Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind schmerzhaft und oft genug immer noch ein Tabu-Thema. Hier erfahren Sie, wie Hämorrhoiden entstehen und was Sie aus naturheilkundlicher Sicht - von Kneipp bis zur Ernährung - dagegen tun können.

Autor/en dieses Beitrages:
Margret Rupprecht, Heilpraktiker/in aus München
Fachliche Prüfung und Ergänzung durch:
Dr. med. Wolfgang Scheel, Arzt/in aus Steinheim an der Murr
Dieter Berweiler, Therapeut/in aus Stuttgart-Mühlhausen
Kriemhilt Waldenmaier, Therapeut/in aus Hemmingen
Anja Müller-Hesse, Berater/in & Coach aus Stuttgart
Ursula Flagmeier, Therapeut/in aus Hemmingen

Hämorrhoiden

Symptome

Symptome

Das Wort Hämorrhoiden leitet sich vom altgriechischen Wort haimorrhois ab, das übersetzt Blutfluß bedeutet. Das häufigste Hämorrhoiden Symptom ist Blut im Stuhl (hellrote Blutauflagerungen). Anfang und Ende des Verdauungstraktes werden durch Ringmuskulatur verschlossen. Sie findet sich bei den Lippen des Mundes ebenso wie am Schluss des Enddarms. Der After verfügt jedoch zusätzlich über einen Feinverschluss in Form eines Gefäßpolsters. Es sorgt dafür, dass Kot den Darm nicht unwillkürlich verlassen kann. Die arteriovenösen Blutgefäßpolster liegen ringförmig unter der Enddarm - Schleimhaut. Sie können sich durch Blutstauungen massiv vergrößern und sacken dann aus. Diese können zu vielfältigen Beschwerdebildern wie After Jucken und Schmerzen beim Stuhlgang führen.

Es gibt eine Reihe von Hämorrhoiden Symptomen, die als sichere Hinweise auf ein Hämorrhoidalleiden angesehen werden können. Dazu zählt vor allem Blut im Stuhl - genauer gesagt: hellrote Blutungen auf Toilettenpapier oder Stuhl bzw. in der Unterwäsche. Weitere Hinweise sind Nässen und Nachschmieren, auch Mikroinkontinenz genannt. After Jucken und Brennen am After können ebenso Anzeichen für Hämorrhoiden sein wie sog. „falsche Freunde“ oder „feuchte Winde“. Darunter versteht man Blähungen, die zusammen mit kleinen Kotmengen abgehen – ein sicherer Hinweis darauf, dass der Verschlussmechanismus des Enddarmes nicht mehr in Ordnung ist.

Die vier Hämorhoiden Stadien

Durch Hämorrhoiden verursachte Beschwerden treten nicht von einem Tag auf den anderen auf, sondern entwickeln sich schleichend und über einen Zeitraum von vielen Jahren.

Die Schulmedizin teilt diesen Prozess in vier Stadien ein. Von den ersten Beschwerden bis zum Vollbild der Erkrankung ist es ein weiter Weg. D. h. auch, dass am Ende nicht die Operation stehen muss, wenn die Betroffenen rechtzeitig handeln.

Stadium I der Hämorrhoiden

Die Gefäße des Enddarms sind nur leicht ausgesackt und von außen noch nicht zu sehen. Auch bei der Früherkennungsuntersuchung durch den Proktologen lassen sie sich noch nicht tasten. Gelegentlich zeigt sich jedoch beim starken Pressen etwas Blut im Stuhl. Beginnende Hämorrhoiden im Stadium I lassen sich nur mit einem seitlich gefensterten Proktoskop (Enddarmspiegelung) erkennen.

Stadium II der Hämorrhoiden

Beim Pressen während des Stuhlgangs wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, ziehen sich danach aber von selbst wieder zurück. Es ist häufig Blut im Stuhl in Form hellroter Blutauflagerungen und es kommt zum Brennen am After und After Jucken.

