Arteriosklerose

Arteriosklerose

In diesem Bericht zeigt Ihnen die Heilpraktikerin und Medizin-journalistin Margret Rupprecht wie Sie einer Arterioklerose durch basenbildende Vollwertkost, Bewegung usw. vorbeugen können. Außerdem finden Sie hier Empfehlungen zur Arteriosklerosebehandlung mit Phytotherapie, 
Homöopathie, Shiatsu, Ernährung usw. sowie Hinweise zur Psychosomatik bei Arteriosklerose.

Autor/en dieses Beitrages:
Margret Rupprecht, Heilpraktiker/in aus München

Arteriosklerose

Einführung

Einführung

"Der Mittelpunkt alles Menschenverderbens ist die Verhärtung des Herzens", schrieb der Pädagoge Pestalozzi im 18. Jahrhundert. Auch wenn er seine Aussage primär im übertragenen Sinne gemeint hat und auf die Gefühlskälte anspielt, lässt sich sein Satz durchaus wörtlich verstehen. Die Arteriosklerose, die "Verhärtung" von Arterien und Herzkranzgefäßen, stellt mit ihren Folgekrankheiten in den Industrienationen eine der häufigsten Todesursachen dar. Das Wort Arteriosklerose leitet sich von den beiden griechischen Begriffen "arteria - Schlagader" und "skleros - hart, starr" ab. Es bezeichnet einen Prozess zunehmender Verhärtung und fortschreitender Verengung der Gefäßwände. Organe und Gewebebezirke hinter diesen Engstellen (Stenosen) werden chronisch weniger durchblutet und können wegen des daraus resultierenden Sauerstoffmangels akut absterben. Herzinfarkt und Schlaganfall sind die bekanntesten Beispiele.

Definition

Definition

Obwohl die Arteriosklerose eine der am besten untersuchten Volkskrankheiten ist, weiß man heute immer noch nicht genau, was sich in den Gefäßen abspielt. Doch gibt es einige plausible Erklärungsversuche:

  • Am Beginn einer Arteriosklerose entstehen, z. B. bedingt durch Bluthochdruck, feinste Risse an der Gefäßinnenhaut.
  • Der Organismus versucht, diese Defekte zu „flicken", indem er dort eine kleine Entzündung „veranstaltet"und den Riss mithilfe von Fetteinlagerungen (Cholesterin) abdichtet.
  • Diese Ablagerungen bilden für das vorbeifließende Blut ein gewisses Strömungshindernis. Weitere Fette, Eiweiße und Calcium lagern sich an. Zum Teil ereignen sich an diesen Fettablagerungen auch Blutgerinnungsvorgänge, die zur Bildung kleiner Blutpfröpfe führen.
  • An der betroffenen Stelle entdifferenzieren sich die Muskelzellen der Gefäßwand, die für die Eng- und Weitstellung zuständig sind. Der Abbau des Cholesterins ist dort auch nicht möglich. Die Zellen sind mit der Zeit völlig überladen mit Fett und werden aufgrund ihres Aussehens „Schaumzellen" genannt.
  • Die Anhäufung des Cholesterins führt zur fortschreitenden Zellschädigung und setzt weitere Blutgerinnungsprozesse in Gang. An der Stelle des ursprünglichen Risses hat sich nun eine regelrechte Platte aus Fett, Calcium und Blutpfröpfen gebildet, die die Gefäßdurchlässigkeit stark einengt und zum völligen Verschluss führen kann.
  • Manchmal lösen sich Blutgerinnsel (Thromben) ab und werden vom Blutstrom so lange weitergespült, bis sie in einer engeren Arterie hängen bleiben und diese völlig dicht machen (Embolie). Besonders häufig spielt sich dieser Vorgang in den kleinen Arterien der Lunge ab (Lungenembolie).

