Allergien
Einführung
Einführung
„Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig", sagt ein Sprichwort. In gewisser Hinsicht gilt dieser Satz auch für das Krankheitsbild Allergie: Eine Allergie ist eine von körperfremden, aber an sich harmlosen Substanzen ausgelöste Antikörperbildung mit nachfolgendem Entzündungs-, also Konfliktprozess. Bei der Allergie wird etwas zum Feind (Allergen) erklärt, das an sich keiner ist: Hausstaubmilben, Blütenpollen, Katzenhaare und ähnliches. Jede Allergie ist Ausdruck einer nicht gelungenen Integration von an sich normalen Substanzen. Schulmedizinische Allergietherapien zielen meist darauf ab, die auslösenden Stoffe zu meiden. Das ist in der Praxis oft nur schwer durchführbar und kann bei Mehrfachallergien zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen. Ein anderer Ansatz ist möglicherweise effektiver: Wer ein zunehmendes Verständnis dafür entwickeln kann, warum er auf manche Substanzen allergisch reagiert und welche tiefere Bedeutung hinter seinen spezifischen allergischen Reaktionen steht, kann meiner Erfahrung nach den Konflikt dort lösen, wo er besteht: in der eigenen Psyche. Der Körper übernimmt eben doch häufig eine Indikatorfunktion, um seelische Spannungen abzuarbeiten.
Definition
Definition
Das Krankheitsbild Allergie wird häufig als "Überempfindlichkeitsreaktion" bezeichnet. Wörtlich übersetzt heißt es nichts anderes als „Reaktion auf Fremdstoffe". Diese Fremdstoffe, die sog. Allergene, sind völlig unschädliche Substanzen, auf die jedoch ein bestimmtes Individuum überempfindlich, d. h. mit einer Entzündung reagiert. Das Immunsystem schützt den Menschen vor Krankheitserregern und toxischen Substanzen. Auch harmlose Stoffe werden vom Immunsystem eliminiert – nur merkt man meist nichts davon, weil dies sehr sanft geschieht.
Klassische Allergene
- pflanzliche Stoffe (Beispiel: Gräserpollen), tierische Substanzen (Beispiel: Bienengift, Hundehaare, Kuhmilcheiweiß),
- Metalle (Beispiel: Nickel in Modeschmuck) oder
- chemische Substanzen (Beispiel: Lebensmittelzusatzstoffe).
In den letzten Jahren haben sich Allergien mehr und mehr gehäuft. Als Ursache wird die ständig steigende Belastung durch Fremdstoffe in der Umwelt diskutiert, der steigende Konsum von Genussmitteln und industriell vorgefertigter Nahrung sowie eine übertriebene Hygiene: Stadtkinder leiden 15mal häufiger an Allergien als Kinder, die auf einem Bauernhof groß werden. Letztere kommen schon in sehr jungen Jahren reichlich mit Pflanzen und Tieren in Kontakt, so dass ihr Immunsystem intensiver trainiert wird. Allergien treten auch häufig in Familien auf, die sehr gesundheitsbewusst sind.
Symptome
Symptome
Die Symptomatik einer Allergie richtet sich nach ihrer Art und ihrem Typ.
Die Allergieart wird vor allem vom Aufnahmemechanismus
- Inhalationsallergie: Einatmen von Allergenen in Staubform, z. B. Gräserpollen oder Hausstaubmilbenkot.
- Nahrungsmittelallergie: Zufuhr von Allergenen durch Nahrungsaufnahme, z. B. Kuhmilch, Erdbeeren, Schweinefleisch, Lebensmittelzusatzstoffe.
- Arzneimittelallergie: Ausgelöst durch Medikamenteneinnahme, besonders häufig bei Penicillin.
- Insektengiftallergie: Tritt vor allem nach Bienen- oder Wespenstichen auf.
- Parasiten- oder Mikrobenallergie: Findet sich bei Befall durch Würmer, Hefepilze im Darm und andere Parasiten bzw. Erreger, die sich längerfristiger im Körper einnisten können, vor allem im Verdauungstrakt.
