Multiple Sklerose - Artikel von M. Rupprecht
Definition
Definition
Die auch Encephalomyelitis disseminata (verstreut auftretende Entzündung von Gehirn und Rückenmark) genannte Erkrankung gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern des jungen Erwachsenenalters und zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen des Nervensystems. Es zeigt sich durch vielfache kleine Entzündungsherde im Marklager von Gehirn- und Rückenmark, die von Immunreaktionen körpereigener Abwehrzellen gegen das umhüllende Markgewebe der Nerven ausgelöst werden. Dabei werden auch die Axone (Ausläufer) der Nervenzellen in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Entzündung, nach deren Abklingen mehr oder weniger massive Narben im Nervengewebe zurückbleiben, wird die Reizweiterleitung und Informationsübertragung beeinträchtigt. Als Folge entstehen Störungen
- in den Bewegungsabläufen wie Spastik oder Lähmungen,
- der Sinneswahrnehmung (Sehstörungen) oder
- der Körperwahrnehmung im Sinne von Missempfindungen wie Taubheit oder Kribbeln.
Symptome
Symptome
Diese Frage ist im Anfangsstadium der Erkrankung fast nicht zu beantworten. Denn Multiple Sklerose beginnt bei jedem Patienten anders und kann in der Frühphase mit zahlreichen anderen Erkrankungen verwechselt werden. Klassische Symptome der Multiplen Sklerose sind:
- Sehstörungen als Folge einer Entzündung der Sehnerven. Sie machen sich bemerkbar als unscharfes Sehen oder milchigen Schleier bzw. durch Doppelbilder oder einem drückenden Schmerz an den Augäpfeln beim Bewegen der Augen.
- „Ameisenlaufen“ (Kribbeln) oder Taubheitsgefühle in den Extremitäten
- Lähmungserscheinungen im Bereich von Armen und Beinen
- Einschränkung der Bewegungsfähigkeit durch spastische Muskelverkrampfungen, Gangunsicherheit
- Gestörte Bewegungskoordination
- Schmerzen und Missempfindungen als Folge der Spastik
- Nervenschmerzen, z. B. Trigeminusneuralgie
- Erschwertes Sprechen, Artikulationsstörungen
- Blasenfunktionsstörungen (unkontrollierbarer Harndrang oder Harnverlust), Verstopfung, Störungen der Schweißabsonderung
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Schluckstörungen
- Chronische Müdigkeit (Fatigue-Syndrom) mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit sowie erhöhtem Schlaf- und Ruhebedürfnis
- Geschmacksstörungen, Gleichgewichtsstörungen
- Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit
Die einzelnen Symptome treten nur bedingt gleichzeitig auf. Gerade im Anfangsstadium zeigen sich die Beschwerden eher vereinzelt, diffus oder diskret und sind diagnostisch zunächst nicht eindeutig dem Krankheitsbild der Multiplen Sklerose zuzuordnen. Dazu kommt, dass der Krankheitsverlauf bei den einzelnen Patienten ganz unterschiedlich ist. Er ereignet sich
- in wiederkehrenden Schüben: Das neurologische Symptom dauert mehrere Tage bis Wochen. Ist die Entzündung abgeklungen, bilden sich die Beschwerden – meist vollständig – zurück. Allerdings können im Laufe der Jahre Restschäden entstehen, die nicht mehr ausheilen. Zwischen den einzelnen Schüben liegt in der Regel eine Zeitspanne von mehreren Monaten.
- primär chronisch progredient: die Beschwerden, wie auch die mit ihnen einhergehenden Einschränkungen, entwickeln sich schleichend. Es gibt keine heftigen akuten Schübe, aber eine fortschreitende Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
- sekundär chronisch progredient: Die Anzahl der Schübe nimmt ab, bis irgendwann keine Schübe mehr auftreten. Die Behinderungen nehmen jedoch konstant zu.
Auch wenn sich Symptome und Krankheitsverlauf auf den ersten Blick bedrohlich anhören: Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, mit der die meisten Patienten über Jahre und Jahrzehnte relativ gut leben können. Sie verläuft in der Regel wesentlich weniger dramatisch als zunächst befürchtet. Das ergaben klinische Untersuchungen der vergangenen Jahre. Sie kamen zu folgenden Ergebnissen:
- 15 Jahre nach Beginn der Erkrankung ist auch ohne Therapie jeder zweite Patient noch gehfähig.