Kompensationsmechanismen

Bis zu einem gewissen Grad kann der Organismus die Verengung einer Arterie kompensieren, indem er die kleineren Arterien hinter der Engstelle weiter stellt. Diese verharren dann in Dauerweitstellung. Das heißt aber auch: Auf einen noch weiter erhöhten Sauerstoffbedarf, z. B. bei Bewegung, kann nicht mehr mit einer noch stärkeren Gefäßweitstellung reagiert werden. Die sog. „Durchblutungsreserve" ist ausgeschöpft.
Ein zweiter Kompensationsmechanismus ist die Ausbildung von Umgehungskreisläufen. In den meisten Geweben gibt es kleine Verbindungen zwischen verschiedenen Arterien. Fällt eine Arterie infolge einer Verengung aus, kann das hinter ihr liegende Gebiet über die andere Arterie mitversorgt werden, indem diese über Verbindungsgefäße Blut in das unterversorgte Gewebe schickt. Umgehungskreisläufe gibt es überall im Körper. Bei Bedarf können Sie weiter „ausgebaut" werden. Dies ist jedoch ein Prozess, der mehrere Monate in Anspruch nimmt.

Symptome

Symptome

Der Strassburger Chirurg Fontaine hat arteriosklerotische Beschwerden nach dem Grad ihrer Kompensation in vier verschiedene Stufen eingeteilt (sog. Stadien nach Fontaine). Die Einteilung der arteriellen peripheren Verschlußkrankheit richtet sich nach dem Schweregrad der auftretenden Symptome, die sich in den meisten Fällen im Bereich der Beine abspielen:

Stadium I

Hier ist die sog. Durchblutungsreserve, d. h. die Weitstellung von Gefäßabschnitten hinter der Engstelle, so weit ausreichend, dass der Patient praktisch keine Beschwerden verspürt. Bei der Gefäßuntersuchung lässt sich höchstens ein Strömungsgeräusch nachweisen, das durch Wirbelbildung des Blutstroms im Bereich der Ablagerung entsteht.

Stadium II

Nun bestehen spürbare Einschränkungen der Gehleistung. In Ruhe ist der Patient zwar noch beschwerdefrei, doch bei anhaltenden Belastungen, z. B. einem längeren Spaziergang, reichen die h3 nicht mehr aus, um das Gebiet hinter der Engstelle ausreichend mit Blut (Sauerstoff und Nährstoffen) zu versorgen. Es kommt zu Schmerzen, die den Betroffenen zum Stehen bleiben zwingen („Schaufensterkrankheit" ). Je schlechter die Kompensationsmöglichkeiten, desto kürzer ist die schmerzfreie Gehstrecke und desto frühzeitiger stellen sich Beschwerden ein.

Stadium III

In dieser Phase reichen die Kompensationsmechanismen auch im Ruhezustand nicht mehr aus. Die Schmerzen verstärken sich, wenn der Patient das Bein hochlegt (weil dann noch weniger Blut durch die betroffene Stelle fließt). Lässt er es herunterhängen, nehmen sie ab.

Stadium IV

Die chronische Unterversorgung des hinter der Engstelle liegenden Gewebes führt zum Absterben von Gewebebezirken. Es bildet sich totes Gewebe im lebendigen Organismus – ein gefährlicher Prozess, da es zur Ausscheidung von Leichengiften in den Restorganismus kommt. Die Extremität ist hochgradig gefährdet und muss über kurz oder lang amputiert werden.

Mögliche Folgen

Arteriosklerotische Gefäßverengungen finden sich auch im Bereich der Halsschlagader, der Gehirnarterien, der Bauchschlagader (Aorta) und ihrer Abzweigungen, der Armarterien oder der Arterien des Magen-Darm-Kanals.

Je nach Lokalisation sind auch die Folgekrankheiten entsprechend anders gelagert:

  • Arteriosklerose des Gehirns kann zu einem Schlaganfall führen.
  • Am Herzen zeigt sie sich in Form von Angina pectoris, Herzinsuffizienz oder gar Herzinfarkt.
  • Gefäßverkalkungen in der Niere führen zu hohem Blutdruck, da die Niere für die Regulation der Blutdruckhöhe mitverantwortlich ist.
  • Arterienverkalkung in den Beinen bedingt die oben beschriebene Einschränkung der Gehstrecke bis hin zum sog. Raucherbein, das im Spätstadium nur noch mit Amputation zu „behandeln" ist.
  • Eine Arteriosklerose in den Arterien des Beckens kann bei Männern zu Impotenz führen.