Stadium III der Hämorrhoiden

Im dritten Stadium können sich die beim Pressen heraustretenden Hämorrhoiden nicht mehr von alleine zurückziehen, sondern müssen von Hand in den After zurückgeschoben werden. Der Patient leidet immer wieder unter starken Schmerzen vorallem Schmerzen beim Stuhlgang. Auch Entzündungen der Analschleimhaut durch Analfissuren häufen sich.

Stadium IV der Hämorrhoiden

Die Hämorrhoiden sind endgültig aus dem After herausgetreten und auch ohne Pressen ständig sichtbar. Meist besteht ein dauerhafter dumpfer Schmerz, der sich beim Sitzen verschlimmert.

Ursachen

Ursachen

Die Ursachen jeglicher Erkrankung sind vielfältig und lassen sich sicherlich nicht allein auf eine einzige Tatsache, wie erweiterte Gefäße bei Hämorrhoiden, zurückführen. Die Frage ist vielmehr: warum erkrankt der eine daran und der andere nicht?
Denn nicht jeder, der sich wenig bewegt oder schlecht ernährt, hat Hämorrhoiden. Warum?
An dieser Stelle setzt die Ursachenerforschung an und die kann so vielfältig sein, wie die Menschen individuell sind. Deshalb muss nach der reinen Symptomlinderung bei Hämorrhoiden unserer Meinung nach die Ursachenergründung folgen, die über die körperliche Ebene hinausreicht und den ganzen Menschen betrachtet. (siehe auch: Die Bedeutung der Krankheit)

Verlauf von Hämorrhoiden

Der Übergang vom Mastdarm zum Enddarm ist sehr gefäßreich. Die Gefäße sichern zusammen mit der Muskulatur den sicheren Verschluss des Darmes.

  • Störungen im Ablauf des Stuhlganges können mit der Zeit zu einem immer stärker werdenden Aussacken dieser Gefäße führen. Durch:

  • Chronische Verstopfung durch zu wenig ballaststoffreiche Ernährung

  • Durch zu starkes Pressen wird der Druck auf den Bereich des Enddarms vergrößert und das Fortschreiten der Hämorrhoiden gefördert.

  • durch Bewegungsmangel und langes Sitzen, Blutstauung durch langes Stehen werden Hämorrhoiden gefördert

  • z. B. leiden einige Frauen unter Hämorrhoiden während der Schwangerschaft, wenn der wachsende Embryo einen chronischen Druck auf das kleine Becken ausübt

  • eine angeborene Bindegewebsschwäche kann das Aussacken der Gefäße des Enddarms und somit Hämorrhoiden begünstigen

Dazu Dr. Scheel: Sehr viele Menschen, oft sogar schon Kinder, leiden unter einem venösen Stau des Blutes. Sei es durch falsches oder durch zu langes Sitzen, oder durch überwiegend stehende Tätigkeiten. Außerdem spielen Stress und Anspannung eine Rolle. Zusammen genommen kann das zu einem Leber/Galle Problem führen, bei dem der Körper nicht mehr in der Lage ist, richtig und ausreichend zu entgiften. Ein Rückstau in der Pfortader wäre die Folge, der sogar zu toxischen Belastungen im Körper führen kann. Wenn z.B. an der Zunge die Zahnabdrücke am Zungenrand zu sehen sind oder wenn das Weiße im Auge, von roten geschlängelten Äderchen durchzogen ist, dann neigt derjenige zu einem venösem Stauungsproblem, dem man aber effektiv durch eine bessere ballaststoffreiche Ernährung und ausreichender Bewegung begegnen kann. Ursächlich spielen die individuelle Konstitution, seelisch-geistiges Gleichgewicht, Umwelteinflüsse, Lebenssituation und das ureigene Verständnis von Krankheit und Gesundheit die letztendlich entscheidende Rolle.