- 18 Jahre nach der Diagnose ist noch jeder dritte MS-Patient voll berufstätig bzw. in der Lage, seinen Haushalt selbständig zu führen.
- In der Schwangerschaft treten akute Schübe wesentlich seltener auf.
- Multiple Sklerose ist weder erblich noch ansteckend.
- Nach 40-jähriger Erkrankungsdauer ist nur jeder vierte Patient auf den Rollstuhl angewiesen.
- Auch ohne Behandlung ist nach zehnjähriger Erkrankungsdauer bei mehr als 50 % der Betroffenen kein Fortschreiten der Behinderung feststellbar.
Zwar gilt Multiple Sklerose nicht als heilbar, sie kann aber in jedem Stadium selbstlimitierend verlaufen und zum Stillstand kommen. Es lohnt sich also, neben der schulmedizinischen Therapie, die unverzichtbar ist (z. B. die Verhinderung von Spätschäden durch frühzeitige Cortisontherapie im akuten Schub), alle Möglichkeiten der Alternativmedizin sowie die verschiedenen Richtungen der Psychotherapie, z.B. Psychoanalyse, Gesprächstherapie usw., zu nutzen. Sie unterstützen den Patienten, sich selbst und sein tieferes Erleben besser zu spüren, ernster zu nehmen, darauf zu reagieren und sich durch eine Umgestaltung seines privaten und beruflichen Lebens innerlich und äußerlich zu stärken. Wie bei jeder schweren Erkrankung unterstützt dies sicherlich die vorhandene Möglichkeit, dass die Krankheit zum Stillstand kommt und in eine Ruhephase eintritt, die dem Patienten den Status quo seiner Bewegungsmöglichkeiten so lange wie möglich erhält.
Ursachen
Ursachen
Bei der Multiplen Sklerose sollte man zwischen vordergründigen und tieferen Ursachen unterscheiden. Vordergründig handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das körpereigene Immunsystem greift eigenes Nervengewebe aktiv an. Abwehrzellen dringen ins Hirngewebe ein und verursachen dort Entzündungen. Warum sie das tun (tiefere Ursachen), weiß man nicht. Man vermutet, dass der MS-Patient in der Kindheit mit Erregern in Kontakt kam, deren Strukturen denjenigen seines Nervengewebes ähnlich sind. Die Antikörper, die er gegen jene Erreger gebildet hat, sollen sich im späteren Lebensalter gegen sein Nervengewebe richten. Doch das bleibt im Bereich des Hypothetischen.
Daneben wird ein Zusammenhang von Multipler Sklerose und Virus-Infektionen, wie z.B. mit dem Eppstein-Barr-Virus, diskutiert. Lesen Sie hierzu auch unser Interview mit einem an Multipler Sklerose erkrankten Arzt. Auch nach Ansicht des Arztes für Naturheilverfahren P.-H. Volkmann könnten Viren eine adjuvante Rolle spielen. Dafür spricht, dass MS-Patienten im kinesiologischen Test (Applied Kinesiology = AK) regelmäßig positiv auf immunsteigernde Phytotherapeutika, Homöopatika oder Zink testen.
Herr Volkmann sieht in der Multiplen Sklerose zudem eine umwelttoxikologisch geförderte Infektionskrankheit des ZNS.
Auch genetische Ursachen werden als mitauslösend für eine Multiple Sklerose in Betracht gezogen. Zwar ist Multiple Sklerose nicht erblich bedingt, doch gibt es eine „genetische Prädisposition“, die den Ausbruch der Erkrankung – wenn weitere schwächende Faktoren hinzutreten – zumindest begünstigt. Wer mit einem MS-Patienten verwandt ist, besitzt ein zehn- bis dreißig Mal höheres Risiko für Multiple Sklerose als Menschen, in deren Verwandtschaft niemand an Multipler Sklerose erkrankt ist. Dies konnte in statistischen Untersuchungen nachgewiesen werden.