Diagnose

Diagnose

Die von Fontaine im Rahmen seiner Stadieneinteilung beschriebenen Beschwerden geben schon einen deutlichen diagnostischen Hinweis auf das Vorhandensein arteriosklerotischer Ablagerungen. Neben der anamnestischen Erhebung der Beschwerden gibt es einige andere Diagnosemethoden wie das Abtasten der Pulse, die lokale Messung des Arteriendruckes, die Wahrnehmung blasser oder bläulicher Hautverfärbungen im betroffenen Bereich, Ultraschalluntersuchungen, Computertomografie oder die sog. Angiografie, eine Röntgendarstellung des Blutgefäßes nach Einspritzung eines Röntgenkontrastmittels. Daneben gibt es die Möglichkeit, insbesondere Halsschlagadern und Aorta mithilfe des Magnetresonanzverfahrens auf Arteriosklerose zu untersuchen.

Laborparameter

Weitere diagnostische Auskünfte erhält der Arzt durch die Messung von Blutzucker, Blutfettwerten (HDL, LDL, VLDL, Triglyzeride), HBA 1c-Wert (="glykosiliertes Hämoglobin: Der HbA 1c-Wert stellt den Anteil des "gezuckerten" roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) am Gesamthämoglobin dar. Je höher der Blutzuckerspiegel desto höher der HbA 1c-Wert; bedeutsam für die Blutzuckereinstellung bei Diabetes; Anmerk. d. Red.),
Homocysteinspiegel und Harnsäure. (Homocystein ist eine Aminosäure und ein körpereigenes Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Eiweiß aus den einfachsten Eiweißbausteinen entsteht. Homocystein kommt in der Nahrung nicht vor und bildet sich im Eiweißstoffwechsel. Das unerwünschte, weil giftige Zwischenprodukt Homocystein wird bei Gesunden bei ausreichender Versorgung mit Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 rasch in die Aminosäure Cystein umgewandelt und weiter verstoffwechselt. http://www.qualimedic.de/

Ursachen

Ursachen

Für die Entstehung einer Arteriosklerose gibt es zahlreiche Ursachen, unter denen auch psychosomatische Faktoren nicht außer Acht zu lassen sind. Das Krankheitsbild zählt zu den Zivilisationskrankheiten.

Risikofaktoren:

  • erhöhte Blutfettwerte (begünstigen die Anlagerung von Fett an der Gefäßinnenwand),
  • Bluthochdruck (die Druckbelastung provoziert die Bildung von Gefäßrissen) und
  • Diabetes mellitus, der ebenfalls Gefäßschäden nach sich zieht.
  • Auch negativer Stress kann zu Arteriosklerose führen. Das dabei ausgeschüttete Adrenalin erhöht die sog. Lipolyse, die Freisetzung von körpereigenen Fetten in die Blutbahn, und damit auch den Blutfettspiegel. Männer sind hiervon häufiger betroffen als Frauen. Neben diesen Faktoren gibt es auch eine
  • erbliche Veranlagung zu Arteriosklerose.

Daneben lässt sich jedoch immer wieder beobachten, dass nicht jeder Patient mit erhöhten Blutfettwerten automatisch Arteriosklerose bekommt. Das Krankheitsbild übernimmt auch eine Indikatorfunktion für einen dahinter stehenden seelischen Zustand (s. u. „Die Bedeutung der Krankheit").
Betroffene können viel tun, um das Fortschreiten der Arteriosklerose zu verhindern, zumal die Krankheit im Anfangsstadium noch in gewissem Masse reversibel ist.

Therapie - Schulmedizin

Therapie - Schulmedizin

Symptombeseitigung und hilfreiche Unterstützung beim Gesundungsprozess

Im Frühstadium der Arteriosklerose ist durch Ernährungsumstellung und regelmäßigen Ausdauersport eine Rückbildung der Ablagerungen möglich.
Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Medikamente und Operation.

Er kann Blutdrucksenker (ACE-Hemmer) oder Cholesterinsenker (CSE-Hemmer) einsetzen, die das Fortschreiten der Arteriosklerose verlangsamen. Weitere Möglichkeiten sind: das verengte Gefäß wird mit Hilfe eines Ballonkatheters erweitert oder es wird ein kleines Drahtgitter (Stent) zum Offenhalten des Gefäßes eingebaut oder die Blutbahn (Bypass) wird mithilfe einer Gefäßprothese (meist aus Gore-Tex) oder eines körpereigenen Gefäßes umgeleitet. Doch bevor es dazu kommen muss, können Betroffene eine Menge tun, um die Rückbildung der Ablagerungen anzuregen und einer weiteren Gefäßverengung vorzubeugen

Vorbeugung und Selbsthilfe

Vorbeugung und Selbsthilfe

Maßhalten und Bewegung
… so lassen sich die beiden Säulen einer erfolgreichen Arteriosklerosetherapie auf den Punkt bringen. Viele Arteriosklerosepatienten sind übergewichtig, was für sich allein noch keinen Risikofaktor darstellt, aber im Laufe der Zeit zu Diabetes, erhöhten Blutfettwerten und Bluthochdruck führen kann.