- Kontaktallergie: Allergische Reaktionen auf Schmuckmetalle, Kosmetika usw.
Neben der Unterscheidung nach Aufnahmemechanismen gibt es eine weitere nach der Art des Typs. Allergie ist noch lange nicht Allergie. Es gibt Formen, bei denen eine Reaktion sofort auftritt, und Formen, bei denen sich die Reaktionen erst nach mehreren Tagen bemerkbar machen. Im Wesentlichen unterscheidet man vier Typen, die isoliert oder auch als Mischform auftreten können:
Typ I (Soforttyp):
Diese Form der Allergie wird durch sog. IgE-Antikörper vermittelt. Diese binden sich an bestimmte Zellen des Immunsystems (Mastzellen) und lösen die Freisetzung von Substanzen aus, z. B. Histamin, die eine Entzündung in Gang setzen. Ein typisches Beispiel ist der Heuschnupfen.
Typ II (Zytotoxischer Typ):
Der Körper bildet Antikörper gegen Antigene, die auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben liegen. Die ersten Reaktionen zeigen sich nach wenigen Minuten bis Stunden. Sie betreffen nur ein bestimmtes Organ oder Gewebe. Typische Beispiele sind Autoimmunerkrankungen oder die Zerstörung roter Blutkörperchen nach einer Bluttransfusion mit der falschen Blutgruppe.
Typ III (Immunkomplex-Typ):
Hier bilden sich Immunkomplexe aus frei löslichen Antigenen und aus Antikörpern. Diese Komplexe können sich an Organen oder Geweben ablagern und dort allergische Reaktionen hervorrufen. Chronische, nicht ausheilende Infektionen, werden auf diese Weise aufrechterhalten. Die Allergie vom Typ III ist auch eine häufige Komplikation bei Autoimmunerkrankungen.
Typ IV (Spättyp):
Sie wird nicht durch Antikörper, sondern durch T-Lymphozyten, eine Gruppe weißer Blutkörperchen, vermittelt. Die Aktivierung von T-Lymphozyten aktiviert weitere Abwehrzellen. Ein bekanntes Beispiel sind Kontaktallergien der Haut. Die Reaktion tritt verzögert auf, d. h. frühestens zwölf Stunden nach Berührung mit der auslösenden allergischen Substanz. Manchmal zeigen sich die ersten Symptome aber auch erst nach mehreren Tagen. Diese Form der Allergie wird daher auch als „Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ" bezeichnet.
Die individuellen Symptome richten sich nach Art und Typ der Allergie. Sie dauern meist so lange an, wie die auslösenden Stoffe im Körper sind. In der Regel reagieren Haut und Schleimhäute.
Sie zeigen die typischen Symptome
einer Entzündung: Schwellung, Rötung und Sekretion. Je nach Lokalisation heißt
das:
- Niesen, Schnupfen, gerötete Augen, Atemnot, Erbrechen, Durchfall; an der Haut: Nesselsucht und andere ekzemartige Ausschläge.
Wenn sich das Allergen über den Blutweg im ganzen Körper ausbreitet, können auch Herz und Kreislauf reagieren. Blutdruckabfall und Herzrasen sind die Folge. In schweren, wenn auch extrem seltenen Fällen der Typ I-Allergie, dem sog. anaphylaktischen Schock, kann der Blutdruckabfall so heftig sein, dass es innerhalb weniger Minuten zum Tod kommt.
Wenn Sie immer wieder unter Entzündungen von Haut und/oder Schleimhaut leiden, ohne dass gleichzeitig die typischen Anzeichen eines grippalen Infekts vorhanden sind, wie z. B. Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheitsgefühl, oder wenn Sie beobachten, dass Ihre Beschwerden immer zur selben Jahreszeit auftauchen bzw. immer nach dem Genuss oder Kontakt mit einem bestimmten Nahrungsmittel oder einer bestimmten Substanz, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es sich um eine Allergie handelt. In solchen Fällen ist es ratsam, für die genaue Diagnose entweder einen Kinderarzt, Hautarzt bzw. Facharzt für Allergologie oder wenn man auf eine naturheilkundliche Ursachenabklärung Wert legt, die entsprechenden Therapeuten, die fundiert ausgebildet sind, aufzusuchen (Homöopathen, Kinesiologen, Irisdiagnostiker, TCM versierte Therapeuten usw.).