Ebenso schwer wie die immunbedingten und genetischen Faktoren sind die psychosomatischen zu fassen. Doch lässt sich beobachten, dass Phasen von psychischer Belastung den Ausbruch akuter Schübe bei der Multiplen Sklerose fördern, während Phasen der seelischen Erholung zu langen schubfreien Intervallen führen können.
Zu den Risiko- und Auslösefaktoren für akute Schübe gehören eindeutig:
- emotionaler Stress in Familie oder Beruf
- starke hormonelle Schwankungen (Pubertät, Klimakterium)
- Impfungen und Desensibilisierungstherapien
- Medikamente, die das Immunsystem anregen
Diagnose
Diagnose
Die Diagnose einer Multiplen Sklerose ergibt sich in erster Linie aus dem Symptomenbild und den neurologischen Untersuchungen. Der Neurologe führt Funktionsprüfungen der Hirnnerven durch und testet Sensibilität, Reflexe und Muskelkraft. Bei der Untersuchung der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit lassen sich entzündliche Prozesse anhand der Erhöhung von Entzündungsparametern nachweisen. Es gibt allerdings keinen spezifischen Blutwert für die einwandfreie Diagnose einer Multiplen Sklerose. Laborchemische Untersuchungen können bestenfalls entzündliche Aktivitäten in Gehirn und Rückenmark, aber nicht deren letzte Ursache nachweisen.
Wenn typische Erkrankungszeichen im Bereich von Sehnerv, Sensorik, Motorik und Blasenfunktion über mehrere Monate und Jahre immer wieder auftreten, ist das Vorliegen einer Multiplen Sklerose wahrscheinlich. „Beweisend“ sind höchstens neurologische Untersuchungen (EEG), die eine gestörte Erregungsleitung im Nerv nachweisen, zusammen mit Schichtbildern der Magnetresonanztomografie (MRT), mit deren Hilfe entzündete und vernarbte Gewebebereiche in Gehirn und Rückenmark dargestellt werden können. Gibt man dem MS-Patienten das Kontrastmittel Gadolinium, lassen sich auch akute Krankheitsherde nachweisen.
Von Multipler Sklerose kann bei entsprechenden Blut-, Liquor- und MRT-Befunden auch erst dann gesprochen werden, wenn zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass es sich nicht um andere Krankheitsbilder handelt. Multiple Sklerose ist differentialdiagnostisch von anderen Krankheitsbildern wie Systemischem Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Neurosarkoidose, Morbus Behçet, Neuroborreliose, Neurolues, Progressiver multifokaler Leukenzephalopathie oder HIV-bedingter Myelopathie abzugrenzen. Auch ein Vitamin-B12-Mangel und Gefäßentzündungen im Zentralnervensystem können Symptome hervorrufen, die der Multiplen Sklerose ähneln. Die Diagnose einer Multiplen Sklerose ist langwierig und braucht Zeit. Je länger die Beschwerden andauern und je öfter sie wiederkehren, desto sicherer lässt sich das Krankheitsbild allerdings diagnostizieren.
Schulmedizinische Therapie
Schulmedizinische Therapie
Multiple Sklerose gilt als nicht heilbar; auch gibt es kein Arzneimittel, das die Krankheit für immer zum Stillstand bringen könnte. Allerdings lassen sich mit schulmedizinischen Mittel akute Schübe abkürzen und mildern (Schubtherapie) sowie der Verlauf der Krankheit insgesamt verlangsamen (Basistherapie). Der akute Schub wird in der Regel mit hochdosiertem Kortison behandelt. Das ist notwendig und sinnvoll, um die Schwere der Entzündung einzudämmen und eine starke Narbenbildung im Nervengewebe rechtzeitig zu verhindern. Seit 2006 gibt es zudem den Wirkstoff Natalizumab, der den Übertritt von Entzündungszellen durch die Blut-Hirn-Schranke reduziert und damit bereits im Vorfeld das entzündliche Geschehen im Zentralnervensystem blockiert. Das Präparat hat Nebenwirkungen, wird aber im Großen und Ganzen gut vertragen.