  • Eine Umstellung der Ernährung auf basenbildende Vollwertkost, am besten aus biologischer Erzeugung und mit einem hohen Anteil an frischem Obst und Gemüse, ist der beste Schutz vor Gefäßverkalkung. Wer nur so viel isst, wie er tatsächlich braucht, schützt sich vor Übergewicht, seinen Folgeerkrankungen und damit auch der Fettablagerung in den Arterien.

Über eine Reduktion vor allem der tierischen Fette lassen sich erhöhte Blutfettwerte ein Stück weit reduzieren. Genauso wichtig wie die Drosselung der Zufuhr ist auch die Steigerung des Verbrauchs:

  • Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen und Radfahren sind ideal geeignet, die Fettverbrennung anzuregen und darüber erhöhte Blutfettwerte zu reduzieren. Spazierengehen ist besser als nichts, aber erst ab siebzig als „Sport" zu bezeichnen!

Und nicht zu letzt:

  • Geben Sie das Rauchen auf! Besser heute als morgen…

Neben Ernährungsumstellung und Ausdauersport (letzteres ist im Anfangsstadium noch möglich, bei fortgeschrittener Arteriosklerose nur noch nach Absprache mit dem Arzt in gemäßigter Form durchzuführen), kann man sein Gefäßsystem mit einigen Heilpflanzen pflegen, die dafür bekannt sind, dass sie die Durchblutung verbessern bzw. den Abbau arteriosklerotischer Ablagerungen – im Rahmen des noch Möglichen – unterstützen.

Therapie - Naturheilkunde

Therapie - Naturheilkunde

Phytotherapie
Die Einnahme pflanzlicher Arzneimittel zur Therapie und Prophylaxe von Arteriosklerose, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Übergewicht geschieht am leichtesten mit Hilfe einer pflanzlich-homöopathischen Urtinktur. Das vor allem für Berufstätige manchmal etwas umständliche Zubereiten eines Tees entfällt. Im Vergleich mit Trockenextrakten hat die Urtinktur aus der frischen Pflanze oftmals eine intensivere Wirksamkeit und wirkt ganzheitlicher nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die psychische Ebene.

Bewährte Arteriosklerosepflanzen:

  • Ginkgo biloba: Gingko verbessert die Durchblutung im Bereich der kleinen Arterien und Kapillaren und fördert vor allem die Durchblutung des Gehirns, was sich häufig in einer Verbesserung von Konzentration und Gedächtnisleistung bemerkbar macht.
  • Allium ursinum (Bärlauch) ist ein großer Blutreiniger. Er wirkt blutdrucksenkend und beugt einem weiteren Fortschreiten der Arteriosklerose vor.
  • Rosmarinus officinalis: Rosmarin verbessert die Durchblutung vor allem im Bereich der Peripherie. Die Pflanze ist ideal geeignet für Menschen, die chronisch unter kalten Händen und Füßen leiden.
  • Cynara scolymus: Artischocke hat sich zur Reduzierung erhöhter Blutfettwerte bewährt. Sie ist ein nebenwirkungsfreies pflanzliches Arzneimittel, das im Gegensatz zu allopathischen Lipidsenkern gut verträglich und völlig nebenwirkungsfrei ist. Cynara kann die Blutfettwerte um 10 – 30 % senken. Bei übergewichtigen Personen reduziert Cynara die Neigung zu Heißhungerattacken und normalisiert die Hunger-Sättigungs-Balance.

Weitere Maßnahmen, die man gut selber durchführen kann, sind zwei Mal wöchentlich

  • Jodwannenbäder mit entsprechenden Jodbadezusätzen (erhältlich in der Apotheke), die allerdings nicht für Menschen mit Bluthochdruck und Herzmuskelschwäche geeignet sind.