(siehe dazu auch: "Neurodermitis"; Sichtweise von Dr. Scheel)

Naturheilkunde

Naturheilkunde

Beginnen wir sogleich mit den Ursachen von Hämorrhoiden, da dies der kürzeste Weg zur Wiederherstellung und Symptombeseitigung im Sinne der Prävention darstellt. Je früher man dem Problem mit Bewegung und richtiger ballaststoffreicher Ernährung begegnet, desto eher kommt es zur besseren Durchblutung und damit zur Normalisierung der Ausscheidungsvorgänge.

Ursachen der Hämorrhoiden finden und beseitigen

Vorbeugung und Selbsthilfe: was der Betroffene selbst gegen Hämorrhoiden tun kann

Ballaststoffreiche Ernährung bei Hämorrhoiden

Die heutigen Essgewohnheiten mit ballaststoffarmer Kost führen dazu, dass etwa jeder zweite Erwachsene nach dem 50. Lebensjahr von Hämorrhoidalbeschwerden geplagt wird. Ein Mangel an Ballaststoffen in der Nahrung führt zu einem harten Stuhlgang, schwächt die Muskulatur des Enddarms und stört den reibungslosen Ablauf des Stuhlganges. Deshalb:

  • Ballaststoffreiche Kost erhöht die Stuhlmenge. Dadurch werden die Dehnungsrezeptoren im Enddarm gereizt, was zu einem leichten und sanft herausgleitenden Stuhlgang führt und Hämorrhoiden verhindern hilft.

Hintergrund: Ballaststoffarme Kost führt zu geringen Stuhlmengen. Der Enddarm füllt sich nur mäßig und die Dehnungsrezeptoren werden kaum gereizt. Der Stuhl verweilt lange, bis sich eine ausreichend große Menge angesammelt hat, um ausgeschieden zu werden. Dabei trocknet er aus und wird hart. Harter Stuhlgang schädigt die weichen Gefäßpolster in diesem sensiblen Bereich und führt so zu Analfissuren. Der Betroffene muss beim Stuhlgang intensiver pressen, was den Druck auf die Blutgefäße zusätzlich erhöht. Das Hämorrhoidalleiden ist in Entwicklungsländern viel seltener anzutreffen, da die Menschen sich dort weniger mit industriell vorgefertigter Nahrung ernähren und ballaststoffreiche, pflanzliche Lebensmittel bevorzugen.

  • Verstopfungsneigung entgegenwirken durch eine ausgewogene, ballaststoffreicher Ernährung: Obst, Gemüse und Getreideprodukte machen den Stuhl weich. Fett- und eiweißreiche Lebensmittel wie Schokolade oder Fleisch machen ihn härter und beugen so Hämorrhoiden vor.

    siehe auch: Vollwertkost - Gesund und lecker

Oft reicht es schon, den Schwerpunkt ein wenig zu verschieben, mehr Gemüse zu essen und die Fleischportionen zu reduzieren, um die Hämorrhoiden los zu werden.

Sinnvoll ist eine zusätzliche Gabe von Quellmitteln in Form von Leinsamen und Haferkleie (lose oder als Kleietabletten) zusammen mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr.

Die tägliche Nahrung sollte bei Hämorrhoiden etwa 30–40 g reine Ballaststoffe enthalten. Nahrungsmitteltabellen informieren Sie über den Ballaststoffgehalt der einzelnen Lebensmittel.

  • Reichliches Trinken von täglich ca. 2 l Neutralflüssigkeit: Wasser, Kräutertee und verdünnte, ungezuckerte Fruchtsäfte hilft ebenfalls, um harten Stuhlgang zu vermeiden und die Hämorrhoiden.

    siehe auch: Wasser - Die gesunde Lösung

Thema Abführmittel bei Hämorrhoiden

Achtung! Menschen, die unter chronischer Verstopfung leiden, versuchen häufig mit Abführmitteln ihre Beschwerden zu bessern. Liegen zusätzlich Hämorrhoiden vor, verstärken Abführmittel deren Symptome, da sie nur die Peristaltik beschleunigen und darüber große Mengen Stuhl in den Enddarm pressen.