Diagnose
Diagnose
Die Diagnose einer Allergie ist möglich, aber nicht einfach. Es beginnt schon damit, dass die Vielfalt der möglichen allergieauslösenden Substanzen schier unübersehbar ist. Man kann theoretisch auf alles allergisch reagieren. Allerdings gibt es Substanzen, gegen die sehr viele Menschen eine Allergie entwickeln, z. B. Gräserpollen, Kuhmilcheiweiß oder Tierhaare. Je genauer sich ein Allergiker beobachtet, desto leichter lassen sich seine individuellen Allergene entdecken.
Klassische Schulmedizin
Die Schulmedizin hat verschiedene Verfahren entwickelt, um festzustellen, auf welche Stoffe ein Mensch allergisch reagiert. Blutuntersuchungen im Labor können nachweisen, gegen welche Substanzen aus der Umwelt ein Mensch Antikörper und andere Abwehrzellen entwickelt. Bei sog. Provokationsuntersuchungen wird die Haut, Schleimhaut oder Lunge (Inhalation) ganz gezielt mit möglichen allergieauslösenden Stoffen in Kontakt gebracht. Es gibt eine ganze Reihe von Hauttests, bei denen man anhand von Rötungen sehr genau sehen kann, auf welche Substanzen das Immunsystem eine Allergie entwickelt hat.
Die Diagnosestellung wird erleichtert, wenn ein Allergiker ein sog. Allergietagebuch führt und darin notiert, welche Speisen oder Medikamente er zu sich genommen hat bzw. zu welchen besonderen Substanzen es Kontakt gab. Ein penibel geführtes Allergietagebuch unterstützt das Eingrenzen von unwahrscheinlichen bzw. wahrscheinlichen Allergieauslösern.
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen
Warum ein Mensch an einer Allergie erkrankt, hat meist „idiopathische" Ursachen. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab (idios – eigen, pathos – Krankheit) und bedeutet eigentlich: Man weiß es nicht!
Dafür gibt es umso mehr Hypothesen:
- Genetische Veranlagung: Wenn ein oder beide Eltern Allergiker sind, kann für das Kind ein erhöhtes Allergierisiko bestehen.
- Übertriebene Hygiene: Besonders im ersten Lebensjahr ist der Kontakt mit bestimmten Bakterien wichtig, um das Immunsystem ordentlich zu trainieren.
- Mangelnder Parasitenbefall: Kinder, die an Wurmerkrankungen litten, sind später weniger anfällig für Allergien.
- Umweltverschmutzung: Manche Pollen heften sich an Dieselpartikel und verkehrsbedingten Feinstaub an. Solche Komplexe können das Entstehen von Inhalationsallergien unterstützen.
- Impfungen: Die Überforderung des kindlichen Immunsystems durch zu frühe, bzw. Mehrfachimfungen kann das Entstehen von Allergien begünstigen.
- Auch Veränderungen in der Darmflora durch Antibiotika oder Probiotika (Anmerk. d. Red.: lebensfähige Mikroorganismen, die zugeführt werden), sowie veränderte Eß- und Lebensgewohnheiten (Rauchen, Stress, industriell vorgefertigte Nahrung, Mikrowelle …) sind eine Belastung für das Immunsystem und fördern die Allergieentstehung.
Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet, warum viele Menschen, die nicht zu den o. g. Risikogruppen zählen, an einer Allergie erkranken, andere hingegen, die durchaus unter diese Gruppen fallen, trotz eines erhöhten Risikos nicht zum Allergiker werden.