Jod greift über die Schilddrüse auf die Steuerung des Cholesterinhaushaltes ein und wird von manchen Autoren gar als „Gegenspieler des Cholesterins" bezeichnet. Aufenthalte am Meer, z. B. der jodhaltigen Nordsee, haben auf Arteriosklerosepatienten stets eine außerordentlich verjüngende Wirkung. Ältere Patienten, die jenseits des 80. Lebensjahres immer noch ziemlich vital und ganz und gar nicht „verkalkt" sind, haben in ihren jungen Jahren oft unter einer lebhaften Schilddrüsentätigkeit gelitten. Auch das ist ein Hinweis, dass ein kräftiger Jodstoffwechsel wahrscheinlich antiarteriosklerotische Wirkungen besitzt.

Auch die Homöopathie stellt einige gute Mittel für die Arteriosklerosebehandlung bereit, z. B.

  • Acidum iodatum : bei Arteriosklerose der Herzkranzgefäße
  • Barium iodatum: bei allgemeiner Arteriosklerose
  • Kalium iodatum: bei Arteriosklerose der Beingefäße
  • Aurum iodatum: bei Arteriosklerose der Hirngefäße
  • Cuprum: bei Wadenkrämpfen infolge Arteriosklerose

Allerdings sind auch diese Mittel unter guter fachkundiger Anleitung durch einen Homöopathen einzusetzen.

Kerstin Disse, Heilpraktikerin: Shiatsu (jap. Fingerdruckmassage)

Bei einer schon diagnostizierten Arteriosklerose steht die Abklärung mit dem Arzt an erster Stelle: wie stark und in welchem Maß kann der Patient an den betroffenen Stellen behandelt werden?
Entscheidend ist es daher bei jedem Erstkontakt darauf zu achten, was der Mensch „mitbringt", was ihm „anzusehen" ist und entsprechend zu handeln. Darum ist es wichtig, im Vorfeld Risikofaktoren abzuklären:

  • Hat der Betroffene Übergewicht?,
  • Raucht er?
  • Leidet er unter Bluthochdruck?

All diese Faktoren können dann in Kombination, wie schon dargestellt, u.U. zu einer Arteriosklerose führen.

Wo setzt der Shiatsutherapeut an?
Er wird sich um das Offensichtliche und das Ursächliche kümmern. Bei Übergewicht wird er einen Ernährungsplan im Sinne der fünf Wandlungsphasen ausarbeiten und dann wird er je nach Problematik den Magen – (bei Verdauungsproblemen und Stress), den Milz - (Reinigung des Blutes) und den
Dünndarmmeridian (Durchblutungsstörungen; bei Unruhe, Übererregung) dauerhaft behandeln.

  • Wenn der Betroffene unter Bluthochdruck leidet, sicher auch den Herz - (Blutzirkulation) - und den Herzkreislaufmeridian („Beschützer" des Herzens; bei Durchblutungsstörungen);
  • Wenn schon Schmerzen aufgrund einer Arteriosklerose vorliegen, wird Shiatsu sicherlich nicht unbedingt an den betroffenen Stellen angewandt, sondern dort, wo möglicherweise die Energie im Kyo liegt. Das kann den Blasen (Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten, vegetatives Nervensystem)- oder den Nierenmeridian (Entgiftungsfunktion; Widerstandskraft) betreffen.

Ein Akabane Test kann z.B. Auskunft darüber geben, wo es zu Energieentgleisungen gekommen ist.

Akabane Test:
Der Test ist ein Diagnoseverfahren, das Auskunft über Energieverschiebungen innerhalb der Meridiane gibt. Benannt ist er nach dem japanischen Akupunkteur Kobe Akabane. Ziel ist es,

  • die Sensibilität der Meridiane auf thermischer Grundlage zu erfassen.

Gearbeitet wird dabei mit speziellen Räucherstäbchen, die glimmend über die Anfangs- und Endpunkte der Meridiane geführt werden. Dabei wird niemals die Haut berührt, sondern der Therapeut streicht in immer gleich bleibenden Bewegungen mit einem minimalen Abstand über die entsprechenden Stellen (siehe: Lehre der Meridiane). Dabei zählt er, wie oft er dies tun kann. Der Patient sagt: „Stopp!", wenn er ein „stechendes Ziehen" von den Punkten ausgehend fühlt. Beide Körperseiten werden getestet und die Anzahl der Streichungen in eine Graphik übertragen.

Deutung:
Auskunft über Ist- Zustand der Meridiane, Vergleich nach ein paar Wochen bietet sich an.

