Bedeutung des Geschehen bei Schnupfen

Bedeutung des Geschehen bei Schnupfen

Wohl jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass man sich besonders dann einen Schnupfen einfängt, wenn man sich erschöpft, überarbeitet, frustriert, unglücklich oder lustlos fühlt. Der Schnupfen ermöglicht in solchen Phasen eine von allen respektierte „Auszeit“. Man ist „verschnupft“ über etwas und kann sich eine Weile zurückziehen. Der Psychosomatiker Dr. Rüdiger Dahlke weist darauf hin, dass man nicht so sehr ein passives Opfer von Rhinoviren ist, sondern sich unbewußt, aber ganz aktiv „einen Schnupfen holt“ oder „Erreger aufschnappt“. Ein Mensch, der für kritische Situationen seines Alltags keine Lösungswege sieht, hält sich mit einem Schnupfen alles vom Leib. Er hat „die Nase voll“, „will nichts mehr schlucken“ und seiner Mitwelt am liebsten „etwas husten“. Der Volksmund kennt eine ganze Reihe von Redewendungen, die sehr bildhaft darauf hinweisen, wie sehr eine Erkältungskrankheit dazu dient, Distanz zwischen sich und der Umwelt zu schaffen.
Die Vorbeugung und Behandlung eines Schnupfens im psychosomatischen Sinn besteht in der Bewusstmachung der Probleme, vor denen wir mit Hilfe der Krankheit ausweichen wollen. Wer an die Konflikte seines Alltags lösungsorientiert herangeht, kann sich in seinem Leben wohlfühlen und braucht keine Krankheit als Fluchthilfe. Eine gesunde und konstruktive Offensivität im Umgang mit Mitmenschen und Problemstellungen ist psychosomatische Prophylaxe und beste Voraussetzung für das Gesundbleiben.

Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
Der Inhalt von naturheilmagazin.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Im Übrigen verweisen wir auf die Geltung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB

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