Anja Müller: Als ausgezeichneter Faserstoff fungiert auch der indische Flohsamen (weiß als Schale, schwarz als Samenkorn): einmal täglich, einen Eßlöffel in ein Glas Wasser verrührt und sofort getrunken (quillt stark auf) morgens oder abends zu sich genommen, führt zu einem schmerzlosen Stuhlgang und zu einer angenehmen „Nebenwirkung“: Der Serum-Cholesterinspiegel wird gesenkt, der Körper wird zusätzlich entschlackt und das geht bis hin zur Erleichterung beim Abnehmen.

Aus der ayurvedischen Medizin stammt der Tipp des Trinkens von heißem Wasser in kleinen Schlucken (über eine längere Zeit über den ganzen Tag verteilt). Auch im Ayurveda empfohlen: Hibiskustee.

Homöopathie bei Hämorrhoiden

  • Aus der Homöopathie kommen insbesondere Arnica (bei blutenden H.), Hamamelis, Sulfur (Rötung), Aloe und Graphites in Frage.

Vollbäder bei Hämorrhoiden

  • mit Lavendel

Sitzbad bei Hämorrhoiden

  • lauwarm mit Kamille, Lavendel, Zypresse, Wacholder, Myrte, Zinnkraut oder Scharfgarbe. Sehr wirksam (weil adstringierend = zusammenziehend) ist auch Totes Meer Salz oder Eichenrinde.

Kneipp bei Hämorrhoiden

  • Schenkelguss kalt (Zirkulationsanregung der Beine, Entstauung, Krampfadern, vegetativ beruhigend, schlaffördernd):
    1. rechtes Bein: vom Fußrücken außen (kleiner Zeh) nach hinten aufwärts, auf der Rückseite oberhalb der Kniekehle kurz verweilen, dann nach vorne vor bis zur Leiste, kurz verweilen, auf der Innenseite abwärts.
    2. linkes Bein: spiegelbildlich
    zum Schluss Fußsohle rechts und links
  • Jeden zweiten Tag kurze, kalte Sitzbäder, sanfte Bewegungsübungen (Spaziergänge)
  • Unterkörperwaschung (bei venösen Stauungen, Krampfadern, Darmträgheit und Blähungen: Was Sie brauchen: Leinenwaschtuch, Gefäß mit kaltem Wasser, 3 min. Zeit 1. Tuch ins Wasser tauchen, leicht auswringen
    2. rechtes Bein außen, vorne, innen und hinten (mit Gesäß) abreiben
    3. Tuch wieder ins Wasser tauchen und auswringen
    4. linkes Bein: spiegelbildlich
    5. das Tuch leicht auf der Haut andrücken, sodass sich ein Wasserfilm bildet, bzw. zwischendurch wenden und immer wieder ins Wasser tauchen (möglichst immer kälter) 6. zügig durchführen, um Auskühlung zu vermeiden

siehe auch: Medizinische Bäder

Interessant ist auch, was LISE BOURBEAU in ihrem Buch Dein Körper sagt 'Liebe dich!'. schreibt:
Emotionale Blockade:
Hämorrhoiden deuten auf emotionalen Druck und Ängste hin, die nach außen verborgen bleiben sollen. Dieses Versteckspiel mit innerem Stress ist eine schwere Last. So kommt es vor allem bei Menschen, die sich oft zu etwas überwinden und unter (meist materiellem ) Druck stehen zu Hämorrhoiden, z. B. wenn man seine Arbeit ungern verrichtet. Menschen mit Hämorrhoiden haben manchmal Schwierigkeiten, Dinge abzuschließen. Sie stellen hohe Ansprüche an sich selbst (auch materiell).
Mentale Blockade:
Je unsicherer Du Dich fühlst, desto mehr leidest Du an Hämorrhoiden. Um diese Unsicherheit auszugleichen, zwingst Du Dich, Dinge zu tun, um etwas zu haben. Vielleicht brennt Dir aber auch der Hintern, wenn die Dinge nicht schnell genug gehen. Du solltest unbedingt lernen loszulassen, Dir selbst mehr Vertrauen zu schenken und all Deine Gefühle zum Ausdruck bringen.“