  • Der Meridian befindet sich im Idealzustand, wenn nach 10 Streichungen der Behandelte das Stoppzeichen gibt .
  • Wenn die Differenz eines Meridians von rechts und links große Unterschiede aufweist, ist dieser Meridian behandlungsbedürftig.
  • Das Bild „allgemeiner Leere" der Meridiane, das sich ergeben kann, bedeutet nicht nur, dass Unterschiede auszugleichen sind, sondern auch, dass zuerst die entsprechenden Meridiane zu stärken sind.
  • Wenn der Meridian viele Streichungen benötigt, um zu reagieren, sollte man den Punkt mit dem Finger verschließen, damit die noch vorhandene Energie nicht entweicht.
  • Besonderheit: Diagnoseverfahren, das gleichzeitig auch Behandlungsverfahren ist. Der Test kann die entsprechenden Punkte natürlich durch die Erhitzung tonisieren.
  • Nicht unbedingt bei Bluthochdruck einzusetzen, da sich meist schon einige Punkte im Jitsu befinden können.
    (Link ins Portal: Krankheiten: Galle; dort bei Shiatsu: Jitsu / Kyo Definitionen und Behandlungsmöglichkeiten).
  • Gute Einsatzmöglichkeiten bei älteren Menschen, bes. mit Versteifungen und Verhärtungen in den Gelenken

Ernährung

Ernährung

Der Gehalt an Cholesterin in der Nahrung hat weniger Einfluss auf den Cholesterinspiegel als von der Lebensmittelindustrie häufig propagiert wird. Viel entscheidender ist der Gehalt an gesättigten Fettsäuren in den Lebensmitteln: Der Cholesterinspiegel steigt, je mehr Fette tierischen Ursprungs konsumiert werden, wie fettes Fleisch, Milch oder Eier. Fette pflanzlichen Ursprungs, z. B. Olivenöl, belasten den Blutfettspiegel in der Regel nicht.
Auch ein starker Konsum von raffiniertem (weißem) Industriezucker erhöht die Blutfettwerte, weil Zucker von der Leber in Fett umgewandelt werden kann. Bei der Verstoffwechselung von Zucker wird überdies viel Chrom und andere Mineralien verbraucht, die für die Gesundheit des Herzens wichtig sind.
Auch wenn es sattsam bekannt ist, banal klingt und in jeder Frauenzeitschrift zu lesen ist: Die beste Arterioskleroseprophylaxe besteht in einem reichlichen Genuss von Obst und Gemüse. Darauf kann gar nicht oft genug hingewiesen werden. Obst und Gemüse enthalten große Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen, die Herz und Gefäße schützen. Außerdem enthalten sie reichlich Ballaststoffe, die das Cholesterin im Darm binden und so die Aufnahme in das Blut verhindern. Es gibt kaum bessere Cholesterinsenker als Hafer, Hülsenfrüchte & Co. Auch zwei bis drei rohe Karotten am Tag reduzieren den Cholesterinspiegel um 10 – 20 %! Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer senken die „Klebrigkeit" der Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung verantwortlich sind und beugen darüber der Bildung von Blutgerinnseln vor.

Hierzu Dr. Eva Lischka:
Fasten dient sowohl der Vorbeugung als auch der Therapie der Arteriosklerose. Die Risikofaktoren Bluthochdruck, Blutfetterhöhung, Alterszucker, chronische Entzündung und Stress lassen sich sämtlich durch Fasten günstig beeinflussen. Die Hauptursache für die meisten Risikofaktoren liegt im Bauchfett. Die Fettzellen, die sich zwischen den Därmen befinden (viszerales Fett) haben nämlich einen anderen Stoffwechsel als die übrigen Fettzellen des Körpers. Die im Bauchfett erzeugten Botenstoffe sind ursächlich für hohen Blutdruck, Entzündung, Störung des Zuckerstoffwechsels (Insulinresistenz), Blutfetterhöhung und vieles mehr verantwortlich. Durch Fasten wird das Bauchfett reduziert, kenntlich am Bauchumfang - soll bei Männern unter 102 cm, ideal 94 cm, bei Frauen unter 88cm, ideal 80cm sein. Fasten wirkt auch positiv auf den Serotoninstoffwechsel, einen Botenstoff unseres Gehirns, der für unsere Stimmungslage verantwortlich ist. Wie Prof. Dobos in Essen nachwies, wird eine Lebensstiländerung nach dem Fasten wesentlich effizienter durchgeführt als ohne diese Zaesur. Sind schon Ablagerungen vorhanden, die sich als klinische Beschwerden wie zum Beispiel Enge der Brust (Angina pectoris) oder Beinschmerzen bei arterieller Verschlusskrankheit äußern, sieht man durch eine Fasten-Therapie eine deutliche Beschwerdebesserung. Ähnliches wurde von Dean Ornish bereits 1990 in der Zeitschrift Lancet berichtet: „Beschwerdebesserung und Rückgang der Gefäßverengungen durch vegetarische Kost, Bewegungstraining und Meditation". Entscheidend für einen dauerhaften Therapieerfolg ist natürlich eine dauerhafte Lebensstiländerung. Da die meisten nicht in einer gesundheitsförderlichen Umwelt leben, sind zur Motivation und/oder Therapie regelmäßige Fastenperioden, z. B. zweimal jährlich, ein bis zwei Wochen zu empfehlen."