Psychosomatische Ursachenforschung
Von einer sehr mechanistisch und einseitig somatisch orientierten Medizin wird den psychosomatischen Ursachen einer Allergieentstehung immer noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Allergien sind letztlich körpersprachlicher Ausdruck eines Konfliktes zwischen zu hoher Aggression und zu hoher Sensibilität, Ausdruck eines überzogenen Feindbildes, das sich gegen Freunde (z. B. Lebensmittel) und nicht nur gegen „Feinde" (z. B. Viren) richtet. Betroffene können unserer Meinung nach ein gutes Stück weiterkommen, wenn sie sich von der Frage herausfordern lassen, auf welche Menschen oder Lebensumstände sie seelisch allergisch reagieren und wo sie im Außen – statt auf der Ebene des Immunsystems – offensiv werden sollten (s. u.: Die Bedeutung der Krankheit).
Therapie - Schulmedizin
Therapie - Schulmedizin
- Bei der Allergie vom Typ I wird häufig eine Hypo- bzw. Desensibilisierung durchgeführt. Dies ist nur möglich, wenn man das auslösende Allergen kennt. Dem Allergiker wird das Allergen über mehrere Jahre in sehr geringer, aber allmählich steigender Dosierung gespritzt. Auf diese Weise soll sich das Immunsystem langsam an die Substanz gewöhnen. Desensibilisierungen sind eine langwierige Prozedur. Sie sind allerdings nicht in jedem Fall von Erfolg gekrönt.
- Bei schweren Allergieformen, wenn das Allergen nicht bekannt ist oder nicht gemieden werden kann, verordnet der Arzt Antihistaminika oder auch Kortison. Antihistaminika wirken dem Auslöser der allergischen Entzündung, dem Histamin, entgegen, indem sie es blockieren. So lassen sich Symptome wie Juckreiz, Hautausschlag oder Schwellungen unterdrücken. Die Wirkung tritt in der Regel schnell ein. Antihistaminika sind aber nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Sie können Müdigkeit, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Übelkeit hervorrufen. Auch Kortison ist eine entzündungshemmende Substanz. Es ist ein Hormon, das vom Körper selbst produziert wird. Als Medikament gegeben, blockiert es die Entstehung der Allergiesymptome. Kortison ist ein Notfallmedikament, das keinesfalls eine Dauerlösung darstellt. Über Jahre eingenommen kann es zu Osteoporose, Bluthochdruck und Gewichtszunahme führen. Die Haut wird durch eine Langzeit-Kortisontherapie pergamentartig dünn. Bei Diabetikern kann sich der Blutzuckerspiegel verschlechtern.
Die vom Arzt gegebenen Medikamente sind als Erste-Hilfe-Medikation in Notfällen berechtigt. Sie stellen jedoch keine kausale Therapie dar. Die wirkliche „Lösung" für die Frage, warum ein Mensch überschießend auf harmlose Substanzen reagiert, muss anderswo gesucht werden.
Was Sie selbst tun können
Die wirksamste „Erste Hilfe" in der Allergiebehandlung ist das Erkennen und Vermeiden des auslösenden Allergens (Expositionsprophylaxe). Doch dieses Vorgehen löst das Problem letztlich nicht an der Wurzel. Einer Allergieentstehung kann man vorbeugen, zumindest in einem gewissen Rahmen.
Kinder, Kinder…
Wenn ein Elternteil oder sogar beide Allergiker sind und deshalb befürchten, dass ihr Kind ebenfalls eine Allergie entwickelt, sollten Sie folgendes beachten:
- Stillen Sie Ihr Kind möglichst bis zum sechsten Monat, ggf. auch länger.
- Stadtkinder erkranken um ein Vielfaches häufiger an Allergien als Landkinder. Überbehüten Sie Ihre Kinder nicht, sondern lassen Sie sie laufen! Es gibt kein besseres Immuntraining als reichlicher Aufenthalt an der frischen Luft, Spielen im Matsch und der Umgang mit Tieren. Wenn Sie in der Stadt wohnen, planen Sie doch mal einen Urlaub auf dem Bauernhof. Nicht nur wegen des Immuntrainings, sondern auch weil es für Kinder wichtig ist zu erleben, dass Milch aus einer Kuh und nicht aus einer Tüte kommt und Eier von Hühnern gelegt werden und nicht in einer Pappschachtel entstehen!