Thema Leberpflege bei Hämorrhoiden

Das venöse Blut des Darmbereiches wird über die Pfortader geschlossen zur Leber geführt, damit die Inhaltsstoffe aus der Nahrung dort „gecheckt“ und entgiftet werden können. Eine herabgesetzte Leberfunktion führt zu einem Pfortaderrückstau, der bis hinunter in die Enddarmvenen reicht. Ist das Leberfunktionsgewebe hingegen in einem optimalen Zustand, kann das Blut aus dem Darm rasch hindurchfließen, so dass Stauungszustände vermieden werden. Pflanzliche Zubereitungen, z. B. eine homöopathisch-pflanzliche Urtinktur aus der Mariendistel, kann die Leberfunktion deutlich verbessern.

Hierzu Dieter Berweiler: „Es geht bei Hämorrhoiden auch darum, den Leber- und Gallenfluss auf natürliche Weise anzuregen und die Entgiftungsfunktion der Leber zu stärken. Dazu eignet sich am besten Angelika als Entschlackungsmittel, Eisenkraut zur Leberregeneration und Schöllkraut, um den Gallenfluss anzuregen.“

Bewegung bei Hämorrhoiden

Bewegung bringt auf natürliche Weise den Darm in Schwung und reduziert chronische Verstopfung.

  • Ideale Sportarten sind Joggen, Schwimmen, Radfahren, Wandern und Gymnastik.
  • Beckenbodenmuskulatur Training: zwei Übungen, die dem Blutstau im Enddarmbereich entgegenwirken:
    1. Spannen Sie im Wechsel die linke und die rechte Gesäßhälfte an und lassen Sie wieder locker. Dies machen Sie 50 x hintereinander, am besten mehrmals am Tag.
    2. Danach ziehen Sie den Afterschließmuskel fest zusammen (als ob Sie Stuhlgang verhindern wollen) und lösen ihn dann wieder.

Auch diese Übung, mehrmals täglich durchgeführt, bringt Schwung in die Durchblutung des Enddarms und beugt Stauungszuständen vor. Wenn Sie einen sitzenden Beruf haben, lohnt sich

  • die Anschaffung eines Stehpultes.
  • Ein Schreibtischstuhl mit Kufen ermöglicht „kreatives“ und bewegliches Sitzen und fördert die Beckendurchblutung.

Was Sie noch tun können bei Hämorrhoiden

  • Geben Sie dem Stuhldrang sofort nach, wenn Sie ihn spüren. Dann vermeiden Sie zu langen Stau und Austrocknung des Stuhles.
  • Erziehen Sie Ihren Darm zur Regelmäßigkeit und gewöhnen Sie ihn an bestimmte Zeiten für den Stuhlgang
  • Sorgfältige Analhygiene: Nach dem Stuhlgang den After mit weichem Papier, Einmalwaschlappen oder lauwarmem Wasser reinigen.

Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess bei Hämorrhoiden

Bei entzündungsbedingten Schmerzen helfen

  • warme Sitzbäder mit Auszügen aus Hamamelis, Calendula, Eichenrinde oder Schachtelhalm. Die Wassertemperatur sollte jedoch nicht zu heiß sein.
  • Oder Hämorrhoidalsalben mit den gleichen Inhaltsstoffen gegen Brennen am After und After Jucken oder mit Wirkstoffen aus Blutegel (Hirudin) oder von Steinklee und Hamamelis.
  • Hämorrhoidalzäpfchen: Wirkstoffdepot direkt an den Hämorrhoiden bzw. der entzündeten Schleimhaut des Enddarms.
  • Hirtentäschel zur Blutstillung
  • Ein Analdehner aus Kunststoff kann den Schließmuskelbereich weiten und entkrampfen. Er eignet sich, um an seiner Spitze Salbe aufzutragen und die inneren Hämorrhoiden damit zu behandeln. Wobei hier ein vorsichtiger und eingeschränkter Umgang vonnöten ist und dies zudem eine rein mechanische Vorgehensweise darstellt, die wir nicht uneingeschränkt empfehlen würden.

Kriemhilt Waldenmaier: „Ich empfehle meinen Patienten, nach jedem Stuhlgang kalte Abwaschungen im Analbereich vorzunehmen und anschließend mit Hamamelissalbe einzureiben. Da oft ein Pfortaderstau vorliegt, sollte sehr auf die Ernährung geachtet und die Leber behandelt werden. Oft führen nämlich scharfe Speisen und Alkohol zu Beschwerden, wenn ein Hämorrhoidalleiden vorliegt.
Gut wäre es, ein Venenmittel einzunehmen, wie z.B.
- Roßkastanie (Aesculus) oder
- Raute (Ruta)

Kräutertee bei Hämorrhoiden

  • aus - Eichenrinde, Tormentillwurzel, Roßkastanie, Ratanthiawurzel zu gleichen Teilen mischen, mit kaltem Wasser ansetzen, bis zum Kochen erhitzen, durchsieben,mehrmals tgl. 1 Tasse trinken oder Buchweizentee (enthält Rutin) 3mal tgl. 1 Tasse trinken;

Sitzbäder bei Hämorrhoiden

  • mit Roßkastanie, Zinnkraut, Eichenrinde bei Entzündungen

Feuchte Umschläge bei Hämorrhoiden

  • mit Kamillentee und Arnika; schmerzlindernd wirkt auch
  • für die Nacht in der Umgebung des Afters eine Quarkauflage
  • und kann auch gebessert werden durch eine Tinktur aus Zitronensäure, Weinsäure, Alumen, Rosmarinöl und Arnika ( in der Apotheke erhältlich). Damit Wattebäusche tränken und in die Gesäßspalte einlegen. Diese dreimal täglich erneuern.

Ich empfehle meinen Patienten auch eine Enzymtherapie, denn von dieser verspricht man sich eine Stärkung des Immunsystems und entzündungshemmende Eigenschaften.

In der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) unterscheidet man feuchte Hitze in der Milz oder sinkendes Milz-Qi. Man hat mit der Akupunktur befriedigende Erfolge im Anfangsstadium. Bei chronischen Beschwerden sollten zusätzlich Kräuter verabreicht werden.

Fußreflexzonentherapie bei Hämorrhoiden

In der Fußreflexzonentherapie werden besonders die Zonen Anus, Leber, Galle, Dünndarm, Lymphsystem und Kreuz- und Steißbein behandelt.
Schließmuskelübungen
2 - 3-mal tgl., einige Male den Schließmuskel zusammenziehen und wieder erschlaffen lassen.

Die Hebamme Ursula Flagmeier empfiehlt zur Linderung der

bei der Geburt entstandenen Hämorrhoiden

ihren Müttern folgendes Rezept:

2 x 10 Zäpfchenhüllen
2 Essl. Quark
½ ausgepresste Zitrone

Zutaten gut mischen und in eine Plastiktüte füllen. In diese am äußeren Rand ein kleines Loch machen und damit die Quark-Zitronen-Mischung einfüllen. Hüllen immer wieder beim Einfüllen auf den Tisch klopfen, damit keine Luftblasen in den Hüllen bleiben. Einfrieren und im gefrorenen Zustand ohne Hülle einführen, ca. 1-2 Zäpfchen täglich. (Quelle: Ursula Flagmeier, Hebamme)

Wann zum Arzt?