Für die Basistherapie werden immunmodulatorische Substanzen eingesetzt, z. B. Interferon Beta. Sie verringern Häufigkeit und Dauer von akuten Schüben und können sogar zur völligen Schubfreiheit führen. Interferone bildet der Körper auch selbst. Sie blockieren die Produktion von Entzündungsstoffen. Allerdings werden arzneiliche Interferone von manchen Patienten schlecht vertragen. Welche schulmedizinische Therapie im Einzelfall für den betroffenen Patienten die beste ist, kann nur im Gespräch und in der Langzeitbetreuung durch einen erfahrenen Neurologen herausgefunden werden.
Die Schulmedizin bietet also durchaus medikamentöse Hilfen, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Sie können dem MS-Patienten helfen, seine Bewegungsmöglichkeiten und Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.
Zu bedenken ist jedoch dass die Verläufe bei der Multiplen Sklerose sehr unterschiedlich sind und der Erfolg der Behandlung stark vom Einzelfall abhängt. Betroffene sorgen am Besten für sich, wenn sie sich möglichst selbst kundig machen und zumindest eine Zweitmeinung (auch in der Schulmedizin) einholen. Sie machen sich zum einen somit zum Experten ihrer Diagnose und behalten sich das Recht vor, selbst eine Entscheidung treffen zu können.
Naturheilkundliche Therapie
Naturheilkundliche Therapie
Für Dr. Scheel ist Multiple Sklerose vor allem eine individuelle Erkrankung, die auch einer individuellen Behandlung bedarf. "Wie es nicht "das Asthma" oder "den Heuschnupfen" gibt, gibt es natürlich auch nicht "die Multiple Sklerose". So ist weder bei der Diagnostik noch bei der Therapie eine zu starke Orientierung an Verläufen der Multiplen Sklerose bei anderen MS-Patienten sinnvoll - weder seitens des Therapeuten noch seitens des Betroffenen." Die Naturheilkunde bietet zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Behandlung der Multiplen Sklerose.
Behandlungsverfahren der Natur- und Regulationsmedizin können den Allgemeinzustand von MS-Patienten erheblich verbessern und viel dazu beitragen, dass akute Schübe weniger heftig ablaufen und insgesamt seltener auftreten. Zu diesen Verfahren zählen Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Akupunktur, ayurvedische und traditionelle chinesische Medizin, Hyperbare Sauerstofftherapie, Symbioselenkung (Darmsanierung) und eine Amalgamentfernung mit anschließender Schwermetallausleitung.
Dr. Mansmann behandelt seit 27 Jahren MS-Patienten. Für ihn ist die Stabilisierung des Abwehrsystems das Wichtigste. Ziel ist die Stabilisierung sowohl der Darmflora - damit keine Infekte als Schubauslöser auftreten, als auch des Systems aus weißen Blutkörperchen, Thymusdrüse und Milz - damit keine neuen Entzündungen im Gehirn nachkommen. Dabei haben sich jährlich 10 bis 20 Thymus-Spritzen zwei- bis dreimal wöchentlich bewährt. Dr. Mansmann: „Also nicht nur auf die Akuttherapie, sondern auch auf die Schubvorbeugung konzentrieren!“
Nach Frau Dr. Nadj-Papp ist aus Sicht der ganzheitlichen Zahnmedizin
- "Herde und Störfelder müssen beseitigt werden. Dazu zählen unbehandelte, nicht ausreichend behandelte bzw. nicht ausgeheilte Zahnwurzelentzündungen und Zahnbetterkrankungen, somit auch Parodontitis im Bereich der Zahnhälse, Zahnlfeischentzündungen jeglicher Art, Narben, Restentzündungen im Knochen nach entfernten Zähnen oder Entzündungen (sog. Restostitis.)
- Materialien, die eine Unverträglichkeit aufweisen. Aus dem Mundbereich grundsätzlich Amalgam und Stahl, aber auch Kunststoffe, Goldversorgungen oder Implantate können schlecht verträglich sein. Eine Pauschalregelung gibt es nicht. Eine individuelle Testung ist zwingend notwendig!.
- Bei den Implantaten auch an Hüftprothesen, Metallplatten nach Knochenbrüchen etc. denken.