- Bevorzugen Sie eine basenbildende Vollwertkost aus dem Bioladen, aber bleiben Sie gelassen, wenn Ihr Kind eine Tüte konventioneller Gummibärchen geschenkt bekommt und diese auch noch mit Begeisterung verzehrt!
- Bleiben Sie „locker": Wenn Kinder beobachten können, dass ihre Eltern einerseits ein gutes Wertesystem entwickelt haben und andererseits dennoch – oder gerade deshalb – spielerisch und locker mit dem Leben umgehen, ist die Chance geringer, ein Feindbild oder eine Allergie entwickeln zu können.
Allergien bei Kleinkindern können, müssen aber nicht Ausdruck einer Abwehr gegen éin Überbehütetwerden durch die Mutter sein. Da ich vier Jahre in einer Kinderpraxis Babys, Kindergarten- und Schulkinder betreut habe, konnte ich beobachten, dass die Kinder überängstlicher Mütter deutlich häufiger eine Allergie entwickelten, als diejenigen Kinder, denen eine große Experimentierfreiheit gelassen wurde. Das Bemühen um ein besonders gesundes Leben geht manchmal mit übersteigerten Ängsten einher. Auch wenn natürlich eine biologische Vollwertkost jeder anderen Ernährung vorzuziehen ist, wird der einmalige Besuch bei Mac Donalds den Kindern natürlich keinen Schaden zufügen. Wenn Eltern in Sachen Gesundheit allzu ideologisch sind, besteht die Möglichkeit, dass die Kinder die elterlichen „Überempfindlichkeiten" übernehmen und allergisch auf harmloseste Substanzen reagieren. Für die Prophylaxe einer Allergie ist es unserer Meinung nach notwendiger denn je, sich angst- und vorurteilsfrei dem Leben in seiner ganzen Fülle aussetzen zu können! Natürlich will man seine individuellen Vorlieben haben – aber deshalb muss man das, was nicht dazu gehört, nicht zum „Feind" erklären.
„Große Kinder"
Wenn eine Allergie erst im Erwachsenenalter auftritt, sollte man den Zähnen erhöhte Aufmerksamkeit schenken.
- Chronische Zahnwurzelentzündungen, Knochenentzündungen im Ober- und Unterkiefer (die nicht unbedingt Schmerzen verursachen müssen!), Amalgam und andere unverträgliche Substanzen der Zahnbehandlung, aber auch
- chronische Mandel- und Nebenhöhlenentzündungen können einen „Herd" darstellen, der das Lymphsystem über Monate und Jahre belastet.
Es kommt zur sog. Reizaddition: Der Lymphabfluss im betroffenen Gebiet ist chronisch belastet. Ein Störfeld entsteht. Die vom Herd ausgesandten toxischen Substanzen können den Organismus sensibilisieren und ihrerseits zu Allergenen werden, die eine allergische Reaktion nach sich ziehen. Das vegetative System ermüdet und das Immunsystem auch.
Heilung
Eine Allergie ist immer auch Zeichen eines energetisch geschwächten Systems im Sinne einer nicht mehr zu kompensierenden Reizaddition. Heilung wäre dann eine Art Reizsubtraktion und umfasste dann Maßnahmen wie: Zahnsanierung, Umstellung der Ernährung auf basenbildende, vitaminreiche Vollwertkost, mehr Schlaf und Entspannung, Psychotherapie und Änderung des psychischen Reaktionsverhaltens usw.
Therapie - Naturheilkunde
Therapie - Naturheilkunde
Wer eine wirklich kausale Therapie seiner allergischen Beschwerden wünscht, wird dieses Ziel am ehesten mit einer naturheilkundlichen Behandlung erreichen. Bewährt haben sich Eigenblutbehandlungen, Akupunktur und Homöopathie. Es gibt eine Art homöopathischer Desensibilisierung: Dem Patienten wird etwas Blut entnommen, aus dem in einem Speziallabor ein individuelles Medikament hergestellt wird. Dieses wird nach einem bestimmten Therapieplan in aufsteigender Dosis gespritzt. Der Vorteil: Das eigene Blut enthält alle allergieauslösenden Substanzen. Die arzneiliche Weiterverarbeitung von Eigenblut zum Antiallergikum ist eine sehr individuelle und deshalb oft auch wirkungsvolle Allergietherapie. Sie wirkt gerade auch in jenen Fällen, in denen die auslösenden Allergene nicht bekannt sind.