Hämorrhoiden sind eine harmlose Erkrankung des Enddarms, die sich gut vorbeugen und behandeln lässt. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie aber durch eine Stuhluntersuchung abklären lassen, dass alles in Ordnung ist und es sich dabei um Blut durch Hämorrhoiden handelt. Das gilt für die allermeisten Fälle! Trotzdem: Blut im Stuhl ist bis zum Nachweis des Gegenteils verdächtig auf Darmkrebs. Das heißt: Wer zweimal hintereinander Blut am Toilettenpapier oder in der Unterwäsche beobachtet hat oder unter Stuhlunregelmäßigkeiten und Schmerzen beim Stuhlgang leidet, sollte erst einmal einen Arzt aufsuchen.

Schulmedizin

Schulmedizin

Was die Schulmedizin tut

Bei Hämorrhoiden III. und IV. Grades verfügen Proktologie, Urologie und Chirurgie über diverse Verfahren zur Behandlung fortgeschrittener Hämorrhoiden.

  • Verödung durch gespritzte Medikamente oder Infrarotkoagulation: im Stadium II und III, ähnlich wie bei Krampfadern am Bein.
  • Ligatur: Die Hämorrhoide wird mit einem Gummibändchen abgeschnürt. Nach einigen Tagen fällt der Knoten von alleine ab, da das Gewebe abstirbt und ausgestoßen wird. Sozusagen eine mechanische Form der Straffung.
  • Operation: Bei Hämorrhoiden III. und IV. Grades wird meist operiert.

Verödung, Ligatur und operative Entfernung der Hämorrhoiden sind rein mechanische Verfahren, die auf der symptombezogenen Ebene ansetzen.

Sie werden die Hämorrhoidalbeschwerden zunächst einmal beseitigen, aber sie ersparen dem Betroffenen nicht, langfristig seine Gewohnheiten zu verändern und die Ursachen zu beheben.

Psychosomatik

Psychosomatik

Der Psychosomatiker Dr. Rüdiger Dahlke weist darauf hin, dass die bei bei Hämorrhoiden gestauten Blutgefäße im Enddarmbereich ein Hinweis sein können, dass es im Leben des Hämorrhoiden - Patienten ein Hindernis gibt, vor dem sich seine im Blut symbolisierte Vitalität staut.

Im übertragenen Sinne „sitzt“ der Betroffene auf seinen Knoten (Problemen), ohne sie jedoch lösen zu können.

Manches Sprichwort aus dem Volksmund weist darauf hin, dass der Stau am „A.. der (Körper-) Welt“ viel mit aufgestautem inneren Druck und ausbleibender Entlastung zu tun hat. Es wäre gesünder, wenn dem Betroffenen eher der Kragen platzt, als später die Knoten am Ende.

Hämorrhoiden können ein in den Körper getragenes Symbol dafür sein, dass Druckablassen im seelischen Bereich ansteht. Was die Seele noch nicht schafft, übernimmt – vorläufig – der Körper an seinem Hinterausgang - durch die Hämorrhoiden.

Ein psychischer Druck, dem man nicht ausweichen kann und der von einer als übermächtig empfundenen Instanz ausgeht, entwickelt die Tendenz, „nach hinten“ loszugehen. Entstehen Hämorrhoiden, hat man sich nicht nur auf seelischem Wege den „letzten Ausweg“ verbaut, sondern auch auf körperlicher Ebene - eine Lösung, die bei genauerem Hinsehen keine wirkliche Lösung ist.

Dann kann es heilsam sein, schwierige Lebensthemen offensiv anzupacken, damit sie im Vorfeld gelöst werden und sich im wahrsten Sinne des Wortes nichts „aufstaut“.

Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
Der Inhalt von naturheilmagazin.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Im Übrigen verweisen wir auf die Geltung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB

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