- Eine Darmsanierung ist unbedingt sinnvoll. Nachdem dies ohne einer Zahnsanierung und Zahnfleischsanierung dauerhaft nicht möglich ist, unbedingt mit einem ganzheitlichen Zahnarzt zusammenarbeiten, und die Therapieabschnitte aufeinander abstimmen."
Der Heilpraktiker Dirk Ahnert weist auf die Fiebertherapie zur Behandlung der Multiple Sklerose hin: "Eine weitere Behandlungsmöglichkeit der Multiple Sklerose ist die aktive Fiebertherapie. Da die Ursache der Multiple Sklerose u.U. auch in Zusammenhang mit zurückliegenden nicht ausgeheilten Infektionskrankheiten assoziiert wird, kann eine aktive Fiebertherapie helfen. Dabei wird ein fiebererzeugendes Medikament verabreicht und das dadurch natürlich entstehende innerliche Fieber (endogene Hyperthermie) regt das körpereigene Immunsystem nachhaltig an. Es besteht die Chance,das die Schubhäufigkeit und die Schubstärke reduziert werden. Es gibt vergleichsweise mit schulmedizinischer Behandlung ein geringes und vor Allem reversibles Nebenwirkungsprofil."
Der Arzt für Naturheilverfahren P.-H. Volkmann setzt bei Multipler Sklerose auch auf die Orthomolekulare Therapie: "Schübe lassen sich in vielen Fällen vermeiden oder abkürzen, wenn man die Patienten ganzheitlich behandelt. Dazu gehört als Basis eine umfassende hypoallergene orthomolekulare Therapie (hoT) mit reinen Vitaminen, Spurenelementen und Omega-Fettsäuren und eine anschließende orthomolekulare Darmsanierung ohne Diät ebenso wie eine konsequente Ernährungsumstellung auf ökologische Frischkost.
Lähmungen lassen sich in vielen Fällen innerhalb weniger Minuten durch orale Testung mit reinen hoT-Orthomolekularia verbessern bis hin zur scheinbar vollständigen Wiederherstellung gestörter Nerven-Muskel-Funktionen. Das ist besonders beeindruckend bei einem gestörten Gangbild, das unter oraler Gabe von Vitamin-B-Komplex plus oft "spontan" normalisiert werden kann. Magnesium-Calcium, aber auch fettlösliche Vitamine wie AE-Lycopin oder Präparate zur Darmsanierung wie z.B. 3-SymBiose plus können diesen positiven Effekt haben. Gefragt ist besonders bei diesem Krankheitsbild jedoch immer eine fachkundige ganzheitsmedizinische Betreuung und nicht Do it Your self!"
Zu einer naturheilkundlichen Behandlung der Multiplen Sklerose gehört aus seiner Sicht von P.-H. Volkmann ein breiter Ansatz: "Begleitend ist eine antientzündliche Therapie mit homöopatischen Komplexmitteln genauso angezeigt wie eine umfassende Osteopathie, eine Phytotherapie zur Optimierung von Ausleitung und Entgiftung, eine potenzierte Eigenblutbehandlung mit organspezifischen homöopatischen Komplexmittelns sowie körperliche Aktivität im Rahmen des Möglichen."