Shiatsu (jap. Fingerdruckmassage):
ein Beitrag von Kerstin Disse, Heilpraktikerin
„Wie oben schon erwähnt, ist es wichtig, die allgemeine Situation des erkrankten Menschen abzuklären: gibt es Zähne, die behandlungsbedürftig sind? Wie sind die Lebensumstände? Die Ernährungsweise? Wie aktiv ist der Mensch? Zu welchen Zeiten treten die Beschwerden auf? Usw. Das gehört zu den grundsätzlichen Fragen, auch beim Shiatsu, die eingangs abgeklärt werden.
Darüber hinaus versucht man sich anhand des Auftretens und der Erscheinung ein Bild von dem jeweiligen Menschen zu machen: Ist seine Haut hell, die Haare eher dünn, ist er klein und zierlich habe ich es tendenziell mit einem Yin Typus zu tun. Oder ein Yang Typus? Haare kräftig, Körperbau stabil ? u.a. Das wird meine Behandlungsart und die Häufigkeit der Sitzungen beeinflussen. Was bringt der Mensch an seelischer Konstitution mit? Habe ich hier jemanden, der still und leise redet oder jemand, der sich erhitzt im Gespräch, braucht er eher lange, um sich zu erklären oder ist er von leichtem, sprudelndem Gemüt? So erfahre ich, ob ich einen Melancholiker, Choleriker, Phlegmatiker oder einen Sanguiniker vor mir habe und kann mich bei Gesprächen, die jeder Behandlung vorausgehen, auf die Gemütslage einstellen. Diese Beobachtungen laufen sehr schnell ab und vermitteln einen ersten Eindruck. In der Regel gibt es keine eindeutigen Zuordnungen, aber es hilft dem Therapeuten über das Gespräch hinaus, ein Gefühl für den ganzen Menschen zu entwickeln, der vor ihm sitzt.
Wichtig bei diesem Thema ist natürlich, um welche Art von Allergie es sich handelt und wie äußert sie sich? Wo liegen genau die Beschwerden? Wie stark ist das Bedürfnis etwas ändern zu wollen? Und wie kann ich begleiten, unterstützen und helfen?
Zur Allergie als Symptom:
Grundsätzlich werden allergische Symptome, wie Hautausschlag, juckende Dermatosen, Ekzeme, Atemwegsbeschwerden, verstopfte Nasen und dergl. den Meridianpartnern Lunge/Dickdarm zugeordnet.
Linktipp: (bei Naturheilmethoden/Akupunktur)
Sie gehören in die Wandlungsphase Metall, die den Spätherbst symbolisiert, was auch auf die menschliche Lebenszeit, also das Alter und den Tod zutrifft. Das Sinnesorgan Nase wird ihr körperlich zugerechnet, als stimmlicher Ausdruck der Husten und als Gefühl zählt die Trauer und der Kummer dazu. Welche Themen betreffen diesen Menschen?
Die eigentliche Aufgabe für mich als Therapeutin besteht darin, anhand einer Diagnose aus dem Shiatsu, sei es nun die Haradiagnose, Yu- Punkte oder über einen Akabane Test (u.a.) zu erfassen, was mir der Körper heute an Antworten gibt, unabhängig davon, was ich vermute oder denke. Bevor ich jedoch eine Behandlung beginne, muss ich mich völlig frei und leer von Gedanken machen und mich ganz auf die Person einstellen, die vor mir liegt, denn es handelt sich um eine energetische Behandlung, die Ruhe und Ausgeglichenheit von Therapeutenseite bedarf.