Literaturtipp
:

Psychosomatik

Psychosomatik

Arteriosklerose ist ein Krankheitsbild, das immer noch viel zu sehr unter rein formalen Aspekten betrachtet wird: Da ist ein Mensch übergewichtig, hat einen hohen Blutfettspiegel und womöglich Bluthochdruck … folglich ist es „logisch" , dass er Arteriosklerose bekommt. Dem gegenüber steht, dass nicht jeder Patient mit hohen Blutfettwerten oder Bluthochdruck „automatisch" an Gefäßverkalkung erkrankt, auch wenn es bei vielen anderen der Fall ist. Es spielen also noch andere Aspekte mit hinein.
Der Psychosomatiker Ruediger Dahlke weist darauf hin, dass Arterien – symbolisch gesehen – als „Energiestraßen" des Organismus verstanden werden können - Kraftströme, die Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. In diesem Sinne kann die Verhärtung und Erstarrung der Gefäßwände auch als eine Form der Einbetonierung des lebendigen Lebensflusses verstanden werden. Um es mit einem Bild auszudrücken: Aus einem lebendigen, mal breit, mal eng, mal brausend, mal still vor sich dahin fließenden Wildbach wird nach und nach ein begradigter, „toter" Kanal mit betonierten Ufern und stets gleich bleibendem Flussbild. Das Lebendige, das sich durch Hochs und Tiefs und gerade durch den Wechsel von stillen und unruhigen Phasen auszeichnet, ist verloren gegangen und wird in ein enges Korsett gezwängt. Mit der Abnahme von Flexibilität und Elastizität der Gefäßwände steigt zwangsläufig der Innendruck. So könnte es auch in der Seele der betroffenen Patienten aussehen: Wie lange schon sind seine lebendigen Impulse immer wieder an den „Betonwänden" seiner eigenen Normvorstellungen und den Erwartungen der Außenwelt zerschellt? Übernimmt die Arteriosklerose nur den körpersprachlichen Ausdruck dafür, dass man sich in seiner Lebensgestaltung in ein enges Korsett geschnürt hat? Wird derder Seele dadurch die Luft genommen, in dem man nicht mehr tief ein- und ausatmen kann? Zwänge in Beruf und Familie lassen sich nicht von heute auf morgen abstellen. Doch kann man sich ihrer bewusst werden und daran arbeiten, sie langsam aber kontinuierlich abzubauen. Die Richtung einer Rakete lässt sich auch nicht auf Knopfdruck um 180 Grad ändern. Aber sie kann, bildlich gesprochen, einen Bogen fliegen. Mit Veränderungen in der Lebensgestaltung verhält es sich ähnlich. Für den Arteriosklerosepatienten ist es wichtig, Kompromisse zu erkennen, die ihn blockieren und durch konstruktive Konfliktlösung neue Freiräume für seelisches Wachstum und innere Weiterentwicklung zu schaffen.

Wichtiger Hinweis:

Diese Inhalte dienen der Information und Orientierung. Sie können und sollen unter keinen Umständen den Besuch eines Arztes und die Konsultation medizinischer Beratung oder professioneller ärztlicher Behandlung ersetzen.
Der Inhalt von naturheilmagazin.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Im Übrigen verweisen wir auf die Geltung unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB

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