Dr. Karduck sieht die Multiple Sklerose als komplexes Krankheitsbild mit vielen Ursachen, denen es nachzugehen gilt: "Die Diagnose Multiple Sklerose ist ein schulmedizinischer Begriff, ein Etikett für einen Symptomenkomplex, dessen Ursache und Prognose bislang weitgehend unbekannt sind und dessen Therapie, wie so oft in der Schulmedizin, rein symptomatisch erfolgt. Es gibt unspezifische Vorstufen. Erst zu einem späten Zeitpunkt, wenn bestimmte Symptome manifest geworden sind, kommt die Schulmedizin zu ihrer Diagnose, dann ist aber bereits wertvolle Zeit vertan worden. Aus Sicht der ganzheitlichen Medizin handelt es sich um ein multikausales Krankheitsgeschehen, das sich aus einer mehr oder weniger großen Vielfalt an schädlichen Faktoren zusammensetzt. Je früher diese schädlichen Faktoren erkannt werden, umso früher kann gegengesteuert werden. Eine Reihe von Faktoren scheinen sich zu einem Mosaik zusammenzufügen: Viren, Umweltbelastungen, Schwermetalle, zahnärztliche Werkstoffe, Herde, Störfelder, Ernährung, Darm, Psyche. In meiner Praxis hat sich die Medizinische Systemdiagnostik (Elektroakupunktur nach Dr. Voll) als unverzichtbares Instrument der Diagnostik erwiesen. Nachdem die Faktoren bekannt sind, kann mit einer kausalen Therapie begonnen werden. Hierbei spielen die von Herrn Kollegen Schmitz bereits erwähnten Nosoden eine unverzichtbare Rolle, reichen aber bei weitem nicht aus. Auch der Darm, wie Herr Kollege Dr. Mansmann zu Recht anführt, darf nicht unberücksichtigt bleiben. Viele dieser Faktoren wurden bereits von Frau Dr. Kousmine (Lausanne, Schweiz) in ihrem 1984 veröffentlichten Buch "La Sclerose en plaques est guerissable" (Die Multiple Sklerose ist heilbar") veröffentlicht. Leider ist dieses Buch vergriffen und außerdem in Deutschland völlig unbekannt. Wenn man die wissenschaftlichen Grundlagen und die Erfahrung an über 500 MS-Patienten, die hier dargestellt werden, berücksichtigt, gibt es eine realistische Chance, die Krankheit nicht nur zu stoppen sondern auch zu bessern. Das Wichtigste scheint mir zu sein, dass der Patient seine Diagnose nicht als unabänderliches Schicksal empfindet, sondern sich bemüht, aktiv an seiner Gesundwerdung mitzuarbeiten, je früher, desto besser."
Gerade von Multipler Sklerose Betroffene sollten vor jeder Medikamenteneinnahme einen erfahrenen Arzt für Naturheilverfahren bzw. Heilpraktiker zu Rate ziehen.
Ernährung und richtiger Schlafplatz
Ernährung und richtiger Schlafplatz
Ernährung bei Multipler Sklerose
Neuere Forschungen haben gezeigt, dass starker Stress und eine schlechte Ernährung das Multiple Sklerose-Risiko erhöhen können. Hochwertige vollwertige Kost aus biologisch-dynamischem Anbau, arm an Fleisch und reich an Fisch, mit viel frischem Obst und Gemüse, stärken den Allgemeinzustand und reduzieren das Auftreten von akuten Schüben. Reichliches Trinken von Neutralflüssigkeit und der weitgehende Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Weißmehl und raffinierten Zucker unterstützen die allgemeine Abwehrlage und wirken Autoimmunprozessen entgegen.
Bei Multipler Sklerose hat sich eine reichliche Versorgung mit den Vitaminen B12, B-Komplex, D und E bewährt, ferner Selen, Gamma-Linolensäure und Omega-3-Fettsäuren. D-Phenylalanin kann Symptome mildern und stimmungsaufhellend wirken (s. auch Orthomolekulare Medizin).
Die oben genannten Vitamine unterstützen den Substanzerhalt der Nervenscheiden bzw. schützen als Antioxidantien vor dem Zerfall des Myelins der Nervenumhüllungen. Die Nahrung des MS-Patienten sollte reich an Fisch sein und gesättigte Fette durch mehrfach ungesättigte ersetzt werden. Dies geschieht durch den Verzicht auf tierisches Fett und die Verwendung von hochwertigen pflanzlichen Ölen. Eine Ernährungsumstellung, die diese Nährstoffempfehlungen beherzt und in die Praxis umsetzt, kann die Heftigkeit des Krankheitsverlaufs nachweislich stark reduzieren.
Der Arzt für Naturheilverfahren P.-H. Volkmann
- "Gesunde Ernährung mit ökologischer Frischkost ohne Rapsöl und vorgefertigte Produkte. Vor allem Glaskonserven sind zu meiden wegen der Weichmacher in den Twist-off Deckeln. Gleiches gilt für Mineralwasser, das entweder in Plastik vertrieben wird, oder in Glasflaschen mit Deckeln aus weichmacherhaltigen Kunststoffen bzw. mit ausgeschäumten Aluminiumdeckeln.