Was finde ich also energetisch vor? Welche Meridiane brauchen heute Unterstützung? Wo herrscht Energieleere, die es aufzufüllen gilt? Dies gilt als oberstes Ziel. Wenn nach dem chronischen Geschehen geschaut wird, wovon bei einer Allergie auszugehen ist: wie kann ich dauerhaft die Energie in Ausgleich bringen, dass wir (der Patient und ich) gemeinsam das Ziel erreichen, das er vorgegeben hat?
Auch wenn mir bewusst ist, dass das „Störfeld" im Lunge/Dickdarm Meridian liegt, kann es durchaus sein, dass der Körper mir eine andere Rückmeldung gibt. Und die gilt es aufzunehmen. Manchmal ist es so, dass sich erst im Nachhinein das Ergebnis entschlüsselt. Warum z.B. der Leber/Gallemeridian (Wandlungsphase Holz) heute behandelt werden sollte. Z.B., weil die Beschwerden evt. einem „Störungszyklus" unterliegen, der eine Wandlungsphase überspringt und nun „das Holz" , eben den Leber/Gallenmeridian stört.
Anhand von diesem Beispiel wollte ich aufzeigen, wie individuell eine Shiatsu-Behandlung sein kann und wie differenziert sie ablaufen muss. Ebenso wie viel der Patient mitbringt und mitarbeiten kann. In der Regel schließt sich nach der ersten Behandlung ein Zyklus von mehreren Einheiten an. Danach wird gemeinsam reflektiert, was sich bewegt hat und wo noch Bedarf besteht."
Ein Beitrag von Dr. Scheel zum Thema Allergie:
„Es gibt aus meiner Sicht ja nicht "die Allergie", sondern nur Intoleranzen
(genetisch fixierte Unverträglichkeiten) oder erworbene überschießende
Reaktionen auf ganz normale Reize, die wir dann in der Schulmedizin als Allergie bezeichnen. Meine Erfahrung zeigt, dass die betreffenden Personen meist so am Ende sind, dass sie " die Fliege an der Wand" stört (gemeint ist die allergische Reaktion) , der energetische Zustand also aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann ist z.B. die Nierenfunktion beeinträchtigt oder die Atemwege sind so verschleimt, dass die eingeatmeten Partikel, Pollen usw. nicht mehr mit den Flimmerhärchen nach außen befördert werden können. Außerdem spielen die Faktoren Stress, schlechte Haltung mit den daraus resultierenden Verspannungen, mangelnde Entgiftung über den Darm, die Leber, die Ernährung überhaupt, Lymphstau, Durchblutungsstörungen und die Psyche, Angst, Manipulation in das Krankheitsbild mit hinein.
Was die Ernährung angeht: zu den klassischen Allergenen gehören auch Weizen und Karotten. Hilfe bei:
- akuten Problemen: Einlauf, Diät ...
- bei chronischen: Allergenkarenz und eventuell kein tierisches Eiweiß, kein Zucker, kein Weizen, Citrusfrüchte, Fette? - Achtung SOJA!!! (im letzten Jahr extrem zunehmende Unverträglichkeiten).
Wie stelle ich fest, dass ich etwas nicht vertrage? Ausprobieren allein dürfte schwierig sein, weil der Organismus sehr lange und sehr viel (auch Unverträglichkeiten) toleriert bis das Maß voll ist und der berühmte Tropfen, das Fass zum Überlaufen bringt. Gute Erfahrungen habe ich mit Kinesiologie, Pendeln usw. gemacht. Eine Differenzierung der " Allergien" kann auch bezüglich der möglichen Reaktionsflächen (Haut, Schleimhaut, Bindegewebe) hilfreich sein. Eine weitere Differenzierung zwischen " Allergie" oder genetische Intoleranzen ist sinnvoll. Also: wurden die Symptome erworben oder wurden sie z.T auch mitgebracht?
Daunen in Bettdecken stellen auch manchmal "maskierte Allergene" dar. D.h. sie üben starke Belastungen aus, ohne die üblichen Allergiesymptome. Es ist, als wenn man einen Chef oder Partner hat, der ständig nölt: es belastet, ohne dass man sich überhaupt nach außen sichtbar aufregt.