- Brot oder Käse, Jogurt etc. sind erlaubt
- Langfristige Darmpflege durch hypoallergene Symbiontenkombinationen
- Umfassende Störfeldsanierungen von Zähnen, Nebenhöhlen, Eierstöcken etc., Amalgamsanierung ebenso wie gesunde Wohnverhältnisse ohne häusliche Insektizide, ohne Vinyltapeten, ohne beschichtete Bratpfannen, Tupper ware-Produkte etc.
- Stressvermeidung bzw. Erwerb von Techniken zur besseren Kompensation wie z.B. Autogenes Training, Prophylaxe mit hypoallergenen Orthomolekaria vor Stressphasen mit Omega-3-Fettsäuren als Fischöl, B-Vitaminen, Magnesium-Calcium zur Entspannung und Entsäuerung
- Bei bestehenden Lähmungen ganz sensibel auf Veränderungen achten. Jede Verbesserung, aber auch jede kurzfristige Verschlechterung von Nerven-Muskel-Störungen haben gute Gründe, die sich meistens bei genauer Beobachtung dem Verhalten des Betroffenen zuordnen lassen. Deshalb stellen sich immer wieder die folgenden Fragen:
- Was habe ich gegessen?
- Was habe ich getrunken?
- Wo bin ich gewesen?
Bei guter Eigenbeobachtung werden sich bestimmte Trigger für spontane Verschlechterungen des Befindens sowie der Muskelfunktion eingrenzen lassen. Vermeidung dieser Trigger kann zu einer langfristigen Verbesserung des Befindens und zu einer deutlichen Reduktion von Lähmungen führen."
Der Schlafplatz bei Multipler Sklerose
Der Kinderarzt Dr. Scheel weißt auf die Bedeutung des Schlafplatzes hin: "Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine geopathische Belastung vorliegt bzw. eine solche schnellstens und für immer ausgeschlossen wird. Insgesamt ist großer Wert darauf zu legen, dass ein gesunder wie natürlich erst recht ein erkrankter Organismus die Möglichkeit erhält, in den vielen Stunden des nächtlichen Schlafes sich auch wirklich zu erholen und zu regenerieren. Die Bettstelle selbst, ein Ausschluss jeglicher negativer energetischer Felder, die Beachtung der Himmelsrichtung des ruhenden Körpers, Vermeidung von Metall wie Federkerne oder Metallbett usw. sind von nicht zu unterschätzender Bedeutung für eine anzustrebende Heilung."
Psychosomatik
Psychosomatik
Die seelischen Ursachen für das Entstehen einer Multiplen Sklerose liegen bei diesem Krankheitsbild sehr tief. Sich auf sie wirklich einzulassen, sie wahrnehmen zu lernen und zu bearbeiten, kann ein mehrjähriger und auch schmerzhafter innerer Prozess sein, der fundierter Begleitung bedarf. Gerade bei einem so differenzierten Krankheitsbild ist es sinnvoll, sich zu überlegen, welche psychotherapeutischen Therapieverfahren für den Menschen am besten geeignet sind. Psychoanalyse, ein tiefenpsychologisches Therapieverfahren verspricht die Bearbeitung aller Themen von frühester Kindheit an und nimmt entsprechend Raum ein. Gesprächs- oder Gestalttherapie schaffen andere Zugänge; auch Verhaltenstherapie braucht nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig wie die systemische Therapie, die den Menschen als aktiven Gestalter seiner Realität betrachtet. Ähnliches gilt für die Heilanwendungen aus der schamanischen Medizin, z. B. Therapien, die das bewusstseinserweiternde Potential mancher Arzneipflanzen nutzen. Wichtig ist, dass die zwischenmenschliche Ebene passt und der Patient einen inneren Zugang zur Therapierichtung findet. Und das gilt für alle Therapieverfahren, ob nun aus psychischer oder somatischer Sicht. Zudem sollte man sich nur auf gut ausgebildete Therapeuten einlassen, die ein hohes Maß an Qualifikation, persönlicher Authentizität und Kompetenz besitzen, verantwortungsvoll mit den Behandlungsmethoden umgehen und wirklich vertrauenswürdig sind. Vertrauen ist die Basis jeder gelingenden Psychotherapie oder schamanischen Heilbehandlung. Patienten sollten sich über jegliche Intervention ob nun schulmedizinisch oder komplementärmedizinisch im Klaren sein, sich gut informieren und sich wirklich fragen, ob sie sich bei einem Behandler so gut aufgehoben fühlen, dass sie sich auf allen Ebenen auf den therapeutischen Prozess einlassen können.
Nach Ansicht von Dr. Scheel wird die psychosomatische Komponente bei der Multiplen Sklerose nicht selten unterschätzt. "Jeder kann beobachten, wie sehr viele Menschen "zivilisationsgeprägt" massive Energie- und Funktionsblockaden selbst bedingen, weil sie verkrampft sind, sich mit dem Überkreuzen von Füßen, Beinen, Armen energetisch massiv blockieren und mit ihrer schlechten Haltung (Körpersprache) ihre belastende innere Einstellung zu ihrem Leben verdeutlichen. Jeder kennt zugleich das permanente Geschäft mit der Angst (z.B. vor krank machenden Viren, Pollen usw.) und die möglichen Auswirkungen der Angst. Angst lähmt und blockiert und macht natürlich krank." Und weiterhin: "Auch wenn die Multiple Sklerose wie jede Krankheit zunächst immer ein Bemühen des Körpers ist, auf biologische (natürlich-sinnvolle) Weise die entstandenen multiplen Probleme zu regulieren, ist sie doch auch ein Hinweis des eigenen ICH an den Überbau/Kopf auf Fehler, die im Umgang mit sich selbst begangen oder zugelassen wurden – und sicher nicht das Resultat des Verhaltens des Partners ...etc."
Die Bedeutung der Krankheit "Multipler Sklerose"
Multiple Sklerose berührt ein Phänomen, das der chinesische Philosoph Laotse vor mehr als 2500 Jahren in seinem Werk Tao te king zum Ausdruck brachte:
Die Menschen kommen weich und geschmeidig zur Welt;
tot sind sie steif und starr.
Die Pflanzen kommen zart und biegsam zur Welt;
Tot sind sie spröde und dürr.
Demgemäß gilt:
Wer steif und starr ist,
ist ein Schüler des Todes.
Wer weich und nachgiebig ist,
ist ein Schüler des Lebens.
Das Starre und Steife wird zerbrechen.
Das Weiche und Geschmeidige wird sich durchsetzen.
Multiple Sklerose ist ein Krankheitsbild, das mit zunehmenden Verhärtungen im Bereich des Nervensystems einhergeht. Wenn man davon ausgeht, dass der Körper Indikatorfunktion für unbewusstes Seelisches übernimmt, kann die Entwicklungsaufgabe für den MS-Patienten darin liegen, im übertragenen Sinne „weicher“ zu werden. Seine Aufgabe ist das Erlernen einer größeren seelischen Elastizität. Dazu gehört das Auflösen von Kontrollzwängen, rigiden Ansichten, starren Vorstellungen, Planzwängen und Rücksichtslosigkeit gegenüber den eigenen Bedürfnissen oder denen der Anderen, von perfektionistischen Haltungen, eigenem autoritärem Verhalten oder einer Unterordnung unter die als quälend erlebte Autorität von Vorgesetzten oder Familienangehörigen. Auszusprechen, was man fühlt, konstruktive Konfliktbewältigung, die Dinge auch mal „sein zu lassen“, offen und „fließend“ zu werden, Vertrauen zu entwickeln und sich auf Risiken einzulassen, wenn sie sinnvoll sind: das bedeutet im Sinne Laotses „weich und nachgiebig“ zu sein und wieder zum „Schüler des Lebens“ zu werden. Leben vollzieht sich oftmals in einem Paradox. Menschen meiden das Weiche, um sich vor Verletzungen zu schützen. Doch wer sich Souveränität und ein stabiles Grundvertrauen erarbeitet hat, ist nicht mehr verletzbar. Er wird eine Stärke ausstrahlen, die von Anderen wahrgenommen und respektiert wird.
Das ist eine wichtige Lernaufgabe für Menschen, die den Sinn ihrer Multiple Sklerose-Erkrankung verstehen wollen und nach ganzheitlichen Wegen suchen, sie im Rahmen des Möglichen zu überwinden.
Wichtiger Hinweis:
Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
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