Noch zu den Allergietests:
Die Allergietestungen über das Blut und selbst die "Epicutantests" an der Haut sind sehr kritisch zu bewerten - negative Teste schließen eine Allergie nicht aus – man kann in guten Zeiten eindeutige Unverträglichkeiten tolerieren und umgekehrt!"
Ernährung bei Allergie
Ernährung bei Allergie
Es gibt Nahrungsmittel und Nahrungsmittelinhaltsstoffe, die als „natürliche Antihistaminika" wirken, d. h. allergische Symptome reduzieren können. Zu ihnen gehören die Nährstoffe Vitamin C, Vitamin B3, Pantothensäure, der Vitamin-B-Komplex allgemein, Kalzium, Magnesium und Gamma-Linolensäure. Siehe auch: (bei Naturheilmethoden/Orthomolekulare Medizin)
Eine frische, basenbildende Vollwertkost mit reichlich Obst und Gemüse ist daher in jedem Fall eine gute Allergietherapie.
Unter den Lebensmitteln sind die häufigsten Allergieauslöser: Eier, Erdnüsse, Fisch und Schalentiere, Milchprodukte, Tomaten, Weizen, Mais, Zitrusfrüchte, Lebensmittelzusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Besonders Konservierungsstoffe auf Sulfitbasis, die sich häufig in Frischprodukten, Dörrobst, Fertigsalaten, Kartoffelprodukten und Wein finden, können zum Auslöser einer Nahrungsmittelallergie werden. Schokolade, Schwarztee, Kaffee und Alkohol werden von Allergikern meist ebenfalls schlecht vertragen.
Was ein Allergiepatient verträgt und was nicht, kann nur individuell und durch Ausprobieren festgestellt werden. Als Daumenregel gilt sicherlich: Frischkost ist jedem industriell vorgefertigten Lebensmittel vorzuziehen.
Bedeutung der Krankheit Allergie
Bedeutung der Krankheit Allergie
Bei Erwachsenen kann das Allergen, auf das man reagiert, einen Hinweis auf die tiefere seelische Problematik geben. Allergien gegen Tierhaare können eine Angst vor der animalischen Seite des Lebens ausdrücken. Pollenallergie kann ein Ausdruck von Angst vor Fruchtbarkeit, Sexualität und Triebhaftigkeit sein. Eine Allergie gegen Hausstaubmilbenkot kann die Abwehr des Unsauberen und Unreinen zum Ausdruck bringen. Auch hier gilt der Satz „Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig." Nach diesem Prinzip funktionieren auch Desensibilisierungs- und Eigenbluttherapien. Es ist in erster Linie die Konfrontation mit dem Abgewehrten, was letztlich Heilung bringt. Wem es gelingt, die Themen, die er innerpsychisch ablehnt, zu leben und zu integrieren, erübrigt seinem Körper die Indikatorfunktion für seine unbewußte und übers Ziel hinausschießende Abwehr. Menschen, die keine Berührungsängste bei Schmutz haben, werden in den seltensten Fällen an einer Hausstaubmilbenallergie oder an einer Hautkrankheit leiden. Allergie ist auch ein Symptom der Defensive. Das wird spätestens bei der Expositionsprophylaxe, dem gezielten Vermeiden bestimmter Allergene, mehr als deutlich. Der Lebens"kampf" wird nicht mehr dort ausgetragen, wo er stattfinden sollte, nämlich im Bereich von Aufgaben, Herausforderungen und zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern gegen Lebensmittel und Staub. Wer es lernt, sein Leben wieder zu wagen, es offensiver in die Hand zu nehmen, aggressionsbereiter zu sein, kann den „Kampf" von innen nach außen, vom Immunsystem ins wirkliche Leben tragen – wo er hingehört. Die Indikatorfunktion der Allergie würde sich dann erübrigen.
Familien-, paar- oder individualtherapeutische Begleitung kann die Aufarbeitung der psychosomatischen Hintergründe einer Allergie wirkungsvoll unterstützen.
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